“Bundesliga wird sexy”: Was für einen echten Titelkampf spricht

“Was geht, Bundesliga?” – Endlich wieder Spannung 02.02.2023

“Bundesliga wird sexy”: Was für einen echten Titelkampf spricht

2:06Zur Saisonhalbzeit trennten die ersten sechs Mannschaften nur fünf Punkte. Die Bundesliga ist drauf und dran, wieder einen spannenden Titelkampf zu bekommen. Warum auch Vereine wie Freiburg oder Union Berlin zu Recht oben dran sind, das erklärt Sebastian Kneissl.

Nach medizinischem Notfall in Leipzig: Fan verstirbt im Krankenhaus

Vor dem Pokalspiel zwischen Leipzig und Hoffenheim hatte es einen medizinischen Notfall gegeben. Der Zuschauer verstarb Stunden später im Krankenhaus.

Für einige Minuten herrschte Stille: Ein Zuschauer wurde vor dem Pokalspiel reanimiert - Stunden später verstarb er im Krankenhaus.

Für einige Minuten herrschte Stille: Ein Zuschauer wurde vor dem Pokalspiel reanimiert – Stunden später verstarb er im Krankenhaus.

picture alliance / Eibner-Pressefoto

“Am Stadioneinlass musste vor dem Spiel eine Person reanimiert werden, wurde notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Durch diesen Vorfall haben die Fans den Support im Stadion aktuell eingestellt”, hatte RB am Mittwoch rund um das DFB-Pokalspiel gegen die TSG Hoffenheim via Twitter bekanntgegeben.

Vom Anpfiff weg war es in der Arena der Sachsen daher ruhig, das Sportliche stand nicht an erster Stelle. Auch die Spieler hatten den Vorfall mitbekommen, Torschütze Emil Forsberg hatte sich nach dem 3:1-Sieg wie folgt geäußert: “Wir hoffen das Beste für den Betroffenen und seine Familie. Wir sind geschockt und hoffen einfach nur, dass alles gut ist.”

Am späten Donnerstagnachmittag gab RB nun bekannt, dass die Person im Krankenhaus verstorben ist: “Wir sprechen den Angehörigen und Freunden unser Beileid und tiefes Mitgefühl aus”, so der Pokal-Viertelfinalist.

Rose versteht Unmut der RB-Fans gegen Werner nicht – Geste beim Torjubel

RB Leipzig surft weiter auf seiner Erfolgswelle, die Sachsen sind im neuen Kalenderjahr noch ungeschlagen. Nach dem Pokalsieg waren aber auch Unmutsbekundungen der eigenen Fans gegen Timo Werner ein Thema.

Volle Rückendeckung: RB-Coach Marco Rose mit Timo Werner.

Volle Rückendeckung: RB-Coach Marco Rose mit Timo Werner.

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Es läuft bei RB Leipzig. Dem 1:1 gegen Rekordmeister Bayern München zum Start ins neue Jahr ließ der Champions-League-Achtelfinalist drei Pflichtspielsiege folgen. Nach dem 3:1 gegen die TSG Hoffenheim sah sich Marco Rose aber auch genötigt, einige Worte an die eigenen Fans zu richten. Hintergrund: Unmutsbekundungen gegen Timo Werner.

Im Pokal-Achtelfinale war Werner zuvor häufiger ins Abseits gelaufen, zeigte sich vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug, Dribblings waren erfolglos geblieben, Pässe im letzten Drittel fanden oft keinen Abnehmer, einmal schoss er sich sogar selbst ins Gesicht. Ein rundum unglücklicher Auftritt, den die Leipziger Fans mit Gestöhne und vereinzelten Pfiffe auf den Rängen quittierten, wenn Werner Aktionen misslangen – besonders nach dem Seitenwechsel.

Die Stimmung drumherum war ein bisschen am Kippen, das finde ich schade.

Marco Rose

“Die Stimmung drumherum war ein bisschen am Kippen, das finde ich schade”, stellte Rose klar, “alle sollen sich Mühe geben, jedem Spieler auf dem Feld ein gutes Gefühl zu geben. Das hilft uns enorm.” Werner gab noch eine sportliche Antwort, räumte mit seinem 3:1-Endstand in der 84. Minute sämtliche Zweifel am Weiterkommen aus.

Nach seinem Treffer hielt sich der Nationalstürmer die Hand ans Ohr – Blick in Richtung Fankurve. Hinterher postete der Leipziger Rekordtorschütze ein Bild dieses Jubels bei Instagram. Der Frust saß offenbar tief.

Rose über Werner: “Ich hätte ihn auch 180 Minuten drauf gelassen”

Beim 6:1 auf Schalke hatte Werner noch selbst getroffen und ein Tor aufgelegt (kicker-Note 2,0), beim 2:1-Heimsieg über Stuttgart blieb der schnelle Angreifer in 84 Minuten Einsatzzeit glücklos (kicker-Note 4,5). Auf die uneingeschränkte Rückendeckung seines Trainers kann er allerdings zählen. Rose ließ Werner weiterspielen, bis er sein Tor erzielt hatte. “Ich hätte ihn auch 180 Minuten drauf gelassen, weil ich weiß, wie das für einen Stürmer ist”, so Rose: “Der braucht das Tor.”

Werner lieferte und durfte sich nach 89 Minuten auch noch den Applaus der Fans abholen, als er für Lukas Klostermann ausgewechselt wurde. Der Angreifer habe nicht immer glücklich agiert, wusste auch Rose, doch: “Am Ende hat er ein wichtiges Tor für uns geschossen.”

In der Kaderkonstellation werden wir Timo in den nächsten Wochen brauchen.

Marco Rose

Bei Rose ist Werner im Sturmzentrum gesetzt. Daran ändert auch der fehlende Rhythmus nach einer über zweimonatigen Verletzungspause, die ihn die WM in Katar gekostet hatte, nichts. “In der Kaderkonstellation werden wir Timo in den nächsten Wochen brauchen”, versichert Rose, dem in Abteilung Attacke mit den verletzten Christopher Nkunku und Dani Olmo zwei Leistungsträger fehlen.

Das nächste Tor würde Werner gerne schon am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Köln folgen lassen. Dabei will RB auch eine bemerkenswerte Serie fortführen: Seit 17 Pflichtspielen sind die Sachsen ungeschlagen. “Das ist schon stark”, erklärte Emil Forsberg, der gegen Hoffenheim den Dosenöffner gab: “Wir pushen uns, wir fordern uns. Wir haben Spaß zusammen.”

Als Kehl für Freiburg in Dortmund traf – VfB historisch schlecht: Das bringt der 19. Spieltag

Am Freitag eröffnet der FC Augsburg den 19. Spieltag mit der Partie gegen Leverkusen und könnte eine historische Statistik ebenso vergessen machen wie der VfB Stuttgart tags darauf gegen Bremen. Außerdem im Fokus: die Topspiele in Dortmund und Wolfsburg sowie das erste Hertha-Spiel nach Fredi Bobic. 

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

Bongarts/Getty Images

Augsburgs Negativmarke gegen Leverkusen

An das Hinspiel in der Leverkusener BayArena hat der FC Augsburg beste Erinnerungen. Das 2:1 war der erste Sieg, den die Fuggerstädter im 23. Duell mit der Werkself feierten. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Zu Hause wartet Augsburg noch auf einen Sieg gegen Leverkusen (0/4/7). Kein anderes Team hat je ein anderes so oft empfangen, ohne auch nur ein einziges Mal gewonnen zu haben. 

Freiburger Einmaligkeit in Dortmunds Festung 

Ein einziges Mal, häufiger hat der SC Freiburg in Dortmund noch nicht gewonnen. Im Oktober 2001 war es ein 2:0, das den Sportclub mit drei Punkten zurück in den Breisgau fahren ließ. Unter den Torschützen damals: Sebastian Kehl, inzwischen Sportdirektor beim BVB, der bei den vergangenen 14 Heimspielen gegen Freiburg 40 von 42 möglichen Punkten geholt hat. 

Nach dem Bobic-Beben: Hertha ist in Frankfurt zu Gast


Fredi Bobic

Nicht mehr im Amt: Fredi Bobic.
IMAGO/RHR-Foto

Hertha BSC erlebt mal wieder turbulente Tage. Nach der Trennung von Fredi Bobic und der Rückkehr von Benjamin Weber und Andreas “Zecke” Neuendorf sind die Berliner bei Eintracht Frankfurt zu Gast. Nach der Winterpause ist die SGE in spielerischer Hinsicht zwar noch nicht ins Rollen gekommen, trotzdem hat sie fünf Punkte aus den ersten drei Partien geholt. Gegen Hertha verlor Frankfurt ohnehin nur eines der jüngsten acht Duelle – das Heimspiel der Vorsaison (1:2). 

Unbesiegte Kölner gegen RB

7:1 gegen Bremen, 1:1 in München, 0:0 gegen Schalke: In diesem Jahr ist der 1. FC Köln noch ungeschlagen. Hat diese Serie selbst dann noch Bestand, wenn auch das Duell mit Leipzig hinter der Elf von Steffen Baumgart liegt? Von elf Spielen gegen RB gewann Köln nur zwei. 

Hoffenheims Durststrecke – und das Bochum-Omen 

Von den vergangenen acht Bundesligaspielen hat Hoffenheim kein einziges gewonnen. Aber, und das könnte der TSG Mut machen: In der Vorrunde trafen die Kraichgauer nach zehn Partien ohne Sieg auf den VfL Bochum und landeten mit einem 3:2 den Befreiungsschlag.


Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.

Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.
Getty Images

Die VfB-Flut und das Wiedersehen mit Werder

In den vergangenen 30 Heimspielen ist der VfB Stuttgart kein einziges Mal ohne Gegentreffer davongekommen – eine Negativserie, die es in knapp 60 Jahren Bundesliga noch nie gegeben hat. Letztmals spielten die Schwaben im April 2021 zu null, nun treffen sie erneut auf den damaligen Gegner: Werder Bremen, gegen das Stuttgart seit sechs Partien ungeschlagen ist. Ein gutes Omen, um die Gegentor-Flut nun zu beenden?

Schalke mit frischem Mut nach Mönchengladbach

Durch das 0:0 gegen Köln hat Schalke frischen Mut geschöpft, jetzt haben es die Königsblauen mit Borussia Mönchengladbach zu tun, einem Gegner, gegen den sie nur eines der vergangenen zehn Spiele gewonnen haben. Um nun im Borussia-Park den dritten Saisonsieg einzufahren, setzt Schalke auch auf Eder Balanta, der am Deadline Day nach Gelsenkirchen gekommen ist.

Nach den Isco-Irrungen: Union trifft auf Mainz

Trotz der Isco-Irrungen hat Union Berlin am Dienstag die Eintrittskarte fürs Viertelfinale im DFB-Pokal gelöst. Nun treffen die Eisernen auf Mainz 05, peilen den fünften Sieg im fünften Pflichtspiel des Jahres an und setzen dabei auf ihre Heimstärke: Von den jüngsten 41 Partien vor eigenem Publikum verlor Union nur zwei. 

Endet Bayerns 1:1-Serie gegen Wolfsburg?

1:1 in Leipzig, 1:1 gegen Köln, 1:1 gegen Frankfurt: Die ersten drei Bundesligaspiele des Jahres hat der FC Bayern nicht gewonnen, nun beschließen die Münchner den 19. Spieltag mit einer Partie gegen den VfL Wolfsburg und Ex-Trainer Niko Kovac. Dabei könnte Joao Cancelo zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Nach sechs Siegen in Folge haben die Niedersachsen zuletzt zwei Rückschläge hinnehmen müssen (jeweils 1:2 gegen Werder Bremen und im DFB-Pokal gegen Union Berlin). Auch die Bayern-Bilanz kann Wolfsburg nicht gerade Mut machen: Von 51 Duellen gewann der VfL nur vier, zuletzt gab es 15 Anläufe ohne Sieg.

Medizinischer Notfall vor dem Spiel Leipzig gegen Hoffenheim

Vor dem Pokalspiel zwischen Leipzig und Hoffenheim hat es einen medizinischen Notfall gegeben. Die Fans schränkten den Support deswegen ein.

In Leipzig gab es einen medizinischen Notfall.

In Leipzig gab es einen medizinischen Notfall.

IMAGO/motivio

“Am Stadioneinlass musste vor dem Spiel eine Person reanimiert werden, wurde notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Durch diesen Vorfall haben die Fans den Support im Stadion aktuell eingestellt”, gaben die Leipziger via Twitter bekannt.

Im Stadion herrscht seit Anpfiff Stille. In der achten Minute hatte Emil Forsberg die Sachsen in Führung gebracht. Aber das Sportliche steht aktuell nicht an erster Stelle. 

Überblick: Die wichtigsten Transfers am “Deadline Day”

Welche Spieler sind am letzten Tag der Winter-Transferphase noch gewechselt? Eine Auswahl von der 1. bis zur 3. Liga – und auch international.

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

imago images (3)

BUNDESLIGA

Joao Cancelo (28): Von Manchester City zum FC Bayern München (Abwehr, Leihe)
Philipp Max (29): Von der PSV Eindhoven zu Eintracht Frankfurt (Abwehr, Leihe)
Renato Veiga (19):
Von Sporting Lissabon zum FC Augsburg (Mittelfeld)
Tolga Cigerci (30): Von Ankaragücü zu Hertha BSC (Mittelfeld)
Eder Balanta (29): Von Club Brügge zu Schalke 04 (Mittelfeld, Leihe)

2. BUNDESLIGA

Gustavo Puerta (19): Von Bayer 04 Leverkusen zum 1. FC Nürnberg (Mittelfeld, Leihe)
Filip Stojilkovic (23): Vom FC Sion zu Darmstadt 98 (Sturm)
Marcel Mehlem (27): Vom SC Paderborn zum SV Sandhausen (Mittelfeld)
Lukas Petkov (22): Vom FC Augsburg zur SpVgg Greuther Fürth (Mittelfeld, Leihe)
Budu Zivzivadze (28): Vom Fehervar FC zum Karlsruher SC (Sturm)
Nicolas de Preville (32): Zum 1. FC Kaiserslautern (Sturm, zuletzt vereinslos)

3. LIGA

Ben Bobzien (19): Vom 1. FSV Mainz 05 zur SV Elversberg (Sturm, Leihe)
Kevin Broll (27): Von Gornik Zabrze zu Dynamo Dresden (Tor)
Bruno Soares (34): Von HK Kopavogur zum SV Meppen (Abwehr)
Orhan Ademi (31): Von UTA Arad zum VfB Oldenburg (Sturm)

PREMIER LEAGUE

Enzo Fernandez (22): Von Benfica Lissabon zum FC Chelsea (Mittelfeld)
Marcel Sabitzer (28): Vom FC Bayern München zu Manchester United (Mittelfeld, Leihe)
Kamaldeen Sulemana (20): Von Stade Rennes zum FC Southampton (Sturm)
Keylor Navas (36): Von PSG zu Nottingham Forest (Tor, Leihe)
Felipe (33): Von Atletico Madrid zu Nottingham Forest (Abwehr)
Harry Souttar (24): Von Stoke City zu Leicester City (Abwehr)
Illya Zabarnyi (20): Von Dynamo Kiew zu AFC Bournemouth (Abwehr)
Sasa Lukic (26): Vom FC Turin zum FC Fulham (Mittelfeld)
Pedro Porro (23): Von Sporting Lissabon zu Tottenham Hotspur (Abwehr)
Naouirou Ahamada (20): Vom VfB Stuttgart zu Crystal Palace (Mittelfeld)
Jorginho (31): Vom FC Chelsea zum FC Arsenal (Mittelfeld)

LA LIGA

Matt Doherty (31): Von Tottenham Hotspur zu Atletico Madrid (Abwehr, Leihe)
Fernando Pacheco (30): Von Almeria zu Espanyol (Tor)
Haris Seferovic (30): Von Galatasaray zu Celta Vigo (Sturm, von Benfica weiterverliehen)
Jorge Meré (25): Von CF America zum FC Cadiz (Abwehr, Leihe)
Ayoze Perez (29): Von Leicester City zu Real Betis (Sturm, Leihe)
Denis Suarez (28): Von Celta Vigo zu Espanyol (Mittelfeld)

SERIE A

Luca Pellegrini (23): Von Eintracht Frankfurt zu Lazio Rom (Abwehr, von Juve weiterverliehen)
Diego Llorente (29): Von Leeds United zur AS Rom (Abwehr, Leihe)
Florian Thauvin (30): Zu Udinese Calcio (Mittelfeld, zuletzt vereinslos)
Antonin Barak (28): Von Hellas Verona zur AC Florenz (Mittelfeld)

ANDERE WICHTIGE DEALS

Angelo Fulgini (26): Vom 1. FSV Mainz 05 zu RC Lens (Mittelfeld, Leihe)
Hector Bellerin (27): Vom FC Barcelona zu Sporting Lissabon (Abwehr)
Thorgan Hazard (29): Von Borussia Dortmund zur PSV Eindhoven (Sturm, Leihe)
Kaan Ayhan (28): Von Sassuolo zu Galatasaray (Abwehr, Leihe)
Vitinha (22): Von Sporting Braga zu Olympique Marseille (Sturm)

Union kontert Leipzig-Tweet zu Isco – Fischers “Deadline Day”-Vorschlag

Am Ende eines turbulenten Tages stand Union Berlin im DFB-Pokal-Viertelfinale. Auch mit einem vorlauten Tweet von RB Leipzig gingen die Eisernen souverän um.

Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale: Nach dem Isco-Wirbel konnten Urs Fischer & Co. am Mittwochabend doch noch strahlen.

Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale: Nach dem Isco-Wirbel konnten Urs Fischer & Co. am Mittwochabend doch noch strahlen.

IMAGO/Nordphoto

Unverrichteter Dinge hatte Isco Berlin am Dienstag wieder verlassen müssen. Und falls er seinen geplatzten Wechsel zu Union bereute, dürfte es am Abend nicht besser geworden sein: Mit dem Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale demonstrierte sein Beinahe-Arbeitgeber, wie erstaunlich gefestigt er ist.

“Dass so ein Weltstar sich vorstellen kann, für Union Berlin zu spielen, das wäre eine geile Geschichte gewesen. Aber trotzdem haben wir eine geile Mannschaft”, sagte Rani Khedira nach dem späten 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg trotzig. Der “ereignisreiche Tag” habe auch die Mannschaft beschäftigt. Am Morgen habe sie erfahren, “dass er tatsächlich kommt, mittags dann, dass er doch nicht kommt”, so Khedira.

“Optimal, das muss ich schon sagen, war die Vorbereitung auf ein solch wichtiges Spiel wirklich nicht”, haderte auch Trainer Urs Fischer. Sein Team habe das Hin und Her um Isco zwar “gut weggesteckt”. Trotzdem hatte Fischer indirekt einen Vorschlag für kommende “Deadline Days”. “Muss man an diesem Tag spielen, wenn es der letzte Tag des Transferfensters ist?”, fragte er.

“Isco?” – “Tradition?”

Der gescheiterte Isco-Deal brachte Union viel Bedauern, aber auch Spott ein. Als die Berliner vor dem Achtelfinale ihre Aufstellung twitterten, schrieb der offizielle Account von RB Leipzig darunter: “Isco?” Was Union ebenfalls mit nur einem Wort konterte: “Tradition?” Auch andere Bundesligisten mischten sich daraufhin ein, der 1. FSV Mainz 05 etwa hinterließ drei Popcorn-Emojis.

Der vereinslose Isco hatte am Dienstag bereits den Medizincheck absolviert, ehe im letzten Moment finanzielle Unstimmigkeiten zwischen seiner Berateragentur und Union auftauchten. “Wir mussten feststellen, dass die vorher besprochenen Dinge von Seiten der Spieleragentur anders waren”, berichtete Sport-Geschäftsführer Oliver Ruhnert. “Nachdem die Änderungen heute da waren, haben wir gesagt: ‘Das geht so nicht.'”

Leipzig holt keinen Olmo-Ersatz – Nyland gegen Hoffenheim im Tor

RB Leipzig wird keinen kurzfristigen Ersatz für den verletzten Dani Olmo verpflichten. Dies gab Trainer Marco Rose am Dienstag bei der Pressekonferenz vor dem DFB-Pokalspiel gegen Hoffenheim bekannt.

Örjan Nyland wird im Pokalspiel gegen Hoffenheim das Leipziger Tor hüten.

Örjan Nyland wird im Pokalspiel gegen Hoffenheim das Leipziger Tor hüten.

IMAGO/motivio

“Wir haben ein paar Optionen abgeklopft und festgestellt, dass diese Optionen für uns nicht realisierbar sind. Dementsprechend haben wir für uns entschieden, nichts zu machen”, sagte Rose. Mit Blick auf das noch bis 18 Uhr geöffnete Transferfenster schob Rose allerdings noch nach, “dass man im Leben nie nie sagen sollte”. Um welche Optionen es sich handelte, führte Rose nicht aus. Ausdrücklich aber dementierte er ein Leipziger Interesse am Spanier Isco, den Union Berlin verpflichtet: “Isco war nie ein Thema.”

“Es ist Aufgabe des Trainers und des Trainerteams, Lösungen zu finden”

Den personellen Notstand in der Offensive nach den Ausfällen von Olmo und Christopher Nkunku will Rose aus den eigenen Reihen auffangen. Für die vier offensiven Planstellen im bisherigen 4-2-2-2-System stehen in Dominik Szoboszlai, Emil Forsberg, Timo Werner, André Silva und Yussuf Poulsen lediglich fünf gelernte Kräfte zur Verfügung. “Ich glaube, dass wir gut aufgestellt sind und dass der Kader auch so funktioniert”, sagte Rose, “wir haben viele andere gute Jungs, die einspringen können.” So könne man die eher defensiv orientierten Mittelfeldspieler Konrad Laimer und Amadou Haidara nach vorn schieben, glaubt Rose. Die Veränderung der Grundordnung mit nur noch drei offensiven Planstellen ist eine weitere Möglichkeit. “Es ist Aufgabe des Trainers und des Trainerteams, Lösungen zu finden”, so Rose.

Rose lobt Nyland

Im Pokal-Achtelfinale am Mittwoch gegen Hoffenheim dürfte Rose aber weiter aufs bewährte System setzen. Olmos Platz hinter den Spitzen soll dabei Emil Forsberg einnehmen. Darauf legte sich Rose am Dienstag ebenso fest wie in der Torwartfrage. Örjan Nyland wird anstelle von Janis Blaswich zwischen den Pfosten stehen. Der Norweger war Anfang Oktober nach der schweren Verletzung von Peter Gulacsi (Kreuzbandriss) kurzfristig als Ersatz geholt worden und hatte kurz drauf im Punktspiel gegen Bayer Leverkusen (2:0) debütiert. Nun will ihm Rose erneut Spielpraxis verschaffen. “Er hat sich vom ersten Tag an in die Gruppe integriert und eine sehr gute Vorbereitung gespielt. In den Spielen, die er da gemacht hat, hat er überzeugt”, lobte Rose den 32-jährigen Nyland.

Oliver Hartmann