Dabrowski hofft und hadert: “Das ist Fußball, das ist bitter”

Aufsteiger Rot-Weiss Essen kann in der 3. Liga bislang nicht gewinnen: Bei Borussia Dortmund II ging das Team von Trainer Christoph Dabrowski erneut als Verlierer vom Feld. Der RWE-Coach sieht aber Fortschritte – und appelliert an die Leidensfähigkeit des Klubs.

Sah gute Ansätze trotz der Niederlage: RWE-Trainer Christoph Dabrowski. 

Sah gute Ansätze trotz der Niederlage: RWE-Trainer Christoph Dabrowski. 

IMAGO/Eibner

Am Ende sah es nach Versöhnung aus, oder zumindest nicht nach einem Bruch. Einige Minuten lang standen die Profis von Rot-Weiss Essen vor ihren etwa 5000 mitgereisten Anhängern im Dortmunder Signal-Iduna-Park. Keine Pfiffe, dafür aufmunternde Rufe und Gesänge. “Die Fans tragen uns noch mit der Euphorie der vergangenen Saison”, beschrieb Verteidiger Daniel Heber die Situation am Mikrofon bei “MagentaSport” und fügte hinzu: “RWE ist ein geiler Verein. Wir hoffen, dass wir im nächsten Spiel den Bock umstoßen.”

Genau das war dem Aufsteiger wieder nicht gelungen, mit dem 0:1 beim BVB II blieb das Team im vierten Spiel sieglos und hat erst einen Zähler auf dem Konto. Im hypernervösen RWE-Umfeld ist es deswegen durchaus bemerkenswert, dass die Zuschauer guter Laune sind. Das Publikum im Stadion an der Hafenstraße gilt als gleichermaßen bewundernswert und berüchtigt wegen seiner Launen.

Golz’ Fehler kostet Punkte

“Man sieht: Die Fans unterstützen uns. Trotzdem ist es traurig, wenn man immer nur verliert”, gab Heber zu. Dabei klappte diesmal vieles besser als in den vergangenen Partien. Trainer Christoph Dabrowski wollte angesichts von elf Gegentreffern in drei Begegnungen die Abwehr stabilisieren, was gelang. Dortmund fackelte nicht gerade ein Chancenfeuerwerk ab, die Punkte kostete ein fataler Fehler des jungen Torhüters Jakob Golz. Einen Rückpass legte sich der 23-Jährige zu weit nach rechts vor, verkalkulierte sich gegen den heransprintenden Bradley Fink und scheiterte schließlich beim Versuch, den Ball mit einer schnellen Bewegung am Stürmer vorbei zur Seite zu legen – 1:0.

“Das ist Fußball, das ist bitter. Er weiß selbst, dass er eine bessere Lösung hätte finden müssen, den Ball einfach rauszuschlagen”, sagte Dabrowski und appellierte an die Leidensfähigkeit seiner Spieler: “Wir müssen sowas akzeptieren, wir brauchen Widerstandsfähigkeit.” Das klang schon etwas danach, als befürchte der Fußballlehrer weitere schwierige Wochen.

Ennali macht Hoffnung

Dabei war viel Positives zu sehen. RWE verkaufte sich in Dortmund gut und ließ nicht viel zu. Vorne fehlte Genauigkeit, aber imemrhin waren Chancen vorhanden. “Auch, wenn das viele nicht hören wollen: Ich habe einen Schritt nach vorne gesehen”, betonte Dabrowski. “Wir waren defensiv in einer guten Struktur und haben kaum etwas zugelassen. Umso bitterer, ist es, wie wir in Rückstand geraten. Wir müssen uns an den guten Dingen aufrichten und heute stand im Fokus, dass wir uns defensiv stabilisieren. Das habe ich gesehen, das ist die Basis für die nächsten Spiele.”

Ein offensiver Lichtblick war Lawrence Ennali. Der 20-Jährige wirbelte frei und unbefangen durch die BVB-Reihen und war mit am nächsten an einem Treffer dran. “Wir müssen erzwingen, dass wir in Führung gehen”, forderte Dabrowski, bislang geriet sein Team immer in Rückstand. Er hofft: “Der Knoten wird platzen, davon bin ich felsenfest überzeugt.”

Dabrowski kennt das Rezept für die Wende: “Reinarbeiten und reinkämpfen”

Aufsteiger Rot-Weiss Essen hat nach drei Partien erst einen Punkt auf dem Konto, aber bereits elf Gegentore kassiert. Trainer Christoph Dabrowski sieht die Probleme und setzt auf hemdsärmelige Ruhrpott-Tugenden.

Ist als Problemlöser gefragt: Essens Trainer Christoph Dabrowski.

Ist als Problemlöser gefragt: Essens Trainer Christoph Dabrowski.

IMAGO/Markus Endberg

Viel offensichtlicher kann ein Problem kaum sein. Fünf Gegentore gegen Elversberg, zwei gegen Duisburg, vier gegen Viktoria Köln. Bei Rot-Weiss Essen klingelt es einfach viel zu oft im Tor von Keeper Jakob Golz. “Für uns geht es darum, das Spiel von Dienstag so wegzustecken, dass wir mit einer defensiven Grundstabilität in die Partie gehen. Wir möchten unsere Gegentorquote stark verringern”, betont RWE-Trainer Christoph Dabrowski – aber was soll er angesichts von einer elf kassierten Toren in drei Spielen auch anderes sagen? Zum Vergleich: Die bislang zweitschlechteste Defensive der Liga stellt der Hallesche FC – mit sieben Gegentreffern.

Als Basis für künftigen Erfolg will Dabrowski also den Kasten dicht machen – und bestenfalls auch mal in Führung gehen: “Es würde uns auch guttun, die Partie mit der Führung auf unsere Seite zu bewegen.” Auch das ist eine Baustelle, bislang jubelten immer erstmal die anderen.

Eine alternativlose Aufgabe daheim

Immerhin, schlechte Stimmung hat Dabrowski im hochnervösen RWE-Umfeld noch nicht ausgemacht. “Die Zuschauerreaktion am Dienstag war überragend. Die Fans haben die Mannschaft nicht niedergeschmettert, sondern sie unterstützt”, lobt der Ex-Profi und ergänzt: “Wir sind in der Verpflichtung, uns zu stabilisieren und etwas zurückzugeben.” Eine alternativlose Aufgabe, schließlich kann sich die Stimmung im Stadion an der Hafenstraße innerhalb weniger Minuten komplett drehen.

Noch aber verzeiht der Essener Anhang seiner Mannschaft den Stotterstart. Sagenhafte 31.353 Zuschauer kamen zu den ersten beiden Heimspielen. Nur zu Dynamo Dresden pilgern mehr Fans.

Deswegen dürfte sich Dabrowskis Team auch nicht von der eindrucksvollen Kulisse im Dortmunder Signal-Iduna-Park aus der Ruhe bringen lassen, wo es am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) auf Borussia Dortmund II trifft. “Die Mannschaft hat in Duisburg vor 28.000 Fans gezeigt, dass sie druckresistent ist und Mentalität hat”, glaubt der RWE-Coach.

Die Situation ist für RWE “gnadenlos”

An das Potenzial seiner Spieler glaubt er weiter, sieht aber, dass der Eingewöhnungsprozess in die knallharte Liga Zeit braucht. “Es ist eine neue Liga mit neuen Herausforderungen. Viele Spieler haben das erste Drittliga-Jahr vor sich. Es geht darum, sich dem Niveau schnell anzupassen”, fordert Dabrowski. Sein Erfolgsrezept passt gut ins hemdsärmelige Ruhrgebiet: “Es ist klar, dass du dich als Aufsteiger reinarbeiten und reinkämpfen musst. Die Situation ist derzeit gnadenlos, ich bin selbst als Spieler mal mit fünf Niederlagen gestartet. Es geht darum, Rückschläge wegzustecken, den Glauben zu behalten und weiterzumachen.” Noch ist genug Zeit dafür.

DFB-Ausschreibung: Bald nur noch zehn Drittliga-Spiele im Free-TV?

Die Ausschreibung der Medien-Rechte beschäftigt die 3. Liga: Von zehn Spielen im Free-TV bis zu 114 Spielen im Free-TV ist praktisch alles möglich.

Wo werden die Drittliga-Spiele ab der nächsten Saison gezeigt? Bis Anfang Oktober soll eine Entscheidung fallen.

Wo werden die Drittliga-Spiele ab der nächsten Saison gezeigt? Bis Anfang Oktober soll eine Entscheidung fallen.

imago images

Die Ausschreibung der Medien-Rechte für die 3. Liga kann zu einer deutlich reduzierten Anzahl von Spielen im frei empfangbaren Fernsehen führen. Das Minimum wären nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur zehn Spiele im Free-TV. Es könnten aber auch mehr als bisher werden. Derzeit gilt noch der alte TV-Vertrag.

Mit diesem hatte die ARD das Recht erworben, mindestens zwei Drittligapartien pro Spieltag live im Ersten oder in den Dritten Programmen zu übertragen. Insgesamt sind das 86 Partien pro Saison sowie die Aufstiegsspiele zur 3. Liga. In der vergangenen Woche hat die Tochtergesellschaft DFB GmbH & Co. KG mit der Ausschreibung der Rechte für die vier Spielzeiten von 2023/24 bis 2026/27 begonnen.

Diese sieht drei Szenarien mit einer unterschiedlichen Anzahl von Partien im frei empfangbaren Fernsehen vor. Werden alle 380 Spiele der 3. Liga von einem oder mehreren Pay-TV-Anbietern erworben, gibt es eine Einschränkung des DFB: In diesem Fall müssten mindestens zehn dieser Begegnungen im Free-TV laufen.

Möglich sind aber auch zwei andere Varianten. In einem Szenario wären es wieder 86 Partien im Free-TV. In einem anderen sind sogar 114 Spiele im frei zu empfangenden Fernsehen möglich. Käufer der Rechte haben bei den Anstoßzeiten Mitspracherecht. Bei den Freitagsspielen liegt der mögliche Korridor für den Anpfiff zwischen 18 bis 20.30 Uhr. Für den Samstag gibt es eine Spanne von 13.30 bis 14 Uhr, für den Sonntag von 13.30 bis 15.15 Uhr.

Rechte für 3. Liga und Frauen unabhängig voneinander angeboten

Die Rechte für die 3. Liga werden – anders als zuletzt – nicht zusammen mit denen für Frauen-Fußball angeboten. Die Ausschreibungen für 3. Liga und Frauen-Bundesliga laufen nur zeitlich parallel. Die Entscheidung über die Vergabe soll nach Angaben des DFB voraussichtlich Anfang Oktober getroffen werden.

Derzeit liegen die Rechte für 3. Liga und Frauen-Bundesliga bis Mitte 2023 im Pay-Bereich bei der Deutschen Telekom, die für ihre Kunden die Spiele bei MagentaSport zeigt. Im Free-TV liegen die Frauen-Bundesliga-Rechte seit 2018 über die Agentur SportA bei der ARD. Zum Kontrakt mit dem ARD-ZDF-Rechtevermarkter gehören derzeit auch noch die Frauen-Länderspiele, die in der Regel im Ersten und im Zweiten gezeigt werden.

RWE-Defensive taumelt – Dabrowski will “den Schalter umlegen”

Die Heimniederlage von Rot-Weiss Essen gegen Viktoria Köln wirft kein gutes Licht auf die Verteidigung des Aufsteigers. Aber Christoph Dabrowski benennt einen Lichtblick.

Christoph Dabrowski kritisierte nach der Niederlage gegen Köln die Passivität seiner Elf.

Christoph Dabrowski kritisierte nach der Niederlage gegen Köln die Passivität seiner Elf.

IMAGO/Eibner

Elf Gegentore und ein Torverhältnis von minus Sieben – Dem Aufsteiger aus Essen fehlt derzeit jegliche Stabilität in der Defensive. Auch das 1:4 gegen Viktoria Köln vor heimischer Kulisse zeigte die derzeit wohl größte Baustelle des Revierklubs auf. “Wir haben bisher zu viele Gegentore kassiert. Das ist Fakt”, äußerte sich RWE-Coach Christoph Dabrowski nach der Niederlage ernüchtert. Seine Mannschaft müsse schleunigst dafür sorgen, dass sie “das Tor bedingungslos verteidigt.”

3. Liga, 3. Spieltag – Der Dienstag im Überblick

Dabei hatte der Aufsteiger zunächst gut mitgehalten. “Ich glaube, dass wir in den ersten 15 bis 20 Minuten ein gutes, druckvolles Spiel gemacht haben”, lobte Dabrowski die Anfangsphase seiner Elf. “Mit dem Gegentor wurden wir passiv und kriegen dann mit dem Halbzeitpfiff den Elfmeter rein”, bilanzierte der 44-Jährige. Im zweiten Durchgang habe dann die nötige Power gefehlt.

RWE will Köln abhaken und an Duisburg-Spiel anknüpfen

“Es ist ernüchternd. Der Lernprozess ist brutal aktuell. Wir haben in den ersten Spielen extrem viel Lehrgeld gezahlt”, resümierte Dabrowski den Liga-Auftakt, bei dem für Essen aus drei Spielen lediglich ein Punkt heraussprang. Das bislang einzige Remis holte RWE im Ruhrpott-Duell beim MSV Duisburg (2:2) und bewies dort eine starke Moral, als es einen 0:2-Rückstand aufzuholen wusste.

Genau das sind die positiven Dinge, die Dabrowski auch unmittelbar nach der Niederlage gegen Viktoria Köln noch optimistisch stimmten. “Wir haben in Duisburg gesehen, dass wir Rückschläge verkraften können, dass wir zurückkommen können.” Gegen die Domstädter war diese Willensstärke zwar nur noch in Ansätzen zu sehen, aber schon am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) kann der Drittliga-Debütant es gegen Dortmund II besser machen. Wie schon in Duisburg geht es gegen einen Klub aus der Nachbarschaft. Unter Umständen ein gutes Omen? Für Dabrowski zählt nur eines: “Da müssen wir den Schalter umlegen.”

2:2 nach 0:2, doch Dabrowski ist “enttäuscht”

Beim 2:2 in Duisburg hat Rot-Weiss Essen den ersten Punkt der neuen Saison eingefahren. Zwischenzeitlich lag der Aufsteiger mit zwei Toren zurück – dennoch war Trainer Christoph Dabrowski trotz der Aufholjagd am Ende nicht zufrieden.   

Spielte mit seinem Team am Freitagabend 2:2 in Duisburg: Essens Trainer Christoph Dabrowski.

Spielte mit seinem Team am Freitagabend 2:2 in Duisburg: Essens Trainer Christoph Dabrowski.

Getty Images

Am Ende, die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, da hätte Rot-Weiss Essen die Partie sogar noch für sich zu entscheiden können. Innenverteidiger Felix Bastians hatte den Siegtreffer auf dem Kopf, scheiterte aber an Duisburgs Torwart Vincent Müller. So blieb es beim 2:2, einem Resultat, mit dem RWE nach dem zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Rückstand durchaus zufrieden sein konnte. Oder etwa nicht?  

Zu Beginn der zweiten Hälfte hatte Essen das zweite Gegentor kassiert (52.). Die Zeichen standen auf Niederlage, doch dann schlugen Simon Engelmann (68.) und Lawrence Ennali (71.) binnen drei Minuten zu und stellten auf 2:2. Dennoch sagte RWE-Coach Christoph Dabrowski nach der Partie am “Magenta-Sport”-Mikrofon: “Ich bin enttäuscht, dass wir nach hinten raus das Spiel nicht sogar gewonnen haben.”  

Seine Mannschaft habe in der zweiten Hälfte gezeigt, wozu sie imstande sei: “Fußball zu spielen, mit Druck zu spielen, auch mutig nach vorne zu spielen, auch an sich zu glauben”, führte Dabrowski aus und sagte dann: “Wir können stolz sein, dieses 0:2 aufgeholt zu haben.” 

Schließlich war es ein Kraftakt, den Essen hingelegt hatte, um der Partie noch einmal eine Wende zu verleihen. Das gelang – und in der Nachspielzeit bot sich Bastians sogar die Chance zum Sieg. “Aber das wäre vielleicht des Guten zu viel gewesen”, gestand Dabrowski.

Essens furioses Comeback: Revierderby in Duisburg endet 2:2

Der MSV Duisburg wähnte sich im ersten Heimspiel der neuen Saison im Derby gegen Rot-Weiss Essen schon auf der Siegerstraße, führte bereits mit 2:0 – und konnte am Ende froh sein, dass es beim Remis blieb.

2:2 nach 0:2: Essener Spieler beim Torjubel.

2:2 nach 0:2: Essener Spieler beim Torjubel.

IMAGO/Markus Endberg

Duisburgs Trainer Torsten Ziegner vertraute weitgehend den elf Spielern, die auch beim 0:1 gegen den VfL Osnabrück zum Auftakt der Drittliga-Saison aufgelaufen waren. Zwei Wechsel gab’s dennoch: Bitter und Ekene spielten für Jander und den angeschlagenen Bouhaddouz. RWE-Coach Christoph Dabrowski sah trotz des 1:5 im Aufsteiger-Duell gegen die SV Elversberg keinen Grund für einen personellen Wechsel. 

Duisburg startete aktiv in die Partie und belohnte sich bereits sehr früh: Stoppelkamp fand mit einer präzisen Ecke den Kopf von Bakalorz, der Golz mit seinem exzellenten Abschluss keine Chance ließ (6.).

3. Liga, 2. Spieltag

Beide Teams taten sich im Spielaufbau schwer, konnten sich aber immer wieder gefährliche Chancen erspielen. Heber traf nach Berlinskis Ablage nur die Latte. In Summe waren die Zebras die bessere Mannschaft,  was die Fans auch mit einer tollen Stimmung quittierten. 

RWE bläst zur furiosen Aufholjagd

Unmittelbar nach Wiederanpfiff machte Stoppelkamp mit seinem Treffer zum 2:0 das Stadion zum Tollhaus. Es war ein wunderbarer Treffer, bei dem die ganze Raffinesse des Routiniers zur Geltung kam (52.). 

So richtig über das Tor freuen konnte sich der Kapitän im Nachhinein aber nicht, denn am Ende reichte es nicht zum Sieg. Drei Minuten reichten RWE nämlich, um aus einem 0:2 ein 2:2 zu machen. Zunächst fand Berlinski den besser postierten Joker Engelmann, der den Anschlusstreffer markierte (68.), dann fand Eisfeld den startenden Ennali – und schon stand es 2:2 (71.).

Der Aufsteiger war auf einmal voll da, während sich beim MSV Nervosität breit machte – damit einher ging dann auch eine höhere Fehlerquote der Zebras. Das Spiel war zum Ende hin völlig offen und spannend zugleich. Am Ergebnis änderte sich aber nichts, auch weil Duisburgs Schlussmann Müller in der Nachspielzeit mit einer Riesenparade die Niederlage seiner Elf noch verhinderte (90.+2).

Tore und Karten

1:0
Bakalorz (6′, Kopfball, Stoppelkamp)

2:0
Stoppelkamp (52′, Linksschuss, Bakir)

2:1
Engelmann (68′, Rechtsschuss, Berlinski)

2:2
Ennali (71′, Linksschuss, Eisfeld)

Tore und Karten

1:0
Bakalorz (6′, Kopfball, Stoppelkamp)

2:0
Stoppelkamp (52′, Linksschuss, Bakir)

2:1
Engelmann (68′, Rechtsschuss, Berlinski)

2:2
Ennali (71′, Linksschuss, Eisfeld)

MSV Duisburg

Beuckert (30. ), Bitter (60. ), Stoppelkamp (85. ), S. Mai (90. + 2 )

Rot-Weiss Essen

Ennali (28. ), Römling (64. ), Kefkir (82. ), Rother (88. )


MSV Duisburg

Duisburg


MSV Duisburg

Duisburg

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


Rot-Weiss Essen

RW Essen


Rot-Weiss Essen

RW Essen

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Patrick Ittrich

Patrick Ittrich
Hamburg

Schiedsrichter-Team

Patrick Ittrich

Patrick Ittrich
Hamburg

Spielinfo


Stadion

Schauinsland-Reisen-Arena

Zuschauer

28.200

Spielinfo


Anstoß

05.08.2022, 19:00 Uhr


Stadion

Schauinsland-Reisen-Arena Duisburg


Zuschauer

28.200

Der MSV Duisburg gastiert am Dienstag beim FSV Zwickau (19 Uhr). Rot-Weiss Essen empfängt zeitgleich Viktoria Köln.

Derby gegen Essen: Duisburg meldet “ausverkauft”

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass sich der MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen in einem Punktspiel gegenüberstanden. Das erste Drittliga-Duell am Freitag wird vor stimmungsvoller Kulisse stattfinden.

Das Stadion des MSV Duisburg.

Das Stadion des MSV Duisburg.

imago images/Team 2

2007 ging es in einem Duell zwischen den beiden Revierklubs letztmalig um Punkte: Am 34. Spieltag der Saison 2006/07 gewann Duisburg 3:0 und stieg in die Bundesliga auf. Essen hingegen musste nach nur einem Jahr in der 2. Liga wieder absteigen. 15 Jahre später treffen sich beide Traditionsklubs in der 3. Liga wieder, das Duell der rund 15 Kilometer auseinanderliegenden Ruhrpott-Rivalen eröffnet den 2. Drittliga-Spieltag am Freitag (19 Uhr, LIVE! bei kicker).

Stimmungsvoll dürfte es dann vor allem zugehen, wenn der MSV RWE empfängt. Wie die Zebras am Montag vermeldeten, ist das Westderby restlos ausverkauft, 28.200 Zuschauer erwarten die Duisburger zum Duell der beiden ehemaligen Bundesligisten, die sich in ihrer Geschichte schon 31-mal in Pflichtspielen seit Bundesliga-Gründung gegenüberstanden.

Nicht nur Prestige, auch wichtige Punkte stehen am Freitagabend auf dem Spiel: Essen legte einen heftigen Fehlstart in die Saison hin, das erste Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger Elversberg ging gleich 1:5 verloren. Auch Duisburg muss ein anderes Gesicht als beim Auftakt zeigen, denn der MSV musste sich dem VfL Osnabrück 0:1 geschlagen geben.

Romantik in der Hafenstraße: Rot-Weiss Essen steigt in die 3. Liga auf

Rot-Weiss Essen ist in die 3. Liga aufgestiegen. Am Samstag gewann RWE mit 2:0 gegen Rot Weiss Ahlen und kam damit vor Preußen Münster über die Ziellinie der Regionalliga West. Essens Titelgewinn ist nicht nur ein großer Wurf – er befriedet auch all jene, die sich nach Fußballromantik sehnen.

Cedric Harenbrock brachte Essen gegen Ahlen in die Aufstiegsspur und die Hafenstraße zum Kochen.

Cedric Harenbrock brachte Essen gegen Ahlen in die Aufstiegsspur und die Hafenstraße zum Kochen.

IMAGO/Eibner

Vor etwas mehr als einem Jahr, als Rot-Weiss Essen durch den DFB-Pokal fräste, da war der Klub wieder in aller Munde. Auf einmal sprach Fußballdeutschland über RWE, der WDR lehnte sich an die Essener Klublegende Helmut Rahn an und schrieb nach dem Einzug ins Viertelfinale von “Rahnsinn” – und den Romantikern im Lande ging mal wieder das Herz auf, weil die Tradition, das Echte, das Wahre triumphierte.

Saisonfinale im Westen

In der ersten Runde musste Arminia Bielefeld dran glauben, dann Fortuna Düsseldorf und schließlich sogar Bayer Leverkusen, der Fünfte der Bundesliga, eine Mannschaft von internationalem Format. Plötzlich war RWE auch im nationalen Kontext wieder wer – doch dann folgte das jähe Aus. In der Runde der letzten Acht, nur zwei Siege vor Berlin, da war Endstation gegen Zweitligist Kiel. 0:3 nach 90 Minuten, vorbei der Traum, das Ende des Rahnsinns.

Heute, gut 14 Monate später, lohnt sich der Rückblick auf die Essener Pokalsaison alleine deshalb, weil der Regionalligist den Leuten schon damals mit ziemlich eindrücklichen Bildern vor Augen geführt hat, wie gigantisch das Potenzial ist, das seit Jahren in diesem Klub schlummert. Und das, obwohl die Spiele durch die Pandemie vor leeren Rängen ausgetragen werden mussten.

Wucht, Strahlkraft und Geschichte: RWE hat alles

RWE hat Wucht. RWE hat Strahlkraft. RWE hat Geschichte, ja im Grunde hat RWE alles, was es braucht, um ein Fixpunkt auf der Fußballlandkarte zu sein – doch in der jüngeren Vergangenheit waren es Mannschaften wie Sprockhövel, Erndtebrück und Wegberg-Beeck, die zu Punktspielen an die Essener Hafenstraße kamen.

Das ist nun Geschichte, denn nach 13 Jahren der Viertklassigkeit hat es RWE an diesem Samstag geschafft, die Regionalliga hinter sich zu lassen und damit “etwas Großes zu erreichen”, wie Sportdirektor und Interimsteamchef Jörn Nowak schon vor dem finalen Spiel gegen Ahlen sagte.

Beinahe wäre ein Böllerwurf dazwischengekommen


Böllerwurf: Im Februar wurde die Partie zwischen Essen und Münster abgebrochen.

Böllerwurf: Im Februar wurde die Partie zwischen Essen und Münster abgebrochen.
imago images

Der Sprung in die 3. Liga ist ein lang ersehnter und schon deshalb auch einer, der eine Menge Emotionen freisetzt. Beinahe wäre es ja wieder schiefgegangen. Beinahe wäre es ein Böllerwurf gewesen, der Essen im Februar beim Duell mit Preußen Münster um einen Punkt und damit erneut um den Aufstieg gebracht hätte. Beim Stand von 1:1 wurde die Partie abgebrochen, zwei Spieler der Preußen hatten sich verletzt, das Spiel wurde mit 2:0 für Münster gewertet.

Die Entscheidung am Grünen Tisch hätte den Ausschlag geben können, doch dann patzten die Preußen am vorletzten Spieltag und ließen in Wiedenbrück Punkte. 0:0 nach 90 Minuten, vorbei der Vorsprung, das Ende der Tabellenführung. RWE war mit einem 3:0 beim SV Rödinghausen der Nutznießer, ging mit einem Mehr von zwei Toren ins letzte Saisonspiel und kam schließlich als Erster ins Ziel.

Jetzt ist Rot-Weiss Essen, Pokalsieger 1953 und deutscher Meister 1955, zumindest wieder drittklassig. In der nächsten Saison bekommt es RWE mit Klubs wie dem TSV 1860 München, dem MSV Duisburg und möglicherweise auch mit dem 1. FC Kaiserslautern zu tun. Es ist die Rückkehr auf die große Bühne – und dieses Mal ist es nicht nur für vier Pokalspiele wie vor gut einem Jahr.

Romantik in der Hafenstraße: Rot-Weiss Essen steigt in die 3. Liga auf

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Cedric Harenbrock brachte Essen gegen Ahlen in die Aufstiegsspur und die Hafenstraße zum Kochen.

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IMAGO/Eibner

Vor etwas mehr als einem Jahr, als Rot-Weiss Essen durch den DFB-Pokal fräste, da war der Klub wieder in aller Munde. Auf einmal sprach Fußballdeutschland über RWE, der WDR lehnte sich an die Essener Klublegende Helmut Rahn an und schrieb nach dem Einzug ins Viertelfinale von “Rahnsinn” – und den Romantikern im Lande ging mal wieder das Herz auf, weil die Tradition, das Echte, das Wahre triumphierte.

Saisonfinale im Westen

In der ersten Runde musste Arminia Bielefeld dran glauben, dann Fortuna Düsseldorf und schließlich sogar Bayer Leverkusen, der Fünfte der Bundesliga, eine Mannschaft von internationalem Format. Plötzlich war RWE auch im nationalen Kontext wieder wer – doch dann folgte das jähe Aus. In der Runde der letzten Acht, nur zwei Siege vor Berlin, da war Endstation gegen Zweitligist Kiel. 0:3 nach 90 Minuten, vorbei der Traum, das Ende des Rahnsinns.

Heute, gut 14 Monate später, lohnt sich der Rückblick auf die Essener Pokalsaison alleine deshalb, weil der Regionalligist den Leuten schon damals mit ziemlich eindrücklichen Bildern vor Augen geführt hat, wie gigantisch das Potenzial ist, das seit Jahren in diesem Klub schlummert. Und das, obwohl die Spiele durch die Pandemie vor leeren Rängen ausgetragen werden mussten.

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Beinahe wäre ein Böllerwurf dazwischengekommen


Böllerwurf: Im Februar wurde die Partie zwischen Essen und Münster abgebrochen.

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Jetzt ist Rot-Weiss Essen, Pokalsieger 1953 und deutscher Meister 1955, zumindest wieder drittklassig. In der nächsten Saison bekommt es RWE mit Klubs wie dem TSV 1860 München, dem MSV Duisburg und möglicherweise auch mit dem 1. FC Kaiserslautern zu tun. Es ist die Rückkehr auf die große Bühne – und dieses Mal ist es nicht nur für vier Pokalspiele wie vor gut einem Jahr.