Nach Saisonanalyse: VfL Wolfsburg trennt sich von Trainer Kohfeldt

Der VfL Wolfsburg geht mit einem neuen Trainer in die Saison 2022/23: Florian Kohfeldt wurde nach kicker-Informationen mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

Seine Zeit in Wolfsburg ist abgelaufen: Florian Kohfeldt ist nicht länger Trainer beim VfL.

Seine Zeit in Wolfsburg ist abgelaufen: Florian Kohfeldt ist nicht länger Trainer beim VfL.

imago images

Der VfL Wolfsburg hat die enttäuschende Saison 2021/22 als Tabellenzwölfter abgeschlossen – weit entfernt von den eigenen Ansprüchen. Nun machten die Wölfe nach ihrer Saisonanalyse den dritten Trainerwechsel in der Bundesliga unmittelbar nach dem 34. Spieltag perfekt: Wie Markus Weinzierl in Augsburg und Adi Hütter in Mönchengladbach wird auch Florian Kohfeldt ab Juli nicht mehr im Amt sein. Nach kicker-Informationen ist Kohfeldts Aus besiegelt.

Als mögliche Kandidaten gelten unter anderem Matthias Jaissle (RB Salzburg), Daniel Farke (zuletzt Krasnodar) und Sandro Schwarz (Dynamo Moskau), der auch bei Hertha BSC im Gespräch ist. Auch der Name von Bruno Labbadia, der von Februar 2018 bis Juni 2019 den VfL betreute und seit seinem Abschied aus Berlin im Januar 2021 vereinslos ist, kursiert.

Auch Labbadia wird als Nachfolger gehandelt

Im vergangenen Oktober hatte Kohfeldt den Posten von Mark van Bommel übernommen, eine klare Verbesserung ergab sich seitdem aber nicht. Lange mussten Fans und Verantwortliche gar um den Klassenerhalt bangen. Das 2:2 im Saisonfinale gegen den FC Bayern München, das vierte Spiel ohne Niederlage in Serie, versöhnte nur bedingt.

Mittelfeldchef Maximilian Arnold hatte nach dem Remis gegen den Rekordmeister noch über Kohfeldt gesagt: “Er hat die richtigen Schlüsse gezogen und uns auf die wichtigen Spiele eingeschworen.” Für die Führungsetage der Wolfsburger waren die Darbietungen unter dem ehemaligen Bremer Cheftrainer aber offenbar nicht verheißungsvoll genug, um eine Zukunft mit Kohfeldt zu sehen.

Am 26. Oktober 2021 hatte der 39-Jährige das Kommando in Niedersachsen übernommen, drei Pflichtspielsiege in Folge ließen Hoffnungen auf eine unbeschwerte Saison keimen. Doch Wolfsburg zeigte sich danach viel zu wankelmütig. Exemplarisch dafür stehen die Spieltage 28 bis 31: Einem 0:3 in Augsburg folgte ein 4:0 gegen Bielefeld, diesem folgte wiederum ein 1:6 in Dortmund und ein 5:0 gegen Mainz.

Bayerns Lea Schüller holt sich die Kanone der besten Torjägerin

Am Wochenende ging die Saison in der Frauen-Bundesliga zu Ende. Während der Titel nach Wolfsburg ging, holten sich die Münchnerinnen zumindest einen kleinen Erfolg: Lea Schüller (24) sicherte sich die Torjägerkanone.

Bayerns Lea Schüller (Mi.) mit der von kicker-Reporter Georg Holzner überreichten Torjägerinnen-Kanone.

Bayerns Lea Schüller (Mi.) mit der von kicker-Reporter Georg Holzner überreichten Torjägerinnen-Kanone.

Peter Hartenfelser

In der vergangenen Saison ging die kicker-Torjägerkanone nach Hoffenheim an Nicole Billa, die gleich 23 Mal einnetzen konnte. Diese Saison hat sich Schüller zum ersten Mal diese persönliche Auszeichnung geholt und die meisten Treffer in einer Spielzeit erzielt.

Die Stürmerin stand in 22 Spielen auf dem Rasen und markierte dabei 16 Treffer – den letzten davon erzielte sie am Sonntagnachmittag beim 5:0 gegen Potsdam, als sie als Jokerin zwei Minuten vor dem Abpfiff den Endstand besorgte. In der vergangenen Spielzeit waren es 17 Treffer in der Liga, in ihrem ersten Jahr bei den Münchnerinnen auch schon 16 Tore.

Kleiner Trost nach verlorenem Kopf-an-Kopf-Rennen

Damit geht zumindest ein kleiner Titel nach München, wenngleich das für Schüller, die im Juli 2020 von Essen nach München wechselte, und ihre Teamkolleginnen mit Sicherheit nur ein schwacher Trost ist. Die Bayern-Frauen hatten sich lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Wolfsburg um den Meistertitel geliefert. Am Ende mit dem besseren Ende für die Wölfinnen.

Dennoch war es eine gute Saison der Münchnerinnen, die durch den zweiten Platz erneut in der Champions League teilnehmen werden. Dort hoffen sie natürlich auch wieder auf viele Tore von Schüller.

Die Nationalstürmerin lief in der Bundesliga bisher insgesamt 167 Mal auf und erzielte dabei starke 95 Treffer.

Kahns “Basta” bei Lewandowski – und seine Ansage an BVB & Co.

Bleibt der FC Bayern bei Robert Lewandowski tatsächlich hart? Oliver Kahn jedenfalls machte bei der Meisterfeier eine deutliche Ansage.

Muss er bei Bayern bleiben? Robert Lewandowski am Sonntag mit der Meisterschale.

Muss er bei Bayern bleiben? Robert Lewandowski am Sonntag mit der Meisterschale.

Getty Images

Präsident Herbert Hainer war am Vormittag noch ausgewichen, als es darum ging, ob Robert Lewandowski (33) definitiv bis 2023 beim FC Bayern bleiben werde. Vorstandschef Oliver Kahn dagegen wurde bei der Meisterfeier unmissverständlich deutlich.

“Er hat einen Vertrag bis 2023. Diesen Vertrag wird er erfüllen. Basta!”, sagte Kahn am Sonntag dem “Bayerischen Fernsehen”. Der Rekordmeister sei da “sehr klar. Das ist so. Es gibt keinen Spieler, der über dem FC Bayern steht und größer ist als dieser Verein.”

“Lewa bleib, Lewa bleib”, skandieren die Bayern-Fans

Lewandowski, den die Fans auf dem Marienplatz mit “Lewa bleib, Lewa bleib”-Rufen bedachten, will noch in diesem Sommer weg, am liebsten wohl zum FC Barcelona, der mit einem Dreijahresvertrag lockt.

Dass der FIFA-Weltfußballer das Angebot, in München um ein weiteres Jahr zu verlängern, abgelehnt hat, sei “sein gutes Recht”, so Kahn. Aber, zitierte der Klubboss seinen früheren Trainer Otto Rehhagel: “Wer einen Vertrag beim FC Bayern unterschreibt, muss wissen, was er getan hat.”

Kahn zur Konkurrenz: “Diese Hoffnungen können sie sich abschminken”

Mehr zum FC Bayern

Der Wirbel um Lewandowski bereite den Bayern “nicht Kopfzerbrechen”, betonte Kahn. “Das ganze Theater, dieser ganze Alarmismus, das kennen wir aus der Vergangenheit.” Ähnlich gelassen äußerte sich auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß: “Ich bin hundertprozentig sicher, dass Robert nächstes Jahr bei uns sehr gut spielen wird.”

An der Fortsetzung der nationalen Vorherrschaft ließ Kahn am Sonntag ganz unabhängig von Lewandowski keinen Zweifel. “Ich habe gehört, dass sich die Konkurrenz Hoffnungen macht, im nächsten Jahr mal Meister werden zu können”, rief er den Bayern-Fans mit Blick auf Borussia Dortmund & Co. zu, die derlei allerdings gar nicht geäußert hatten. “Aber diese Hoffnungen können sie sich abschminken. Wir greifen nächste Saison wieder richtig an.”

jpe, dpa, sid

Lewelings Wechsel bringt Fürth eine Rekordablöse

Mit einem 1:2 beim FC Augsburg und damit ohne Auswärtssieg verabschiedete sich die SpVgg Greuther Fürth aus der Bundesliga. Im Fokus steht längst die Weichenstellung für das kommende Zweitligajahr. Zu Wochenbeginn wird es weitere Entscheidungen geben.

Die spannendste Personalie betrifft den neuen Trainer, den Nachfolger von Stefan Leitl, der zu Hannover 96 wechselt und das letzte Spiel wegen einer Corona-Infektion verpasste. Bis zur Wochenmitte möchte Sportdirektor Rachid Azzouzi den Neuen präsentieren. Vom Profil her soll es ein Talententwickler sein.

Profil passt auf Maaßen, doch der Coach des BVB II wird es ziemlich sicher nicht

Einer wie Enrico Maaßen (38, Borussia Dortmund II), mit dem sich das Kleeblatt beschäftigt hat, der es aufgrund anderer Angebote aber wohl ziemlich sicher nicht wird.

Egal, wie der neue Coach heißt, auf Jamie Leweling wird er nicht mehr treffen. Wie der kicker bereits vermeldete, steht der 21-jährige U-21-Nationalspieler vor einem Wechsel zu Union Berlin. Er wird die Fürther Rekordablöse von rund vier Millionen Euro einbringen und in diesem Ranking Anton Stach ablösen, der im vergangenen Sommer für rund 3,5 Millionen Euro nach Mainz ging.

Frank Linkesch

Hoeneß zu Lewandowski: “Es geht nur um Kohle, um sonst gar nichts”

Am Rande der Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz bezog Ehrenpräsident Uli Hoeneß Stellung zu Robert Lewandowski, Hasan Salihamidzic und Oliver Kahn, Julian Nagelsmann und Niklas Süle.

Klartext vom Ehrenpräsidenten: Uli Hoeneß nimmt zu allen brisanten Themen Stellen.

Klartext vom Ehrenpräsidenten: Uli Hoeneß nimmt zu allen brisanten Themen Stellen.

imago images/Future Image

… über sein Gefühl auf dem Rathausbalkon: “Ich bin hier mit einem zufriedenen Gefühl, weil ich der Meinung bin, wir haben keine sehr gute, aber eine gute Saison gespielt. Für eine sehr gute hätten wir in der Champions League und im Pokal etwas weiter kommen können. Aber das, was der FC Bayern als Mindestziel für eine Saison vorgibt, haben wir ganz klar erreicht.”

… was passieren muss, damit in der kommenden Saison ambitioniertere Ziele erreicht werden können: “In diesem Jahr haben zwei Minuten gegen Villareal gefehlt, es war ziemlich naiv, wie wir da in der 88. Minute ein Tor kassiert haben. Wenn wir in die Verlängerung gekommen wären, würden wir jetzt wahrscheinlich nicht nur über eine ordentliche Saison reden. Wir müssen aufpassen auf die Nuancen. Tatsache ist, dass wir die Spieler mehr in die Pflicht nehmen müssen. Bei uns wird immer nur der Trainer oder der Sportdirektor in die Pflicht genommen, aber die Transferpolitik hat meiner Meinung nach überhaupt keine Rolle gespielt. Tatsache ist auch, dass wir seit Weihnachten einige Spieler dabei hatten, die im Großen und Ganzen nicht mehr gut gespielt haben. Das muss analysiert werden, und die Spieler, die man meint, müssen mehr unter Druck gesetzt werden. Die Spieler, die verantwortlich für die Leistungen sind, kommen in den Medien zu gut weg.”


Robert Lewandowski

Seine letzte Schale? Robert Lewandowski.
picture alliance/dpa

… woran es lag, dass die Spieler nicht mehr gut waren: “Fragen Sie sie selber, ich bin kein Hellseher.”

… zu Robert Lewandowski: “Zu diesem Thema ist alles gesagt worden. Was ich höre und meine Meinung ist: Man gibt ihn nicht ab. Das Theater ist am 2. September vorbei, damit können wir gut leben. Ich habe Robert immer als Super-Profi kennengelernt. Er hat auch in Dortmund ein Jahr lang vorher gewusst, dass er zum FC Bayern geht und damals eine überragende Saison gespielt. Deshalb bin ich hundertprozentig sicher, dass Robert nächstes Jahr bei uns sehr gut spielen wird.”

… ob es eine Schmerzgrenze bei Lewandowski gibt: “Das würde nur dann in Frage kommen, wenn für das Geld ein Spieler zu haben wäre, der ihn ersetzen kann, den sehe ich weit und breit nicht. Wenn man ein Jahr lang Zeit hat, seinen Nachfolger zu suchen, ist die Ausgangslage für den FC Bayern viel einfacher. Abgesehen davon ist nicht sicher, dass er in einem Jahr noch weg will, wenn er jetzt bleibt. Mit 35 weiß er, was er am FC Bayern hat. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit Robert Lewandowski eine gute Saison haben werden. Klar ist auch: Es geht nur um Kohle, um sonst gar nichts. Mit einem Abendessen am Tegernsee kann man das Problem nicht lösen.”

Mit einem Abendessen am Tegernsee kann man das Problem nicht lösen.

Uli Hoeneß

… Pfiffe gegen Hasan Salihamidzic bei der Meisterfeier am Samstag: “Wenn man jeden Tag die Bild-Zeitung liest, braucht man sich nicht wundern. Das ist eine Hetzjagd. Für die Transferpolitik ist der ganze Verein verantwortlich, der Vorstand und der Aufsichtsrat. Es wird immer nur einer rausgepickt. Als wir sechs Titel gewonnen haben, habe ich keinen gehört, der ‘Hasan, Hasan’ gerufen hat. Jetzt soll er allein verantwortlich sein, dass wir die Champions League nicht gewonnen haben. Das kann nicht sein.”

… wie Salihamidzic und Vorstands-Boss Oliver Kahn ihre Arbeit machen: “Gut!”

… wie zufrieden er mit Julian Nagelsmann ist: “Er hat alle möglichen Schwierigkeiten gehabt, die Pandemie, die Geschichte mit Joshua Kimmich und seiner Impferei. Er hatte auch viel Arbeit in der Außenpolitik des FC Bayern. Dafür hat er es alles gut gemacht. Letzteres wird sich in den nächsten Jahren ändern müssen, weil es nicht sein kann, dass der Trainer das übernimmt.”

… zu Niklas Süle, der nicht mehr mit zum letzten Spiel nach Wolfsburg wollte: “Das spricht nicht gerade für den Spieler. Wenn er von Wertschätzung spricht, dann würde ich sagen, hat er dem Verein keine entgegengebracht. Eine katastrophale Aktion. Es ist ein Märchen, dass er in Dortmund weniger verdient als in München.”

Aufgezeichnet von Georg Holzner und Frank Linkesch

Kane verwandelt eiskalt: Spurs setzen Lauf fort

Im Kampf um die Champions League hat Tottenham Hotspur nach dem Derbysieg bei Arsenal gegen den FC Burnley nachgelegt. Matchwinner war um ein neues Harry Kane.

Nach Harry Kanes Treffer hat Heung-Min Son (li.) gut lachen.

Nach Harry Kanes Treffer hat Heung-Min Son (li.) gut lachen.

IMAGO/Action Plus

Mit einem Kopfball nach 17 Minuten meldete Kane die Spurs, die zuletzt 3:0 gegen Arsenal gewonnen hatten, an. Ansonsten blieben die Hausherren im ersten Durchgang gegen Burnley um den Premier-League-Trainer des Monats April, Michael Jackson, blass. Die äußerst defensiven Gäste wurden mit Cornet gefährlich vorstellig, Lloris parierte jedoch (28.).

Kurz nachdem Kane die beste Chance der ersten Hälfte vergeben hatte (45.+4), schaltete sich der VAR ein. Der Grund: Ein Handspiel von Barnes, das im Nachgang mit Elfmeter geahndet wurde. Der Spurs-Stürmer verwandelte sicher (45.+8).

Pope bleibt Sieger gegen Son

In Durchgang zwei wurden die Gäste zwangsläufig offensiver, was im Gegenzug den Londonern größere Räume bot. Auf der einen Seite jagte Barnes den Ball an den Pfosten (61.), auf der anderen scheiterte Son an Pope (65.). Auch in der Schlussphase konnte der Koreaner den starken Clarets-Keeper nicht mehr überwinden (82.). So setzen die Spurs ihren Lauf auch gegen das leidenschaftliche Burnley fort und bleiben im Rennen um die Champions-League-Ränge.

Tore und Karten

1:0
H. Kane (45′, Handelfmeter)

Tore und Karten

1:0
H. Kane (45′, Handelfmeter)

Tottenham Hotspur

Lucas Moura (49. ), Lloris (86. ), Kulusevski (90. + 4 )

FC Burnley

C. Roberts (27. ), Pope (45. + 8 )


Tottenham Hotspur

Tottenham


Tottenham Hotspur

Tottenham

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


FC Burnley

Burnley


FC Burnley

Burnley

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Kevin  Friend

Kevin Friend
England

Schiedsrichter-Team

Kevin  Friend

Kevin Friend
England

Spielinfo


Stadion

Tottenham Hotspur Stadium

Zuschauer

60.000

Spielinfo


Anstoß

15.05.2022, 13:00 Uhr


Stadion

Tottenham Hotspur Stadium London


Zuschauer

60.000


Eckenverhältnis

8:2

Am letzten Spieltag am Sonntag (15 Uhr) ist Tottenham bei Schlusslicht Norwich zu Gast. Für Burnley, das weiter gegen den Abstieg kämpft, steht am Donnerstag (21 Uhr) noch das Nachholspiel bei Aston Villa an.

Die 3. Liga ist nah: BFC Dynamo ist Meister im Nordosten

Der BFC Dynamo hat sich den Meistertitel in der Regionalliga Nordost gesichert. Nun soll in den Aufstiegsspielen der Sprung in die 3. Liga gelingen.

Meister im Nordosten: Der BFC Dynamo hofft auf den Aufstieg in den Profifußball.

Meister im Nordosten: Der BFC Dynamo hofft auf den Aufstieg in den Profifußball.

IMAGO/Jan Huebner

Das 4:2 bei der VSG Altglienicke hat am Sonntag allerletzte kleine Zweifel beseitigt: Der BFC Dynamo steht als Meister in der Nordost-Staffel der Regionalligen fest und geht in die Aufstiegsspiele zur 3. Liga. Dort trifft der Hauptstadt-Klub am 28. Mai und 4. Juni auf den Titelträger im Norden, der aller Voraussicht nach VfB Oldenburg heißen wird.

Beck bester Schütze

Im Nordosten diktierte die Mannschaft von Trainer Christian Benbennek über weite Strecken der Saison das Geschehen in der Liga und ließ namhafte Klubs wie Energie Cottbus, den Chemnitzer FC, Carl Zeiss Jena oder Lok Leipzig deutlich hinter sich. Nur sechs Niederlagen stehen in der BFC-Bilanz, mit Routinier und Ex-Magdeburger Christian Beck (34, 23 Saisontore) will einer der Erfolgsgaranten im Team auch eine Liga höher nochmal angreifen.

Insolvenz nach der Wende – Seit 2014 Regionalligist

Der BFC Dynamo hofft also auf den erstmaligen Vorstoß in den deutschen Profifußball nach der Wende. Zu Zeiten der deutschen Teilung war der Verein zum DDR-Vorzeigeklub auserkoren worden, galt auch als “Stasi-Klub” und avancierte zum Rekordmeister, nachdem zwischen 1979 und 1988 zehn Meistertitel in Serie gelangen. Nach der Wiedervereinigung verpasste der BFC Dynamo die Qualifikation für Bundesliga und 2. Liga, stürzte später wegen Insolvenz sogar aus der Oberliga Nordost ab.

Erst nach und nach gelang die Konsolidierung, 2014 der Aufstieg in die Regionalliga. Aus dieser will der Klub aus dem Stadtteil Alt-Hohenschönhausen nun in diesem Sommer raus und ähnlich wie in der Vorsaison Stadtrivale Viktoria den Sprung in die 3. Liga schaffen.

Schick wird an der Leiste operiert

Patrik Schick muss unters Messer und fehlt Bayer Leverkusen deshalb beim Trip nach Mexiko.

Muss unters Messer: Patrik Schick.

Muss unters Messer: Patrik Schick.

IMAGO/Treese

Ohne Torjäger Patrik Schick (26) reist Bayer 04 Leverkusen am heutigen Sonntag nach Mexiko, wo das Team von Trainer Gerardo Seoane zu Ehren des 100. Jubiläums von Bayer Mexiko ein Gastspiel in Toluca absolvieren wird.

OP schon länger geplant

Der Tscheche unterzieht sich einer Leisten-Operation, die bereits länger geplant war. Der Termin direkt nach Saisonende wurde gewählt, um Schick das Comeback zum Trainingsauftakt im Juli zu ermöglichen.

Schick besaß mit 24 Treffern erheblichen Anteil an Leverkusens Qualifikation für die Champions League.

Der Fall Süle: So beschädigt Nagelsmann sich selbst

Niklas Süle (24) erhielt von seinem Trainer Julian Nagelsmann dienstfrei, weil der Profi nicht mit zum Spiel nach Wolfsburg wollte. Ein Kommentar von kicker-Chefreporter Karlheinz Wild.

Niklas Süle stand ihm am Sonntag in Wolfsburg nicht zur Verfügung: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Niklas Süle stand ihm am Sonntag in Wolfsburg nicht zur Verfügung: Bayern-Trainer Julian Nagelsmann.

Getty Images

Es ist ein höchst bemerkenswerter, eigentlich schon ungeheuerlicher Vorgang, der sich da beim FC Bayern in der Vorbereitung des letzten Saisonspiels zugetragen hat. Da fragte Julian Nagelsmann, der Trainer, Niklas Süle, den Spieler, ob der mit zur letzten Partie nach Wolfsburg mitreisen wolle. Der Verteidiger “war dann im Abschlusstraining nicht mehr so von seiner Gemütslage”, berichtete Nagelsmann – frei übersetzt dürften diese Worte heißen: Süle hatte keine große Lust mehr gehabt beim gemeinsamen Üben vor dem Saisonfinale. Der Coach brach an dieser Stelle seine Ausführung ab und gab Süles ehrliche Antwort auf die eigentliche Frage wieder: “‘Eher nicht’, weil er sich jetzt nicht darauf vorbereitet hatte.” Daraufhin gestattete der Chefcoach dem Profi, zu Hause zu bleiben.

Wie viele Arbeitnehmer sind hin und wieder “eher nicht” so motiviert, wenn sie um 5 Uhr morgens zur Früh- oder um 22 Uhr nachts zu ihrer Spätschicht antreten müssen? Oder wenn sie am Sonntag ihren Job machen müssen? Sie gehen trotzdem zur Arbeit und erhalten dafür eine weitaus geringere Entlohnung als die rund acht Millionen Euro, die der Fußballprofi Süle im Jahr bekommt. Und dieses Gehalt zahlt der Arbeitgeber FC Bayern seinem Angestellten Süle sicherlich, bis dessen Arbeitsvertrag zum 30. Juni 2022 endet und er anschließend zu Borussia Dortmund weiterwandert.

Mehr zum FC Bayern:

Großzügige und empathische Chefs sind gewiss allseits beliebter als Vorgesetzte, mit denen nicht zu reden ist. Aber der Cheftrainer Nagelsmann muss aufpassen, dass er mit einem derartigen Entgegenkommen die Professionalität in seiner Belegschaft und seine eigene Autorität nicht beschädigt. Mit Blick auf die neue Saison hat er sich damit keinen Gefallen getan.

Schalkes Hypothek zu groß: BVB folgt Hertha ins Finale

Borussia Dortmund folgt Hertha BSC ins Finale um die deutsche Meisterschaft bei den A-Junioren: Der BVB unterlag im Rückspiel zwar Revierrivale Schalke (0:1), hatte das Hinspiel aber bereits überdeutlich gewonnen.

Freistoß erfolgreich geblockt: Schalkes Sané bleibt in der BVB-Mauer hängen.

Freistoß erfolgreich geblockt: Schalkes Sané bleibt in der BVB-Mauer hängen.

Getty Images

Am Ende war die Hypothek aus dem Hinspiel einfach zu groß. Am Samstag vor einer Woche war Schalke 04 im Halbfinal-Hinspiel beim BVB mit 1:5 untergangen – und kam im Rückspiel “nur” zu einem 1:0-Heimsieg. Damit steht nach Hertha BSC der zweite Finalist fest, in exakt 14 Tagen (13 Uhr, LIVE! bei kicker) warten die wohl leicht favorisierten Dortmunder.

Endrunde der A-Junioren

Mit Blick auf den hohen Hinspielsieg konzentrierte sich der BVB vom Start weg auf eine gefestigte Defensive, die in den ersten 45 Minuten auch kaum etwas zuließ. Einzig der Lattenschuss von Sané aus 17 Metern sorgte mal für einen Aufreger.

Bei aller Defensivbemühung vernachlässigte die Mannschaft von Trainer Mike Tullberg aber komplett ihr Offensivspiel. Die Stürmer Fink und Rijkhoff, vor einer Woche noch an allen fünf Toren beteiligt, hingen in der Luft. Bynoe-Gittens saß nach seinem 45-Minuten-Einsatz am Samstag beim Spiel der Profis gegen Hertha (2:1) anders als noch im Hinspiel zu Beginn nur auf der Bank.

Collins über das leere Tor – Schalkes 2:0 zählt nicht

Angesichts des 0:0-Pausenstandes war vor rund 600 Zuschauern bereits nach der ersten Hälfte eine Vorentscheidung gefallen. Doch Schalke gab sich nicht auf, forcierte weiter sein Offensivspiel. Sané, im zweiten Abschnitt auf dem rechten Flügel zu finden, stiftete Unruhe, seine Hereingabe an den zweiten Pfosten konnte Anubodem aber nicht mit dem Führungstor krönen (53.).

Auf der Gegenseite kam nach 56 Minuten doch noch Bynoe-Gittens für den blassen Rijkhoff. Kurz darauf hätte es beinahe auch geklingelt, doch nach Rothes Freistoß kam der überraschte Collins zwar vor Keeper Treichel an den Ball, nickte diesen aber über das leere Tor (59.). Plötzlich lag der Ball im BVB-Netz, weil nach einem Missverständnis in der Dortmunder Hintermannschaft Schalke-Joker Guzy am schnellsten schaltete (69.).

Tore und Karten

1:0
Guzy (69′, Linksschuss, Anubodem)

Tore und Karten

1:0
Guzy (69′, Linksschuss, Anubodem)

FC Schalke 04

Weichert (90. + 4 )

Borussia Dortmund

Collins (14. ), Ludwig (83. )


FC Schalke 04

Schalke


FC Schalke 04

Schalke

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


Borussia Dortmund

Dortmund


Borussia Dortmund

Dortmund

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Spielinfo

Zuschauer

600

Spielinfo


Anstoß

15.05.2022, 11:00 Uhr


Zuschauer

600

In Minute 78 hätte es nochmal packend werden können, doch nach Guzys Hereingabe stand Weichert im Abseits, sodass ihm sein 2:0 aberkannt wurde. Anschließend war die Moral der Schalker gebrochen, die Partie plätscherte ihrem Ende entgegen. Es sollte beim knappen Sieg für S04 bleiben, was dem BVB mit Blick aufs Hinspiel freilich fürs Finale reichte.