Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

kicker.tv Hintergrund 08.08.2022

Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

5:50Nach dem Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund ist ein Thema noch spannender geworden, das ohnehin schon heiß diskutiert wurde: Das Erbe Robert Lewandowskis als Dauer-Torschützenkönig der Bundesliga. In unserem Goalgetter-Check schauen wir auf das ziemlich große Kandidatenfeld.

Raum-Vakuum gefüllt: Leipzigs Angelino wechselt zur TSG Hoffenheim

RB-Linksverteidiger Angelino wechselt innerhalb der Bundesliga. Der Spanier ersetzt bei der TSG Hoffenheim – zumindest vorübergehend – den Neu-Leipziger David Raum.

Schlägt jetzt Flanken für Hoffeinheim: Angelino.

Schlägt jetzt Flanken für Hoffeinheim: Angelino.

IMAGO/Christian Schroedter

Der 25-Jährige war seit Ende Januar 2020 bei den Sachsen – zunächst auf Leihbasis von Manchester City, ab Februar 2021 als festverpflichteter Bestandteil des RB-Kaders und ausgestattet mit einem Vertrag bis 2025. Nun zieht es ihn, erneut für ein Jahr auf Leihbasis, zu Ligakonkurrent Hoffenheim.

“Dass sich ein Spieler dieser Kategorie bewusst und mit voller Überzeugung für die TSG entscheidet, obwohl er sich in seiner aktuellen Situation eigentlich Liga und Klubkategorie aussuchen kann, ist schon etwas Besonderes und zeigt, was für einen Stellenwert wir uns mittlerweile erarbeitet haben”, wird TSG-Direktor Profifußball, Alexander Rosen, in der Pressemeldung zitiert.

RB verliert viele Scorerpunkte

Mit dem Abschied gen Sinsheim macht Angelino bei den Leipzigern die Stelle endgültig frei, die David Raum bereits einnimmt. Die linke Bahn ist die Heimat der beiden Linksfüßer, beide verfügen über einen extrem starken linken Fuß und viel Vorwärtsdrang – wobei der deutsche Nationalspieler gegenüber dem ehemaligen spanischen U-21-Nationalspieler die defensive Absicherung etwas mehr im Blick hat.

Angelino, der bei der TSG die Rückennummer 11 tragen wird, hat für die Leipziger 100 Pflichtspiele absolviert, dabei zwölf Tore geschossen und 29 weitere Treffer vorbereitet. Folglich verliert RB nicht gerade wenige Scorerpunkte.

Siebte Profistation für Angelino

Für Angelino ist es die siebte Station in seiner Karriere, die in der Jugend bei Deportivo La Coruna begonnen hatte und mit 15 Jahren schon den Wechsel zu Manchester City bereithielt. Noch vor seinem 18. Lebensjahr wurde er von Citizens zum New York City FC verliehen, wo er in der MLS debütierte. Über RCD Mallorca und die beiden niederländischen Klubs NAC Breda und PSV Eindhoven sowie einem weiteren Intermezzo in Manchester landete Angelino schließlich in der Bundesliga. 

In Leipzig avancierte er zum Stammspieler, sofern er fit war. Nun zieht es ihn weiter ihn den Kraichgau, wo ihm nach drei Spielzeiten mit RB in der europäischen Königsklasse die nationalen Wettbewerbe als Bühne ausreichen müssen. 

Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Henrichs sieht Supercup-Parallelen – Raums Frage an Müller

Die Leipziger hatten sich zum Start in die neue Saison gewiss mehr erhofft als ein 1:1 in Stuttgart. Gründe für das Resultat gab es viele.

Gegen Darko Churlinov (re.) und den VfB reichte es nur zum 1:1: Benjamin Henrichs.

Gegen Darko Churlinov (re.) und den VfB reichte es nur zum 1:1: Benjamin Henrichs.

IMAGO/Hartenfelser

28:11 Torschüsse und 68 Prozent Ballbesitz – die Zahlen lassen keinen Zweifel daran, dass RB Leipzig in Stuttgart Vorteile hatte. Nur konnte der Vorjahresvierte aus diesen eben kein Kapital schlagen, auch ist es Fakt, dass die Sachsen nicht durchweg dominant waren. Für Benjamin Henrichs ein Kernpunkt, warum es nicht zu mehr gereicht hat – und das Remis sich am Ende “wie eine Niederlage” anfühlte.

“Bis zur ersten Trinkpause haben wir es gut gemacht, Stuttgart ist kaum hinten rausgekommen, hatte kaum Spielanteile. Nach der Trinkpause brechen wir ein bisschen ein”, sagte Henrichs bei DAZN und sah Parallelen zu vorangegangenen Spielen wie dem 0:5 im Test gegen Liverpool oder dem Supercup (3:5). “Gegen Bayern war es ähnlich, da haben wir die erste Hälfte verschlafen.”

Wie es zu dieser Oszillation kam, dafür hatte Henrichs keine Antwort parat, er weiß nur, wie man sie abstellen kann: “Wir müssen über 90 Minuten konsequent spielen.”

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Torgelegenheiten für drei Punkte hatte es dennoch reichlich gegeben. So stellte David Raum lapidar fest: “Wenn du auswärts in Stuttgart so viele Torchancen hast, dann musst du Dinger einfach machen. Wenn wir anfangen, die Kiste zu treffen, dann gewinnen wir solche Spiele auch.”

Ähnlich sah es Trainer Domenico Tedesco, der nach dem 1:0 durch Christopher Nkunku den zweiten eigenen Treffer schmerzlich vermisste. “Wir müssen aus meiner Sicht das zweite Tor machen. Dann gehst du schlimmstenfalls mit einem 2:1 in die Halbzeit.” 

Heute darf er ruhig mal genervt sein.

Florian Müller zu David Raum

So aber ging mit einem 1:1 in die Pause – und dabei sollte es auch nach 90 Minuten bleiben. Das hatte auch mit der tollen Vorstellung von VfB-Torhüter Florian Müller zu tun. “Wir haben die Tore nicht gemacht, das lag ein bisschen an uns, aber auch viel am gegnerischen Torhüter”, so Tedesco.

Raum, der Müller aus gemeinsamen U-Nationalmannschaftszeiten kennt, verriet, dass er den Keeper nach Abpfiff direkt gefragt habe, “was das soll, warum er die alle rausholt”. Müller habe ihm daraufhin frech lediglich einen Trikottausch angeboten. Vor dem Mikrofon erklärte Müller, dass Raum “heute ruhig mal genervt sein” dürfe. “Wir haben als Mannschaft alles gegeben – und da gehöre ich auch dazu. Ich bin froh, dass wir einen Punkt mitnehmen konnten.”

Leipzig und Werner: Mündlich über Rückkehr geeinigt

Die Rückkehr von Timo Werner zu RB Leipzig und damit in die Bundesliga nimmt konkretere Züge an.

Auf dem Sprung zurück nach Leipzig? Timo Werner.

Auf dem Sprung zurück nach Leipzig? Timo Werner.

IMAGO/Icon Sportswire

Am Sonntag berichtete “Sky”, dass eine Einigung über einen Transfer von Timo Werner mit dem FC Chelsea bereits in der kommenden Woche erfolgen soll. Der kicker weiß, dass sich die beteiligten Parteien in den Transferverhandlungen mittlerweile mündlich geeinigt haben. Dass die Sachsen ihren ehemaligen Top-Stürmer zurückholen wollen, ist kein Geheimnis. Nur war nicht klar, ob Chelsea den 26-Jährigen auch ziehen lassen würde.

Die Bild berichtet, dass der Deal bereits ausgehandelt sei, es gehe nur noch darum, ob der Vertrag über vier oder fünf Jahre laufen solle. Als Ablöse stehen bis zu 20 Millionen Euro plus Boni im Raum.

Am Samstag fehlte Werner im Kader der Blues beim Saisonauftakt gegen Everton (1:0) – offiziell verletzungsbedingt. 2020 kam Werner für 55 Millionen Euro und mit der Empfehlung von 95 Toren aus 159 Pflichtspielen für RB an die Stamford Bridge. Nach ordentlicher erster Saison (36 Spiele, 6 Tore) lief es für Werner in London aber zusehends schlechter, zuletzt blieb ihm häufig nurmehr die Reservistenrolle, sodass ein Wechsel für ihn immer attraktiver erschien, auch mit Blick auf seine WM-Chancen. 

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco hält den Ball in der Causa Werner aber weiter flach: “Wenn der Verein die Möglichkeit hat, einen deutschen Nationalspieler dazuzunehmen, der uns auch überzeugt, dann legen wir kein Veto ein, und finden das grundsätzlich eine sehr, sehr gute Geschichte”, sagte er im Vorfeld des Bundesliga-Starts in Stuttgart am Sonntag. Bedeckt hielt sich auch RB-Boss Oliver Mintzlaff, der bei DAZN zwar bestätigte, dass man sich mit Werner beschäftige, “aber nicht mehr und nicht weniger – und ob das zustande kommt, das kann ich noch nicht beurteilen”.

Von seinem Kader ist Tedesco aber ohnehin überzeugt, dieser sei auch so schon “konkurrenzfähig” und in der Lage, die gesetzten Ziele “zu erfüllen”, erklärte der 36-Jährige bei DAZN. In der Tat verfügt RB im Sturm bereits jetzt über große Qualität, was auch Tedesco weiß: “Wir haben vorn André Silva, der das sehr gut macht. Wir haben Christopher Nkunku vorn, wir haben Alexander Sörloth vorn, der uns flexibler macht. Wenn Yussuf Poulsen zurückkommt, haben wir noch einen Stürmer. So ist unsere Situation.”

Mintzlaff betonte zudem, dass man den Kader nur in der Spitze und nicht in der Breite verstärken wolle. “Wenn wir etwas machen, dann muss es eine Steigerung in der Qualität sein – und nicht nur in der Breite”, sagte der 46-Jährige. Werner würde wohl in die Kategorie “Qualität” passen.

Ahamadas kleine Genugtuung vermiest Leipzig den Auftakt

Der VfB Stuttgart kann weiterhin in der Bundesliga gegen RB Leipzig nicht gewinnen, verkaufte sich zum Start in die neue Saison beim 1:1 aber gut und teuer. RB war zu Beginn und zum Ende hin klar besser, agierte lange Zeit aber zu passiv und verzweifelte zudem an Tormann Müller.

Jubelpose: Christopher Nkunku freut sich über sein soeben erzieltes 1:0.

Jubelpose: Christopher Nkunku freut sich über sein soeben erzieltes 1:0.

IMAGO/Eibner

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo tauschte nach dem 1:0 bei Dynamo Dresden im DFB-Pokal zweimal: Müller kehrte anstelle von Bredlow zwischen die Pfosten zurück, vorne stürmte Kalajdzic statt Churlinov. 

Leipzigs Coach Domenico Tedesco hingegen wechselte im Vergleich zum 3:5 gegen den FC Bayern im Supercup viermal. Auf dem Spielberichtsbogen tauchten die Namen Novoa, Raum, Dani Olmo und André Silva auf. Es fehlten Simakan, Szoboszlai, Forsberg und Laimer, der mit Sprunggelenksproblemen gar nicht im Kader stand. Top-Neuzugang Raum feierte also gleich sein Bundesligadebüt für RB, während Novoa auf der rechten Außenbahn unter Wettbewerbsbedingungen ausprobiert wurde.

Nkunku krönt Leipzigs fulminanten Start

RB war auf dem Papier offensiv ausgerichtet – und trat auch dementsprechend auf. Vom Anpfiff weg nahmen die Sachsen das Heft des Handelns fest in die Hand, mit konsequentem Pressing und Ballbesitzfußball schnürten sie den VfB in dessen Hälfte nahezu komplett ein – und gingen früh in Führung: Henrichs’ exzellenten Steilpass leitete Dani Olmo mit einem kurzen Kontakt weiter in den Lauf von Nkunku, der sich bedankte und aus sechs Metern flach ins lange Eck vollendete – 1:0 (7.).

RB hatte sich früh belohnt, blieb auch in der Folge überlegen, legte aber nicht nach. So verhinderte Stuttgarts Keeper Müller mit einer guten Parade gegen Klostermann einen höheren Rückstand. Der VfB hatte sichtlich Probleme mit den schnellen, aufmerksamen und energischen Sachsen. An geordneten Spielaufbau war aus schwäbischer Sicht in dieser Phase nicht zu denken – und dennoch waren die Hausherren nicht chancenlos: So sorgte Silas nach einem langen Ball für einen erhöhten Puls bei Tedesco (18.), während Führich Gulacsi mit einem verdeckten Distanzschuss prüfte (20.).


Naouirou Ahamada

Premiere: Naouirou Ahamada bejubelt sein erstes Tor in der Bundesliga.
IMAGO/Picture Point LE

Ahamadas kleine Genugtuung

Mit fortschreitender Spieldauer wurden die Leipziger passiver und brachten den VfB so selbst zurück ins Spiel. Die Schwaben nutzten das und nutzten auch eine ihrer seltenen Chancen direkt zum Ausgleich: Ahamada trieb den Ball nach vorne und schlenzte nach klugem Doppelpass mit Kalajdzic aus 16 Metern sehenswert ins lange Eck (31.).

Bundesliga, 1. Spieltag

Für den Franzosen dürfte das eine kleine Genugtuung gewesen sein, hatte er doch ausgerechnet gegen den Klub, gegen den er im April 2021 seinen ersten Bundesliga-Platzverweis erhalten hatte, nun sein erstes Bundesliga-Tor markiert.

So überraschend der Ausgleich auch war, so gut tat er dem Spiel. Stuttgart trat auf einmal viel selbstbewusster auf, während von der anfänglichen Leipziger Dominanz nichts mehr zu sehen war. Die Partie war nun völlig offen, ging aber mit dem 1:1 in die Halbzeit, auch weil Mavropanos Pech mit einem Pfostentreffer hatte (45.+4).

Ohne Wechsel, dafür im gleichen Rhythmus, ging es in Hälfte zwei weiter. Stuttgart hielt die Intensität weiter hoch, das Spiel damit offen und kreierte über Vagnoman (49.) den nächsten Abschluss.

Insgesamt war der zweite Durchgang aber nicht mehr ganz so rasant wie es der erste gewesen war. RB fiel es schwer, in die Tiefe zu kommen, der VfB hatte sich auf das vertikale Spiel der Sachsen eingestellt. Mit der Hereinnahme von Szoboszlai, der für Kampl kam (59.), schlug das Pendel jedoch wieder mehr in Richtung Leipzig aus. RB wurde wieder druckvoller, eroberte mehr und mehr zweite Bälle und drängte auf die neuerliche Führung.

Müller stellt sich RB vehement in den Weg

Ein Mann stellte sich diesem Vorhaben aber vehement in den Weg: VfB-Torhüter Müller spielte sich mit teils starken Paraden gegen Nkunku (66., 68.), André Silva (71.) und Orban (72.) ins Rampenlicht und hielt seine Farben damit weiter im Spiel.

Weil auch André Silva (82.), der eingewechselte Gvardiol (89.) und Szoboszlai (90.+2) zu ungenau zielten respektive geblockt wurden, blieb es schlussendlich beim 1:1, mit dem der VfB, der auch neunten Anlauf in der Bundesliga gegen RB sieglos blieb (0-2-7), am Ende besser leben kann als Leipzig, das schlicht zu viele Fahrkarten schoss.

Tore und Karten

0:1
Nkunku (8′, Linksschuss, Dani Olmo)

1:1
Ahamada (31′, Rechtsschuss, Kalajdzic)

Tore und Karten

0:1
Nkunku (8′, Linksschuss, Dani Olmo)

1:1
Ahamada (31′, Rechtsschuss, Kalajdzic)

VfB Stuttgart

Silas (64. ), Mola (90. + 4 )

RB Leipzig

Tedesco (19. ), Sörloth (87. )


VfB Stuttgart

Stuttgart


VfB Stuttgart

Stuttgart

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


RB Leipzig

Leipzig


RB Leipzig

Leipzig

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Tobias Stieler

Tobias Stieler
Hamburg

Schiedsrichter-Team

Tobias Stieler

Tobias Stieler
Hamburg

Spielinfo


Stadion

Mercedes-Benz-Arena

Zuschauer

46.000

Spielinfo


Anstoß

07.08.2022, 15:30 Uhr


Stadion

Mercedes-Benz-Arena Stuttgart


Zuschauer

46.000


Chancenverhältnis

5:7


Eckenverhältnis

1:9

Für beide Mannschaften geht es am kommenden Samstag weiter: Stuttgart reist zu Aufsteiger Werder Bremen, RB Leipzig hat den 1. FC Köln zu Gast – Anpfiff ist jeweils um 15.30 Uhr.

RB Leipzig befindet sich bei Werner auf einem sehr guten Weg

Die Rückkehr von Timo Werner zu RB Leipzig und damit in die Bundesliga nimmt konkretere Züge an. Man sei “auf einem sehr guten Weg”, heißt es aus dem Leipziger Umfeld.

Auf dem Sprung zurück nach Leipzig? Timo Werner.

Auf dem Sprung zurück nach Leipzig? Timo Werner.

IMAGO/Icon Sportswire

Am Sonntag berichtete “Sky”, dass eine Einigung über einen Transfer von Timo Werner mit dem FC Chelsea bereits in der kommenden Woche erfolgen soll. Der kicker weiß, dass sich die beteiligten Parteien in den Transferverhandlungen auf einem sehr guten Weg befinden. Dass die Sachsen ihren ehemaligen Top-Stürmer zurückholen wollen, ist kein Geheimnis. Nur war nicht klar, ob Chelsea den 26-Jährigen auch ziehen lassen würde.

Am Samstag aber fehlte Werner im Kader der Blues beim Saisonauftakt gegen Everton (1:0) – offiziell verletzungsbedingt. 2020 kam Werner für 55 Millionen Euro und mit der Empfehlung von 95 Toren aus 159 Pflichtspielen für RB an die Stamford Bridge. Nach ordentlicher erster Saison (36 Spiele, 6 Tore) lief es für Werner in London aber zusehends schlechter, zuletzt blieb ihm häufig nurmehr die Reservistenrolle, sodass ein Wechsel für ihn immer attraktiver erschien, auch mit Blick auf seine WM-Chancen. 

Leipzigs Trainer Domenico Tedesco hält den Ball in der Causa Werner aber weiter flach: “Wenn der Verein die Möglichkeit hat, einen deutschen Nationalspieler dazuzunehmen, der uns auch überzeugt, dann legen wir kein Veto ein, und finden das grundsätzlich eine sehr, sehr gute Geschichte”, sagte er im Vorfeld des Bundesliga-Starts in Stuttgart am Sonntag. Bedeckt hielt sich auch RB-Boss Oliver Mintzlaff, der bei DAZN zwar bestätigte, dass man sich mit Werner beschäftige, “aber nicht mehr und nicht weniger – und ob das zustande kommt, das kann ich noch nicht beurteilen”.

Von seinem Kader ist Tedesco aber ohnehin überzeugt, dieser sei auch so schon “konkurrenzfähig” und in der Lage, die gesetzten Ziele “zu erfüllen”, erklärte der 36-Jährige bei DAZN. In der Tat verfügt RB im Sturm bereits jetzt über große Qualität, was auch Tedesco weiß: “Wir haben vorn André Silva, der das sehr gut macht. Wir haben Christopher Nkunku vorn, wir haben Alexander Sörloth vorn, der uns flexibler macht. Wenn Yussuf Poulsen zurückkommt, haben wir noch einen Stürmer. So ist unsere Situation.”

Mintzlaff betonte zudem, dass man den Kader nur in der Spitze und nicht in der Breite verstärken wolle. “Wenn wir etwas machen, dann muss es eine Steigerung in der Qualität sein – und nicht nur in der Breite”, sagte der 46-Jährige. Werner würde wohl in die Kategorie “Qualität” passen.

Hoffenheim: Auch Angelino im Anflug

Nach der massiven Aufrüstung der Innenverteidigung ist die TSG kurz davor nun auch die Lücke auf links zu schließen: Angelino aus RB Leipzig ist im Anflug.

Angelino steht kurz vor einem Wechsel nach Hoffenheim.

Angelino steht kurz vor einem Wechsel nach Hoffenheim.

IMAGO/Picture Point LE

Gleich drei Innenverteidiger hatten die Kraichgauer zuletzt verpflichtet, um die größte Baustelle anzugehen. Nach Ozan Kabak hatten unter der Woche auch Stanley Nsoki aus Brügge und Eduardo Quaresma von Sporting Lissabon in Hoffenheim unterschrieben.

Nun geht die TSG auch die durch David Raums Wechsel nach Leipzig entstandene Lücke auf der linken Außenbahn an. Und bedient sich dabei ausgerechnet in Leipzig. Nach kicker-Informationen steht der Wechsel von Angelino von RB zur TSG unmittelbar bevor. Demnach soll der Spanier, der bei Leipzig noch bis 2025 unter Vertrag steht, zunächst für die laufende Saison ausgeliehen werden. Damit wird auch der Wunsch von Trainer André Breitenreiter erfüllt, angemessenen Ersatz zu holen für Raum, dessen Transfer 26 Millionen Euro in die Hoffenheimer Kassen spülte.

Damit ist aber auch klar: Robert Skov, der die Raum-Rolle bei der Auftakt-Niederlage in Gladbach (1:3) übernommen hatte, wird hochqualifizierte Konkurrenz bekommen und sich wohl erneut hinten anstellen müssen. Der Däne hatte schon in der kompletten Vorbereitung in Erwartung des Raum-Abgangs die linke Außenbahn beackert und sich wieder in die Rolle eingefunden, die er in seinem ersten Jahr in Hoffenheim erfolgreich bekleidete. Auch in Gladbach zeigte der 26-Jährige seine Qualitäten und hatte die nach Stefan Poschs Platzverweis bereits in Unterzahl spielende TSG sogar in Führung geschossen. Mit seinem gewaltigen linken Hammer hatte Skov die Vorlage von Andrej Kramaric ins Gladbacher Tor gedroschen.

Künftig dürfte es für den Dänen deutlich schwieriger werden, es in die Hoffenheimer Startformation zu schaffen. Schließlich ist Angelinos Hauptmotiv für den sich anbahnenden Wechsel der in Leipzig nicht mehr garantierte Stammplatz. Sollte der Transfer wie erwartet in Kürze vollzogen werden, könnte Angelino nach einer ersten Trainingswoche womöglich schon bei Hoffenheims Heimpremiere am kommenden Samstag gegen Bochum ein Thema für die erste Elf sein.

Michael Pfeifer

Wie Matarazzo Mitschüler Tedesco stoppen will

Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten wartet Stuttgart derzeit so lange auf einen Sieg wie gegen RB Leipzig. Unter Pellegrino Matarazzo verlor der VfB sogar alle vier Duelle mit den Sachsen ohne eigenen Treffer. Das will der 44-Jährige nun gegen seinen früheren Trainer-Mitschüler Domenico Tedesco ändern.

Trifft mit seinem Team zum Bundesliga-Auftakt auf Leipzig: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo.

Trifft mit seinem Team zum Bundesliga-Auftakt auf Leipzig: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo.

imago images

Die Zahlen sind nicht gerade berauschend und sorgen dennoch nicht für weniger Kopfschmerzen. In acht Duellen mit Leipzig holte der VfB nur einen Zähler. Dabei blieben die Schwaben siebenmal sogar torlos. Lediglich Steven Zuber, damals von der TSG Hoffenheim ausgeliehen, schaffte es, gegen die Mannschaft aus Sachsen ein Tor zu erzielen. Bei der 1:3-Niederlage am 22. Spieltag 2018/19 per Elfmeter. Diesmal soll es zu mehr reichen.

“Es wird wichtig sein, eine gute Restverteidigung zu haben, die richtigen Entscheidungen bei eigenem Ballbesitz zu treffen und RB nicht zu Kontern einzuladen”, sagt Matarazzo, dessen Analysten den kommenden Gegner durchleuchtet haben.

Unter Domenico agieren sie kontrollierter als unter dessen Vorgänger.

Pellegrino Matarazzo

Dabei sei man auf reichlich Informationen gestoßen, die es lohnenswert zu nutzen gilt. Unter dem aktuellen RB-Coach wird ein etwas anderes RB erwartet. “Unter Domenico agieren sie kontrollierter als unter dessen Vorgänger (Jesse Marsch, Anm. d. Red.). Er lässt nicht mehr reines Angriffspressing spielen, sondern eher ein Mittelfeldpressing. Sie lauern auf Balleroberung und auf Konter.”

2016 gemeinsam auf der Schulbank

In diese Falle wolle man nach Möglichkeit keinesfalls tappen – auch wenn eine bis ins allerletzte Detail präzise Analyse des Gegners vom kommenden Sonntag “in dieser Saison ein Stück weit schwieriger ist”. Tedesco habe dem Spiel der Leipziger im Gegensatz zur vergangenen Rückrunde “ein paar Varianten mehr eingebaut. Aber wir sind vorbereitet”, so der Chefcoach der Schwaben, der mit seinem Kollegen auf der anderen Seite der Mittellinie 2016 die Schulbank drückte und erfolgreich den DFB-Trainerlehrgang abschloss.

Die Bindung zum einstigen Mitschüler ist gut, wenn auch nicht ausgesprochen eng. “Wir kennen uns vom Lehrgang, aber auch vorher schon”, erzählt Matarazzo, der seine Karriere in den Nachwuchsleistungszentren des 1. FC Nürnberg und der TSG Hoffenheim begonnen hat. Für ihn ist Tedesco “ein Fachmann und ein guter Kollege. Ich würde jetzt nicht von Freundschaft sprechen, aber von beiderseitigem Respekt.” 

George Moissidis