Xabi Alonso ist Top-Kandidat als Seoane-Nachfolger

Bayer Leverkusen hat mit dem 0:2 in Porto den nächsten Rückschlag hinnehmen müssen. Die Luft für Trainer Gerardo Seoane wird immer dünner. Einen heißen Kandidaten für seine Nachfolge gibt es sogar schon.

Als Spieler eine Legende: Xabi Alonso.

Als Spieler eine Legende: Xabi Alonso.

imago images/Ricardo Larreina Amador

Aus Porto berichtet Stephan von Nocks

“Ich bin ein pragmatischer Mensch. Am Ende zählen die Ergebnisse” erklärte Geschäftsführer Fernando Carro die Situation des Bundesliga-Vorletzten zuletzt. Man brauche gute Ergebnisse “sehr, sehr, sehr kurzfristig”. Zudem dürfe sich ein blutleerer Auftritt wie beim 0:4 in München nicht wiederholen.

Blutleer war der Auftritt der Leverkusener in Porto nun nicht, speziell die erste Hälfte war in Ordnung. Nach der Pause ließ sich Bayer aber von nun viel aggressiveren Portugiesen auffressen, entfachte selbst keine Gefahr mehr nach vorne und verlor völlig verdient. Das 0:2 in Portugal war der nächste Rückschlag in der bisher verkorksten Bayer-Saison. In der Champions League gab es die zweite Niederlage, in der Bundesliga steht die Werkself mit nur fünf Punkten auf einem direkten Abstiegsplatz.

Nach der Niederlage, der enttäuschenden zweiten Hälfte und den Ansagen der Bosse im Vorfeld müsste das Spiel in Porto Seoanes letztes in Leverkusen gewesen sein. Auf dem Trainermarkt hat sich der Werksklub ohnehin schon orientiert, das sagte Carro am Sonntag bei seinem Auftritt im “Doppelpass” ganz offen.

Xabi Alonso ist der Favorit

Und ein heißer Kandidat ist bereits ausgemacht: Weltmeister Xabi Alonso. Was ESPN zuerst berichtete, deckt sich mit Informationen des kicker: Der Spanier ist ein, wenn nicht gar der Topfavorit auf Seoanes Nachfolge.

Xabi Alonso war in seiner aktiven Zeit ein überragender Mittelfeldspieler, spielte 114-mal für die spanische Nationalmannschaft (16 Tore), 79-mal in der Bundesliga für Bayern (fünf Tore), 272-mal in La Liga für Real Madrid und Real Sociedad (13 Treffer) sowie 143-mal in der Premier League für den FC Liverpool (14 Tore). Danach trainierte der 40-Jährige bis Mai für drei Jahre die zweite Mannschaft von Real Sociedad und ist seitdem ohne Job.

Trapp: “Ich glaube, ich musste keinen Ball halten”

Tottenham ballerte gegen Frankfurt einige Chancen neben das Tor von Kevin Trapp. In der eigenen Offensive ließ die SGE aber ebenso die Kaltschnäuzigkeit vermissen – das soll im Rückspiel besser werden.

Kevin Trapp war gegen Tottenham nicht beschäftigungslos, aber kurz davor.

Kevin Trapp war gegen Tottenham nicht beschäftigungslos, aber kurz davor.

IMAGO/Schüler

Auch wenn Kevin Trapp gegen Tottenham nahezu nicht eingreifen musste, “gelangweilt” habe sich der Keeper “sicher nicht”. Denn die Gäste aus London waren vor allem in der ersten Hälfte durchaus gefährlich, hatten aber ein großes Manko: Der Ball wollte einfach nicht aufs Tor von Trapp fliegen – oder wie es der Torhüter selbst am Mikrofon von “Amazon Prime” ausdrückte: “Ich glaube, ich musste keinen Ball halten.”

Mit dazu beigetragen hat auch eine Leistungssteigerung der Frankfurter Eintracht in Hälfte zwei. Auch wenn die Klasse eines Top-Teams wie Tottenham “nicht immer zu verteidigen ist”, blieb die SGE im zweiten Champions-League-Spiel in Folge ohne Gegentreffer.

Londoner Ungenauigkeit im Abschluss

Ernsthaft eingreifen musste Trapp in der Tat nie wirklich – sieht man von einem sehr zentralen Abschluss von Harry Kane aus Minute 80 einmal ab. Die restlichen acht Torschüsse ballerten Kane und vor allem Heung-Min Son neben das Frankfurter Gehäuse.

Weil auch der Frankfurter Offensive am Dienstagabend die Feinjustierung nicht besser gelungen war, endete die Partie gegen die Londoner mit 0:0 – auch wenn Ansgar Knauff (50.) und Jesper Lindström (60.) nach der Pause durchaus einen Frankfurter Führungstreffer erzielen hätten können. Während Knauff an Hugo Lloris scheiterte, verfehlte Lindström das Gehäuse aus aussichtsreicher Position.


Jesper Lindström

Jesper Lindström ärgert sich nach seiner vergebenen Großchance.
IMAGO/Beautiful Sports

“Man soll keinem einen Vorwurf machen. Das ist nicht immer so einfach, wie es am Ende aussieht. Ball erstmal aufs Tor und dann kann schon viel passieren”, wollte Trapp dennoch einem möglichen Treffer nicht zu lange hinterhertrauern. 

Auch Kapitän Sebastian Rode richtete unmittelbar nach der Partie den Blick bereits auf das Rückspiel in der kommenden Woche (Mittwoch, 21 Uhr). In London müsse man “so verteidigen wie heute” – und vor allem: “Dann kommt es auf die Kleinigkeiten an, den entscheidenden Ball dann auch reinzumachen.”

War es das für Seoane? Tah: “Es ist keine einzelne Person schuld”

Für Leverkusen wird es immer düsterer. Nach dem 0:2 in Porto stellte sich Defensivmann Jonathan Tah demonstrativ hinter seinen Trainer.

Jonathan Tah stellt sich hinter seinen Trainer. 

Jonathan Tah stellt sich hinter seinen Trainer. 

Getty Images

Der Abend hätte aus Leverkusener Sicht auch anders laufen können, wenn zum Beispiel Patrik Schick in einer ordentlichen ersten Bayer-Hälfte den Elfmeter versenkt hätte. “Es ist wichtig, die Möglichkeiten, die du hast, auch zu nutzen. Wir können auch mit einem 2:0 in die Halbzeit gehen”, sagte Tah nach der Partie bei DAZN. “Am Ende wurde es ein bisschen wild. Sie haben die zwei Tore aus Umschaltsituationen gemacht, das ist eine klare Stärke von Porto. Das haben wir nicht mehr so gut verteidigt bekommen.” 

In der zweiten Hälfte ließ Leverkusen nicht nur zwei Tore zu, nach vorne fehlten auch jegliche Ideen und Chancen. Somit gab es mit dem 0:2 in Porto den nächsten Rückschlag. “Unser voller Fokus liegt auf den Spielen. Und auch heute hat man gesehen, dass wir voll und ganz auf das Spiel fokussiert waren”, bestätigt Tah, dass die Unruhe rund um den Trainer die Mannschaft kalt gelassen hat.

Allerdings stellt sich nun nach der zweiten Pleite in der Champions League sowie nur fünf Punkten und Platz 17 in der Liga die klare Frage: War es das für Gerardo Seoane? “Wir sind überzeugt von ihm, der Trainer hat eine super Connection zur Mannschaft und wir wollen gemeinsam aus der Situation rauskommen. Es ist keine einzelne Person schuld, wir alle sind in der Verantwortung, um aus der Situation rauszukommen”, stellt sich Tah hinter seinen Trainer. 

Ob Seoane am Samstag gegen Schalke noch auf der Bank sitzt, ist unklar. Klar ist jedoch: Einmal mehr muss Bayer eine Reaktion zeigen. Was es jetzt braucht, erklärt Defensivmann Tah: “Leadership und sehr viel Verantwortung von jedem einzelnen Spieler. Wir brauchen nicht mit dem Finger auf andere zeigen, jeder muss schauen, dass er noch mehr einbringen kann.”

Zaidu und Galeno verschärfen Leverkusens Krise

Nächster Rückschlag für Bayer Leverkusen. Die Werkself verlor in der Champions League in Porto mit 0:2. Dabei war mehr drin, Schick zum Beispiel scheiterte per Elfmeter. Die Luft für den Trainer wird nun ganz dünn. 

Eingenickt: Joker Zaidu Sanusi (li.) trifft für Porto. 

Eingenickt: Joker Zaidu Sanusi (li.) trifft für Porto. 

AFP via Getty Images

Portos Trainer Sergio Conceicao konnte mit seinem Team am Wochenende ein 4:1 im Spitzenspiel gegen Braga feiern. In der Champions League lief es für die Portugiesen in den ersten beiden Partien aber gar nicht rund, es gab zwei Niederlagen, zuletzt das krachende 0:4 gegen Brügge

Auch die Portugiesen, bei denen der Ex-Leverkusener Wendell begann, hatten also Druck, allerdings nicht so viel wie Leverkusens Trainer Gerardo Seoane, der mit seinem Team in dieser Saison den Erwartungen weit hinterher hinkt (nur fünf Punkte und Platz 17 in der Bundesliga) und am Freitag eine klare 0:4-Niederlage bei Bayern München einstecken musste. Der Coach war angezählt, muss in dieser Woche in Porto und gegen Schalke liefern. Geschäftsführer Fernando Carro zeigte dem Schweizer mit seinen Worten (“Wir sind nicht blauäugig, wir sind nicht unvorbereitet”) genau, woran er ist. 

Zwei Treffer einkassiert – Schick vergibt Elfmeter

In Porto schickte Seoane seine Elf im Vergleich zur Klatsche in München auf drei Positionen verändert (Hincapie, Aranguiz und Hlozek starteten für Bakker, Kossounou und Demirbay, die alle auf der Bank Platz nahmen) in die Partie. Und der Coach sah eine verbesserte Bayer-Elf, die im ersten Durchgang defensiv so gut wie gar nichts zuließ. Porto fehlte im letzten Drittel auch die Genauigkeit, um Bayer ernsthaft vor Probleme zu stellen. Offensiv war die Werkself etwas gefährlicher und erzielte auch die vermeintliche Führung, doch Schiedsrichter Anthony Taylor kassierte Hudson-Odois Treffer ein, da Andrich in der Entstehung bei der Balleroberung ein Foul an Pepê beging (16.).

Ansonsten spielte sich viel im Mittelfeld ab, was sich am Ende der ersten Hälfte änderte, Hradecky war gegen Uribes starken Abschluss zur Stelle (40.). Auf der Gegenseite wurde Schicks Schuss im Strafraum von David Carmo geblockt, was noch interessant werden sollte. Denn im Gegenzug erzielte Porto durch Taremi die vermeintliche Führung, doch auch hier schaltete sich der VAR ein (42.). Taylor ging zum Monitor, erkannte ein Handspiel von David Carmo und gab anstatt Tor für Porto Elfmeter für Leverkusen. Schick konnte das allerdings nicht nutzen und scheiterte an Diogo Costa (45.). Da der Angreifer auch kurz vor der Pause im Schlussmann der Portugiesen seinen Meister fand, ging es ohne Treffer in die Kabine. 

Zaidu und Galeno lassen Porto jubeln

An die ereignisreiche Phase vor der Pause konnte der zweite Durchgang nicht anknüpfen. Es gab viele Fouls, immer wieder Unterbrechungen und einige Gelbe Karten. Torchancen waren absolute Mangelware – und dann trug Porto einen Angriff über die rechte Seite blitzsauber nach vorne: Taremi fand mit seiner Flanke den eingewechselten Zaidu, der aus sieben Metern zur Führung für die Hausherren einnickte (69.). Eine Antwort auf diesen Rückschlag hatte der kriselnde Bundesligist nicht. Vielmehr erzielte Galeno kurz vor dem Ende das 2:0 und sorgte für die Entscheidung (87.). Den Schlusspunkt setzte Bayer, allerdings aus negativer Sicht, Frimpong sah noch die Ampelkarte (88.). Am Ende blieb es beim 2:0 für Porto, das den ersten Sieg der aktuellen Champions-League-Saison einfuhr. 

Tore und Karten

1:0
Zaidu (69′)

2:0
Galeno (87′)

Tore und Karten

1:0
Zaidu (69′, Kopfball, Mehdi Taremi)

2:0
Galeno (87′, Rechtsschuss, Mehdi Taremi)

FC Porto

Joao Mario (50. ), Uribe (61. ), David Carmo (90. + 1 )

Bayer 04 Leverkusen

Hincapie (40. ), Andrich (56. )

Bayer 04 Leverkusen

Frimpong (88. )


FC Porto

FC Porto


FC Porto

FC Porto

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Marceneiro Conceicao


Bayer 04 Leverkusen

Leverkusen


Bayer 04 Leverkusen

Leverkusen

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team

Anthony Taylor
England

Schiedsrichter-Team

Anthony Taylor

Anthony Taylor
England

Spielinfo
Stadion Estadio do Dragão
Zuschauer 42.399

Spielinfo


Anstoß

04.10.2022, 21:00 Uhr


Stadion

Estadio do Dragão Porto


Zuschauer

42.399


Eckenverhältnis

4:2

Für die Portugiesen steht am Samstagabend das Auswärtsspiel in Portimonense an, ehe es zum Rückspiel nach Leverkusen geht (Mittwoch). Bayer 04 erwartet am Samstagnachmittag den FC Schalke (15.30 Uhr). Die große Frage ist natürlich: Ist Seoane noch dabei und bekommt dieses Endspiel? Oder war das Spiel in Porto das letzte des Trainers. 

Knauff lässt aus: Frankfurt verpasst Erfolg gegen Tottenham

Frankfurts Knauff hatte gegen Tottenham die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber kurz nach der Pause. Weil auch die Spurs zu viele Chancen liegen ließen, endete die Partie 0:0.

Ansgar Knauff hatte die beste Eintracht-Chance des Spiels.

Ansgar Knauff hatte die beste Eintracht-Chance des Spiels.

IMAGO/Jan Huebner

Die Spurs-Offensive um Kane, Son und Richarlison wollte Oliver Glasner kontrollieren, so die Forderung des Frankfurter Trainers vor der Partie gegen Tottenham – das gelang in der ersten Hälfte nicht immer.

Die Spurs, die von Coach Antonio Conte nach dem 1:3 im Nord-London-Derby bei Arsenal unverändert ins dritte Champions-League-Gruppenspiel geschickt wurden, erwischten den besseren Start. Die SGE hatte in der Anfangsphase vor allem Probleme mit den langen Diagonalbällen auf Emerson Royal, den rechten Schienenspieler der Londoner. Bei der besten Chance fehlte Kane nur ein Schritt nach einem kurz ausgeführten Freistoß von Son (12.).

Kurze Frankfurter Druckphase

Nach einer guten Viertelstunde wurde auch die Eintracht, bei der im Vergleich zum 2:0 gegen Union Sow und Jakic statt Götze (Sprunggelenksverletzung) und Pellegrini spielten, aktiver. Frankfurt schob etwas tiefer in die gegnerische Hälfte. Rodes Schlenzer wurde zur Ecke abgelenkt (18.), nach dieser klärte Lloris bei Kolo Muanis Kopfball aus spitzem Winkel vor Tuta (19.).

Es war die offensiv beste Phase der ersten Hälfte der Hausherren. Lindström traf nach einer Ecken-Variante den Ball nicht richtig (20.).

Tottenham übernimmt, bleibt aber zu ungenau

Kurz darauf war diese Phase aber schon vorbei und die Spurs übernahmen wieder die Kontrolle. Die Londoner spielten variabel und streuten neben gefährlichen Diagonalbällen auch feine Kurzpass-Stafetten ein.

Im Abschluss fehlte aber weiter die Genauigkeit – Trapp musste nicht eingreifen. Kane verpasste eine Son-Hereingabe ganz knapp (25.). Beim umgekehrten Zusammenspiel schoss Son nur neben das Tor (40.) und Perisic hatte einfach nur Pech, dass sein Abschluss knapp neben den Pfosten abgelenkt wurde (43.).


Ansgar Knauff

Die große Chance nach der Pause.
IMAGO/Beautiful Sports

Knauff lässt die Führung liegen

Im zweiten Durchgang startete die Eintracht mit mehr Mut und überraschte damit die Spurs etwas. Lloris verhinderte nach einem herrlichen Chip-Ball von Sow gegen Knauff den Rückstand (50.), kurz darauf schoss Lindström nach einem Fehler in der Gäste-Defensive über das Tor (60.). 

Bei Tottenham hielt das Hauptproblem der ersten Hälfte auch in der zweiten an. Die Spurs spielten gefällig, wenn auch nicht mehr mit der Konsequenz wie in den ersten 45 Minuten, Schüsse aufs Tor gab es aber nahezu nicht. Son verfehlte kurz nach der Pause das rechte Kreuzeck (53.), Kanes zentral aufs Tor abgefälschter Distanzschuss war in Minute 80 mit der erste Ball, bei dem Trapp eingreifen musste.

Ansonsten konnte die Eintracht nun den Wunsch ihres Trainers erfüllen und kontrollierte die Offensive der Spurs deutlich besser als im ersten Abschnitt. In der Schlussphase gingen beide Teams nicht mehr in das allerletzte Risiko – und so blieb es beim 0:0.

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Tottenham Hotspur

Höjbjerg (44. ), Lenglet (73. ), H. Kane (84. )


Eintracht Frankfurt

Frankfurt


Eintracht Frankfurt

Frankfurt

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


Tottenham Hotspur

Tottenham


Tottenham Hotspur

Tottenham

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team

Daniele Orsato
Italien

Schiedsrichter-Team

Daniele Orsato

Daniele Orsato
Italien

Spielinfo
Stadion Deutsche Bank Park

Spielinfo


Anstoß

04.10.2022, 21:00 Uhr


Stadion

Deutsche Bank Park
Frankfurt


Eckenverhältnis

6:4

Für die Hessen geht es vor dem Rückspiel in London am nächsten Mittwoch am Samstagnachmittag auswärts beim VfL Bochum weiter. Die Spurs haben zuvor am Samstagabend die Aufgabe in Brighton vor der Brust.