Rose sauer: “Das ist nicht zu entschuldigen”

Titelverteidiger Dortmund ist nach dem 1:2 beim FC St. Pauli schon im Pokal-Achtelfinale ausgeschieden. Coach Marco Rose wählte danach klare Worte.

Bedient: Marco Rose und seine Dortmunder sind aus dem Pokal raus.

Bedient: Marco Rose und seine Dortmunder sind aus dem Pokal raus.

imago images/MIS

“Die Chance auf einen Titel ist weg. Den Titel, den wir letztes Jahr geholt haben, können wir nicht mehr verteidigen”, stellte BVB-Coach Marco Rose nach dem 1:2 beim FC St. Pauli bei “Sky” fest. “So, wie wir das Spiel angefangen haben, haben wir es die ersten fünf bis zehn Minuten nicht angenommen wie ein Pokalspiel.” 

Bereits nach vier Minuten lag Dortmund zurück. “Unter den Bedingungen mit dem Boden und einem starken Gegner bringst du dich selbst in Probleme. Das ist nicht zu erklären und auch nicht zu entschuldigen”, polterte der Trainer. “St. Pauli macht mit dem ersten Angriff das Tor. Da geht es um Dinge, die wir vorher besprochen haben. Das haben wir nicht gemacht und liegen zurück, dann kommt noch das Eigentor.”

Und dann sprach Rose etwas Grundsätzliches an: “Wir müssen einfach den nächsten Schritt gehen als Mannschaft”, forderte der 45-Jährige. Daran gilt es nun zu arbeiten “Wir müssen von Anfang an Energie reinstecken als Mannschaft, weil es um einen Titel geht. Das wir das nicht geschafft haben, ist doof.”

Rose ist “einfach sauer”

Die Dortmunder waren nach dem Ausscheiden der Bayern vielleicht der Topfavorit auf den Titel. Erstmals seit der Saison 2006/07 wird nun weder der BVB noch die Bayern im Pokal-Viertelfinale stehen. “Ich bin einfach sauer. Der Pokal ist eine Chance auf einen Titel und wir sind grundsätzlich in einer guten Verfassung. Dann schenken wir das Spiel in den ersten zehn Minuten einfach so weg. Wir müssen dann hinterherrennen gegen einen Gegner, wo wir genau wussten, was uns hier erwartet”, so Rose.

Diese herbe Enttäuschung muss der BVB erst einmal verarbeiten. Und dann geht es am Samstag in der Bundesliga in Hoffenheim weiter. “Wir fahren jetzt nach Hause, sind mega enttäuscht. Wir trainieren wahrscheinlich anständig und dann schauen wir, wie wir am Samstag auf das Ergebnis heute reagieren”, sagte Rose. Eins ist jedoch klar: In der Bundesliga darf sich Dortmund kaum noch Ausrutscher erlauben, wenn die Borussia denn die Bayern (aktuell sechs Punkte Vorsprung) noch abfangen will. 

El Borussia Dortmund busca la heroica para pasar en Copa

SUPLENTES

Recordamos los suplentes en cada equipo para una segunda mitad en la que se avecinan cambios:

St. Pauli: Vasiu, Ziereis, Buchtmann, Dittgen, Daschner, Makienok, Zander, Ritzka, Benatelli.

Borussia Dortmund: Hitz, Zagadou, Schulz, Moukoko, Reinier, Malen, Tigges, Pongracic, Wolf

Zwayer bestreitet erneut Spielmanipulation: Das sind die Hintergründe

Felix Zwayer hat nach eigener Aussage Morddrohungen erhalten und bestreitet weiterhin Manipulations-Vorwürfe. Dem kicker liegt das Dokument der Sportgerichts-Entscheidung von 2006 vor.

Hat sich erneut zu den Vorwürfen der Spielmanipulation geäußert: Felix Zwayer.

Hat sich erneut zu den Vorwürfen der Spielmanipulation geäußert: Felix Zwayer.

imago images/Horstmüller

“Auf meinem dienstlichen E-Mail-Account sind zahlreiche Nachrichten eingegangen, die unglaublich sind und mit denen es sehr schwer ist umzugehen und diese zu ignorieren”, berichtete Zwayer bei “Sky”. Die Berliner Polizei habe ihm geschrieben, “dass eine Morddrohung gegen mich im Internet existiert”.

Die Diskussionen rund um seine Person belasten den Schiedsrichter schwer. Auch seiner Frau  gegenüber habe er seinen Gemütszustand “nicht verheimlichen” können – auch weil er nur drei Tage nach dem Spiel zwischen Dortmund und Bayern und damit mitten in dem Wirbel um seine Person das Europa-League-Spiel zwischen San Sebastian und Eindhoven leitete.

“Nur schwer auszuhalten”

“Was passiert dann, wenn man drei Tage später für ein internationales Spiel angesetzt ist? Man versucht diesen Rucksack aufzuladen und aufzunehmen und sich wie seit 15 Jahren von der eigenen Frau in der Tür zu verabschieden”, berichtete Zwayer in dem Interview. “Und dann sieht man, wie sie in Tränen ausbricht.” Das sei eine Situation, “die nur schwer auszuhalten ist, um ehrlich zu sein – die ganz schwer auszuhalten ist.”

Momentan ist Zwayer freiwillig nicht aktiv, wie Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich zuletzt erklärte. Beim Spitzenspiel zwischen dem BVB und dem FC Bayern Anfang Dezember heftig kritisiert und unter anderem von Jude Bellingham im Nachgang attackiert worden war. Dieser hatte ihm indirekt Bestechlichkeit vorgeworfen, da der 40-Jährige 2006 in den Manipulationsskandal rund um Robert Hoyzer verwickelt war.

Nur ein Vorwurf blieb: Nahm Zwayer 300 Euro von Hoyzer an?

Auch zu dieser Angelegenheit bezog Zwayer bei “Sky” nun erneut Stellung. “Mir wurde niemals Geld angeboten, mir wurde niemals offenkundig von einer beabsichtigten oder durchgeführten Spielmanipulation berichtet”, bekräftigte der Referee. “Ich habe von Robert niemals Geld für irgendeine Beteiligung an irgendeiner Manipulation eines Spiels erhalten.”

Ein DFB-Urteil vom 18. Mai 2006, das dem kicker vorliegt, zeigt: Das Sportgericht unter Vorsitz des jetzigen DFB-Interimspräsidenten Dr. Rainer Koch hat Zwayer von einem Manipulationsvorwurf im Rahmen des Wettskandals um Robert Hoyzer freigesprochen und hervorgehoben, dass er maßgeblich an der Aufdeckung der Affäre mitgewirkt habe.


Urteil vom 18. Mai 2006

Ausschnitt aus dem DFB-Urteil vom 18. Mai 2006 im Fall Zwayer, das dem kicker vorliegt.

Es blieb der Vorwurf, Zwayer habe von Hoyzer 300 Euro angenommen. Man gehe davon aus, heißt es in dem Urteil, dass Hoyzer seinem damaligen Assistenten Zwayer im Vorfeld des am 30. April 2004 ausgetragenen Regionalliga-Spiels zwischen dem Wuppertaler SV und Werder Bremen II den Betrag übergeben habe, damit Zwayer “kritische Situationen für den Wuppertaler SV” vermeide. Es ergab sich aber kein Nachweis, dass Zwayer in diesem Spiel tatsächlich sportwidrige Entscheidungen getroffen hätte.

Dieses Geld angenommen zu haben, bestritt Zwayer nun erneut. Der Schiedsrichter ließ bereits im Mai 2006 Rechtsanwalt Uwe Freyschmidt in einem Schreiben an Koch erklären, dass er allein aus verfahrenstechnischen Gründen diesen Teil des Urteils akzeptiere, weil er keine Chance sah, Hoyzers Aussage zu einem angeblichen Vorgang unter vier Augen juristisch zu widerlegen.

Der Fall wird nun, nachdem Zwayer dem Vorwurf erneut widersprochen hat, nicht neu aufgerollt. Das erklärte der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz dem SID. “Der Fall ist rechtskräftig abgeschlossen. Es gibt für die Sportgerichtsbarkeit keine Veranlassung, den Fall noch einmal aufzurollen”, erklärte Lorenz am Dienstag. “Ein Wiederaufnahmeverfahren könnte es nur dann geben, wenn es eine neue Beweislage geben würden. Davon kann aber keine Rede sein.”

mib/CSL/tr

Golden Shoe: Lewandowski übernimmt Platz 1 – Schick untermauert Rang vier

In der Vorsaison gewann Robert Lewandowski den “Golden Shoe” als Europas bester Torjäger, der Bayern-Stürmer ist auf dem besten Weg, die Trophäe erneut zu holen.

Tor Nummer drei in Köln: Robert Lewandowski. 

Tor Nummer drei in Köln: Robert Lewandowski. 

imago images/Team 2

Der Vorjahressieger ist wieder die Nummer eins beim Goldenen Schuh. Denn Robert Lewandowski hat mit seinem Dreierpack beim 4:0 des FC Bayern beim 1. FC Köln nicht nur die Marke von 300 Bundesliga-Toren geknackt, sondern auch wieder Platz eins im Ranking übernommen. Schon 23 Saisontore, 46 Punkte – der Pole, der am Montag erneut zum FIFA-Weltfußballer gekürt wurde, knipst weiter am Fließband und ist auf dem besten Weg, erneut der Toptorjäger Europas zu werden.

Ohi Omoijuanfo ist mit 27 Toren und daraus resultierenden 40,5 Punkten auf Rang zwei zurückgefallen, an Lewandowski wird er nicht mehr weiter heranrücken. Der Norweger kann seine Bilanz nicht mehr verbessern, da er seine Tore für Molde in der norwegischen Liga erzielte, die ihre Saison im Kalenderjahr austrägt und daher abgeschlossen ist. Das gilt auch für den drittplatzierten Thomas Lehne Olsen von Lilleström SK.  

Schick alleiniger Vierter

Dem sitzt Leverkusens Patrik Schick im Nacken, der beim 2:1 im Derby in Mönchengladbach den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 beisteuerte – sein 18. Saisontor. Karim Benzema war mit Real Madrid in der Supercopa erfolgreich im Einsatz, das Torkonto in La Liga blieb daher bei 17 stehen.   

2020 war Ciro Immobile beim Golden Shoe die Nummer eins, im aktuellen Ranking hat er mit seinen zwei Toren beim 3:0-Sieg von Lazio Rom bei US Salernitana auf Benzema und Dusan Vlahovic (AC Florenz) mit nun 17 Toren (34 Punkten) zu Rang fünf aufgeschlossen. Zurückgekehrt in die Top 10 ist Erling Haaland von Borussia Dortmund, der beim 5:1 im Verfolgerduell gegen den SC Freiburg seine Tore 14 und 15 markierte. Anthony Modeste ging gegen die Bayern leer aus und bleibt bei zwölf Toren hängen.

Golden Shoe 2021/22 (Stand: 18.01.2022)

Platz Spieler Verein Tore Faktor Punktzahl

1 Robert Lewandowski Bayern München 23 2 46

2 Ohi Omoijuanfo Molde FK 27 1,5 40,5

3 Thomas Lehne Olsen Lilleström SK 26 1,5 39

4 Patrik Schick Bayer Leverkusen 18 2 36

5 Karim Benzema Real Madrid 17 2 34

Dusan Vlahovic AC Florenz 17 2 34

Ciro Immobile Lazio Rom 17 2 34

8 Veton Berisha Viking Stavanger 22 1,5 33

9 Mohamed Salah FC Liverpool 16 2 32

10 Erling Haaland Borussia Dortmund 15 2 30

11 Ricardo Jorge Gomes Partizan Belgrad 18 1,5 27

Mikkel Dahl Havnar Boltfelag 27 1 27

13 Michael Frey Royal Antwerp FC 17 1,5 25,5

14 Giovanni Simeone Hellas Verona 12 2 24

Jonathan David Lille OSC 12 2 24

Anthony Modeste 1. FC Köln 12 2 24

Vinicius Junior Real Madrid 12 2 24

Wissam Ben Yedder AS Moncao 12 2 24

Deniz Undav Union Saint-Gilloise 16 1,5 24

20 Eirik Botheim Bodö/Glimt 15 1,5 22,5

21 Juanmi Real Betis 11 2 22

Lautaro Martinez Inter Mailand 11 2 22

23 Karim Adeyemi RB Salzburg 14 1,5 21

Josip Drmic HNK Rijeka 14 1,5 21

Arthur Cabral FC Basel 14 1,5 21

Artem Dovbyk SK Dnipro-1 14 1,5 21

Darwin Nunez Benfica Lissabon 14 1,5 21

Georgie Kelly Bohemian FC Dublin 21 1 21

29 Iago Aspas Celta Vigo 10 2 20

Diogo Jota FC Liverpool 10 2 20

Joselu Deportivo Alaves 10 2 20

Ludovic Ajorque Racing Straßburg 10 2 20

Raul de Tomas Espanyol Barcelona 10 2 20

Domenico Berardi Sassuolo 10 2 20

Kylian Mbappe PSG 10 2 20

Martin Terrier Stade Rennes 10 2 20

Gaëtan Laborde Stade Rennes 10 2 20

Henri Anier Paide Linnameeskond 20 1 20

39 Gamid Agalarov FK Ufa 13 1,5 19,5

Marko Livaja Hajduk Split 13 1,5 19,5

Shamar Nicholson RSC Charleroi 13 1,5 19,5

Luis Fernando Diaz FC Porto 13 1,5 19,5

43 Beto Portimonense/Udine 2 / 8 1,5 / 2 19

Zakaria Beglarishvili Levadia Tallinn 19 1 19

Dembo Darboe Schachtar Saligorsk 19 1 19

Rauno Sappinen Flora Tallinn 19 1 19

Jay Donnelly Glentoran FC 19 1 19

48 Taiwo Awoniyi Union Berlin 9 2 18

Mohamed Bayo Cleremont 9 2 18

Serge Gnabry Bayern München 9 2 18

Joao Pedro Cagliari Calcio 9 2 18

Jamie Vardy Leicester City 9 2 18

Duvan Zapata Atalanta Bergamo 9 2 18

Amine Gouiri Nizza 9 2 18

Christopher Nkunku RB Leipzig 9 2 18

Gianluca Scamacca Sassuolo 9 2 18

Aleksandar Katai Roter Stern Belgrad 12 1,5 18

Ebere Onuacho KRC Genk 12 1,5 18

Dante Vanzeir Union Saint-Gilloise 12 1,5 18

Jelle Vossen Zulte Waregem 12 1,5 18

Sebastien Haller Ajax Amsterdam 12 1,5 18

Jasmin Kurtic PAOK Saloniki 12 1,5 18

Aleksandar Pesic Fatih Karagümrük 12 1,5 18

Pall Klettskaro KI 18 1 18

Andrey Solovey FC Gomel 18 1 18

Erklärung: Die Tore von Spielern aus Ligen in den Top 5 der UEFA-5-Jahreswertung werden mit dem Faktor 2, Tore von Spielen aus Ligen auf den Plätzen 6 bis 22 mit dem Faktor 1,5 multipliziert. Alle anderen Spieler erhalten für ihre Tore keinen Bonus. Tore aus Play-off-Spielen einer Liga zählen nicht. Spieler, die zwischen Ligen, die nach dem Kalenderjahr spielen, und Ligen, die nicht nach dem Kalenderjahr spielen, wechseln, können ihre Punkte nicht mitnehmen.

Messi ignoriert Lewandowski, Haaland hat einen Fan: Wer wie abgestimmt hat

Auch mit Stimmen aus Deutschland hat Robert Lewandowski den Titel FIFA-Weltfußballer verteidigt. Kurioser stimmte Lionel Messi ab – und der Nationaltrainer Taiwans.

Robert Lewandowski stimmte auch für Lionel Messi - umgekehrt galt das nicht.

Robert Lewandowski stimmte auch für Lionel Messi – umgekehrt galt das nicht.

imago images (2)

Sich selbst durfte er wie alle anderen Stimmberechtigten nicht wählen. Trotzdem hat Lionel Messi alles dafür getan, nach dem Ballon d’Or auch den Preis als FIFA-Weltfußballer 2021 zu gewinnen.

Der Rekordsieger der Auszeichnung (sechs Titel), der als Kapitän Argentiniens erneut mit abstimmen durfte, gab seinem Konkurrenten Robert Lewandowski keine einzige Stimme. Stattdessen votierte Messi für seine PSG-Teamkollegen Neymar und Kylian Mbappé sowie für Real Madrids Torjäger Karim Benzema.

Cristiano Ronaldo wählt Messi nicht – Flick und Neuer votieren fast gleich

Lewandowski verteidigte seinen Titel trotzdem, obwohl er als Kapitän der polnischen Auswahl Messi immerhin auf den zweiten Platz wählte, hinter Europameister Jorginho und vor Cristiano Ronaldo. CR7, in diesem Jahr nicht unter den Favoriten, gab Lewandowski die meisten, N’golo Kanté (Chelsea) die zweit-, Jorginho die drittmeisten Stimmen. Messi bekam vom Portugiesen keine.

Und die deutschen Vertreter? Bundestrainer Hansi Flick, wie alle Trainer und Kapitäne der Männer-Nationalmannschaften stimmberechtigt, wählte Lewandowski ebenso auf Platz 1 vor Mohamed Salah wie DFB-Kapitän Manuel Neuer. Bei Flick wurde Mbappé Dritter, bei Neuer Kanté.

Auch für kicker-Reporter Georg Holzner, der als einziger deutscher Medienvertreter abstimmen durfte, war Lewandowski der Beste der Saison 2020/21. Dahinter platzierte er Jorginho und Messi.

Von rund 600 wählt nur einer Haaland auf den ersten Platz

Neben Kapitänen, Nationaltrainern und je einem Medienvertreter pro FIFA-Verband konnten außerdem wie immer auf der FIFA-Website registrierte Fans wählen. Am Ende wurde pro Jurygruppe ein Ranking gebildet und schließlich eine Gesamtpunktzahl erstellt. Dabei übertrumpfte Lewandowski mit 48 Punkten Messi (44) und Salah (39).

Weil vor der Wahl ein Gremium aus Männerfußball-Experten eine Shortlist mit elf Namen erstellt, können bei der Abstimmung nicht völlig absurde Namen auftauchen. 2021 traf wohl Taiwans Nationaltrainer Yeh Hsien-Chung die kurioseste Wahl: Unter den rund 600 Stimmberechtigten wählte nur er BVB-Torjäger Erling Haaland an erste Stelle. Das wagten nicht mal Haalands Nationaltrainer Staale Solbakken, Norwegens Kapitän Martin Ödegaard und der Medienvertreter aus Norwegen.

Alle 13 FIFA-Auszeichnungen vom Montag im Überblick

Neuer geschlagen, Haaland gewählt, Ronaldo geehrt: Alle FIFA-Auszeichnungen 2021

Insgesamt 13 Preise hat die FIFA am Montag bei ihrer Gala vergeben. Wer welchen gewonnen hat – ein Überblick.

Auch um sie ging es bei der FIFA-Gala am Montagabend in Zürich: Christiano Ronaldo, Manuel Neuer und Erling Haaland (v.li.).

Auch um sie ging es bei der FIFA-Gala am Montagabend in Zürich: Christiano Ronaldo, Manuel Neuer und Erling Haaland (v.li.).

Getty Images

FIFA-Weltfußballer: Robert Lewandowski (FC Bayern)

Der Bayern-Torjäger ließ anders als beim Ballon d’Or Lionel Messi (FC Barcelona/Paris Saint-Germain) hinter sich und verteidigte seinen Titel. Liverpool-Stürmer Mohamed Salah landete auf dem Treppchen (Mehr Infos hier).

Sieger 2020: Robert Lewandowski

Spielersteckbrief Neuer
Neuer

Neuer Manuel

Spielersteckbrief Neuer
Neuer

1

Neuer Manuel



Bayern München



Bayern München

Deutschland
Spielerprofil

Spielersteckbrief E. Mendy
E. Mendy

Mendy Edouard

Spielersteckbrief Endler
Endler

Endler Claudia Christiane

Spielersteckbrief Lamela
Lamela

Lamela Erik

Spielersteckbrief Lamela
Lamela

17

Lamela Erik



FC Sevilla



FC Sevilla

Argentinien
Spielerprofil

Spielersteckbrief Sinclair
Sinclair

Sinclair Christine

Spielersteckbrief Haaland
Haaland

Haaland Erling

Spielersteckbrief Lewandowski
Lewandowski

Lewandowski Robert

Spielersteckbrief Putellas
Putellas

Putellas Alexia

Spielersteckbrief Putellas
Putellas

11

Putellas Alexia



FC Barcelona



FC Barcelona

Spanien
Spielerprofil

Spielersteckbrief Cristiano Ronaldo
Cristiano Ronaldo

Dos Santos Aveiro Cristiano Ronaldo

Trainersteckbrief Tuchel
Tuchel

Tuchel Thomas

FIFA-Weltfußballerin: Alexia Putellas (FC Barcelona)

Die Ballon-d’Or-Gewinnerin von Triple-Sieger FC Barcelona machte das Rennen vor Jennifer Hermoso (FC Barcelona) und Sam Kerr (Chelsea) (Mehr Infos hier).

Siegerin 2020: Lucy Bronze

FIFA-Welttrainer im Männer-Fußball: Thomas Tuchel (Chelsea)

Der Trainer von Champions-League-Sieger FC Chelsea landete vor Italiens Nationaltrainer und Europameister Roberto Mancini und ManCity-Coach Pep Guardiola (Mehr Infos hier).

Sieger 2020: Jürgen Klopp

FIFA-Welttrainerin im Frauen-Fußball: Emma Hayes (Chelsea)

Die 45-jährige Trainerin des FC Chelsea – seit 2012 im Amt – setzte sich gegen Lluis Cortes (FC Barcelona) und Sarina Wiegman (niederländische/englische Frauen-Nationalelf) durch.

Siegerin 2020: Sarina Wiegman

FIFA-Welttorhüter: Edouard Mendy (Chelsea)

Der Schlussmann von Champions-League-Sieger FC Chelsea ließ Europameister Gianluigi Donnarumma (AC Mailand/Paris Saint-Germain) und Bayern-Keeper Manuel Neuer hinter sich.

Sieger 2020: Manuel Neuer

FIFA-Welttorhüterin: Christiane Endler (PSG/Lyon)

Die chilenische Torhüterin, die im Sommer von Paris Saint-Germain zu Olympique Lyon gewechselt ist, ließ DFB-Akteurin Ann-Katrin Berger (Chelsea) und Stephanie Lynn Marie Labbé (FC Rosengard/Paris Saint-Germain) hinter sich.

Siegerin 2020: Sarah Bouhaddi

FIFA-Weltauswahl Männer: Haaland und Lewandowski dabei

Tor: Gianluigi Donnarumma (Milan/PSG)
Abwehr: David Alaba (Bayern/Real Madrid), Leonardo Bonucci (Juventus), Ruben Dias (ManCity)
Mittelfeld: Kevin De Bruyne (ManCity), Jorginho (Chelsea), N’golo Kanté (Chelsea)
Angriff: Cristiano Ronaldo (Juventus/ManUnited), Erling Haaland (BVB), Robert Lewandowski (Bayern), Lionel Messi (Barça/PSG)

Nominiert waren: Alisson, Donnarumma, Mendy; Alaba, Jordi Alba, Alexander-Arnold, Dani Alves, Bonucci, Ruben Dias; Sergio Busquets, De Bruyne, de Jong, Bruno Fernandes, Jorginho, Kanté; Benzema, Haaland, Lewandowski, Lukaku, Mbappé, Messi, Neymar, Cristiano Ronaldo

FIFA-Weltauswahl Frauen: CL-Sieger Barça nicht vertreten

Tor: Christiane Endler (PSG/Lyon)
Abwehr: Lucy Bronze (ManCity), Millie Bright (Chelsea), Magdalena Eriksson (Chelsea), Wendie Renard (Lyon)
Mittelfeld: Estefania Banini (Levante/Atletico), Barbara Bonansea (Juventus), Carli Lloyd (NJ/NY Gotham)
Angriff: Marta (Orlando), Vivianne Miedema (Arsenal), Alex Morgan (Tottenham/Orlando Pride/San Diego Wave)

Nominiert waren: Benkarth, Berger, Endler; Bright, Bronze, Buchanan, Carpenter, Eriksson, Paredes, Renard; Banini, Bonansea, Bonmati, Cascarino, Lloyd, Putellas; Harder, Kerr, Marta, Miedema, Morgan, Onguené, Rapinoe

FIFA-Fairplay-Preis: Dänemarks Nationalteam, Medizin- und Betreuerstab

Ausgezeichnet wurde der dänische EM-Tross für seine Reaktion bei Christian Eriksens Herzstillstand im Gruppenspiel gegen Finnland.

Außerdem waren nominiert: Trainer Claudio Ranieri, der mit seinem damaligen Klub Sampdoria einen Korridor für Meister Inter Mailand beim Betreten des Rasens gebildet hatte, und Celtic-Profi Scott Brown, der vor dem Derby gegen die Rangers den finnischen Nationalspieler Glen Kamara aufgesucht hatte, nachdem dieser einige Tage zuvor beim Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Slavia Prag rassistisch beleidigt worden war.

FIFA-Fanpreis: Dänische und finnische Fans

Sie hatten die bei der EM nach Christian Eriksens Zusammenbruch im Gruppenspiel zwischen Dänemark und Finnland abwechselnd “Christian” und “Eriksen” skandiert.

Außerdem waren nominiert: die deutschen Fans, die nach der Hochwasserkatastrophe im Juli u.a. Geld und Nahrungsmittel für die betroffenen Menschen sammelten, und das elfjährige Mädchen Imogen Papworth-Heidel aus England, das eine besondere Balljonglier-Challenge organisierte, um Geld für systemrelevante Berufsgruppen in Großbritannien zusammenzubringen

Puskas-Award 2021: Erik Lamela (Tottenham/Sevilla)

Der 29-jährige Argentinier, inzwischen beim FC Sevilla unter Vertrag, traf am 14. März für Tottenham im Premier-League-Derby gegen Arsenal (1:2) per “Rabona”, also mit einem Schuss hinter dem Standbein. Unter den Top 3 waren außerdem Patrik Schick (Tschechien, Weitschuss-Tor bei der EM gegen Schottland) und Mehdi Taremi (Fallrückzieher im Champions-League-Spiel zwischen Chelsea und Porto).

Sieger 2020: Heung-Min Son

FIFA Special Award I: Christine Sinclair (Portland)

Die 38 Jahre alte kanadische Angreiferin von den Portland Thorns ist die Nationalspielerin mit den weltweit meisten Toren. 2021 gewann sie mit Kanada Gold beim Olympischen Fußballturnier.

FIFA Special Award II: Cristiano Ronaldo (Juventus/ManUnited)

Der Ausnahmespieler, der 2021 zu Manchester United zurückgekehrt ist, wurde ausgezeichnet, weil er den Weltrekord für die meisten Länderspieltore gebrochen hat.

Neuer geschlagen, Chelsea dominiert, Haaland gewählt: Alle FIFA-Auszeichnungen 2021

Insgesamt zwölf Preise vergibt die FIFA am Montag bei ihrer Gala. Ein LIVE!-Überblick.

Bei der FIFA-Gala wird nicht der Weltfußballer ausgezeichnet.

Bei der FIFA-Gala wird nicht der Weltfußballer ausgezeichnet.

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FIFA-Weltfußballer: ?

Nominiert: Robert Lewandowski (FC Bayern), Lionel Messi (FC Barcelona/Paris Saint-Germain), Mohamed Salah (Liverpool)

Sieger 2020: Robert Lewandowski

Spielersteckbrief Neuer
Neuer

Neuer Manuel

Spielersteckbrief Neuer
Neuer

1

Neuer Manuel



Bayern München



Bayern München

Deutschland
Spielerprofil

Spielersteckbrief E. Mendy
E. Mendy

Mendy Edouard

Spielersteckbrief Endler
Endler

Endler Claudia Christiane

Spielersteckbrief Lamela
Lamela

Lamela Erik

Spielersteckbrief Lamela
Lamela

17

Lamela Erik



FC Sevilla



FC Sevilla

Argentinien
Spielerprofil

Spielersteckbrief Sinclair
Sinclair

Sinclair Christine

Spielersteckbrief Haaland
Haaland

Haaland Erling

Trainersteckbrief Tuchel
Tuchel

Tuchel Thomas

FIFA-Weltfußballerin: ?

Nominiert: Jennifer Hermoso (FC Barcelona), Sam Kerr (Chelsea), Alexia Putellas (FC Barcelona)

Siegerin 2020: Lucy Bronze

FIFA-Welttrainer im Männer-Fußball: Thomas Tuchel (Chelsea)

Der Trainer von Champions-League-Sieger FC Chelsea landete vor Italiens Nationaltrainer und Europameister Roberto Mancini und ManCity-Coach Pep Guardiola (Mehr Infos hier).

Sieger 2020: Jürgen Klopp

FIFA-Welttrainerin im Frauen-Fußball: Emma Hayes (Chelsea)

Die 45-jährige Trainerin des FC Chelsea – seit 2012 im Amt – setzte sich gegen Lluis Cortes (FC Barcelona) und Sarina Wiegman (niederländische/englische Frauen-Nationalelf) durch.

Siegerin 2020: Sarina Wiegman

FIFA-Welttorhüter: Edouard Mendy (Chelsea)

Der Schlussmann von Champions-League-Sieger FC Chelsea ließ Europameister Gianluigi Donnarumma (AC Mailand/Paris Saint-Germain) und Bayern-Keeper Manuel Neuer hinter sich.

Sieger 2020: Manuel Neuer

FIFA-Welttorhüterin: Christiane Endler (PSG/Lyon)

Die chilenische Torhüterin, die im Sommer von Paris Saint-Germain zu Olympique Lyon gewechselt ist, ließ DFB-Akteurin Ann-Katrin Berger (Chelsea) und Stephanie Lynn Marie Labbé (FC Rosengard/Paris Saint-Germain) hinter sich.

Siegerin 2020: Sarah Bouhaddi

FIFA-Weltauswahl Männer: Haaland und Lewandowski dabei

Tor: Gianluigi Donnarumma (Milan/PSG)
Abwehr: David Alaba (Bayern/Real Madrid), Leonardo Bonucci (Juventus), Ruben Dias (ManCity)
Mittelfeld: Kevin De Bruyne (ManCity), Jorginho (Chelsea), N’golo Kanté (Chelsea)
Angriff: Cristiano Ronaldo (Juventus/ManUnited), Erling Haaland (BVB), Robert Lewandowski (Bayern), Lionel Messi (Barça/PSG)

Nominiert waren: Alisson, Donnarumma, Mendy; Alaba, Jordi Alba, Alexander-Arnold, Dani Alves, Bonucci, Ruben Dias; Sergio Busquets, De Bruyne, de Jong, Bruno Fernandes, Jorginho, Kanté; Benzema, Haaland, Lewandowski, Lukaku, Mbappé, Messi, Neymar, Cristiano Ronaldo

FIFA-Weltauswahl Frauen: CL-Sieger Barça nicht vertreten

Tor: Christiane Endler (PSG/Lyon)
Abwehr: Lucy Bronze (ManCity), Millie Bright (Chelsea), Magdalena Eriksson (Chelsea), Wendie Renard (Lyon)
Mittelfeld: Estefania Banini (Levante/Atletico), Barbara Bonansea (Juventus), Carli Lloyd (NJ/NY Gotham)
Angriff: Marta (Orlando), Vivianne Miedema (Arsenal), Alex Morgan (Tottenham/Orlando Pride/San Diego Wave)

Nominiert waren: Benkarth, Berger, Endler; Bright, Bronze, Buchanan, Carpenter, Eriksson, Paredes, Renard; Banini, Bonansea, Bonmati, Cascarino, Lloyd, Putellas; Harder, Kerr, Marta, Miedema, Morgan, Onguené, Rapinoe

FIFA-Fairplay-Preis: Dänemarks Nationalteam, Medizin- und Betreuerstab

Ausgezeichnet wurde der dänische EM-Tross für seine Reaktion bei Christian Eriksens Herzstillstand im Gruppenspiel gegen Finnland.

Außerdem waren nominiert: Trainer Claudio Ranieri, der mit seinem damaligen Klub Sampdoria einen Korridor für Meister Inter Mailand beim Betreten des Rasens gebildet hatte, und Celtic-Profi Scott Brown, der vor dem Derby gegen die Rangers den finnischen Nationalspieler Glen Kamara aufgesucht hatte, nachdem dieser einige Tage zuvor beim Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Slavia Prag rassistisch beleidigt worden war.

FIFA-Fanpreis: Dänische und finnische Fans

Sie hatten die bei der EM nach Christian Eriksens Zusammenbruch im Gruppenspiel zwischen Dänemark und Finnland abwechselnd “Christian” und “Eriksen” skandiert.

Außerdem waren nominiert: die deutschen Fans, die nach der Hochwasserkatastrophe im Juli u.a. Geld und Nahrungsmittel für die betroffenen Menschen sammelten, und das elfjährige Mädchen Imogen Papworth-Heidel aus England, das eine besondere Balljonglier-Challenge organisierte, um Geld für systemrelevante Berufsgruppen in Großbritannien zusammenzubringen

Puskas-Award 2021: Erik Lamela (Tottenham/Sevilla)

Der 29-jährige Argentinier, inzwischen beim FC Sevilla unter Vertrag, traf am 14. März für Tottenham im Premier-League-Derby gegen Arsenal (1:2) per “Rabona”, also mit einem Schuss hinter dem Standbein. Unter den Top 3 waren außerdem Patrik Schick (Tschechien, Weitschuss-Tor bei der EM gegen Schottland) und Mehdi Taremi (Fallrückzieher im Champions-League-Spiel zwischen Chelsea und Porto).

Sieger 2020: Heung-Min Son

FIFA Special Award: Christine Sinclair (Portland)

Die 38 Jahre alte kanadische Angreiferin von den Portland Thorns ist die Nationalspielerin mit den weltweit meisten Toren. 2021 gewann sie mit Kanada Gold beim Olympischen Fußballturnier.

Mit Blick auf Haaland: Rose ist “tiefenentspannt”

Ganz Europa diskutiert über die Zukunft von Erling Haaland, BVB-Trainer Marco Rose redet lieber über die Gegenwart. 

"Die Situation ist ja nicht neu für uns. Es wird ständig spekuliert", so Marco Rose.

“Die Situation ist ja nicht neu für uns. Es wird ständig spekuliert”, so Marco Rose.

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Und die sieht nach zwei Siegen zum Jahresauftakt und einer deutlichen Leistungssteigerung seines Teams wieder deutlich freundlicher aus als noch vor der Winterpause. Am Dienstag im Pokal soll gegen St. Pauli der nächste Schritt Richtung Titelverteidigung folgen.

Es erinnert an Asterix und die Gallier, die den Römern Widerstand leisten: Europaweit spricht man in diesen Tagen über das jüngste Interview von BVB-Stürmer Erling Haaland, in dem der Norweger – der aufgrund seiner Wucht ja durchaus so wirkt, als sei er als Kind auch mal in einen Zaubertrank gefallen – am Freitag seinem Klub vorwarf, er würde Druck auf ihn ausüben bei der Frage, wo er in Zukunft seine Tore schießen möchte. Auf dem Trainingsgelände der Borussia im Dortmunder Stadtteil Brackel allerdings sei das kein Thema, sagt Trainer Marco Rose vor dem Pokalspiel beim Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli am Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker).

Ich sehe Erling hier jeden Tag. Er freut sich auf das Pokalspiel. Er freut sich auf die kommenden Aufgaben. Nur das zählt für mich.

Marco Rose

Es gibt ja auch sportlich betrachtet keinen dringenden Grund dazu: Haalands Leistung beim 5:1 gegen Freiburg stimmte, sein Doppelpack sprach für sich. Zuvor gegen Frankfurt half er in der turbulenten Schlussphase mit, aus einem 0:2 ein 3:2 zu machen. Und die Nebengeräusche? Die sind inzwischen Routine bei der Borussia. “Die Situation ist ja nicht neu für uns. Es wird ständig spekuliert”, sagt Rose. Er sei “tiefenentspannt”, was dieses Thema angeht, denn: “Ich sehe Erling hier jeden Tag. Er freut sich auf das Pokalspiel. Er freut sich auf die kommenden Aufgaben. Nur das zählt für mich.”

Roses Gespräch mit Haaland

Am Sonntag hatte Rose das Gespräch mit Haaland gesucht. Aber nicht etwa, um mit ihm über das viel zitierte Interview zu sprechen. Es ging vielmehr um die jüngsten Siege, sein doppeltes Erfolgserlebnis gegen Freiburg, das eine Mini-Durststrecke beendete, und das, was da noch so an Herausforderungen auf den BVB zukommt in den nächsten Wochen – angefangen beim Pokalspiel am Millerntor. “Erling hat sich besonders über die Leistung der Mannschaft gefreut”, berichtet Rose am Montag aus dem Gespräch.

Wer Haalands Ehrgeiz kennt, weiß, wie sehr Misserfolg an ihm nagt. Gegen Ende der Hinrunde sah man ihm das an, bei der Niederlage in Berlin wirkte es, als sei nur seine Hülle anwesend. Das Feuer, das sonst wild in ihm lodert, schien wie erloschen. Doch nach der kurzen Winterpause steht der Ausnahmeangreifer wieder in Flammen – auch wenn er das derzeit nicht immer so gut kanalisieren kann wie bei seinen beiden Treffern gegen Freiburg. In Frankfurt zoffte er sich mit zahlreichen Eintracht-Gegenspielern, gegen Freiburg legte er sich dann mit dem Schiedsrichter an, bevor er mit grimmiger Miene besagtes Interview gab. Haaland ist ein Mann der Extreme, auch in diesen Punkten. Doch in diesen Tagen scheint er wohl auch zu spüren, dass das Dezember-Tal, in dem sich das Team befand, durchschritten zu sein scheint.

Haaland ganz nach Plan

Rose sprach vielleicht auch deshalb explizit mit ihm über die beiden Treffer am vergangenen Freitag, die idealtypisch für das standen, was der 45-Jährige von seiner Mannschaft sehen möchte. Konsequent setzten die Dortmunder in beiden Szenen die Freiburger unter Druck, brachten sie so in der eigenen Hälfte aus dem Konzept und luchsten ihnen schließlich den Ball ab. Dann ging die Post ab: Mit schnellen Pässen und tiefen Läufen wurde die unsortierte Hintermannschaft des SC endgültig auseinandergerissen. Der Rest war Formsache für Haaland, der – ganz nach Plan – jeweils das letzte Glied der Angriffskette war. “Das ist der Weg”, sagt Rose über die Tore, an denen auch Mahmoud Dahoud und Jude Bellingham durch ihr aggressives Nachsetzen ihren Anteil hatten.

Wir haben mit den beiden Spielen in diesem Jahr etwas angefangen, da wollen wir weitermachen.

Marco Rose

Vor der Winterpause, sagt Rose, habe seine Mannschaft gewisse Dinge vermissen lassen. Der Plan, aus verschiedenen Situationen gefährlich zu werden, sei deshalb nicht mehr aufgegangen. “Jetzt bringen wir sie wieder zum Vorschein. Wir haben mit den beiden Spielen in diesem Jahr etwas angefangen, da wollen wir weitermachen.” Das Spiel gegen den FC St. Pauli, den Rose in der kommenden Saison in der Bundesliga sieht („Auch wenn das ihr Trainer vermutlich nicht gerne hört“) sei dabei ein entscheidendes. “Wir sind der Titelverteidiger. Wir wollen uns weiterentwickeln, bessern werden, erfolgreich sein.” Und damit auf sportlicher Ebene jene Bedingungen herstellen, die es einem vor Kraft und Ehrgeiz strotzendem Typen wie Erling Haaland leichter machen, sein inneres Feuer in die richtige Bahn zu lenken.

Matthias Dersch

“Teufel steckt im Detail”: Can fehlt, Meunier fraglich

Am Dienstag spielt Borussia Dortmund bei Zweitliga-Spitzenreiter FC St. Pauli um den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale. “Wir sind der Titelverteidiger”, gibt Marco Rose die Richtung vor. Fehlen wird Emre Can.

Der eine ist fraglich, der andere fehlt: Thomas Meunier und Emre Can.

Der eine ist fraglich, der andere fehlt: Thomas Meunier und Emre Can.

imago images/RHR-Foto

Allenfalls die personelle Situation, die erneut einige Fragezeichen mit sich bringt, stört beim BVB mit Blick auf das Duell am Millerntor: So bangt man beim BVB vor der Abfahrt nach Hamburg noch um Rechtsverteidiger Thomas Meunier, der sich gegen Freiburg leicht am Fuß verletzte. Auch Yossoufa Moukokos Mitwirken ist aufgrund leichter muskulärer Beschwerden im Adduktorenbereich noch nicht gesichert. Giovanni Reyna wird zudem erst nach dem Hoffenheim-Spiel zur Verfügung stehen, da sein körperlicher Rückstand nach halbjähriger Pause erheblich ist und entsprechend intensiv aufgeholt werden muss.

Vierte Zwangspause von Can

In der kurzen Länderspielpause soll dann auch Emre Can wiederkehren, der sich beim 5:1 gegen Freiburg bereits zum vierten Mal in dieser Saison eine Zwangspause wegen einer Muskelverletzung einfing. Gegen St. Pauli muss es ohne ihn gehen. Doch da sowohl Manuel Akanji als auch Dan-Axel Zagadou für die Innenverteidigung wieder zur Verfügung stehen, stellt der Ausfall des Allrounders Rose vor keine größeren Denksportaufgaben. Zumindest nicht, was die Frage nach dem Ersatzmann angeht.

Man kann sich ja vorstellen, dass es Emre nicht gut geht dabei.

Marco Rose

Drängender ist da schon der Aspekt, warum es so häufig Can trifft in dieser Saison. Rose deutet am Montag an, dass beim deutschen Nationalspieler “der Teufel im Detail” stecke. Er ernähre sich gut, verhalte sich professionell, arbeite auch gut mit den Athletik- und Rehatrainern sowie den Physiotherapeuten zusammen, “aber manchmal ist es so, dass der Körper dir in bestimmten Phasen einen Strich durch die Rechnung macht”. Man müsse daran arbeiten, dass Can diese Probleme in den Griff bekommt. Der Klub helfe ihm dabei. “Man kann sich ja vorstellen, dass es Emre nicht gut geht dabei.”

Ein Sieg bei St. Pauli und damit das Aufrechterhalten der Chance, den DFB-Pokalsieg erfolgreich zu verteidigen, würde Cans Laune sicher aufhellen und gewiss auch dafür sorgen, dass die Zukunftsfrage rund um Erling Haaland auch in den nächsten Tagen kein größeres Thema wird.

Matthias Dersch

Zwei Spiele Pause: Nächste Muskelverletzung bei Can

Emre Can fehlt Borussia Dortmund in den kommenden beiden Spielen. Der Defensiv-Allrounder zog sich erneut eine Muskelverletzung zu.

Verletzte sich beim 5:1-Erfolg gegen Freiburg: Emre Can.

Verletzte sich beim 5:1-Erfolg gegen Freiburg: Emre Can.

imago images/ActionPictures

Kaum hat BVB-Trainer Marco Rose wieder fast seinen kompletten Kader zur Verfügung, muss er doch wieder einen Ausfall beklagen. Wie Borussia Dortmund am Sonntag mitteilte, hat sich Emre Can am Freitag im Spiel gegen den SC Freiburg eine “Muskelverletzung im Adduktorenbereich” zugezogen und fällt für die beiden Spiele in der anstehenden Woche aus.

Dortmund tritt am Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! auf kicker) zunächst im DFB-Pokal beim FC St. Pauli in Hamburg an und reist am Samstag (15.30 Uhr) nach Sinsheim zum Gastspiel bei der TSG Hoffenheim. “Emre hat an der Hüfte Probleme. Wir haben gerade nochmal gesprochen. Da müssen wir einfach sehen, wie stark der muskuläre Anteil ist oder ob das eventuell vom Rücken kommt”, hatte Rose nach der Partie gesagt.

Für Can ist es die nächste Muskelverletzung der laufenden Spielzeit. “Er hatte in dieser Saison immer mal wieder das ein oder andere Problemchen”, weiß auch Rose. Am Freitag war der Nationalspieler zur Halbzeit in der Kabine geblieben, für ihn gab Manuel Akanji nach einer Knie-OP vor der Winterpause ein längeres Comeback als geplant. Der Schweizer Leistungsträger könnte auch in Hamburg in die Startelf rutschen, alternativ stehen auch Marin Pongracic und Axel Witsel parat.

Patrick Kleinmann