Als Kehl für Freiburg in Dortmund traf – VfB historisch schlecht: Das bringt der 19. Spieltag

Am Freitag eröffnet der FC Augsburg den 19. Spieltag mit der Partie gegen Leverkusen und könnte eine historische Statistik ebenso vergessen machen wie der VfB Stuttgart tags darauf gegen Bremen. Außerdem im Fokus: die Topspiele in Dortmund und Wolfsburg sowie das erste Hertha-Spiel nach Fredi Bobic. 

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

Bongarts/Getty Images

Augsburgs Negativmarke gegen Leverkusen

An das Hinspiel in der Leverkusener BayArena hat der FC Augsburg beste Erinnerungen. Das 2:1 war der erste Sieg, den die Fuggerstädter im 23. Duell mit der Werkself feierten. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Zu Hause wartet Augsburg noch auf einen Sieg gegen Leverkusen (0/4/7). Kein anderes Team hat je ein anderes so oft empfangen, ohne auch nur ein einziges Mal gewonnen zu haben. 

Freiburger Einmaligkeit in Dortmunds Festung 

Ein einziges Mal, häufiger hat der SC Freiburg in Dortmund noch nicht gewonnen. Im Oktober 2001 war es ein 2:0, das den Sportclub mit drei Punkten zurück in den Breisgau fahren ließ. Unter den Torschützen damals: Sebastian Kehl, inzwischen Sportdirektor beim BVB, der bei den vergangenen 14 Heimspielen gegen Freiburg 40 von 42 möglichen Punkten geholt hat. 

Nach dem Bobic-Beben: Hertha ist in Frankfurt zu Gast


Fredi Bobic

Nicht mehr im Amt: Fredi Bobic.
IMAGO/RHR-Foto

Hertha BSC erlebt mal wieder turbulente Tage. Nach der Trennung von Fredi Bobic und der Rückkehr von Benjamin Weber und Andreas “Zecke” Neuendorf sind die Berliner bei Eintracht Frankfurt zu Gast. Nach der Winterpause ist die SGE in spielerischer Hinsicht zwar noch nicht ins Rollen gekommen, trotzdem hat sie fünf Punkte aus den ersten drei Partien geholt. Gegen Hertha verlor Frankfurt ohnehin nur eines der jüngsten acht Duelle – das Heimspiel der Vorsaison (1:2). 

Unbesiegte Kölner gegen RB

7:1 gegen Bremen, 1:1 in München, 0:0 gegen Schalke: In diesem Jahr ist der 1. FC Köln noch ungeschlagen. Hat diese Serie selbst dann noch Bestand, wenn auch das Duell mit Leipzig hinter der Elf von Steffen Baumgart liegt? Von elf Spielen gegen RB gewann Köln nur zwei. 

Hoffenheims Durststrecke – und das Bochum-Omen 

Von den vergangenen acht Bundesligaspielen hat Hoffenheim kein einziges gewonnen. Aber, und das könnte der TSG Mut machen: In der Vorrunde trafen die Kraichgauer nach zehn Partien ohne Sieg auf den VfL Bochum und landeten mit einem 3:2 den Befreiungsschlag.


Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.

Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.
Getty Images

Die VfB-Flut und das Wiedersehen mit Werder

In den vergangenen 30 Heimspielen ist der VfB Stuttgart kein einziges Mal ohne Gegentreffer davongekommen – eine Negativserie, die es in knapp 60 Jahren Bundesliga noch nie gegeben hat. Letztmals spielten die Schwaben im April 2021 zu null, nun treffen sie erneut auf den damaligen Gegner: Werder Bremen, gegen das Stuttgart seit sechs Partien ungeschlagen ist. Ein gutes Omen, um die Gegentor-Flut nun zu beenden?

Schalke mit frischem Mut nach Mönchengladbach

Durch das 0:0 gegen Köln hat Schalke frischen Mut geschöpft, jetzt haben es die Königsblauen mit Borussia Mönchengladbach zu tun, einem Gegner, gegen den sie nur eines der vergangenen zehn Spiele gewonnen haben. Um nun im Borussia-Park den dritten Saisonsieg einzufahren, setzt Schalke auch auf Eder Balanta, der am Deadline Day nach Gelsenkirchen gekommen ist.

Nach den Isco-Irrungen: Union trifft auf Mainz

Trotz der Isco-Irrungen hat Union Berlin am Dienstag die Eintrittskarte fürs Viertelfinale im DFB-Pokal gelöst. Nun treffen die Eisernen auf Mainz 05, peilen den fünften Sieg im fünften Pflichtspiel des Jahres an und setzen dabei auf ihre Heimstärke: Von den jüngsten 41 Partien vor eigenem Publikum verlor Union nur zwei. 

Endet Bayerns 1:1-Serie gegen Wolfsburg?

1:1 in Leipzig, 1:1 gegen Köln, 1:1 gegen Frankfurt: Die ersten drei Bundesligaspiele des Jahres hat der FC Bayern nicht gewonnen, nun beschließen die Münchner den 19. Spieltag mit einer Partie gegen den VfL Wolfsburg und Ex-Trainer Niko Kovac. Dabei könnte Joao Cancelo zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Nach sechs Siegen in Folge haben die Niedersachsen zuletzt zwei Rückschläge hinnehmen müssen (jeweils 1:2 gegen Werder Bremen und im DFB-Pokal gegen Union Berlin). Auch die Bayern-Bilanz kann Wolfsburg nicht gerade Mut machen: Von 51 Duellen gewann der VfL nur vier, zuletzt gab es 15 Anläufe ohne Sieg.

Haraguchi und Dias machen den Unterschied

Gerade mal in Stuttgart angekommen standen Genki Haraguchi und Gil Dias schon im Pokalspiel in Paderborn im VfB-Kader. Ein Risiko, das sich lohnen sollte. Die beiden Neuzugänge machten im Pokal in Paderborn den Unterschied.

Genki Haraguchi und Gil Dias waren beim Stuttgarter Sieg in Paderborn zentrale Figuren.

Genki Haraguchi und Gil Dias waren beim Stuttgarter Sieg in Paderborn zentrale Figuren.

Normalerweise hält jeder Trainer eine gewisse Schamfrist ein, bevor er Neuzugänge ins kalte Wasser wirft. Bruno Labbadia verzichtete diesmal darauf. Stuttgarts Trainer hat keine Zeit, um auf taktische Kleinigkeiten oder Absprachen Rücksicht zu nehmen. Genki Haraguchi und Gil Dias wurden im Pokal in Ostwestfalen einfach in die Partie geworfen. In höchster ergebnistechnischer Not und mit der Angst, das Viertelfinale zu verspielen.

Direkt nach der Pause wechselte Labbadia den Japaner bei Stand von 0:1 ein und der Neuzugang von Union Berlin stabilisierte mit seiner Übersicht und Technik das Stuttgarter Spiel. Eine echte Wende konnte er allerdings nicht einleiten. Dies sollte Dias glücken. Der portugiesische Offensivmann erzielte kaum auf dem Feld mit einem sehenswerten Treffer den Ausgleich für den VfB und setzte damit neue Kräfte und neuen Mut frei.

Spielbericht

“Wir haben in der Pause gemerkt, dass wir etwas verändern müssen”, erzählt Labbadia, der sich in seiner Entscheidung, die beiden Neuen ohne große Einführung mitzunehmen, bestätigt fühlen darf. “Uns war klar, dass wir weiter anrennen müssten.” Darum brachte er Haraguchi, der sich gut zwischen den Linien bewegte oder auch mal nach außen auswich. “Er ist sehr variabel”, sagt der Chefcoach, der auch bei Dias alles richtig machte. “Ihm fehlt zwar Spielpraxis. Aber er hat solche Tore in seiner Karriere schon das eine oder andere Mal geschossen. Das war ein toller Einstand.”

Ahamada-Abgang: Ein lachendes und ein weinendes Auge

Der nicht nur die Nerven der Fans, sondern auch die der Verantwortlichen erstmal beruhigen dürfte. Labbadia hatte den Tausch Haraguchi für Naouirou Ahamada mit einem weinenden und einem lachenden Auge beobachtet. “Wir wollten Naoui nicht verlieren, wollten ihn behalten”, erzählt der Ex-Nationalspieler über den für 12 Millionen Euro zu Crystal Palace transferierten Franzosen. “Er ist ein junger Spieler, der in dieser Saison den Durchbruch geschafft hat und im Stamm war.”

Der den Schwaben allerdings auch schon des Öfteren Punkte gekostet hatte. Mit unnötigen Platzverweisen oder individuellen Fehlern wie zuletzt in den Partien gegen Hoffenheim und Mainz. Die leeren Kassen des VfB spielten ebenfalls eine gewichtige Rolle bei der Entscheidung, Ahamada abzugeben. “Wir kennen die finanzielle Situation”, so Labbadia einsichtig. “Wenn der Klub sagt, wir brauchen das, dann müssen wir uns dem beugen.”

Die Rechnung ist jedenfalls schnell aufgegangen. Zwölf Millionen Euro für Ahamada bekommen, knapp etwas über eine Million für Haraguchi und Dias bezahlt. Dazu dank beider das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Jetzt müssen der Japaner und sein portugiesischer Kollege nur noch in der Bundesliga funktionieren. 

George Moissidis

Überblick: Die wichtigsten Transfers am “Deadline Day”

Welche Spieler sind am letzten Tag der Winter-Transferphase noch gewechselt? Eine Auswahl von der 1. bis zur 3. Liga – und auch international.

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

imago images (3)

BUNDESLIGA

Joao Cancelo (28): Von Manchester City zum FC Bayern München (Abwehr, Leihe)
Philipp Max (29): Von der PSV Eindhoven zu Eintracht Frankfurt (Abwehr, Leihe)
Renato Veiga (19):
Von Sporting Lissabon zum FC Augsburg (Mittelfeld)
Tolga Cigerci (30): Von Ankaragücü zu Hertha BSC (Mittelfeld)
Eder Balanta (29): Von Club Brügge zu Schalke 04 (Mittelfeld, Leihe)

2. BUNDESLIGA

Gustavo Puerta (19): Von Bayer 04 Leverkusen zum 1. FC Nürnberg (Mittelfeld, Leihe)
Filip Stojilkovic (23): Vom FC Sion zu Darmstadt 98 (Sturm)
Marcel Mehlem (27): Vom SC Paderborn zum SV Sandhausen (Mittelfeld)
Lukas Petkov (22): Vom FC Augsburg zur SpVgg Greuther Fürth (Mittelfeld, Leihe)
Budu Zivzivadze (28): Vom Fehervar FC zum Karlsruher SC (Sturm)
Nicolas de Preville (32): Zum 1. FC Kaiserslautern (Sturm, zuletzt vereinslos)

3. LIGA

Ben Bobzien (19): Vom 1. FSV Mainz 05 zur SV Elversberg (Sturm, Leihe)
Kevin Broll (27): Von Gornik Zabrze zu Dynamo Dresden (Tor)
Bruno Soares (34): Von HK Kopavogur zum SV Meppen (Abwehr)
Orhan Ademi (31): Von UTA Arad zum VfB Oldenburg (Sturm)

PREMIER LEAGUE

Enzo Fernandez (22): Von Benfica Lissabon zum FC Chelsea (Mittelfeld)
Marcel Sabitzer (28): Vom FC Bayern München zu Manchester United (Mittelfeld, Leihe)
Kamaldeen Sulemana (20): Von Stade Rennes zum FC Southampton (Sturm)
Keylor Navas (36): Von PSG zu Nottingham Forest (Tor, Leihe)
Felipe (33): Von Atletico Madrid zu Nottingham Forest (Abwehr)
Harry Souttar (24): Von Stoke City zu Leicester City (Abwehr)
Illya Zabarnyi (20): Von Dynamo Kiew zu AFC Bournemouth (Abwehr)
Sasa Lukic (26): Vom FC Turin zum FC Fulham (Mittelfeld)
Pedro Porro (23): Von Sporting Lissabon zu Tottenham Hotspur (Abwehr)
Naouirou Ahamada (20): Vom VfB Stuttgart zu Crystal Palace (Mittelfeld)
Jorginho (31): Vom FC Chelsea zum FC Arsenal (Mittelfeld)

LA LIGA

Matt Doherty (31): Von Tottenham Hotspur zu Atletico Madrid (Abwehr, Leihe)
Fernando Pacheco (30): Von Almeria zu Espanyol (Tor)
Haris Seferovic (30): Von Galatasaray zu Celta Vigo (Sturm, von Benfica weiterverliehen)
Jorge Meré (25): Von CF America zum FC Cadiz (Abwehr, Leihe)
Ayoze Perez (29): Von Leicester City zu Real Betis (Sturm, Leihe)
Denis Suarez (28): Von Celta Vigo zu Espanyol (Mittelfeld)

SERIE A

Luca Pellegrini (23): Von Eintracht Frankfurt zu Lazio Rom (Abwehr, von Juve weiterverliehen)
Diego Llorente (29): Von Leeds United zur AS Rom (Abwehr, Leihe)
Florian Thauvin (30): Zu Udinese Calcio (Mittelfeld, zuletzt vereinslos)
Antonin Barak (28): Von Hellas Verona zur AC Florenz (Mittelfeld)

ANDERE WICHTIGE DEALS

Angelo Fulgini (26): Vom 1. FSV Mainz 05 zu RC Lens (Mittelfeld, Leihe)
Hector Bellerin (27): Vom FC Barcelona zu Sporting Lissabon (Abwehr)
Thorgan Hazard (29): Von Borussia Dortmund zur PSV Eindhoven (Sturm, Leihe)
Kaan Ayhan (28): Von Sassuolo zu Galatasaray (Abwehr, Leihe)
Vitinha (22): Von Sporting Braga zu Olympique Marseille (Sturm)

Mit Mentalität ins Viertelfinale: “Wir haben immer daran geglaubt”

Beinahe die komplette Achtelfinal-Partie gegen Paderborn lief der VfB Stuttgart einem Rückstand hinterher, in der Schlussphase drehte man das Spiel. Die Verantwortlichen sahen ihr Team stets überlegen – und hatten Lob für Neuzugang Gil Dias übrig.

Sahen einen verdienten Sieg ihrer Mannschaft: Bruno Labbadia und Fabian Wohlgemuth.

Sahen einen verdienten Sieg ihrer Mannschaft: Bruno Labbadia und Fabian Wohlgemuth.

picture alliance/dpa

Dass es mit dem Stuttgarter Viertelfinal-Einzug noch klappen würde, daran bestand laut Sportdirektor Fabian Wohlgemuth kein Zweifel, wie er im Interview bei “Sky” versicherte: “Wir haben immer daran geglaubt”. Es wurde jedoch denkbar knapp am Dienstagabend in Paderborn: In letzter Sekunde hatte Serhou Guirassy mit dem Siegtor für Jubel im Schwabenland gesorgt, das Ticket für den Einzug in die nächste DFB-Pokal-Runde war nach dem 2:1-Sieg gebucht.

Doch von vorne. Der Abend hatte denkbar schlecht begonnen für den VfB. Nach gerade einmal drei Zeigerumdrehungen überraschte Konstantinos Mavropanos nicht nur seinen Teamkollegen und Torhüter Florian Müller, der sich rechts vom Strafraum abgesetzt und für einen Rückpass angeboten hatte. Dieser Rückpass kam auch – aus über 48 Metern – doch der Grieche zielte in ebenjenen unbesetzten Strafraum. Müller eilte noch zurück und grätschte dem Ball hinterher, war am Ende aber machtlos – 1:0 für den Gastgeber aus Paderborn, der fortan in den Verwaltungsmodus schaltete und sich zurückzog. “Es war ein denkwürdiger Auftakt mit dem Eigentor, ein Nackenschlag – wir sind dem 1:0 hinterhergelaufen”, resümierte Wohlgemuth, der selbst zwischen 2020 und 2022 zweieinhalb Jahre beim SCP den Posten des Sport-Geschäftsführers besetzt hatte.

Wohlgemuth erkennt den Siegeswillen

“Schlechter kann man nicht reinkommen ins Spiel als wir heute”, fand auch Trainer Bruno Labbadia, der am Ende einen “hochverdienten Sieg” sah. Sein Team kontrollierte nach dem Rückstand zwar die Partie, klare Chancen auf den Ausgleich boten sich jedoch nicht. “Ich glaube, dass wir im ganzen Spiel das Übergewicht hatten”, so Wohlgemuth, der weiter ausführte: “Wir haben die ganze Zeit gegen eine tiefstehende Abwehr agiert, hatten am Ende 17:0 Ecken und es bis zum Schluss probiert. Wir hatten die Mentalität, bis zum Schluss gewinnen zu wollen”.

Und die Mentalität sollte sich bezahlt machen. In der Schlussphase gelang der Durchbruch – Neuzugang Gil Dias sei Dank. Der Portugiese, der erst tags zuvor in Stuttgart unterschrieben hatte und für die Schlussphase eingewechselt worden war, sorgte per unhaltbarem Schuss von der Strafraumkante für den Ausgleich und holte im Anschluss die entscheidende Ecke – es war die 17. an diesem Abend – heraus, nach der Guirassy den umjubelten Siegtreffer bescherte.

Lobeshymne auf Gil Dias

“Wir wollten eine frische Kraft reinbringen, die dribbeln kann, die schießen kann, die in engen Räumen agieren kann – und das hat er letztendlich gezeigt”, sang Wohlgemuth Lobeshymnen auf den 26-Jährigen, für den auch Labbadia warme Worte übrig hatte: “Toller Einstand, freut mich wirklich für den Jungen”.

Auch Mavropanos wird es freuen, sein Patzer blieb unbestraft. Einen Vorwurf hätte man ihm aber ohnehin nicht gemacht, das versprach allen voran Müller: “Fehler gehören dazu, wir stehen zusammen und drehen das Ding zusammen. ”

VfB zum Ahamada-Deal: “Können uns finanziellen Argumenten nicht verschließen”

Der VfB Stuttgart hat mitten im Abstiegskampf mit Naouirou Ahamada einen seiner besten Spieler ziehen lassen. Sportdirektor Fabian Wohlgemuth erklärt den Deal.

Beschert dem VfB Stuttgart einen Geldregen: Naouirou Ahamada.

Beschert dem VfB Stuttgart einen Geldregen: Naouirou Ahamada.

IMAGO/Michael Weber

Für die Schwaben ist der Wechsel von Ahamada zu Crystal Palace in die Premier League zweifellos ein gutes Geschäft – zumindest finanziell. Der Mittelfeldspieler kam 2021 für rund 1,5 Millionen Euro von Juventus Turin an den Neckar und wechselt jetzt für kolportierte zwölf Millionen Euro nach England. Das macht unter dem Strich zehn Millionen Euro Gewinn für die klammen Stuttgarter. Der Franzose hat einen Vertrag bis 2026 bei seinem neuen Klub bekommen.

Dennoch bleiben Fragezeichen, denn Bruno Labbadia machte am Montag keinen Hehl daraus, dass ihm aus sportlicher Sicht der Abgang des 20-Jährigen überhaupt nicht gefällt. Ahamada stand bei 17 Ligaspielen auf dem Platz, erzielte zwei Tore und legte zwei weitere Treffer auf.

“Naouirou Ahamada hat sich seit seinem Wechsel zum VfB sehr positiv entwickelt. Seine Leistungen sind auch anderen Klubs nicht verborgen geblieben, so dass ihm und uns nun ein konkretes Angebot für einen Wechsel vorlag”, wird Wohlgemuth vom Verein zitiert. “Aus sportlicher Sicht hätten wir Naoui sehr gerne noch weiter beim VfB behalten. Am Ende befinden wir uns als Klub aber auch in einer Lage, in der wir uns finanziellen Argumenten nicht verschließen können. Diese haben letztlich den Ausschlag dafür gegeben, dass wir uns für einen sofortigen Transfer entschieden haben.”

Einen Teil des Geldes hat Stuttgart bereits am Montag ausgegeben und zwei Neue verpflichtet. Genki Haraguchi (Union Berlin) und Gil Dias (Benfica Lissabon) wurden für jeweils rund eine Million Euro unter Vertrag genommen. Das Duo kam am Dienstagabend bereits im DFB-Pokal beim SC Paderborn zum Einsatz und war erfolgreich. Joker Gil Dias leitete mit seinem sehenswerten Ausgleich die Wende zum Einzug ins Viertelfinale ein.

Warum das DFB-Pokal-Achtelfinale auf zwei Wochen aufgeteilt ist

Die acht Partien des DFB-Pokal-Achtelfinals werden in diesem Jahr auf zwei Wochen verteilt ausgetragen. Eine Neuerung, die sich schon bald wieder ändert.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

picture alliance/dpa

Nach der monatelangen Winterpause geht es im deutschen Profifußball plötzlich Schlag auf Schlag. Der englischen Woche in der Bundesliga folgen nun zwei Wochen mit DFB-Pokal-Spielen jeweils am Dienstag und Mittwoch. Doch warum sind es zwei?

Nachdem das Achtelfinale in den vergangenen Jahren stets in komprimierter Form zwischen zwei Bundesliga-Spieltagen ausgetragen wurde, gibt es 2023 an vier Abenden, die sich über zwei Wochen strecken, DFB-Pokal-Fußball. Das ist eine von mehreren Neuerungen, die sich zur Saison 2022/23 durch den neuen TV-Vertrag für diesen Wettbewerb ergeben haben.

Andere Wettbewerbe haben es dem DFB vorgemacht

Die Erhöhung der Anstoßzeiten – von vier auf acht – bietet Sponsoren mehr Präsenz und damit den übertragenden Sendern Mehreinnahmen, was wiederum zu einer “signifikanten Erlössteigerung” beim DFB und damit den teilnehmenden Klubs beiträgt. In dieser Saison erhalten die DFB-Pokal-Teams so viel Geld wie nie. Der DFB geht mit der Stückelung des Spieltags den Weg, den schon viele andere Ligen und Wettbewerbe in Europa in den vergangenen Jahren gegangen sind, etwa die Champions League.

Gewöhnen müssen sich Trainer und Fans in Deutschland an die Neuerung allerdings nicht – jedenfalls nicht in dieser Form. Eigentlich ist im neuen TV-Vertrag vorgesehen, dass das Viertel- und nicht das Achtelfinale auf vier Tage binnen zwei Wochen aufgesplittet wird. Weil die WM in Katar den Spielplan aber so durcheinanderwirbelte, dass das Achtelfinale anders als vorgesehen nicht mehr im alten Kalenderjahr stattfinden konnte, wurde ausnahmsweise das Achtelfinale gestreckt. Für das Viertelfinale sind 2023 nur zwei Tage vorgesehen (4./5. April).

Für die vier Teams, die bereits in der laufenden Woche das Viertelfinale erreichen, hat die Änderung auch zur Folge, dass sie länger als üblich auf ihren nächsten Gegner warten müssen. Die Runde der letzten acht wird erst ausgelost, wenn kommende Woche auch die restlichen vier Paarungen über die Bühne gegangen sind. Am 19. Februar werden die Lose gezogen – und damit 19 Tage nach dem ersten Achtelfinalspiel.

Kasper: “Essenziell für die Entwicklung des VfB”

Der VfB Stuttgart ist darauf bedacht, seine Vermarktungsrechte selbst zu besitzen – das soll auch in Zukunft so bleiben, allerdings gibt es eine entscheidende Änderung, die sich für die Schwaben auch gleich bezahlt macht.

Will den VfB noch besser vermarkten: Rouven Kasper. 

Will den VfB noch besser vermarkten: Rouven Kasper. 

IMAGO/Sportfoto Rudel

Wie die Stuttgarter am Montag mitteilten, wurde eine Kooperation mit Sportrechtevermarkter “Sportfive” ausgehandelt. “Die Betreuung bestehender Sponsoren und Partner sowie die Umsetzung der Vermarktungsrechte verbleiben gesamtheitlich beim VfB”, heißt es in der Mittelung, jedoch soll der Vertrieb fortan “gemeinschaftlich” erfolgen.

Das international tätige und recht erfolgreich agierende Unternehmen “Sportfive” soll mit seiner Expertise helfen, neue Sponsoren und Partner zu akquirieren sowie neue Vermarktungsprodukte zu entwickeln und Vermarktungsmöglichkeiten optimal zu nutzen. Für VfB-Marketingvorstand Rouven Kasper, einst selbst jahrelang für “Sportfive” tätig, ist das “essenziell für die Entwicklung unseres VfB und eine absolute Win-Win-Situation.”

Besonders wichtig ist es den Stuttgartern aber, dass sie “sämtliche Vermarktungsrechte vollumfänglich in der eigenen Hand” behalten. Das bedeutet, dass der VfB auch in Zukunft “direkter Vertragspartner für bestehende wie potenzielle Sponsoren” ist und damit “die volle Entscheidungshoheit in allen kommerziellen Fragestellungen” behält.

VfB hofft auf finanzielle Entspannung

Die Zusammenarbeit wurde für die kommenden fünf Jahre, also bis zur Saison 2027/28, ausgemacht – und beide Seiten wollen davon zu profitieren. Der VfB erhofft sich weitere Einnahmequellen und damit einhergehend eine Entspannung der finanziellen Lage, “Sportfive” wiederum erhält bei jedem abgeschlossenen Vertrag eine nicht näher bezifferte Provision und zahlt bereits jetzt eine nicht bekannte Summe für das Setzen der Unterschrift.

Stuttgart ist nicht der erste Fußballklub, der mit “Sportfive” zusammenarbeitet. Auch der FC Bayern, Borussia Dortmund, Paris St-Germain, Real Madrid, der FC Liverpool oder aber Bayer 04 Leverkusen, Hertha BSC, Union Berlin, FC Augsburg und der Hamburger SV pflegen wirtschaftliche Beziehungen mit dem Sportrechtevermarkter, der neben Fußball auch in diversen anderen Sportarten wie etwa Motorsport, Handball, Tennis, American Football oder auch eSport engagiert ist.

DFB-Pokal-Viertelfinale wird mit Verzögerung ausgelost

Das DFB-Pokal-Achtelfinale wird in diesem Jahr auf zwei Wochen aufgeteilt. Die Auslosung des Viertelfinals findet sogar erst deutlich danach statt.

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Getty Images for DFB

An diesem Dienstag beginnt das DFB-Pokal-Achtelfinale, doch erst acht Tage später endet es: Anders als in den vergangenen Jahren wird die Runde der letzten 16 nicht an zwei, sondern an vier Spieltagen ausgetragen, und das noch gestreckt über zwei Wochen. Doch die Sieger der ersten Paarungen müssen sich nicht nur deswegen gedulden, bis sie ihren Gegner im Viertelfinale kennen.

Während der DFB die Duelle der jeweils folgenden Runde normalerweise am Sonntag nach dem Abschluss eines Pokalspieltags auslost, lässt er sich nach dem Achtelfinale 2022/23 ein wenig länger Zeit. Erst am Sonntag, 19. Februar, und damit elf Tage nach den letzten beiden Achtelfinals werden die vier Paarungen des Viertelfinals ausgelost.

Diesmal werden die Lose live im Rahmen der “Sportstudio Reportage” im ZDF gezogen, die von 17.10 Uhr bis 18 Uhr auf dem Programm steht. Moderator ist Sven Voss, eine “Losfee” hat der DFB bislang nicht bekanntgegeben. Der kicker bietet wie gewohnt einen LIVE!-Ticker zur Auslosung.

BVB parallel gegen Hertha gefordert

Rund um den Termin steigen an diesem Tag in der Bundesliga zwei Spiele: Ab 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin den FC Schalke 04, ab 17.30 Uhr begrüßt Borussia Dortmund Hertha BSC. Der BVB ist allerdings der einzige Klub aus diesem Quartett, der noch Chancen auf den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale hat und deshalb mit einem Auge auf die Auslosung blicken wird. Um 19.30 Uhr gastiert außerdem der 1. FSV Mainz 05 bei Bayer Leverkusen, das wie Union am Donnerstag zuvor in den K.-o.-Runden-Play-offs der Europa League gefordert ist.

Eile besteht in Sachen Auslosung ohnehin nicht. Das Viertelfinale findet erst am 4. und 5. April statt – und damit anders als das Achtelfinale nicht über zwei Wochen gestreckt. Ab der neuen Saison wird es genau umgekehrt sein. Dann sind für die acht Achtelfinals nur zwei, für die vier Viertelfinals dagegen vier Spieltage vorgesehen.

Labbadia über Ahamada-Abgang: “Nicht in meinem Sinne”

Franzose schon zum Medizincheck in London 30.01.2023

Labbadia über Ahamada-Abgang: “Nicht in meinem Sinne”

3:37Der schwierigen finanziellen Situation beim VfB Stuttgart muss sich Trainer Bruno Labbadia beugen. Er hätte gerne mit Naouirou Ahamada weitergearbeitet und diesen auch Neuzugängen vorgezogen, doch das Angebot ist aus wirtschaftlicher Sicht zu lukrativ.

VfB verpflichtet Haraguchi und Gil Dias

Beim VfB Stuttgart kommt kurz vor Ende der Transferperiode richtig Bewegung rein. Von Union Berlin wurde Genki Haraguchi verpflichtet. Zudem kommt Gil Dias von Benfica Lissabon.

Abgang nach Stuttgart: Genki Haraguchi.

Abgang nach Stuttgart: Genki Haraguchi.

IMAGO/Matthias Koch

Während den Schwaben ein Millionenregen aus England mit dem Transfer von Naouirou Ahamada zu Crystal Palace winkt, werden finanzielle Mittel frei. Die kommen direkt zum Einsatz: Von Union Berlin wechselt Genki Haraguchi an den Neckar. Der Vertrag des Japaners wäre im Sommer ausgelaufen. Die Ablöse bewegt sich nach kicker-Informationen bei etwa einer Million Euro.

Der Japaner unterschreibt in Stuttgart einen Vertrag bis 2024. “Genki Haraguchi bringt hervorragende fußballerische Qualitäten und einen enormen Erfahrungsschatz in unsere Mannschaft ein. Er kennt Deutschland und die Bundesliga aus seinen vorherigen Stationen und wird deshalb keine lange Anlaufzeit in der neuen Umgebung benötigen”, kommentiert VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth den Deal. Der 31-Jährige bringt es auf 160 Bundesligaspiele und hat in Deutschland bereits für Hertha BSC, Fortuna Düsseldorf, Hannover 96 und eben Union Berlin gespielt.

Außerdem wurde Gil Dias von Benfica Lissabon verpflichtet. Der Linksfuß hat bis 2025 beim VfB unterschrieben. “Mit Gil Dias verpflichten wir einen auf den Außenpositionen flexibel einsetzbaren Spieler, mit dem wir kurzfristig auf die Verletzung von Tiago Tomas reagieren, der aber auch längerfristig eine wertvolle Ergänzung unseres Kaders darstellt”, begründet Wohlgemuth. 

Weitere Informationen in Kürze…