Bellinghams “Sohn” feiert Geburtstag und Tor

Erst der 18. Geburtstag, dann das erste Tor in der Bundesliga: Für Dortmunds Youngster Jamie Bynoe-Gittens hätte die vergangene Woche nicht besser laufen können. Trainer Edin Terzic nennt ihn einen “Gamechanger”, der ein Jahr ältere Jude Bellingham “meinen Sohn”. Doch wer ist das neue Toptalent des BVB?

Nahm Flekkens Geschenk dankend an: Jamie Bynoe-Gittens.

Nahm Flekkens Geschenk dankend an: Jamie Bynoe-Gittens.

picture alliance / GES/Helge Prang

Am vergangenen Freitag meinte es das Schicksal gut mit Jamie Bynoe-Gittens: Drei Tage nach seinem 18. Geburtstag machte ihm Freiburgs Keeper Mark Flekken – unabsichtlich – ein nachträgliches Geschenk, als ihm ein eigentlich harmloser Distanzschuss des BVB-Talents erst durch die Handschuhe und dann über die Linie rutschte. Es war Bynoe-Gittens erstes Bundesliga-Tor. Und ein immens wichtiges noch dazu, gab es doch das Signal zur Dortmunder Schlussoffensive, die mit einem hart erkämpften 3:1-Erfolg beim Sport-Club endete.

Das BVB-Spiel vom Freitagabend

Der Name Bynoe-Gittens, der davor in erster Linie BVB-Insidern ein Begriff gewesen sein dürfte, war danach in aller Munde. Denn gemeinsam mit Youssoufa Moukoko, der ein Tor erzielte und zwei weitere vorbereitete, war der junge Engländer, der nach seinem Ausgleichstreffer das 2:1 herrlich einleitete, der Matchwinner in Schwarz-Gelb. Oder, wie es BVB-Trainer Edin Terzic formulierte, “der Gamechanger”.

Terzics Auftrag: Spiel den Stempel aufdrücken

Bynoe-Gittens erfüllte damit den Auftrag, den ihm sein Trainer zuvor gegeben hatte. Lange unterhielten sich die beiden, ehe es für ihn aufs Feld ging. “Er hat mir gesagt, dass ich dem Spiel meinen Stempel aufdrücken soll”, verriet das BVB-Talent später. “Dass er mir zutraut, dass ich den Unterschied machen kann, bedeutet mir viel.”

Aus dem Nichts kommt dieses Zutrauen nicht, schließlich ist Bynoe-Gittens nicht erst seit dieser Saison bei der Borussia. Bereits im Sommer 2020 kam er von Manchester City ins Ruhrgebiet. Doch erst bremste ihn die Corona-Pandemie aus, dann mehrere, teils schwere Verletzungen. Es dauerte, ehe Bynoe-Gittens, der in London geboren wurde, in Dortmund Fuß fassen konnte. Sein Talent jedoch war von Anfang an erkennbar. Der Durchbruch im Jugendbereich jedoch erfolgte mit einjähriger Verzögerung: In der Saison 2021/22 führte er die Borussia mit sechs Toren in fünf Spielen bis ins Viertelfinale der Youth League. In der Schlussphase der Saison folgte dann die Belohnung durch den damaligen BVB-Profi-Trainer Marco Rose: Beim 6:1 gegen Wolfsburg debütierte Bynoe-Gittens in der Bundesliga, weitere Einsätze gegen München, Bochum und Berlin kamen dazu.

U-19-Europameister mit England

Die Saison war damit allerdings für ihn noch nicht beendet: Im Juni trat er mit Englands U 19 bei der Europameisterschaft an – und sicherte sich mit den jungen “Three Lions” den Titel. Bynoe-Gittens kam dabei in vier der fünf Endrunden-Spiele zum Einsatz. Nach dem Urlaub schließlich folgte absprachegemäß die dauerhafte Beförderung zu den Profis. Warum? Das konnte man in Freiburg erstmals erahnen.

Der Offensivspieler, der als Teenager einen ähnlichen Karriere-Weg einschlug wie Jadon Sancho (inzwischen Manchester United), bringt viele Qualitäten mit, die ihn vom Rest des Dortmunder Kaders abheben: Er ist ein Dribbler, der mit hoher Geschwindigkeit auf seine Gegenspieler zuläuft, um sie dann mit einer Körpertäuschung stehen zu lassen – und er ist mutig und unbekümmert genug, dass auch in der Bundesliga zu versuchen. Die Erfolgserlebnisse, die er in Freiburg sammelte, dürfte ihn darin weiter bestätigen.

“Chillen, PS5 spielen, Youtube schauen”

Er sei “überwältigt gewesen”, sagte Bynoe-Gittens am Tag nach dem Spiel im klubinternen TV-Sender, “ich habe eigentlich gar nicht geschlafen”. Der freie Sonntag ging dann für das drauf, was junge Erwachsene in seinem Alter üblicherweise tun: “Chillen, PS5 spielen, Youtube schauen”. Jetzt jedoch geht der Blick nach vorne. Auf das bevorstehende Heimspiel gegen den SV Werder Bremen. Bynoe-Gittens winkt – ähnlich wie Moukoko – ein Platz in der Startelf, zumindest aber ein erneuter Joker-Einsatz. Stolz wurde er damit nicht nur seine eigene Familie machen, sondern auch einen seiner Mitspieler, der ihn liebevoll “meinen Sohn” nennt: Jude Bellingham.

Obwohl Dortmunds Mittelfeldspieler nur ein Jahr älter ist als Bynoe-Gittens, hat er ihn an die Hand genommen und Hilfestellung gegeben. “Jude ist ein großer Spieler”, sagt Bynoe-Gittens über seinen Landsmann, der bereits für die A-Nationalmannschaft spielt und aus Dortmunds Mannschaft nicht mehr wegzudenken ist. “Ich bewundere ihn und versuche, ihn zu kopieren.”

Dass er das Talent dazu hat, davon sind sie in Dortmund fest überzeugt. Eine baldige Verlängerung des derzeit bis 2023 datierten Vertrages – mit angepassten Bezügen – dürfte daher nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Matthias Dersch

kicker Wochenendrückblick vom 14.8.2022

14. August 202206:14 Minuten

kicker Wochenendrückblick vom 14.8.2022

Bayern München führt Bundesligatabelle an, Manchester United blamiert sich in Brentford, Deutsche Turnerinnen brillieren bei European Championships

kicker Wochenendrückblick vom 7.8.2022

07.08.2022

kicker Wochenendrückblick vom 31.7.2022

31.07.2022

kicker Wochenendrückblick vom 24.7.2022

24.07.2022

kicker Wochenendrückblick vom 17.7.2022

17.07.2022

weitere Podcasts

Terzic über Modeste-Debüt: “Ein guter erster Schritt”

Ein Tor ist Anthony Modeste bei seinem Debüt für Borussia Dortmund am Freitag in Freiburg nicht geglückt. Zufrieden war der 34-Jährige angesichts des spät herausgespielten 3:1-Erfolgs des BVB dennoch. Nun will er gegen Bremen treffen.

Engagiert, aber oft noch ohne Bindung: Anthony Modeste.

Engagiert, aber oft noch ohne Bindung: Anthony Modeste.

picture alliance/dpa

Die Bilanz von Anthony Modeste im Spiel beim SC Freiburg war ausbaufähig: 0 Tore, 0 Torvorlagen, 23 Ballkontakte, 33 Prozent gewonnene Zweikämpfe, 64 Prozent angekommene Pässe, 9,71 zurückgelegte Kilometer – das sind eigentlich keine Zahlen, die den 34-Jährige frohlocken lassen. Mit seinem Debüt für Borussia Dortmund war der Sturm-Routinier dennoch zufrieden: “Wenn du gewinnst, ist es immer gut”, sagte Modeste nach dem 3:1-Erfolg, der dem BVB einen perfekten Start in die Saison bescherte.

Der BVB in der Bundesliga

Zwei Chancen in Hälfte eins

Es war in den ersten gemeinsamen 90 Minuten von Modeste und dem BVB nicht zu übersehen, dass die Partnerschaft noch Zeit benötigen dürfte, bis sie zur Zufriedenheit aller Beteiligten funktioniert. Modeste verzeichnete in Hälfte eins zwar zwei ordentliche Torchancen und bemühte sich redlich, die gegnerischen Verteidiger zu attackieren, sobald sie in Ballbesitz waren. Insgesamt jedoch fehlte dem Angreifer noch die Bindung an das Spiel seiner Kollegen, die ihn seltener suchten, als es in manchen Situationen möglich gewesen wäre – auch weil Modestes Offensivstärken mit dem Kopf noch neu sind für die Schwarz-Gelben.

Die Abstimmung gehe nicht “von heute auf morgen, auch wenn ich geile Kollegen um mich herum habe”, gab sich Modeste nach seiner Premiere in Schwarz-Gelb gelassen und betonte: “Das wird klappen.” Lediglich drei gemeinsame Einheiten hatte er absolviert, ehe es erstmals mit den neuen Kollegen in einem Pflichtspiel auf den Rasen ging – weil der BVB auf seine Qualitäten setzte. “Tony wurde heute gebraucht. Nicht nur in der Offensive, sondern auch in der Defensive”, begründete BVB-Trainer Edin Terzic nach der Partie die Aufstellung des Neuzugangs und lobte Modeste für dessen Einsatz: “Er hatte zwei Möglichkeiten in der ersten Hälfte, war auch in der zweiten Hälfte präsent in der Box.”

“Sehr bemüht” im Anlaufen

Und auch im Anlaufen sei er “sehr bemüht” gewesen – wenn auch zunächst glücklos, weil er allein in vorderster Linie zu weite Wege gehen musste, um den Freiburger Aufbau ernsthaft zu stören. “Wir haben es dann in der zweiten Hälfte angepasst, dann hat es mit Marco Reus an seiner Seite besser funktioniert”, sagte Terzic, der Modestes Premiere wie folgt bilanzierte: “Das war ein guter erster Schritt. Jetzt werden wir weiter arbeiten.”

Immerhin eine ganze Trainingswoche Zeit haben beide Seiten nun, sich besser aneinander zu gewöhnen, bevor am Samstag der SV Werder Bremen im Signal-Iduna-Park gastiert. “Vielleicht”, sagte Modeste in Freiburg, “kommt dann meine Premiere zuhause – mit einem Tor.”

Warum Dortmunds drittes Tor in Freiburg irregulär war

Mark Flekkens Patzer ließ das Spiel zwischen Freiburg und Dortmund kippen. Das 1:3 hätte jedoch nicht zählen dürfen. Der fehlende VAR-Eingriff trübte eine sonst gute Schiedsrichterleistung.

Leitete die Partie zwischen Freiburg und Dortmund souverän: Schiedsrichter Tobias Welz.

Leitete die Partie zwischen Freiburg und Dortmund souverän: Schiedsrichter Tobias Welz.

IMAGO/Beautiful Sports

“Es steht in der Richtung vor dem Tor ein Spieler von Dortmund im Abseits. Aber so ist das halt. Sonst steht es 1:2 und wir können noch das 2:2 schießen”, sagte Streich am späten Freitagabend.

Der Freiburger Trainer war nach dem Spiel, in dem seine Mannschaft über weite Strecken stark gespielt, nach Mark Flekkens Patzer zum 1:1 aber ihre Linie verloren hatte, entsprechend frustriert. Die Szene rund um Marius Wolfs Tor zum 1:3 hatte er zum Zeitpunkt seiner Aussage noch nicht nochmal genau angeschaut – aber den richtigen Riecher.

Bei Wolfs sehr gutem Linksschuss stand Youssoufa Moukoko direkt vor dem Freiburger Tor im Abseits. Weil der Dortmunder Stürmer sich aus nächster Nähe klar auf SC-Keeper Mark Flekken zubewegte und diesen störte, handelte es sich eindeutig um eine aktive und damit strafbare Abseitsstellung. Allein beim Versuch einer Parade hätte sich Flekken in Moukoko reinwerfen müssen. Es handelte sich also um eine Behinderung bei einer möglichen Torwartaktion.

Fehlender VAR-Eingriff trübt gute Schiedsrichterleistung

Rätselhaft ist deshalb, warum VAR Günter Perl und sein auf Abseitssituationen spezialisierter VAR-Assistent Norbert Grudzinski diese Szene offenbar falsch bewerteten. Perl hätte intervenieren und Schiedsrichter Tobias Welz in die Review Area schicken müssen, weil Moukoko nicht der Torschütze war und seine Aktion letztlich vom Hauptschiedsrichter hätte bewertet werden müssen. Gerade mit Blick auf das am vergangenen Sonntag wegen einer weniger deutlich strafbaren Abseitsstellung von Yoshida aberkannte Schalker Tor von Zalazar in Köln ist dieser VAR-Fehler umso erstaunlicher.

Der fehlende VAR-Eingriff trübte einen ansonsten guten Auftritt von Welz, der ruhig und souverän auftrat und bei zwei am Platz hitzig diskutierten Szenen richtig lag: Gelb und nicht Rot für Meunier, der Sallai auf der halblinken Bahn auf dessen Weg zum Tor foulte, aber keine klare Torchance verhinderte, da Schlotterbeck auf der Innenbahn mitgelaufen war und noch hätte eingreifen können (33.). Schlotterbeck selbst hingegen hatte Glück, dass er bei seinem harten und durchaus risikoreichen Einsteigen gegen Doan den SC-Profi nicht heftiger traf und deshalb auch hier Gelb die angemessene Sanktion war (67.).

Carsten Schröter-Lorenz

Darum war Dortmunds drittes Tor in Freiburg irregulär

Mark Flekkens Patzer ließ das Spiel zwischen Freiburg und Dortmund kippen. Das 1:3 hätte jedoch nicht zählen dürfen. Der fehlende VAR-Eingriff trübte eine sonst gute Schiedsrichterleistung.

Leitete die Partie zwischen Freiburg und Dortmund: Schiedsrichter Tobias Welz.

Leitete die Partie zwischen Freiburg und Dortmund: Schiedsrichter Tobias Welz.

IMAGO/Beautiful Sports

“Es steht in der Richtung vor dem Tor ein Spieler von Dortmund im Abseits. Aber so ist das halt. Sonst steht es 1:2 und wir können noch das 2:2 schießen”, sagte Streich am späten Freitagabend.

Der Freiburger Trainer war nach dem Spiel, in dem seine Mannschaft über weite Strecken stark gespielt, nach Mark Flekkens Patzer zum 1:1 aber ihre Linie verloren hatte, entsprechend frustriert. Die Szene rund um Marius Wolfs Tor zum 1:3 hatte er zum Zeitpunkt seiner Aussage noch nicht nochmal genau angeschaut – aber den richtigen Riecher.

Bei Wolfs sehr gutem Linksschuss stand Youssoufa Moukoko direkt vor dem Freiburger Tor im Abseits. Weil der Dortmunder Stürmer sich aus nächster Nähe klar auf SC-Keeper Mark Flekken zubewegte und diesen störte, handelte es sich eindeutig um eine aktive und damit strafbare Abseitsstellung. Allein beim Versuch einer Parade hätte sich Flekken in Moukoko reinwerfen müssen. Es handelte sich also um eine Behinderung bei einer möglichen Torwartaktion.

Der VAR-Fehler erstaunt – auch wegen des aberkannten Schalker Tores

Rätselhaft ist deshalb, warum VAR Günter Perl und sein auf Abseitssituationen spezialisierter VAR-Assistent Norbert Grudzinski diese Szene offenbar falsch bewerteten. Perl hätte intervenieren und Schiedsrichter Tobias Welz in die Review Area schicken müssen, weil Moukoko nicht der Torschütze war und seine Aktion letztlich vom Hauptschiedsrichter hätte bewertet werden müssen. Gerade mit Blick auf das am vergangenen Sonntag wegen einer weniger deutlich strafbaren Abseitsstellung von Yoshida aberkannte Schalker Tor von Zalazar in Köln ist dieser VAR-Fehler umso erstaunlicher.

Der fehlende VAR-Eingriff trübte einen ansonsten guten Auftritt von Welz, der ruhig und souverän auftrat und bei zwei am Platz hitzig diskutierten Szenen richtig lag: Gelb und nicht Rot für Meunier, der Sallai auf der halblinken Bahn auf dessen Weg zum Tor foulte, aber keine klare Torchance verhinderte, da Schlotterbeck auf der Innenbahn mitgelaufen war und noch hätte eingreifen können (33.). Schlotterbeck selbst hingegen hatte Glück, dass er bei seinem harten und durchaus risikoreichen Einsteigen gegen Doan den SC-Profi nicht heftiger traf und deshalb auch hier Gelb die angemessene Sanktion war (67.).

Carsten Schröter-Lorenz

Gregoritsch über “Flekkis” Patzer: “Passiert ihm normalerweise nicht”

Freiburg verlor am Freitagabend nach Führung gegen den BVB – auch weil Keeper Flekken danebengriff. Torschütze Gregoritsch nahm seinen Schlussmann in Schutz.

Haderte mit dem Ergebnis: Michael Gregoritsch. 

Haderte mit dem Ergebnis: Michael Gregoritsch. 

IMAGO/Kirchner-Media

Lange hatte es beim 1:3 des SC Freiburg am Freitagabend gegen Borussia Dortmund nach einem anderen Sieger ausgesehen. Ehe Sport-Club-Keeper Mark Flekken in der 77. Minute folgenschwer danebengriff. Nicht nur, weil er die Gäste damit zurückholte, sondern auch, weil das eigene Team anschließend sichtlich taumelnd noch den zweiten und dritten Treffer hinnehmen musste. “Ich glaube in dem Fall schon”, musste auch Torschütze Michael Gregoritsch bei “DAZN” zugeben, dass der Dortmunder Ausgleich alles verändert hatte.

Geknickte Freiburger machen “keine Vorwürfe”

“Dortmund hat uns schon teilweise hinten reingedrückt, aber wir standen gut und ich kann mich an keine echte Chance erinnern”, analysierte der großgewachsene Angreifer die zweite Halbzeit und konkretisierte die Bedeutung des bitteren Gegentreffers: “Dann kriegen wir so ein Tor und dann ist man natürlich ein bisschen geknickt.”

Der Österreicher zeigte jedoch Verständnis für seinen Schlussmann: “Es ist natürlich schade, das passiert dem ‘Flekki’ normalerweise nicht. Aber da machen wir ihm keine Vorwürfe.” Zu gut waren Flekkens Leistungen im Freiburger Dress bisher gewesen: “Er hat oft schon gute Bälle gehalten. Selbst seit ich da bin schon”, so Gregoritsch, der im Sommer ablösefrei aus Augsburg nach Freiburg gekommen war.

Viel mehr nahm er ob der Schlussphase die gesamte Mannschaft in die Verantwortung: “Das darf uns natürlich eigentlich nicht passieren, dass wir hintenraus so das Spiel verlieren, obwohl wir zumindest noch einen Punkt mitnehmen müssen.” Besonders ärgerlich, da “die Mannschaft gut ist” und eigentlich entsprechende Qualität habe.

“Gregerl” tankt trotzdem Selbstvertrauen

Gerade aufgrund dieser Qualität passe es für Gregoritsch (2 Tore in 2 Spielen) bisher in Freiburg sehr gut: “Als Stürmer ist es dementsprechend einfacher, wenn man pro Spiel mehr Chancen hat.” Dass Gregoritsch selbst die Möglichkeiten momentan auch noch entsprechend nutze – mental wertvoll: “Dass jetzt zweimal die erste Chance drinnen war, ist natürlich super für mein Selbstvertrauen.” 

Mit diesem will er am Samstag, den 20. August (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker), in Stuttgart bestenfalls nachlegen. Dann jedoch mit einem erfreulicheren Endergebnis für die Breisgauer. Denn Gregoritsch freue sich zwar, “wenn ich Tore schieße”, doch eine Sache ist ihm noch lieber: “Wenn wir dann auch noch gewinnen, wäre es noch schöner.”

“Ein absoluter Gamechanger”: Terzic lobpreist Bynoe-Gittens

Edin Terzic hat mit seinen Einwechslungen am Freitagabend in Freiburg den richtigen Riecher bewiesen – vor allem mit seiner zweiten und auf den ersten Blick durchaus überraschenden Wahl von der Bank.

Hat das Vertrauen von Edin Terzic direkt zurückgezahlt: BVB-Talent Jamie Bynoe-Gittens.

Hat das Vertrauen von Edin Terzic direkt zurückgezahlt: BVB-Talent Jamie Bynoe-Gittens.

IMAGO/Kirchner-Media

Als der BVB Mitte der zweiten Hälfte im Breisgau immer noch zurückgelegen war, sah sich Trainer Edin Terzic zu weiteren Maßnahmen gezwungen nach der Hereinnahme von Marius Wolf für Thomas Meunier zur Pause. Schließlich hatte sein Angriff rund um Kapitän Marco Reus, Donyell Malen oder den direkt in die Startelf beorderten Neuzugang Anthony Modeste, der durchaus Chancen für einen Premierentreffer hatte, bis dato gegen den schwer zu bespielenden Sport-Club aus Freiburg noch nicht gezündet.

Seine Wahl in der 64. Minute fiel für viele – etwa auch DAZN-Experte und Unterhachings Regionalliga-Trainer Sandro Wagner – überraschend aus: Denn der Dortmunder Coach schickte Jamie Bynoe-Gittens für Thorgan Hazard ins Rennen – und ließ Kräfte wie Julian Brandt, Youssoufa Moukoko, Salih Özcan oder Emre Can draußen, wenngleich die ersten beiden genannten Spieler selbst daraufhin noch reinkamen.

Der 18-jährige in London geborene Engländer mit barbadischen Wurzeln, der beim FC Reading ausgebildet worden war und über Manchester Citys Nachwuchs 2020 den Wechsel zu Schwarz-Gelb vollzogen hatte, sollte seinem Trainer aber Recht geben.

Denn mit tollen Dribblings, guten Antritten samt starker Übersicht im Passspiel zog Bynoe-Gittens das Spiel quasi an sich. Inklusive großem Lohn: Nach einem mutigen Distanzschuss profitierte das Talent, das immer mehr an die Bundesliga-Mannschaft herangeführt werden soll, zwar auch von einem kapitalen Torwartfehler von Mark Flekken – der Antreiber brachte seine Farben mit dem 1:1 so aber auch zurück, nur um wenig später noch fein das 2:1 von Moukoko einzuleiten. Das Prädikat Matchwinner verdiente sich der Spieler allemal.

“Er hat das Spiel sehr gut belebt”


Jamie Bynoe-Gittens

Ein Schuss, ein Tor und starke Aktionen: Jamie Bynoe-Gittens hat in Freiburg als Joker absolut überzeugt.
IMAGO/Revierfoto

Das sah auch Terzic so: “Da haben wir uns (mit der Einwechslung; Anm. d. Red.) einfach für die Qualität von Jamie entschieden. Wir haben in der ersten Halbzeit paar Räume gehabt so zwischen den Ketten gehabt, wo wir zu lange in der letzten Linie klebten. Jamie aber ist jemand, der da dazwischenkommen und mit seinem ersten Kontakt direkt aufdrehen kann – und das Spiel vor allem nochmal beschleunigen kann. Das hatten wir uns so vorgestellt. Er hat das Spiel sehr gut belebt und war an sehr vielen guten Offensivaktionen beteiligt.”

Beim Gespräch mit DAZN lobte Terzic seinen erst zum fünften Mal in der Bundesliga eingesetzten Schützling am Ende gar über den grünen Klee: “Bei ihm ist es grundsätzlich ganz einfach: Er hat die Fähigkeiten, Spiele zu entscheiden. Er ist ein Gamechanger – und das wollte ich von ihm sehen. Und halt nicht, dass er das Spiel einfach nur spielt, sondern dass er den Unterschied ausmacht. Das hat er gemacht.”

Mit seinem goldenen Händchen in Sachen Einwechslungen – allen voran eben Bynoe-Gittens – stellte BVB-Coach Terzic sogar gleich noch einen persönlichen Rekord samt Vereinsbestmarke auf: Noch nie zuvor hatte ein Dortmunder Trainer neun Bundesliga-Siege am Stück eingetütet. Das aber gelang Terzic nun saisonübergreifend mit diesem 3:1 nach 0:1 in Freiburg.

Zum Thema: Nico Schlotterbeck äußert sich zu seiner Rückkehr nach Freiburg – Sammer-Tipp inklusive

Schlotterbeck nach seiner Rückkehr: “Wir hätten heute auch zwei, drei kassieren können”

Nico Schlotterbeck hat erstmals nach seinem Wechsel zum BVB gegen seinen Ex-Klub aus Freiburg gespielt. Nach dem Spiel erzählte der Nationalspieler von der Anspannung vor der Rückkehr und einem Gespräch mit Matthias Sammer.

Legte sich bei seiner Rückkehr mit seinem ehemaligen Trainer Christian Streich an: Nico Schlotterbeck (re.).

Legte sich bei seiner Rückkehr mit seinem ehemaligen Trainer Christian Streich an: Nico Schlotterbeck (re.).

IMAGO/Kirchner-Media

Dass Nico Schlotterbecks Zeit beim SC Freiburg noch nicht allzu lange her ist, erkennt man an den Spitznamen, die er für die Freiburger Spieler hat. Da gibt es Vincenzo Grifo und Christian Günter, die die Freistöße beim Sport-Club treten – oder wie Schlotterbeck bei DAZN sagte: “Freiburg hatte acht, neun Standards, die wir ganz gut wegverteidigt haben. Ich kenn das, die sind relativ gut von Vince und Günni.”

Und es gibt Mark Flekken, den Freiburger Keeper, der mit seinem Missgeschick beim absolut haltbaren Schuss von BVB-Matchwinner Jamie Bynoe-Gittens das 1:1 entstehen ließ. O-Ton Schlotterbeck: “Dann kommt leider der Fehler von Flekki, wir machen zwei Dinger und das Spiel ist entschieden.”

Mit 3:1 gewannen Dortmund und Schlotterbeck somit letztlich das Spiel in Freiburg – in der alten Heimat des in Waiblingen (Baden-Württemberg) geborenen Innenverteidigers. Vor der Partie, so gab er zu, war der Nationalspieler durchaus aufgeregt: “Die Anspannung war heute war schon groß. Du hast ein bisschen das Gefühl, dass du es den Leuten zeigen willst, obwohl du das gar nicht brauchst.”

Schlotterbeck: “Bis zum 1:1 war Freiburg besser”

Am Nachmittag habe Schlotterbeck deswegen noch mit BVB-Berater Matthias Sammer gesprochen: “Er hat mir ein paar lobende Worte mitgegeben und gesagt, dass er immer schlecht gespielt hat, wenn er wo zurückkam. Ich soll’s nur nicht so machen.” Mit einem Lächeln ergänzte er: “Aber gar kein Druck, sondern ganz normal spielen und dann rocken wir das Ding – und das haben wir zum Glück gemacht.”

Was Schlotterbeck jedoch auch ansprach: Dortmund hat sich lange Zeit schwer getan. “Freiburg hat uns alles abverlangt und man muss ehrlich sagen: Bis zum 1:1 waren sie besser.” Im Spiel seiner Mannschaft sieht der 22-Jährige deshalb noch “sehr viel Luft nach oben. Wir haben heute ein Gegentor kassiert, hätten aber auch zwei, drei kassieren können.” Dabei nimmt er nicht nur sich und seine Abwehrkollegen, sondern das Kollektiv in die Pflicht: “Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen. Wenn wir das kapieren, dann sind wir eine sehr gute Mannschaft, weil wir offensiv brutale Qualität haben.”

Nicht all seinen Ex-Kollegen begegnete Schlotterbeck übrigens mit Harmonie, wie es die netten Spitznamen vermuten lassen: Als er in der 67. Minute Ritsu Doan an der Seitenlinie recht hart umgrätschte und Gelb sah, folgte ein ein paar Sekunden lang andauerndes wie lautstarkes Wortgefecht mit seinem tobenden Ex-Trainer Christian Streich. Es war also doch eine recht ereignisreiche Rückkehr nach Freiburg, an dessen Ende Schlotterbeck sagte: “Es war ein schönes Spiel.”

Kehl über Modeste: “Er muss es hier unter Beweis stellen”

Nach dem kurzfristig über die Bühne gebrachten Transfer von Anthony Modeste beorderte BVB-Coach Edin Terzic den vom 1. FC Köln gekommenen Stürmer direkt in die Startelf. Dortmunds Sportdirektor erklärte im Vorfeld zudem nochmals die Beweggründe und Vorteile für den Franzosen.

Unterschreibt seit dieser Woche Autogramme im BVB-Oufit: Stürmer und Ex-Kölner Anthony Modeste.

Unterschreibt seit dieser Woche Autogramme im BVB-Oufit: Stürmer und Ex-Kölner Anthony Modeste.

IMAGO/Kirchner-Media

Mit dem kurzfristigen Transfer von Anthony Modeste, der unter der Woche von Bundesliga-Konkurrent Köln als Ersatzmann für den langfristig ausfallenden Sebastien Haller verpflichtet worden war, holte sich der BVB massig Erstliga-Erfahrung. Der 34-jährige Mittelstürmer bringt es in seiner Vita immerhin auf 190 Bundesliga-Spiele und 83 Tore (153 Minuten pro Treffer) für die TSG 1899 Hoffenheim (2013 bis 2015) und eben seinen doppelten Ex-Klub aus der Domstadt (2015 bis 2017 und 2018 bis 2022).

Nach nur wenigen Trainingseinheiten mit dem neuen Team spülte es Modeste dann auch direkt in die Startelf der Schwarz-Gelben beim Gastauftritt in Freiburg. Das Warum lag dabei schnell auf der Hand: Mit dem kopfballstarken Angreifer sollte an vorderster Front mehr Durchschlagskraft Einzug finden. Das sei auch überhaupt das, was sich der BVB vom Routinier erhoffe, wie Sebastian Kehl klarstellte.

“Ich glaube, dass beide voneinander profitieren können”, sagte der Dortmunder Sportdirektor im Vorfeld der Partie bei DAZN, ergänzte aber auch, dass die Borussia nun nicht auf einmal anders spielen werde: “Wir werden auf jeden Fall unser Spiel jetzt nicht auf Anthony Modeste ausrichten, das wäre für den Rest der Mannschaft sicherlich nicht zuträglich. Aber mit Modeste bekommen wir ein Element in unser Spiel, das wir genauso nutzen können – sei es aus dem Halbfeld mit Flanken, sei es auch mal mit diagonalen Bällen. Wir haben mit ihm auf jeden Fall eine Waffe hinzugewonnen, die unserem Kader gut tut und dem Trainer im vorderen Bereich mehr Möglichkeiten bietet. Und trotzdem wird er eben auch von uns profitieren, weil wir ihn in der Box füttern wollen.”

So jemand wie Modeste? “Nicht einfach zu finden”

Dass die Suche nach einem gestandenen Zielspieler nach Hallers Hodenkrebs-Diagnose inklusive notwendiger Chemotherapie kein Zuckerschlecken gewesen sei, bekräftige Kehl auch nochmals: “Wir haben das zusätzliche Budget sicherlich nicht eingeplant gehabt, doch so einen Fall mit Sebastien Haller kann man ja nicht vorhersehen. Wir mussten deswegen da jetzt versuchen, dass wir ein bisschen kreativ sind. Und haben da für uns eben noch ein Budget freiräumen können, das nicht ganz leicht war. Denn das Profil, was wir gesucht haben in den Rahmenbedingungen, in denen wir uns bewegen müssen, das ist nicht ganz einfach zu finden” – nämlich einen Neuner, einen echten Stürmer, quasi einen Torgaranten.

“Ich glaube aber, dass wir eine sehr, sehr gute Wahl getroffen haben und vor allem einen Spieler haben, der die Bundesliga kennt, der Deutsch spricht, der sich schnell integriert, der unglaublich torgefährlich ist und ein starkes Kopfballspiel hat”, so Kehl abschließend über die Neuverpflichtung – verbunden natürlich auch mit der Klarstellung, dass von dem Franzosen auch viel erwartet wird: “Wir haben verschiedenste Qualitäten bei ihm ausgemacht. Aber er muss es hier unter Beweis stellen, das ist nochmal ein anderer Klub. Aber wir haben festgestellt, dass er sich unbedingt nochmal auf diesem Niveau beweisen will. Das ist auch in seinem Alter eine Herausforderung.”

“Ganz große Dinger werden wir nicht mehr drehen”

Was BVB-Sportdirektor Kehl darüber hinaus kurz vor dem Bundesliga-Spiel im Breisgau verriet: dass nichts mehr Großes auf dem Transfermarkt, der noch bis zum 1. September geöffnet hat, passieren wird. “Es werden natürlich auch weiterhin viele Namen mit uns in Verbindung gebracht, wir schauen uns das in Ruhe an – und wissen ja auch nicht, was noch auf der Abgabenseite passieren wird. Aber ganz große Dinger werden wir nicht mehr drehen.

BVB muss in Freiburg auf Adeyemi verzichten

Fehlt in Freiburg: Karim Adeyemi.

Fehlt in Freiburg: Karim Adeyemi.

IMAGO/Revierfoto

Was “Sport 1” zuerst berichtete, deckt sich mit Informationen des kicker: Karim Adeyemi steht gegen Freiburg nicht im BVB-Kader. Für den Neuzugang könnte Youngster Youssoufa Moukoko in die Startelf rücken. 

Im ersten Saisonspiel gegen Leverkusen (1:0) verletzte sich Adeyemi an der großen Zehe des linken Fußes und musste bereits nach 23 Minuten ausgewechselt werden. Nach der Partie gab der Offensivmann preis, dass es ihm bereits besser gehe. Doch für einen Einsatz am Freitag reicht es trotzdem nicht. 

Adeyemi wechselte im Sommer von Salzburg nach Dortmund und stand bisher in beiden Pflichtspielen in der Startelfelf der Borussen.