Lieberknecht: “Ein normaler Bänderriss wäre auch mal okay”

Vor dem Spiel beim SV Sandhausen plagen Tabellenführer SV Darmstadt 98 neue Verletzungssorgen. Allerdings gibt es auch einen Lichtblick.

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht ist von den ungewöhnlichen Verletzungen genervt.

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht ist von den ungewöhnlichen Verletzungen genervt.

IMAGO/Jan Huebner

Nach der Auswechslung von Matthias Bader gegen Jahn Regensburg (2:0) hatte Torsten Lieberknecht noch von einer Vorsichtsmaßnahme gesprochen. Was der Trainer des SV Darmstadt 98 zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Der Außenbahnspieler hatte sich kurz zuvor in einem Zweikampf eine schwere Unterleibsverletzung zugezogen.

Die Situation verschärfte sich in den Tagen danach dramatisch, so dass sich der Spieler nach einer Untersuchung sofort einer Notfall-Operation unterziehen musste, wie Lieberknecht am Donnerstag sagte. Bader wird voraussichtlich vier Wochen fehlen. Erster Kandidat für seine Vertretung auf dem rechten Flügel in der Partie gegen den SV Sandhausen am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) ist Frank Ronstadt.

Kuriose Ausfälle bei den Lilien

Nach einer Hirnhautentzündung, einem Ödem im Rücken oder einem Faszienriss hat Bader mit seiner Verletzung das Repertoire der kuriosen Ausfälle beim SV Darmstadt 98 in dieser Saison um ein neues Kapitel erweitert. Lieberknecht nahm die Verletzung grundsätzlich gelassen, räumte aber ein, dass ihn die vielen ungewöhnlichen Verletzungen etwas nervten. “Ein normaler Bänderriss wäre auch mal okay”, sagte er augenzwinkernd.

Manu wackelt, Pfeiffer vor der Rückkehr

Eher konventionell sind die Gründe, die einen Einsatz von Braydon Manu fraglich machen. Der Offensivspieler hatte wegen eines viralen Infekts drei Tage nicht trainiert und das Bett gehütet. Sicher fehlen werden Klaus Gjasula (Adduktorenprobleme) und Aaron Seydel (Sehnenanriss im Oberschenkel), ebenso Marvin Mehlem, der gegen Regensburg seine fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Hoffnung gibt es allerdings auf einen Rückkehrer: Innenverteidiger Patric Pfeiffer habe nach seinem Zehenbruch erste Gehversuche gemacht und sei wieder mit an Bord.

Neuzugang Stojilkovic hat noch Defizite

Der unter der Woche verpflichtete Angreifer Filip Stojilkovic ist laut Lieberknecht noch keine Option für die Startelf. “Er wird mit Sicherheit nicht von Beginn an spielen”, sagte der Coach. “Er hat noch ein paar körperliche Defizite, die er aufholen muss, und er muss sich auch an die hohe Intensität hier gewöhnen.” Im Kader werde der 23-Jährige aber auf jeden Fall stehen.

Ersatz für Mehlem gesucht

Um Mehlem zu ersetzen sieht Lieberknecht nach eigener Aussage “ein oder zwei Möglichkeiten”. Die Überlegungen seien hier aber noch nicht abgeschlossen. Für die offensive Mittelfeldposition wäre Mathias Honsak eine Option, ebenso Keanan Bennetts oder Magnus Warming. Alle drei haben allerdings kaum Spielpraxis, Honsak und Warming kommen zudem noch aus langen Verletzungen.

Systemwechsel nicht ausgeschlossen

Möglich wäre auch ein Umbau im Mittelfeld, wobei Tobias Kempe nach vorne gezogen würde. Kandidaten für den freiwerdenden Platz im defensiven Mittelfeld wären dann Clemens Riedel oder Yassin Ben Balla. Zudem schloss Lieberknecht einen Systemwechsel beim SV Darmstadt 98 nicht aus. Gegen Regensburg war die Mannschaft mit einem 3-5-2-System aufgelaufen. Möglich wäre eine Rückkehr zur Vierer-Abwehrkette oder eine Formation mit nur einem Angreifer.

Stephan Köhnlein

Warum das DFB-Pokal-Achtelfinale auf zwei Wochen aufgeteilt ist

Die acht Partien des DFB-Pokal-Achtelfinals werden in diesem Jahr auf zwei Wochen verteilt ausgetragen. Eine Neuerung, die sich schon bald wieder ändert.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

picture alliance/dpa

Nach der monatelangen Winterpause geht es im deutschen Profifußball plötzlich Schlag auf Schlag. Der englischen Woche in der Bundesliga folgen nun zwei Wochen mit DFB-Pokal-Spielen jeweils am Dienstag und Mittwoch. Doch warum sind es zwei?

Nachdem das Achtelfinale in den vergangenen Jahren stets in komprimierter Form zwischen zwei Bundesliga-Spieltagen ausgetragen wurde, gibt es 2023 an vier Abenden, die sich über zwei Wochen strecken, DFB-Pokal-Fußball. Das ist eine von mehreren Neuerungen, die sich zur Saison 2022/23 durch den neuen TV-Vertrag für diesen Wettbewerb ergeben haben.

Andere Wettbewerbe haben es dem DFB vorgemacht

Die Erhöhung der Anstoßzeiten – von vier auf acht – bietet Sponsoren mehr Präsenz und damit den übertragenden Sendern Mehreinnahmen, was wiederum zu einer “signifikanten Erlössteigerung” beim DFB und damit den teilnehmenden Klubs beiträgt. In dieser Saison erhalten die DFB-Pokal-Teams so viel Geld wie nie. Der DFB geht mit der Stückelung des Spieltags den Weg, den schon viele andere Ligen und Wettbewerbe in Europa in den vergangenen Jahren gegangen sind, etwa die Champions League.

Gewöhnen müssen sich Trainer und Fans in Deutschland an die Neuerung allerdings nicht – jedenfalls nicht in dieser Form. Eigentlich ist im neuen TV-Vertrag vorgesehen, dass das Viertel- und nicht das Achtelfinale auf vier Tage binnen zwei Wochen aufgesplittet wird. Weil die WM in Katar den Spielplan aber so durcheinanderwirbelte, dass das Achtelfinale anders als vorgesehen nicht mehr im alten Kalenderjahr stattfinden konnte, wurde ausnahmsweise das Achtelfinale gestreckt. Für das Viertelfinale sind 2023 nur zwei Tage vorgesehen (4./5. April).

Für die vier Teams, die bereits in der laufenden Woche das Viertelfinale erreichen, hat die Änderung auch zur Folge, dass sie länger als üblich auf ihren nächsten Gegner warten müssen. Die Runde der letzten acht wird erst ausgelost, wenn kommende Woche auch die restlichen vier Paarungen über die Bühne gegangen sind. Am 19. Februar werden die Lose gezogen – und damit 19 Tage nach dem ersten Achtelfinalspiel.

“Klassischer Stürmertyp”: Darmstadt angelt sich Stojilkovic

Angreifer Filip Stojilkovic wechselt vom Schweizer Erstligisten FC Sion zum SV Darmstadt 98. Bei den Lilien unterzeichnete der 23-Jährige einen Vertrag bis Juni 2027. 

Filip Stojilkovic stürmt künftig für Darmstadt.

Filip Stojilkovic stürmt künftig für Darmstadt.

IMAGO/Pius Koller

Der SV Darmstadt rüstet im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg personell nach und verstärkt sich im Sturm. Filip Stojilkovic, der beim FC Zürich und der TSG Hoffenheim ausgebildet wurde, kam in der laufenden Spielzeit zu 21 Pflichtspiel-Einsätzen für den FC Sion, in denen er sechs Tore erzielte und drei weitere vorbereitete.

“Wir sind froh, dass wir Filip Stojilkovic verpflichten konnten, und glücklich, dass es nach langer Vorlaufzeit nun mit dem Transfer geklappt hat”, wird Darmstadts Sportlicher Leiter Carsten Wehlmann auf der Vereinswebsite zitiert. “Mit dem Spieler sind wir immer im engen und positiven Austausch geblieben, nun konnten wir auch mit dem FC Sion eine für beide Seiten vernünftige Lösung finden. Mit der Verpflichtung gehen wir unseren Weg, junge Spieler mit Qualität und Potenzial von Darmstadt 98 zu überzeugen, konsequent weiter.”

“Von außen wirkt die Mannschaft sehr verschworen”

“Ich wollte unbedingt zu den Lilien und bin total happy, dass es endlich hingehauen hat. Die Gespräche mit den Beteiligten in Darmstadt haben mir von Beginn an ein sehr gutes Gefühl gegeben und auch den Weg des Klubs verfolge ich nicht erst seit gestern”, sagt Stojilkovic. “Von außen wirkt die Mannschaft sehr verschworen und gefestigt, deshalb kann ich es kaum erwarten, auch künftig ein Part dieses Teams zu sein. Natürlich ist es mein Ziel, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Lilien weiterhin in der Erfolgsspur bleiben.”

Die Darmstädter befinden sich in der Tat in der Erfolgsspur. Zum Rückrundenauftakt gewannen die Lilien mit 2:0 gegen den SSV Jahn Regensburg und grüßen weiter von der Tabellenspitze.

“Klassischer Stürmertyp”

Trainer Torsten Lieberknecht freut sich über “einen klassischen Stürmertyp, der unserem Kader zusätzliche Qualität verleiht. Er ist ein talentierter Spieler und noch nicht am Ende seiner Entwicklung angelangt, weshalb wir der Überzeugung sind, dass er uns nach einer Eingewöhnungsphase weiterhelfen kann”.

DFB-Pokal-Viertelfinale wird mit Verzögerung ausgelost

Das DFB-Pokal-Achtelfinale wird in diesem Jahr auf zwei Wochen aufgeteilt. Die Auslosung des Viertelfinals findet sogar erst deutlich danach statt.

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Getty Images for DFB

An diesem Dienstag beginnt das DFB-Pokal-Achtelfinale, doch erst acht Tage später endet es: Anders als in den vergangenen Jahren wird die Runde der letzten 16 nicht an zwei, sondern an vier Spieltagen ausgetragen, und das noch gestreckt über zwei Wochen. Doch die Sieger der ersten Paarungen müssen sich nicht nur deswegen gedulden, bis sie ihren Gegner im Viertelfinale kennen.

Während der DFB die Duelle der jeweils folgenden Runde normalerweise am Sonntag nach dem Abschluss eines Pokalspieltags auslost, lässt er sich nach dem Achtelfinale 2022/23 ein wenig länger Zeit. Erst am Sonntag, 19. Februar, und damit elf Tage nach den letzten beiden Achtelfinals werden die vier Paarungen des Viertelfinals ausgelost.

Diesmal werden die Lose live im Rahmen der “Sportstudio Reportage” im ZDF gezogen, die von 17.10 Uhr bis 18 Uhr auf dem Programm steht. Moderator ist Sven Voss, eine “Losfee” hat der DFB bislang nicht bekanntgegeben. Der kicker bietet wie gewohnt einen LIVE!-Ticker zur Auslosung.

BVB parallel gegen Hertha gefordert

Rund um den Termin steigen an diesem Tag in der Bundesliga zwei Spiele: Ab 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin den FC Schalke 04, ab 17.30 Uhr begrüßt Borussia Dortmund Hertha BSC. Der BVB ist allerdings der einzige Klub aus diesem Quartett, der noch Chancen auf den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale hat und deshalb mit einem Auge auf die Auslosung blicken wird. Um 19.30 Uhr gastiert außerdem der 1. FSV Mainz 05 bei Bayer Leverkusen, das wie Union am Donnerstag zuvor in den K.-o.-Runden-Play-offs der Europa League gefordert ist.

Eile besteht in Sachen Auslosung ohnehin nicht. Das Viertelfinale findet erst am 4. und 5. April statt – und damit anders als das Achtelfinale nicht über zwei Wochen gestreckt. Ab der neuen Saison wird es genau umgekehrt sein. Dann sind für die acht Achtelfinals nur zwei, für die vier Viertelfinals dagegen vier Spieltage vorgesehen.

DFB-Pokal-Achtelfinale mit Novum – Drei Spiele im Free-TV

Erstmals gibt es im DFB-Pokal-Achtelfinale gleich vier Spieltage und sogar acht Anstoßzeiten. Drei der acht Begegnungen sind auch live im Free-TV zu sehen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Getty Images for DFB

16 Mannschaften haben die zweite Runde überstanden und überwintern im DFB-Pokal. Das Achtelfinale zieht sich dann auf ungewohnte Weise in die Länge: Dass die acht Partien an vier unterschiedlichen Tagen über zwei Wochen zu acht unterschiedlichen Anstoßzeiten ausgetragen werden, ist ein Novum, das besonders auch den TV-Partnern zugutekommen soll.

Wer überträgt die Pokalspiele?

Gleich drei der ausgelosten Paarungen werden live im Free-TV übertragen. Am Mittwoch, 1. Februar (20.45 Uhr), zeigt die ARD das Heimspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München. Sechs Tage später, am 7. Februar um 20.45 Uhr, ist auch das Nachbarschaftsduell zwischen Eintracht Frankfurt und dem Zweitligisten SV Darmstadt 98 live in der ARD zu sehen.

Auftakt in Paderborn – Leipzig nicht im Free-TV

Das ZDF darf sich am Mittwoch, 8. Februar (20.45 Uhr), live aus dem Ruhrgebiet melden: Der Sender überträgt das Bundesliga-Duell zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund. Pay-TV-Anbieter “Sky” hat wie immer alle acht Spiele im Programm, zeigt die übrigen fünf also exklusiv.

Dazu gehört der Auftritt des VfB Stuttgart bei Zweitliga-Aufstiegsaspirant SC Paderborn, der am Dienstag, 31. Januar (18 Uhr), das Achtelfinale eröffnet. Ab 20.45 Uhr empfängt an jenem Dienstag der 1. FC Union Berlin den VfL Wolfsburg. Am Tag danach trifft ab 18 Uhr Titelverteidiger RB Leipzig auf die TSG Hoffenheim.

Zweitligist SV Sandhausen und der SC Freiburg (7. Februar, 18 Uhr) sowie die Zweitligisten 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf (8. Februar, 18 Uhr) treffen erst in der Folgewoche aufeinander.

Grundsätzlich ist ab dieser Saison geplant, das Achtelfinale noch im alten Kalenderjahr auszuspielen und das Viertelfinale – die dann erste Runde im neuen Jahr – über vier Tage zu strecken. Wegen der Winter-WM in Katar gibt es aber eine Ausnahme. Das Viertelfinale ist 2023 erst am 4. und 5. April vorgesehen.

Lieberknecht: “Wir bleiben der Jäger nach Punkten”

Nach zweieinhalb Monaten Winterpause ist die Vorfreude auf die Rückrunde bei Trainer Torsten Lieberknecht groß. Zum Auftakt wartet jedoch ein harter Brocken und auch im Kader gibt es noch die eine oder andere Baustelle.

Darmstadts Chefcoach Torsten Lieberknecht hätte gerne noch einen neuen Stürmer.

Darmstadts Chefcoach Torsten Lieberknecht hätte gerne noch einen neuen Stürmer.

IMAGO/Eibner

In der Rolle des Außenseiters fühlt sich der SV Darmstadt 98 wohl – und wenn man schon keine anderen Teams verfolgen kann, muss man sich eben ein anderes Ziel suchen. “Wir bleiben der Jäger nach Punkten”, sagte Trainer Torsten Lieberknecht am Donnerstag. Zum Rückrundenstart kann die Mannschaft den Jagdinstinkt gleich untermauern. Dann kommt nämlich im SSV Jahn Regensburg die einzige Mannschaft ans Böllenfalltor, gegen die die Lilien in dieser Saison keinen Punkt geholt haben. Das 0:2 am ersten Spieltag war die bislang einzige Niederlage.

Darmstadt hat eine ordentliche Vorbereitung absolviert, in fünf Spielen keine Niederlage kassiert und dabei den amtierenden rumänischen Meister CFR Cluj und den Schweizer Spitzenklub Young Boys Bern geschlagen. Nur mit dem Toreschießen wollte es nicht so recht klappen. Gerade acht Tore gelangen. Dass der Verein gerne noch einen Stürmer holen würde, haben die Verantwortlichen mehrfach betont. Bislang verlief die Suche jedoch erfolglos.

Kein neuer Stürmer bis Samstag

Zum Rückrundenstart am Samstag wird es laut Lieberknecht auch keinen neuen Stürmer geben. Er konzentriere sich auf die vorhandenen Stürmer im Kader. “Die Jungs, die da sind, sind jetzt die wichtigsten”, sagte der Lilien-Coach. Ansonsten gelte mit Blick auf den gewünschten Neuzugang: “Wenn es passt, passt es. Wenn nicht, dann bleiben wir dabei.” Lieberknecht nannte Phillip Tietz und Braydon Manu, dazu Oscar Vilhelmsson, Mathias Honsak, Magnus Warming und Fabio Torsiello als Optionen für den Angriff.

Honsak als gefühlter Neuzugang

Allerdings ist Tietz von den Genannten die einzige gelernte Sturmspitze mit Zweitliga-Erfahrung. Manu hat seine Stammposition auf den Flügeln, ebenso wie Honsak und Warming, wobei die beiden letzteren zudem aus langen Verletzungen kommen. Honsak, der die komplette Hinrunde wegen Rückenproblemen verpasst hat, sei “gefühlt ein Neuzugang”. Vilhelmsson (19) und Torsiello (17) brauchen noch Zeit. Bei U-19-Spieler Torsiello sieht Lieberknecht zudem “eine noch schwankende Entwicklung”. Man sehe sein großes Talent, er müsse aber vor allem noch mehr Ruhe vor dem Tor gewinnen.

Seydels Rückkehr ungewiss

Keine Option für die nächste Zeit ist laut Lieberknecht Angreifer Aaron Seydel (Sehnenanriss im Oberschenkel), der sich wie Klaus Gjasula und Patric Pfeiffer aktuell in der Reha befindet. Am besten sehe es bei Gjasula (Adduktorenprobleme) aus. Pfeiffer trainiere nach seinem Zehenbruch mit einem laufunterstützenden Gerät auf dem Laufband. Grundsätzlich gehörten solche Verletzungen im Profifußball eben dazu. “Wir können nicht mit Wattebäuschchen um uns werfen, damit wir heil durch die Trainingswoche kommen”, sagte Lieberknecht.

Eine Rückkehr Pfeiffers hänge auch vom persönlichen Schmerzempfinden des Spielers ab. Sollte Lieberknecht gegen Regensburg mit Dreierkette spielen lassen, wäre Clemens Riedel erster Anwärter auf die vakante Position in der Innenverteidigung. Etwas Sorgen bereitet zudem Außenbahnspieler Matthias Bader. Er habe sich am Mittwoch im Training am Sprunggelenk verletzt. Bader habe sich mit Blick auf seinen Einsatz optimistisch gezeigt, die Verletzung werde aber noch im MRT abgeklärt.

Stephan Köhnlein

Immer wieder aufs Neue: Darmstadt und das “Pokalfinale”

Am Samstag bestreitet Darmstadt sein erstes Pflichtspiel 2023. Gegen Regensburg haben die Lilien noch eine Rechnung zu begleichen, neue Wege gehen sie in der Spielvorbereitung aber nicht. Bemerkenswert ist die Herangehensweise dennoch. 

Aus Verletzungsgründen hat Thomas Isherwood (Mitte) in dieser Saison erst fünf Mal das Darmstadt-Trikot getragen.

Aus Verletzungsgründen hat Thomas Isherwood (Mitte) in dieser Saison erst fünf Mal das Darmstadt-Trikot getragen.

IMAGO/Eibner

Fast elf Wochen sind vergangen, seit Darmstadt 98 letztmals um Punkte gespielt hat. Damals gab es am Böllenfalltor ein 1:1 gegen Fürth, nun haben die Lilien erneut ein Heimspiel vor der Brust. Das alleine ist es allerdings nicht, was die Partie gegen das Kleeblatt mit den nun bevorstehenden 90 Minuten gemeinsam hat. Auch der Gegner hat es ebenso in sich. 

Mitte November kam Fürth mit einer makellosen Bilanz unter seinem neuen Trainer Alexander Zorniger nach Darmstadt (drei Spiele, drei Siege, 3:0 Tore) – nun ist es die Mannschaft, die dem SVD die bislang einzige Saisonniederlage beigebracht hat. Am 1. Spieltag verlor Darmstadt mit 0:2 bei Jahn Regensburg und ließ dann nicht weniger als 18 Pflichtspiele mit zwölf Siegen und sechs Unentschieden folgen. 

Nun also steht das zweite Duell mit Regensburg an – eine Aufgabe, die Innenverteidiger Thomas Isherwood nicht dazu veranlasst, noch einmal zurückzublicken. “Wir denken nicht groß an das Hinspiel oder generell an die Vergangenheit”, sagte der 24-Jährige gegenüber Vereinsmedien und ließ dann noch wissen: “Für mich persönlich ist jedes Spiel wie ein Pokalfinale, das ich unbedingt gewinnen will. So auch am Samstag.”

Ob es den Lilien tatsächlich gelingt, noch 17 Mal eine Haltung einzunehmen, als gehe es um eine Trophäe, sei dahingestellt – beachtlich sind Isherwoods Worte trotzdem. Darmstadt hat in dieser Saison noch einiges vor, so viel ist klar.

Und da sind es auch die Mitspieler, die Isherwood ein gutes Gefühl geben. “Für mich persönlich ist es unheimlich wichtig, nach vorne, hinten, links und rechts zu gucken und dort immer einen Spieler zu sehen, der bereit ist, alles zu tun, um mir zu helfen”, sagt der Abwehrspieler, “dasselbe tue ich auch für sie. Das ist ein Schlüssel zu Erfolg.”

Darmstadts Generalprobe gelingt – Kommt noch ein Stürmer?

Mit einem 1:0 gegen den Schweizer Zweitliga-Tabellenführer hat der SV Darmstadt 98 die Wintervorbereitung ohne Niederlage abgeschlossen. Ein Problem wurde allerdings auch im letzten Testspiel deutlich.

Er erzielte das Tor des Tages gegen Wil: Oscar Vilhelmsson.

Er erzielte das Tor des Tages gegen Wil: Oscar Vilhelmsson.

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Eine Woche vor dem Start in die Rückrunde ist dem SV Darmstadt 98 die Generalprobe geglückt: Gegen den FC Wil gewannen die Lilien am Samstag das letzte Testspiel der Vorbereitung 1:0 (1:0). Das Tor des Tages vor 676 Zuschauern am eisigen Böllenfalltor erzielte der Schwede Oscar Vilhelmsson (14. Minute).

Die Lilien waren zunächst das dominierende Team. Neben dem Treffer von Vilhelmsson auf Vorlage von Braydon Manu hatten im ersten Durchgang auch Fabian Holland (8.), Marvin Mehlem (19.) und Tobias Kempe (41.) guten Gelegenheiten. Die Schweizer benötigten für ihre erste nennenswerte Torannäherung mit einem Freistoß bis zur 34. Minute.

Warming feiert Comeback

Nach der Pause zeigte sich Wil aktiver, hatte in der 52. Minute die nächste Gelegenheit mit einem Distanzschuss und war auch in der Folge das gefährlichere Team. Die größte Chance hatte Josias Lukembila, dessen Kopfball Lilien-Keeper Marcel Schuhen an den Pfosten lenkte.

Einen Grund zur Freude gab es bei den Lilien jedoch im zweiten Durchgang auch: Der Däne Magnus Warming kam drei Monate nach seinem Syndesmoseriss erstmals wieder zum Einsatz. Bei seinem Comeback leitete er gleich die beste Darmstädter Gelegenheit im zweiten Durchgang ein, die der ebenfalls eingewechselte Fabio Torsiello (86.) aber nicht nutzen konnte.

Der FC Will startet bereits am Freitag (27. Januar) beim FC Vaduz in den zweiten Teil der Saison. Einen Tag später steht für die Lilien mit einem Heimspiel gegen den SSV Jahn Regensburg (Anpfiff 13 Uhr) der Rückrundenauftakt an. Das Hinspiel gewann der Jahn 2:0. Damit ist er die bislang einzige Mannschaft, die die Lilien in dieser Saison bislang besiegt hat.

Verpflichtung eines Angreifers angepeilt

Auch in den fünf Testspielen in der Winterpause gab es keine Niederlage. Bei vier Siegen und einem Unentschieden erzielten die Lilien jedoch lediglich acht Tore – auch ein Indiz dafür, wie wichtig die angepeilte Verpflichtung eines weiteren Angreifers ist.

Darmstadt 98: Schuhen – Zimmermann, Müller Isherwood (46. Riedel) – Bader (46. Ronstadt), Kempe (61. Bennetts), Mehlem (61. Honsak), Schnellhardt (61. Ben Balla), Holland (46. Karic) – Manu (61. Torsiello), Vilhelmsson (46. Tietz, 77. Warming)
Tore: 1:0 Vilhelmsson (14.)
Zuschauer: 676

Stephan Köhnlein

Verletzungssorgen in Darmstadt: Gjasula, Pfeiffer und Seydel fallen aus

Der Tabellenführer der 2. Bundesliga muss nach dem Trainingslager in Spanien gleich drei Ausfälle beklagen. Klaus Gjasula, Patric Pfeiffer und Aaron Seydel fehlen dem SV Darmstadt 98 vorerst.

Haben sich im Trainingslager verletzt: Klaus Gjasula, Patric Pfeiffer und Aaron Seydel (v.l.n.r.).

Haben sich im Trainingslager verletzt: Klaus Gjasula, Patric Pfeiffer und Aaron Seydel (v.l.n.r.).

Alle drei Profis hatten sich im Darmstädter Trainingslager in El Saler verletzt und seien nun nach der Rückkehr nach Deutschland eingehend untersucht worden, nun gaben die Lilien auf ihrer Vereinswebseite die Diagnosen bekannt. Bei Gjasula, der bereits weite Teile der Hinrunde aufgrund eines Muskelbündelrisses verpasste, wurde eine Adduktorenreizung am Ansatz des Schambeins festgestellt – zu seinen bisher acht Einsätzen in Liga zwei werden vorerst keine weiteren hinzukommen.

Auch Darmstadts Abwehrchef Pfeiffer, der Begehrlichkeiten in der Bundesliga geweckt hat, wird länger ausfallen. Den 23-Jährigen, der seit einer Gelb-Rot-Sperre zu Saisonbeginn seit dem vierten Spieltag kein Spiel mehr verpasst hat, zwingt eine Zehfraktur zum Zuschauen. Bei Seydel ist es derweil ein Sehnenanriss im Oberschenkel, der den in der laufenden Saison ausschließlich als Joker eingesetzten Stürmer ausbremst. 

Wehlmann unterstreicht Vertrauen in den Kader

“Die Ausfälle trüben ein bisschen ein ansonsten in allen Facetten herausragendes Trainingslager”, so Darmstadts sportlicher Leiter Carsten Wehlmann auf der Vereinswebseite und fügte an: “Wir hoffen, dass Paddy, Aaron und Klaus bald wieder auf dem Platz stehen und uns helfen können. Wir werden sie vollumfänglich auf diesem Weg unterstützen und begleiten.” Eine Reaktion auf die Ausfälle kündigte Wehlmann nicht an, stattdessen unterstrich er: “Unser Vertrauen in den Kader ist riesig”. Bei den Lilien ist man davon überzeugt, “die Ausfälle wie in der Hinrunde auffangen” zu können.

Magath heute in Darmstadt – Hertha reist ins Trainingslager

Zweitligafußball live und ein Trainingslager: Hertha BSC bereitet sich auf die Relegation vor. Torwart Marcel Lotka verpasst das Hinspiel womöglich.

Nimmt heute Darmstadt unter die Lupe: Hertha-Trainer Felix Magath.

Nimmt heute Darmstadt unter die Lupe: Hertha-Trainer Felix Magath.

IMAGO/Laci Perenyi

Felix Magath erlebte das Ende des Regenerationstrainings am Sonntag nicht mehr mit: Der Hertha-Trainer machte sich auf den Weg nach Darmstadt, um im Heimspiel der Lilien gegen den SC Paderborn (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) einen möglichen Relegationsgegner unter die Lupe zu nehmen.

Zwar hatte Magath noch Ende April prophezeit, Hertha werde gegen den Hamburger SV um den Klassenerhalt spielen, doch weil er den HSV bereits gut kennt, entschied er sich für den Trip nach Darmstadt. In Rostock, wo der HSV heute antritt, ist dafür sein Assistent Mark Fotheringham vor Ort, der das Training am Sonntag leitete.

Derzeit sind die Hamburger Tabellendritter in der 2. Bundesliga, auch der Zweite Werder Bremen und der Vierte Darmstadt kommen vor dem 34. Zweitliga-Spieltag aber noch als Hertha-Gegner infrage. Am Sonntag wurde bekannt, dass Magaths Mannschaft zwei Tage vor dem Relegationshinspiel in Berlin am Donnerstag ein Kurztrainingslager im brandenburgischen Kienbaum beziehen wird.

Lotka: Leichte Gehirnerschütterung und Nasenbeinbruch

Nicht im Training waren am Sonntag Marcel Lotka und Kevin-Prince Boateng. Torwart Lotka war beim 1:2 in Dortmund am Samstag kurz vor Ende der ersten Hälfte gegen den Pfosten geprallt, spielte aber durch. Am Sonntag musste er sich untersuchen lassen – die Diagnose: leichte Gehirnerschütterung und Nasenbeinbruch. Der 20-Jährige droht im Relegationshinspiel auszufallen. Boateng war wegen “privater Themen” vom Training freigestellt.