Lieberknecht an alter Wirkungsstätte: Fokus statt “Romantik”

Zehn Jahre lang war Torsten Lieberknecht Trainer von Eintracht Braunschweig. Der Coach des SV Darmstadt kehrt nun zu seinem Ex-Klub zurück – als fokussierter Gegner.

Fokus und Unberechenbarkeit fordert Darmstadts Coach Torsten Lieberknecht gegen Eintracht Braunschweig von seiner Elf.

Fokus und Unberechenbarkeit fordert Darmstadts Coach Torsten Lieberknecht gegen Eintracht Braunschweig von seiner Elf.

IMAGO/Eibner

“Ich weiß, dass ich in Braunschweig ein gern gesehener Gast bin. Doch am Sonntag komme ich als Gegner”, sagte Torsten Lieberknecht bei der Spieltags-Pressekonferenz. “Die Vergangenheit oder Romantik spielt da keine Rolle”, betonte der 49-Jährige, der bereits 2019 einmal als Trainer des MSV Duisburg ins Eintracht-Stadion zurückgekehrt war.

Sein Fokus liege am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) auf dem Sportlichen. “Wir sind in der Vorbereitung auf das Spiel. Denn mir ist wichtig, dass sich die Mannschaft gut auf die Begegnung einstellt. Wir wollen gemeinsam als Team in Braunschweig den Sieg einfahren.”

Lieberknecht: “An den ersten Spieltagen gibt es keinen Favoriten”

Das Ziel der Lilien ist klar und entspricht ihrer Favoritenrolle. Aber davon will Lieberknecht nichts wissen. “In dieser 2. Liga gibt es an den ersten Spieltagen keinen Favoriten”, machte der SVD-Coach deutlich. Zumal Braunschweig laut Lieberknecht gegen Hamburg zur Pause 5:0 hätte führen müssen, aber viel zu viele Chancen liegen ließ. “Es ist also eine Mannschaft, die wir sehr ernst nehmen.”

Um den Deutschen Meister von 1967 zu knacken, will Lieberknecht in seiner Taktik möglichst unberechenbar sein. Seine Elf habe diesen Vorsatz inzwischen auch verinnerlicht. “Die Jungs entwickeln immer mehr eine taktische Variabilität, um in der Lage zu sein, auch während des Spiels schnell auf andere Formationen umzustellen.”

SVD-Trio verletzt – Für zwei Rückkehrer kommt das Spiel wohl noch zu früh

Personell bereiten Mathias Honsak und Thomas Isherwood ihrem Coach nach wie vor Sorgen. Zudem zog sich zuletzt Clemens Riedel beim 2:1 über Sandhausen einen doppelten Bänderriss im Sprunggelenk zu und wird den Hessen in den kommenden Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Doch Lieberknecht konnte bei der Pressekonferenz vor der Partie gegen Braunschweig auch gute Neuigkeiten verkünden. Jannik Müller und Aaron Seydel sind am Freitag ins Teamtraining zurückgekehrt. “Für Aaron kommt das Spiel am Sonntag gefühlt noch zu früh”, relativierte der Darmstädter Übungsleiter zwar. “Aber wir schauen ihn uns im Training an, werden mit ihm sprechen und dann entscheiden.”

Warming: “Das gibt gutes Selbstvertrauen”

Auch wenn der Start bislang nicht ganz reibungslos verlief – Magnus Warming fühlt sich beim SV Darmstadt 98 wohl. Sein erstes Tor im Lilien-Trikot soll ihm nun zusätzlich Auftrieb geben.

Magnus Warming (li.) feiert seinen ersten Treffer für Darmstadt.

Magnus Warming (li.) feiert seinen ersten Treffer für Darmstadt.

IMAGO/HMB-Media

Eigentlich hatte Magnus Warming im DFB-Pokal gegen den FC Ingolstadt sogar doppelt getroffen. Doch sein erster Treffer in der 80. Minute wurde wegen einer angeblichen Abseitsstellung fälschlicherweise nicht gegeben. Er habe die Situation selbst nicht gesehen und erst später gehört, dass es kein Abseits gewesen sei, sagt die Leihgabe vom FC Turin. Umso glücklicher sei er gewesen, dass es dann vier Minuten später geklappt habe. Mit dem 3:0 setzte er den Schlusspunkt in einer einseitigen Partie, mit der die Lilien gegen den Zweitliga-Absteiger in die zweite DFB-Pokal-Runde einzogen.

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“Das erste Tor ist immer etwas ganz Besonderes”, sagt der frühere dänische U21-Nationalspieler. “Das gibt einem ein gutes Selbstvertrauen.” Das kann Warming auch gut gebrauchen. In der Vorbereitung hatte er wegen der ungewohnt hohen Belastung zunächst Anpassungsschwierigkeiten, musste wegen muskulärer Probleme zeitweise sogar pausieren. In den ersten drei Pflichtspielen saß er bislang immer zunächst nur auf der Bank und wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

Schon jetzt mehr Einsatzminuten als vergangene Saison

“Für mich ist das okay”, sagt der Mann mit der Rückennummer 14, die vor ihm in Darmstadt einst auch ein gewisser Sandro Wagner trug. “Ich bin glücklich über die Minuten, die ich bislang bekommen habe. Aber natürlich will man immer mehr spielen.”

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Im Vergleich zur vergangenen Saison hat er das in Darmstadt schon geschafft. In Turin kam er in fünf Pflichtspielen auf gerade einmal 83 Einsatzminuten. Bei den Lilien liegt er nach drei Partien schon bei 99 Minuten. Und beim Toreschießen hat er Wagner auch schon in einem Punkt überholt: Der benötigte in der Saison 2015/16 sechs Spieltage, bis er zum ersten Mal für die Lilien traf.

Lob für Lieberknechts Kommunikation

Mit Blick auf die Situation im Sturm, die mögliche Verpflichtung eines weiteren Angreifers und seine eigene Position sagt Warming, er könne in einem System mit zwei Stürmern eine der Spitzen spielen. “Aber ich habe eigentlich mein ganzes Leben auf dem Flügel gespielt. Da fühle ich mich wohler”, erklärt er und schiebt hinterher: “Natürlich spiele ich da, wo der Coach mich aufstellt.” An Trainer Torsten Lieberknecht schätzt er besonders, dass er viel mit den Spielern spreche und ihnen das Gefühl vermittele, dass er an sie glaube.

Darmstadt besitzt Kaufoption

Ausschlaggebend für seinen Wechsel von der ersten italienischen in die zweite deutsche Liga nach Darmstadt sei gewesen, dass die Lilien über lange Zeit um ihn geworben hätten – zunächst in Person von Sportchef Carsten Wehlmann, später habe es auch ein Gespräch mit Lieberknecht gegeben. Warming ist bis zum Saisonende ausgeliehen, Darmstadt hat eine Kaufoption. Wie es für ihn im kommenden Sommer weitergeht, weiß er noch nicht. “Im Fußball ist so viel möglich”, sagt Warming. “Ich sehe von Tag zu Tag.”

Stephan Köhnlein

VfB zahlt 2,8 Millionen Euro: Pfeiffer-Transfer perfekt

Mit Luca Pfeiffer hat der VfB Stuttgart den gewünschten Backup und möglichen Nachfolger für Sasa Kalajdzic verpflichtet. Der 25-Jährige vom FC Midtjylland kostet rund 2,8 Millionen Euro und unterschreibt bis 2026.

Hört sich ab sofort die lautstarken Fans des VfB Stuttgart an: Neuzugang und Ex-Darmstädter Luca Pfeiffer.

Hört sich ab sofort die lautstarken Fans des VfB Stuttgart an: Neuzugang und Ex-Darmstädter Luca Pfeiffer.

IMAGO/Jan Huebner

Bis spät in die gestrige Nacht wurde an der Finalisierung dieses Transfers gewerkelt. Am heutigen Vormittag vermeldeten die Stuttgarter Vollzug. Luca Pfeiffer, der als gebürtiger Bad Mergentheimer und früherer Spieler der Stuttgarter Kickers und der TSG Hoffenheim eine schwäbisch-badische Vergangenheit hat, signierte einen bis Ende Juni 2026 laufenden Kontrakt. Mit dem großen und robusten Mittelstürmer hat sich der VfB für alle Eventualitäten abgesichert, sollte Torjäger Sasa Kalajdzic seinen Wechselwunsch noch erfüllt bekommen.

“Schon als Kind hat mich der VfB fasziniert”

“Luca war in der vergangenen Saison einer der erfolgreichsten Torschützen der 2. Bundesliga”, sagt Sven Mislintat, der auf die starke Bilanz des damaligen Darmstädters anspricht. Dort hatte der von Midtjylland an die Hessen verliehene Angreifer in 32 Partien 17 Tore und sechs Assists auf sich vereint. “Mit seiner Torgefahr, seiner Athletik aber auch mit der Erfahrung, die er bei seinen bisherigen Karrierestationen im In- und Ausland gesammelt hat, passt er hervorragend in unseren Kader. Wir freuen uns, dass wir diesen Transfer realisieren konnten”, so der Sportdirektor, der bei seinen Bemühungen auch das Heimweh des 25-Jährigen für sich nutzen konnte.

“Ich freue mich riesig, wieder in der Heimat zu sein”, sagt Pfeiffer. “Der VfB Stuttgart hat in der Region eine große Bedeutung. Schon als Kind hat mich der VfB mit seinem Stadion und seinen Fans fasziniert. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass es mit dem Transfer geklappt hat. Ich freue mich auf die Herausforderung, in der Bundesliga zu spielen. Ich kann es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.” Am morgigen Mittwoch wird der Neuzugang, der die Rückennummer 20 erhält, erstmals mit der Mannschaft trainieren. Ob es für einen Kaderplatz am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) zum Saisonstart gegen RB Leipzig reicht, wird sich zeigen.

Werden Kalajdzic und Sosa rechtzeitig fit?

Ähnlich ist die Situation auch bei Kalajdzic und Borna Sosa. Der Stürmer laboriert weiterhin an einer Knöchelproblematik  und absolvierte heute nur ein individuelles Programm. Sein kongenialer Offensivpartner holte derweil am Vormittag die obligatorische sportmedizinische Untersuchung nach, die er vor Wochen noch wegen Adduktorenproblemen hatte aufschieben müssen.

Vor dem DFB-Pokalspiel bei Dynamo Dresden (1:0) hatte Trainer Pellegrino Matarazzo gesagt, für Kalajdzic sei es “realistisch, dass er gegen Leipzig dabei sein kann”. Sosa solle “die nötigen Tests absolvieren und dann ab Mittwoch ins Mannschaftstraining einsteigen, um vielleicht eine Option für den Kader sein zu können”. Morgen weiß man mehr.

George Moissidis

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Zimmermann: “Das war schon etwas surreal”

Nach einer kleinen Odyssee ist Christoph Zimmermann vergangene Woche beim SV Darmstadt 98 angekommen. Dort strebt der 29 Jahre alte Innenverteidiger ein langfristiges Engagement an und tritt möglichen Zweifeln über Verletzungsanfälligkeit und mangelnde Spielpraxis entgegen.

"Ich bin nicht der Typ, der mal ein halbes Jahr hier und ein halbes Jahr dort spielt": Christoph Zimmermann.

“Ich bin nicht der Typ, der mal ein halbes Jahr hier und ein halbes Jahr dort spielt”: Christoph Zimmermann.

IMAGO/Eibner

Fünf Jahre ist Christoph Zimmermann für Norwich City in der ersten und zweiten englischen Liga am Ball gewesen. Doch in den vergangenen zwei Jahren lief es für den Innenverteidiger dort nicht mehr gut. Verletzungen warfen ihn zurück, er kam kaum noch zum Einsatz. Deswegen signalisierte er seine Bereitschaft für eine Veränderung. Weil er sich mit seiner Familie in der ostenglischen Stadt jedoch sehr wohlgefühlt hatte, wollte er das nicht einfach nur für irgendetwas Neues aufgeben, wie er sagt. Seine Wahl fiel auf Darmstadt.

Erster Einsatz nach zwei Tagen Training

“Ich war sehr positiv überrascht, wie intensiv das Interesse war”, sagt der Spieler. “Zudem hatte ich ein sehr gutes Gespräch mit Torsten Lieberknecht.” Auch seinen früheren Mannschaftskameraden Mario Vrancic habe er angeschrieben, der vor seinem Wechsel nach Norwich zwei Jahre bei den Lilien gespielt hatte. Egal, wo er sich umgehört habe – was er über Darmstadt zu hören bekommen habe, sei durchweg positiv gewesen. Nach dem ersten Kontakt vor rund zwei Wochen sei man sich recht zügig einig geworden. Aber der Weg nach Darmstadt war dann alles andere als einfach.

“Das war schon etwas surreal”, sagt Zimmermann. Am Donnerstag vor zwei Wochen hatte er noch ein Testspiel mit Norwich in Marseille bestritten und war am Sonntag nach England zurückgekehrt, wegen der Probleme im Flugverkehr einen Tag später als geplant. Am Montag sollte er eigentlich in Darmstadt ankommen. Doch wegen der Absage des Fluges wurde es Dienstag. Am Mittwoch und Donnerstag trainierte er dann mit der Mannschaft und am Freitag kam er bereits als Einwechselspieler zum Einsatz.

“Guter Zeitpunkt für einen Wechsel”

Dass es am Ende etwas mehr Spielzeit als geplant wurde, lag daran, dass Clemens Riedel kurz nach der Pause verletzt vom Platz musste. Zimmermann bot in der Innenverteidigung eine abgeklärte Leistung. In der vergangenen Saison hatte er gerade drei Liga-Einsätze für Norwich gehabt, keinen davon über die volle Spielzeit. Das merkte man ihm nicht an. “Seit Mitte Januar habe ich viel trainiert und bin gut im Rhythmus”, sagte er. Er habe die gesamte Vorbereitung bei Norwich mitgemacht, dort in den Testspielen seine Einsatzzeiten bekommen. “Es war jetzt eigentlich ein guter Zeitpunkt für einen Wechsel”, sagt er. “Ich stehe gut im Saft.”

Stress abseits des Platzes

Bei den Lilien hat Zimmermann einen Dreijahresvertrag unterschrieben – ein Zeichen dafür, dass beide Seiten langfristig zusammenarbeiten wollen. “Ich bin nicht der Typ, der mal ein halbes Jahr hier und ein halbes Jahr dort spielt. Das ist mir alles zu stressig.” Stress hat er momentan ohnehin genug – auch abseits des Platzes: Seine Frau sitzt hochschwanger mit dem ersten Sohn noch in Norwich. Zimmermann – nach eigener Aussage ein Familienmensch – will sie möglichst schnell nach Darmstadt holen und sucht deswegen mit Hochdruck nach einer geeigneten Bleibe.

Stephan Köhnlein

Auslosung der 2. DFB-Pokal-Runde erst im September

Am Freitag beginnt die DFB-Pokal-Saison 2022/23 – doch erst mehr als fünf Wochen später werden die Paarungen der 2. Runde ausgelost.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Bongarts/Getty Images

Wie der DFB dem kicker bestätigte, findet die Auslosung der 2. Runde am Sonntag, 4. September, statt. Das ZDF, das in dieser Saison sein Pokal-Comeback feiert, überträgt live.

Grund für den späten Termin ist die neue Strukturierung der 1. Runde: Ab dieser Saison steigt der DFL-Supercup am Wochenende der 1. DFB-Pokal-Runde. Die Teilnehmer – in diesem Jahr Meister FC Bayern und DFB-Pokal-Sieger RB Leipzig – tragen ihre Erstrundenspiele deswegen erst zu einem späteren Zeitpunkt aus und sorgen für eine entsprechende Verschiebung der Zweitrunden-Auslosung.

Leipzig gastiert erst am Dienstag, 30. August (20.45 Uhr), beim Regionalligisten FC Teutonia Ottensen, der FC Bayern 24 Stunden später beim Drittligisten Viktoria Köln. Alle anderen Erstrundenpartien finden zwischen dem 29. Juli und 1. August statt.

Die 2. DFB-Pokal-Runde geht dann am 18. und 19. Oktober 2022 über die Bühne.

Saison 1971/72: Finale und Skandale

25. Juli 202254:53 Minuten

Saison 1971/72: Finale und Skandale

Bundesliga-Finale am letzten Spieltag! Der Erste gegen den Zweiten. Die Bayern gegen Schalke. Und das alles beim ersten Bundesliga-Spiel im Münchner Olympiastadion. Die dritte Folge “kicker History” nimmt Euch mit in die Saison 1971/72. Den spektakulären Zweikampf um die Meisterschaft beleuchten die beiden Schalke-Legenden Klaus Fischer und Erwin Kremers sowie der damalige Bayern-Profi Rainer Zobel. Außerdem geht es um den großen Bundesliga-Skandal, den Büchsenwurf vom Bökelberg – und bitterböse Beschwerdebriefe wegen langer Haare.

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18.07.2022

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11.07.2022

Trailer: kicker History

24.06.2022

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DFB-Pokal-Teilnehmer erhalten 2022/23 so viel Geld wie nie

Der DFB-Pokal ist 2022/23 finanziell so attraktiv wie noch nie. Zwei Tage vor dem Auftakt der 1. Runde vermeldete der DFB einen neuen Ausschüttungsrekord.

Am Freitag beginnt die Jagd auf den DFB-Pokal aufs Neue.

Am Freitag beginnt die Jagd auf den DFB-Pokal aufs Neue.

IMAGO/motivio

Jeder der 64 Teilnehmer wird in der 1. Runde demnach 209.247 Euro aus den Vermarktungserlösen erhalten, die sich aus den TV-Einnahmen und jenen durch die sechs Exklusivpartnerschaften zusammensetzen.

Das sei eine Steigerung von über 30.000 Euro pro Klub verglichen mit der letzten Saison vor der Corona-Pandemie, während der der DFB zunächst nur 80 Prozent der vertraglich vorgesehenen Einnahmen aus der Zentralvermarktung verteilt hatte.

“Tradition, alle Teilnehmer gleich zu entlohnen”

Der DFB-Pokal-Sieger 2022/23 erhält 4.320.000 Euro, der unterlegene Finalist 2.880.000 Euro. Bis zum Halbfinale ist die jeweils ausgeschüttete Gesamtsumme gleich hoch, wird also in gleichen Anteilen auf alle Runden-Teilnehmer verteilt.

“Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Saison den Anteil für die Vereine deutlich steigern konnten”, sagt DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. “Die Tradition, alle Teilnehmer gleich zu entlohnen, zeigt vor allem in diesem Wettbewerb die Einheit des deutschen Fußballs und ist Ausdruck der Solidarität zwischen Amateuren und Profis.”

Folgende Beiträge wird der DFB “vorbehaltlich unerwarteter Kürzungen der Sponsoring- und Vermarktungserlöse” ausschütten:

1. Hauptrunde: 209.247 Euro
2. Hauptrunde: 418.494 Euro
Achtelfinale: 836.988 Euro
Viertelfinale: 1.673.975 Euro
Halbfinale: 3.347.950 Euro
Verlierer Finale: 2.880.000 Euro
Sieger Finale: 4.320.000 Euro

Sprunggelenksverletzung: Darmstadts Riedel fällt aus

Clemens Riedel wird dem SV Darmstadt 98 mehrere Wochen fehlen. Das hat eine Untersuchung am Montag ergeben.

Fehlt Darmstadt in den nächsten Spielen: Clemens Riedel.

Fehlt Darmstadt in den nächsten Spielen: Clemens Riedel.

IMAGO/Eibner

SVD-Profi Riedel hat sich im Spiel gegen den SV Sandhausen (2:1) zwei Bänder im Sprunggelenk gerissen und gleich mehrere Wochen aus, so die Mitteilung der Lilien am Montag. Der 19-jährige Innenverteidiger ist bei seinem ersten Saisoneinsatz am Wochenende nach 52 Minuten ausgewechselt werden.

“Es ist schade, dass der Einsatz von Clemens am Wochenende nach seinem klasse Auftritt auf so einer bitteren Note endete”, wird Carsten Wehlmann, Darmstadts Sportlicher Leiter, auf der Vereinswebsite zitiert. “Wir werden ihm dabei helfen, dass er bald wieder fit wird und wünschen ihm natürlich eine gute und zügige Genesung.”

Riedel, der letzten Sommer aus der U 19 der Lilien zu den Profis augerückt war, lief vergangene Saison neunmal in der 2. Bundesliga auf.

“Viel Kampf”, ein kurioser Jubel und neue Personalsorgen in Darmstadt

“Eine überragende Vorarbeit”, Manus Fischerhut-Jubel und zwei angeschlagene Akteure: Die Partie des SV Darmstadt gegen Sandhausen brachte einiges mit sich – Coach Thorsten Lieberknecht hob nach dem Heimsieg besonders das verbesserte Positionsspiel hervor.

Feierte den ersten Treffer auf seine eigene Art: Braydon Manu.

Feierte den ersten Treffer auf seine eigene Art: Braydon Manu.

Getty Images

Der Saison-Auftakt des Viertplatzierten der Vorsaison lief in Regensburg nicht nach Maß. Mit einer 0:2-Niederlage im Gepäck spielten die Lilien am Freitagabend erstmals in dieser Spielzeit am heimischen Böllenfalltor auf. Bei traumhafter Kulisse fuhren stark angeschlagene Darmstädter dann aber die ersten Zähler der Saison ein.

Coach Thorsten Lieberknecht sah bis zum 1:1 in der 24. Spielminute ein “ordentliches Spiel, gerade was das Positionsspiel betrifft.” Auf dem Feld zeigte sich diese gute Aufteilung wie folgt: Immer wieder agierte Stürmer Phillip Tietz als Wandspieler und gab den nachrückenden Außenbahnspielern die Möglichkeit, Druck zu entwickeln. Mit einer anfänglichen spielerischen Leichtigkeit hebelten die Hausherren speziell das SVS-Mittelfeld ein ums andere Mal aus. Doch allzu viele Hochkaräter sprangen nicht heraus, der Gegentreffer “aus dem Nichts” riss die Lieberknecht-Elf zudem etwas aus dem Rhytmus.

Manu erklärt Fischerhut-Jubel

Den Hingucker lieferte bis dato der Torschütze zum 1:0, Braydon Manu. Der quirlige Angreifer holte sich einen Fischerhut an der Bank ab, um den ersten Treffer der Spielzeit 2022/23 zu feiern. Relativ unaufgeregt schilderte der Deutsch-Ghanaer im Nachgang seinen extravaganten Jubel: “Ich trage diese Hüte auch in meiner Freizeit besonders gerne”.

In anderer Rolle trat Manu dann zu Beginn des zweiten Durchgans erneut in den Mittelpunkt: Anstatt von der Strafraumkante abzuschließen, gelang dem 25-Jährigen der geniale Pass auf Marvin Mehlem durch drei Verteidiger hindurch. Manu habe “Marvins tollen Laufweg in die Tiefe” bemerkt und “den Doppelpass gespielt”. Abnehmer Mehlem erkannte die “überragende Vorarbeit” an und vollstreckte per Beinschuss, was ihm zufolge “geplant war”, wie er selbst auf der Vereinswebsite sagte.

Zum Ende hin “viel Kampf” gegen Sandhausen

Der Treffer bot gleichzeitig den letzten Hochkaräter der Partie. Kapitän Fabian Holland sah in der zweiten Hälfte “viel Kampf – vielleicht ein bisschen zu viel”, was vermehrt der ruppigeren Gangart der Sandhäuser geschuldet war. Folgenlos blieb das nicht, denn Manu musste den Platz nach einem Zweikampf mit Erik Zenga, der seinen Gegenspieler nicht kommen sah, vorzeitig angeschlagen verlassen. Zuvor hatte sich bereits Innenverteidiger Clemens Riedel – ohne direkte Gegnereinwirkung – am linken Sprunggelenk verletzt.

Zu den Verletzungen gab es von Seiten des SVD zunächst keine genaueren Angaben. Deshalb ist aktuell noch fraglich, ob beide im DFB-Pokal am 1. August gegen den FC Ingolstadt mit von der Partie sein werden – schließlich konnte Youngster Riedel nur gestützt den Platz verlassen.

Lieberknecht bleibt gelassen: “Das ist Teil meines Jobs”

Die ohnehin angespannte Personalsituation hat sich beim SV Darmstadt 98 nochmals verschärft. Vor dem Spiel gegen den SV Sandhausen am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) fällt nun auch Neuzugang Oscar Vilhelmsson aus.

Denkt noch über seine Startelf nach: Darmstadts Coach Torsten Lieberknecht.

Denkt noch über seine Startelf nach: Darmstadts Coach Torsten Lieberknecht.

IMAGO/Jan Huebner

Derzeit kommt es geballt beim SV Darmstadt 98: Flügelspieler Mathias Honsak (Ödem im Rücken), Angreifer Aaron Seydel (Hirnhautentzündung) und Thomas Isherwood (Muskelbündelriss im Oberschenkel) fallen mehrere Wochen aus, Patric Pfeiffer muss wegen einer Gelb-Roten Karte im nächsten Spiel pausieren und jetzt hat es auch noch Neuzugang Oscar Vilhelmsson erwischt.

Bänderverletzung bei Vilhelmsson

Der 18 Jahre alte Angreifer, der erst kurz vor Saisonbeginn vom IFK Göteborg zu den Lilien gestoßen war, hat sich im Training am Dienstag zwei Bänder im Sprunggelenk gerissen, wie Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag sagte.

Die Verletzung wird aber wohl keine längere Pause nach sich ziehen. “Wir hatten zunächst die Hoffnung, dass es bis zum Freitag schon wieder reichen könnte”, sagte der Coach. Aber letztlich sei die Schwellung noch zu stark. Nun ist eine Rückkehr im Pokalspiel beim FC Ingolstadt angepeilt.

Hoffnung auf die Fans: “Wir brauchen sie massiv”

Sorgenfalten auf der Stirn des Chefcoachs verursacht die angespannte Situation allerdings nicht, wie er sagt: “Das ist eben Teil des Jobs eines Trainers. Man weiß, dass man immer für bestimmte Situationen gewappnet sein muss.”

Trotzdem hofft Lieberknecht gegen Sandhausen besonders auf die lautstarke Unterstützung der Fans: “Wir brauchen sie schon am zweiten Spieltag massiv. Vielleicht mehr als in den vergangenen Jahren.” Denn seine Mannschaft wolle die Auftaktniederlage bei Jahn Regensburg unbedingt wettmachen und einen besseren Start hinlegen als vergangenes Jahr.

Eine Erkenntnis aus dem Regensburg-Spiel sei, dass Phillip Tietz wertvoller sei, wenn er einen zweiten Angreifer an seiner Seite habe. Ob wie zu Beginn der zweiten Halbzeit beim Jahn Neuzugang Magnus Warming als zweite Sturmspitze auflaufen werde, ließ der Coach jedoch offen. Warming sei weniger Sturmspitze als vielmehr ein Allrounder, der viel in der Offensive unterwegs sei.

Viel Lob für Neuzugang Zimmermann

Ebenfalls offen ließ Lieberknecht, ob der am Mittwoch von Norwich City verpflichte Christoph Zimmermann schon für das Sandhausen-Spiel eine Option für die Innenverteidigung ist. Der 29-Jährige mache physisch trotz der zuletzt geringen Spielpraxis zuletzt einen guten Eindruck.

Auch persönlich lobte Lieberknecht den Neuzugang in den höchsten Tönen. Er habe mit noch keinem Spieler ein so gutes Erstgespräch geführt wie mit Zimmermann, sagte. Ausgestattet mit einem Vertrag bis 2025 könne er jener Recke in der Innenverteidigung werden, den man in Darmstadt lange gesucht habe.

Stephan Köhnlein

Nach fünf Jahren Norwich: Zimmermann wechselt zu Darmstadt 98

Der SV Darmstadt 98 hat am Mittwoch einen namhaften Neuzugang vorgestellt: Christoph Zimmermann wechselt von der Insel nach Hessen. 

Von der Insel an den Bölle: Christoph Zimmermann.

Von der Insel an den Bölle: Christoph Zimmermann.

IMAGO/Focus Images

Zimmermann war 2017 von Dortmunds Zweitvertretung zu Norwich City in die Championship gewechselt, wo der aktuelle Gladbach-Trainer Daniel Farke frisch seinen Dienst angetreten hatte. Bei den Kanarienvögeln erlebte Zimmermann eine erfolgreiche Zeit und kann auf 101 Einsätze in Englands zweithöchster Spielklasse sowie 20 Premier-League-Spiele zurückblicken. 

Sowohl 2018/2019 als auch 2020/2021 schafften Farke und Zimmermann den Aufstieg in die Premier League, es folgte jedoch jeweils der direkte Abstieg. In der vergangenen Spielzeit kam Zimmermann nur noch dreimal in der Liga zum Einsatz. 

“Der Austausch war offen und gut”

“Christoph bringt eine enorme Spielerfahrung mit. Dazu ist er sowohl auf als auch neben dem Feld ein sehr kommunikativer Spieler, der unseren jungen Innenverteidigern dabei helfen kann, sich noch besser zu entwickeln”, ist sich Lilien-Trainer Torsten Lieberknecht angesichts der Neuverpflichtung sicher.

Der mittlerweile 29-jährige Zimmermann hat in Darmstadt einen Dreijahresvertrag bis 2025 unterschrieben, er begründete seine Entscheidung in der Pressemitteilung des Klubs wie folgt: “Ich hatte bei Darmstadt 98 sofort ein gutes Gefühl: Die Entwicklung des Klubs in den vergangenen Jahren ist positiv, die Strukturen sind top und der Austausch mit den Verantwortlichen war offen und gut.”

Zimmermann wird am Böllenfalltor künftig mit der Nummer vier auflaufen. Die erste Begegnung der neuen Saison verloren die Lilien mit 0:2 in Regensburg