Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

kicker.tv Hintergrund 08.08.2022

Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

5:50Nach dem Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund ist ein Thema noch spannender geworden, das ohnehin schon heiß diskutiert wurde: Das Erbe Robert Lewandowskis als Dauer-Torschützenkönig der Bundesliga. In unserem Goalgetter-Check schauen wir auf das ziemlich große Kandidatenfeld.

Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

Was geht, Bundesliga? – 1. Spieltag 04.08.2022

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

30:27Die Bundesliga-Saison 2022/23 steht in den Startlöchern und wir wagen mit unserem Gast Thomas Hitzlsperger Prognosen: Der Ex-Stuttgart-Vorstand sieht “seinen VfB” deutlich verbessert im Gegensatz zur Vorsaison. Von den Rückkehrern Bremen und Schalke muss seiner Ansicht nach mindestens einer wieder runter – und die Bayern werden problemlos wieder Meister …

Derby gegen Hertha: Fischer sieht “kein optimales Auftaktprogramm”

Urs Fischer hat während seiner nun vierjährigen Amtszeit beim 1. FC Union Berlin einiges bewegt. Was ihm in der Bundesliga aber noch nicht gelungen ist: ein Sieg zum Auftakt. Und da geht es gleich gegen Hertha BSC.

Steht mit Union im Stadtderby gegen Hertha im Fokus: Trainer Urs Fischer.

Steht mit Union im Stadtderby gegen Hertha im Fokus: Trainer Urs Fischer.

IMAGO/Jan Huebner

0:4 gegen RB Leipzig bei der Bundesliga-Premiere des Vereins, 1:3 gegen den FC Augsburg und 1:1 gegen Bayer 04 Leverkusen – so starteten die Köpenicker in den vergangen drei Jahren jeweils in die neue Spielzeit. Die Chance, es diesmal besser zu machen, haben die Rot-Weißen am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Derby gegen Hertha BSC.

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Für Fischer sei das “vom Gefühl her kein optimales Auftaktprogramm”, wie er erzählt. “Aber am Schluss musst du sowieso gegen jedes Team antreten. Wir haben die Vorbereitungsspiele der Hertha gesehen und genaustens analysiert.”

Lob für Hertha nach der Analyse

Was bei der Analyse herausgekommen ist? Der Fußball-Lehrer betont: “Aus meiner Sicht ist es eine Mannschaft, die gut organisiert ist und kompakt steht. Sie versuchen, das Zentrum in den Griff zu kriegen.” Über die Offensivabteilung ergänzt er: “In den Umschaltmomenten und auf dem Flügel haben sie gefährliche Spieler, die das Eins-gegen-eins lieben. Diese Akteure können den Unterschied ausmachen.”

Die Favoritenrolle wollte Fischer seiner Mannschaft nicht zuordnen. Aber zumindest die Buchmacher sehen die Mannschaft aus dem Südosten Berlins klar im Vorteil. Wohl auch aufgrund der Ergebnisse aus der ersten Runde des DFB-Pokals. Während sich Union in Chemnitz (2:1) eine Runde weiterzitterte, schied Hertha BSC im Elfmeterschießen gegen den Zweitligisten Eintracht Braunschweig (5:6) aus.

Wir haben es gegen Chemnitz auch nicht so hinbekommen, wie wir es uns gewünscht hatten.

Urs Fischer

Dennoch zieht Unions Trainer keinen mentalen Vorteil aus den Pokalresultaten: “Wir haben es gegen Chemnitz auch nicht so hinbekommen, wie wir es uns gewünscht hatten. Obwohl sie ausgeschieden sind, habe ich den Auftritt von Hertha BSC als gut empfunden. Sie werden damit schon entsprechend umgehen.”

KMD #133 - Michael Ballack + Turid Knaak

01. August 202201:58:37 Stunden

KMD #133 – Michael Ballack + Turid Knaak

Gerade erst die KMD-Crew ihre Koffer ausgepackt und die Badehose wieder gegen seriöse Beinbekleidung getauscht, da wird schon wieder munter um die Wette gepodcastet! Ab jetzt gibt es kicker meets DAZN wie gewohnt wieder jeden Montag und in der ersten Folge schaut direkt mal Michael Ballack vorbei! Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän und neue DAZN-Experte spricht unter anderem über seine bewegte Karriere, wie man wieder mehr Spannung in die Bundesliga bringt und was dem BVB noch fehlt, um das Niveau der Bayern zu erreichen. Außerdem werfen sich Alex und Benni im ersten Teil der großen Saisonprognose wildeste Thesen an den Kopf und sprechen mit kicker-Podcast-Kollegin und Ex-Nationalspielerin Turid Knaak über das EM-Finale der Frauen. Welcome back, liebe Leute!

KMD #132 – Julian Brandt

24.05.2022

KMD #131

16.05.2022

KMD #130 – Konrad Laimer

09.05.2022

KMD #129 – Mario Götze

02.05.2022

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“Jetzt beginnt wieder alles von vorne”

Wie in den vorherigen Jahren in der Bundesliga gilt für Fischer weiter der Leitspruch, demütig und bescheiden zu bleiben. Das oberste Ziel sei es auch in der neuen Saison, die Klasse zu halten. “Und dafür”, sagt Fischer, “müssen wir mindestens 40 Punkte holen. Und das ist in der Liga schon schwierig genug. Jetzt beginnt wieder alles vorne.”

Für das Derby hat der Übungsleiter fast den kompletten Kader zur Verfügung. Lediglich Timo Baumgartl, der mit dem individuellen Training begonnen hat, fehlt weiterhin. Zudem sind Morten Thorsby und Jordan Siebatcheu leicht angeschlagen, “sie konnten im Training aber fast alles mitmachen”, gibt Fischer Entwarnung.

Jannis Klimburg

Das Ende des Grauen: Eine Hommage an die Bundesliga

Die Bundesliga steht vor ihrer 60. Saison. Was war, was wird? Über eine immer farbenfrohere Erfolgsgeschichte – und das Aus für Splitter im Allerwertesten.

Die Bilder im Kopf sind fast immer schwarz und weiß, verschwimmen in der Rückschau zu einem Grau mit einem leichten Stich ins Gelbe. Die Stadien? Grau. Die Menschen? Grau. Die Mäntel und Hüte? Grau.

Grau war der vorherrschende Ton in den Anfangsjahren der Bundesliga, die sich in ihrem Auftritt diametral entgegengesetzt entwickelt wie der Mensch. Während dieser seit Gründung im Jahr 1962 und Start der Liga 1963 satte 60 Jahre älter geworden ist und im günstigsten Falle der Rente entgegenfiebert, präsentiert sich der Fußballbetrieb in der Spitze immer jünger, immer farbenfroher, immer einfallsreicher und engagierter. Und immer bereit, auch gesellschaftliche Themen anzufassen, sich zu Wort zu melden und einen Beitrag zu leisten, die drängenden Probleme von heute zu bekämpfen helfen.

Bei Einführung der Bundesliga ging es allein um Fußball, um die Konzentration der Kräfte, sportlich wie finanziell. “Mit Millionen Fußball-Freunden erhoffen wir klopfenden Herzens am Samstag die Geburtsstunde der von uns seit Nummer 1 des kicker beschworenen Bundesliga”, schrieb mit jeder Menge Pathos Dr. Friedebert Becker, der Herausgeber des kicker in der Ausgabe vom 23. Juli 1962.

Kremer und das “Real Madrid des Westens” prägen den Beginn

Ein paar Tage später, am 28. Juli, war es so weit. Der Bundestag des DFB entschied in Dortmund mit großer Mehrheit die Einführung der Bundesliga ab der Saison 1963/64. Der Rest ist bekannt, es folgten Wochenenden voller Erfüllung für hunderttausende Fußball-Fans, die Stadien platzten mitunter aus allen Nähten, die Liga legte einen Blitzstart hin.


Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert am 10. Mai 1964 auf dem Neumarkt in Köln ihren Meistertitel aus der Saison 1963/64. Der Kölner Spieler Hans Schäfer (l) mit der Meisterschale.

Hans Schäfer(li.) und Köln gewannen als erstes die neuformierte Bundesliga.
picture alliance / dpa

Die erste Deutsche Meisterschaft im neuen Modus gewann überlegen der 1. FC Köln, dessen Präsident Franz Kremer früher als andere die Zeichen der Zeit erkannt hatte und die zaudernden Traditionalisten aus Stuttgart, Nürnberg oder Hamburg austrickste, indem er jahrelang gemeinsam mit Bundestrainer Sepp Herberger und dem saarländischen Funktionär (und späteren DFB-Präsidenten) Hermann Neuberger an der Basis Lobbyarbeit betrieb, die sich letztlich im Abstimmungsergebnis von 103 zu 26 niederschlug. Parallel dazu professionalisierte Kremer seinen Verein, der zu dieser Zeit das “Real Madrid des Westens” genannt wurde.

Rund um die Stadien war aller Anfang schwer

Die Wirklichkeit für den zahlenden Zuschauer war nicht immer pures Vergnügen. Mit erwähnten grauen Mänteln, grauen Hüten und ebensolchen Gesichtern stand der Fan von damals (fast ausnahmslos männlich) in maroden Stadien, die “Kampfbahnen” hießen, “Rote Erde” oder “Glückauf”. Wer es sich erlauben konnte auf der Holztribüne zu sitzen, der bezahlte dieses Privileg nicht selten mit einem Splitter in den Allerwertesten, da brach der Jubel schonmal schnell ab und ging ins Fluchen über.

Der Fan von damals nahm eine Menge als gegeben hin, was heute zu Massenunruhen führen würde. Wer beispielweise im Dezember 1967 als knapp achtjähriger Bursche seinen ersten Stadionbesuch absolvierte, der stand in der “Großen Kampfbahn” in Köln auf einem Erdwall, bibbernd im Regen und ungeschützt vor der Witterung, weil nur die Geraden überdacht waren. Trotz eines 1:0-Sieges meiner Kölner gegen Eintracht Braunschweig – das war alles andere als vergnügungssteuerpflichtig und dennoch folgten diesem ersten Stadionbesuch viele andere. Und 1975 stand man in der Südkurve tatsächlich unter einem Betondach, das die komplette Arena umspannte.

Der Bruch mit den Fans: Freie Plätze waren keine Seltenheit

Zu dieser Zeit litt die Liga längst und andauernd unter dem Liebesentzug der Fans. Eine handfeste Beziehungskrise war das und sie bedrohte Existenzen. Die sportlich erfolgreichste Zeit mit internationalen Titeln für die Klubs und die Nationalelf ging Anfang der 1970er Jahre einher mit der Aufarbeitung eines Betrugsskandals und der daraus resultierenden Ablehnung der Zuschauer. Warum noch ins Stadion gehen, wenn das Ergebnis vorher feststeht?

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18. Juli 202245:16 Minuten

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

Warum fiel das erste Bundesliga-Tor eigentlich noch vor dem offiziellen Start der Liga? Und warum war die Einführung der Liga für die Spieler durchaus ein Risiko? 1963 wurde die Bundesliga angepfiffen – als eine der letzten nationalen Ligen in Europa. In der zweiten Folge von “kicker History” befassen wir uns damit, wie die Bundesliga eingeführt wurde, wie die erste Saison verlief und was sich für die Spieler änderte. Als Zeitzeugen sind diesmal unter anderem 1860-Legende Alfred “Fredi” Heiß, Wolfang Paul von Borussia Dortmund und der spätere Nationaltorwart Horst Wolter dabei. Außerdem berichten die Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling und Gerd Kolbe von legendären Spielen und einer der kuriosesten Trainerentlassungen der Bundesliga-Geschichte. Die nächste Folge von “kicker History” erscheint am 25. Juli.

Saison 1991/92: Ost-Teams, Spannung, Bayern-Krise

11.07.2022

Trailer: kicker History

24.06.2022

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Rund 16.000 Zuschauer kamen damals noch im Schnitt zu den Spielen, zwar gab es vor 1974 neue Stadien in den WM-Städten, doch sehr oft lachte dich der Beton hämisch dort an, wo eigentlich Menschen hätten stehen oder sitzen sollen. Die Klamotten wurden bunter, die Fußball-Industrie jedoch eintöniger. Der Deutschen liebster Sport und seine Fans durchlebten eine tiefe Krise, die vielen Klubs an die Substanz ging, manche an den Rand der Insolvenz brachten.

Als der 1. FC Köln 1978 Deutscher Meister wurde, fanden im Schnitt 28.000 Fans den Weg zu den Spielen in Müngersdorf. Zum Vergleich: aktuell war vor und nach Corona so gut wie jedes Spiel dort mit 50.000 Zuschauern ausverkauft – auch in der 2. Liga.

Die Versöhnung zwischen Liga-Fußball und Zuschauer

Erst in den 1990er Jahren begann die Versöhnung der Fans mit dem Liga-Fußball. Immer mehr Frauen und Kinder drängten in die Stadien, die immer moderner konzipierten Arenen stellten sich auf diese Bedürfnisse ein. Es wurde Kinderbetreuung eingeführt, das gastronomische Angebot erweitert, neue Zahlsysteme wurden geschaffen und wieder verworfen, große VIP-Räume, später dann zusätzlich Logen, wurden eröffnet. Wer bereit war, entsprechend für eine Saisonkarte viertstellige Summen zu investieren, der sah sich nun rundumversorgt. Es wurde Platz geschaffen für jene Fans, die vielfach nicht wirklich welche waren, das Fußballspiel als Event und Plattform nutzten und für das Sehen und gesehen werden. Immerhin: auch um die Stadien herum verbesserte sich das Angebot für “Otto Normalfan”, schleichend zwar, aber spürbar.

Wie immer spielt auch Geld eine Rolle – und driftet die Vereine auseinander

Die Liga profitierte zu dieser Zeit zunehmend von den explodierenden TV-Geldern, das Pay-TV erkaufte sich Exklusiv-Rechte, der Spielplan begann – zunächst langsam, dann immer schneller – zu zerbröseln, die aktive Fan-Szene wuchs an der Auseinandersetzung mit der wachsenden Vermarktung und Kommerzialisierung des Fußballs. An dieser Diskussion hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil, sie wird härter geführt denn je, verstärkt noch, seit Klubs wie die TSG Hoffenheim oder RB Leipzig in die Liga kamen. Das Bosman-Urteil sorgte bereits 1995 für eine Revolution im Transfersystem, für eine Explosion der Gehälter und der Ablösesummen. Die Professionalisierung wurde kurz vor der Jahrtausendwende voran getrieben mit der Umwandlung vieler Klubs in Kapitalgesellschaften, schließlich mit der Gründung eines eigenen Ligaverbandes, der heutigen DFL.

Vor der WM 2006 schossen die neuen Multifunktionsarenen wie Pilze aus dem Herbstboden, es gab Vereine, die daran gesundeten und welche, die an den Investitionen fast kaputt gingen. Das “Sommermärchen” wirkte noch einmal als Brandbeschleuniger, der die Flammen der neu entdeckten Liebe zum Fußball in ungeahnte Höhen schießen ließ. Ein Zuschauerrekord jagte den nächsten, die Erlöse aus Vermarktung und – natürlich – den TV-Verträgen stiegen und stiegen, aus der Liga rekrutierte sich eine Nationalmannschaft, mit der sich Fußball-Deutschland weitgehend und mindestens bis zum WM-Titel 2014 identifizieren konnte.

Das Grau der frühen Jahre ist längst gewichen. Daran konnte auch Corona nichts ändern. Die Kassandra-Rufer, die dem Profifußball eine fette Delle prophezeiten durch das Virus, haben nicht Recht behalten. Die Bundesliga ist so bunt wie die Trikots, die heute viel mehr Besucher tragen als dies früher der Fall war. Und sie geht aufrecht, stramm und attraktiv Richtung siebtes Jahrzehnt. Stars wie Robert Lewandowski und Erling Haaland haben die Liga verlassen, neue Identifikationsfiguren werden kommen (wie Sadio Mané) oder heranwachsen wie Florian Wirtz aus Leverkusen oder Jamal Musiala aus München. Auch er ist ein Kind der Liga, wie so viele, die sich so bezeichnen. Basis und Überbau stimmen, was fehlt ist die Spannung im Rennen um die Meisterschaft. Zehnmal in Folge die Bayern – das ist zu viel. Wenngleich sicher ist: Auch ein elfter Titel in Serie für den Rekordmeister wird der Attraktivität der Liga nichts anhaben können.

Frank Lußem

Derby-Vorfreude bei Schäfer: “Als Spieler sehnst du dich nach solchen Duellen”

Andras Schäfer stand beim knappen 2:1-Erfolg Union Berlins gegen den Chemnitzer FC nicht in der Startelf, brachte dafür mit seiner Hereinnahme frischen Wind in die Partie. Am Dienstag sprach der 23-jährige ungarische Nationalspieler in einer Medienrunde über…

Sprach auch über seine Eingewöhnungszeit in der Bundesliga: Andras Schäfer.

Sprach auch über seine Eingewöhnungszeit in der Bundesliga: Andras Schäfer.

IMAGO/Contrast

… die Leistung gegen den Chemnitzer FC: “Es war schwierig, gegen sie zu spielen. Aber wir sollten solche Duelle deutlicher gewinnen. Ich habe mit meiner Einwechslung neuen Schwung ins Team gebracht, aber ich muss auch eine von meinen vielen Chancen nutzen und ein Tor erzielen. Deswegen bin ich nicht ganz zufrieden.”

… seine Entwicklung bei Union Berlin: “Ich habe mich schnell integriert, es hat nur ein bis zwei Monate gedauert. Es war zu Beginn nicht so einfach für mich, als ich aus der Slowakei in die Bundesliga gewechselt bin. Das war ein großer Schritt. Aber alle haben mir geholfen. Es war die richtige Entscheidung im Winter und eben nicht erst im Sommer hierher zu wechseln. Trotzdem muss ich mich in einigen Bereichen noch verbessern, beispielsweise noch mehr Muskeln aufbauen.”

… seine Lieblingsposition: “In dem System, das wir spielen, fühle ich mich auf der Achter-Position am wohlsten, weil ich zu Abschlüssen komme und somit mehr Chancen habe, Tore zu erzielen. In der Vorbereitung wurde ich auch auf der Sechs aufgestellt, dort hatte ich noch mehr Ballkontakte. Aber im Grunde ist mir das egal, ich will einfach nur auf dem Platz stehen.”

… das Überangebot an Mittelfeldspielern bei den Eisernen: “Für mich ist es eine große Ehre, dass ich für den Verein spielen darf. Es kommt nicht darauf an, ob du von Beginn an spielst oder nicht. Du musst immer dein Bestes geben. Wir haben viele Spiele in der Saison und ich kann mich im Training immer wieder nur anbieten und zeigen, wenn ich dann die Chance bekomme.”

… seinen größten Fortschritt, seit er bei Union ist: “Ich glaube, dass ich mich vor allem auf der mentalen Ebene verbessert habe. Ich habe hier viel dazu gelernt, mich angepasst. Gerade am Anfang war alles neu für mich, ich habe viele Ratschläge von den Trainern bekommen. Es war nicht ganz einfach, aber mit der Zeit bin ich immer besser damit klargekommen.”

… das Derby am Samstag gegen Hertha BSC: “Es ist kein normales Spiel. Du bereitest dich darauf vor wie sonst auch. Aber als Spieler sehnst du dich nach solchen Duellen. Diese Saison mussten wir nicht lange darauf warten (lacht). Es ist eine Ehre, solch ein Derby bestreiten zu dürfen.”

Jannis Klimburg

“So können wir keine Bundesliga spielen”: Noch viel Arbeit für Union

Union Berlin kämpfte sich beim Pflichtspielauftakt gegen den Regionalligisten Chemnitzer FC in die 2. Runde des DFB-Pokals. Mit der Leistung war Manager Oliver Ruhnert gar nicht zufrieden.

Oliver Ruhnert war mit der Leistung von Union Berlin unzufrieden.

Oliver Ruhnert war mit der Leistung von Union Berlin unzufrieden.

IMAGO/Jan Huebner

Union Berlin sprang dem Elfmeterschießen dank Kevin Behrens’ wuchtigem Kopfball noch von der Schippe – die Leistung der Eisernen ließ aber zu Wünschen übrig. Union fand in der Offensive aus dem Spiel heraus gegen die leidenschaftlich verteidigenden Chemnitzer über 120 Minuten keine Lösung. Daher musste ein Eckball auch für den erlösenden Treffer sorgen. “Wir haben uns heute schwergetan, weil wir schlecht gespielt haben”, stellte auch Union-Manager Oliver Ruhnert gegenüber “Sky” fest.

Vor allem mit Ball war es aus seiner Sicht “ungenügend”. Zwar habe Union aufgrund der Chancen verdient gewonnen, der Auftritt war aber “eindeutig” zu wenig. Ruhnert ging weiter ins Detail: “Wir haben die Tiefe nicht gefunden, sind nicht nachgerückt und standen mit vier, fünf Leuten teilweise hinten.”

Abläufe in der Offensive fehlten

Besonders mit Blick auf die eingespielte Startaufstellung (mit Janik Haberer und Jordan Siebatcheu begannen lediglich zwei Neuzugänge) ärgerte sich der Manager über die fehlenden Abläufe. “Es sollte eigentlich besser funktionieren. So wie wir heute gespielt haben, können wir keine Bundesliga spielen”, so der 50-Jährige, der aber davon überzeugt ist, dass die Mannschaft am Samstag ein anderes Gesicht zeigt. Auch Torschütze Behrens pflichtete seinem Vorgesetzten bei: “Wir müssen am Samstag als Mannschaft besser sein.”

Für das Derby gegen Hertha (Sa., 15.30 Uhr, LIVE bei kicker) können die Eisernen auch etwas Positives mitnehmen. Nach dem Gegentreffer gaben die Berliner sofort die passende Antwort – verantwortlich für das Tor war Neuzugang Siebatcheu, der damit gleich im ersten Pflichtspiel für das Team von Urs Fischer traf. “Wir sind weitergekommen, das war wichtig”, zog dann auch Ruhnert noch ein versöhnliches Fazit.

Arbeitssieg in Chemnitz: Behrens erlöst Union in der Verlängerung

Union Berlin mühte sich beim Regionalligisten Chemnitzer FC zum Sieg. Erst in der Verlängerung erzielte Joker Behrens den entscheidenden Treffer.

Kevin Behrens sorgte für die Entscheidung.

Kevin Behrens sorgte für die Entscheidung.

IMAGO/Matthias Koch

Der Chemnitzer Trainer Christian Tiffert setzte bei der Generalprobe vor dem Regionalliga-Saisonstart auf bewährtes Personal. Lediglich Rechtsverteidiger Berger gab sein Debüt für den CFC.

Union-Coach Urs Fischer setzte beim Pflichtspielstart auf zwei Neuzugänge. Awoniyi-Nachfolger Siebatcheu startete im Sturm und Haberer im zentralen Mittelfeld.

Trimmel und Knoche verpassen die Führung

Im Stadion an der Gellertstraße entwickelte sich die erwartete Partie: Die Berliner übernahmen sofort die Spielkontrolle und setzten sich in der gegnerischen Hälfte fest. Allerdings fiel den Gästen aus dem Spiel heraus gegen die engmaschige CFC-Defensive wenig ein, sodass sie nur nach Gießelmanns Standardsituationen Torgefahr ausstrahlten. Im Anschluss an einen Einwurf des Außenverteidigers verzog Trimmel nach starker Vorarbeit von Siebatcheu (14.). Nur zwei Minuten später scheiterte Knoche nach einem Eckball per Kopf an Jakubov.

Im weiteren Verlauf der ersten Hälfte trauten sich die Hausherren mehr zu und spielten variabler – phasenweise presste der Regionalligist hoch. Damit hatte der Bundesligist, der mit hohen Bällen auf Siebatcheu zum Erfolg zu kommen wollte, sichtlich Probleme. Lediglich einmal stimmte in Durchgang eins die Präzision im Union-Passspiel und prompt wurde es gefährlich. Da Haberers Distanzschuss aber deutlich vorbeiflog, ging es torlos in die Pause (40.).

Siebatcheu kontert Müller

In den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff waren die Gastgeber das aktivere Team. Erst musste Trimmel vor dem einschussbereiten Brügmann klären (46.), anschließend tauchte Rönnow bei Roschers Schuss auf die kurze Ecke rechtzeitig ab (51.). Gut zehn Minuten später belohnte Chemnitz sich aber für den Auftritt in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs. Müller verwerte Pagliucas Freistoßflanke zur Führung (62.). Der große Jubel war noch gar nicht verflogen, als Siebatcheu nach der Vorlage des zuvor eingewechselten Voglsammer aus der Drehung ausglich (64.).

Union erhöht in der Schlussphase den Druck

DFB-Pokal 2022/23

Anschließend neutralisierten sich die beiden Mannschaften bis in die Schlussphase wieder – erst nach der Hereinnahme von Pantovic und Ryerson (79.) kreierten die Gäste Chancen. Nach Vorlage des Erstgenannten verpasste Schäfer per Kopf das 2:1 – Jakubov kratzte das Leder noch aus der Ecke (81.). Vier Minuten später wäre der Torwart aber machtlos gewesen: Trimmels Distanzschuss krachte an den Pfosten. Da der Schlussmann den anschließenden Schuss von Ryerson im Verbund mit Zickert abwehrte (85.), blieb es nach 90 Minuten beim 1:1. 

Nachdem der Regionalligist in der Schlussphase der regulären Spielzeit geschwommen hatte, machten sie es dem Favoriten in der Verlängerung erneut schwerer. Obwohl die Kräfte nachließen, schlossen sie immer noch rechtzeitig die Lücken, sodass sich Union in den ersten 15 Extra-Minuten keine nennenswerte Möglichkeit erspielte.

Joker Behrens sticht

Beim Wiederanpfiff ersetzte Behrens den erschöpften Siebatcheu, der notgedrungene Wechsel sollte sich noch auszahlen. Nachdem Trimmels Schlenzer am Tor vorbeizischte, sorgte sechs Minuten vor dem Ende ein Standard für die Entscheidung: Behrens wuchtete die Kugel ins Netz und versetzte den Gästeblock in Ekstase – es war die erste Hereingabe in der Verlängerung, die der CFC nicht verteidigen konnte. Weil die Sachsen keine Schlussoffensive entwickelten, mussten sie die knappe Niederlage hinnehmen.

Nun müssen sich die beiden Teams vor ihrem Liga-Auftakt schnell regenerieren: Chemnitz erwartet am Sonntag (13 Uhr) Tennis Borussia Berlin. Union empfängt am Samstag (15.30 Uhr) Hertha zum prestigeträchtigen Derby.

Tore und Karten

1:0
Tob. Müller (62′, Kopfball, Pagliuca)

1:1
Siebatcheu (64′, Rechtsschuss, Voglsammer)

1:2
K. Behrens (114′, Kopfball, Trimmel)

Tore und Karten

1:0
Tob. Müller (62′, Kopfball, Pagliuca)

1:1
Siebatcheu (64′, Rechtsschuss, Voglsammer)

1:2
K. Behrens (114′, Kopfball, Trimmel)

Chemnitzer FC

Walther (102. )

1. FC Union Berlin

Schäfer (111. )


Chemnitzer FC

Chemnitz


Chemnitzer FC

Chemnitz

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


1. FC Union Berlin

Union


1. FC Union Berlin

Union

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Bastian Dankert

Bastian Dankert
Rostock

Schiedsrichter-Team

Bastian Dankert

Bastian Dankert
Rostock

Spielinfo


Stadion

Stadion – An der Gellertstraße

Spielinfo


Anstoß

01.08.2022, 18:01 Uhr


Stadion

Stadion – An der Gellertstraße Chemnitz


Eckenverhältnis

4:12

Die 2. DFB-Pokal-Runde wird erst im September ausgelost.

KMD ist zurück! Jetzt die neue Folge mit Michael Ballack hören

01. August 202201:58:37 Stunden

KMD #133 – Michael Ballack + Turid Knaak

Gerade erst die KMD-Crew ihre Koffer ausgepackt und die Badehose wieder gegen seriöse Beinbekleidung getauscht, da wird schon wieder munter um die Wette gepodcastet! Ab jetzt gibt es kicker meets DAZN wie gewohnt wieder jeden Montag und in der ersten Folge schaut direkt mal Michael Ballack vorbei! Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän und neue DAZN-Experte spricht unter anderem über seine bewegte Karriere, wie man wieder mehr Spannung in die Bundesliga bringt und was dem BVB noch fehlt, um das Niveau der Bayern zu erreichen. Außerdem werfen sich Alex und Benni im ersten Teil der großen Saisonprognose wildeste Thesen an den Kopf und sprechen mit kicker-Podcast-Kollegin und Ex-Nationalspielerin Turid Knaak über das EM-Finale der Frauen. Welcome back, liebe Leute!