“Es müssen noch mehr sein”: Selimbegovic hadert mit der Punkteausbeute

Jahn Regensburg kassierte in Hannover das erste Gegentor und die erste Niederlage. Obwohl die Regensburger bereits sieben Punkte holten, müssten es aus der Sicht von SSV-Coach Mersad Selimbegovic mehr sein.

Mersad Selimbegovic (Mitte) sieht sein Team in einer Phase, in der die Bälle nicht reingehen.

Mersad Selimbegovic (Mitte) sieht sein Team in einer Phase, in der die Bälle nicht reingehen.

IMAGO/Eibner

Als vorletzte Mannschaft hat es auch Jahn Regensburg erwischt: Die Oberpfälzer mussten am 4. Spieltag beim Gastspiel in Hannover die erste Saisonniederlage hinnehmen (nur noch Kiel ist ungeschlagen). “Das war wirklich eine unnötige Niederlage”, wird Kapitän Benedikt Gimber auf der Vereinswebsite zitiert. Auch sein Trainer Selimbegovic konnte das Ergebnis nur schwer akzeptieren.

Regensburg verpasst es zuzuschlagen

Dass die Regensburger am Ende ohne Punkte nach Hause fahren mussten, deutete sich nicht an. Nach einer schwachen Anfangsphase kamen sie mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie und übernahmen in Halbzeit zwei das Spielgeschehen. Trotz der Überlegenheit nach dem Wiederanpfiff sprang kein eigener Treffer raus. “In der Phase, als wir am Drücker sind, verpassen wir es leider, zuzuschlagen”, erklärte der SSV-Kapitän, der nicht glaubte, dass Hannover nach einem Rückstand noch zurückgekommen wäre. 

Obwohl der Jahn auf der anderen Seite nur wenig zuließ, stand die Selimbegovic-Elf nach dem unglücklichen Eigentor von Breitkreuz am Ende ohne Punkte dar. Der Coach machte seinem Innenverteidiger wegen des Treffers in “dieser Szene” aber keinen Vorwurf.

Wenngleich die Regensburger nach dem schweren Auftaktprogramm bereits sieben Zähler auf dem Konto haben, ist der SSV-Trainer mit der Punkteausbeute nicht ganz zufrieden. “Ehrlich gesagt müssen es noch mehr sein”, so Selimbegovic, der auch gleich den Grund lieferte: “Aktuell haben wir eine Phase, in der die Bälle nicht reingehen.”

Trotzdem könne der 40-Jährige momentan nicht viel meckern. Nun gilt es für die Oberpfälzer, die in ihren bisherigen 360 Liga-Minuten erst ein Gegentor kassiert haben, im Heimspiel gegen Karlsruher SC am Samstag (13 Uhr) wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Selimbegovic erwartet Hannover “mit Wut im Bauch”

Tabellenführer Jahn Regensburg ist am Sonntag in Hannover zu Gast und will seine blütenweiße Weste sauber halten. 

Regensburgs Chefcoach Mersad Selimbegovic könnte einen Vereinsrekord aufstellen.

Regensburgs Chefcoach Mersad Selimbegovic könnte einen Vereinsrekord aufstellen.

IMAGO/Zink

Das Auftaktprogramm für den SSV Jahn Regensburg war beileibe nicht einfach. Doch Darmstadt wurde mit 2:0 nach Hause geschickt, beim Bundesliga-Absteiger Bielefeld siegten die Oberpfälzer mit 3:0, den Bundesligisten 1. FC Köln kickten die Schützlinge von Trainer Mersad Selimbegovic mit 4:3 i.E. aus dem DFB-Pokal und gegen den 1. FC Nürnberg gab es ein 0:0. Sieben Punkte aus drei Ligaspielen, kein Gegentor, Tabellenführer. 

“Wir müssen die Gier behalten”

Der Jahn will sich nach seinem starken Saisonstart aber keinesfalls  zurücklehnen. “Wir müssen die Gier behalten. Wenn man 0,01 Prozent nachlässt, kann es auch schnell in die andere Richtung gehen. Ich spüre nicht, dass sich die Mannschaft ausruht”, so Selimbegovic auf der Spieltags-Pressekonferenz.

Zudem hat Regensburg nochmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und Lasse Günther (19) vom FC Augsburg ausgeliehen. Am Sonntag in Hannover (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wird der Außenbahnspieler aber noch nicht dabei sein. “Lasse Günther kommt aus einer Verletzung, da müssen wir noch ein bisschen aufpassen, er ist für das Wochenende noch kein Thema”, sagt der Chefcoach. “Oscar Schönfelder (Knieverletzung, Anm. d. Red.) macht Fortschritte und wir sind zufrieden, wie es verläuft. Aber wir wissen, dass noch ein langer Weg vor ihm liegt.”

Hannover liegt Albers

Günther wird in Regensburg von erfahrenen Akteuren wie Andreas Albers unter die Fittiche genommen. Der 32-jährige Däne geht auch neben dem Platz voran. In Hannover will er sein 32. Zweitligator für den Jahn erzielen und damit Zweitliga-Rekordtorschütze Marco Grüttner einholen. Wie passend, dass der Angreifer gegen den Traditionsklub ohnehin gerne trifft. In sechs Aufeinandertreffen erzielte er drei Tore. Allesamt in Hannover.

Es könnte ein Tag der Jahn-Rekorde werden. Vier Zweitligaspiele hintereinander ohne Gegentor, das ist den Oberpfälzern bisher nur einmal gelungen. Saisonübergreifend vom 34. Spieltag 2020/21 bis zum 3. Spieltag 2021/22. Diese Bestmarke könnte am Sonntag eingestellt werden. Innerhalb einer Saison wären vier Spiele hintereinander ohne Gegentor neuer Vereinsrekord in der 2. Liga.

“Wir werden uns nicht verstecken”

In den Niedersachsen, die vom früheren Fürther Trainer Stefan Leitl trainiert werden, erwartet Selimbegovic aufgrund ihres schwachen Saisonstarts mit nur einem Punkt eine Mannschaft “mit Wut im Bauch”. “Die hatten schon richtig gute Momente und Phasen, wo sie ihre Spiele dominiert haben”, warnte der Fußball-Lehrer und kündigte an: “Wir werden uns nicht verstecken.”

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Regensburg leiht Talent Günther aus Augsburg

Auf der linken Außenbahn gilt Lasse Günther als großes Talent, in der vergangenen Saison kam der 19-Jährige beim FC Augsburg aber nur auf einen Startelfeinsatz. Deswegen will er nun bei Jahn Regensburg vor allem eines: Spielpraxis sammeln.

Linksverteidiger Lasse Günther, hier noch im Trikot des FC Augsburg, läuft nun für Jahn Regensburg auf.

Linksverteidiger Lasse Günther, hier noch im Trikot des FC Augsburg, läuft nun für Jahn Regensburg auf.

IMAGO/kolbert-press

Vor etwas mehr als einem Jahr machte Lasse Günther den ersten großen Schritt. Ende Mai 2021 verließ der damals 18 Jahre alte Jungprofi den Nachwuchsbereich von Rekordmeister FC Bayern gen Augsburg. FCA-Manager Stefan Reuter schwärmte über “ein deutsches Top-Talent, das von zahlreichen europäischen Spitzenklubs umworben wurde”. 2016 hatte Günther den Schritt aus Augsburg nach München gewagt und sich dort zum Dauergast in den deutschen U-Nationalmannschaften entwickelt. Zuletzt war er achtmal für die U 19 am Ball.

13 Monate später darf sich nun Zweitligist Regensburg über Günther freuen: Der Jahn leiht den Linksverteidiger für eine Spielzeit aus Augsburg. “Er ist ein starker Sprinter, mit Zug nach vorne und guter Flanke. Auf der linken Seite kann er sowohl in der Viererkette, aber auch eine Position davor agieren. Er ist ein junger talentierter Spieler, der unser Anforderungsprofil sehr gut erfüllt”, sagt Roger Stilz, Geschäftsführer Sport des SSV über die Verpflichtung.

Nur einmal in der Startelf

Günther wiederum hofft nun endlich auf Spielzeiten. “Ich bin noch sehr jung und will mich sportlich stetig weiterentwickeln. Für mich zählt jetzt vor allem Spielpraxis”, wird er in einer Vereinsmitteilung zitiert. Denn auf dem Platz stand Günther zuletzt nur unregelmäßig: Fünfmal in der Bundesliga und zweimal im Pokal, aber nur einmal von Beginn an. Außerdem mischte er zehnmal in der Regionalliga-Mannschaft des FCA mit. In Regensburg, so die Hoffnung des talentierten Außenspielers, könnten es nun mehr Einsätze werden.

“Fußball-Pause” für das Studium: Zempelin und Regensburg lösen Vertrag auf

Björn Zempelin und der SSV Jahn Regensburg haben sich auf eine Vertragsauflösung verständigt. Nach zehn Jahren im Verein hat das Eigengewächs nun Pläne abseits des Platzes. 

Björn Zempelin bestritt für Jahn Regensburg drei Partien in der 2. Bundesliga. 

Björn Zempelin bestritt für Jahn Regensburg drei Partien in der 2. Bundesliga. 

imago images/Sascha Janne

Konkret geht es dem 22-Jährigen, der 2012 vom SC Sinzing in die Jahnschmiede gewechselt war, dabei um seine akademische Laufbahn: “Ich werde mich nun erst einmal auf mein Psychologie-Studium fokussieren und vorerst eine Fußball-Pause einlegen”, begründete Zempelin die Umorientierung. 

Zempelin geht als Spieler und bleibt als Fan

“Diese klare Entscheidung respektieren wir selbstverständlich. Seinem Wunsch haben wir entsprochen”, fasste Jahn-Geschäftsführer Roger Stilz die Position des aktuellen Tabellenführers der 2. Liga zusammen. Diesen Umgang habe sich das Eigengewächs durch “seinen Einsatz und seine Vereinstreue” verdient, für die die Regensburger ihm dankbar seien.

Trotz der wohlüberlegten Entscheidung Zempelins, der sich vor seiner richtungsweisenden Entscheidung “in den vergangenen Wochen viele Gedanken gemacht” habe, will der gebürtige Regensburger den SSV weiterhin verfolgen: “Die vielen Jahre in der Jahnschmiede waren eine tolle Zeit und auch bei den Profis konnte ich wertvolle Erfahrungen sammeln. Deshalb werde ich den Jahn auch weiter im Herzen tragen und die Daumen drücken.”

Saller vermisst Zuspruch: “2. Liga hier vielleicht zu selbstverständlich”

Regensburg gegen Nürnberg unentschieden. Statistisch war das erwartbar. Zweitliga-Spitzenreiter Jahn hat eine “neue Basis” entwickelt.

Würde gerne mehr Zuschauer im Jahn-Stadion sehen: Der Regensburger Benedikt Saller.

Würde gerne mehr Zuschauer im Jahn-Stadion sehen: Der Regensburger Benedikt Saller.

IMAGO/Zink

Bei den Duellen zwischen Regensburg und dem 1. FC Nürnberg wird selten nach Schlusspfiffen gejubelt – fünf der letzten acht Partien  zwischen den beiden Klubs endeten remis. Am Samstag war Jubeln sogar gänzlich fehl am Platze, denn diese Nullnummer war für Fußball-Feinschmecker schwere Kost, weil von vielen Unterbrechungen geprägt.

Am ehesten hätte der Regensburger Andreas Albers die Torflaute beheben können, doch der Jahn-Stürmer ließ zwei Großchancen liegen (26., 81.). Beide Male fand er seinen Meister in  Christian Mathenia – wobei der FCN-Keeper lediglich bei der Aktion in der Schlussphase wirklich stark parieren musste, mit dem Fuß erstickte er den Torschrei von Albers. Über die kläglich vergebene erste Chance sagt Albers, dass er “Zeit zu überlegen hatte” und dann den Ball “leider genau in die Arme des Torhüters” platzierte.

Rekordtorschütze: Albers jagt Grüttner

Zwei Besonderheiten wären beim Torerfolg zu vermerken gewesen: Erstens bekam Albers seine zweite Großchance gegen den Club von Sturmpartner Prince Osei Owusu aufgelegt, ein Zeichen dafür, dass der Neuzugang aus Aue sich immer besser mit dem gesetzten Albers in der Doppelspitze versteht. Und zweitens wäre ein Albers-Treffer einer für die Jahn’schen Geschichtsbücher gewesen, denn der 32-jährige Däne hätte in seiner dritten Spielzeit zum 32. Mal für die Oberpfälzer getroffen und sich damit zum vereinsinternen Zweitliga-Rekordtorschützen aufgeschwungen. 

Den nächsten Versuch, Marco Grüttner mit seinem 32 Toren zwischen 2016 und 2020 einzuholen, unternimmt Albers am kommenden Sonntag bei den kriselnden Hannoveranern (13 Uhr, LIVE! bei kicker). Dort wird es für Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic auch darum gehen, als einziges Zweitliga-Team ohne Gegentor zu bleiben. Der Coach nennt diesen Umstand eine “wichtige Basis”, die ihn bisher “sehr, sehr zufrieden macht”. Mit einer Ausbeute von 5:0 Toren – bei übrigens fünf verschiedenen Torschützen – und sieben Zählern grüßt der Jahn nach drei Spieltagen von ganz oben.

Sallers Kritik in Sachen Zuschauer-Zuspruch

Natürlich ist das eine schöne Momentaufnahme, doch erhoffen sich die Jahn-Spieler durch den sportlichen Erfolg auch mehr Zuspruch. So vermisst Benedikt Saller die zahlenmäßige Unterstützung bei Heimspielen. “Ein bisschen schade finde ich, dass weniger Zuschauer kommen zu unseren Spielen. Viele sehen es vielleicht als zu selbstverständlich an, dass wir hier in Regensburg 2. Liga spielen”, so der 29-jährige Abwehrspieler in einem Interview auf der Klubwebsite.

Gegen den Traditionsverein aus Nürnberg kamen 11.860 – davon überproportional viel vom FCN. Zum Auftakt gegen Darmstadt kamen 8.509 Zuschauer ins Stadion, was knapp über dem letztjährigen Saisonschnitt von 8213 pro Heimspiel lag – Platz 13 im Zuschauer Ranking.

Mit 30 über 150 Zweitliga-Spiele als Ziel

Saller kann die Zuschauerentwicklung beim Jahn beurteilen, immerhin spielt er schon seit sieben Jahren für die Regensburger und stieg 2016 über die Relegation von der 3. Liga ins Unterhaus auf. “So erfolgreich war der Verein davor noch nie, und für mich persönlich läuft es hier auch gut. Vor meinem 30. Geburtstag könnte ich die 150 Spiele in der 2. Bundesliga knacken”, blickt der gebürtige Münchner wie Albers auch auf eine statistische Marke.

Aktuell steht er bei 148 Einsätzen – bis zum runden Geburtstag am 22. September sollte er das locker schaffen. Im Idealfall feiert er als 154-maliger Zweiliga-Spieler.

Selimbegovic: “Du musst auf dem Gaspedal bleiben”

Der SSV Jahn Regensburg ist perfekt in die Saison gestartet und will nun am Samstag im bayrischen Duell gegen den 1. FC Nürnberg unbedingt nachlegen. 

Regensburgs Trainer Mersad Selimbegovic erlebte einen Traumstart mit dem Jahn.

Regensburgs Trainer Mersad Selimbegovic erlebte einen Traumstart mit dem Jahn.

IMAGO/Zink

Zwei Siege ohne Gegentor in der Liga, ein Pokalcoup gegen den 1. FC Köln (4:3 i.E.) – besser geht es nicht. Nach dem fulminanten Saisonstart wollen die Oberpfälzer auch gegen den Club (Samstag, 13 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Erfolgsspur bleiben. “Wenn du so eine Phase hast, musst du auf dem Gaspedal bleiben”, fordert Jahn-Chefcoach Mersad Selimbegovic.

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Personell kann der Trainer beinahe aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die Langzeitverletzten Oscar Schönfelder und Sarpreet Singh seien alle Regensburger Spieler fit, so Selimbegovic. 

Der SSV-Coach sagt zwar einerseits: “Das Motto ist: Alles mitnehmen, was geht.” Der 40-Jährige mahnt aber auch: “Wir dürfen nicht zu euphorisch sein und denken, dass es von alleine so weiterlaufen wird.”

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“Das wird 100 Prozent intensiv”

In den Nürnbergern sieht Selimbegovic eine “sehr junge, willige und talentierte” Mannschaft. “Die haben diese Mischung aus Erfahrung und jung und wild. Das wird 100 Prozent intensiv.”

Kölns Keller hadert nach Pokal-Aus: “Richtig scheiße, sportlich wie wirtschaftlich”

Sie haben es schon wieder gemacht: Wie schon vor eineinhalb Jahren schlägt Jahn Regensburg den 1. FC Köln im Elfmeterschießen.

Regensburger Jubel: Im Elfmeterschießen setzte sich der Zweitligist gegen den 1. FC Köln durch.

Regensburger Jubel: Im Elfmeterschießen setzte sich der Zweitligist gegen den 1. FC Köln durch.

IMAGO/Sascha Janne

Damals, im Februar 2021, hatten sich die Regensburger sogar im Achtelfinale gegen den Favoriten durchgesetzt, diesmal war schon in der ersten Runde Schluss für die Kölner, deren Trainer Steffen Baumgart eigentlich das Finale in Berlin anvisiert hatte. “Wir hatten eine schwache Viertelstunde, in der bekommt der Gegner drei dicke Chancen und nutzt zwei davon”, so der Kölner Coach, “aber danach haben wir auf zwei Sechser umgestellt, das Spiel in den Griff bekommen und hätten eigentlich auch das dritte Tor machen müssen, haben wir aber nicht.”

Also ging es erneut ins Elfmeterschießen, in dem erneut der Jahn triumphierte, für den diesmal Torhüter Dejan Stojanovic gleich zwei Strafstöße parierte.

“Jeder Torhüter träumt davon, so ein Held zu werden, es war sehr emotional”, schilderte Regensburgs Schlussmann die entscheidende Szene, “ich wusste erst gar nicht, dass es vorbei ist, aber als die Mannschaft auf mich zu rannte, habe ich es realisiert. Heute ging das auf, und das gegen Köln, das ist ein sehr schöner Moment in meiner Karriere.” Auf einer Flasche hatte sich Stojanovic die Kölner Schützen und deren Vorlieben notiert. “Natürlich springt man dann in die Ecken und hofft, dass man richtig liegt, das hat heute geholfen.”

Keller: “Wir haben vorsichtig kalkuliert und im Pokal nicht mehr eingeplant”

Frustriert registrierte dagegen Christian Keller das Erstrunden-Aus des FC an seiner alten Wirkungsstätte. “Wir lagen nicht zu Unrecht 0:2 zurück, aber hatten dann die Spielkontrolle und kamen zurück, und hatten Chancen, wo du das dritte Tor einfach machen musst”, analysierte der Sportdirektor, dessen erstes Pflichtspiel mit Köln ihn ausgerechnet zurück nach Regensburg geführt hatte. “Im Elfmeterschießen hatte Regensburg sicherlich mehr Zutrauen in die Abschlüsse.”

Auch wirtschaftlich ist das Erstrunden-Aus ein Rückschlag für die Geißböcke. “Wir haben zwar vorsichtig kalkuliert und im Pokal nicht mehr eingeplant, aber natürlich wären wir gerne weitergekommen. Wir sind auf jeden Euro angewiesen und heute haben wir viele liegengelassen. Das war heute richtig scheiße, sportlich wie wirtschaftlich.”

Eine frustrierende Rückkehr, die laut Keller aber keine Rückschlüsse zulässt auf den Saisonstart am nächsten Sonntag (17.30 Uhr) gegen Schalke. “Auch wenn es heute wehtut, nächste Woche startet ein anderer Wettbewerb, da wollen wir gegen Schalke drei Punkte holen” so Keller. “Die Mannschaft ist dazu in der Lage, das hat sie auch gezeigt.”

Michael Pfeifer

Déjà-vu im Jahnstadion: SSV wirft Köln wieder im Elfmeterschießen aus dem Pokal

Der 1. FC Köln hat das erste Pflichtspiel der neuen Saison verloren. Der noch ungeschlagene Jahn ging mit 2:0 in Führung, der FC kam zurück, vergab aber zu viele Chancen. Im Elfmeterschießen behielt erneut der Zweitligist die Oberhand.

Grenzenloser Jubel: Der SSV Jahn Regensburg kegelte Bundesligist Köln aus dem Wettbewerb.

Grenzenloser Jubel: Der SSV Jahn Regensburg kegelte Bundesligist Köln aus dem Wettbewerb.

IMAGO/Eibner

Der SSV kam perfekt in die Saison, holte zum Zweitligastart zwei Siege und blieb dabei ohne Gegentreffer. Regensburg-Trainer Mersad Selimbegovic verzichtete gegenüber dem 3:0-Sieg bei Arminia Bielefeld daher auf Veränderungen in der Startelf.

Kölns Coach Steffen Baumgart setzte zum Saisonstart auf zwei Neuzugänge in der ersten Elf, Pedersen und Adamyan durften sich beweisen. Kapitän Hector saß zunächst auf der Bank, Pokal-Keeper Horn stand zwischen den Pfosten.

Der FC wollte eine Revanche für das Pokal-Aus anderthalb Jahre zuvor im Achtelfinale, dementsprechend engagiert begannen die Kölner. Doch nach und nach zeigte sich der Zweitligist frecher, gewann die wichtigen Zweikämpfe und kam zu Großchancen. Mees vergab die erste, als er aus sechs Metern das leere Tor verfehlte (16.), wenig später machte es dann Albers aber besser: Guwara wurde bei der Flanke nicht gestört, Chabot verlor im Zentrum Albers aus den Augen, so konnte dieser problemlos zur Führung einköpfen (18.). 

Skhiri unglücklich – Traumtor Uth

Danach trat der Bundesligist verunsichert auf und nach Skhiris Ballverlust im Aufbauspiel erhöhte der Jahn durch Neuzugang Owusu sogar auf 2:0 (27.). Der SSV schien auf dem besten Weg zur Überraschung, doch Uth setzte keine 60 Sekunden nach dem zweiten Treffer den ersten Euphorie-Dämpfer: Er zog aus 20 Metern einfach ab, traf die Kugel perfekt und setzte sie traumhaft in den langen Winkel (28.). 

Das Tor sollte den Gästen, bei denen Trainer Baumgart nach gut einer halben Stunde vom 4-1-2-1-2 auf ein 4-2-3-1 umstellte, Selbstvertrauen geben. Sie traten wieder besser auf, doch hinten unterliefen noch immer einige Fehler. Mees bekam auf der linken Seite zu viel Raum, Owusu verpasste in der Mitte aber knapp (42.).

DFB-Pokal 2022/23

Baumgart veränderte zur Pause nichts, reagierte aber nach zehn ereignisarmen Minuten dann doch und ersetzte die beiden Neuzugänge Pedersen und Adamyan durch Hector und Thielmann (56.).

Ljubicic gleicht aus – es geht in die Verlängerung

Mit den frischen Kräften ging ein kleiner Ruck durch die Mannschaft, der sofort in ein Tor mündete: Mit etwas Glück prallte der Ball zu Kainz, im Zentrum stand Ljubicic frei und schob zum 2:2 ein (63.). 

Fortan bestimmten die Kölner das Spielgeschehen, ohne dabei allerdings so richtig zwingend zu werden, Modeste blieb lange blass. Es deutete sich immer mehr die Verlängerung an – doch in den letzten Minuten drehte der FC noch einmal auf. Da jedoch Uth (86., 88.) vergab und Modeste (90.+2) nur an die Latte köpfte, gab es 30 Minuten Extrazeit.

Maina frech, doch das reicht nicht – Wieder muss das Elfmeterschießen her

Diese begann mit einer Hiobsbotschaft für Köln: Torjäger Modeste ging nach einem harten Zweikampf von Elvedi mit einem lauten Schrei zu Boden und musste ausgewechselt werden, für ihn kam Lemperle in die Partie (94.). Doch in Maina sorgte ein anderer Joker für die Aktionen, er wirkte als ständiger Unruheherd und hatte im ersten Durchgang die beste Chance, Stojanovic parierte den verdeckten Schuss aber souverän (94.). 

Es blieb beim 2:2, da der FC im zweiten Durchgang nicht mehr wirklich vor das Tor der Gastgeber kam, der Jahn seinerseits schleppte sich erfolgreich ins Elfmeterschießen und hoffte dort auf die Neuauflage der Pokal-Überraschung anderthalb Jahre zuvor. Und die kam, da Chabot und Ehizibue auf Seiten der Kölner vom Punkt vergaben, bei Regensburg bis auf Saller aber alle verwandelten. Der FC holte in der regulären Spielzeit einen Rückstand zwar auf, musste aber erneut das Aus nach dem Elfmeterschießen hinnehmen.

Am Samstag empfängt Jahn Regensburg den 1. FC Nürnberg (13 Uhr). Für den 1. FC Köln beginnt am Sonntag gegen Schalke die neue Bundesliga-Saison (17.30 Uhr).

Tore und Karten

1:0
Albers (18′, Kopfball, Guwara)

2:0
Owusu (27′, Linksschuss, Thalhammer)

2:1
Uth (28′, Linksschuss, Adamyan)

2:2
Ljubicic (63′, Rechtsschuss, Kainz)

Tore und Karten

1:0
Albers (18′, Kopfball, Guwara)

2:0
Owusu (27′, Linksschuss, Thalhammer)

2:1
Uth (28′, Linksschuss, Adamyan)

2:2
Ljubicic (63′, Rechtsschuss, Kainz)

Jahn Regensburg

Gimber (72. ), S. Breitkreuz (83. ), Saller (90. ), Makridis (107. )

1. FC Köln

Uth (66. ), Hübers (73. )


Jahn Regensburg

Regensburg


Jahn Regensburg

Regensburg

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Selimbegovic


1. FC Köln

Köln


1. FC Köln

Köln

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Dr. Felix Brych

Dr. Felix Brych
München

Schiedsrichter-Team

Dr. Felix Brych

Dr. Felix Brych
München

Spielinfo


Stadion

Jahnstadion Regensburg

Zuschauer

13.236

Spielinfo


Anstoß

30.07.2022, 15:31 Uhr


Stadion

Jahnstadion Regensburg Regensburg


Zuschauer

13.236


Eckenverhältnis

3:9

Die 2. DFB-Pokal-Runde wird erst im September ausgelost.