“Klarer Vorwurf an meine Person”: Rost nimmt die Schuld auf sich

Erzgebirge Aue kam am Sonntag gegen Wehen Wiesbaden unter die Räder. Während sich Kapitän Dimitrij Nazarov bei den Fans entschuldigte, nahm Coach Timo Rost die komplette Schuld auf sich. 

Stellte sich vor seine Mannschaft: Aue-Trainer Timo Rost.

Stellte sich vor seine Mannschaft: Aue-Trainer Timo Rost.

IMAGO/Eibner

Dimitrij Nazarov war der erste Auer Spieler, der sich nach dem 1:5-Debakel gegen Wehen Wiesbaden stellte. Zuvor war er mit seinen Teamkollegen bei den eigenen Fans, es gab natürlich reichlich Pfiffe. “Extreme Kritik mussten wir uns anhören, was absolut berechtigt ist”, sagte der Kapitän bei “Magenta Sport”. “Wir müssen uns heute bei jedem einzelnen Fan entschuldigen für diese Leistung. Es fehlen mir die Worte, das war ein extrem schwacher Auftritt von uns. Wir lassen uns am Ende auch noch abschießen, was nicht geht. Es waren extrem viele Fehler dabei. Ein rabenschwarzer Tag für ganz Aue.”

Es funktionierte an diesem Nachmittag, an dem Aue den ersten Sieg der Saison einfahren wollte, so gut wie nichts. “Heute hatte keiner bei uns halbwegs Normalform”, resümierte deswegen Nazarov. Ebenso zu knabbern hatte Coach Timo Rost, der im Sommer aus Bayreuth nach Aue kam und immer noch auf den ersten Erfolg wartet. “Das war schon ein Brett, ein absolut gebrauchter Tag für uns. Natürlich sehr, sehr schade”, so der Trainer, der nach Abpfiff seine komplette Mannschaft zu den Fans schickte. “Die Fans haben uns auch heute wieder unfassbar unterstützt und deswegen ist es ganz normal, dass wir auch nach so einem Spiel zu den Fans gehen.”

Rost nimmt die Mannschaft in Schutz

Auf Kritik an seiner Mannschaft verzichtete Rost, vielmehr stellte er sich vor seine Jungs. “Wir haben heute ein Lehrbeispiel dafür bekommen, wie du in der 3. Liga Fußball spielen musst. Trotz alledem möchte ich meine Mannschaft heute in Schutz nehmen. Es ist ganz klar meine Aufgabe als Trainer, eine Mannschaft aufs Feld zu schicken – Neuanfang hin oder her -, die solche Spiele auch gewinnen, oder in ihnen zumindest bestehen kann”, machte der Trainer deutlich. “Deswegen muss ich mir heute diesen Schuh ganz klar anziehen, weil ich es nicht geschafft habe heute Jungs auf den Platz zu schicken, die auch mit einem Nackenschlag umgehen können. Deswegen wird es meine Aufgabe sein die Jungs zu finden, die da in Zukunft auch bestehen können.”

Auch auf erneute Nachfrage nahm Rost noch einmal alle Schuld auf sich, er sei nun gefragt. “Kein Vorwurf an die Jungs, ganz klarer Vorwurf an meine Person. Das ist meine Aufgabe eine Mannschaft zu formen, auch einen Spielstil der Mannschaft zu implementieren, dass wir hier Spiele gewinnen können”, so der 43-Jährige, für den die Aufgabe in den nächsten Tagen klar ist: “Wir müssen ankommen in der Liga, den Stil annehmen, wie hier gespielt wird. Wir können nicht aus der zweiten Liga kommen und denken, wir können alles spielerisch lösen. Das ist ein Trugschluss, das haben wir heute auch ganz klar gesehen. Da müssen wir ansetzen, das werden wir mit den Jungs aufarbeiten und besprechen, da müssen wir ganz schnell ein anderes Gesicht zeigen.”

Die Fans wieder zurückgewimmen

Und es geht auch darum, nach dem desaströsen Auftritt vom Sonntag die Fans wieder hinter die Mannschaft zu bringen. Es gab massig Pfiffe, während der Partie wurde sogar eine Fahne vor dem Fanblock abgenommen. “Ich bin ja schon einige Jahre dabei und die Fans vergessen sowas zu Recht nicht. Es tut einem weh, wenn du erwachsene Männer siehst, die Tränen in den Augen haben. Für sie ist das ein absolutes Highlight, alle zwei Wochen ins Stadion zu gehen und die Mannschaft zu unterstützen. Und wir liefern so einen Auftritt ab, das geht einfach nicht”, machte Nazarov klar.

Der Kapitän und seine Mitspieler haben es selbst in der Hand, die Fans wieder zu versöhnen. Die erste Chance bietet sich nächsten Samstag in Saarbrücken. Und gut eine Woche später steht dann am 28. August das prestigeträchtige Derby gegen Dynamo Dresden auf dem Programm. Spätestens dann sollten Rost & Co. liefern, wenn es nicht noch unangenehmer werden soll im Erzgebirge.

Rost: Mit “letzter Konsequenz” und einem Informanten gegen den SV Wehen

Erzgebirge Aue will gegen Wehen Wiesbaden seinen ersten Sieg einfahren. Bei der Einschätzung des Gegners vertraut Timo Rost auf die Expertise eines Spielers. Vor allem aber fordert der Coach von seiner Elf Effizienz.

Hofft, dass gegen Wiesbaden der Knoten platzt: Aues Trainer Timo Rost.

Hofft, dass gegen Wiesbaden der Knoten platzt: Aues Trainer Timo Rost.

IMAGO/Picture Point

Den Start in die neue Spielzeit hat sich der Zweitliga-Absteiger sicherlich anders vorgestellt. Nach drei Partien sind die Veilchen noch immer sieglos. Im Heimspiel gegen Wehen Wiesbaden am Sonntag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) soll sich das ändern. Zur Vorbereitung auf das Duell hat sich Aue-Coach Timo Rost intensiv mit seinem Spieler Maximilian Thiel ausgetauscht. Der 29-Jährige spielte in der letzten Saison schließlich noch für den SVWW. 

“Mit Maxi Thiel ist es so, dass er jetzt lange da war und deshalb natürlich auch weiß, wie sie spielen”, erklärte Rost auf der Spieltags-Pressekonferenz. “Man nimmt so viel Input auf, wie nur möglich. Da tauscht man sich aus, um Informationen über den Gegner zu bekommen”, verriet der Trainer, der im Juli dieses Jahres das Ruder beim FC Erzgebirge übernommen hatte.

Aues Trainer warnt vor Standardstärke der Wiesbadener

Welche Informationen über den SVWW das sind? Öffentlich preisgeben wollte Rost vor allem Lob für den Gegner. Wiesbaden, das zwei Jahre vor dem FC Erzgebirge den Gang in die 3. Liga antreten musste, sei kein leichtes Los. “Sie haben eine spielstarke Mannschaft und Spieler in ihren Reihen, die über eine gewisse Erfahrung verfügen”, sagte Rost und warnte zugleich vor den groß gewachsenen Innenverteidigern des Gegners, die bei Standards enorm gefährlich seien.

Seine Elf müsse gegen die Hessen vor allem eines: vor dem Tor eiskalt sein. “Wir müssen uns einfach belohnen. Wir haben in jedem Spiel mindestens vier oder fünf sehr, sehr gute Abschlusschancen, aber sind noch nicht so drauf, dass wir diese mit absolut letzter Konsequenz nutzen. Das ist etwas, dass wir in den nächsten Spielen schnell reinbekommen müssen”, forderte Rost eindringlich.

Wir haben den Ballbesitz nicht in Tore umgemünzt.

FCE-Trainer Timo Rost über die Partie in Mannheim

Beim 0:1 in Mannheim etwa habe seine Mannschaft ihre bis dato beste Leistung gezeigt. “Aber wir haben den Ballbesitz nicht in Tore umgemünzt.” Doch genau das sei notwendig, um wieder “schnell in die Erfolgsspur zu kommen.”

Verzichten muss der FC Erzgebirge auf Tom Baumgart, der sich beim Aufwärmen in Mannheim verletzt hatte und beim Auswärtsspiel am Mittwoch kurzfristig ausgefallen war. “Er hat im Oberschenkel einen leichten Faserriss abbekommen und wird deshalb am Sonntag leider keine Option sein”, so Rost.

“Müssen zusehen, dass wir Siege einfahren”: Aue frühzeitig unter Druck

Erzgebirge Aue wartet nach drei Liga-Partien noch auf den ersten Erfolg. Trainer Timo Rost ist bewusst, dass seine Mannschaft trotz des Umbruchs zeitnah punkten muss.

Hängende Köpfe: Aue wartet noch auf den ersten Pflichtsieg unter Neu-Trainer Timo Rost.

Hängende Köpfe: Aue wartet noch auf den ersten Pflichtsieg unter Neu-Trainer Timo Rost.

IMAGO/Eibner

Zweitliga-Absteiger Erzgebirge Aue nahm im Sommer einen großen Umbruch vor: Neben der Neubesetzung des Trainerpostens mit Timo Rost wurde auch die Mannschaft komplett umgekrempelt. Unter anderem kamen drittligaerfahrene Spieler wie Ulrich Taffertshofer nach Aue. Daher trauten vor der Spielzeit 14 Drittliga-Trainer den Sachsen zu, eine gute Rolle im Aufstiegsrennen zu spielen. Dieses ist für den Absteiger aber schon nach drei Spieltagen in Ferne gerückt. Bereits sieben Punkte beträgt der Abstand zu Platz drei. Bei den ausstehenden Spielen natürlich noch nicht viel, aber dennoch läuft Aue hinterher.

Es ist schade, dass wir uns nicht belohnt haben.

Vor allem das Remis am 1. Spieltag bei Freiburg II trotz 90-minütiger Überzahl und die Niederlage in Mannheim sind bitter: “Es ist schade, dass wir uns nicht belohnt haben”, so Rost auf der Pressekonferenz nach dem 0:1 beim Waldhof. Sein Team habe “sehr, sehr gut” gegen die offensivstarken Hausherren verteidigt und außer Konter wenig zugelassen. Letztendlich schlugen die Mannheimer aber kurz vor dem Ende nach einem Standard zu, sodass die Veilchen nach drei Spieltagen erst zwei Zähler haben.

Schwere Gegner vor der Brust

Die Punkteausbeute ist deutlich zu wenig für die Ansprüche im Erzgebirge: “Wir müssen zusehen, dass wir trotz des Neubeginns zeitnah Siege einfahren”, weiß auch der Coach. Viel Zeit für Verbesserungen bleibt allerdings nicht, weil bereits am Sonntag (14 Uhr, LIVE bei kicker) Wehen Wiesbaden in Aue gastiert. Die Aufgaben werden nach dem Fehlstart jedenfalls nicht leichter: Nach dem SVWW treffen die Veilchen auf die Aufstiegsanwärter 1. FC Saarbrücken und Dynamo Dresden – dementsprechend sollte sich das Team schnell finden, um nicht sofort den direkten Wiederaufstieg aus den Augen zu verlieren.

DFB-Ausschreibung: Bald nur noch zehn Drittliga-Spiele im Free-TV?

Die Ausschreibung der Medien-Rechte beschäftigt die 3. Liga: Von zehn Spielen im Free-TV bis zu 114 Spielen im Free-TV ist praktisch alles möglich.

Wo werden die Drittliga-Spiele ab der nächsten Saison gezeigt? Bis Anfang Oktober soll eine Entscheidung fallen.

Wo werden die Drittliga-Spiele ab der nächsten Saison gezeigt? Bis Anfang Oktober soll eine Entscheidung fallen.

imago images

Die Ausschreibung der Medien-Rechte für die 3. Liga kann zu einer deutlich reduzierten Anzahl von Spielen im frei empfangbaren Fernsehen führen. Das Minimum wären nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zehn Spiele im Free-TV. Es könnten aber auch mehr als bisher werden. Derzeit gilt noch der alte TV-Vertrag.

Mit diesem hatte die ARD das Recht erworben, mindestens zwei Drittligapartien pro Spieltag live im Ersten oder in den Dritten Programmen zu übertragen. Insgesamt sind das 86 Partien pro Saison sowie die Aufstiegsspiele zur 3. Liga. In der vergangenen Woche hat die Tochtergesellschaft DFB GmbH & Co. KG mit der Ausschreibung der Rechte für die vier Spielzeiten von 2023/24 bis 2026/27 begonnen.

Diese sieht drei Szenarien mit einer unterschiedlichen Anzahl von Partien im frei empfangbaren Fernsehen vor. Werden alle 380 Spiele der 3. Liga von einem oder mehreren Pay-TV-Anbietern erworben, gibt es eine Einschränkung des DFB: In diesem Fall müssten mindestens zehn dieser Begegnungen im Free-TV laufen.

Möglich sind aber auch zwei andere Varianten. In einem Szenario wären es wieder 86 Partien im Free-TV. In einem anderen sind sogar 114 Spiele im frei zu empfangenden Fernsehen möglich. Käufer der Rechte haben bei den Anstoßzeiten Mitspracherecht. Bei den Freitagsspielen liegt der mögliche Korridor für den Anpfiff zwischen 18 bis 20.30 Uhr. Für den Samstag gibt es eine Spanne von 13.30 bis 14 Uhr, für den Sonntag von 13.30 bis 15.15 Uhr.

Rechte für 3. Liga und Frauen unabhängig voneinander angeboten

Die Rechte für die 3. Liga werden – anders als zuletzt – nicht zusammen mit denen für Frauen-Fußball angeboten. Die Ausschreibungen für 3. Liga und Frauen-Bundesliga laufen nur zeitlich parallel. Die Entscheidung über die Vergabe soll nach Angaben des DFB voraussichtlich Anfang Oktober getroffen werden.

Derzeit liegen die Rechte für 3. Liga und Frauen-Bundesliga bis Mitte 2023 im Pay-Bereich bei der Deutschen Telekom, die für ihre Kunden die Spiele bei MagentaSport zeigt. Im Free-TV liegen die Frauen-Bundesliga-Rechte seit 2018 über die Agentur SportA bei der ARD. Zum Kontrakt mit dem ARD-ZDF-Rechtevermarkter gehören derzeit auch noch die Frauen-Länderspiele, die in der Regel im Ersten und im Zweiten gezeigt werden.

Aue holt Schreck zurück – Männel verzichtet auf die Binde

Sam Schreck ist zurück im Erzgebirge – diesmal fest verpflichtet. Und auch den Kapitän betreffend gibt es Personalnews aus Aue.

Fest angestellt im Erzgebirge: Sam Schreck.

Fest angestellt im Erzgebirge: Sam Schreck.

IMAGO/Picture Point

Der FC Erzgebirge Aue hat vor dem 1:1 gegen Osnabrück am Sonntag weitere Personalien entschieden: Philipp Riese, Jan Hochscheidt, Jann George, Jannis Lang, Felix Göttlicher und Ramzi Ferjani spielen in den Planungen keine Rolle mehr.

Sam Schreck, in der vergangenen Saison vom FC Groningen ausgeliehen, wechselt dagegen ablösefrei ins Erzgebirge, er unterschrieb für ein Jahr plus Option. “Ich bin überglücklich”, sagt Klubboss Helge Leonhardt, “Sam wollte unbedingt zurück zu uns, und er wird uns sehr weiterhelfen.” Ursprünglich standen 400.000 Euro Ablöse für den 23-jährigen Mittelfeldspieler im Raum. “Das war für uns nicht vertretbar”, stellt Leonhardt klar. Aber: “Es gibt immer wieder Elemente im Business, um das anders zu gestalten.”

Nazarov ist der neue Kapitän

Ebenfalls vor dem Osnabrück-Spiel wurde über den neuen Kapitän entschieden: Es ist Dimitrij Nazarov. Trainer Timo Rost hatte den 32-Jährigen zuvor in die engere Auswahl genommen, neben Ulrich Taffertshofer und Martin Männel, der das Amt seit sieben Jahren innehatte.

Der Weg für Nazarov wurde frei, weil Männel verzichtete. “Martin hat mir mitgeteilt, einen Schritt zurückgehen zu wollen”, berichtet Rost, “weil er aufgrund seiner Verletzung (Meniskusriss, d. Red.) der Mannschaft auf und neben dem Platz nicht derart helfen kann, wie es nötig wäre. Ich ziehe meinen Hut: Er hat die Kapitänsbinde im Sinne der Mannschaft zur Verfügung gestellt.”

In dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt. Das ist ein schönes Gehacke!

Dimitrij Nazarov

Nachfolger Nazarov war nicht ganz zufrieden mit dem Punkt und der Spielweise in einer Liga, an die man sich “noch gewöhnen” müsse. Am “MagentaSport”-Mikrofon moserte er: “Natürlich können wir spielerisch noch zulegen. Aber ich sage es mal so: In dieser Kackliga wird kaum Fußball gespielt – viele lange Bälle, viele zweite Bälle. Das ist ein schönes Gehacke!” Selbstkritisch zeigte er sich dann doch auch: “Wir hatten uns mehr vorgenommen. Wir wollten ein Zeichen setzen und unsere Heimspiele gewinnen.”

Nach dem 1:1 am 2. Spieltag steht nun allerdings noch kein Sieg für den neuformierten Zweitliga-Absteiger unter Trainer Rost zu Buche – aber auch noch keine Niederlage. Weiter geht es schon am Mittwoch, dann gastiert Aue beim aufstiegsambitionierten SV Waldhof Mannheim, der nach einer packenden Schlussphase den Dreier beim SC Verl (2:2) verpasste. Es könnte also eine spannende Partie werden.

Aue bangt um Stefaniak

Einsatz unklar: Marvin Stefaniak könnte gegen Mannheim ausfallen.

Einsatz unklar: Marvin Stefaniak könnte gegen Mannheim ausfallen.

IMAGO/Eibner

Wie Aue am Montag mitteilte, zog sich Stefaniak eine “starke Prellung” im rechten Bereich der Brust zu. Ein Einsatz im Auswärtsspiel gegen Waldhof Mannheim am Mittwochabend (19 Uhr, LIVE! bei kicker) sei fraglich.

Der 27-Jährige hatte sich am Sonntag in der 75. Spielminute der Partie gegen Osnabrück (1:1) die Brust gehalten und wurde umgehend für Nico Gorzel ausgewechselt. Zuvor hatte Stefaniak den Zweitliga-Absteiger in der 16. Minute nach Vorlage von Lenn Jastremski in Führung gebracht.

Nazarov: “Schönes Gehacke, da wird kaum Fußball gespielt”

Erzgebirge Aue hatte sich mehr vorgenommen als das 1:1 gegen Osnabrück. Kapitän Dimitrij Nazarov war nach der Partie auch ein bisschen genervt über den Fußball in der 3. Liga. 

Aues Zehner Dimitrij Nazarov wird eng bewacht.

Aues Zehner Dimitrij Nazarov wird eng bewacht.

IMAGO/Eibner

“Wir haben uns mehr vorgenommen, wollten hier ein Zeichen setzen, unser Heimspiel gewinnen, das ist uns leider nicht gelungen”, resümierte Neu-Kapitän Dimitrij Nazarov nach der Partie bei “Magenta Sport” und schob hinterher: “Wir sind gut gestartet, kriegen dann einen Konter zum 1:1. Am Ende haben wir nochmal alles investiert. Osnabrück hat sich gut gewehrt, in jeden Ball reingeschmissen – wir müssen uns leider mit dem Punkt zufrieden geben.”

Es war das zweite 1:1 in Folge in der Liga für Aue. Zwischendrin gab es das 0:3 im DFB-Pokal gegen Mainz. Das Team aus dem Erzgebirge braucht nach dem Abstieg und großem Umbruch im Sommer noch etwas Zeit, um sich zu finden. “Natürlich können wir spielerisch noch zulegen”, weiß auch Nazarov, der dann ein paar klare Worte Richtung 3. Liga losließ: “Aber in dieser Kack-Liga wird eh kaum Fußball gespielt. Man sieht es auch, es gibt viele lange Bälle, immer nur zweite Bälle – und ja, das ist ein schönes Gehacke.” 

“Der Schiedsrichter hat nicht den allerbesten Tag gehabt”

Für Aue gilt es jetzt, sich damit zurechtzufinden. Aber Nazarov vermisst schon noch die Zeit in der 2. Bundesliga. “Fußball spielen macht immer Spaß. Ich bin ganz ehrlich, ich habe jetzt in den letzten zehn Jahren zweite Liga gespielt und gerade mit dem VAR hat man sich schon ein bisschen daran gewöhnt”, so der 32-Jährige, der auf 251 Partien im deutschen Unterhaus kommt. “Und ich sage mal so, der Schiedsrichter hat jetzt auch nicht den allerbesten Tag gehabt. Aber ohne Videoschiedsrichter geht alles durch, daran muss man sich erstmal gewöhnen.” 

Konkrete Szenen nannte Nazarov nicht. Er betonte nur noch einmal, dass man sich noch an die neue Liga mit den neuen Gegebenheiten gewöhnen müsse. “Wir haben eine komplett neue Mannschaft, hier wird ein komplett anderer Fußball gespielt – darauf müssen wir uns einstellen”, forderte der erfahrene Offensivmann, der 46 Mal für Aserbaidschan auflief. 

Joker Higl sticht direkt: Remis zwischen Aue und Osnabrück

Am Sonntagnachmittag trennten sich Aue und Osnabrück mit 1:1. Die Hausherren erwischten den besseren Start, ein Joker brachte den VfL dann zurück. Beide Teams bleiben damit nach zwei Spielen ungeschlagen. 

Traf direkt nach seiner Einwechslung: Felix Higl (Nr. 17).

Traf direkt nach seiner Einwechslung: Felix Higl (Nr. 17).

IMAGO/Picture Point

Aues Trainer Timo Rost tauschte im Vergleich zum 0:3 gegen Mainz im DFB Pokal dreimal: Nkansah, Knezevic und Jastremski begannen für Danhof, Burger und Besong (alle drei Bank). Osnabrücks Coach Daniel Scherning schickte dieselbe Elf ins Rennen, die vor gut zwei Wochen mit dem 1:0 gegen den MSV Duisburg erfolgreich in die neue Saison gestartet war. 

Stefaniak bringt Aue wieder in Führung

“Wir wollen den Heimauftakt in der Liga offensiv angehen”, sagte Rost vor der Begegnung am Mikrofon von “Magenta Sport”. Und genau so hatte er sein Team auch aufgestellt, nominell sehr offensiv mit den beiden Spitzen Huth und Jastremski. Die Gastgeber legten auch sehr forsch los, ohne sich allerdings zwingende Chancen zu erspielen. Osnabrück war dann etwas besser im Spiel – und wurde nach einer eigenen Ecke ausgekontert: Jastremski legte links rüber zu Stefaniak, der wie schon gegen Freiburg II den Absteiger aus Aue in Führung brachte (16.).

Joker Higl sticht direkt

3. Liga, 2. Spieltag

Osnabrück war fortan um eine Antwort bemüht, der VfL tat sich gegen eine gut stehende Defensive der Gastgeber allerdings schwer. Nach einem Standard kam Engelhardt mal zum Kopfball, er setzte die Kugel aber klar links vorbei (22.).

In der 28. Minute musste dann Kapitän Heider vom Feld, der einige Minuten vorher einen Stefaniak-Freistoß am Kopf abbekommen hatte. Für ihn kam Higl in die Partie – und der neue Mann machte direkt auf sich aufmerksam: Er ließ rechts im Strafraum Stefaniak aussteigen und schlenzte die Kugel technisch ganz sauber zum Ausgleich ins lange Eck (35.). Mit diesem unter dem Strich leistungsgerechten Remis ging es auch in die Kabinen. 

Der erste Abschluss nach der Pause gehörte zwar Aue und Schikora (50.), doch insgesamt kam Osnabrück besser aus der Kabine. Der VfL war dominant und arbeitete an der Führung. Simakalas Schlenzer ging knapp rechts vorbei (54.) und Kleinhansl scheiterte aus spitzem Winkel an Klewin (55.). Aue ging in dieser Phase die Klarheit in der Offensive ab, die Hausherren waren zunehmend mit Defensivarbeit beschäftigt.

Kühn zweimal auf dem Posten

Da bei Aue nicht mehr viel nach vorne ging, wechselte Rost in der 63. Minute doppelt und brachte Baumgart und Tashchy für Knezevic und Huth. Und Baumgart machte direkt Betrieb, führte sich mit zwei Abschlüssen ein (beide 64.). Anschließend flachten die Bemühungen der Hausherren ab, auch bei Osnabrück ging nach vorne nicht mehr viel. Somit plätscherte die Partie etwas dem Ende entgegen, aber kurz vor Schluss drückte die Elf aus dem Erzgebirge nochmal auf das Gaspedal. Osnabrück konnte sich bei seinem Keeper bedanken, dass es einen Punkt mitnahm, denn Kühn rettete zunächst gegen Tashchy (86.) und war kurz vor dem Ende bei Besongs Kopfball erstklassig auf dem Posten (90.+3). Somit blieb es beim 1:1, dem zweiten der Saison für Aue. Der VfL steht nun mit vier Punkten nach zwei Spielen da.

Tore und Karten

1:0
Stefaniak (16′, Linksschuss, Jastremski)

1:1
Higl (35′, Linksschuss)

Tore und Karten

1:0
Stefaniak (16′, Linksschuss, Jastremski)

1:1
Higl (35′, Linksschuss)

Erzgebirge Aue

Knezevic (12. ), Tashchy (83. )

VfL Osnabrück

Rorig (80. ), Kleinhansl (90. + 2 ), Engelhardt (90. + 4 )


Erzgebirge Aue

Aue


Erzgebirge Aue

Aue

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


VfL Osnabrück

Osnabrück


VfL Osnabrück

Osnabrück

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Wolfgang Haslberger

Wolfgang Haslberger
St. Wolfgang

Schiedsrichter-Team

Wolfgang Haslberger

Wolfgang Haslberger
St. Wolfgang

Spielinfo


Stadion

Erzgebirgsstadion

Zuschauer

7.775

Spielinfo


Anstoß

07.08.2022, 14:00 Uhr


Stadion

Erzgebirgsstadion Aue-Bad Schlema


Zuschauer

7.775

Erzgebirge Aue ist am Mittwoch in Mannheim zu Gast (19 Uhr). Der VfL Osnabrück empfängt am Mittwoch den FC Ingolstadt 04 (19 Uhr).

Rost: “Das müssen wir definitiv verbessern”

Stockend startete Zweitliga-Absteiger Aue in die neue Saison. Die Pokalniederlage gegen Mainz brachte für Coach Timo Rost weitere Erkenntnisse – und eine Sache, die er im Idealfall nicht mehr sehen will. 

Hat mit seinem Team noch einiges an Arbeit vor sich: Timo Rost.

Hat mit seinem Team noch einiges an Arbeit vor sich: Timo Rost.

IMAGO/Picture Point

“Uns war klar, dass wir nicht viele Chancen bekommen werden, die ein, zwei Chancen, die wir hatten in der ersten Halbzeit, die musst du gegen einen solchen Gegner nutzen. Das haben wir leider nicht gemacht”, sagte Timo Rost auf der Pressekonferenz nach dem 0:3 am Sonntagabend gegen Mainz in der ersten Pokalrunde. 

Auch Kapitän Dimitrij Nazarov schlug in eine ähnliche Kerbe: “Wir wollten endlich seit einiger Zeit in die 2. Runde. Wir hatten eine Riesenchance auf das 1:0, wenn wir die machen, dann explodiert hier glaube ich das Stadion, dann kriegt auch Mainz ein paar Probleme.”

Doch dem war nicht so – und am Ende gab es eben einen klaren Sieg für den Favoriten aus der Bundesliga. Nach dem 1:1 am ersten Spieltag in Freiburg in sehr langer Überzahl die nächste Enttäuschung für Aue. Erkenntnisse für die weitere Saison nahm Rost natürlich mit – und da hat ihm eine Sache so gar nicht gefallen: “Was mich sehr ärgert, wenn du das zweite und dritte Tor ansiehst, dass du im eigenen Stadion ausgekontert wirst. Das ist noch ein Punkt, den wir definitiv verbessern müssen.”

Doch nach dem Abstieg und viel Bewegung im Kader braucht es im Erzgebirge auch Zeit. “Bei uns ist es ein Neuanfang, den müssen wir gehen, den werden wir auch beständig gehen. Deswegen nehmen wir unsere Lehren mit”, betont der aus Bayreuth gekommene Trainer.

Interesse an Klingenburg?

Apropos viel Bewegung im Kader. In Aue soll sich dahingehend auch noch etwas im Mittelfeld und auf der linken Seite tun. Der MDR berichtet nun davon, dass der Absteiger an René Klingenburg vom 1. FC Kaiserslautern interessiert ist. Der Mittelfeldmann spielt seit der vergangenen Saison für die Pfälzer, kam in der aktuellen Spielzeit aber noch nicht zum Einsatz. Klingenburg würde definitiv ins Profil beim Absteiger passen, denn für die Sechs/Acht wird noch ein neuer Spieler gesucht.