Pechvogel Reitz fehlt Gladbach am Tegernsee

Borussia Mönchengladbach ist wie geplant am Sonntagnachmittag in Rottach-Egern eingetroffen. Mit dabei im Trainingslager: Neuzugang Ko Itakura. Ein anderer Profi verpasst die Gelegenheit, sich zu empfehlen.

Freut sich auf das gemeinsame Trainingslager: Gladbachs neuer Trainer Daniel Farke.

Freut sich auf das gemeinsame Trainingslager: Gladbachs neuer Trainer Daniel Farke.

Getty Images

Zahlreiche Borussen-Fans warteten bereits, als Trainer Daniel Farke und die Mannschaft mit dem Teambus am Althoff Seehotel Überfahrt, das für die nächsten acht Tage das Quartier der Fohlen-Belegschaft in Rottach-Egern sein wird, vorfuhren.

Insgesamt 24 Spieler – drei Torhüter und 21 Feldspieler – konnten bei der Ankunft gezählt werden. Zur Gruppe gehörten auch schon Neuzugang Ko Itakura (erhält die Rückennummer 3), dessen Verpflichtung am Samstag erfolgreich abgeschlossen werden konnte, sowie Kouadio Emmanuel “Manu” Koné, Hannes Wolf und der im Mai erst 18 Jahre jung gewordene Yvandro Borges Sanches als erste Nachzügler nach dem verlängerten Urlaub aufgrund der Länderspiele nach Bundesliga-Schluss.

Einer der Youngster fehlte allerdings beim Check-in: Rocco Reitz. Der Mittelfeldspieler verpasst die intensive Vorbereitungszeit am Tegernsee krankheitsbedingt. Bitter für den 20-Jährigen, denn so kann er sich nach dem Ende seiner Leihzeit in Belgien bei Erstligist Sint-Truidense VV erst einmal nicht mehr beim neuen Cheftrainer Daniel Farke empfehlen.

Farke: “Man kann sich als Gruppe sehr gut kennenlernen”

Auf dem Platz trainiert wurde am Sonntag noch nicht, zur ersten Raseneinheit am Fuße des Wallbergs bittet Farke am Montagvormittag. Zur Wochenmitte wird die Trainingsgruppe dann um weitere sieben Profis anwachsen. Mit Yann Sommer, Jonas Hofmann, Stefan Lainer, Ramy Bensebaini, Breel Embolo, Nico Elvedi und Joe Scally erwartet der VfL-Coach die restlichen Nationalspieler zurück.

“Es ist immer schön, in der Vorbereitung auch mal in einer anderen Umgebung trainieren zu können. Und man kann sich als Gruppe und Gemeinschaft sehr gut kennenlernen, deswegen ist es auch wichtig, dass die Nationalspieler in den nächsten Tagen dazukommen”, sagte Farke.

Jan Lustig

Für fünf Millionen Euro: Gladbach holt Ex-Schalker Itakura

Planstelle geschlossen: Mit der Verpflichtung von Japans Nationalspieler Ko Itakura erhält Borussia-Coach Daniel Farke einen vielseitig einsetzbaren Defensivspieler, der vor allem die offene Planstelle im Mittelfeld besetzen soll.

Bleibt in NRW, wechselt aber die Farben: Ko Itakura unterschrieb bei Borussia Mönchengladbach.

Bleibt in NRW, wechselt aber die Farben: Ko Itakura unterschrieb bei Borussia Mönchengladbach.

IMAGO/RHR-Foto

Borussia Mönchengladbach hat den japanischen Nationalspieler Ko Itakura von Manchester City verpflichtet. Was sich bereits angedeutet hatte, ist nun perfekt: Die Gladbacher bestätigten den Wechsel und auch, dass Itakura einen Vertrag bis 2026 unterschrieb. Der 25 Jahre alte Defensivspieler kommt kicker-Informationen zufolge für eine Ablösesumme von fünf Millionen Euro an den Niederrhein.

Die Flexibilität ist ein Vorteil

In der abgelaufenen Saison war Itakura an den FC Schalke 04 ausgeliehen. Dort entwickelte er sich zum Publikumsliebling und hatte maßgeblichen Anteil an der Rückkehr in die Bundesliga. In 31 Zweitliga-Partien für die Königsblauen erzielte der 25-Jährige vier Tore (kicker-Note 3,05). In der Rangliste wurde der 1,86 Meter große Rechtsfüßer zuletzt zweimal als Herausragend eingestuft. Aus finanziellen Gründen konnten die Gelsenkirchener nach dem Aufstieg die vereinbarte Kaufoption in Höhe von fast sechs Millionen Euro nicht ziehen, sodass der Japaner vorerst zu Manchester City zurückkehrte.

Auf Schalke lief Itakura meist in der Innenverteidigung auf, bei den Fohlen ist er nun für das defensive Mittelfeld eingeplant. Gladbachs Sportdirektor Roland Virkus hatte noch nach einem “klaren Sechser” gesucht, nun bekommt sein Trainer Daniel Farke einen vielseitig einsetzbaren Profi. Für die Nationalmannschaft Japans debütierte Itakura im September 2019, seitdem lief er zwölfmal für die “Samurai Blue” auf.

Ende des Wartens: Itakura-Deal vor Abschluss

Die Verpflichtung von Ko Itakura (25) steht bei Borussia Mönchengladbach kurz bevor. Für den japanischen Nationalspieler wird eine Ablösesumme in Höhe von fünf Millionen Euro fällig. Trainer Daniel Farke reagiert gelassen auf das Interesse aus Frankreich an Torhüter Yann Sommer.

Vor dem Wechsel nach Mönchengladbach: Japans Nationalspieler Ko Itakura.

Vor dem Wechsel nach Mönchengladbach: Japans Nationalspieler Ko Itakura.

IMAGO/AFLOSPORT

Erst Mittelfeldtalent Oscar Fraulo (18, FC Midtjylland), jetzt Ko Itakura – Sportdirektor Roland Virkus ist kurz davor, auch den zweiten Wunschtransfer für die kommende Saison erfolgreich abzuschließen. Der bevorstehende Wechsel von Itakura sorgt für glückliche Gesichter im Borussia-Park, denn der Defensivmann schließt die aktuell größte Baustelle im Kader. Für Itakura muss nach kicker-Informationen eine Ablösesumme in Höhe von fünf Millionen Euro an Manchester City überwiesen werden.

Bei Virkus stand für diesen Transfersommer die Verpflichtung eines “klaren Sechsers” ganz oben auf der Agenda. Genau dieser Spielertyp fehlte bisher im Kader. In Gladbach ist Itakura für die Rolle im defensiven Mittelfeld vorgesehen, während er bei Schalke 04 in der vergangenen Saison einen hervorragenden Job als Innenverteidiger verrichtete. Diese Polyvalenz ist ein weiterer Vorteil des Deals. Mit Itakura zieht Virkus eine vielseitig einsetzbare Verstärkung für das Defensivzentrum an Land.

Schalke war die Kaufoption zu teuer

Für Schalke bestritt die City-Leihgabe in der vergangenen Saison 31 Ligaspiele (vier Tore) und avancierte dank der teilweise überragenden Leistungen zu einem der besten Innenverteidiger in der 2. Liga. Der kicker stufte Itakura in seiner Sommer-Rangliste auf Platz 2 in der Kategorie “Herausragend” ein. Schalke hätte den spielstarken Rechtsfuß gerne über den Sommer hinaus fest verpflichtet, konnte das Geld zum Ziehen der ausgehandelten Kaufoption in Höhe von fast sechs Millionen Euro aber nicht aufbringen. Das öffnete die Tür für andere Interessenten – unter anderem für die Borussia, die schon seit einiger Zeit der Favorit auf Verpflichtung Itakuras war.

Zum einem anderen aktuellen Personalthema bezog Daniel Farke am Freitagabend nach dem Testspielsieg bei Rot-Weiss Essen (4:2) Stellung. Laut französischen Medienberichten zeigt OGC Nizza mit Trainer Lucien Favre gesteigertes Interesse an Yann Sommer; auch Stade Rennes hat den Torhüter im Visier. Der Vertrag von Gladbachs Nummer 1 läuft 2023 aus. Für Farke ist das Interesse aus Frankreich offenbar kein Grund zur Beunruhigung, der Trainer reagiert gelassen. “Auf dem Level brodelt die Gerüchteküche immer. Ich hatte als Trainer angeblich auch schon vielen Vereinen zugesagt, und es war nie Thema. Man muss nicht alles glauben”, sagte Farke. Der VfL-Coach erwartet Sommer in der kommenden Woche während des Trainingslagers am Tegernsee, in das die Borussen am Sonntag aufbrechen, zurück. “Ich bin froh, dass Yann Sommer Mitte nächster Woche zu uns stößt. Er ist ein überragender Torhüter und ein toller Typ, eine Lichtgestalt für Borussia. Es ist wichtig, dass wir ihn bei uns in der Gruppe haben. Ich freue mich, dass er bald zu uns kommt”, so Farke.

Jan Lustig

4:2 – Kleines Torfestival zum Farke-Einstand

Borussia Mönchengladbach hat das erste Testspiel unter der Regie des neuen Cheftrainers Daniel Farke gewonnen. Bei Drittligist Rot-Weiss Essen siegten die Fohlen durch Tore von Marcus Thuram (2), Alassane Plea und ein Eigentor von Essens Meiko Sponsel 4:2.

Gleich schlägt es ein: Marcus Thuram

Gleich schlägt es ein: Marcus Thuram

IMAGO/fohlenfoto

Vom Start weg entwickelte sich ein flottes und unterhaltsames Spiel, in dem beide Mannschaften mit viel Offensivdrang agierten und zu zahlreichen Torchancen kamen. Daniel Farke brachte bei seinem ersten Testspiel auf der Borussen-Bank Marcus Thuram in der Spitze und dahinter eine Offensivreihe, in der der 18 Jahre alte Sommereinkauf Oscar Fraulo seine Premiere feierte und mit einigen technisch guten Aktionen gefiel.

Der Mann der ersten 45 Minuten hieß allerdings Thuram, der in der Spitze immer wieder gefährlich auftauchte und an allen drei Gladbacher Treffern beteiligt war. Beim 1:0 veredelte der Franzose eine Kombination über den spielstarken Lars Stindl und den offensivfreudigen Luca Netz. Dem 2:0 durch den verwandelten Foulelfmeter von Plea ging ein Foulspiel von Essens Keeper Jakob Golz an Thuram – der von Stindl traumhaft freigespielt wurde – voraus. Das dritte Borussen-Tor erzielte wiederum Thuram per Flugkopfball nach Flanke von Plea. Offensiv wusste die Farke-Elf vollauf zu überzeugen.

Hinten offenbarten sich Lücken

Das galt allerdings nicht für die Abwehrleistung der Mannschaft. Hinten offenbarten sich große Lücken und erhebliche Abstimmungsprobleme gegen die flinken Essener. Tobias Sippel musste einige Male für seine Vorderleute retten und wurde dann selbst überrascht, als Cedric Harenbrock nicht aus dem Halbfeld flankte, sondern den Ball mit Wucht im Kasten unterbrachte. Mit mehr Konsequenz im Abschluss hätte für den Drittligisten im ersten Durchgang deutlich mehr als das eine Tor herausspringen können.

Im zweiten Durchgang ging es auf Gladbacher Seite mit komplett neuer Elf und einer echten Nachwuchsriege weiter – aber auch den gleichen Schwierigkeiten wie vor der der Pause. Ein kapitales Missverständnis zwischen Moritz Nicolas und Enrique Lofolomo nutzten die Essener – ab jetzt mit dem Ex-Gladbacher Kevin Holzweiler auf dem Platz – in Person von Simon Engelmann zum Anschlusstreffer.

RWE “bedankte” sich seinerseits für die Einladung und traf dann durch Meiko Sponsel ins eigene Tor. Weitere Gelegenheiten boten sich auch in der Folgezeit auf beiden Seiten. Tore fielen allerdings nicht mehr, es blieb beim 4:2 aus Sicht der Gladbacher, die im Spiel nach vorne große Spielfreude versprühten, sich aber in der Defensivarbeit deutlich steigern müssen. Jan Lustig

RW Essen
1. HZ: Golz – Plechaty, Heber, Bastians, Herzenbruch – Rother, Tarnat, Harenbrock – Loubongo, Berlinski, Young
2. HZ: Wienand – Sponsel, Rios Alonso, Kourouma, Rüth – Tarnat, Dürholtz, Krasniqi – Holzweiler (70. Kesim), Engelmann, Kefkir

Gladbach
1. HZ: Sippel – Herrmann, Friedrich, Beyer, Netz – Kramer, Neuhaus -Stindl, Fraulo, Plea – Thuram
2. HZ: Nicolas – Walde, Gaal, Lofolomo, Kemper – Reitz, Lockl – Quizera, Noß, Skraback (84. Meuer) – Asallari

Tore und Karten

0:1
Thuram (11′)

0:2
Plea (22′, Foulelfmeter)

1:2
Harenbrock (25′)

1:3
Thuram (41′)

2:3
Engelmann (49′)

2:4
Sponsel (59′, Eigentor)

Tore und Karten

0:1
Thuram (11′)

0:2
Plea (22′, Foulelfmeter)

1:2
Harenbrock (25′)

1:3
Thuram (41′)

2:3
Engelmann (49′)

2:4
Sponsel (59′, Eigentor)


Rot-Weiss Essen

RW Essen


Rot-Weiss Essen

RW Essen

Aufstellung

Einwechslungen


Bor. Mönchengladbach

Gladbach


Bor. Mönchengladbach

Gladbach

Aufstellung

Einwechslungen

Spielinfo


Stadion

Stadion an der Hafenstraße

Spielinfo


Anstoß

01.07.2022, 19:00 Uhr


Stadion

Stadion an der Hafenstraße Essen

Tore: 0:1 Thuram (11.), 0:2 Plea (22., Foulelfmeter), 1:2 Harenbrock (25.), 1:3 Thuram (41.), 2:3 Engelmann (49.), 2:4 Sponsel (59., Eigentor)
Zuschauer: 9390

Jan Lustig

DFB präsentiert Schiedsrichter-Chefs für die drei obersten Ligen

Die Schiri GmbH beim Deutschen Fußball-Bund hat sich neu aufgestellt – und Schiedsrichter-Chefs für die obersten drei Ligen präsentiert.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

imago images

Die früheren Spitzenreferees Peter Sippel (Sportlicher Leiter Bundesliga), Rainer Werthmann (2. Bundesliga) und Florian Meyer (3. Liga) sind seit Freitag in neuer Funktion tätig, wie der DFB offiziell mitteilte.

Das Schiedsrichter-Elitewesen beim Verband war in eine eigene Gesellschaftsform ausgegliedert worden. Zum Führungsteam gehören auch Jan-Hendrik Salver als Leiter für die Assistenten sowie der ehemalige Bundesliga-Referee Jochen Drees als Leiter Video-Assistenten und Technologien. Die Geschäftsführung für Sport und Kommunikation liegt weiter bei Lutz Michael Fröhlich.

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Der 64-Jährige verwies auf die stetige Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. “Um das alles noch effizienter koordinieren zu können, haben wir uns für das Modell der Sportlichen Leiter für die einzelnen Ligen entschieden”, sagte er.

Sippel freue sich auf “die neue Herausforderung gemeinsam mit den Kollegen und dem Team”. Worum es ihm vor allem geht? “Ziel ist es, den Schiedsrichtern die optimale Unterstützung und Vorbereitung zu geben, um eine bestmögliche Leistung auf dem Platz abrufen zu können. Unsere Schiedsrichter gehören zu den besten in Europa, und dies soll auch so bleiben”, so Sippel.

DFL terminiert 1. bis 7. Spieltag – BVB startet am Samstagabend

Die DFL hat die ersten sieben Spieltage der neuen Saison zeitgenau angesetzt. Die ersten Samstagabendspiele steigen in Dortmund und auf Schalke.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

imago images/Norbert Schmidt

Dass der FC Bayern die Bundesliga-Saison 2022/23 am Freitag, 5. August, bei Eintracht Frankfurt eröffnet, war bereits mit Veröffentlichung der Spielpläne festgelegt worden. Alle weiteren zeitgenauen Ansetzungen der ersten sieben Spieltage nahm die DFL am Freitag vor.

Das erste Samstagabendspiel der neuen Spielzeit bestreiten Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen am 6. August (18.30 Uhr). Schon drei Stunden vorher empfängt Union Berlin Hertha BSC zum Derby.

Erst am Sonntag sind der VfB Stuttgart gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) und der 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 gefordert (17.30 Uhr). Der Aufsteiger darf am 2. Spieltag zudem das Topspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach bestreiten.

Der 1. FC Köln ist als Teilnehmer an der Europa Conference League an den ersten sieben Spieltagen gleich fünfmal sonntags gefordert.

Das Duell Leipzig gegen Dortmund am 6. Spieltag findet am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) statt, ebenso eine Woche später das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke.

Mit DFL-Neuerung: Am Freitag öffnet das Sommer-Transferfenster 2022

An diesem Freitag öffnet auch in Deutschland das Sommer-Transferfenster. Wechsel sind diesmal einen Tick länger möglich als sonst.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch - nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch – nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

imago images (3)

Ob Sadio Mané beim FC Bayern oder Erik Durm beim 1. FC Kaiserslautern: Die deutschen Profiklubs haben längst mit dem Umbau ihrer Kader begonnen und Spieler verpflichtet. Offiziell vollzogen werden alle bislang getätigten Transfers aber erst an diesem Freitag, wenn die sogenannte Wechselperiode I beginnt, das Sommer-Transferfenster.

Vom 1. Juli an ist es in Deutschland wie gehabt geöffnet. Geschlossen wird es anders als sonst 2022 aber nicht am 31. August, sondern am Donnerstag, den 1. September. Das hatte die DFL-Mitgliederversammlung am 30. Mai beschlossen.

Die Premier League preschte vor, Portugal lässt sich Zeit

“Die Transferperiode wird damit an das diesjährige Wechsel-Zeitfenster anderer europäischer Top-Ligen angepasst, um einen Wettbewerbsnachteil für die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga im Vergleich zu Konkurrenten aus diesen Ländern zu vermeiden und Transfers an diesem Tag noch zu ermöglichen”, hieß es damals vonseiten der DFL.

Weiterhin bleibt den Klubs am “Deadline Day” bis 18 Uhr Zeit, um die Mehrheit der erforderlichen Unterlagen einzureichen. Lediglich vereinslose Spieler können auch zwischen Sommer- und Wintertransfer, der Wechselperiode II, verpflichtet werden.

Während Wechsel nach Spanien, Italien und Frankreich in diesem Jahr ebenfalls zwischen dem 1. Juli und 1. September möglich sind, preschten andere Länder schon vor. Die Premier League etwa reagierte auf den wegen der WM in Katar vorgezogenen Saisonstart (5. August) und öffnete das Transferfenster bereits zum 10. Juni. Schluss ist aber ebenfalls am 1. September.

Auch in den Niederlanden (9. Juni) oder der Türkei (17. Juni) durften die Klubs bereits aktiv werden. Die Eredivisie beendet die Wechselperiode dann bereits am 31. August wieder, die SüperLig erst am 8. September und damit eine Woche später als die Topligen. Noch länger lässt Portugal das Fenster offen – bis zum 22. September.

Spielplan steht: Duisburg lädt Gladbach und Bilbao zum Mini-Turnier

Am 17. Juli empfängt der MSV Duisburg sowohl Borussia Mönchengladbach als auch Athletic Bilbao zu einem Testspiel-Turnier.

Beim MSV Duisburg - hier Kwadwo (li.) und Asani - läuft die Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison.

Beim MSV Duisburg – hier Kwadwo (li.) und Asani – läuft die Vorbereitung auf die neue Drittliga-Saison.

IMAGO/Nico Herbertz

Auch in diesem Jahr lädt der MSV Duisburg wieder zum “Cup der Traditionen” in die heimische Schauinsland-Reisen-Arena. Am 17. Juli treffen in insgesamt drei Spielen über je 45 Minuten die Zebras, Bundesligist Borussia Mönchengladbach und La-Liga-Klub Athletic Bilbao aufeinander.

Um 16 Uhr spielt zunächst der MSV gegen Gladbach, um 17 Uhr Bilbao gegen Gladbach und um 18 Uhr schließlich der MSV gegen Bilbao. Beide Duisburger Gegner treten dabei mit neuen Trainern an – Gladbach mit Daniel Farke, Bilbao mit Ernesto Valverde, dem früheren Coach des FC Barcelona.

Übersicht

Im vergangenen Jahr hatten die Duisburger kurzfristig nicht am “Cup der Traditionen” teilnehmen können, weil das Gesundheitsamt die Mannschaft nach Corona-Fällen in Quarantäne geschickt hatte.

Bode warnt Gladbach: “Sehe da eine gewisse Analogie zu Werder”

Marco Bode hat Parallelen in der Entwicklung von Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen ausgemacht. Eine Chance sieht er aber für den Traditionsklub vom Niederrhein.

Marco Bode bestritt in seiner aktiven Laufbahn 379 Bundesliga-Spiele.

Marco Bode bestritt in seiner aktiven Laufbahn 379 Bundesliga-Spiele.

imago images/Nordphoto

Im Interview mit dem “Spiegel” vergleicht Bode die sportliche Talfahrt der Gladbacher mit der Bremer Entwicklung vor wenigen Jahren. “Ich sehe da auch eine gewisse Analogie zu Werder. Gladbach war für mich in den Vorjahren unter den Traditionsvereinen stets der Über-Performer. Jetzt ist das Risiko da, dass es in die falsche Richtung gehen könnte”, sagte der Ex-Profi, der von 2012 bis 2021 im Bremer Aufsichtsrat saß.

Werder Bremens schleichender Niedergang hatte nach der Champions-League-Teilnahme 2010/11 begonnen. Über viele Jahre musste der Doublesieger von 2004 Rückschläge und finanzielle Verluste hinnehmen, die schließlich 2021 im Abstieg in die 2. Liga gipfelten. Gladbach erlebte zuletzt nach der letztmaligen Teilnahme an der Königsklasse 2020 zwei schwierige Spielzeiten, wurde in der abgelaufenen Saison Zehnter und tauschte zweimal den Trainer. Bode macht den Fohlen aber Hoffnung: “Vielleicht kann man aus den Fehlern von Werder auch lernen.”

Was den SV Werder betrifft, ist der 52-Jährige vorsichtig optimistisch, schließlich sind die Grün-Weißen nur ein Jahr nach dem Absturz in die 2. Liga wieder zurück im Oberhaus. “Eine Erkenntnis für Werder im vergangenen Jahr war doch, dass die 2. Liga nicht so ein Horrorszenario war wie von manchen behauptet. Es war natürlich toll, auch mal wieder erfolgreich zu sein.”

Bode hatte nach dem Bremer Abstieg 2021 erklärt, nicht mehr als Aufsichtsratschef weitermachen zu wollen.  Zuletzt hatte er ein Buch mit dem Autor Dietrich Schulze-Marmeling das Buch “Tradition schießt keine Tore” geschrieben. Eine Rückkehr in den Profifußball schließt er nicht aus.

Friedrich über Farkes Ansatz: “Das wird uns guttun”

Marvin Friedrich findet Gefallen am veränderten Spielstil unter dem neuen Cheftrainer Daniel Farke. Der 26-jährige Innenverteidiger setzt nach einem persönlich schwierigen Halbjahr große Hoffnung in die Vorbereitung.

Spaß an der Freude: Marvin Friedrich (re.).

Spaß an der Freude: Marvin Friedrich (re.).

IMAGO/Moritz Müller

Es ist Dampf drin in den ersten Einheiten. Daniel Farke macht seine Ankündigung wahr und lässt die Borussen-Profis mächtig schwitzen seit Beginn der Vorbereitung. Als “sehr anstrengend” empfindet Marvin Friedrich die täglichen Doppelschichten, “aber das gehört in der Vorbereitung dazu und macht auch mal weniger Spaß.” Trotzdem sei es wichtig, “dass wir alle mitziehen, um eine gute Grundlage für die gesamte Saison zu schaffen”, ergänzt der Abwehrspieler.

Eine klare, andere Idee

Es wird im Borussia-Park natürlich nicht nur intensiv im athletischen Bereich gearbeitet. Farke hat längst damit begonnen, den Spielern auch seine Spielidee zu vermitteln. Das RB-typische Spiel, das Adi Hütter bevorzugte, wird einem anderen Ansatz weichen. “Wir wollen viel Ballbesitz haben”, erklärt Friedrich und findet Gefallen an Farkes Vorstellungen. “Ich denke, dass uns das als Mannschaft guttun wird. Daniel hat eine klare Spielidee, und ich bin guter Dinge, dass wir diese auch auf dem Platz umsetzen werden.”

Einen ersten Eindruck dürfte der Freitag liefern. Bei Rot-Weiss Essen steht das erste Testspiel der Vorbereitung auf dem Programm (19 Uhr). Auch für Friedrich sind diese Begegnungen von großer Bedeutung, um in den Rhythmus zu finden, denn das vergangene halbe Jahr verlief nicht ohne Komplikationen. Gesundheitliche Probleme warfen den Wintereinkauf, der von Union Berlin zu den Fohlen gewechselt war, weit zurück und sorgten für eine längere Ausfallzeit.

Am Ende wurden es nur acht Einsätze, die er für seinen neuen Klub absolvieren konnte. “Es war ein schwieriges erstes Halbjahr für mich”, sagt Friedrich. “Deshalb bin ich froh, dass es jetzt wieder losgeht, ich von Anfang an dabei bin und die ganze Vorbereitung mitmachen kann.”

Jan Lustig