Rolfes: “Der Spieler soll den Berater bezahlen”

Geht es nach der FIFA, sollen ihre Reformen auf dem Markt der Spielervermittler in Bälde greifen. Simon Rolfes begrüßt zumindest die Wiedereinführung einer Lizenz für Berater. Allerdings rechnet der Geschäftsführer Sport von Bayer 04 Leverkusen nicht mit einer schnellen Umsetzung.

Simon Rolfes spricht im kicker-Interview unter anderem über Transferreformen, Innovationen und Internationalisierung.

Simon Rolfes spricht im kicker-Interview unter anderem über Transferreformen, Innovationen und Internationalisierung.

IMAGO/Nordphoto

“Der Prozess, den die FIFA angestoßen hat, wird dauern. Es wird Klagen geben gegen die Obergrenzen, doch die Richtung stimmt, und gute Agenturen werden davon profitieren”, sagt Rolfes im Gespräch mit dem kicker. Der Weltverband will neben einer Lizenz Obergrenzen für Beraterprovisionen einführen: Drei bis sechs Prozent des Jahresgehalts des Spielers, maximal zehn Prozent der Transfersumme.

Ist das richtig? “Für mich wäre es ganz einfach: Der Spieler soll den Berater bezahlen. Vielleicht findet man ein orientierendes Regelwerk, Berechnungsgrundsätze wie in anderen Branchen”, wartet Rolfes mit einem eigenen Vorschlag auf, lobt aber auch die Wiedereinführung des “Führerscheins für Vermittler”: “Ich halte Professionalisierung, Stichwort Lizenz, für richtig.” Erst vergangene Woche hatte der kicker anhand eines Vertragskonzepts dargelegt, dass Berater bei ablösefreien Transfers mit Weiterverkaufsbeteiligungen im hohen Prozentbereich absahnen können und so mutmaßlich FIFA-Regeln umgangen werden.

Rolfes wirbt für fairen Umgang mit der Beraterbranche

Rolfes, beim Werksklub gerade erst aus der Rolle des Sportdirektors in die Geschäftsführerebene zu Fernando Carro aufgestiegen, wirbt jedoch für einen fairen Umgang mit der Branche: “Es gibt wirklich gute Berater, die einen Anteil an einer erfolgreichen Karriere haben, und es gibt andere. Wenn Ersteres der Fall ist, sollen sie gut mitverdienen.”

Gerade vor dem Hintergrund der Idee, dass Profis ihre Vermittler selbst bezahlen sollten, stellt sich natürlich die Frage: Ist es den Fußballern bewusst, dass sie dies indirekt bereits selbst tun? Schließlich hat jeder Klub für einen Transfer normalerweise ein bestimmtes Budget – wie sich dieses in Gehalt, Ablöse und Provision aufteilt, dürfte den Verantwortlichen am Ende egal sein. “Die Spieler wissen schon, dass ihre Agenten gutes Geld verdienen”, glaubt Rolfes, sagt aber auch: “Ob sie das in den Kontext setzen, dass es auch ihr Geld hätte sein können, da wäre ich skeptisch.”

Wie Rolfes über Innovationen wie neurowissenschaftliches Training – Stichwort Jürgen Klopp und FC Liverpool – denkt, was er von Bodycams hält, wie die Bundesliga sich international aufstellen sollte und mit welchem international bekannten Ex-Gegner er den Diaby-Transfer verhandelt hat, lesen Sie im Interview im Montagskicker oder im eMagazine.

Benni Hofmann

Brasilianische Klubs locken Paulinho – Bravo vor Leihe zu Real

Zumindest auf der Abgangsseite könnte bei Bayer 04 in den nächsten Tage Bewegung reinkommen. Während Sturm-Talent Iker Bravo (17) vor einer einjährigen Leihe zu Real Madrid steht, locken brasilianische Klubs Paulinho (22). Doch hier steht die Ablösefrage bisher einem Wechsel im Wege.

Zurück nach Brasilien? Paulinho könnte Bayer 04 Leverkusen wieder verlassen.

Zurück nach Brasilien? Paulinho könnte Bayer 04 Leverkusen wieder verlassen.

Getty Images

Wenn der Wechsel des brasilianischen Olympiasiegers von 2021 zurück in seine Heimat in diesem Sommer klappen soll, ist in jedem Fall Eile angesagt. Schließt das Transferfenster in Brasilien doch am morgigen 15. August.

In Palmeiras und Atletico Mineiro buhlen gleich zwei Klubs um den 22-jährigen Offensivakteur, der 2018 für 18,5 Millionen Euro von Vasco da Gama kam und seinen 2023 auslaufenden Vertrag bei Bayer 04 nicht verlängern möchte. Ob ein Transfer zustande kommt, ist allerdings offen. Bewegen sich die Klubs doch noch nicht in den von Bayer gewünschten Regionen hinsichtlich der Ablösesumme.

Paulinho, der beim Bundesligisten wenig Aussichten auf einen dauerhaften Startelfplatz hat, stand schon am Samstag gegen den FC Augsburg nicht mehr im Leverkusener Spieltagskader. “Bei Paulinho stehen Gespräche an, und wir wollten keinen Spieler dabeihaben, der nicht zu 100 Prozent fokussiert ist”, hatte Trainer Gerado Seoane seinen Verzicht auf den Angreifer erklärt.

Real sichert sich Kaufoption für Bravo

Auch Iker Bravo dürfte für den Werksklubs zumindest vorerst nicht mehr zum Einsatz kommen. Soll der spanische U-17-Nationalspieler doch künftig für die Nachwuchsmannschaft von Real Madrid stürmen. Die Königlichen werden das Toptalent, das als 16-Jähriger für Bayer bei den Profis debütierte, aber in Deutschland private Integrationsprobleme hat, für ein Jahr ausleihen.

Darüber hinaus sichert sich Real eine Kaufoption, die im zweistelligen Millionenbereich liegen soll. Zusätzlich sollen mögliche Boni-Zahlungen vereinbart worden sein, die die Gesamtablöse bei einer Erfolgsgeschichte Iker Bravos angeblich sogar auf über 20 Millionen Euro anwachsen lassen könnten.

Ein Modell, das für Bayer hoch attraktiv wäre, nachdem man Iker Bravo im Sommer 2021 ablösefrei aus der Jugend des FC Barcelona nach Leverkusen lotste. So attraktiv, dass Bayer auf die ursprünglich angedachte Rückkaufoption verzichten wird.

Stephan von Nocks

Adli und Lunev fehlen Leverkusen wochenlang

Als wäre die 1:2-Niederlage gegen Augsburg allein nicht schon bitter genug gewesen: Am Sonntag musste Bayer 04 den Ausfall von gleich zwei Akteuren vermelden. Neben Amine Adli, der in der Schussphase unglücklich auf die Schulter gefallen war, muss Leverkusen vorerst auch auf Ersatztorhüter Andrey Lunev verzichten.

Fehlen Bayer Leverkusen länger: Amine Adli (li.) und Andrey Lunev.

Fehlen Bayer Leverkusen länger: Amine Adli (li.) und Andrey Lunev.

picture alliance (2)

Der Ausfall von Amine Adli hatte sich am Samstag schon angekündigt. Hatte der französische U-21-Nationalspieler, der in der 63. Minute eingewechselt worden war, doch in der siebenminütigen Nachspielzeit schon passen müssen, nachdem er in der 90. Minute von Augsburgs Maximilian Bauer mit Karacho umgemäht worden und auf die linke Schulter gefallen war. Die Werkself hatte danach, weil das Auswechselkontingent bereits erschöpft war, die Schlussphase in Unterzahl bestreiten müssen.

Am Sonntag bestätigte eine Computertomographie den am Samstag nach einer Röntgenuntersuchung im Raum stehenden Verdacht eines Schlüsselbeinbruchs. Adli, der nach einer Sehnenoperation im Oberschenkel gegen Augsburg gerade sein Comeback nach einer über viermonatigen Verletzungspause gefeiert hatte, muss allerdings nicht operiert werden und wird Bayer 04 nach Vereinsangaben frühestens nach der Länderspielpause im September, also im Idealfall am 8. Spieltag in der Partie bei Bayern München wieder zur Verfügung stehen.

Adlis Ausfall erhöht den Handlungsdruck – Wechselwilliger Paulinho nicht im Kader

Der Ausfall des vielseitig einsetzbaren Offensivakteure erhöht den Handlungsdruck für die Bayer-Verantwortlichen, auf dem linken Flügel nachzulegen. Zumal sich Paulinho in Gesprächen über einen Wechsel nach Brasilien befindet und deshalb von Trainer Gerardo Seoane (“Wir wollten keinen Spieler dabeihaben, der nicht zu 100 Prozent fokussiert ist”) nicht für den Spieltagskader berücksichtigt worden war. Auch der verletzungsanfällige Rechtsaußen Karim Bellarabi hatte wegen Rückenproblemen im Leverkusener Aufgebot gefehlt.

Zumindest im Moment eher zu verkraften ist dafür der Ausfall Andrey Lunevs. Der Russe, der gegen den FC Augsburg den gesperrten Lukas Hradecky im Tor vertrat, erlitt bei einem Abschlag eine Sehnenverletzung im Oberschenkel und wird Bayer voraussichtlich sechs Wochen lang fehlen.

Allerdings kann Hradecky schon am Samstag gegen 1899 Hoffenheim seine angestammte Rolle als Nummer 1 wieder übernehmen, nachdem der finnische Nationaltorhüter wegen seines Handspiels in Dortmund nur für eine Partie gesperrt worden war. Für Lunev wird Niklas Lomb als Ersatzmann auf die Leverkusener Ersatzbank rücken.

Stephan von Nocks

Ohne Andrich gegen die Fragezeichen

Nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Pflichtspielen möchte Bayer 04 gegen den FC Augsburg mit aller Macht einen Fehlstart vermeiden. Dazu wird Mittelfeldspieler Robert Andrich aufgrund eines Blutergusses im Gesäß nichts beisteuern können.

Gerardo Seoane muss auf Robert Andrich (re.) verzichten.

Gerardo Seoane muss auf Robert Andrich (re.) verzichten.

IMAGO/Kirchner-Media

Es herrscht Zuversicht rund um die Bay-Arena. Trainer Gerardo Seoane, der am Donnerstag zum vierten Mal Vater wurde, bei der Geburt seines Sohnes in der Schweiz dabei war und deshalb beim Training fehlte, zeigt sich trotz der Niederlagen bei der SV Elversberg (3:4) in der ersten Pokalrunde und bei Borussia Dortmund (0:1) zum Ligaauftakt optimistisch. Nach indiskutabler Leistung im ersten und einer deutlichen Steigerung im zweiten Pflichtspiel sollen ihn nun gegen den FC Augsburg sowohl Darbietung als auch Resultat zufrieden stellen.

Dass die fehlenden Erfolgserlebnisse etwas bewirken, stellt der Schweizer erst gar nicht in Abrede. “Es ist so, dass jede Niederlage einen Einfluss auf das Gemüt der Mannschaft hat. Aber diese Niederlage in Dortmund ist ganz anders zu bewerten als das Pokal-Aus. Wir haben eine gute Leistung gezeigt, eine sehr gute zweite Hälfte, von der wir einiges mitnehmen können”, erklärt der Trainer, der den Trend im Training bestätigt sah: “Die Mannschaft hat auch diese Woche sehr fokussiert gearbeitet.”

Die Voraussetzungen, um im dritten Pflichtspiel der Saison den ersten Sieg zu feiern, scheinen also gegeben. Allerdings ist ein Erfolgserlebnis gegen den FCA, gegen den Bayer die letzten 22 Spiele nicht verlor, auch zwingend, um den beiden Niederlagen zum Auftakt kein länger nachwirkendes Gewicht zu verleihen.

Schon ein Unentschieden gegen die bayrischen Schwaben würde in den Köpfen der Werkself-Kicker ungewollte Fragezeichen hervorrufen. Und mit dann drei gefühlten Niederlagen wäre der Fehlstart perfekt.

So kommt der Partie richtungsweisender Charakter zu. Denn siegt Bayer mit einer überzeugenden Leistung, wird nach der starken zweiten Hälfte in Dortmund das Vertrauen und der Glaube an die eigene Stärke die beiden Niederlagen zum Start in den Hintergrund drängen.

Dazu kann Robert Andrich nichts beitragen, der in Dortmund einen Bluterguss im Gesäß erlitt und frühzeitig ausgewechselt worden war. “Bei Robert Andrich wird es nicht für einen Einsatz reichen. Er hat zwar Fortschritte gemacht, aber er ist noch nicht so weit, dass er über einen längeren Zeitraum spielen könnte. Das Risiko wäre zu hoch. Darum ist er nicht im Aufgebot”, erklärte Seoane den Verzicht auf den Sechser und Führungsspieler.

Adli “wird im Kader sein und eventuell auch reinkommen”


Amine Adli

Ist erstmals seit über vier Monaten wieder eine Alternative: Amine Adli.
IMAGO/Hartenfelser

Eine andere Option hinzugewonnen hat der Werkself-Trainer allerdings mit Amine Adli. Der schnelle und lauffreudige Offensivakteur ist erstmals seit über vier Monaten wieder eine Alternative, nachdem er wegen eines Sehnenrisses im Oberschenkel operiert worden war.

“Wir trauen ihm einen Teileinsatz zu, müssen natürlich aufpassen von der Spielzeit her”, beschreibt Seoane den Status, “er wird morgen sicherlich im Kader sein und eventuell auch reinkommen.”

Für Bayer 04 eine durchaus bedeutende Personalie. Konnten doch die neben Moussa Diaby eingesetzten Flügelspieler bislang keine entscheidenden Akzente setzen: Weder Adam Hlozek noch Karim Bellarabi oder Paulinho verliehen dem Leverkusener Spiel bislang Flügel.

Mudryks vereinspolitische Aussage

Auch deshalb urteilt Seoane über Rückkehrer Adli: “Er ist ein wichtiger Spieler für uns.” Das gilt erst recht, da die Verpflichtung von Mykhaylo Mudryk von Schachtar Donezk jetzt nahezu ausgeschlossen erscheint. “Wir haben uns mit der Vereinsführung zusammengesetzt und entschieden, dass es vorerst besser für mich wäre zu bleiben”, wird der ukrainische National-Linksaußen in seiner Heimat zitiert.

Auch wenn die Aussage sicherlich auch eine vereinspolitische ist (schließlich hatte Mudryk sich frühzeitig zu Bayer bekannt und ganz klar seinen Wechselwunsch öffentlich geäußert), dürften die Worte von Bedeutung sein. Der Transfer dürfte in diesem Sommer nicht mehr zustande kommen. Bereits am Montag hatte der kicker berichtet, dass der Mudryk-Deal aufgrund immer neuer Ideen und Vorstellungen seines Klubs inzwischen unwahrscheinlich ist.

Stephan von Nocks

Wie Seoane Bayers Spiel an Ersatzkeeper Lunev anpasst

Da Lukas Hradecky bei der 0:1-Niederlage in Dortmund die Rote Karte sah und für ein Spiel gesperrt wurde, wird am Samstag gegen den FC Augsburg Andrey Lunev das Leverkusener Tor hüten. Trotz der sportlichen Qualität des Ersatzkeepers erfordert der Wechsel im Tor Anpassungen in der Spielweise.

Gegen Augsburg gefordert: Andrey Lunev.

Gegen Augsburg gefordert: Andrey Lunev.

IMAGO/Eibner

Was bedeutet die Sperre von Lukas Hradecky für das Leverkusener Spiel am Samstag gegen den FCA? Gerardo Seoane sieht dem Ausfall seiner Nummer 1 und seines Kapitäns erstmal ganz gelassen entgegen. “Das Gute ist, dass wir schon letzte Saison mit Andrey gespielt haben und gesehen haben, dass er durch seine Erfahrung kein Torhüter ist, der viel Spielpraxis braucht. Er hat zweimal gespielt und es gut gemacht”, argumentiert der Trainer.

In den für Bayer 04 bedeutungslosen Partien in der Gruppenphase der Europa League bei Ferencvaros Budapest (0:1) und im Bundesliga-Finale gegen Freiburg (2:1) überzeugte der 30-Jährige, erhielt jeweils die kicker-Note 3. Im individuellen sportlichen Leistungspotenzial sieht Seoane Hradecky und Lunev auf ähnlichem Niveau. “Von den Fähigkeiten werden beide in etwa gleich sein: reaktionsschnell, gute Torverteidigung, solide im Spielaufbau – Lukas bringt aber schon etwas mehr Leadership und Kommunikation mit”, urteilt der 43-Jährige.

“Wir werden ihn jetzt sicherlich nicht vor hochkomplizierte Aufgaben stellen”

Allerdings: Die Führungsrolle, die der 32-jährige Hradecky auch verbal ausfüllt, könne man “nicht auf Andrey übertragen”, betont Seoane, der hier andere Akteure in der Pflicht sieht: “Von der Kommunikation her wissen jetzt schon ein paar Spieler: Wir müssen noch einen Schritt nach vorne machen.”

Trotz des geringen Unterschieds im technisch-taktischen Bereich wird Seoane das Spiel seiner Elf bezüglich des russischen Nationalspielers (sieben Einsätze), der 2021 ablösefrei von Zenit St. Petersburg kam, etwas modifizieren. “Wir werden uns auch an Andrey anpassen”, betont der Trainer, “wir werden ihn jetzt sicherlich nicht vor hochkomplizierte Aufgaben stellen.”

Das gilt zum Beispiel für die Spieleröffnung. “Wenn der Druck zu hoch ist im Spielaufbau, spielen wir vielleicht auch einmal mehr lang, um ihm auch den Rhythmus für das Spiel zu geben”, sagt Seoane, “das ist normal”.

Dies ist aber nicht aufgrund Lunevs spielerischer Fähigkeiten nötig, sondern wird dessen fehlender Praxis geschuldet sein, wie Seoane erklärt. Schließlich sei Lunev “gegen Budapest und Freiburg viel in den Spielaufbau involviert”, gewesen. Doch besondere Situationen erfordern besondere Maßnahmen. “Angenommen, der Gegner presst am Samstag den ersten Abstoß mit sechs Spielern, dann werden wir den Ball wahrscheinlich nicht fünf Mal durch den Fünfmeterraum spielen. Wir werden Andrey die Aufgabe jetzt nicht nochmal erschweren, sondern ihm helfen”, so Seoane.

Auch bei gegnerischen Standards dürfe man von Lunev nicht erwarten, dass er jetzt besonders häufig rauskommt. “Viel wichtiger ist es, dass er gut vorbereitet wird: Wie greift Augsburg an? Wie spielen sie ihre Standards? Damit er ein gutes Gefühl hat.” Und Seoane von seinem guten Gefühl nicht getäuscht wird.

Stephan von Nocks

Nach vier Monaten: Adli vorm Comeback

Ende März verletzte sich Amine Adli im Einsatz für die französische U-21-Nationalmannschaft. Nun steht der Offensivakteur vor dem Sprung in den Leverkusener Spieltagskader. In diesen könnten auch die im Dortmund-Spiel lädierten Robert Andrich und Piero Hincapie zurückkehren.

Vor der Rückkehr: Leverkusens Offensivspieler Amine Adli ist nach einer Oberschenkelverletzung wieder fit.

Vor der Rückkehr: Leverkusens Offensivspieler Amine Adli ist nach einer Oberschenkelverletzung wieder fit.

IMAGO/Hartenfelser

Vor zwei Wochen hat Amine Adli nach seiner Sehnenoperation im Oberschenkel auf dem Trainingsplatz die ersten Schritte im Kreis der Mannschaft absolviert. Bei Passübungen, vorsichtig bei Spielformen, bestenfalls als freier Mann, der keine Zweikämpfe bestreiten musste, übte er seitdem mit. Doch diesen Abschnitt des Aufbautrainings hat der 22-Jährige nun hinter sich.

Nachdem die Belastung in den vergangenen Tagen schrittweise gesteigert wurde, mischte der schnelle Angreifer nun am Mittwoch komplett in allen Einheiten mit, führte Zweikämpfe, musste kein Limit mehr einhalten. Folglich ist die Rückkehr des 2021 vom FC Toulouse aus der zweiten französischen Liga gekommene Talent in den Leverkusener Spieltagskader am Samstag gegen den FC Augsburg durchaus im Bereich des Möglichen.

Grünes Licht von den Ärzten

Grünes Licht von den Ärzten hat Adli offensichtlich bekommen und der lauf- und einsatzfreudige Unruhestifter hält das Wochenende für einen realistischen Zeitpunkt für sein Comeback. “Ich fühle mich gut, Mal sehen, wie die nächsten Tage laufen”, sagt Adli, der seit über vier Monaten wieder ein komplettes Teamtraining absolviert hat.

Für Adli würde eine lange Pause enden – bei Robert Andrich und Piero Hincapie hoffen sie bei Bayer, dass diese nach ihren Blessuren aus dem Dortmund-Spiel am Samstag (0:1) noch rechtzeitig fit werden. Bei Verteidiger Hincapie, der unter einer Knochenprellung leidet, sieht es besser aus, auch wenn der Ecuadorianer genauso wie Andrich am Mittwoch im Mannschaftstraining fehlte. Letzterer, von einem Bluterguss im Gesäß gepeinigt, bestreitet mit den Schmerzen einen Wettlauf gegen die Uhr.

Links sind Bakkers Qualitäten gefragt

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Macht der Sechser weiter Fortschritte, könnte es noch bis Samstag reichen.  Doch die Wahrscheinlichkeit, dass einer aus dem Trio beginnt, ist eher gering. Bei Adli ist dies ohne Rhythmus und Spielpraxis ausgeschlossen, für Hincapie dürfte gegen defensive Augsburger in jedem Fall der offensivstärkere Mitchel Bakker links verteidigen. Und selbst wenn sich Andrich auf den letzten Drücker zurückmeldet, dürfte Trainer Gerardo Seoane den Mentalitätsspieler trotz seiner Bedeutung für die Elf nicht bedingungslos einem Akteur wie Charles Aranguiz oder dem in Dortmund überzeugenden Exequiel Palacios vorziehen.

Stephan von Nocks

Besiktas lockt Amiri – aber noch nicht Bayer

Besiktas Istanbul ist an der Verpflichtung von Leverkusens Nadiem Amiri interessiert. Doch eine Einigung der Klubs liegt nach dem ersten Angebot der Türken für den deutschen Nationalspieler noch in weiter Ferne.

Darf gehen: Unter Bayer-04-Trainer Gerardo Seoane hat Nadiem Amiri nur geringe Chancen auf Einsatzzeiten.

Darf gehen: Unter Bayer-04-Trainer Gerardo Seoane hat Nadiem Amiri nur geringe Chancen auf Einsatzzeiten.

IMAGO/Revierfoto

Am Samstag beim 0:1 in Dortmund durfte er nochmal in der Bundesliga für Bayer 04 ran. In der 78. Minute wechselte Trainer Gerado Seoane den Verkaufskandidaten Nadiem Amiri ein. Doch trotz eines ordentlichen Auftritts (“Er war engagiert, aber ihm fehlt noch etwas der Rhythmus”, so Seoane), hat sich an der Situation des 25-Jährigen nichts geändert. Auch wenn Leverkusens Trainer ihn und den ebenfalls als Abgang eingeplanten Joel Pohjanpalo wie jeden anderen Kaderspieler behandelt.

Einen der aktuell unter Vertrag stehenden Profis möchte Seoane nicht aussortieren. “So lange ein Spieler da ist, versuchen wir, mit ihm zu einhundert Prozent zu arbeiten”, erklärt der Schweizer, der aber bezogen auf Amiri auch eindeutig bekundet: “Er weiß, dass wir ihm vielleicht auf seiner Position nicht die gewünschte Spielzeit geben können. Das haben wir schon vergangene Saison kommuniziert.”

“Wenn für ihn etwas auf den Tisch kommt, das ihn überzeugt, kann ich mir vorstellen, dass er das auch macht.”

Leverkusens Trainer Gerardo Seoane über einen möglichen Abgang von Nadiem Amiri

Die Aussicht auf regelmäßige Einsätze ist für Amiri, der als Sechser, Achter, Zehner, aber auch auf den Außenpositionen im Mittelfeld spielen kann, in Leverkusen nicht gegeben. Also trifft Seoane folgende Einschätzung: “Wenn für ihn etwas auf den Tisch kommt, das ihn überzeugt, kann ich mir vorstellen, dass er das auch macht.”

Mehr zu Bayer 04

Der erste Teil dieser Transfergleichung steht offenbar. So zeigt ein Klub aus Istanbul Interesse an Amiri. Besiktas, das in der vergangenen Saison als Meister und Pokalsieger des Jahres 2021 nur auf Rang 6 in der türkischen SüperLig landete, lockt den deutschen Nationalspieler (fünf Einsätze) und ist bereits in die Verhandlungen mit Bayer 04 eingestiegen.

Das erste Angebot war deutlich zu niedrig

Eine Einigung zwischen beiden Klubs ist aber noch nicht abzusehen, gaben die Türken doch ein erstes Angebot ab, das nicht annähernd den Vorstellungen des Bundesligisten entspricht. Schließich möchte Bayer, das 2019 neun Millionen Euro an 1899 Hoffenheim für Amiri überwies, in etwa auch diese Summe nun wieder erlösen. Die Offerte von Besiktas soll allerdings im niedrigen einstelligen Millionenbereich gelegen haben.

Kann Bayer Amiri und auch Pohjanpalo, der etwa drei Millionen Euro Ablöse bringen soll, verkaufen, wäre damit auch eine Rahmenbedingung für weitere Verstärkungen erfüllt, die der Werksklub auf der Linksaußen- und auch auf der Sechserposition erwägt: So soll der Kader nicht zu groß werden, um nicht zu viele unzufriedene, weil kaum eingesetzte Profis zu haben.

Angesichts von 21 fix im Bundesligakader eingeplanten Feldspielern müsse man Platz schaffen, um mit weiteren Zugängen Qualität hinzuzugewinnen. Kommt Besiktas mit einem marktgerechten Angebot für Amiri, wäre zumindest eine Planstelle im Kader frei.

Stephan von Nocks

Seoane über Andrich: “Klar, dass er fraglich ist”

Bei der 0:1-Niederlage in Dortmund musste er frühzeitig vom Platz. Und auch am Dienstag fehlte Robert Andrich wegen eines Blutergusses im Hüftbereich. Trainer Gerardo Seoane würde sich wundern, wenn der Führungsspieler am Samstag gegen den FC Augsburg zur Verfügung steht.

Musste gegen Dortmund bereits nach 13 Minute verletzt runter: Robert Andrich.

Musste gegen Dortmund bereits nach 13 Minute verletzt runter: Robert Andrich.

IMAGO/RHR-Foto

In der ersten Einheit der Trainingswoche fehlten zwei Akteure, die in Dortmund noch in der Startelf standen: Doch während bei Piero Hincapie die Zeichen günstig stehen, dass Gerardo Seoane am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den FCA auf den Innen- oder Linksverteidiger zurückgreifen kann, sieht es bei Robert Andrich schlechter aus.

Dies ist bereits an Seoanes Wortwahl zu erkennen. “Rob ist verletzt und Piero angeschlagen”, sagt der Schweizer, der bei Hincapie von einer baldigen Rückkehr ins Teamtraining ausgeht. “Er ist eine Knochenprellung. Er hat heute nicht trainiert, wird wahrscheinlich im Lauf der Woche wieder dabei sein. Es sollte gehen”, so sein Ausblick.

Seoane hält sich mit Prognosen zurück

Bei Andrich hält sich der Trainer mit einer Prognose zurück, lässt aber durchblicken, dass er eher nicht mit dem Mentalitätsspieler am kommenden Wochenende rechnet. “Er hat am Sonntag und am Montag nichts gemacht und heute war er bei den Physios. Es würde mich…”, sagt Seoane und unterbricht sich selbst, bevor er das Wort wundern ausspricht, und fährt fort: “Aber ich möchte nichts sagen, was ich in fünf Tagen revidieren muss.”

Seoanes Zurückhaltung ist verständlich. Schließlich laboriert Andrich zwar an einem schmerzhaften Bluterguss. Eine strukturelle Muskelverletzung liegt aber laut Klubangaben nicht vor. Und so ist es nicht ausgeschlossen, dass bei einem schnellen Abbau der Blutansammlung auch schnell Besserung eintritt. Doch Seoane erklärt: “Es ist ja klar, dass er fraglich ist – mindestens für Samstag. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht so ist.”

Hohe Leistungsdichte auf der Doppelsechs

Zwar würde Andrichs Ausfall schmerzen, doch auf der Doppelsechs verfügt Bayer 04 über die höchste Leistungsdichte im ganzen Kader: Obwohl der Trainer in Dortmund gleich mit drei potenziellen Sechsern begann, saß mit dem chilenischen Nationalspieler und Strategen Charles Aranguiz noch ein vierter Könner bei Anpfiff auf der Ersatzbank.

Ohne Andrich steigen die Chancen von Aranguiz, gegen den FCA zu beginnen. Auch wenn Seoane gegen die defensiver als der BVB erwarteten Augsburger dann zu Beginn nur auf zwei Sechser zurückgreifen dürfte.

Einer davon dürfte Exequiel Palacios sein, der in Dortmund quasi als falsche Zehn überzeugte. Da der Werkself-Trainer neben diesen in der Doppelsechs einen klarer defensiv orientierten Mittelfeldspieler wie Aranguiz und keinen Achter und Freigeist wie Kerem Demirbay nominiert, würde nicht überraschen für den Fall, dass mit Andrich einer von den zwei Akteuren passen muss, die mehr typische Sechser-Fähigkeiten mitbringen.

Stephan von Nocks

Torschützenkönig-Check: Wer wird Lewandowski-Nachfolger?

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5:50Nach dem Wechsel von Anthony Modeste zu Borussia Dortmund ist ein Thema noch spannender geworden, das ohnehin schon heiß diskutiert wurde: Das Erbe Robert Lewandowskis als Dauer-Torschützenkönig der Bundesliga. In unserem Goalgetter-Check schauen wir auf das ziemlich große Kandidatenfeld.

DFB-Sportgericht sperrt Hradecky für ein Spiel

Sein Platzverweis war unstrittig, doch selbst Schiedsrichter Felix Brych zeigte mit Lukas Hradecky Mitleid. Das DFB-Sportgericht sprach gegen Leverkusens Keeper nun die Mindestsperre aus.

Dr. Felix Brych erklärt Lukas Hradecky die Hinausstellung, Edmond Tapsoba musste dann ins Tor.

Dr. Felix Brych erklärt Lukas Hradecky die Hinausstellung, Edmond Tapsoba musste dann ins Tor.

IMAGO/Kirchner-Media

Was war passiert? In der Nachspielzeit der Partie bei Borussia Dortmund (0:1) am Samstagabend fing Lukas Hradecky vor dem heranstürmenden BVB-Kapitän Marco Reus den Ball. Zwar stand der Keeper von Bayer 04 Leverkusen im Strafraum, die Aktion mit den Händen selbst fand aber außerhalb des Sechzehners statt. Nach einer VAR-Entscheidung entschied Brych auf Rote Karte, da Hradecky mit seiner Aktion eine klare Torchance verhinderte.

Es folgten einige Diskussionen, auch zwischen Brych und Hradecky. Der Schiedsrichter erklärte Hradecky seine Entscheidung, gab aber auch zu, mit dem Finnen mitfühlen zu können: “Er tat mir fast ein bisschen leid.” Allerdings sah Brych keine andere Entscheidungsmöglichkeit, als die Rote Karte zu zeigen. “Es ging nicht anders”, sagte der 47-Jährige.

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Am Montag gab nun das DFB-Sportgericht das Strafmaß für Hradecky bekannt. Das Gremium sah den Fall eines “unsportlichen Verhaltens”  und sprach die Mindestbestrafung von einem Spiel gegen Hradecky aus. Damit wird der Bayer-Kapitän nur das anstehende Heimspiel der Werkself am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg verpassen. Eine Woche später am 20. August steht er gegen die TSG Hoffenheim wieder zur Verfügung.