Geisterspiele jetzt auch in Bayern beschlossen

Wie erwartet hat das Bundesland Bayern am Freitag beschlossen, dass vorerst keine Zuschauer mehr in die Stadien dürfen.

In Bayern müssen die Fans daheim bleiben.

In Bayern müssen die Fans daheim bleiben.

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Nach Sachsen und Baden-Württemberg (Obergrenze bei 750 Fans) wird es auch in den bayerischen Stadien wieder ruhig. Der Landtag hat am Freitag beschlossen, dass aufgrund der zugespitzten pandemischen Lage ab Samstag keine Zuschauer mehr in den Arenen zugelassen sind. Die neuen Beschlüsse betreffen den gesamten “Profisport für überregionale Ligen”, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) auf einer  Pressekonferenz verkündete. Bis wann die Regelung gilt, wurde zunächst nicht mitgeteilt. 

Der FC Bayern hat in diesem Jahr noch drei Heimspiele ausstehen, das Champions-League-Rückspiel gegen Barcelona sowie die Bundesliga-Partien gegen Mainz und Wolfsburg. Auch andere Profivereine wie der FC Augsburg (am Samstag gegen Bochum) und die SpVgg Greuther Fürth, die Zweitligisten 1. FC Nürnberg, Jahn Regensburg und FC Ingolstadt sowie die Drittligisten Würzburger Kickers, 1860 München und Türkgücü München sind von den Beschlüssen betroffen.

Die Fußballstadien in den anderen Bundesländern dürfen vorerst mit maximal 50 Prozent der Kapazität, höchstens aber 15.000 Zuschauern ausgelastet werden. Das wurde am Donnerstag von der Bund-Länder-Runde beschlossen.

“Nicht konkurrenzfähige” Würzburger im Abstiegskampf gefangen

Die Würzburger Kickers mussten gegen Braunschweig einen Dämpfer hinnehmen. Nach der 0:2-Niederlage fanden Trainer Danny Schwarz, Kapitän Marvin Pourié und Tobias Kraulich klare Worte.

Ein Tag zum Vergessen: Danny Schwarz nach dem Abpfiff.

Ein Tag zum Vergessen: Danny Schwarz nach dem Abpfiff.

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Die Pressekonferenz nach der herben und gleichzeitig chancenlosen Heimniederlage eröffnete Kickers-Coach Danny Schwarz mit entsetzter Stimme: “Ich habe meine Mannschaft in der ersten Halbzeit kaum wiedererkannt. Das war nicht das, was wir uns vorgenommen und besprochen haben.” Bei seinem Team fehlte es an allem, was den Gegner aus Braunschweig auszeichnete. “Griffigkeit, Zweikampfpräsenz, aggressives Verschieben und das Anlaufen” waren nämlich beim Tabellen-19. über die gesamte Spielzeit hinweg kaum vorhanden. Zweikampfpräsenz zeigte auf Würzburger Seite nur David Kopacz zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt und holte sich mit einem späten und überzogenen Einsteigen an der Mittellinie die Gelb-Rote-Karte in der 61. Spielminute ab.

Die Stimmung war bei den Kickers nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge sichtlich getrübt. Der Coach echauffierte sich weiter über die Leistung und hätte “nach 20 Minuten in Hälfte zwei bereits die halbe Mannschaft austauschen können”. Unterm Strich sah der 46-Jährige seine Mannschaft über die komplette Spielzeit hinweg “nicht konkurrenzfähig”. Harte Worte nach einem schlichtweg enttäuschenden Abend am Dallenberg.

Wir stehen mit dem Arsch an der Wand.

Marvin Pourié

Kapitän Marvin Pourié schloss sich den Worten des Coaches an und sprach direkt das Thema Abstiegskampf an: “Wir haben keine andere Wahl – Du darfst nicht absteigen und du willst auch nicht absteigen, genau das hat man uns eingeprügelt.” Doch aus der brisanten Situation der Kickers gäbe es dem Kapitän zufolge nur eine Lösung, als Einheit zu kämpfen. Er unterstrich, dass die Würzburger “mit dem Arsch an der Wand stehen und das Thema Abstiegskampf nur als Mannschaft lösen können”.

Tobias Kraulich richtete zum Abschluss einen Appell an jeden Spieler des Teams und meinte, dass “sich jeder das Spiel mal komplett anschauen sollte, ob er da wirklich alles gegeben hat”. Ob die scharfen Worte der Würzburger auch Früchte tragen, wird sich dann am kommenden Samstag zeigen, wenn um 14 Uhr das Gastspiel beim Halleschen FC auf dem Programm steht (LIVE! bei kicker).

Schieles Rückkehr nach Würzburg: “Es sind nicht mehr so viele da”

Wenn Eintracht Braunschweig am Dienstagabend am Würzburger Dallenberg spielt, wird es für einen speziell: Michael Schiele, einst Aufstiegstrainer der Kickers, mittlerweile aber beim BTSV auf der Bank. 

Ein Bild aus alten Zeiten: Michael Schiele reißt beide Arme in die Luft - es ist der Moment des Würzburger Aufstiegs in die Zweite Liga.

Ein Bild aus alten Zeiten: Michael Schiele reißt beide Arme in die Luft – es ist der Moment des Würzburger Aufstiegs in die Zweite Liga.

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Nein, sagt Michael Schiele, allzu viel Kontakt nach Würzburg habe es in den vergangenen Tagen nicht gegeben. Mit Daniel Hägele habe er ein paar Nachrichten ausgetauscht, auch mit seinem damaligen Trainerteam, das mittlerweile aber gar nicht mehr bei den Kickers tätig ist – sonst habe Funkstille geherrscht.   

“Ich freue mich, die Gesichter wieder zu sehen, aber es sind nicht mehr so viele da”, sagt Schiele vor seiner Rückkehr an den Dallenberg. Tatsächlich ist Hägele einer von wenigen Spielern, die auch schon zu Schieles Kickers-Zeiten das FWK-Hemd getragen haben. 

Trainersteckbrief Schiele
Schiele

Schiele Michael

3. Liga – Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
1. FC Magdeburg
1. FC Magdeburg
34
2
SV Meppen
SV Meppen
30
3
VfL Osnabrück
VfL Osnabrück
28

3. Liga – Tabelle

Tabelle 3. Liga

Neuer Verein, neue Aufgabe, neue Ziele – das hat Priorität.

Michael Schiele

Schieles Abschied ist zwar erst 14 Monate her, doch seitdem ist eine Menge passiert in Würzburg. Einem turbulenten Zweitliga-Jahr mit vier Trainern folgte ein Fehlstart in Liga drei. Braunschweig hingegen mischt nach dem Abstieg aus dem Unterhaus wieder vorne mit. “Wir sind gut in Form”, sagt Schiele trotz des jüngsten 0:2 in Magdeburg, bei dem er zwar “vorne den Killerinstinkt und hinten die Kompromisslosigkeit” vermisst hat – er betont aber: “Das ist kein generelles Problem.” 

In Würzburg will Schiele mit seinem Team in die Erfolgsspur zurückkehren. Seine eigene Kickers-Vergangenheit sei dabei nicht mehr als eine Randnotiz, so Schiele. Was für ihn zählt, ist die Eintracht. “Neuer Verein, neue Aufgabe, neue Ziele – das hat Priorität”, sagt Braunschweigs Coach.

Bayern: Söder kündigt Rückkehr von Fußball-Geisterspielen an

Fußballklubs in Bayern müssen sich erneut auf Geisterspiele einstellen. Ministerpräsident Markus Söder kündigte diese am Dienstagvormittag an.

Leere Ränge: In der Allianz-Arena und allen anderen bayerischen Fußballstadien sollen wieder Geisterspiele stattfinden.

Leere Ränge: In der Allianz-Arena und allen anderen bayerischen Fußballstadien sollen wieder Geisterspiele stattfinden.

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Demnach will der CSU-Politiker Geisterspiele im Fußball auch dann durchsetzen, wenn sich Bund und Länder nicht auf ein einheitliches Vorgehen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einigen. “Es macht auf absehbare Zeit keinen Sinn, wieder Zuschauer zuzulassen. Es ist eine wichtige Forderung, dass wir heute bundeseinheitlich beschließen, dass wir künftig keine Zuschauer mehr machen. Wenn das auf Bundesebene nicht funktioniert, würden wir das für Bayern allein machen”, sagte Söder dem “Bayerischen Rundfunk”. Auf Twitter präzisierte er: “Die hohe Mobilität bei der An- und Abreise ist aktuell nicht verantwortbar. Der Fußball hat eine große Vorbildfunktion. Wir müssen jetzt überall Kontakte reduzieren.”

Demnach müssten die bayerischen Klubs wie Rekordmeister Bayern München ihre restlichen in diesem Jahr geplanten Spiele vor leeren Rängen austragen. Der FCB hat in diesem Jahr noch drei Heimspiele ausstehen, das Champions-League-Rückspiel gegen Barcelona sowie die Bundesliga-Partien gegen Mainz und Wolfsburg. Auch andere Profivereine wie der FC Augsburg und die SpVgg Greuther Fürth, die Zweitligisten 1. FC Nürnberg, Jahn Regensburg und FC Ingolstadt sowie die Drittligisten Würzburger Kickers, 1860 München und Türkgücü München befinden sich noch in der Wettkampfphase vor der Winterpause.

Sachsen bereits einen Schritt weiter – Baden-Württemberg kündigt Geisterspiele an

Ob von der geplanten Geisterspiel-Regelung auch andere Sportarten in bayerischen Hallen betroffen sind, ließ Söder noch offen. Diese waren allerdings auch von der bisherigen Regelung nicht ausgenommen, die in Bayern maximal 25 Prozent der Zuschauer-Gesamtkapazität erlaubt. Zudem gilt überall die 2G-Plus-Regel.

Was in Bayern geplant ist, gilt bereits in Sachsen. Dort müssen Sportveranstaltungen ohne Besucher stattfinden, auch Baden-Württemberg kündigte die Rückkehr zu Geisterspielen an

Am Dienstag um 13 Uhr wollen die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr designierter Nachfolger Olaf Scholz (SPD) mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder telefonisch über die Krise beraten.

pau/dpa/sid

Würzburgs nächste Etappe – mit mehr “Klarheit, Konsequenz und Präzision”

Nur drei Tage nach dem 1:3 gegen den SV Meppen treffen die Würzburger Kickers am Dienstagabend auf Eintracht Braunschweig. Vor dem Nachholspiel relativierte Trainer Danny Schwarz seine kritischen Töne vom Wochenende – er formulierte aber auch eine klare Forderung.

Betretene Mienen: Dennis Waidner (li.), Hendrik Bonmann (Mitte) und Leon Schneider nach dem 1:3 gegen Meppen.

Betretene Mienen: Dennis Waidner (li.), Hendrik Bonmann (Mitte) und Leon Schneider nach dem 1:3 gegen Meppen.

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Es war ein ziemlich trister Nachmittag, den die Kickers am Samstag beim 1:3 gegen den SV Meppen erlebten. Novemberwetter, nur 987 Zuschauer und dann auch noch die erste Niederlage unter Danny Schwarz: Erheiternd war das Würzburger Wochenende nicht gerade. 

In den ersten vier Spielen unter Schwarz’ Führung hatten die Kickers acht Punkte geholt, am Samstag setzte es dann zum ersten Mal einen Rückschlag. Nach der Partie sprach Schwarz davon, dass er “Abgeklärtheit, Griffigkeit und Aggressivität” vermisst habe und nun auf “einen Hallo-wach-Effekt” hoffe. Es waren deutliche Worte, die Würzburgs Trainer loswurde, am Montag relativierte er dann: “Wir haben beileibe kein schlechtes Spiel gemacht. Ich habe keine 16 Tabellenplätze Unterschied gesehen zwischen den Mannschaften.”

Würzburgs Weg wird ein Marathon

Schon vor dem Meppen-Spiel hatte Schwarz den Weg zum Klassenerhalt als “Marathon” betitelt und in diesem Zuge angekündigt: “Wir werden nicht in zwei Monaten aus dem Schlamassel draußen sein.” Dass der 46-Jährige mit dieser Einschätzung Recht behalten dürfte, zeigte die Niederlage am Samstag – nun ist das Duell mit Braunschweig die nächste Etappe des Marathons.

Damit die Kickers auf dieser erfolgreicher sind als gegen Meppen, braucht es, wie Schwarz am Montag forderte, mehr “Klarheit, Konsequenz und Präzision im letzten Drittel”. Dass es beim FWK an diesen Punkten hapert, zieht sich bislang durch die gesamte Saison – jetzt treffen die Rothosen auf einen Gegner, dem Schwarz “eine brutale Offensivpower” zuschreibt. 

Braunschweig hat zuletzt bei Tabellenführer Magdeburg 0:2 verloren, nun kommt die Eintracht mit Würzburgs Ex-Trainer Michael Schiele an den Dallenberg. Ein Duell, in dem ein besonderer Reiz liegt – und eines, in dem die Kickers den tristen Samstagnachmittag beiseite schieben wollen. 

Würzburgs Wende: Schwarz hebt den Zeigefinger – nicht den Daumen

Danny Schwarz hat die Würzburger Wende eingeleitet. Seit der 46-Jährige auf der Trainerbank sitzt, haben die Kickers nicht mehr verloren – doch gerade deshalb ist Schwarz jetzt daran gelegen, die Sinne zu schärfen. 

Auf der Kommandobrücke: Danny Schwarz hat Würzburg auf Kurs gebracht, warnt aber vor Bequemlichkeit.

Auf der Kommandobrücke: Danny Schwarz hat Würzburg auf Kurs gebracht, warnt aber vor Bequemlichkeit.

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Allzu große Unterschiede erkenne er gar nicht, sagt Danny Schwarz. Klar, jeder einzelne Punkt, den seine Mannschaft in den vergangenen Wochen gesammelt hat, sei Balsam für die Seele gewesen. Aber: “Die Jungs haben mir von Anfang an ein sehr gutes Gefühl gegeben.”

Mitte Oktober hat Schwarz die Kickers auf dem vorletzten Tabellenplatz übernommen, auch sechs Wochen später steht nur noch der TSV Havelse hinter den Rothosen – dennoch ist das jetzt eine vollkommen andere Würzburger Mannschaft, die da gegen den Abstieg in die Regionalliga kämpft. “Am Anfang war das Selbstvertrauen noch nicht da, aber das kam relativ schnell nach dem ersten Spiel”, sagt Schwarz. 

Wichtig wird sein, dass wir nicht bequem werden.

Danny Schwarz

Nur vier Partien hat der 46-Jährige gebraucht, um mehr Punkte zu holen, als sein Vorgänger Torsten Ziegner in deren elf. Sowohl sportlich als auch atmosphärisch ist eine 180-Grad-Drehung gelungen, Schwarz weiß aber, dass es noch ein ziemlich zartes Pflänzchen ist, das er da gerade aufzieht. Trotz des Aufschwungs hebt Würzburgs Trainer also nicht den Daumen, sondern den warnenden Zeigefinger, indem er sagt: “Wichtig wird sein, dass wir uns nicht zurücklehnen und bequem werden.”

Hägele dürfte zurückkehren

Am Samstag empfängt seine Mannschaft den SV Meppen, der auf Rang drei steht, drei Tage später geht es gegen den Tabellenvierten Eintracht Braunschweig und Ex-Trainer Michael Schiele. Es sind also hohe Hürden, vor denen Würzburg steht. Da trifft es sich, dass Schwarz wieder auf einen Routinier setzen kann, der in dieser Saison verletzungsbedingt noch kein einziges Spiel bestritten hat. “Er ist eine Option”, sagt Schwarz über Daniel Hägele.

Der 32-Jährige hat die ersten 15 Spiele wegen einer Schambeinentzündung verpasst, in den vergangenen beiden Wochen aber wieder mit der Mannschaft trainiert. “Man sieht einfach seine Erfahrung, sein gutes Auge, sein Stellungsspiel”, lobt Schwarz, der gegen Meppen auf ein Quartett verzichten muss: Lars Dietz und Nzuzi Toko (beide Knieverletzung) fallen ebenso aus wie Dildar Atmaca (Probleme mit dem Hüftbeuger) und Saliou Sané (Hexenschuss). 

Freistaat Bayern beschränkt Zuschauer-Kapazitäten auf maximal 25 Prozent

In den Sportstätten in Bayern werden aufgrund der aktuellen Corona-Lage erneut drastische Zuschauerbeschränkungen eingeführt.

In der Allianz-Arena in München gelten künftig wieder Zuschauerbeschränkungen.

In der Allianz-Arena in München gelten künftig wieder Zuschauerbeschränkungen.

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Die Auslastung in den Stadien und Hallen bei Sportveranstaltungen soll auf “maximal 25 Prozent” beschränkt werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder am Freitag auf einer Pressekonferenz an. Die Maßnahmen sollen am kommenden Dienstag im Landtag beschlossen werden und ab Dienstagnacht vorerst bis zum 15. Dezember gelten. Bei Heimspielen des FC Bayern wären demnach beispielsweise knapp 19.000 Zuschauer zugelassen.

Für Zuschauer in den Stadien im Freistaat soll dann die 2GPlus-Regel gelten. Zugelassen sind nur geimpfte und genesene Zuschauer, die zusätzlich einen aktuellen negativen Coronatest vorweisen.

In sogenannten Hotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000 müsse laut Söder “alles geschlossen werden” – auch die Veranstaltungsorte für Sport-Events.

Aktueller Spieltag noch nicht betroffen

Der aktuelle Spieltag ist von den Regelungen noch nicht betroffen. Das Duell zwischen dem FC Augsburg und dem FC Bayern am Freitagabend findet etwa mit einer Auslastung von 100 Prozent unter Einhaltung der 2G-Regelung statt.

Überblick: 2G, 3G, Maske? Das gilt am 12. Spieltag in den Bundesliga-Stadien

Söder sprach sich auf der Pressekonferenz zudem explizit für das 2G-Modell für Fußballprofis aus. Dies sei “sinnvoll”, so der CSU-Politiker.

Sebastian Neumann neuer Sportdirektor der Würzburger Kickers

Die Würzburger Kickers haben einen neuen Sportdirektor verpflichtet. Mit Sebastian Neumann übernimmt ein bekanntes Gesicht die Rolle beim Drittligisten. 

Damals Spieler, nun Sportdirektor: Sebastian Neumann im Jahr 2018, damals noch Spieler für die Kickers.

Damals Spieler, nun Sportdirektor: Sebastian Neumann im Jahr 2018, damals noch Spieler für die Kickers.

imago/foto2press

Die Würzburger gaben die neue Personalie am Donnerstag auf der Klubwebsite bekannt. “Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Klubverantwortlichen”, so Neumann. “Ich hatte in den letzten Tagen ausführlich Gelegenheit, meine Pläne und konzeptionellen Ideen für die sportliche Ausrichtung und Entwicklung vorzutragen.  Es ist insgesamt eine große Herausforderung, die ich mit voller Hingabe und Leidenschaft angehen werde.” 

Mein Ziel ist es, den Jungs den Rücken freizuhalten, damit sie sich nur auf den Fußball konzentrieren können.

Sebastian Neumann

Neumann war von 2016 bis 2018 selbst Spieler in Würzburg, seit 2020 war der 30-Jährige als Übergangskoordinator vom NLZ zu den Profis der Kickers zuständig und hatte die sportliche Leitung der U-19-Mannschaft inne. Eine enge Verbindung zum Verein besteht also bereits: “Ich kenne die Jungs schon sehr gut und habe mich in der letzten Zeit intensiv mit der Mannschaft befasst. Mein Ziel ist es, den Jungs den Rücken freizuhalten, damit sie sich nur auf den Fußball konzentrieren können”, wird Neumann zitiert. 

Seuling werde “ihm weiterhin zur Seite stehen”

Vorstandsvorsitzender Christian Jäger zeigte sich über die Verpflichtung erfreut: “Es ist ein guter Tag für die Kickers. Sebastian kennt den Verein und alle Personen im Umfeld sehr gut. Außerdem habe ich ihn als einen engagierten Mensch kennengelernt. Mit seiner harten und gründlichen Arbeitsweise wird er den Verein weiter voranbringen.”

Als Sportdirektor wird Neumann weiterhin Unterstützung von Jochen Seuling erhalten, dieser hatte das Amt zuletzt interimsweise übernommen. Seuling sprach von einer “hervorragenden Wahl”, er werde dem neuen Amtsinhaber “weiterhin zur Seite stehen”.

Eilers: “So fürchterlich instabil kann die finanzielle Lage wohl doch nicht sein”

Wirtschaftliche Stabilität, mehr Profil und Struktur: Nach den jüngsten Beschlüssen des DFB sieht Tom Eilers die dritthöchste Spielklasse für die Zukunft gut aufgestellt. Im kicker-Interview (Montagsausgabe) erläutert der Vorsitzende des Ausschusses 3. Liga Hintergründe dazu.

Sieht die 3. Liga für die Zukunft gut aufgestellt: Tom Eilers.

Sieht die 3. Liga für die Zukunft gut aufgestellt: Tom Eilers.

imago images/Jan Huebner

Ein Jahr lang hatte die sogenannte “Task Force wirtschaftliche Stabilität 3. Liga” an Maßnahmen zur Stabilisierung der untersten deutschen Profiliga gearbeitet. Der DFB folgte den Empfehlungen der Task Force und beschloss beispielsweise härtere Sanktionen bei wirtschaftlichen Verlusten, höhere Anforderungen an Rasenheizung und Flutlichter, gleichzeitig aber auch eine geringere Mindestkapazität der Stadien.

Der wichtigste Punkt ist für Eilers aber ein anderer. “Die höchste Priorität hat aus meiner Sicht zunächst die Struktur selbst. Daher ist mir die Botschaft besonders wichtig, dass die Liga in ihrer eingleisigen Form als Profispielklasse zwischen 2.?Bundesliga und Regionalliga nicht mehr infrage gestellt wird. Die 3.?Liga funktioniert, sie hat interessante Klubs, einen ausgeglichenen Wettbewerb, viele Fans und gute Partner. Das wurde auch in der Task Force bestätigt”, betont der 51-Jährige, der im Präsidium von Zweitligist Darmstadt 98 für den Lizenzspielerbereich zuständig ist.

Uerdingen und Kaiserslautern als Ausnahmefälle

Ein immer wieder im Zusammenhang mit der 3. Liga diskutiertes Thema ist die wirtschaftliche Lage – so auch in der Task Force. “Die Ursachen sind aber je nach Klub sehr spezifisch. Am Anfang waren es häufig Vereine, die aus der 2.?Bundesliga abgestiegen sind und dadurch bereits einen Rucksack zu tragen hatten. Später gab es Beispiele von Klubs, die schon einige Jahre in der Liga waren und es über die Dauer nicht geschafft haben, sich weiterzuentwickeln. Fakt ist: Mit Ausnahme des Beispiels Uerdingen und des Insolvenzantrags in Kaiserslautern, wo die finanziellen Probleme nicht erst in der 3.?Liga entstanden sind, sind alle anderen Drittligisten recht gut durch die Corona-Krise gekommen. Ganz so fürchterlich instabil, wie die finanzielle Lage der 3.?Liga oft dargestellt wird, kann es wohl doch nicht sein”, so Eilers.

Wirtschaftliche Unvernunft soll mit strengen Vorgaben künftig härter sanktioniert werden – in Form von Punktabzügen. “Man wird diese Instrumente jetzt beobachten müssen und sehen, wie schnell und wie gut die modifizierte Eigenkapitalauflage greift”, erläutert Eilers.

Umzüge in andere Stadien “so weit wie möglich verhindern”

Auch einem der “öffentlich größten Kritikpunkte der vergangenen Jahre” hat sich die Task Force gewidmet: der Anforderung an die Stadionkapazität, die von 10.001 auf 5001 Plätze herabgesetzt wurde. “Die Änderung soll so weit wie möglich verhindern, dass für Klubs ein Ausweichen in ein anderes Stadion erforderlich wird”, erklärt Eilers.

Im kicker-Interview – an diesem Montag in der Printausgabe oder schon heute Abend im eMagazine – erklärt Eilers außerdem, warum sich frühzeitige Investitionen für ambitionierte Viertligisten und Aufsteiger in die 3. Liga lohnen, welche Rolle Zweitvertretungen beim Vermarktungspotenzial spielen, was er von einem Anschluss der 3. Liga an die DFL hält und in welcher Hinsicht Sascha Mölders in Konkurrenz zu Lionel Messi steht.

Jim Decker, Moritz Kreilinger

DFB setzt Drittliga-Spiele bis Anfang Februar zeitgenau an

Für die 3. Liga hat der DFB die Spielansetzungen über den Jahreswechsel hinaus bekannt gegeben.

Rückrundenauftakt kurz vor Weihnachten: Kaiserslautern muss am Samstag in Braunschweig ran.

Rückrundenauftakt kurz vor Weihnachten: Kaiserslautern muss am Samstag in Braunschweig ran.

imago images/Rene Schulz

Am Dienstagmittag veröffentlichte der Verband die Ansetzungen für die Spieltage 18 bis 25. Damit besteht für Klubs und Fans nun eine Planungsgrundlage bis Anfang Februar 2022.

Noch im Jahr 2021 wird die 3. Liga den Rückrundenstart absolvieren. Am Wochenende vor Weihnachten findet der 20. Spieltag statt, an dem unter anderem der 1. FC Kaiserslautern samstags bei Eintracht Braunschweig antreten muss. Sportlich abgeschlossen werden soll das Drittliga-Jahr mit dem Montagabendspiel zwischen den Würzburger Kickers und 1860 München am 20. Dezember. 

Anschließend gehen die Teams in eine kurze Winterpause, die schon am 14. Januar 2022 endet, wenn der TSV Havelse und der MSV Duisburg am Freitagabend die erste Partie des neuen Jahres bestreiten. 

Die Drittliga-Spieltage in der Übersicht

18. Spieltag

19. Spieltag

20. Spieltag

21. Spieltag

22. Spieltag

23. Spieltag

24. Spieltag

25. Spieltag