Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Kovac: Es gab Spieler, die gezweifelt haben

Niko Kovac hat beim VfL Wolfsburg die Kurve gekriegt. Was nach dem Fehlstart in der Bundesliga nicht selbstverständlich war. Der Trainer räumt ein, dass auch Spieler womöglich an der Arbeit des 51-Jährigen gezweifelt haben.

Hat seine Spieler mittlerweile überzeugt: Wolfsburgs Trainer Niko Kovac.

Hat seine Spieler mittlerweile überzeugt: Wolfsburgs Trainer Niko Kovac.

IMAGO/eu-images

Eine neue Ansprache, eine veränderte Trainingsgestaltung, eine andere Spielidee. Die Fußballer des VfL Wolfsburg kennen das nur zu gut. 2021 verließ Oliver Glasner die Niedersachsen in Richtung Frankfurt, auf den Österreicher folgten Mark van Bommel, anschließend Florian Kohfeldt und in diesem Sommer Niko Kovac.

Vier Trainer, vier verschiedene Ansätze. Und auch der Kroate drohte wie seine beiden Vorgänger schnell in Bedrängnis zu geraten. “Entscheidend ist es, dass man die Spieler von einer Idee überzeugt”, sagt der Coach und räumt ein: “Es hat ein bisschen Zeit gebraucht. Du musst Erfolge haben, wenn du aus den ersten fünf Spielen nur zwei Punkte holst, ist es schwierig.”

So schwierig, dass zwangsläufig schnell erste Zweifel aufkamen in Wolfsburg, nach sieben Spielen war Wolfsburg 17. Kovac drohte eine Mannschaft zu verlieren, die er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht hinter sich und seiner Idee versammelt hatte. “Es gab sicherlich den einen oder anderen”, sagt der Kroate, “der überlegt und gezweifelt hat.”

Gemeinsamer Weg – auch wenn es “bisschen stürmischer ist”

Aus den Zweifeln musste Überzeugung werden. Und das möglichst schnell. Schließlich kennt Kovac die Mechanismen des Geschäfts nur zu gut. “Der Trainer ist immer derjenige, der zur Verantwortung gezogen wird.” Mit den VfL-Verantwortlichen Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer habe er aber eine klare Vereinbarung gehabt: “Wir gehen gemeinsam den Weg, auch wenn es mal ein bisschen stürmischer ist.”

Als ihm der Wind schon kräftig ins Gesicht blies, bekam Kovac die Kurve. “Wir haben die Mannschaft körperlich auf ein sehr hohes Niveau gebracht, haben sie taktisch einigermaßen entwickelt. Natürlich hätte jeder gerne den sofort Erfolg. Aber es gibt Mannschaften, die furios in die Saison gestartet und zum Ende weggebrochen sind. Unsere Entwicklung ist mir lieber, es lebt sich aktuell ein bisschen leichter.”

Auch, weil der Trainer nicht stur an seinem Plan festgehalten hat. “Vom Ansatz haben wir ein bisschen was verändert”, verweist Kovac auf einen veränderten Spielaufbau und die Abkehr von der Doppelsechs hin zu einer 4-3-3-Formation. Gleichzeitig betont er: “Von unseren Prinzipien sind wir nicht abgegangen.” Arbeit, Fußball, Leidenschaft – das Wolfsburger Leitmotiv steht über allem.

Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, wir können uns alle noch verbessern.

Niko Kovac

Und so versammelt der Kroate in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte eine deutlich gefestigtere Mannschaft als noch zu Saisonbeginn um sich. Ein Team, zu dem in Kürze auch die WM-Fahrer dazustoßen: Koen Casteels (Belgien), Jakub Kaminski (Polen) und Jonas Wind (Dänemark) steigen nach dem Ausscheiden ihrer Teams am 15. Dezember wieder ins Training ein. Um in 2023 die Europapokalplätze in Angriff zu nehmen. “Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, wir können uns alle noch verbessern.”

Thomas Hiete

Kovac und der Europa-Angriff: “Das ist das, was wir wollen”

Niko Kovac hat eine turbulente Anfangsphase beim VfL Wolfsburg hinter sich. Nach reichlich Gegenwind in den ersten Saisonwochen geht der Trainer nun mit Schwung in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Am Dienstag sprach der 51-Jährige über seine Mannschaft, seine Ziele – und nicht mehr über Max Kruse.

Chefcoach Niko Kovac hat mit dem VfL Wolfsburg Europa im Blick.

Chefcoach Niko Kovac hat mit dem VfL Wolfsburg Europa im Blick.

IMAGO/regios24

Als das Thema auf Max Kruse kommt, da wird der gesprächige Niko Kovac einsilbig. Der Trainer des VfL Wolfsburg scheint sich vorgenommen zu haben, einfach nichts mehr über seinen Ex-Spieler zu sagen. Kovac hatte es im Sommer versucht mit Kruse, ihn dann im September rausgeschmissen, nun wurde der Vertrag des potenziellen Unruhestifters aufgelöst. Notwendig für den Teamerfolg? “Das Thema ist vorüber, wir reden jetzt über die, die da sind.”

Das Ziel ist Europa

Und mit denen ist Kovac auf einem guten Weg, als Tabellensiebter geht der VfL im Januar in die restlichen 19 Saisonspiele. Mit welchem Vorhaben? Hier wird der Trainer anders als bei Kruse deutlich. Das Ziel ist Europa, das internationale Geschäft. “Wir haben das am Anfang der Saison ausgegeben, davon wollen wir uns nicht verabschieden. Wir haben die Hinserie gut beendet. Jetzt heißt es, dort anzusetzen, wo wir aufgehört haben.” Kovac geht voran, legt die Messlatte weit nach oben, hat keine Lust auf Mittelmaß. “Europa gibt jedem Spieler wieder mehr Erfahrung, solche europäischen Spiele sind anders als Bundesligaspiele, es geht anders zur Sache. Das ist eine Besonderheit, da entwickelst du dich weiter. Das ist das, was wir wollen.”

Wünscht sich Kovac Neuzugänge im Winter, um im besten Fall sogar noch die Champions-League-Ränge anzugreifen? “Wie jeder Klub beobachten wir den Markt und schauen gezielt hin”, sagt der Coach, der vor ein paar Monaten noch die fehlende Balance im Aufgebot angeführt hatte, im Sommer gerne noch einen zusätzlichen linken Innenverteidiger gehabt hätte. Daran hat sich zwar nichts geändert, gleichwohl räumt der 51-Jährige ein: “Wir als Trainerteam brauchten ein bisschen Zeit, um alles einzusortieren.”

“Wir werden nichts überstürzen”

Dass beispielweise Micky van de Ven alle Minuten bestreitet, davon war im Sommer noch nicht auszugehen. “Er hat das Vertrauen bekommen”, sagt Kovac, “und er hat es absolut gerechtfertigt.” Gleichwohl habe er mit dem Niederländer unverändert “nur einen linken Innenverteidiger. Es kann schnell zu Verletzungen kommen, dann müssen wir improvisieren.” Eine Transfer-Forderung formuliert der Fußballlehrer deshalb aber nicht. “Wir werden nichts überstürzen. Wir wollen mit der Mannschaft weiterarbeiten und erfolgreich sein.”

Das ist der VfL in den letzten Wochen vor der WM-Pause gewesen, für Kovac war die Partie bei Eintracht Frankfurt (1:0) am 10. September “der Klick-Moment” für seine Mannschaft, die anschließend zwar noch mal einen Rückschlag bei Union Berlin (0:2) erlitt, sich seither aber “in die richtige Richtung” bewege. Frankfurt war das erste Spiel ohne Max Kruse. Niko Kovac lächelt bei dieser Feststellung. Sagen möchte er dazu aber nichts.

Thomas Hiete

Oberdorf spendet Fußballspruch-Preisgeld an “Scoring Girls”

Lena Oberdorf hat ihr Preisgeld für den Fußballspruch des Jahres gespendet. Die Nationalspielerin unterstützt ein Fußballprojekt zur Stärkung von Mädchen in Deutschland und im Irak.

Spendet ihr Preisgeld: Lena Oberdorf.

Spendet ihr Preisgeld: Lena Oberdorf.

IMAGO/Beautiful Sports

Ende Oktober hatte Lena Oberdorf mit “Frauenfußball, Männerfußball. Es ist ein Fußball” die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung Fußballspruch des Jahres – verliehen von der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur – gewonnen. 

Am Samstag, nach dem 5:0 ihres VfL Wolfsburg gegen Eintracht Frankfurt, gab sie den Scheck weiter an 14 Mädchen aus dem Projekt “Scoring Girls” von Hawar Help e.V. – ein Fußballprojekt zur Stärkung von Mädchen in Deutschland und im Irak.

“Für mich war die Entscheidung, an wen das Preisgeld geht, recht einfach. Ich kannte das Projekt “Scoring Girls” schon und es repräsentiert alles, was den Fußball für mich ausmacht: Fairness und Respekt. Auf dem Fußballplatz sind wir alle gleich”, erklärte die 20-jährige Oberdorf.

Tekkal über das Projekt “Scoring Girls”

Das Projekt bietet Mädchen, die keinen Zugang zum Vereinssport haben, einen sicheren sozialen Raum. Neben kostenlosem Fußballtraining schafft das multiethnische und multireligiöse Projekt auch abseits des Platzes soziale Angebote, Ausflüge, Hausaufgabenbetreuung und Familienarbeit.

Viele der “Scoring Girls” mussten aus ihren Herkunftsländern nach Deutschland flüchten, andere sind hier geboren. “Ich will den Mädchen die Freiheit schenken, die ich durch den Fußball bekommen habe”, sagte Gründerin Tugba Tekkal, ehemalige Bundesliga-Spielerin, die sich gemeinsam mit ihren Schwestern im Rahmen der Menschenrechtsorganisation HÀWAR.help für die Stimmen von Minderheiten einsetzt. “Mädchen sollen Freiheit und Selbstbestimmung erleben können, Chancen bekommen, Klischees hinter sich lassen – das wollen wir mit unserem Projekt erreichen”, so Tekkal weiter.

TV-Novum im DFB-Pokal-Viertelfinale der Frauen

Der DFB hat die Anstoßzeiten für das DFB-Pokal-Viertelfinale der Frauen festgelegt. Dabei kommt es zu einer TV-Premiere.

Köln und Wolfsburg treffen im DFB-Pokal-Viertelfinale erneut aufeinander.

Köln und Wolfsburg treffen im DFB-Pokal-Viertelfinale erneut aufeinander.

IMAGO/Vitalii Kliuiev

Am 28. Februar entscheidet sich, wer im DFB-Pokal der Frauen ins Halbfinale einziehen wird. Nun steht auch fest, zu welchen Uhrzeiten die vier Paarungen ausgetragen werden, die Ende November ausgelost worden waren.

Bereits ab 18 Uhr (LIVE! bei kicker) treffen an jenem Dienstag der 1. FC Köln und Titelverteidiger VfL Wolfsburg aufeinander. Außerdem empfängt parallel Zweitligist RB Leipzig die SGS Essen und Leipzigs Ligakonkurrent FC Carl Zeiss Jena den SC Freiburg.

Das Besondere: Erstmals wird Pay-TV-Sender “Sky” die Partien sowohl als Einzelspiel als auch in einer Konferenz zeigen. Das Topspiel um 20.30 Uhr zwischen der TSG Hoffenheim und dem FC Bayern München überträgt neben “Sky” auch die ARD im Livestream.

In den vergangenen acht Jahren hatte jeweils der VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen, zuletzt mit einem 4:0-Sieg über Turbine Potsdam, das in diesem Jahr im Achtelfinale dem 1. FC Köln mit 1:2 unterlag.

Zuletzt sah Köln gegen Wolfsburg wenig Land

Die Wölfinnen, amtierender Double-Gewinner, sind auch in diesem Jahr wieder das Maß der Dinge und führen die Bundesliga-Tabelle mit acht Siegen aus acht Spielen und fünf Punkten Vorsprung gegenüber dem FC Bayern an. Bei Pokalgegner Köln hatten sie in der Liga zuletzt mit 5:1 und 4:0 gewonnen. Ähnlich deutlich hatten sich die Bayern am vergangenen Freitag bei der TSG Hoffenheim durchgesetzt (4:0).

Die Leipziger hatten im Achtelfinale Bundesligist Eintracht Frankfurt – derzeit Tabellendritter – mit 2:1 überrascht, während Jena im Zweitliga-Duell gegen den SC Sand mit 4:2 die Oberhand behalten hatte.

Nun wollen die beiden Außenseiter bis ins Halbfinale vordringen, das zwischen dem 15. und 17. April ausgetragen wird. Das Endspiel findet erneut im Kölner Rhein-Energie-Stadion statt. Gespielt wird am 18. Mai.

Dienstag, 28. Februar, 18 Uhr:

RB Leipzig – SGS Essen
FC Carl Zeiss Jena – SC Freiburg
1. FC Köln – VfL Wolfsburg

Dienstag, 28. Februar, 20.30 Uhr:

TSG Hoffenheim – FC Bayern München

Nach Duell mit Mbappé: Kaminski kehrt als “besserer Spieler” zurück

Mit Jakub Kaminski hat sich am Sonntag der letzte Spieler des VfL Wolfsburg von der WM in Katar verabschiedet. Der Pole kehrt jedoch erhobenen Hauptes nach Wolfsburg zurück – und spielt auch dort längst eine wichtige Rolle.

Wolfsburgs Jakub Kaminski ist mit Polen bei der WM ausgeschieden.

Wolfsburgs Jakub Kaminski ist mit Polen bei der WM ausgeschieden.

imago images

Die Enttäuschung war zunächst groß, nach dem polnischen Aus im Achtelfinale gegen Frankreich (1:3) wird aber schnell der Stolz überwiegen. Sowohl bei dem Team als auch bei Jakub Kaminski persönlich. Der 20-Jährige kann auf vier Einsätze zurückblicken, zweimal stand er in der Startelf, so auch im Duell mit Kylian Mbappé und Co.

“Ich gehe als besserer Spieler nach Deutschland zurück”

Gegen den Superstar war der Wolfsburger Flügelspieler auf der rechten Seite permanent auch defensiv gefordert, das Aus konnte auch er nicht verhindern. Dennoch: Kaminski demonstrierte bei seinem ersten großen Turnier auf der großen Bühne, dass mit ihm in Zukunft zu rechnen ist. Damit setzte er das fort, was er in der Hinserie in der Bundesliga bereits angedeutet hat. Und ist überzeugt: “Ich gehe als besserer Spieler nach Deutschland zurück.”

“Er ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung”

Niko Kovac wird’s freuen, der Trainer hält ohnehin große Stücke auf Kaminski, der sich im Laufe dieser Saison einen Stammplatz erkämpft hat und mit drei Torvorlagen in 13 Ligaspielen und seinem Siegtreffer im Pokal bei Eintracht Braunschweig (2:1) auch schon Spuren hinterlassen hat. “Er wird von Woche zu Woche besser”, freute sich Geschäftsführer Jörg Schmadtke bereits über die Entwicklung seines Sommerneuzugangs, der für 10 Millionen Euro von Lech Posen gekommen war. Die Überzeugung des 58-jährigen Managers: “Er ist noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung.” Die WM-Teilnahme dürfte einen weiteren Schub gegeben haben. Kaminski, der nun acht Länderspiele auf dem Konto hat: “Ich habe an Erfahrung gewonnen.”

Das gilt auch für die anderen beiden WM-Fahrer, wenngleich das Turnier für Belgiens Ersatzkeeper Koen Casteels und vor allem für den dänischen Stürmer Jonas Wind enttäuschend verlief – beide kamen nicht über die Gruppenphase hinaus. Während Casteels von vornherein wusste, dass er nur im Notfall zum Einsatz kommen würde, hatte sich Wind mehr ausgerechnet. Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand verzichtete jedoch gänzlich auf den Wolfsburger Offensivmann, der in der Hinserie acht von 15 Spielen wegen einer Oberschenkelverletzung verpasst hatte. Und auch anschließend kam der 23-Jährige lediglich ein Mal in der Startelf zum Einsatz. Zu wenig, um sich für mehr Einsatzzeit im Nationalteam zu empfehlen.

Thomas Hiete

Frauen-Bundesliga stellt neue Zuschauer-Bestmarke auf

Die Frauen-Bundesliga verzeichnet eine historische Zuschauer-Bestmarke. Schon nach neun Runden haben mehr Fans die Stadien besucht als in der gesamten bisherigen Rekordsaison.

Bayerns Sydney Lohmann (li.) grinst für ein Fan-Selfie.

Bayerns Sydney Lohmann (li.) grinst für ein Fan-Selfie.

picture alliance / Eibner-Pressefoto

In der bisherigen Rekordsaison 2013/14 hatten nach allen 22 Spieltagen insgesamt 156.355 Zuschauer zu Buche gestanden. Diese Zahl wurde in der laufenden Spielzeit bereits am 9. Spieltag um rund 17.000 überschritten: Insgesamt 173.438 Fans haben schon jetzt die Stadien besucht. Eine neue historische Zuschauer-Bestmarke für die Frauen-Bundesliga.

Das Spitzenspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt (5:0) am vergangenen Samstag mit 14.027 Zuschauern in der Volkswagen-Arena schraubte die ohnehin schon beträchtliche Zahl nochmal in die Höhe. Die Bestmarke für die meisten Zuschauer in einer Partie war übrigens im Eröffnungsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München mit 23.200 Fans im Deutsche Bank Park aufgestellt worden.

Rekorde wurden aber nicht nur in den großen Stadien, sondern auch in den angestammten Heimstätten der Vereine aufgestellt: So lief der SC Freiburg vor 6.273 Fans im Dreisamstadion gegen den FC Bayern München auf, und die Frauen des 1. FC Köln feierten mit 5.400 Zuschauern gegen Wolfsburg im Franz-Kremer-Stadion eine vereinseigene Bestmarke.

Personeller Knall droht: DFL-Chefin Hopfen vor der Ablösung

Der Aufsichtsrat der DFL tagt in dieser Woche. Eine brisante Sitzung. Nach kicker-Recherchen kann es zu einem gewaltigen personellen Knall kommen:  Der Vertrag mit Donata Hopfen (46) könnte noch vor Weihnachten aufgelöst  werden.

Handschrift gesucht: DFL-Aufsichtsrat Hans-Joachim Watzke und DFL-Chefin Donata Hopfen.

Handschrift gesucht: DFL-Aufsichtsrat Hans-Joachim Watzke und DFL-Chefin Donata Hopfen.

IMAGO/Kirchner-Media

Über die weitere Zusammenarbeit mit Hopfen wird schon seit einigen Wochen im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Watzke und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium diskutiert.

Seit dem 1. Januar 2022 ist Hopfen DFL-Chefin, Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL GmbH, Sprecherin des Präsidiums des DFL e.V. und in diesen Funktionen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball.

Hopfen ist Nachfolgerin von Christian Seifert, der von 2005 bis 2021 sehr erfolgreich die Liga gesteuert hat. In die tiefen Fußstapfen von Seifert konnte Hopfen nicht treten. Das war auch nicht das erklärte Ziel der früheren Vorsitzenden der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe und späteren Digitalberaterin von BCG Digital Ventures (ab Sommer 2019). 

Die vergebliche Suche nach Hopfens Handschrift

Hopfen trat an, um der DFL ihre Handschrift zu geben. Das ist ihr nach Meinung führender Köpfe in der Liga in den zurückliegenden elf Monaten nicht gelungen. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Auffassung ihrer Kritiker bisher Zeichen setzen.

Gedrückte Stimmung in der DFL-Zentrale 

Aus Kreisen ihrer Mitarbeiter wird geklagt, dass die Stimmung in der DFL-Zentrale in der Guiollettestraße 44-46 in Frankfurt am Main gedrückt sein; mehrere langjährige Mitarbeiter haben die DFL in den vergangenen Monaten verlassen.

Hopfens Vertrag ist bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Kommt es zur Trennung, wird die DFL eine hohe Abfindung zahlen müssen.  Auf die Frage, wie stark die Unterstützung aus der Liga ist, entgegnete die DFL-Chefin in dem am 31. Oktober in einem kicker-Interview lachend: “Mehr geht immer. ”

Ahnte sie da schon, was sich über ihr zusammenbraut?   

Rainer Franzke

Brekalo, Waldschmidt und Co.: Die Wolfsburger Wechselempfehlungen

Mit welchem Kader geht der VfL Wolfsburg im Januar in die zweite Saisonhälfte? Zunächst einmal dürfte auf der Abgangsseite Bewegung in das Aufgebot kommen. Einige Spieler wurden darüber informiert, dass sie den Klub verlassen können.

Luca Waldschmidt (li.) und Josip Brekalo können den VfL Wolfsburg verlassen.

Luca Waldschmidt (li.) und Josip Brekalo können den VfL Wolfsburg verlassen.

IMAGO/Jan Huebner

Noch ist es ruhig beim VfL. Die Mannen von Coach Niko Kovac trainieren wieder und haben den ersten Teil dieser Wintervorbereitung begonnen, große Bewegung ist in den Kader aber noch nicht gekommen. Obwohl so mancher Spieler die Info erhalten hat, dass er sich nach einem neuen Klub orientieren könne. “Wir haben dem einen oder anderen gesagt, dass es sinnhaft wäre, sich auf dem Markt umzuschauen”, bestätigt Geschäftsführer Jörg Schmadtke, “wir haben immer noch einen Kader, der nach unserem Empfinden ein Stück weit zu groß ist.”

Namen derjenigen, die der VfL ziehen lassen würde, nennt der Manager nicht. Sie liegen aber ohnehin auf der Hand. Luca Waldschmidt, Maximilian Philipp, Josip Brekalo oder Jerome Roussillon, die allesamt in dieser Saison bislang nur eine Nebenrolle spielen, dürften dazugehören. Während bei Waldschmidt zumindest das Hoffenheimer Interesse verbrieft ist, wird Brekalo dieser Tage mit dem AC Monza in Verbindung gebracht. Davon wisse er nichts, sagt Schmadtke, räumt aber im Fall des Kroaten ein, dass er den VfL ein halbes Jahr vor Vertragsende verlassen kann. “Das haben wir im Sommer schon gesagt und das sagen wir jetzt auch noch.”

Brekalo, der nach seiner enttäuschenden Hinserie (sechs Spiele, dreimal Startelf, eine Vorlage) den Sprung auf den kroatischen WM-Zug verpasst hat, will wie schon so häufig lieber heute als morgen weg aus Wolfsburg. Eine ganz große Ablöse wird für den 24-Jährigen nicht mehr zu erzielen sein, immerhin aber würde der VfL bei einem Abgang des 33-maligen Nationalspielers Gehalt einsparen. Für das letzte Halbjahr bei den Niedersachsen wären das rund 1,5 Millionen Euro.

Testspiel ohne Fans

Fraglich also, ob Brekalo am kommenden Samstag noch dabei ist, wenn der VfL sein erstes Testspiel in dieser Vorbereitung absolviert. Wie erwartet, geht es am 10. Dezember um 13 Uhr gegen den dänischen Tabellenführer FC Nordsjaelland. Die VfL-Fans können ihre Mannschaft dabei jedoch nicht unter die Lupe nehmen – das Spiel findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Thomas Hiete