Nach Flucht aus der Ukraine: Miroshnichenko trainiert bei Kiel mit

Zweitligist Holstein Kiel ermöglicht dem ukrainischen Profifußballer Denys Miroshnichenko, sich bis zum Saisonende bei der KSV im Training fitzuhalten.

Hält sich bei der KSV Holstein fit: Denys Miroshnichenko.

Hält sich bei der KSV Holstein fit: Denys Miroshnichenko.

imago images/Joachim Sielski

Der 27-jährige von PFK Oleksandrija flüchtete gemeinsam mit seinen Eltern und seiner Verlobten vor der russischen Invasion in die Ukraine. Aufgrund des Krieges wurde die ukrainische Liga abgebrochen und der Spiel- und Trainingsbetrieb eingestellt.

Nun eröffnet die KSV Holstein dem Rechtsverteidiger, der 2019 in der Europa League unter anderem gegen den VfL Wolfsburg angetreten war, die Möglichkeit, sich bis zum Saisonende fithalten zu können. Über seinen Berater hatte der Abwehrspieler zuvor Kontakt zum Zweitligisten aufgenommen.

“Ich bin sehr begeistert, wie die Trainingsanlage aussieht und welche Atmosphäre hier herrscht. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und bin dankbar, dass mir die Teilnahme am Training ermöglicht wird”, sagt Miroshnichenko via klubeigener Website.

96-Boss Kind peilt Rückkehr in die Bundesliga an

Mit geballter Finanzkraft und frischen Gesichtern soll es in Hannover wieder aufwärtsgehen. Wenn die Klasse gesichert ist …

Klub-Boss Martin Kind will Hannover 96 zurück in die Bundesliga führen.

Klub-Boss Martin Kind will Hannover 96 zurück in die Bundesliga führen.

imago images/Henning Scheffen

Hannover 96 will am Freitagabend gegen den Karlsruher SC (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) den Klassenerhalt ins Ziel bringen. Und danach eine Zeitenwende einleiten.

Etat von rund 40 Millionen Euro

96-Boss Martin Kind hatte angekündigt, nach dem Spar- und Schrumpfkurs der jüngeren Vergangenheit wieder in den Angriffsmodus umschalten und 2022/23 mit einem Etat von rund 40 Millionen Euro die Rückkehr in die Bundesliga ins Visier nehmen zu wollen. Mit geballter Finanzkraft soll es nach dem so bald wie möglich gesicherten Verbleib in der 2. Liga wieder aufwärtsgehen, mit frischen Gesichtern.

Aussichtsreiche Gespräche mit Neumann

Wie der Vorbote einer neuen Zeit wirkt dabei Fabian Kunze. Mit dem 23-jährigen Bielefelder vereinbarte 96 einen Vertrag bis 2025. Er kommt ablösefrei und soll mit seiner Robustheit im defensiven Mittelfeld, wo zumindest Mark Diemers und Mike Frantz den Klub verlassen werden, für neue Stabilität sorgen. In aussichtsreichen Gesprächen befinden sich die Niedersachsen außerdem mit Phil Neumann. Der 24-jährige, einst beim Ligakonkurrenten FC Schalke 04 ausgebildete Kieler gilt als designierter Nachfolger von Verteidiger Marcel Franke, der keine Zukunft in Hannover hat. Eine kurze Kieler Vergangenheit besitzt auch Max Besuschkow. Der Vertrag des Mittelfeldspielers in Regensburg läuft aus, ihn hat 96 im Visier.

Für den Angriff wäre mit dem FC Bayern über Nicolas Kühn, einem verlorenen Sohn, der in Wunstorf vor den Toren Hannovers geboren wurde, nach dessen Ausleihe nach Aue über eine Rückkehr zu 96 zu verhandeln. Für die Offensive rückt auch Havard Nielsen in den Fokus. Der 28-jährige Norweger von Erstliga-Absteiger Fürth könnte eine Art Beigabe sein, wenn von der Spielvereinigung Trainer Stefan Leitl in Hannover anheuert. Mit Leitl erzielten Martin Kind und Sportdirektor Marcus Mann (einst 2006/07 Leitls Teamkollege bei Darmstadt 98) Anfang dieser Woche eine Übereinkunft – immer vorausgesetzt, dass 96 es schafft, in der Liga zu bleiben.

Michael Richter

Umbruch in Kiels Trainerteam – Nur Bremser verlängert

Bei Holstein Kiel wird es in der kommenden Saison neue Gesichter im Trainerteam geben. Während Co-Trainer Dirk Bremser seinen Vertrag verlängerte, konnte mit drei Mitgliedern aus dem Staff keine Einigung erzielt werden.

Werden auch in der kommenden Saison gemeinsam an der Seitenlinie der KSV Holstein stehen: Coach Marcel Rapp (l.) und sein Assistent Dirk Bremser.

Werden auch in der kommenden Saison gemeinsam an der Seitenlinie der KSV Holstein stehen: Coach Marcel Rapp (l.) und sein Assistent Dirk Bremser.

imago images/Hübner

Wie die KSV am Dienstag mitteilte, konnte mit Co-Trainer Fabian Boll, Athletik-Coach Andre Filipovic sowie mit Video-Analyst Philipp Pelka keine Einigung über eine Verlängerung ihrer nach dieser Saison auslaufenden Verträge erzielt werden. Allerdings hätte Kiel gerne mit dem Trio weitergearbeitet.

“Wir haben Fabian Boll, Andre Filipovic und Philipp Pelka frühzeitig signalisiert, gerne mit ihnen den Weg der KSV gemeinsam bis 2024 weitergehen zu wollen”, wird Uwe Stöver, Holsteins Geschäftsführer Sport, auf der KSV-Website zitiert. “Allerdings ist es uns bei den drei Genannten nach intensiven Gesprächen und aus unterschiedlichen Gründen nicht gelungen, sich auf eine Vertragsverlängerung verständigen zu können.”

Bremser verlängert bis Juni 2024

Dagegen hat Dirk Bremser seinen noch bis Juni 2023 datierten Vertrag vorzeitig um ein weiteres Jahr verlängert. Der 56-Jährige kann bereits auf eine lange Zeit als Assistenztrainer zurückblicken, besonders mit dem heutigen Nürnberger Sportvorstand Dieter Hecking arbeitete er lange zusammen. Beide wurden im Jahr 2015 mit dem VfL Wolfsburg Pokalsieger. “Mit Dirk Bremser haben wir im vergangenen Sommer einen Co-Trainer mit langjähriger Erfahrung und enormer Fußball-Expertise gewinnen können, der sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifiziert, großes Engagement zeigt und eine gute Bindung zur Mannschaft hat”, erklärte Stöver. Wie Cheftrainer Marcel Rapp ist Bremser nun bis Juni 2024 an die KSV Holstein gebunden.

2. Bundesliga kehrt ab nächster Saison samstags zu alter Anstoßzeit zurück

Wie die DFL am Dienstag mitteilte, werden die Partien am Samstagmittag ab der kommenden Saison wieder um 13 Uhr beginnen.

Die Samstagsspiele der 2. Bundesliga beginnen ab der kommenden Saison schon früher.

Die Samstagsspiele der 2. Bundesliga beginnen ab der kommenden Saison schon früher.

IMAGO/Fotostand

Diese Anstoßzeiten galten in der 2. Bundesliga bereits zwischen 2009 und 2021, bevor die DFL den Anpfiff der Spiele am Samstagmittag vor dieser Saison auf 13.30 Uhr verschob.

Nun wird der Bundesliga-Fußball am Samstag (mit den Erstligaspielen um 15.30 Uhr) wieder etwas entzerrt, sodass “die Begegnungen der 2. Bundesliga bis zum Spielende und mit der anschließenden Nachberichterstattung vollumfänglich verfolgt werden” können, so die DFL.

Unverändert bleibt derweil die Zweitligapartie am Samstagabend, die weiterhin um 20.30 Uhr angepfiffen werden soll.