Sosa fehlt zum Auftakt

Zehn Tage nach den Kollegen steigen heute die Nationalspieler des VfB Stuttgart in die Vorbereitung ein. Während Sasa Kalajdzic, Wataru Endo, Hiroki Ito, Konstantinos Mavropanos und Darko Churlinov die Leistungstests absolvieren, wird einer fehlen: Borna Sosa.

Stuttgarts Borna Sosa leidet weiterhin an Adduktorenproblemen.

Stuttgarts Borna Sosa leidet weiterhin an Adduktorenproblemen.

IMAGO/Sven Simon

Eine Meldung, die automatisch die Frage aufwirft, ob der Kroate möglicherweise für die Klubsuche freigestellt ist. Doch wie vom Bundesligisten zu hören ist, leidet der Linksverteidiger weiterhin an Adduktorenproblemen. Beschwerden, die ihn schon zum Endspurt der Saison, in dem die Schwaben in allerletzter Minute mit einem 2:1 gegen Köln noch den direkten  Klassenerhalt geschafft haben, plagten. Die ihn später Spielzeit bei der kroatischen Auswahl kosteten. Um diese komplett auszukurieren, unterzieht sich Sosa einem individuellen Aufbautraining, das nicht in Stuttgart absolviert wird.

Dem Flankenfachmann, der im Winter auf einen Transfer zum AC Florenz verzichtet hatte, wurde von der sportlichen Leitung in Folge dessen zugesagt, stattdessen in diesem Sommer den VfB verlassen zu dürfen. Für eine Mindestablöse von 25 Millionen Euro. Eine Summe, die bisher noch keinen ernsthaften Interessenten auf den Plan gerufen hat. Wann Sosa zur Mannschaft stößt und ob er es rechtzeitig mit ins Trainingslager schafft, das vom 9. bis 16. Juli in Weiler im Allgäu abgehalten wird, ist zu diesem Zeitpunkt offen. Die weiteren fünf Nationalspieler werden nach den heute absolvierten Gesundheitstests morgen ins Mannschaftstraining einsteigen. Anfangs allerdings noch mit angezogener Handbremse.

Matarazzo schützt Egloff

Der Rest der Mannschaft wird bereits heute um 15 Uhr in die zweite Woche der Vorbereitung starten. Dann zeigt sich auch, wer von den am vergangenen Samstag beim Testspiel fehlenden Profis zurückkehrt. Beim 7:1 gegen die SV Böblingen pausierten Roberto Massimo, Mateo Klimowicz, Philipp Klement, Wahid Faghir (alle angeschlagen), Florian Schock, Ömer Beyaz (beide Corona-positiv) sowie Tiago Tomas und Tanguy Coulibaly (beide Infekt). Lilian Egloff wurde zudem geschont. “Nach der ersten Trainingswoche hatten wir das Gefühl, dass es eng werden könnte, wenn er auch noch das Spiel mitmacht”, so Trainer Pellegrino Matarazzo, der unbedingt vermeiden will, dass der Jungprofi, wie im Vorjahr, in einen Teufelskreis von Verletzungen geraten könnte.

George Moissidis

Silas sorgt fürs Highlight, Kuol für einen Dreierpack

Standesgemäß gewinnt der VfB Stuttgart sein erstes Testspiel der Vorbereitung in Böblingen mit 7:1. Dabei sorgen Silas für das Highlight der Partie und Alou Kuol für einen Dreierpack.

Flinker Künstler: Stuttgarts entwischte Böblingens Tahir Bahadi und flankte im Rabona-Stil.

Flinker Künstler: Stuttgarts entwischte Böblingens Tahir Bahadi und flankte im Rabona-Stil.

IMAGO/Eibner

Zum Abschluss der ersten Trainingswoche schickte Pellegrino Matarazzo seine Mannschaft bei der SV Böblingen auf den Rasen. Eine für die 4500 Fans unterhaltsame, aber an sich unspektakuläre Partie, die der Bundesligist gegen den Landesligisten nicht mehr als standesgemäß mit 7:1 gewann. Mit zwei VfB-Profis, die in einem typischen Sommerkick für die Highlights sorgten: Silas, der nach auskurierter Schulterverletzung sein Comeback feierte, und Kuol, der nach seiner Rückkehr vom SV Sandhausen torreich Eigenwerbung betrieb.

Bei sommerlichen 28 Grad mühten sich die sichtlich müden VfB-Akteure gegen einen anfangs mutigen und engagierten Landesligisten, für dessen sportliche Aufmüpfigkeit sich Matarazzo hinterher extra nochmal bedankte. Nur so, konnte der VfB-Trainer auch Erkenntnisse aus dem Auftritt seiner Mannschaft ziehen. Nämlich, “wie die Jungs dranbleiben, wie sie  weitermachen”. Dem 44-Jährigen gefiel vor allem “eine Szene aus der ersten Halbzeit, als Orel Mangala den Ball verloren hat und innerhalb weniger Sekunden alle elf Mann wieder hinter dem Ball waren. Das hat gezeigt, dass jeder bereit war, in beide Richtungen zu arbeiten”. Defensivarbeit, wie er sie sich vorstellt.

Matarozzo sieht die Kunststücke skeptisch

Den anwesenden Zuschauern gefiel eine andere Szene viel besser: Als Silas Mitte des ersten Durchgangs eine Flanke im Rabona-Stil in den Strafraum schlug. Mit dem rechten Fuß, hinter dem linken gekreuzt, zwar an Freund und Feind vorbei, aber die Anhänger ins Herz treffend. Kunststückchen, die der Coach mit gemischten Gefühlen sieht. Glücklich, dass der 23-jährige Offensivmann nach langer Verletzungspause – Kreuzbandriss im März 2021, Schulter-OP im Februar 2022 -wieder zurück ist und zudem seine Spielfreude wiedergefunden hat. Skeptisch, weil solche Aktionen in der Bundesliga selten Zählbares bringen.

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Zählbares lieferte Kuol dagegen ab. Der Australier, der nach seiner relativ unglücklichen Ausleihe nach Sandhausen zurückgekehrt ist, erzielte in der zweiten Hälfte innerhalb 13 Minuten drei Treffer. “Wir wissen, dass er zwei große Stärken hat: sein Tempo und sein Torschuss”, lobt Matarazzo. “Wenn er zum Abschluss kommt, ist er brandgefährlich. Das hat er gezeigt.” Dennoch ist eine Perspektive in dieser Saison in Stuttgart eher unwahrscheinlich, eine erneute Leihe viel wahrscheinlicher. Die Schwaben sind offen für Interessenten, wollen den U-Nationalspieler nicht abgeben. “Er hat seine Entwicklungsschwerpunkte im Zusammenspiel, im technisch-taktischen Verständnis. Aber er ist ein Rohtalent, das entwickelt werden kann und soll, und hat gezeigt, dass er einen Schritt weiter ist, als in der vergangenen Saison.”

Silas wird zum Hoffnungsträger

Wie auch Silas, dessen Kunststück vom Chefcoach schnell vergeben war. Vielmehr freut sich Matarazzo, dass der Kongolese, sichtlich Fortschritte gemacht hat und die Rolle eines Hoffnungsträgers scheint erfüllen zu können. “Er war aktiv und ist koordinativ ganz anders drauf, als er es nach seiner ersten Verletzungspause war”, so der Chefcoach zum Kurzzeit-Comeback des Angreifers zwischen Dezember 2021 und Februar 2022, als er seine Kreuzbandverletzung hinter sich hatte.  “Er ist weiter, als vor seiner Schulterverletzung.”

George Moissidis

Mit 16 Jahren: Kuranyis Sohn wechselt in die U 19 des VfB

Der VfB Stuttgart hat Karlo Kuranyi (16), den Sohn von Ex-Nationalspieler Kevin Kuranyi, für seine U 19 verpflichtet. Das teilten die Schwaben am Samstag mit.

Er wechselt von den Kickers zum VfB: Karlo Kuranyi.

Er wechselt von den Kickers zum VfB: Karlo Kuranyi.

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Der Mittelstürmer wechselt von den Stuttgarter Kickers zum VfB und wird in der A-Junioren Bundesliga Süd/Südwest auf Torejagd gehen.

In der vergangenen Saison erzielte Kuranyi in 18 Spielen in der B-Junioren Bundesliga sechs Tore. Nun soll er die Offensive des Teams von Trainer Nico Willig verstärken. “Wir verfolgen Karlos Entwicklung seit geraumer Zeit”, wird NLZ-Direktor Thomas Krücken zitiert: “Er bringt ein spannendes Stürmer-Profil mit. Ich bin davon überzeugt, dass er in unserem Programm den nächsten Schritt machen wird und freuen uns, dass er sich für den VfB entschieden hat.”

Vater Kevin wurde ebenfalls im VfB-Leistungszentrum ausgebildet und schaffte anschließend den Sprung zu den Profis.

Wechsel innerhalb der Bundesliga: Förster geht vom VfB zum VfL

Der Wechsel hatte sich schon länger angebahnt, am Freitag folgte der Vollzug: Philipp Förster (27) wechselt innerhalb der Bundesliga vom VfB Stuttgart zum VfL Bochum.

Er ist künftig für den VfL Bochum am Ball: Philipp Förster.

Er ist künftig für den VfL Bochum am Ball: Philipp Förster.

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Der Vorjahres-Aufsteiger aus dem Revier hatte sich schon länger um die Dienste von Philipp Förster bemüht. Dieser gilt als vielseitig einsetzbar im Mittelfeld, äußerst lauf- und zweikampfstark.

“Er hat genug Erfahrung, kann auf der Acht, der Doppel-Sechs oder als Box-to-Box-Spieler zum Einsatz kommen”, so Bochums Coach Thomas Reis. Sebastian Schindzielorz, Geschäftsführer Sport des VfL, beschreibt Förster als “guten Box-to-Box-Spieler, groß und robust. Neben diesen athletischen Komponenten ist er technisch sehr gut ausgebildet und bringt viel Dynamik ins Spiel.”

In der vorigen Saison war Förster beim VfB aber eher ein Ergänzungsspieler. Die Ablöse für den Dauerläufer, der beim VfL einen Vertrag bis 2024 unterschreibt, soll rund eine halbe Million Euro betragen.

“Philipp war in der Zweitligasaison ein wichtiger Faktor in unserem Spiel und hatte großen Anteil am direkten Wiederaufstieg”, wird VfB-Sportdirektor Sven Mislintat zitiert: “Auch in der folgenden Bundesligaspielzeit war er einer unserer Leistungsträger. Die vergangene Saison verlief für Philipp dann auch krankheits- und verletzungsbedingt nicht wunschgemäß. Mit dem Wechsel zum VfL Bochum bietet sich ihm die Chance zu einem Neustart.”

Von der Ruhrpottmentalität habe ich schon viel in den ersten Gesprächen gehört.

Philipp Förster

Förster selbst freut sich “speziell auf die Ruhrpottmentalität”: “Von der habe ich schon viel in den ersten Gesprächen gehört. Das Stadion, die Fans, die tolle Stimmung – das alles kenne ich schon von meinen Gastspielen hier mit dem VfB und Sandhausen. Ich freue mich auf die neue Herausforderung, auf das neue Team. Der Klassenerhalt ist unser Ziel, dazu möchte ich meinen Teil beitragen.”

Langsam füllt sich also der Kader, am Montag steigt auch Neu-Erwerbung Jacek Goralski ins Mannschaftstraining ein. Sein nächstes Testspiel bestreitet der VfL Bochum am Samstag beim Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Bocholt, am Sonntag in einer Woche starten die Profis ins Trainingslager in Südtirol.

Oliver Bitter, gem

DFB präsentiert Schiedsrichter-Chefs für die drei obersten Ligen

Die Schiri GmbH beim Deutschen Fußball-Bund hat sich neu aufgestellt – und Schiedsrichter-Chefs für die obersten drei Ligen präsentiert.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

Früherer Bundesliga-Spitzenreferee: Peter Sippel.

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Die früheren Spitzenreferees Peter Sippel (Sportlicher Leiter Bundesliga), Rainer Werthmann (2. Bundesliga) und Florian Meyer (3. Liga) sind seit Freitag in neuer Funktion tätig, wie der DFB offiziell mitteilte.

Das Schiedsrichter-Elitewesen beim Verband war in eine eigene Gesellschaftsform ausgegliedert worden. Zum Führungsteam gehören auch Jan-Hendrik Salver als Leiter für die Assistenten sowie der ehemalige Bundesliga-Referee Jochen Drees als Leiter Video-Assistenten und Technologien. Die Geschäftsführung für Sport und Kommunikation liegt weiter bei Lutz Michael Fröhlich.

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Der 64-Jährige verwies auf die stetige Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. “Um das alles noch effizienter koordinieren zu können, haben wir uns für das Modell der Sportlichen Leiter für die einzelnen Ligen entschieden”, sagte er.

Sippel freue sich auf “die neue Herausforderung gemeinsam mit den Kollegen und dem Team”. Worum es ihm vor allem geht? “Ziel ist es, den Schiedsrichtern die optimale Unterstützung und Vorbereitung zu geben, um eine bestmögliche Leistung auf dem Platz abrufen zu können. Unsere Schiedsrichter gehören zu den besten in Europa, und dies soll auch so bleiben”, so Sippel.

DFL terminiert 1. bis 7. Spieltag – BVB startet am Samstagabend

Die DFL hat die ersten sieben Spieltage der neuen Saison zeitgenau angesetzt. Die ersten Samstagabendspiele steigen in Dortmund und auf Schalke.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

Duell am 1. Spieltag 2022/23: Moussa Diaby (li.) gastiert mit Leverkusen bei Julian Brandt und dem BVB.

imago images/Norbert Schmidt

Dass der FC Bayern die Bundesliga-Saison 2022/23 am Freitag, 5. August, bei Eintracht Frankfurt eröffnet, war bereits mit Veröffentlichung der Spielpläne festgelegt worden. Alle weiteren zeitgenauen Ansetzungen der ersten sieben Spieltage nahm die DFL am Freitag vor.

Das erste Samstagabendspiel der neuen Spielzeit bestreiten Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen am 6. August (18.30 Uhr). Schon drei Stunden vorher empfängt Union Berlin Hertha BSC zum Derby.

Erst am Sonntag sind der VfB Stuttgart gegen RB Leipzig (15.30 Uhr) und der 1. FC Köln gegen den FC Schalke 04 gefordert (17.30 Uhr). Der Aufsteiger darf am 2. Spieltag zudem das Topspiel am Samstagabend gegen Borussia Mönchengladbach bestreiten.

Der 1. FC Köln ist als Teilnehmer an der Europa Conference League an den ersten sieben Spieltagen gleich fünfmal sonntags gefordert.

Das Duell Leipzig gegen Dortmund am 6. Spieltag findet am Samstagnachmittag (15.30 Uhr) statt, ebenso eine Woche später das Revierderby zwischen dem BVB und Schalke.

Für 50+1, gegen Kollektivstrafen: VfB veröffentlicht Leitbild

Der VfB Stuttgart hat in einem längeren Prozess erarbeitet, wofür er stehen will. Dabei geht es auch um die 50+1-Regel, einen sportlich fairen Wettbewerb und Nachhaltigkeit.

Der VfB Stuttgart hat seine Haltung und Werte in einem Positionspapier zusammengefasst.

Der VfB Stuttgart hat seine Haltung und Werte in einem Positionspapier zusammengefasst.

IMAGO/Sportfoto Rudel

Bei seinem Dienstantritt als Präsident und Aufsichtsratschef hatte Claus Vogt 2019 eine klare Positionierung des VfB Stuttgart versprochen. Drei Jahre später hat der Bundesligist ein Leitbild veröffentlicht unter der Überschrift: “Dafür steht der VfB”.

Verschiedene Klubgremien erarbeiteten im Austausch mit Fans ein Fünf-Punkte-Positionspapier, das das Präsidium um Vogt, der Vorstand um den Vorsitzenden Alexander Wehrle sowie Aufsichtsrat und Vereinsbeirat unterzeichnet haben.

Darin bekennt sich der VfB dazu, dass bei ihm Profi- und Breitensport zusammengehören, zu Mut zu Talenten, einen sportlich und wirtschaftlich fairen Wettbewerb, eine bunte und vielfältige Stadionkultur und dazu, Botschafter der Stadt und der Region zu sein.

“Wir begrüßen fangerechte Anstoßzeiten”

“Wir verpflichten uns dazu, durch transparente Strukturen, verantwortungsvolles Wirtschaften und professionelle Arbeit (…) unseren Beitrag zu einer guten Zukunft des VfB und des Profifußballs insgesamt zu leisten”, heißt es unter anderem. “Dabei treten wir für Solidarität im Sinne eines fairen Wettbewerbs in der Bundesliga ein. Wir stehen zur 50+1-Regel und setzen uns für deren Erhalt ein. Für den VfB liegt die Entscheidungshoheit in dieser Frage ausschließlich bei der Mitgliederversammlung.”

Im Stadion seien alle willkommen. “Der VfB lehnt Kollektivstrafen ab und setzt sich für einen respektvollen Umgang miteinander ein. Entscheidungen auf dem Platz sollten in letzter Instanz beim Schiedsrichter liegen. Wir begrüßen fangerechte Anstoßzeiten, die allen Fans die An- und Abreise zu den Spielen ihrer Klubs ermöglichen.” Außerdem wolle man nachhaltig wirtschaften und Menschen unterstützen, die Hilfe benötigen.

Dass von Fans über Mitarbeiter bis zu allen Gremien aus AG und e.V. gemeinschaftlich eine klare Positionierung entsteht und mitgetragen wird, ist alles andere als selbstverständlich”, sagt Wehrle, der im Frühjahr auf Thomas Hitzlsperger gefolgt war. “Der VfB ist auf einem sehr guten Weg, wenn so etwas gelingt. Papier ist allerdings geduldig. Jetzt kommt es darauf an, dass wir unsere Positionierung im Alltag leben und umsetzen.”

Mit DFL-Neuerung: Am Freitag öffnet das Sommer-Transferfenster 2022

An diesem Freitag öffnet auch in Deutschland das Sommer-Transferfenster. Wechsel sind diesmal einen Tick länger möglich als sonst.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch - nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

Einige Wechsel, etwa von Sadio Mané (li.) oder Erik Durm (re.), sind schon durch – nun öffnet auch das Transferfenster offiziell.

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Ob Sadio Mané beim FC Bayern oder Erik Durm beim 1. FC Kaiserslautern: Die deutschen Profiklubs haben längst mit dem Umbau ihrer Kader begonnen und Spieler verpflichtet. Offiziell vollzogen werden alle bislang getätigten Transfers aber erst an diesem Freitag, wenn die sogenannte Wechselperiode I beginnt, das Sommer-Transferfenster.

Vom 1. Juli an ist es in Deutschland wie gehabt geöffnet. Geschlossen wird es anders als sonst 2022 aber nicht am 31. August, sondern am Donnerstag, den 1. September. Das hatte die DFL-Mitgliederversammlung am 30. Mai beschlossen.

Die Premier League preschte vor, Portugal lässt sich Zeit

“Die Transferperiode wird damit an das diesjährige Wechsel-Zeitfenster anderer europäischer Top-Ligen angepasst, um einen Wettbewerbsnachteil für die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga im Vergleich zu Konkurrenten aus diesen Ländern zu vermeiden und Transfers an diesem Tag noch zu ermöglichen”, hieß es damals vonseiten der DFL.

Weiterhin bleibt den Klubs am “Deadline Day” bis 18 Uhr Zeit, um die Mehrheit der erforderlichen Unterlagen einzureichen. Lediglich vereinslose Spieler können auch zwischen Sommer- und Wintertransfer, der Wechselperiode II, verpflichtet werden.

Während Wechsel nach Spanien, Italien und Frankreich in diesem Jahr ebenfalls zwischen dem 1. Juli und 1. September möglich sind, preschten andere Länder schon vor. Die Premier League etwa reagierte auf den wegen der WM in Katar vorgezogenen Saisonstart (5. August) und öffnete das Transferfenster bereits zum 10. Juni. Schluss ist aber ebenfalls am 1. September.

Auch in den Niederlanden (9. Juni) oder der Türkei (17. Juni) durften die Klubs bereits aktiv werden. Die Eredivisie beendet die Wechselperiode dann bereits am 31. August wieder, die SüperLig erst am 8. September und damit eine Woche später als die Topligen. Noch länger lässt Portugal das Fenster offen – bis zum 22. September.

Der Stillstand bei Vagnoman

Das Transferkarussell soll sich beim Hamburger SV weiterdrehen – auch ohne die Einnahmen eines möglichen Abgangs von Josha Vagnoman.

Bleibt vorerst beim HSV: Josha Vagnoman.

Bleibt vorerst beim HSV: Josha Vagnoman.

IMAGO/Contrast

Der Boss reist aus dem Trainingslager im österreichischen Bad Loipersdorf wieder nach Hamburg. Jonas Boldt muss am Donnerstag gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Dr. Thomas Wüstefeld zur Aufsichtsratssitzung erscheinen. Ein Tagesordnungspunkt ist das Transferbudget. Denn rasche Einnahmen scheinen nicht in Sicht, die Fronten im Poker um Josha Vagnoman sind verhärtet.

Der wechselwillige U-21-Nationalspieler hatte sich in der vergangenen Woche mit dem VfB Stuttgart über einen Vier-Jahres-Vertrag geeinigt, von Beginn der Transferperiode an aber ein relativ unverhandelbares Preisschild um den Hals gehängt bekommen: Mindestens sechs, mit Nachschlägen sieben Millionen, möchte der HSV für sein Eigengewächs mit gültigem Vertrag bis 2024 erzielen. Diese Höhe mag erstaunen für den Rechtsverteidiger, sie war aber von vornherein bekannt.

Dass die Schwaben nach der Übereinkunft mit dem Spieler dem HSV nur die Hälfte boten und nun öffentlich konstatieren, dass ein Transfer zum aufgerufenen Preis nicht darstellbar sei, hat die Macher in Hamburg verärgert und zur Folge, dass aktuell Stillstand herrscht. Und zwar in alle Richtungen. Denn ohne weitere Einnahmen ist das Transferbudget nach der Verpflichtung von Dresdens Ransford-Yeboah Königsdörffer für 1,2 Millionen Euro vorerst ausgereizt.

Sahiti und Dompé auf dem Zettel

Boldt hat vom Aufsichtsrat die volle Rückendeckung, Vagnoman nicht unter dem intern festgelegten Preis zu verkaufen und somit keinen akuten Handlungsdruck. Stattdessen soll es bei der Sitzung am Donnerstag darum gehen, ob die Kontrolleure weitere Gelder freigeben. Zu Beginn der Transferperiode hatten sich die Räte und der Vorstand darauf geeinigt, den fünften Anlauf Richtung Bundesliga mit aller Macht, also auch mit wirtschaftlicher Power anzugehen.

Geht es nach der sportlichen Leitung, soll noch mindestens ein Flügelspieler kommen: Emir Sahiti von Hajduk Split und Jean-Luc Dompé von Zulte Waregem haben die Verantwortlichen konkret ins Visier genommen. Gibt der Aufsichtsrat grünes Licht, werden die Gespräche intensiviert – auch dann, wenn Vagnoman vorerst ein Hamburger bleibt.

Sebastian Wolff

33.000 Euro Geldstrafe: DFB bittet Stuttgart zur Kasse

Stuttgart-Fans in Berlin: Ein Auswärtsspiel mit Konsequenzen.

Stuttgart-Fans in Berlin: Ein Auswärtsspiel mit Konsequenzen.

IMAGO/camera4+

Die Auswärtsspiele bei Hertha BSC und dem FSV Mainz 05 haben Konsequenzen für den VfB Stuttgart. Mindestens 30 bengalische Fackeln und Rauchkörper wurden laut DFB von Stuttgarter Fans im Vorfeld des Spiels am 24. April 2022 in Berlin gezündet. Während der Partie gegen Mainz am 16. April sollen zwei weitere Rauchkörper gebrannt haben.

Der Verein stimmte dem Urteil des Sportgerichts zu. Ein Teil der Geldstrafe in Höhe von 33.000 Euro kann für sicherheitstechnische oder gewaltpräventive Maßnahmen verwendet werden.