Damar trifft – und kommt nach Hoffenheim?

Mit einer Testspielgenehmigung nahm Muhammed Damar am 4:0-Sieg der TSG Hoffenheim beim FC-Astoria Walldorf teil, denn eigentlich steht der offensive Mittelfeldmann noch bei Eintracht Frankfurt unter Vertrag. Folgt nun der Wechsel in den Kraichgau?

Wechselt er von Frankfurt nach Hoffenheim? Offensivspieler Muhammed Damar.

Wechselt er von Frankfurt nach Hoffenheim? Offensivspieler Muhammed Damar.

IMAGO/Hartenfelser

Mit seinem Treffer zum 3:0 hat der 18-Jährige mindestens einen Punkt gemacht bei Neu-Trainer André Breitenreiter, der ein gelungenes Debüt auf der TSG-Bank feiern durfte bei dem souveränen Sieg gegen den Südwest-Regionalligisten. Früh hatte Jacob Bruun-Larsen den Bundesligisten nach einer feinen Kombination über Kevin Akpoguma, Georginio Rutter und Pavel Kaderabek in Führung gebracht (3.). Der Däne war es auch, der kurz vor der Pause per Abstauber nach einem abgewehrten Kopfball von Kapitän Benjamin Hübner auf 2:0 erhöhte (42.).

Damar, der in dieser Woche per Ausnahmegenehmigung bei den Hoffenheimer Profis mittrainierte, schraubte nach einer Kopfballablage auf 3:0 (75.), hatte bei seinem Abschluss ein wenig Glück. Ebenso Fisnik Asllani. Der Angreifer stellte mit einem leicht abgefälschten Abschluss auf 4:0 (79.), die starke Vorarbeit per flacher Hereingabe hatte Bambase Conte besorgt.

Für Damar wäre eine kleine Ablöse fällig

Was Talent Damar angeht: Der Techniker soll in der Trainingswoche durchaus überzeugend agiert haben. Bei der Eintracht hatte er in der vergangenen U-19-Bundesligasaison in 15 Partien fünfmal getroffen und sieben Tore vorbereitet. Der Vertrag bei den Hessen läuft noch bis 2023, eine kleine Ablöse wäre also fällig. Einiges spricht dafür, dass sich Damar, der noch ein Jahr U19 spielen dürfte, den Hoffenheimern anschließt. Zumal die TSG mit Juniorentransfers im “höheren” Alter in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht hat, etablierten sich doch die vergleichsweise spät geholten Stefan Posch, Christoph Baumgartner und Georginio Rutter schnell in der Bundesliga, während es beim Nachwuchs aus der Region in Sachen Übergang zuletzt eher haperte.

Benni Hofmann

Wienroither im Interview: “Wir sind sehr, sehr gut im Verteidigen”

Im Januar verließ Laura Wienroither (23) Hoffenheim und die deutsche Bundesliga. Sie wagte den Sprung zum FC Arsenal. Vor der EM sprach die Österreicherin darüber, was Gastgeber England im Frauenfußball besser macht als Deutschland.

kicker: Frau Wienroither, können Sie es sich schon vorstellen, wie es ist, vor 75.000 Menschen zu spielen?

Laura Wienroither: Ehrlich gesagt: Nein. Ich habe noch nie vor so vielen Menschen gespielt, der Großteil unserer Mannschaft auch nicht. Das wird sicher ein einmaliges Highlight. Wir wollen das genießen und performen.

In der Gruppe A haben sie mit England und Norwegen zwei stark besetzte Gegner und einen Außenseiter mit Nordirland.

Ja, England kann man zum Favoritenkreis zählen und Norwegen gehört auf jeden Fall in den erweiterten Favoritenkreis. Aber wir wissen, dass wir große Gegner ärgern können. Das wollen wir im Laufe des Turniers zeigen.

Die meisten Außenstehenden nennen Österreich als den wahrscheinlichsten Drittplatzierten in der Gruppe A.

Rein auf dem Papier würde ich England und Norwegen die Favoritenrolle geben, stimmt. Aber wir können überraschen. Wir wissen, für welchen Charakter und welche Werte wir stehen. Und dann, denke ich, ist einiges offen.

Wenn mich jemand nach unseren Stärken fragt, finde ich es schwierig, Worte zu finden.

Laura Wienroither

Welchen Charakter und welche Werte meinen Sie konkret?

Sehr viel Herz, viel Verbundenheit, ein starkes Kollektiv. Immer wenn mich jemand nach unseren Stärken fragt, finde ich es schwierig, Worte zu finden, weil es etwas so Besonderes ist. Den Umgang miteinander, auf und neben dem Platz, würde ich als unsere größte Stärke beschreiben.

Und wenn Sie nach den spielerischen Stärken gefragt werden?

Wir sind sehr, sehr gut im Verteidigen. Wir haben Spaß daran und wissen, dass wir Gegner damit ärgern können.

Für das Spiel nach vorne haben Sie einige aus Deutschland bekannte Kolleginnen dabei. Etwa die ehemalige Bundesliga-Torschützenkönigin Nicole Billa aus Hoffenheim und Sara Zadrazil von Bayern München.

Genau, wir haben auch die individuelle Qualität, um Nadelstiche zu setzen und auf mutigen Ballbesitz zu gehen. Die Ausgewogenheit ist unsere Stärke.

Auf welche Gegenspielerinnen müssen Sie persönlich in der Gruppe A besonders aufpassen?

England und Norwegen sind beide mit sehr vielen guten Spielerinnen bestückt. Bei England kommt mir spontan Lauren Hemp in den Sinn, eine sehr junge, schnelle, vielseitige Spielerin. Auf sie ist auf jeden Fall ein Auge zu werfen. Bei Norwegen ganz klar Ada Hegerberg und Caroline Hansen. Das sind die Gesichter von Norwegen – mit ganz viel Qualität.

Und bei Nordirland?

Wir haben schon zweimal gegen sie gespielt. Aber ich würde jetzt niemandem beim Namen kennen.

Ich bin eine Spielerin, die würde für ihre Mannschaft ihr komplettes Herz auf dem Platz lassen.

Laura Wienroither

Schauen wir auf Ihre persönliche Situation: Als Rechtsverteidigerin konkurrieren Sie mit Katharina Schiechtl von Werder Bremen. Wie stehen Ihre Chancen auf einen Stammplatz?

Wir haben gerade einen sehr breiten Kader. Das ist für so ein Turnier sehr wichtig. Ich habe im vergangenen Jahr das Glück gehabt, dass ich relativ viel spielen durfte. Dabei habe ich versucht, meine Stärken für die Mannschaft einzubringen.

Welche sind das in Ihren Augen?

Ich bin eine Spielerin, die würde für ihre Mannschaft ihr komplettes Herz auf dem Platz lassen. Das kriegt man von mir in jedem Spiel.

Und wer hat nun bessere Karten: Katharina Schiechtl oder Sie?

Wer im Endeffekt spielen wird, entscheidet die Trainerin (lächelt).

In den letzten Jahren haben wir etwas geleistet, sodass wir etwas mehr Aufmerksamkeit verdient haben.

Laura Wienroither

In den Tests gewannen Sie zuletzt mit 4:0 gegen Montenegro und in der Generalprobe mit 1:0 gegen Belgien. Inwiefern sind das Standortbestimmungen? Montenegro war ja deutlich zu schwach.

Gegen Montenegro war es ein sehr schwieriges Spiel, weil der Gegner sehr defensiv stand. Auf jeden Fall etwas anderes als gegen Belgien. Deswegen finde ich es gut, sich auf verschiedene Situationen einzustellen. Man sieht dann auch, wo man Entwicklungspotenzial gegen solche Gegner hat …

Und wo?

Es ist wichtig, gegen tiefstehende Gegner wie Montenegro das Spieltempo sehr hoch zu halten. Und dass man trotzdem versucht, die einfachen Dinge und nichts Überragendes zu machen.

Sind Sie generell zufrieden mit der Wertschätzung und medialen Begleitung der Frauen-Nationalmannschaft in Österreich?

Seit 2017 hat es einen Aufschwung gegeben. Nichtsdestotrotz denke ich, dass noch viel Luft nach oben ist. In den letzten Jahren haben wir etwas geleistet, sodass wir es verdient haben, dass wir als Mannschaft etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen. Vielleicht können wir das durch die EM steigern, auch für die jungen Mädels, die nachkommen.


Laura Wienroither verbrachte die Saison 2021/22 in zwei Ländern

Neues und altes Vereinstrikot: Laura Wienroither verbrachte die Saison 2021/22 in zwei Ländern.
imago images

Sie haben die TSG Hoffenheim und damit die deutsche Bundesliga im Januar in Richtung FC Arsenal verlassen. Wie lautet ihr Fazit nach sechs Monaten in England?

Ich fühle mich sehr wohl, die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Die englische Gesellschaft ist offen, herzlich, das gefällt mir richtig gut. Sportlich ist es für mich noch einmal ein klarer Schritt nach vorne.

Klingt, als sei das Niveau in England insgesamt spürbar höher.

Es ist anders. Der Fußball ist viel schneller, die individuelle Qualität der Gegenspielerinnen höher. Man ist gezwungen, schneller Entscheidungen zu treffen. In Deutschland wird mehr Wert auf das Mannschaftliche gelegt, auf das Taktische. Sehr oft wird nach einem strikten Plan gearbeitet. In England setzt man die Prioritäten ein bisschen anders, es wird sehr viel Kreativität eingefordert.

Wie kann die Bundesliga den Rückstand wieder aufholen?

In England passiert im Frauenfußball sehr viel. Die Gesellschaft steht dem Thema offen gegenüber, es kommen viele Leute zu den Spielen. Der englische Frauenfußball rangiert, was die Professionalität angeht, sehr weit oben. Da kann in Deutschland mehr passieren, auch medial. Das muss mal richtig gepusht werden, damit der Frauenfußball in Deutschland das Ansehen bekommt, das er verdient.

Der bequemere Weg vielleicht. Aber der bessere?

Laura Wienroither

Ihre Einsatzzeiten im Klub schwankten. In welchen Bereichen müssen Sie noch zulegen, damit es für einen Stammplatz bei Arsenal reicht?

Ich kann zufrieden sein mit meinen Einsatzzeiten. Im Winter bin ich ja frisch dazugekommen, nach drei Tagen hatten wir schon das erste Spiel. Es gab also nicht viel Zeit. Trotzdem habe ich es geschafft, mich schnell in die Mannschaft einzufinden. Es wird mir im Sommer ganz guttun, die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft zu absolvieren. Ich muss schauen, dass ich auf dem Platz etwas konstanter werde im Treffen von schnellen Entscheidungen.

In Hoffenheim waren Sie Stammspielerin. Wäre das nicht der bequemere Weg mit Blick auf Ihre EM-Aussichten gewesen?

Ja, der bequemere Weg vielleicht. Aber ich weiß nicht, ob es auch der bessere gewesen wäre. Ich habe mich in dem halben Jahr persönlich schon ein Stück weiterentwickelt. Es ist ja nicht einfach, in ein Land zu wechseln, in dem die Menschen nicht meine Muttersprache sprechen. Die Bereiche, in denen ich noch Potenzial habe, wurden in England gut gefördert. Ich bin deswegen zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich auch fußballerisch und körperlich einen großen Schritt nach vorne gemacht habe – auch wenn ich vielleicht ein paar Minuten weniger gespielt habe. Ich bin sehr froh, dass ich den Wechsel gemacht habe.

Können Sie sich irgendwann eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen?

Aktuell bin ich sehr froh dort, wo ich bin. Es ist gerade der Anfang von etwas, wovon ich immer geträumt habe. Deswegen bin ich sehr dankbar für die Möglichkeit. Im Moment passt für mich alles.

Interview: Paul Bartmuß

DFB präsentiert Schiedsrichter-Chefs für die drei obersten Ligen

Die Schiri GmbH beim Deutschen Fußball-Bund hat sich neu aufgestellt – und Schiedsrichter-Chefs für die obersten drei Ligen präsentiert.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

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Die früheren Spitzenreferees Peter Sippel (Sportlicher Leiter Bundesliga), Rainer Werthmann (2. Bundesliga) und Florian Meyer (3. Liga) sind seit Freitag in neuer Funktion tätig, wie der DFB offiziell mitteilte.

Das Schiedsrichter-Elitewesen beim Verband war in eine eigene Gesellschaftsform ausgegliedert worden. Zum Führungsteam gehören auch Jan-Hendrik Salver als Leiter für die Assistenten sowie der ehemalige Bundesliga-Referee Jochen Drees als Leiter Video-Assistenten und Technologien. Die Geschäftsführung für Sport und Kommunikation liegt weiter bei Lutz Michael Fröhlich.

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Der 64-Jährige verwies auf die stetige Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. “Um das alles noch effizienter koordinieren zu können, haben wir uns für das Modell der Sportlichen Leiter für die einzelnen Ligen entschieden”, sagte er.

Sippel freue sich auf “die neue Herausforderung gemeinsam mit den Kollegen und dem Team”. Worum es ihm vor allem geht? “Ziel ist es, den Schiedsrichtern die optimale Unterstützung und Vorbereitung zu geben, um eine bestmögliche Leistung auf dem Platz abrufen zu können. Unsere Schiedsrichter gehören zu den besten in Europa, und dies soll auch so bleiben”, so Sippel.

DFL terminiert 1. bis 7. Spieltag – BVB startet am Samstagabend

Die DFL hat die ersten sieben Spieltage der neuen Saison zeitgenau angesetzt. Die ersten Samstagabendspiele steigen in Dortmund und auf Schalke.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

imago images/Norbert Schmidt

Dass der FC Bayern die Bundesliga-Saison 2022/23 am Freitag, 5. August, bei Eintracht Frankfurt eröffnet, war bereits mit Veröffentlichung der Spielpläne festgelegt worden. Alle weiteren zeitgenauen Ansetzungen der ersten sieben Spieltage nahm die DFL am Freitag vor.

Das erste Samstagabendspiel der neuen Spielzeit bestreiten Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen am 6. August (18.30 Uhr). Schon drei Stunden vorher empfängt Union Berlin Hertha BSC zum Derby.

Erst am Sonntag sind der VfB Stuttgart gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) und der 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 gefordert (17.30 Uhr). Der Aufsteiger darf am 2. Spieltag zudem das Topspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach bestreiten.

Der 1. FC Köln ist als Teilnehmer an der Europa Conference League an den ersten sieben Spieltagen gleich fünfmal sonntags gefordert.

Das Duell Leipzig gegen Dortmund am 6. Spieltag findet am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) statt, ebenso eine Woche später das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke.

Mit DFL-Neuerung: Am Freitag öffnet das Sommer-Transferfenster 2022

An diesem Freitag öffnet auch in Deutschland das Sommer-Transferfenster. Wechsel sind diesmal einen Tick länger möglich als sonst.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch - nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch – nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

imago images (3)

Ob Sadio Mané beim FC Bayern oder Erik Durm beim 1. FC Kaiserslautern: Die deutschen Profiklubs haben längst mit dem Umbau ihrer Kader begonnen und Spieler verpflichtet. Offiziell vollzogen werden alle bislang getätigten Transfers aber erst an diesem Freitag, wenn die sogenannte Wechselperiode I beginnt, das Sommer-Transferfenster.

Vom 1. Juli an ist es in Deutschland wie gehabt geöffnet. Geschlossen wird es anders als sonst 2022 aber nicht am 31. August, sondern am Donnerstag, den 1. September. Das hatte die DFL-Mitgliederversammlung am 30. Mai beschlossen.

Die Premier League preschte vor, Portugal lässt sich Zeit

“Die Transferperiode wird damit an das diesjährige Wechsel-Zeitfenster anderer europäischer Top-Ligen angepasst, um einen Wettbewerbsnachteil für die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga im Vergleich zu Konkurrenten aus diesen Ländern zu vermeiden und Transfers an diesem Tag noch zu ermöglichen”, hieß es damals vonseiten der DFL.

Weiterhin bleibt den Klubs am “Deadline Day” bis 18 Uhr Zeit, um die Mehrheit der erforderlichen Unterlagen einzureichen. Lediglich vereinslose Spieler können auch zwischen Sommer- und Wintertransfer, der Wechselperiode II, verpflichtet werden.

Während Wechsel nach Spanien, Italien und Frankreich in diesem Jahr ebenfalls zwischen dem 1. Juli und 1. September möglich sind, preschten andere Länder schon vor. Die Premier League etwa reagierte auf den wegen der WM in Katar vorgezogenen Saisonstart (5. August) und öffnete das Transferfenster bereits zum 10. Juni. Schluss ist aber ebenfalls am 1. September.

Auch in den Niederlanden (9. Juni) oder der Türkei (17. Juni) durften die Klubs bereits aktiv werden. Die Eredivisie beendet die Wechselperiode dann bereits am 31. August wieder, die SüperLig erst am 8. September und damit eine Woche später als die Topligen. Noch länger lässt Portugal das Fenster offen – bis zum 22. September.

Ottos Transfer wirft eine Frage auf

Mit David Otto verliert die TSG ein weiteres Eigengewächs. Zugegeben: Eine echte Verstärkung für den Bundesliga-Kader wäre der Angreifer in dieser Saison mutmaßlich nicht geworden. Und doch wirft sein Wechsel zum FC St. Pauli eine Frage auf.

Glänzte in Hoffenheim nur im Juniorenbereich: David Otto.

Glänzte in Hoffenheim nur im Juniorenbereich: David Otto.

imago images / Sportfoto Rudel

Nämlich die nach der Qualität der hauseigenen Akademie. Die galt jahrelang als Vorzeige-Nachwuchsleistungszentrum in der Bundesrepublik. Doch die Zeiten, als ein Niklas Süle den Durchmarsch zu den Profis packte und zum 20-Millionen-Euro-Verkaufsschlager zum FC Bayern avancierte, scheinen vorbei.

Otto, der in der U-19-Bundesliga einst Top-Werte vorweisen konnte und auch in der UEFA-Youth-League überzeugte, sucht sein Glück nach Ausleihen nach Heidenheim und Regensburg nun am Millerntor. Maximilian Beier probiert es weiterhin über den Umweg Hannover 96.

Geiger schaffte als Letzter den Durchbruch

Der zuletzt zu Admira Wacker verliehene Ilay Elmkies ist wie Luca Philipp ein Wechselkandidat. Melayro Bogarde erhält eine neue Chance nach seiner Leihe nach Groningen, Ausgang offen. Ebenso bei Marco John – beim Mittelfeldmann muss man sehen, ob er nach einer von Verletzungen geprägten Saison an das ordentliche Frühjahr 2021 anknüpfen kann. Mit Tom Bischof schnupperte ein Rohdiamant Bundesliga-Luft, doch eine Prognose wäre bei dem erst am Dienstag 17 Jahre alt geworden äußerst gewagt.

Im Prinzip ist Dennis Geiger das letzte Eigengewächs, das im Kraichgau den Durchbruch schaffte und sich in der Bundesliga etabliert hat. Christoph Baumgartner ist ein Sonderfall, kam erst als beinahe 18-Jähriger aus Österreich. Georginio Rutter war bereits 18 Jahre alt bei seinem Wechsel von Stade Rennes, ebenso Stefan Posch und Kevin Akpoguma.

Hohe Fluktuation in der Nachwuchs-Leitung

Mit seinen Rundumschlägen kurz nach Saisonende dürfte Mäzen Dietmar Hopp also nicht nur Profibereich und medizinische Abteilung gemeint haben. Von ungefähr kommt es kaum, dass der Milliardär über die Gesellschaft Hobra an Klubs in Brasilien (Barra FC) und Portugal (Academico do Viseu) beteiligt ist, besonders in Südamerika liegt der Fokus auf den Talenten. Viseu könnte in diesem Konstrukt als eine Art Übergangsklub dienen, um die Eingewöhnung nach Europa zu erleichtern für Nachwuchskräfte aus Brasilien – doch davon scheinen die beiden, höchst umstrittenen Auslandsengagements noch weit entfernt.

Inwiefern die hohe Fluktuation in der Leitung des Nachwuchsbereichs in diesem Problemfeld eine Rolle spielen mag, bleibt natürlich spekulativ. Auffällig ist: Nachdem es den damaligen Leiter Dirk Mack im Januar 2020 nach China gezogen hatte, benötigten die Macher in Hoffenheim ein halbes Jahr, um in Marcus Mann einen Nachfolger zu präsentieren.

2020 verlor Hoffenheim Toptalente

In dieser Phase, aber auch schon in den Monaten zuvor, sollen Gespräche über potenzielle Verlängerungen mit Talenten allenfalls spärlich vorangetrieben worden sein. Stattdessen verlor die TSG Toptalente wie Amadou Onana, Kerim Calhanoglu, Mamin Sanyang oder Armindo Sieb. Teils beschwerten sich die Hoffenheimer über fragwürdiges Verhalten der Konkurrenz in diesen Transfers – sicher auch das nicht zu Unrecht.

Und doch müssen sie sich fragen lassen, warum Mann schon nach einem Jahr wieder das Weite suchte. Das Amt des Sportdirektors in Hannover ist zweifelsfrei ein Karrieresprung gewesen für den rührigen 38-Jährigen, doch hätte man bei einer derart wichtigen Position im Vorfeld nicht die Frage klären müssen, ob ein Kandidat sich bewusst für den Posten des Nachwuchschefs entscheidet oder insgeheim eine Karriere als Profimanager anstrebt? Zumal Mann aus dem Seniorenbereich des 1. FC Saarbrücken zur TSG gestoßen war.

Mann jedenfalls war schnell Geschichte, mit Ex-U-17-Coach Jens Rasiejewski übernahm im Juli 2021 ein alter Bekannter. Kürzlich holte er mit Vincent Wagner einen ehemaligen Vertrauten aus gemeinsamen Bochumer Tagen, der Kai Herdling als U-23-Trainer ablöste. Gerade die Übergangsmannschaft der Kraichgauer enttäuscht trotz nominell guter Transfers seit Jahren. Im Endeffekt blieb sie zuletzt vor allem dank der 20 Tore von Nick Proschwitz in der Regionalliga – einem 35-Jährigen.

Benni Hofmann

St. Pauli holt Otto aus Hoffenheim

Zweitligist FC St. Pauli hat einen neuen Angreifer verpflichtet. David Otto (23) kommt von der TSG Hoffenheim.

Ein Gesicht der neuen St.-Pauli-Saison? David Otto.

Ein Gesicht der neuen St.-Pauli-Saison? David Otto.

imago images/Sascha Janne

Im Kraichgau schien Otto keine Zukunft gehabt zu haben, seit 2019 hatte ihn die TSG nach Heidenheim und Regensburg verliehen. Die 2. Liga kennt der Angreifer also, der nun fest zum FC St. Pauli wechselt.

FCSP-Sportchef Andreas Bornemann hob in der Pressemitteilung die “exzellente Ausbildung” Ottos bei Hoffenheim und auch die Erfahrung im Profi-Bereich hervor – fünf Tore und acht Vorlagen sammelte der Rechtsfuß in 67 Zweitliga-Einsätzen.

Trainer Timo Schultz freut sich indes darauf, “David in der Offensive variabel einsetzen” zu können, um als Mannschaft noch schwerer auszurechnen zu sein. Otto selbst sieht in der neuen Station Herausforderung und Chance zugleich, “weil der Verein auf junge, ehrgeizige Spieler setzt”.

Gacinovic war nur der Anfang

Mittlerweile ist offiziell, was der kicker bereits berichtet hatte: Mijat Gacinovic schließt sich AEK Athen an. Der Serbe, zuletzt an Panathinaikos verliehen und bei der TSG nie über den Status des Ergänzungsspielers hinausgekommen, soll keinesfalls der letzte Abgang bleiben in Hoffenheim.

Hat sich nie durchgesetzt: Kasim Adams.

Hat sich nie durchgesetzt: Kasim Adams.

IMAGO/HJS

Auch der zuletzt nach Bochum verliehene Kostas Stafylidis etwa hat nicht die besten Einsatzchancen. Eine Weiterverpflichtung durch den VfL wäre sicher eine sinnvolle Option, selbst wenn der Newcomer der Vorsaison, David Raum, Rufen nach höheren Ambitionen folgen und damit wieder eine Planstelle auf links frei würde. Dann hätte die Lösung mit Robert Skov für die linke Bahn erst einmal Priorität. Bereits unter Alfred Schreuder war der Däne, eigentlich rechts offensiv im Mittelfeld beheimatet, zum Linksverteidiger umgeschult worden. Diese Rolle traut man ihm im Kraichgau generell weiterhin zu.

Ebenso wie für Gacinovic, der nach kicker-Informationen insgesamt eine Million Euro an Ablöse inklusive aller Nebengeräusche einbringt, stellt sich die Frage nach einem Wechsel bei Kasim Adams. Und das im Prinzip seit Jahren. Der bullige Innenverteidiger war mit viel Vorschusslorbeeren und vor allem für gutes Geld 2018 von den Berner Young Boys geholt worden. Durchgesetzt hat sich der 27-Jährige nie, auch eine Leihe zu Fortuna Düsseldorf lief wenig fruchtbar. Dem Vernehmen nach soll es bereits im Winter Interessenten gegeben haben, die allerdings nicht bereit waren, eine Ablöse zu bezahlen. Angesichts der acht Millionen Euro, die die TSG in Adams investiert hat, ist es nachvollziehbar, dass sie den Ghanaer nicht für lau im Winter gehen lassen wollte. Und er selbst dürfte anderswo kaum mehr einen so gut dotierten Kontrakt erhalten – was neben COVID-19 auch an der sportlichen Entwicklung liegen mag.

Neben den zuletzt verliehenen Talenten Ilay Elmkis (Admira Wacker) und David Otto (Jahn Regensburg), die wie Jung-Torwart Luca Philipp Spielpraxis benötigen und daher Kandidaten für eine neuerliche Ausleihe respektive einen Transfer sind, spricht auch bei Sargis Adamyan einiges für einen Wechsel. Auf seiner Leihstation FC Brügge waren dem Armenier immerhin fünf Treffer in neun Partien gelungen. Und schon im Winter schlägt mit Lucas Ribeiro (Ceara SC/Brasilien) der nächste Rückkehrer auf, für den die TSG-Verantwortlichen vielleicht einen Abnehmer suchen müssen.

Benni Hofmann

Gacinovic war nur der Anfang: Geht auch Adams?

Mittlerweile ist offiziell, was der kicker bereits berichtet hatte: Mijat Gacinovic schließt sich AEK Athen an. Der Serbe, zuletzt an Panathinaikos verliehen und bei der TSG nie über den Status des Ergänzungsspielers hinausgekommen, soll keinesfalls der letzte Abgang bleiben in Hoffenheim.

Hat sich nie durchgesetzt: Kasim Adams.

Hat sich nie durchgesetzt: Kasim Adams.

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Auch der zuletzt nach Bochum verliehene Kostas Stafylidis etwa hat nicht die besten Einsatzchancen. Eine Weiterverpflichtung durch den VfL wäre sicher eine sinnvolle Option, selbst wenn der Newcomer der Vorsaison, David Raum, Rufen nach höheren Ambitionen folgen und damit wieder eine Planstelle auf links frei würde. Dann hätte die Lösung mit Robert Skov für die linke Bahn erst einmal Priorität. Bereits unter Alfred Schreuder war der Däne, eigentlich rechts offensiv im Mittelfeld beheimatet, zum Linksverteidiger umgeschult worden. Diese Rolle traut man ihm im Kraichgau generell weiterhin zu.

Ebenso wie für Gacinovic, der nach kicker-Informationen insgesamt eine Million Euro an Ablöse inklusive aller Nebengeräusche einbringt, stellt sich die Frage nach einem Wechsel bei Kasim Adams. Und das im Prinzip seit Jahren. Der bullige Innenverteidiger war mit viel Vorschusslorbeeren und vor allem für gutes Geld 2018 von den Berner Young Boys geholt worden. Durchgesetzt hat sich der 27-Jährige nie, auch eine Leihe zu Fortuna Düsseldorf lief wenig fruchtbar. Dem Vernehmen nach soll es bereits im Winter Interessenten gegeben haben, die allerdings nicht bereit waren, eine Ablöse zu bezahlen. Angesichts der acht Millionen Euro, die die TSG in Adams investiert hat, ist es nachvollziehbar, dass sie den Ghanaer nicht für lau im Winter gehen lassen wollte. Und er selbst dürfte anderswo kaum mehr einen so gut dotierten Kontrakt erhalten – was neben COVID-19 auch an der sportlichen Entwicklung liegen mag.

Neben den zuletzt verliehenen Talenten Ilay Elmkis (Admira Wacker) und David Otto (Jahn Regensburg), die wie Jung-Torwart Luca Philipp Spielpraxis benötigen und daher Kandidaten für eine neuerliche Ausleihe respektive einen Transfer sind, spricht auch bei Sargis Adamyan einiges für einen Wechsel. Auf seiner Leihstation FC Brügge waren dem Armenier immerhin fünf Treffer in neun Partien gelungen. Und schon im Winter schlägt mit Lucas Ribeiro (Ceara SC/Brasilien) der nächste Rückkehrer auf, für den die TSG-Verantwortlichen vielleicht einen Abnehmer suchen müssen.

Benni Hofmann

Wieder Athen: Gacinovic verlässt Hoffenheim endgültig

Mijat Gacinovic (27) wird nicht mehr für die TSG Hoffenheim auflaufen. Der Mittelfeldspieler bleibt in Griechenland, wechselt aber den Verein.

In Hoffenheim oft nur Reservist: Mijat Gacinovic.

In Hoffenheim oft nur Reservist: Mijat Gacinovic.

imago images/HMB-Media

Bereits am Sonntag hatte der kicker berichtet, dass Gacinovics Wechsel unmittelbar bevorstehe. Am Dienstag meldete die TSG dann Vollzug. Gacinovic wechselt mit sofortiger Wirkung zum griechischen Erstligisten AEK Athen und erhält dort die Rückennummer 8. In der Rückrunde der vergangenen Saison war der Serbe bereits an den Stadtrivalen Panathinaikos ausgeliehen. Sein Vertrag in Hoffenheim wäre noch bis 2024 gelaufen.

“Wir hatten uns im Winter mit Mijat für eine Leihe entschieden, da er aufgrund unserer Kadersituation nicht zu der Einsatzzeit kam, die er sich erhofft hatte”, wird Alexander Rosen, Direktor Profifußball bei der TSG, zitiert. “In Athen folgte dann ein sehr gutes Halbjahr. Panathinaikos wurde Pokalsieger und Mijat spielte sich in Griechenland in den Fokus.”

Gacinovic war 2020 im Tausch mit Steven Zuber von Eintracht Frankfurt nach Hoffenheim gewechselt. Kurios: Künftig laufen Gacinovic und Zuber Seite an Seite in Athen auf. Der Schweizer spielt bereits seit einem Jahr für AEK.