Gleich drei Urgesteine verlassen St. Pauli

Mit Christopher Buchtmann (li.) und Kapitän Philipp Ziereis verlassen die zwei dienstältesten Spieler die Hamburger.

Mit Christopher Buchtmann (li.) und Kapitän Philipp Ziereis verlassen die zwei dienstältesten Spieler die Hamburger.

IMAGO/Claus Bergmann

Mit Christopher Buchtmann und Philipp Ziereis gehen die beiden dienstältesten Kiez-Kicker von Bord. Buchtmann war seit 2012 am Millerntor, der amtierende Kapitän Ziereis ein Jahr später aus Regensburg gekommen. Dass es für das Duo sowie für Rico Benatelli, James Lawrence und Sebastian Ohlsson nicht weitergeht, hatte der kicker bereits Ende April berichtet. Finn Ole Becker erhält ebenfalls Blumen, das Eigengewächs geht nach Hoffenheim.

Auch Hain geht

Nicht zwingend erwartet wurde das Ende von Hain. Der frühere Torhüter hatte nach seinem Karriereende 2011 die Keeper trainiert und vor zwei Jahren im Zuge der Inthronisierung von Timo Schultz als Cheftrainer einen neuen Kontrakt bis zu diesem Sommer erhalten. Während Schultz zum Jahresbeginn bereits verlängert hat und seine Assistenten Loic Favé und Fabian Hürzeler folgen werden, wird sich St. Pauli auf der Position des Torwarttrainers nun neu aufstellen.

Offen sind noch die Personalien Maximilian Dittgen, Simon Makienok und Adam Dzwigala. Bei diesem Trio sollte die sportliche Zukunft des Klubs abgewartet werden. Jetzt, da seit dem vergangenen Wochenende Planungssicherheit bezüglich eines weiteren Zweitligajahres besteht, werden auch die Gespräche mit diesem Trio finalisiert.

Sebastian Wolff

Für St. Paulis Beifus ist die Saison beendet

Das 2:3 auf Schalke bedeutete nicht nur das Ende aller Aufstiegsträume in St. Pauli, es war zugleich das Saisonende für Marcel Beifus.

Verabschiedet sich frühzeitig aus der Saison: Marcel Beifus.

Verabschiedet sich frühzeitig aus der Saison: Marcel Beifus.

IMAGO/KBS-Picture

Der 19-Jährige hatte in der 81. Spielminute nach einem harten Foul an Florian Flick die Rote Karte gesehen. Nun wurde der Innenverteidiger vom DFB-Sportgericht “im Einzelrichterverfahren nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss wegen eines rohen Spiels gegen den Gegner mit einer Sperre von zwei Meisterschaftsspielen der Lizenzligen belegt”.

Damit ist klar, dass Beifus sowohl das Saisonfinale am kommenden Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf (LIVE! ab 15.30 Uhr bei kicker) als auch das erste Ligaspiel in der kommenden Zweitliga-Spielzeit verpassen wird.

Da die Kiezkicker dem Urteil zugestimmt haben, ist dieses rechtskräftig. Beifus bestritt 2021/22 elf Ligaspiele für St. Pauli, erzielte dabei ein Tor und bringt es auf einen kicker-Notenschnitt von 4,25.

St. Pauli: Der Absturz. Die Gründe. Die Folgen.

Der Herbstmeister FC St. Pauli hat durch eine enttäuschende Rückrunde die Chance auf den Aufstieg vergeben. Der unbefriedigende Saisonausklang wird Veränderungen nötig machen.

St. Paulis Coach Timo Schultz kündigte eine eingehende Analyse an, beim Kiez-Klub stehen die Zeichen auf Veränderung.

St. Paulis Coach Timo Schultz kündigte eine eingehende Analyse an, beim Kiez-Klub stehen die Zeichen auf Veränderung.

Als der Aufstiegskampf noch nicht verloren war, hat Andreas Bornemann vor zwei Wochen diese These aufgestellt: Eine schlechte Saison, sagte der Sportchef des FC St. Pauli, könne es nicht mehr werden. Das liegt jetzt, da der souveräne Herbstmeister in einer auf allen Ebenen enttäuschenden Rückrunde krachend gescheitert ist, im Auge des Betrachters – fraglos aber wird die Spielzeit 2021/22 als eine enttäuschende in die Vereinshistorie eingehen. Und als eine der verpassten Möglichkeiten.

Vortrag auf Schalke komprimierte Zusammenfassung einer gesamten Saison

Der Vortrag auf Schalke am Wochenende war dabei so etwas wie die komprimierte Zusammenfassung. 90 Minuten als Spiegelbild einer gesamten Saison: Zur Halbzeit vorn mit der Aussicht, alles in der Hand zu haben, und am Ende in der Rolle des bitteren und verdienten Verlierers. So wie sich St. Paulis Profis nach einer 2:0-Halbzeitführung am Samstag mit tölpelhaften Fehlern und zwei Platzverweisen selbst ein Bein stellten, stand sich auch die Mannschaft nach 36 Punkten in der ersten Halbserie selbst im Weg. Einzelne, wie Torwart Nikola Vasilj, Aufsteiger Jakov Medic oder Torjäger Guido Burgstaller, verloren ihre grandiose Vorjahres-Form, wieder andere mit auslaufenden Verträgen, rückten die eigene Zukunft in den Vordergrund und erzeugten ein Störfeuer, das spätestens seit Anfang März, also in der entscheidenden Saisonphase, loderte und letztlich auch von den Verantwortlichen nicht mehr zu löschen war.

Timo Schultz hat eine eingehende Analyse angekündigt. “Wir werden genau hinschauen, warum wir in der Hinrunde so gut waren und warum es in der Rückrunde nicht mehr so geklappt hat. Da werden wir unsere Erkenntnisse rausziehen.” Zur Ursachenforschung gehört auch, an welcher Stelle der Trainer korrigierend hätte eingreifen können. Vor dem Aufbruch ins Wintertrainingslager hatte der 44-Jährige angekündigt, das Hauptaugenmerk darauf zu legen, wieder defensiv kompakter zu werden. Herausgekommen sind 26 Gegentreffer in bislang 16 Partien – nur drei Teams kassierten mehr. Hinzu kommt: Als sich die Gegner auf St. Paulis Offensivstil eingestellt hatten, fehlten Lösungsansätze. “Die Rückserie gibt Anlass, kritisch zu sein”, verhehlt Schultz nicht.

Schultz: “Müssen uns ein Stück weit neu erfinden”

Der Coach ahnt, “dass wir uns ein Stück weit neu erfinden werden müssen.” Weil der unbefriedigende Saisonausklang Veränderungen nötig macht, die durch Abschiede langjähriger Gesichter wie Philipp Ziereis, Christopher Buchtmann, Rico Benatelli oder James Lawrence auch vollzogen werden. Aber weil auch jene, die St. Pauli gern halten würde, nach Neuem streben. Daniel-Kofi Kyereh etwa, der einzige Profi, der in dieser Saison in beiden Halbserien Bundesligaformat nachgewiesen hat, will ins Oberhaus. Und weil der Vertrag des 26-jährigen Spielmachers nur noch bis 2023 läuft, wird Bornemann diesem Wunsch stattgeben müssen, um finanziell nicht leer auszugehen wie zum Beispiel bei Eigengewächs Finn Ole Becker, den es nach Hoffenheim zieht.

“Wir werden einen neuen Anlauf nehmen”, sagt Schultz. Dieser könnte beschwerlich werden, wenn die anstehenden Veränderungen die zu erwartende Zeit in Anspruch nehmen. Womöglich wird den verbleibenden Protagonisten dann nochmals so richtig klar, wie sehr 2021/22 eine Saison der verpassten Möglichkeiten war.

Sebastian Wolff

St. Pauli: Der Absturz. Die Gründe. Die Folgen.

Der Herbstmeister FC St. Pauli hat durch eine enttäuschende Rückrunde die Chance auf den Aufstieg vergeben. Der unbefriedigende Saisonausklang wird Veränderungen nötig machen.

St. Paulis Coach Timo Schultz kündigte eine eingehende Analyse an, beim Kiez-Klub stehen die Zeichen auf Veränderung.

St. Paulis Coach Timo Schultz kündigte eine eingehende Analyse an, beim Kiez-Klub stehen die Zeichen auf Veränderung.

Als der Aufstiegskampf noch nicht verloren war, hat Andreas Bornemann vor zwei Wochen diese These aufgestellt: Eine schlechte Saison, sagte der Sportchef des FC St. Pauli, könne es nicht mehr werden. Das liegt jetzt, da der souveräne Herbstmeister in einer auf allen Ebenen enttäuschenden Rückrunde krachend gescheitert ist, im Auge des Betrachters – fraglos aber wird die Spielzeit 2021/22 als eine enttäuschende in die Vereinshistorie eingehen. Und als eine der verpassten Möglichkeiten.

Vortrag auf Schalke komprimierte Zusammenfassung einer gesamten Saison

Der Vortrag auf Schalke am Wochenende war dabei so etwas wie die komprimierte Zusammenfassung. 90 Minuten als Spiegelbild einer gesamten Saison: Zur Halbzeit vorn mit der Aussicht, alles in der Hand zu haben, und am Ende in der Rolle des bitteren und verdienten Verlierers. So wie sich St. Paulis Profis nach einer 2:0-Halbzeitführung am Samstag mit tölpelhaften Fehlern und zwei Platzverweisen selbst ein Bein stellten, stand sich auch die Mannschaft nach 36 Punkten in der ersten Halbserie selbst im Weg. Einzelne, wie Torwart Nikola Vasilj, Aufsteiger Jakov Medic oder Torjäger Guido Burgstaller, verloren ihre grandiose Vorjahres-Form, wieder andere mit auslaufenden Verträgen, rückten die eigene Zukunft in den Vordergrund und erzeugten ein Störfeuer, das spätestens seit Anfang März, also in der entscheidenden Saisonphase, loderte und letztlich auch von den Verantwortlichen nicht mehr zu löschen war.

Timo Schultz hat eine eingehende Analyse angekündigt. “Wir werden genau hinschauen, warum wir in der Hinrunde so gut waren und warum es in der Rückrunde nicht mehr so geklappt hat. Da werden wir unsere Erkenntnisse rausziehen.” Zur Ursachenforschung gehört auch, an welcher Stelle der Trainer korrigierend hätte eingreifen können. Vor dem Aufbruch ins Wintertrainingslager hatte der 44-Jährige angekündigt, das Hauptaugenmerk darauf zu legen, wieder defensiv kompakter zu werden. Herausgekommen sind 26 Gegentreffer in bislang 16 Partien – nur drei Teams kassierten mehr. Hinzu kommt: Als sich die Gegner auf St. Paulis Offensivstil eingestellt hatten, fehlten Lösungsansätze. “Die Rückserie gibt Anlass, kritisch zu sein”, verhehlt Schultz nicht.

Schultz: “Müssen uns ein Stück weit neu erfinden”

Der Coach ahnt, “dass wir uns ein Stück weit neu erfinden werden müssen.” Weil der unbefriedigende Saisonausklang Veränderungen nötig macht, die durch Abschiede langjähriger Gesichter wie Philipp Ziereis, Christopher Buchtmann, Rico Benatelli oder James Lawrence auch vollzogen werden. Aber weil auch jene, die St. Pauli gern halten würde, nach Neuem streben. Daniel-Kofi Kyereh etwa, der einzige Profi, der in dieser Saison in beiden Halbserien Bundesligaformat nachgewiesen hat, will ins Oberhaus. Und weil der Vertrag des 26-jährigen Spielmachers nur noch bis 2023 läuft, wird Bornemann diesem Wunsch stattgeben müssen, um finanziell nicht leer auszugehen wie zum Beispiel bei Eigengewächs Finn Ole Becker, den es nach Hoffenheim zieht.

“Wir werden einen neuen Anlauf nehmen”, sagt Schultz. Dieser könnte beschwerlich werden, wenn die anstehenden Veränderungen die zu erwartende Zeit in Anspruch nehmen. Womöglich wird den verbleibenden Protagonisten dann nochmals so richtig klar, wie sehr 2021/22 eine Saison der verpassten Möglichkeiten war.

Sebastian Wolff

Fast 1,6 Millionen TV-Zuschauer bei Schalke-Aufstieg live dabei

Emotionen pur: Das Aufstiegsspektakel auf Schalke verfolgten fast 1,6 Millionen Zuschauer im TV.

Emotionen pur: Das Aufstiegsspektakel auf Schalke verfolgten fast 1,6 Millionen Zuschauer im TV.

AFP via Getty Images

Fast 1,6 Millionen Zuschauer haben am Samstagabend den 3:2-Sieg des FC Schalke 04 gegen den FC St. Pauli inklusive anschließender Aufstiegsfeier im Fernsehen live verfolgt.

Im Schnitt sahen 970.000 Zuschauer die Übertragung des Spitzenspiels der 2. Bundesliga bei “Sport1”, wie der Free-TV-Sender am Sonntag mitteilte.

Weitere 600.000 Menschen verfolgten die Aufholjagd (3:2 nach 0:2) beim Pay-TV-Sender “Sky”. Für beide Sender sind das die Topwerte der Saison.

Lesen Sie auch: Mehrere Verletzte bei Platzsturm nach Schalker Aufstieg

Fast 1,6 Millionen TV-Zuschauer bei Schalke-Aufstieg live dabei

Emotionen pur: Das Aufstiegsspektakel auf Schalke verfolgten fast 1,6 Millionen Zuschauer im TV.

Emotionen pur: Das Aufstiegsspektakel auf Schalke verfolgten fast 1,6 Millionen Zuschauer im TV.

AFP via Getty Images

Fast 1,6 Millionen Zuschauer haben am Samstagabend den 3:2-Sieg des FC Schalke 04 gegen den FC St. Pauli inklusive anschließender Aufstiegsfeier im Fernsehen live verfolgt.

Im Schnitt sahen 970.000 Zuschauer die Übertragung des Spitzenspiels der 2. Bundesliga bei “Sport1”, wie der Free-TV-Sender am Sonntag mitteilte.

Weitere 600.000 Menschen verfolgten die Aufholjagd (3:2 nach 0:2) beim Pay-TV-Sender “Sky”. Für beide Sender sind das die Topwerte der Saison.

Lesen Sie auch: Mehrere Verletzte bei Platzsturm nach Schalker Aufstieg

Schultz: “Glaube, Liebe, Hoffnung”

St. Pauli ist seit fünf Spielen sieglos und von der Pole in Lauerposition gerutscht. Trainer Timo Schultz hat seinen Optimismus trotz Ergebniskrise und Corona-Ausnahmesituation nicht verloren.

Würde seinem Team auf Schalke nur zu gerne Beifall klatschen: St. Paulis Coach Timo Schultz.

Würde seinem Team auf Schalke nur zu gerne Beifall klatschen: St. Paulis Coach Timo Schultz.

IMAGO/Philipp Szyza

Schultz steht bei St. Pauli (5., 54 Punkte) vor dem vielleicht vorentscheidenden Topduell bei Schalke 04 (1., 59 Punkte) am Samstagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) vor einem echten Personalpuzzle, weiß er doch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, wer ihm bis auf die Langzeitverletzten sowie definitiv fehlenden Eric Smith (Trainingsrückstand) und Guido Burgstaller (Muskelfaserriss) zur Verfügung stehen wird.

“Von fast gar keinen bis sehr heftigen Symptomen war alles dabei”, beschreibt der 44-Jährige unterschiedliche Krankheitsverläufe auf der vereinseigenen Website. Zwar dürften alle Corona-geplagten Spieler wieder am Training teilnehmen, die Voraussetzungen dafür aber stellt Schultz klar: “Die Jungs müssen gesund sein, alle Untersuchungen bestehen und von sich aus das Okay geben, dass sie sich trainings- und spielfähig sehen.”

Trotz der Ausnahmesituation (“Vielleicht ist gerade das unsere Chance“) und der Unsicherheit, “welcher Spieler morgen im Bus sitzt”, sei die Stimmung gut und die Mannschaft voller Tatendrang. “Glaube. Liebe. Hoffnung. Das ist sozusagen unser Vereins-Mantra”, sagte der Coach, der sicher ist, dass “wir auf Schalke alles in die Waagschale werfen werden”. Zudem könne helfen, dass man nach den Ergebnissen der letzten Wochen als “krasser Außenseiter” gehandelt werde. Schließlich erwarte ganz Schalke in einer “gigantischen Atmosphäre” einen Sieg gegen sein Team.

Wir sind uns sicher, dass wir den einen oder anderen überraschen werden.

Timo Schultz

“Solche Situationen sollte man grundsätzlich genießen und als Chance und Herausforderung sehen, daran zu wachsen”, wünscht sich Schultz und versprüht Optimismus: “Wir sind uns sicher, dass wir den einen oder anderen überraschen werden.”

Eine Überraschung tut Not, soll die Zielsetzung, “dass wir am letzten Spieltag zu Hause am Millerntor gegen Fortuna Düsseldorf noch ein Spiel haben, wo es um etwas geht”, eintreten. Dafür brauchen die Kiez-Kicker auf Schalke wohl einen echten Coup.

Die Top drei punkt- und torgleich? So lauten die Aufstiegsregularien

Was passiert eigentlich, wenn mehrere Teams punkt- und torgleich in der Abschlusstabelle der 2. Liga sind? Ein durchaus mögliches Szenario – so lauten die Regularien.

Wer kommt wie ins Ziel? In der 2. Liga geht es eng zu.

Wer kommt wie ins Ziel? In der 2. Liga geht es eng zu.

Dass allein noch sechs Mannschaften zwei Spieltage vor Schluss aufsteigen können und noch keine sicher aufgestiegen ist, sagt eigentlich alles aus über die Spannung im deutschen Unterhaus. Wer wann vor wem steht? Bei Punktgleichheit in der Bundesliga und der 2. Bundesliga werden nachstehende Kriterien in der aufgeführten Reihenfolge zur Ermittlung der Platzierung herangezogen:

1) die nach dem Subtraktionsverfahren ermittelte Tordifferenz

2) Anzahl der erzielten Tore

3) das Gesamtergebnis aus Hin- und Rückspiel im direkten Vergleich

4) die Anzahl der auswärts erzielten Tore im direkten Vergleich

5) die Anzahl aller auswärts erzielten Tore.

6) Ist auch die Anzahl aller auswärts erzielten Tore gleich, findet ein Entscheidungsspiel auf neutralem Platz statt.

Wer setzt sich im Aufstiegsrennen durch? Hier geht es zum Tabellenrechner

Es könnte aber auch zu kuriosen Szenarien kommen – dass mehrere Teams punkt- und sogar torgleich ins Ziel einlaufen. Schalke (59 Punkte, 67:41 Tore), Darmstadt (57, 67:44) und Bremen (57, 60:34) liegen diesbezüglich nah beieinander.

In diesem Falle würde ein Dreiervergleich der drei Teams herangezogen. Hier hätte Bremen 7 Punkte, Darmstadt 6 und Schalke 4. Das würde bedeuten: Bremen und Darmstadt wären die Direktaufsteiger – und Schalke müsste in die Relegation.

Christoph Laskowski

“Keine Spielchen!” Der Kampf um Schalke

Besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. Auf St. Pauli trat am Dienstag der Sportchef vor die Presse. Andreas Bornemann klärte auf über die Ausgangslage angesichts des Corona-Massenausbruchs am Wochenende und machte deutlich: Sein Klub will am Samstag auf Schalke spielen.

St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann will unbedingt auf Schalke spielen.

St. Paulis Sportchef Andreas Bornemann will unbedingt auf Schalke spielen.

IMAGO/Nordphoto

Klar indes ist auch: Es geht dann nicht mehr in erster Linie um das Wahren einer Minimalchance im Aufstiegskampf, sondern vor allem darum, eine halbwegs konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen zu können. Zehn Profis sind in Isolation, außer dem bereits Freitag positiv getesteten Philipp Ziereis wird kein Name veröffentlicht.

Das Durchzählen auf dem Trainingsplatz zum Wochenstart war schnell getan. Mit Daniel-Kofi Kyereh, Leart Paqarada, Jakov Medic, Jackson Irvine, Afeez Aremu, Igor Matanovic, Marcel Beifus sowie die Torhüter Dennis Smarsch und Sören Ahlers waren neun Profis auf dem Platz, aufgefüllt wurde die Gruppe durch U-23- und U-19-Spieler.

Bornemann: “Wir verfallen auch nicht in Selbstmitleid”

Da zudem sechs weitere Profis fehlen, ist die Zahl der zu erwartenden Ausfälle exorbitant, dennoch stellt Bornemann unmissverständlich klar: “Wir versuchen jetzt nicht, noch Spieler zu finden, die wir nicht spielfähig melden könnten, um eine Verlegung beantragen zu können, sondern wir tun alles, um eine konkurrenzfähige Gruppe zusammenzukriegen. Wir wollen keine Spielchen spielen, um nicht antreten zu müssen. Wir verfallen auch nicht in Selbstmitleid.”

Avevor gilt für die DFL als spielfähig

Die Rechnung ist diese: “Wir brauchen 15 spielberechtigte Spieler, darunter müssen neun Lizenzspieler und ein Torwart sein. Die haben wir Stand jetzt.” Über die Qualität des zur Verfügung stehenden Kaders indes sagt dies rein gar nichts aus. Denn: Die verletzten und nicht infizierten Profis gelten offiziell als einsatzberechtigt, Bornemann zeigt dies am Beispiel von Christopher Avevor auf, der seit knapp zwei Jahren wegen Sprunggelenks-Operationen kein Spiel mehr bestritten hat und immer noch im Krankenstand ist. “Für die DFL”, sagt der 50-Jährige, “zählt er als spielfähig.”

Kein neuer positiver Befund

Da die Spielberechtigungsliste nachgefüllt werden kann, geht Bornemann davon aus, gemäß den Statuten, einen spielfähigen Kader zusammenzubekommen, baut aber bewusst den Hinweis “Stand jetzt” ein. Denn: Weitere Fälle dürften nicht hinzukommen, seit Sonntag aber ergaben die Testungen keinen neuen positiven Befund.

Für den aktuellen Alltag hat St. Pauli in den Modus zurückgeschaltet, der nach dem Re-Start vor knapp zwei Jahren vorgegeben war: “Unsere Spieler treffen nur im Freien aufeinander. Sie kommen umgezogen zum Trainingsplatz, duschen zu Hause.” Antworten auf die Frage, wie es zum Massenausbruch kommen konnte, haben die Verantwortlichen nicht: “Wir sind zuvor sehr gut durch die Pandemie gekommen, haben an unserem Konzept die ganze Zeit festgehalten.”

“Wir werden keinen einem gesundheitlichen Risiko aussetzen”

Das Konzept bis zum Samstag sieht vor, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Und zwar auf allen Ebenen. In Hamburg gilt unverändert eine Isolationsanordnung von zehn Tagen, inklusive der Möglichkeit, sich nach sieben Tagen freitesten zu können. Ob das Bundesland der RKI-Empfehlung, Freitestungen nach fünf Tagen zu erlauben, folgt, ist noch offen. Für St. Pauli wäre es relevant: Da die Symptome beim Gros der Gruppe am vergangenen Samstag aufgetreten sind, wäre bei Einzelnen theoretisch ab Freitag eine Freitestung möglich. Und damit auch eine Nominierung für den Schalke-Kader? “Maßgeblich”, sagt Bornemann, “ist für uns der Zustand des jeweiligen Spielers. Nur bei hundertprozentiger Symptomfreiheit und dem Okay nach der kardiologischen Untersuchung würden wir jemanden mitnehmen. Wir werden keinen einem gesundheitlichen Risiko aussetzen.”

kicker Wochenendrückblick vom 1.5.2022

01. Mai 202205:07 Minuten

kicker Wochenendrückblick vom 1.5.2022

Bochum feiert vier Tore und Klassenerhalt beim BVB, Erzgebirge Aue steigt ab in die 3. Liga, SC Magdeburg gewinnt Handballkrimi gegen Füchse Berlin

kicker Wochenendrückblick vom 25.4.2022

25.04.2022

kicker Wochenendrückblick vom 17.4.2022

17.04.2022

kicker Wochenendrückblick vom 10.4.2022

10.04.2022

kicker Wochenendrückblick vom 3.4.2022

03.04.2022

weitere Podcasts

Die Zielsetzung nach dem 1:1 gegen Nürnberg war, auf Schalke die letzte Möglichkeit zu ergreifen, nochmal eine Hand an den Aufstiegszug zu bekommen. Die Tage danach haben die Ausgangslage ganz und gar verändert und die ernüchternde Erkenntnis gebracht, dass er spätestens jetzt abgefahren ist. Ohne den Herbstmeister, für den die aktuelle Lage so etwas wie das i-Tüpfelchen auf einer sportlich missratenen Rückserie ist. “Für alle”, beschwört Bornemann, “ist der Samstag jetzt die Chance, als Gruppe nochmal ein ganz großes Zeichen zu setzen und zu versuchen zu verhindern, dass nach dem Spiel in der Arena der Freibier-Hahn aufgeht.”

“Wir wissen, dass die Konkurrenz auf dieses Spiel schaut”

Der besonderen Verantwortung ist er sich bewusst: “Ich habe das Gefühl, dass diejenigen, die noch da sind, unbedingt wollen.  Wir wissen, dass die Konkurrenz auf dieses Spiel schaut.” Die Blicke auf St. Pauli gehen derweil vor allem in die eigenen Reihen. Es ist eine Suche nach gesunden Spielern und Genesenen.

Sebastian Wolff

St. Pauli: PCR-Tests bestätigen zehn neue Corona-Fälle

Den FC St. Pauli ereilt im Aufstiegskampf vor dem Spiel bei Schalke 04 eine echte Hiobsbotschaft. Wegen Corona-Verdachtsfällen war das Training am Samstag abgesagt worden. Am Sonntag sorgten die Ergebnisse der PCR-Tests für bittere Gewissheit.

Dämpfer im Aufstiegsrennen gegen Nürnberg und nun St. Paulis Trainer Timo Schultz einige Corona-Fälle zu beklagen

Dämpfer im Aufstiegsrennen gegen Nürnberg und nun St. Paulis Trainer Timo Schultz einige Corona-Fälle zu beklagen

IMAGO/Nordphoto

Dem Schock des späten 1:1 gegen Nürnberg folgten am Samstag und Sonntag weitere Hiobsbotschaften für den FC St. Pauli. Am Tag nach dem nächsten herben Dämpfer im Aufstiegskampf hatte Timo Schultz wegen neuer Corona-Verdachtsfälle das Training abgesagt, Sonntag dann brachten die durchgeführten PCR-Tests bittere Gewissheit: Nachdem sich am Spieltag bereits Kapitän Philipp Ziereis abgemeldet hatte, gibt es nun zehn neue Positiv-Fälle.

Der K.o. im Aufstiegskampf?

Bei insgesamt neun Profis und einem Mitglied aus dem Mannschaftsumfeld wurde eine COVID-19-Infektion nachgewiesen  – nach zuvor fünf sieglosen Spielen und dem Muskelfaserriss bei Top-Torjäger Guido Burgstaller wohl der endgültige K.o. im Aufstiegskampf für den Herbstmeister. “Natürlich kommt dieser Ausbruch so kurz vor dem Saisonfinale zur absoluten Unzeit”, sagt Sportchef Andreas Bornemann. “Es zeigt einmal mehr, dass das Virus trotz aller Maßnahmen weiterhin ein großes Risiko darstellt.”

Doch wie geht es nun weiter? Der schon vor dem Massenausbruch arg dezimierte Kader trifft sich nach notgedrungen zwei freien Tagen am Montagnachmittag zum Training und soll die Vorbereitung auf das Duell beim Spitzenreiter Schalke am kommenden Samstag (20.30 Uhr) starten.

Bornemann versichert: “Wir tun alles dafür, dass das Spiel in Gelsenkirchen stattfinden kann. Wir wollen versuchen, dort eine konkurrenzfähige Mannschaft zu stellen.” Wie diese aussehen wird, ist völlig offen. Nach dem Remis gegen die Franken hatte Trainer Schultz die Partie auf Schalke zum Spiel der letzten Chance ausgerufen. “Wir haben da die Möglichkeit, nochmal in Schlagdistanz zu kommen. Uns erwartet dort ein außergewöhnliches Spiel.” Stand jetzt, wird es vor allem unter außergewöhnlichen Umständen stattfinden.

Sebastian Wolff