Messi lässt seine Zukunft im Nationalteam weiter offen

Lionel Messi hat erneut offen gelassen, ob er noch einmal für die argentinische Nationalmannschaft auflaufen wird. In einem Interview wollte sich der 35-Jährige zum wiederholten Male nicht festlegen – allzu wahrscheinlich scheint es aber nicht zu sein. 

War das WM-Finale das letzte Spiel im Trikot der Albiceleste? Lionel Messi hat sich noch nicht entschieden.

War das WM-Finale das letzte Spiel im Trikot der Albiceleste? Lionel Messi hat sich noch nicht entschieden.

IMAGO/Buzzi

Es war die Krönung seiner Laufbahn. Der WM-Triumph von Lusail rundete die große Karriere von Lionel Messi ab und vollendete das, was im Oktober 2004 im Stadtderby von Barcelona mit einem 1:0 gegen Espanyol begonnen hatte: Messi führte Argentinien zum ersten WM-Titel seit 1986 und tat es damit Diego Armando Maradona gleich – ein großer Sieg, der zugleich Messis letzter im Trikot der Albiceleste gewesen sein könnte. 

Nach wie vor ist ungewiss, ob der 35-Jährige noch einmal für sein Heimatland auflaufen wird. “Ich weiß es nicht”, entgegnete Messi in einem Interview der argentinischen Sportzeitung “Olé”. Zum einen “liebe” er es, Fußball zu spielen, “und solange es mir gut geht, ich mich fit fühle und es mir immer noch Spaß macht, werde ich das tun” – zum anderen sei die nächste Weltmeisterschaft “weit weg”. 

Die Endrunde, bei der Argentinien seine Trophäe verteidigen kann, wird erst 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgespielt. Bereits 2024 steht die Copa America an, bei der die Albiceleste ebenfalls als amtierender Titelträger ins Turnier gehen wird. 

Es hängt davon ab, wie sich meine Karriere entwickelt, was ich machen werde.

Lionel Messi

Ob Messi dann noch für sein Heimatland spielt, ist offen. “Es hängt davon ab, wie sich meine Karriere entwickelt, was ich machen werde – von vielen Dingen”, sagte Messi. Nach dem WM-Sieg von Katar hatte er einerseits Aussagen getroffen, die darauf hindeuteten, dass er nicht mehr für die Nationalmannschaft auflaufen werde (“Was soll jetzt noch kommen?”)  – andererseits hatte er aber auch gesagt: “Ich will als Weltmeister im Argentinien-Trikot weiterspielen.” 

Messi ist im Laufe seiner Karriere bislang sechs Mal als Weltfußballer ausgezeichnet worden und hat mit dem FC Barcelona sämtliche Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt. Als er bei der Weltmeisterschaft dann auch noch mit Argentinien triumphierte, setzte er seiner außergewöhnlichen Karriere die Krone auf. 

Wollitz im Interview: “Am Ende geht es um Nuancen”

Im Interview spricht Claus-Dieter Wollitz, Trainer von Energie Cottbus, über Saisonziele, seinen neuen Vertrag und eine Vision.

Will mit Cottbus in die zweite Liga: Claus-Dieter Wollitz.

Will mit Cottbus in die zweite Liga: Claus-Dieter Wollitz.

IMAGO/Fotostand

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Im Besprechungsraum im Stadion der Freundschaft hängt ein Bild mit der Aufschrift “Energie Cottbus liebt Fußball”. Das ist auch bei Claus-Dieter “Pele” Wollitz der Fall, der es sich direkt davor im schwarzen Trainingsanzug bequem macht.

Wie sehen denn Ihre Planungen in diesem Jahr für den 3., 7. und 11. Juni aus, Herr Wollitz?

Diese Termine stehen bei uns auch am schwarzen Brett.

Das würde bedeuten, dass Sie mit Ihrer Mannschaft im brandenburgischen Landespokalfinale stehen und an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga teilnehmen.

Wir kennen diese Daten schon aus 2018 (Energie stieg in die 3. Liga auf und holte den Landespokal, Anm. d. Red.). Aber wir sollten erst mal vorher unsere Hausaufgaben machen. Die Liga ist extrem eng. Im Pokal ist die Chance groß, aber der Pokal ist auch gefährlich. Es scheiden immer wieder höherklassige Verein aus.

Wie fällt Ihr Fazit der Saison bisher aus?

Nachdem wir im Sommer Spieler verloren haben, die insgesamt über 50 Tore in der vergangenen Saison geschossen haben, ohne wirtschaftlich große Möglichkeiten zu haben, ist die aktuelle Saison schon beachtlich. Aber am Ende zählt, was am 34. Spieltag passiert. In der Rückrunde wird es auch Phasen geben, da bist du vielleicht mal Vierter. Am Ende geht es um Nuancen.

Am Dienstagabend endete die Wechselfrist. Die Offensivkräfte Timmy Thiele und auch Jan Shcherbakovski wurden geholt. Abgänge gab es dagegen keine. Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen Ihres Kaders?

Wir haben eine ausgeglichene Mannschaft, es herrscht eine gute Hierarchie und vor allem eine gute Spielinterpretation. Wir zeigen gutes Anlaufverhalten. Aber wenn wir verlieren, haben wir fast immer das gleiche Strickmuster. Das sind Entwicklungswerte der Spieler. Das Team ist insgesamt sehr jung, und einige Spieler haben noch nicht unter diesem extrem hohen Erwartungsdruck Fußball gespielt. Das merkt man dann auch. Zudem fehlt uns etwas die Breite. In Joshua Putze, Paul Milde, Tim Heike und Niclas Erlbeck fehlen allein vier wichtige Spieler, das sind alles potenzielle Stammspieler. Wir haben in der Hinrunde gut gewirtschaftet, man darf ja auch unsere Altlasten nicht vergessen. Wir sind mit den Verpflichtungen nicht All in gegangen, wie es andere Vereine uns gerne nachsagen wollen.

Es ist schon ein passender Verein für mich.

Claus-Dieter Wollitz über Energie

Sie sind nicht nur Trainer, sondern gleichzeitig auch Sportlicher Leiter bei Energie. Wie definieren Sie diese Doppelrolle?

Empathie und gutes Verhandlungsgeschick sind dabei wichtig. Die Spieler wollen sowieso mit dem Trainer sprechen und wissen, welche Vorstellung dieser hat. Bei vielen Vereinen stellen Sportliche Leiter die Spieler ein, und der Trainer muss damit arbeiten. Ich halte das für keinen guten Weg. So ist es kostengünstiger für den Verein.

Sie waren bei Energie bereits von 2009 bis 2011 als Trainer aktiv, ebenso von 2016 bis 2019. 2021 kehrten Sie zum dritten Mal zurück. Können Sie nicht ohne Energie oder Energie nicht ohne Sie?

Es ist schon ein passender Verein für mich. Ich kann meine Vorstellungen von der Begleitung der Menschen, was die Mannschaft betrifft, umsetzen. Ich kann viele Ideen, die ich habe, umsetzen. Wir haben immer vertrauensvoll miteinander gearbeitet. Der Standort Cottbus lebt Leidenschaft, Werte und Emotionen. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass der Verein vor zwei Jahren, als ich zum dritten Mal kam, fast in Konkurs war. Da war Rang 3 im Vorjahr schon nicht so schlecht.

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Sie verlängerten Ihren Vertrag über die Saison hinaus – ligaunabhängig. Warum?

Ich glaube erstens an das Projekt, zweitens an die Mannschaft, und drittens hat der Vorstand mir das Gefühl gegeben, mir zu 100 Prozent zu vertrauen. Am Ende braucht der Verein Stabilität, Kontinuität und Nachhaltigkeit. Und das mit den Personen, denen man vertraut und die hier schon nachgewiesen haben, erfolgreich arbeiten zu können.

Noch einmal zurück zu den Terminen im Juni. Seit Einführung der Regionalliga Nordost steigt der Meister nicht direkt auf, sondern muss noch zwei Aufstiegsspiele machen. Wie stehen Sie zu dazu?

Ich finde es nach wie vor in meinem Weltbild, in dem ich lebe, nicht nachvollziehbar. Ich habe diese Diskussion schon 2017 angefangen. Es ist aberwitzig, weltfremd und abartig, dass ein Meister nicht aufsteigen darf. Das ist ein Unding. Jeder, der Erster ist, hat den Aufstieg verdient. Egal aus welcher Regionalliga.

Der Verein feierte am Dienstag seinen 57. Geburtstag. Welchen Wunsch haben Sie persönlich für Energie Cottbus?

Ich habe diesen Traum: 60 Jahre Energie und die Rückkehr in die 2. Liga. Rein rechnerisch ist das möglich. Ob das sportlich und wirtschaftlich möglich ist, zeigen die kommenden Monate und Jahre. Das ist aber so mein Moment. Träumen darf man. Der erste Schritt ist aber, in die 3. Liga zu kommen.

Matthias Schütt

Rui Costas harte Abschiedsworte für Fernandez

Benfica muss Enzo Fernandez schon nach einem halben Jahr ziehen lassen. Klubpräsident Rui Costa wählte kühle Abschiedsworte – demnach schlug der Weltmeister auch eine Kompromisslösung aus.

Arbeiten nicht mehr gemeinsam für Benfica: Rui Costa und Enzo Fernandez (re.).

Arbeiten nicht mehr gemeinsam für Benfica: Rui Costa und Enzo Fernandez (re.).

imago images/Getty Images

Während sein neuer Trainer Graham Potter gerade Enzo Fernandez‘ “große Persönlichkeit” hervorhob, stellte der Boss seines alten Klubs genau die indirekt infrage: Rui Costa, Präsident von Benfica Lissabon, verabschiedete den argentinischen Weltmeister mit harten statt warmen Worten.

“Ich werde keinem Spieler hinterhertrauern, der nicht bleiben will”, sagte der ehemalige Top-Mittelfeldspieler laut portugiesischen und englischen Medien am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung. “Als Chelsea aufgetaucht ist, war es absolut unmöglich, seine Meinung zu ändern.”

Angeblich war Chelsea zu einem Sommertransfer bereit – Fernandez aber nicht

Die Blues einigten sich mit Benfica auf die britische Rekord-Ablösesumme von 121 Millionen Euro, um Fernandez, der erst im Sommer von River Plate nach Lissabon gewechselt war, sofort zu bekommen. Dabei hatte es laut Rui Costa noch eine andere Möglichkeit gegeben.

“Wir haben eine Lösung für Enzo geschaffen, bis zum Ende der Saison hier zu bleiben, ohne Geld zu verlieren”, berichtete Rui Costa. Doch während Chelsea sich auf ein solches Modell offenbar eingelassen hätte, habe Fernandez daran kein Interesse gehabt. “Enzo wollte unbedingt gehen und war da kompromisslos.”

An diesem Punkt sei der Fall klar gewesen, so Rui Costa weiter. “Da habe ich gesagt: Er kann nicht mehr für Benfica spielen, keine Chance. So ein Spieler kann die Umkleidekabine nie mehr betreten.” Er habe alles versucht, Fernandez zum Bleiben zu bewegen, versicherte der Präsident. “Ich habe ein reines Gewissen und bin so traurig wie jeder Benfica-Fan.” Aber nach der Entwicklung “wollte ich diesen Spieler als Fan nicht mehr – und als Präsident auch nicht”.

Wiedersehen mit Benfica in der Champions League noch möglich

Dafür freut sich nun Potter auf den “Kämpfer” Fernandez und dessen Persönlichkeit, bei der man denke: “Oh, um ihn mache ich mir keine Sorgen.” Der 22-jährige Sechser hat beim Premier-League-Zehnten bis Sommer 2031 unterschrieben – und könnte theoretisch dieses Jahr noch mal auf Benfica treffen: Sein alter Klub steht wie sein neuer im Champions-League-Achtelfinale. Benfica trifft auf Club Brügge, Chelsea auf Borussia Dortmund.

VAR-Eingriff, Sahne-Treffer und ein übler Tritt: Real bleibt an Barça dran

LaLiga – Highlights by DAZN 03.02.2023

VAR-Eingriff, Sahne-Treffer und ein übler Tritt: Real bleibt an Barça dran

5:00Real Madrid hat den Abstand auf Spitzenreiter Barcelona wieder auf fünf Punkte verkürzt. Beim 2:0-Sieg über Valencia zählte zunächst ein Treffer von Rüdiger nach VAR-Einsatz nicht, ehe der zuvor glücklose Asensio mit einem Sahne-Tor den Erfolg auf den Weg brachte. In der Schlussphase gab es noch Rot für die Gäste.

Auf Kostic-Vorlage: Bremer köpft Juve ins Halbfinale

Juventus Turin hat national noch eine Titelchance. Die Alte Dame besiegte im Viertelfinale der Coppa Italia Lazio Rom knapp mit 1:0 – vor allem die starke Abwehrarbeit war dabei ausschlaggebend.

Keeper Luis Maximiano kommt zu spät: Bremer erzielt die Führung für die Alte Dame.

Keeper Luis Maximiano kommt zu spät: Bremer erzielt die Führung für die Alte Dame.

Getty Images

Nicht nur wegen des Punktabzuges läuft es in den letzten Wochen nicht rund bei Juventus Turin, auch sportlich enttäuschte die Alte Dame am vergangenen Wochenende beim 0:2 gegen Monza

Einzige Möglichkeit, die Saison noch zu retten, ist der Pokalwettbewerb, in dem Juventus auf die starken Biancocelesti traf. Vlahovic stand nach seinen Leistenproblemen erstmals seit Oktober wieder in der Startelf.

Lazio nahm aufgrund der jüngsten Ergebnisse eine leichte Favoritenrolle ein – wurde dieser im ersten Durchgang aber zu keinem Zeitpunkt gerecht. Juve stand hinten mit einer Fünferkette im Gegensatz zu den Spielen zuvor (zehn Gegentore in den letzten drei Ligaspielen) äußerst sicher, Immobile & Co. fanden kein Durchkommen. Einzig Zaccagni näherte sich an (14.).  

Kostic auf Bremer – verdiente Führung für Juve

Auf der Gegenseite fehlte Vlahovic noch der ganz große Punch, den seine Mitspieler ansonsten aber durchaus mitbrachten und sich über Zweikämpfe ins Spiel arbeiteten. Kostic hatte die erste Chance (15.) und bereitete mit seiner Flanke auf Bremer kurz vor der Pause anschließend die verdiente Führung für die Alte Dame vor (44.).

Maurizio Sarri reagierte und nahm den Ex-Dortmunder Immobile, der nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht ganz fit war, zur Pause runter, Pedro kam dafür. Auch das Spiel der Biancocelesti wurde facettenreicher und zielstrebiger, nennenswerte Chancen spielten sich die Gäste aber nicht heraus. 

Starke Defensivarbeit festigt den Halbfinal-Einzug

Und so hatte sogar der für Vlahovic gekommene Kean 20 Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber an Luis Maximiano (70.). Von Lazio kam gerade in der Schlussphase letztlich nach vorne dann doch zu wenig, Juventus verteidigte wie in erfolgreicheren Zeiten äußerst souverän, trotz des knappen Ergebnisses lag zu keinem Zeitpunkt wirklich Spannung in der Luft.

Im Halbfinale gibt es in der Coppa Italia dann Hin- und Rückspiel. Zunächst gastiert die Alte Dame am 04./05. April dann bei Inter Mailand, am 25./26. April kommt Inter nach Turin.

Erst glücklos, dann traumhaft: Asensio bringt Reals Sieg auf den Weg

Real Madrid hat das Nachholspiel gegen Valencia mit 2:0 gewonnen. Gegen die abstiegsbedrohten Gäste gab es ein Traumtor zu bestaunen – allerdings auch einen üblen Tritt.

Marco Asensio bejubelt seinen sehenswerten Treffer gegen Valencia.

Marco Asensio bejubelt seinen sehenswerten Treffer gegen Valencia.

IMAGO/Shutterstock

Nach dem 0:0 zuletzt gegen Real Sociedad und dem 2:1 von Barcelona über Real Betis am Mittwoch, war Real Madrid einen Tag später gegen Valencia schon etwas unter Druck im Meisterschaftsrennen. Schließlich drohte der Rückstand auf den katalanischen Spitzenreiter weiter anzuwachsen.

Asensio hat zunächst kein Glück

Gegen das abstiegsbedrohte Valencia, das sich am Montag von Trainer Gennaro Gattuso getrennt hatte, begann die Partie für die Königlichen beinahe perfekt, doch Asensio ließ nach einem Modric-Zuspiel die frühe Führung liegen (3.).

Real blieb auch danach klar spielbestimmend. Von den von Interimstrainer Salvador “Voro” Gonzalez geführten Gästen kam bis auf zaghafte anfängliche Ausflüge wenig. War Asensio zu Beginn noch an Mamardashvili gescheitert, wäre in der 19. Minuten der Keeper wohl geschlagen gewesen, doch Gabriel Paulista fälschte den satten Schuss mit der Hacke entscheidend ab. Der Innenverteidiger war auch kurz danach gerade noch vor Benzema dazwischen (23.).

Rüdigers Treffer wird einkassiert

Trotz teilweise fast 80 Prozent Ballbesitz ging den Blancos aber die letzte Konsequenz ab und so musste ein Standard herhalten. Rüdiger drückte eine Kroos-Ecke per Kopf über die Linie (45.+3). Der Jubel im Bernabeu wich schnell allerdings Pfiffen, denn der VAR griff ein. Weil Benzema im Vorfeld des Treffers die Hand im Gesicht von Gegenspieler Musah hatte, nahm Schiedsrichter Javier Alberola Rojas nach Video-Sichtung den Treffer zurück.

Reals Doppelschlag

Auch im zweiten Durchgang setzte Asensio wieder den ersten Akzent – und durfte diesmal nach einem Sahne-Treffer aus der Distanz die Führung bejubeln (52.).

Die folgenden fünf Minuten war Valencia völlig von der Rolle und hatte Glück, dass nur Vinicius Junior nach einem Steilpass von Benzema auf 2:0 erhöht hatte (55.). Modric und Benzema (beide 57.) hätten sogar noch nachlegen können.

Gabriel Paulistas übler Tritt

Sportlich war das Spiel entschieden, was Carlo Ancelotti seiner Mannschaft auch mit vielen Wechseln signalisierte. Einen, wenn auch negativen, Höhepunkt hatte die Partie aber noch. Der zuvor mehrfach gut verteidigende Gabriel Paulista kam gegen Vinicius Junior viel zu spät, zog dennoch voll durch und sah zu Recht die Rote Karte (72.).

Während Vinicius Junior einer Verletzung entging, sieht das bei Eder Militao wohl anders aus. Der Innenverteidiger musste nach einem Zweikampf schon in Hälfte eins ausgewechselt werden (36.). Auch Kapitän Benzema griff sich an den Oberschenkel und verließ humpelnd das Feld (60.). 

Durch das 2:0 hat Real den Abstand auf Barcelona wieder auf fünf Punkte verkürzt. Schon am Sonntag (14 Uhr) steht das nächste Spiel auf dem Plan, auf Mallorca. 

Müller: “Jetzt warten wir mal mit den großen Analysen”

Es war ein Sieg für das Wohlbefinden an der Säbener Straße. Und doch ist noch nicht jeder restlos überzeugt, dass die Wende damit eingetreten ist. Thomas Müller ist lange im Geschäft und weiß, dass “wir in der Liga in der Bringschuld sind”.

Das 4:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen gerade in der ersten Hälfte schwache Mainzer, nach drei 1:1 in der Bundesliga, war ein Schritt in die richtige Richtung für den FC Bayern. “Wir sind glücklich”, sagt Thomas Müller, der sich darüber freut, “in der Kabine mal wieder ein Lachen gesehen” zu haben, und natürlich wäre “es super, wenn wir von einem Startschuss sprechen könnten”, einem jetzt begonnenen positiven Lauf. “Aber”, so Müller, “ich bin auch lange genug dabei, um zu wissen, dass wir es uns in jedem Spiel wieder erarbeiten müssen. Es geht immer bei 0:0 los.”

Bayern könnte die Tabellenführung vorübergehend verlieren

Der 33-Jährige weiß, dass “wir auf dem Papier immer die bessere Mannschaft stellen werden”, dass das aber nur eine Formalie ist. Die Partie gegen die Nullfünfer sei jetzt erstmal nur ein einziges Spiel gewesen, erklärt er demütig: “Jetzt warten wir mal mit den großen Analysen.”

So ganz traut Müller dem Braten anscheinend nicht. Es braucht die Bestätigung im nächsten Spiel, um sicher zu sein, dass sich der FC Bayern auf dem Weg der Besserung befindet. “In der Liga”, so Müller, “sind wir absolut in der Bringschuld, das muss uns bewusst sein.” Wohl wissend, dass er und seine Kollegen nach drei Remis in Folge am Samstag vorübergehend die Tabellenführung verlieren könnten und die Bayern dann am Sonntagabend in Wolfsburg erst nach- und wieder vorbeiziehen können. Abwarten, lautet also die Devise.

Die Mannschaft war überrascht, aber es freut mich Sabitzer.

Thomas Müller

Zugleich äußerte sich Müller über den Last-Minute-Wechsel von Marcel Sabitzer, den es per Leihe ohne Kaufoption zu Manchester United zog. “Die Mannschaft war überrascht”, erzählt der Ur-Bayer: “Es ging sehr schnell. Für Sabi freut es mich, dass er zu Manchester United wechselt, dort die Chance bekommt, spielen zu können. Manchester ist ein Riesenname.” Aber, und das fügt Müller deutlich hinzu: “Im Sommer kommt er wieder. Das Kapitel ist noch nicht zu Ende.” Sabitzer sei “ein cooler Typ und ein super Spieler”. Ein Profi, der fürs nächste Halbjahr für sich Minuten sammelt, um im Sommer womöglich gestärkt zurückzukommen. Wenngleich die interne Konkurrenz mit Joao Cancelo und Konrad Laimer als zusätzliche mögliche zentrale Mittelfeldspieler nicht geringer sein wird.

Georg Holzner

Capretti: “Wir wollen dem Verein eine Identität geben”

Ingolstadt hat sich bei der Suche nach einem Nachfolger für Rüdiger Rehm nicht lange Zeit gelassen. Sportchef Malte Metzelder (40) und Trainer Guerino Capretti (40) erklärten auf der Antrittspressekonferenz die Hintergründe für das schnelle Ja-Wort, wie der Turnaround gegen Dortmund gelingen soll und warum es keinen Schanzer Last-Minute-Transfer mehr gab.

Hat mit den Schanzern einige vor: Guerino Capretti.

Hat mit den Schanzern einige vor: Guerino Capretti.

IMAGO/Stefan Bösl

Seine letzte Station bei Dynamo Dresden – konkret vom 2. März 2022 bis 27. Mai 2022 – warf einen Schatten auf den ehemaligen Verler Erfolgs- und Aufstiegstrainer. Der 40-jährige Deutsch-Italiener war in zwölf Spielen sieglos geblieben (fünf Unentschieden, sieben Niederlagen) und konnte den direkten Wiederabstieg in der Relegation gegen Kaiserslautern (0:0/0:2) nicht verhindern. Keine große Überraschung, dass am Saisonende die Trennung stand.

In Ingolstadt dagegen sehen sie Guerino Capretti als richtigen Mann um den Anschluss in der Tabelle nach oben wiederherzustellen. “Nach intensiven Tagen und Stunden freuen wir uns sehr, dass wir mit Rino den aus unserer Sicht passenden Trainer gefunden haben”, erklärte Malte Metzelder. “Er kennt die 3. Liga und ich weiß, was er aus einer Mannschaft herausholen kann. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit ihm wieder positive Resultate erzielen werden.” Aus diesem Grund gibt es für den FCI-Sportdirektor auch keinen Grund, das Saisonziel oben anzugreifen, zu korrigieren: “Ich habe Lust auf mehr – und jeder aus der Mannschaft gibt mir das gleiche Signal.”

“Habe ein Team vorgefunden, dass ein bisschen bedröppelt wirkte”

Etwas weniger euphorisch fällt die Bestandsaufnahme des neuen Coachs aus. Dass der Fehlstart (drei Niederlagen in Folge) Spuren hinterlassen hat, verschweigt Capretti nicht: “Ich habe ein Team vorgefunden, dass ein bisschen bedröppelt wirkte.” Nichtsdestotrotz blickt der neue Mann auf der Bank nach vorne und geht die Aufgabe mit Feuereifer an – weiß aber auch, dass zu schnell zu viel Input auch lähmen kann: “Wir haben mit neuen Inhalten begonnen ohne jemanden zu überfordern oder zu überfrachten.” Seine Forderung für das Spiel gegen Borussia Dortmund II (Samstag, 14 Uhr, LIVE! bei kicker) gleicht einer Rückkehr zum kleinen Einmaleins des Fußballs: “Ich will ein Team das unbedingt gewinnen will.” Dabei verhehlt er auch nicht die Bringschuld der FCI-Profis, “die etwas wiedergutzumachen haben”. Beim Thema Taktik schweigt sich der Coach aus, lächelt und lässt sich nicht in die Karten blicken – südländisches Pokerface eben.

Ein Einstieg in der laufenden Saison ist für Trainer und Verein immer auch ein Drahtseilakt zwischen Reiz und Risiko. Um Letzteres zu minimieren, wird auch noch ein Co-Trainer der zu den Vorstellungen des neuen Coachs passt zeitnah dazukommen. Ausschlaggebend, um die “Mission” anzunehmen war für Capretti nicht nur “das Gesamtpaket” bei den Schanzern. “Wir wollen dem Verein eine Identität geben”, ist sicher die weitaus größere und anspruchsvollere Aufgabe.

Wenn wir etwas machen, dann muss es von der Qualität her ein ganz anderes Gewürz sein.

Sportdirektor Malte Metzelder

Helfen wird dabei kein Neuzugang. Die ihm Vorjahr noch sehr umtriebigen Oberbayern (sechs Winterzugänge) bauen trotz des Fehlstarts laut der sportlichen Leitung auf den vorhandenen Kader. Die ist aber nur ein Teil der Wahrheit. “Wir haben immer gesagt, wenn wir etwas machen, dann muss es von der Qualität her ein ganz anderes Gewürz sein”, schiebt Metzelder nach – und so etwas stand wohl nicht im Regal. 

Bernd König

“Kontroverse Diskussionen”: HSV vertagt die Hauptversammlung

Brennpunkte hatte es verschiedene gegeben im Vorfeld der Hauptversammlung der HSV Fußball AG. Und ganz offensichtlich war am Ende auch ordentlich Feuer unterm Dach in den Büroräumen des Volksparkstadions. 

Keine einfache Aufgabe: Aufsichtsratsboss Marcell Jansen.

Keine einfache Aufgabe: Aufsichtsratsboss Marcell Jansen.

IMAGO/Claus Bergmann

Denn: Eine Einigung über den neuen Aufsichtsrat gab es nicht, stattdessen verkündete der Zweitligist am Abend, dass sich auf eine Fortsetzung der Gespräche geeinigt wurde.

Aufsichtsratsboss Marcell Jansen wird in der offiziellen Mitteilung im Vereinssprech zitiert: “Wir hatten viele kontroverse Diskussionen, die am Ende zu einem positiven Ergebnis führen sollen.” Übersetzt heißt das: Noch haben sie nicht zu einem Ergebnis geführt. Und das ist vor allem für ihn nicht positiv. Im Vorfeld hatte es große Widerstände gegen die Umbesetzungspläne im Kontrollgremium gegeben. Neben dem freiwilligen Rückzug von Dr. Andreas Peters wollten Jansen und sein e.V.-Präsidium auch Lena Schrum ersetzen, durch Henrik Köncke und Stephan von Bülow.

Die Aktionäre aber hatten andere Pläne, wollten an Schrum festhalten und dafür Detlef Dinsel austauschen. Hintergrund: Der 62-jährige Jansen-nahe Finanz-Unternehmer wird kritisch beäugt, da er 2019 als Aufsichtsrat des FC Augsburg seine Anteile am Klub gewinnbringend an den US-Investor David Blitzer verkauft hatte. Auch auf der Mitgliederversammlung vor knapp zwei Wochen, wo Jansen im Amt bestätigt wurde, hatte es massive Kritik an Dinsel gegeben.

Jansen positiv: “Wir gehen aufeinander zu”

Am Donnerstagmorgen hatten sich der Aufsichtsrat, die Aktionäre und die beiden Vorstände Jonas Boldt und Dr. Eric Huwer im Volkspark getroffen – und nach sechs Stunden ergebnislos vertagt. Die Kandidatenauswahl für das Kontrollgremium soll nochmals intensiv besprochen und intern abgestimmt werden. Jansen versucht das so positiv wie möglich zu verkaufen: “Ich werte diese Entscheidung als guten Kompromiss, weil wir aufeinander zugehen.”

Dass er nicht stur (und wie ursprünglich geplant) den Rat nach seinem Gusto bestimmt, ist tatsächlich ein Zeichen von Kompromissbereitschaft und Lernfähigkeit. Dass es kein Ergebnis gab und die Beteiligten aufeinander zugehen müssen, zeigt aber auch, wie weit einige Gremien von ihm entfernt sind. Und das gilt insbesondere für die Interessensvertreter von Gesellschafter und Investor Klaus-Michael Kühne.

Zieht Dinsel erneut in den Aufsichtsrat ein?

Der Verlauf des Tages bedeutet zunächst einmal: Der aktuelle Aufsichtsrat bleibt ohne die geplanten Umbesetzungen bis zur nächsten Hauptversammlung, die zeitnah einberufen werden soll, im Amt – pikanterweise allerdings ohne den umstrittenen Dinsel. Der nämlich war im Vorjahr lediglich als Ersatzkandidat für den vom Kontrollgremium in den Vorstand entsandten Thomas Wüstefeld nachgerückt. Sein Mandat endete mit der Hauptversammlung am Donnerstag. Jansen hätte ihn qua Amt durchdrücken können. Nach der Vertagung ist offen, ob Dinsel nochmal in den HSV-Aufsichtsrat einziehen wird. Und es ist offener denn je, ob Jansen dem neuen Kontrollgremium nach der ausgebliebenen Einigung und der zweiten Auflage der Hauptversammlung noch vorstehen wird.

Sebastian Wolff

Respekt ja, Angst nein: Duisburg ist “gut präpariert”

Rückkehrer MSV Duisburg steht gut da und sieht sich für die restliche Spielzeit in der Frauen-Bundesliga gut gerüstet – auch für den schweren Gang nach Hoffenheim.

Sieht den MSV Duisburg gut gerüstet für die restliche Runde: MSV-Teamchef Nico Schneck.

Sieht den MSV Duisburg gut gerüstet für die restliche Runde: MSV-Teamchef Nico Schneck.

IMAGO/Revierfoto

Mit einem happigen 0:6 gegen die SGS Essen hat sich Duisburg in die Winterpause verabschiedet, die Niederlage gegen den Mitkonkurrenten verbaute den Zebras eine noch bessere Ausgangslage. Doch mit zehn Punkten aus zehn Spielen und sechs Zählern Vorsprung auf einen Abstiegsplatz hat sich der MSV als Aufsteiger bislang ordentlich verkauft.

11. Spieltag

Das soll auch so bleiben, Teamchef Nico Schneck gibt sich nach der Vorbereitung für die nach der Winterpause noch anstehenden zwölf Spiele optimistisch. “Wir sind gut präpariert, deutlich besser als im Sommer”, wird der 35-Jährige auf der Website der Zebras zitiert. “Die körperliche Belastung konnten wir soweit wieder hochfahren und haben auch mit den Testspielen auf einem realistischen Niveau geprobt”, gibt sich Schneck zufrieden.

Wir haben keine Angst vor Hoffenheim, sondern den nötigen Respekt, wie bei jedem Gegner auch.

Nico Schneck

Zuletzt gab es bei der Generalprobe gegen den in der Liga punktgleichen 1. FC Köln einen 1:0-Erfolg. So geht es mit Selbstvertrauen in das erste Pflichtspiel 2023 – gut, denn mit der TSG Hoffenheim wartet gleich ein schwerer Brocken. Schließlich hatten sich die auf Platz 5 notierten Kraichgauerinnen noch im Dezember von Trainer Gabor Gallai getrennt, weil der angepeilte Champions-League-Platz drei in Gefahr ist.

Die Bilanz spricht gegen Duisburg, das in Hoffenheim bei bislang sieben Auftritten noch sieglos ist und nur zweimal ein Unentschieden erreichte.

“Hoffenheim verfügt in allen Bereichen über eine extrem große Qualität und Breite im Kader, das ist uns bewusst”, verteilt Schneck uneingeschränktes Lob an den Kontrahenten, kampflos geschlagen geben will er sich aber nicht. “Trotzdem wollen wir am Ende nur auf uns und unsere Entwicklung schauen.” Und Schneck unterstreicht, dass die Zebras “keine Angst” vor Hoffenheim haben, “sondern den nötigen Respekt, wie bei jedem Gegner auch”.