Petersens Doppelschlag reicht nicht zum Sieg

Der SC Freiburg kam am Donnerstag im Testspiel gegen den SV Sandhausen nicht über ein Remis hinaus. Beim 2:2 gegen den Zweitligisten betrieb Stürmer Nils Petersen Eigenwerbung.

Schlug gegen Sandhausen doppelt zu: Freiburgs Angreifer Nils Petersen.

Schlug gegen Sandhausen doppelt zu: Freiburgs Angreifer Nils Petersen.

picture alliance/dpa

Mit einem kleinen Kader inklusive dreier U-23-Spieler – aufgrund von Belastungssteuerung gönnte Coach Christian Streich zwölf Akteuren eine Pause – wartete der SCF gegen den Zweitligisten auf. Und Uphoff mit einer unglücklichen Aktion: Der Keeper schoss nach einem Rückpass von Gulde Ajdini an, von dem der Ball ins Tor prallte (9.).

Die Breisgauer fanden nur schwer ins Spiel, machten zunächst lediglich durch einen von SVS-Schlussmann Drewes stark parierten Sallai-Freistoß auf sich aufmerksam (20.). Die Gäste blieben offensiv präsent (Ritzmaier, 31., Kinsombi, 33.), ehe der Bundesligist kurz vor der Pause stärker wurde. Sallais Kopfball geriet zu schwach (41.), Petersen verpasste ein Zuspiel des erstmals eingesetzten Siquet und Sekunden später traf Demirovic nur die Latte (beides 45.).

Petersen ist mit dem Kopf zur Stelle – Zhirov auch

Nach Wiederanpfiff nahm Freiburgs Spiel deutlich Fahrt auf. Dies spiegelte sich in einem Doppelschlag wieder, zweimal war Petersen per Kopf zur Stelle und drehte damit den Spieß um (52., 54.).

Für die Gäste aus der Kurpfalz hatten vielversprechende Offensivszenen im zweiten Durchgang Seltenheitswert – der Ausgleich gelang nichtsdestotrotz: Zhirov nickte nach Ritzmaiers Ecke am zweiten Pfosten ein (70.).

In der Schlussphase waren die Streich-Schützlinge dem Sieg durch Sallai näher, was Drewes jedoch mit einer starken Parade zu verhindern wusste (80.).

Tore und Karten

0:1
Ajdini (9′)

1:1
Petersen (52′, Kopfball, Sallai)

2:1
Petersen (54′, Kopfball, Höler)

2:2
Zhirov (70′, Kopfball, Ritzmaier)

Tore und Karten

0:1
Ajdini (9′)

1:1
Petersen (52′, Kopfball, Sallai)

2:1
Petersen (54′, Kopfball, Höler)

2:2
Zhirov (70′, Kopfball, Ritzmaier)


SC Freiburg

Freiburg


SC Freiburg

Freiburg

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Flekken (Tor)


SV Sandhausen

Sandhausen


SV Sandhausen

Sandhausen

Aufstellung

Einwechslungen

Spielinfo


Stadion

Dreisamstadion

Spielinfo


Anstoß

27.01.2022, 14:00 Uhr


Stadion

Dreisamstadion Freiburg

Streich resümierte nach dem Spiel gegenüber dem kicker: “Es war ein guter Test, bei beiden Teams war Engagement drin. Für uns war es total sinnvoll.” 

Freiburger Jungprofis in der 3. Liga: Ezekwem stabil, Weißhaupt torgefährlich

Die 3. Liga will der SC Freiburg zur Ausbildung seiner Talente nutzen, außerdem sollen dort auch Jungprofis zum Einsatz kommen. Sie sollen auf möglichst hohem Niveau Wettkampfpraxis bekommen oder nach Verletzungen wieder herangeführt werden, so wie in den vergangenen Spielen Kimberly Ezekwem.

Auffällig in Liga 3: Kimberly Ezekwem.

Auffällig in Liga 3: Kimberly Ezekwem.

Getty Images

Beim 4:2-Sieg des SC Freiburg II gegen Türkgücü München am Dienstagabend war Kimberly Ezekwem 90 Minuten auf dem Platz, so wie am Freitag beim 1:1 bei Borussia Dortmunds Zweitvertretung. Der Linksverteidiger gehörte gegen die Münchner neben Doppeltorschütze Noah Weißhaupt zu den auffälligsten SC-Spielern. Der 20-Jährige war defensiv zuverlässig und leitete mit seinen häufigen offensiven Vorstößen gute Torchancen ein. Nach einer langwierigen Muskelverletzung, die ihn rund drei Monate zum Zuschauen zwang, scheint Ezekwem wieder in der Form zu sein, die er in der vergangenen Aufstiegssaison beim SC II hatte.

SC-Trainer Christian Streich hatte schon im November berichtet, dass bei Ezekwem “mehrere Baustellen aufgearbeitet wurden, die schon länger zurückliegen”. Physios und Ärzte hätten gute Arbeit geleistet. Im Dezember kehrte Ezekwem in der 3. Liga auf den Platz zurück, zunächst für jeweils etwa eine halbe Stunde in zwei Spielen, danach wurde die Einsatzzeit gesteigert. Jetzt kann er wieder über die volle Distanz gehen. Und auch wenn er nicht an den entscheidenden Toren beteiligt war, so war er doch ein großer Faktor als es darum ging, das junge Team nach dem Rückstand in der zweiten Hälfte wieder voranzutreiben.

Weißhaupts erste Profitore

Ezekwem gehört zu den sechs Youngstern, die vom Sport-Club vor dieser Saison aus der U 23 in den Profikader befördert wurden. Er hatte allerdings noch keinen Einsatz in der Bundesliga, im Gegensatz zu Noah Weißhaupt, der gegen Türkgücü zweimal traf – zum 1:0 allerdings mit Beteiligung des Arms, die nicht geahndet wurde, und bei einem Konter in der Nachspielzeit zum 4:2-Endstand. Es waren seine ersten Profitore. Zuletzt gehörte der 20-jährige Offensivspieler häufig zum Bundesligakader, kam aber nur bei der Niederlage in Dortmund zum Einsatz, wo er Lehrgeld bezahlen musste. Am Dienstagabend konnte er in der 3. Liga seine Stärken im Eins-gegen-eins ausspielen, und verpasste weitere Treffer nur knapp.

“Wir haben zwischenzeitlich Balleroberungen zugelassen, waren zu unsauber im Passpiel und haben den Gegner so wieder ins Spiel zurückgeholt”, sagte SC-II-Coach Thomas Stamm über die zweite Halbzeit, in der die Freiburger die beiden Gegentore innerhalb von rund fünf Minuten kassierten. “Aber es sind junge Spieler, die da auf dem Platz stehen und die vielleicht noch nicht immer die nötige Stabilität haben”, fügte Stamm hinzu. Das gilt auch für Ezekwem und Weißhaupt, auch wenn sie zu den Leistungsträgern beim Heimsieg gehörten.

Dazu beigetragen hat auch Kiliann Sildillia, der nach überstandener Corona-Infektion sein Comeback in der zweiten Mannschaft gab, zunächst auf der linken, und nach einem verletzungsbedingten Wechsel auf der rechten Innenverteidigerposition. Stürmer Nishan Burkart, der häufiger im Drittligakader als im Bundesligakader stand, fehlte hingegen angeschlagen.

Angesichts der Ligapause im Oberhaus gibt es am Freitag im Auswärtsspiel in Würzburg die nächste Chance für den SC-Nachwuchs, sich in der 3. Liga zu präsentieren. Zumindest für diejenigen, die nicht im Testspiel des Bundesligisten am Donnerstag gegen den SV Sandhausen dabei sind.

Daniela Frahm

Auch Baden-Württemberg lässt wieder mehr Zuschauer zu

Nachdem Bayern tags zuvor bekanntgegeben hatte, dass wieder bis zu 10.000 Zuschauer ins Stadion dürfen, legte Baden-Württemberg am Mittwoch nach.

Es wird wieder lebendiger: Stuttgart freut sich gegen Frankfurt auf 6000 Fans.

Es wird wieder lebendiger: Stuttgart freut sich gegen Frankfurt auf 6000 Fans.

imago images/MIS

Als zweites Bundesland hat Baden-Württemberg weitreichende Öffnungen für die Stadien und Hallen bekanntgegeben. Gemäß der Beschlüsse vom Mittwoch sind bei Großveranstaltungen mit der 2G-Plus-Regel künftig bis zu 6000 Zuschauer erlaubt. Bei Events mit 2G-Regelung ist die Zahl bei 3000 gedeckelt.

Generell dürfen die Arenen maximal zur Hälfte ausgelastet werden, dabei sind höchstens 10 Prozent Stehplätze zugelassen. Bislang waren in 2022 in Baden-Württemberg lediglich Sportveranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern erlaubt.

“Wir sind über das Signal, dass wieder Zuschauer zugelassen werden, natürlich erst mal froh”, sagte der Vorstandschef vom VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. “Was die starke Einschränkung der Kapazitäten betrifft, schließen wir uns den Statements der DFL und der Kollegen aus der Liga aus den letzten Tagen an”, sagte Hitzlsperger aber auch. Die DFL und mehrere Bundesliga-Klubs haben die Politik für den Verzicht auf eine weitere Öffnung der Fußballstadien für Besucher kritisiert.

Der stark abstiegsgefährdete VfB spielt sein nächstes Heimspiel am 5. Februar gegen Eintracht Frankfurt. Freiburg (in Köln) und Hoffenheim (in Mainz) sind am 21. Spieltag auswärts gefordert.

Am Dienstag beschloss bereits Bayern einen Sonderweg und kündigte die Zulassung von bis zu 10.000 Fans an. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit nur 750 Zuschauer in Stadien erlaubt. Die Bund-Länder-Beratungen hatten am Montag keine einheitlichen neuen Regelungen ergeben.

Taktik: Wie Freiburgs variable Spielanlage Stuttgart Probleme bereitete

Der SC Freiburg wich beim 2:0 gegen Stuttgart überraschend deutlich von seinen beiden Grundformationen ab, kombinierte sie und hielt auch dadurch den VfB erfolgreich in Schach. Eine Analyse.

Derbyjubel: Der SC Freiburg um Nicolas Höfler (li.) besiegt den VfB Stuttgart.

Derbyjubel: Der SC Freiburg um Nicolas Höfler (li.) besiegt den VfB Stuttgart.

imago images/Pressefoto Baumann

Das seit vielen Jahren unter Christian Streich erprobte 4-4-2 mit hängender Spitze (sehr nah an einem 4-2-3-1 im Angriffsspiel) oder ein seit einigen Spielzeiten praktiziertes 3-4-3 – zwischen diesen beiden Standardsystemen entscheidet sich das Freiburger Trainerteam Woche für Woche. Auf dem Platz sind mit und gegen den Ball ab und an kleinere Änderungen zu sehen, mal ein Zehner statt einer Spitze im 3-4-3, auch mal ein 4-2-3-1 in Phasen ohne Ball wie beim 6:0-Rekordsieg in Gladbach.

Doch beim Spiel gegen Stuttgart am Samstag ließ sich die SC-Formation überraschenderweise gar nicht in ein bekanntes Grundschema pressen. Streich und Co. setzten offensiv wie defensiv auf eine sehr ausgeprägte Variabilität in der Spielanlage – und reagierten damit auch auf das meist asymmetrisch angeordnete 3-4-3 der Stuttgarter mit einem höher postierten rechten Außenspieler (Führich) im Vergleich zu seinem linken Pendant (Sosa).

Günter rückt weit nach vorne

Das Freiburger Personal, dasselbe wie beim 4:1-Pokalerfolg über Hoffenheim am Mittwoch, deutete auf ein 4-4-2 hin, doch auf dem Platz waren deutliche Abweichungen zu beobachten. Im eigenen Aufbau- und Positionsspiel rückte Linksverteidiger Günter weit nach vorne, stand oft sogar höher als Grifo, der sich vom linken Flügel kommend nach innen orientierte und das linke offensive Zentrum besetzte, um sich der gegnerischen Dreierkette zu entziehen. Rechts außen postierte sich Schade oft auf der vordersten Linie mit Zentrumstürmer Demirovic, Höler als so genannte “Neuneinhalb” band entweder zwischen den beiden Kollegen ganz vorne eine weitere VfB-Defensivkraft, oder bot sich im rechten Zehnerraum an.

Für Probleme beim VfB sorgte Freiburg beispielsweise dann, wenn sich Rechtsverteidiger Kübler, der manchmal hinten das rechte Glied einer etwas nach rechts verschobenen Dreierkette bildete, über die Außenbahn mit in die Offensive einschaltete. Dann ließ sich Sechser Nicolas Höfler zum Dreieraufbau mit den Innenverteidigern Lienhart und Schlotterbeck nach hinten fallen und Achter Eggestein allein im Zentrum. So entstand etwa die erste Freiburger Großchance in der 28. Minute.

Zuordnungsprobleme beim VfB

Höfler passte auf Eggestein, der schickte Kübler mit einem langen Ball zur Grundlinie, dessen Hereingabe setzte dann der nachgerückte Grifo freistehend übers Tor. Da Stuttgarts linker Außenspieler Sosa schon durch Schade gebunden war, war öfter Dribbler Tibidi gefordert, die eher ungewohnten Wege mit Kübler nach hinten mitzugehen, was ihm nicht immer gelang. Kübler hatte auch Eggesteins frühe Kopfballgelegenheit (5.) über einen Lauf zur Grundlinie mit eingeleitet. Der SC sorgte somit rechts und auch links, wo sich Mavropanos, Endo und Führich nicht immer einig waren, wie sie Grifo und Günter aufnehmen sollten, für Zuordnungsprobleme beim VfB.

Die etatmäßige Offensivkraft Schade deckte darüber hinaus die gesamte rechte Bahn ab. Gerade nach der Führung und während einiger VfB-Ballbesitzphasen ließ sich der U-21-Nationalspieler als Gegenspieler von Sosa auf die letzte Defensivlinie fallen und verbreiterte sie zu einer Fünferkette. Besonders diese kompakte 5-2-3-Fomation vermochten die Gäste nicht zu knacken.

Letztlich gewann die Freiburger das Spiel natürlich auch dank einer Portion Glück in der Schlüsselminute vor der Führung – die sehr variable, so ähnlich auch schon im Pokal in Sinsheim praktizierte, Spielanlage war jedoch definitiv ein positiver Faktor. Vor allem, weil sie von den SC-Profis diszipliniert, engagiert und mit kernigem Zweikampfverhalten umgesetzt wurde, beispielsweise im effektiven Gegenpressing.

Der Kader des SC Freiburg auf einen Blick

Carsten Schröter-Lorenz

Warum die Bundesliga bis 4. Februar pausiert, die DFB-Elf aber auch

Vor dem 21. Spieltag macht die Bundesliga fast 14 Tage Pause – in Europa sind in dieser Zeit aber auch keine Länderspiele. Woran liegt das?

Dortmund und Leverkusen - hier Meunier und Wirtz - stehen sich am 21. Spieltag gegenüber. Gerade ist aber erstmal eine Pause.

Dortmund und Leverkusen – hier Meunier und Wirtz – stehen sich am 21. Spieltag gegenüber. Gerade ist aber erstmal eine Pause.

picture alliance

Nach der Winterpause ist vor der Winterpause: Nur rund zwei Wochen nach dem Rückrundenauftakt ruht in der Bundesliga schon wieder der Ball. In der 1. und 2. Liga liegt zwischen dem gerade absolvierten 20. und dem bevorstehenden 21. Spieltag ein spielfreies Wochenende am 29./30. Januar.

Eine ganz normale Länderspielpause? Nicht ganz. Die deutsche Nationalelf etwa trägt in dieser Zeit ebenfalls keine Partien aus, sie steigt erst Ende März ins Länderspieljahr 2022 ein. Und so ergeht es auch allen anderen europäischen Nationen.

Der Hintergrund der ungewöhnlichen Länderspielpause: Während im Einzugsbereich der UEFA keine internationalen Spiele anberaumt sind, stehen in allen anderen Kontinentalverbänden vom 24. Januar bis zum 1. Februar WM-Qualifikationsspiele auf dem Programm, in Afrika zudem die finale Phase des Afrika-Cups.

Nur in Europa steigen keine Länderspiele – 2020 war es umgekehrt

Dieses Abstellungsfenster hatte die FIFA den Verbänden aus Asien, Afrika, Südamerika, Nord-/Mittelamerika/Karibik und Ozeanien bereits im August 2020 gewährt, als klar war, dass die damals bevorstehende Länderspielperiode (31. August bis 8. September 2020) der Corona-Pandemie zum Opfer fallen musste.

Weil die UEFA-Nationen damals jedoch Länderspiele bestreiten durften – Deutschland hatte sich mit einem 1:1 gegen Spanien aus dem langen “Lockdown” zurückgemeldet -, erhalten die europäischen Nationalspieler nun mitten in der Saison eine seltene Verschnaufpause, wenn ihre Nationaltrainer sie nicht zu einem Sonder-Lehrgang einladen. Im deutschen Profifußball darf nur die 3. Liga durchspielen.

Der Rahmenterminkalender 2022/23

Demirovic und Schade als neues Traumduo? Streich sieht “noch keine Signifikanz”

Sieben Offensivspieler konkurrieren beim SC Freiburg um vier Plätze in der Offensive. Stürmer Ermedin Demirovic wurde von Cheftrainer Christian Streich gelobt, Talent Kevin Schade zeigte sich bemerkenswert reflektiert.

Gesetzt in Freiburg? Die SC-Stürmer Ermedin Demirovic und Kevin Schade.

Gesetzt in Freiburg? Die SC-Stürmer Ermedin Demirovic und Kevin Schade.

Christian Streich gab am Wochenende nichts aus. “Ich bin schon lange drin. Da ist es klar, dass du irgendwann mal solche Zahlen hast”, sagte der Cheftrainer des SC Freiburg schmunzelnd über das 400. Bundesligator seiner Amtszeit. Kevin Schade hatte mit seinem Rechtsschuss zum 2:0-Endergebnis gegen den VfB Stuttgart das Baden-Württemberg-Derby entschieden und dem Sport-Club den ersten Ligasieg in diesem Jahr gesichert. “Ein sehr wichtiges Spiel, wichtiger als für mich” sei das für den Ur-Badener Streich gewesen, verriet Schade. Ihm als gebürtigen Potsdamer sei ja “jedes Spiel” wichtig …

Pfeilschneller Schade hat keine Panik beim Abschluss

Gegen den VfB war das wieder gut zu sehen: In seinem sechsten Startelfeinsatz in der Liga wirbelte der 20-Jährige mit viel Tempo und Unbekümmertheit in den Stuttgarter Abwehrreihen. Bei seinem Tor zeigte Schade (kicker-Note 2) auch, dass ihn vor Torhütern keine Panik überkommt. Es war sein bereits vierter Pflichtspieltreffer. Bereits im Pokal-Achtelfinale am vergangenen Mittwoch in Hoffenheim (4:1) war Schade zuvor erfolgreich gewesen. “Die Arbeit gegen den Ball war heute entscheidend. Jeder hat geackert, gekämpft und in den richtigen Phasen die Bälle gehalten. Das hat Stuttgart kaputt gemacht”, lobte Schade, der selbst 75 Prozent seiner Zweikämpfe gewann und im Top-Speed-Ranking mit 36,37 km/h gleichauf mit Bayerns Alphonso Davies und nur knapp hinter dem Mainzer Jeremiah St. Juste (36,63) liegt.

Die Arbeit gegen den Ball war heute entscheidend. Jeder hat geackert, gekämpft und in den richtigen Phasen die Bälle gehalten. Das hat Stuttgart kaputt gemacht.

Kevin Schade

Schwaches Zweikampfverhalten: Schade wendet sich an Streich

Noch beim Jahresauftakt gegen Arminia Bielefeld (2:2) hatte er nach seiner Einwechslung einen eher mäßigen Auftritt gerade beim Zweikampfverhalten hingelegt, das aber offenbar reflektiert und Lehren daraus gezogen. Schade habe von selbst das Gespräch gesucht, berichtete Streich, der diesen Umgang sehr positiv aufnahm. In Stuttgart nun setzte Schade immer wieder gut nach und eroberte diverse Bälle. Der Offensivspieler ist Freiburgs nächstes Versprechen für die Zukunft und könnte eines Tages eine saftige Ablöse einbringen. Zukunftsmusik: Nach kicker-Informationen ist er noch bis 2026 vertraglich im Breisgau gebunden.

Einen ähnlichen Aufschwung erlebte zuletzt Ermedin Demirovic. Der Stürmer, der weite Teile der vergangenen Saison als Stammspieler erlebte, war in dieser Spielzeit oft außen vor, kam zuletzt aber mit zwei Toren und zwei Vorlagen in Pokal und Liga wieder in Fahrt. “Andere haben sehr gut gespielt in der Hinrunde, dann nimmst du sie auch nicht immer nach 50, 60 Minuten raus”, begründete Streich, der in erfolgreichen Phasen meist wenige Gründe für Veränderungen sieht. Lucas Höler (gegen Stuttgart kicker-Note 2 und Spieler des Spiels) beispielsweise spiele einfach eine sehr gute Saison, Woo-Yeong Jeong ebenso.

Andere haben sehr gut gespielt in der Hinrunde, dann nimmst du sie auch nicht immer nach 50, 60 Minuten raus.

Christian Streich

Doch: “Demi malocht sich rein in die Spiele”, sagte der SC-Coach anerkennend. Es sei “extrem erfreulich” wie der bosnische Nationalspieler auftrete, Demirovic sorge für massive Unruhe beim Gegner. Und der 23-Jährige scheint gut mit Schade zu harmonieren. Gegen Stuttgart legte Demirovic (kicker-Note 3) für Schade auf, ebenso in Hoffenheim. Und beim herben 1:5 in Dortmund netzte Demirovic das einzige Freiburg-Tor nach einem Schuss Roland Sallais ein – dem ein toller Antritt Schades vorausgegangen war.

“Für die Jungs ist es hart”

“Ich sehe noch keine Signifikanz, dass die beiden immer spielen müssen, weil sie zusammen Tore schießen”, analysierte Streich, den der zunehmende Konkurrenzkampf der Abteilung Attacke freuen dürfte. Neben Schade und Demirovic kämpfen mit Höler, Sallai, Jeong, Nils Petersen und dem meist gesetzten Vincenzo Grifo sieben Profis um vier Plätze im Angriff. “Es ist schwierig für mich, diesmal Jeong und Sallai draußen zu lassen”, gab Streich zu und weiß: “Wir müssen immer viel sprechen. Für die Jungs ist es hart.”

Im Moment, so scheint es, haben Demirovic und Schade die Nase einen Millimeter vorn. Beide sind aber das beste Beispiel dafür, wie schnell sich die Lage ändern kann.

Jim Decker

Höfler: So bleibt Freiburg bis zum Ende oben dabei

Mit Glück in der Schlüsselminute, letztlich aber verdient, gewann Freiburg mit 2:0 gegen Stuttgart und hat sich auch in der Liga nach der Klatsche in Dortmund zurückgemeldet. Mittelfeldstratege Nicolas Höfler traut dem SC auch am Saisonende einen Platz im oberen Tabellenbereich zu.

Freiburgs Nicolas Höfler (links) zeigt es an: Oben in der Tabelle soll der Sport-Club bleiben.

Freiburgs Nicolas Höfler (links) zeigt es an: Oben in der Tabelle soll der Sport-Club bleiben.

imago images/Pressefoto Baumann

“Der Knackpunkt sind die zwei Situationen, bis dahin hatten wir nicht immer Zugriff”, kommentierte Christian Streich die Schlüsselminute im Baden-Württemberg-Duell. Erst nahm Schiedsrichter Tobias Stieler seinen aufgrund des Duells zwischen Alexis Tibidi und Lukas Kübler verhängten Strafstoß für Stuttgart nach einem On-Field-Review zurück, dann zappelte der Ball 60 Sekunden später im Netz hinter VfB-Keeper Florian Müller. Hiroki Ito hatte einen Distanzschuss von Nicolas Höfler abgefälscht.

Wir haben wahnsinnig viel malocht.

Christian Streich

In diesen Schlüsselszenen hatte der SC also Glück, beherrschte danach jedoch die Partie. “Wir haben in der vorderen Linie wahnsinnig viel malocht, haben immer wieder versucht, die Innenverteidiger unter Druck zu setzen”, analysierte Streich: “So hatten wir in der zweiten Hälfte ein Übergewicht, haben uns ein paar Torchancen erarbeitet, und wir haben das meiste vom Tor weghalten können.”

Höfler: Richtige Reaktion “extrem wichtig für uns”

Am Ende stand ein klares Chancenplus zugunsten der Freiburger (6:1), die ihre fünfte Möglichkeit durch Kevin Schade kaltschnäuzig zum entscheidenden 2:0 nutzten. So hat sich der Sport-Club nach dem eindrucksvollen 4:1-Pokalerfolg in Hoffenheim auch in der Liga nach der 1:5-Klatsche in Dortmund zurückgemeldet. “Wir sind alle froh und es ist extrem wichtig für uns, dass wir auch nach dem Pokalspiel in der Liga eine Reaktion gezeigt haben, denn das Spiel in Dortmund war richtig schlecht von uns”, freute sich Nicolas Höfler.

Freiburg steht nun mit zwei Zählern Rückstand auf den Dritten Leverkusen auf Platz 5, hat fürs Erste gezeigt, dass der Auftritt beim BVB offenbar nur ein Ausrutscher war. Es gibt darauf zwar natürlich noch keine belastbare Antwort, dennoch ist die Frage weiterhin spannend: Kann der SC auch am Saisonende dort oben stehen?

Wir haben extreme Qualität in der Mannschaft, bis auf das Spiel in Dortmund haben wir das die letzten Monate auch regelmäßig gezeigt.

Nicolas Höfler

“Ich glaube schon”, sagte Mittelfeldstratege Höfler bei “Sky” und nannte zumindest nachvollziehbare Argumente und Bedingungen für seine positive Prognose: “Wir haben extreme Qualität in der Mannschaft, bis auf das Spiel in Dortmund haben wir das die letzten Wochen und Monate auch regelmäßig auf dem Platz gezeigt. Wenn wir diese Linie weiterfahren, unsere Leistung abrufen und der eine für den anderen kämpft, dann sind wir extrem stark, dann ist es sehr schwierig gegen uns zu gewinnen. Anders gesagt: Dann ist die Wahrscheinlichkeit für uns hoch, viele Spiele zu gewinnen oder positiv zu gestalten.”

Lesen Sie auch: Mislintat redet sich wegen Elfmeter in Rage: “Wenn es selbst die Freiburger sagen …”

Carsten Schröter-Lorenz

Streich: “Ich bin froh, dass wir wegkommen”

Zwischen Optimismus und Warnung – ein nach dem Pokalerfolg gut gelaunter Christian Streich blickt dem Duell mit Landesrivale Stuttgart entgegen, das für ihn eine besondere Zäsur darstellt. Ein zuletzt starker Youngster könnte ausfallen.

"Die Zwittersituation ist nicht gut für den Kopf" Christian Streich.

“Die Zwittersituation ist nicht gut für den Kopf” Christian Streich.

imago images/Langer

Das nächste “letzte Mal” steht an. Noch einmal Abschied vom Dreisamstadion nehmen, heißt es für Streich und Co. an diesem Wochenende. Ein letztes Mal bereiten sich die SC-Profis an der kultigen, langjährigen Heimstätte auf ein Spiel vor. Ab nächster Woche findet auch der Trainingsalltag im und am neuen Europa-Park-Stadion mit seinen zwei Rasenfeldern und zwei Torwarttrainingsplätzen statt. Die Heimspiele steigen bereits seit Mitte Oktober 2021 in der neuen Heimat am anderen Ende der Stadt.

“Ich bin froh, dass wir wegkommen, die Zwittersituation ist nicht gut für den Kopf – und für das Herz auch nicht”, sagt Streich, dem dieser finale Umzugsschritt nahe geht – symbolisiert durch viele Erinnerungsstücke auf dem Schrank im ebenso kultigen Trainerbüro unter dem Fanshop. “Viele Briefe und viele Figuren, aus Ton und aus allem, aus Wolle, Phantasiefiguren vom SC, Klamotten, alles. Dinge, die man sich vorstellt und kaum vorstellen kann”, zählt er in typischem Duktus auf. Eine Trennung fällt ihm schwer: “Ich kann das ja nicht irgendwie wegmachen.” In den nächsten zwei, drei Tagen will er sich mit dem Verbleib der Souvenirs beschäftigen, einen Teil mitnehmen und einen Teil dem SC-Museum anbieten.

Schades Auftritt auf der Kippe

Seine Hauptaufmerksamkeit gilt aber natürlich dem Bundesligaspiel gegen Stuttgart am Samstagnachmittag. Sein Team geht mit Rückenwind ins Baden-Württemberg-Duell, nachdem es mit dem 4:1-Pokalerfolg bei der TSG Hoffenheim eine beeindruckende Antwort auf die 1:5-Klatsche gegen Dortmund gegeben hat. Die eine oder andere Blessur trugen die SC-Profis vom intensiven Pokalabend davon. Am härtesten hat es Kevin Schade getroffen, den Chris Richards bei seinem Gelb-Foul heftig am Sprunggelenk getroffen hatte. Der U-21-Nationalspieler konnte noch etwa 25 Minuten weiterspielen und erzielte kurz vor seiner Auswechslung in der 58. Minute das entscheidende 3:1. Sein Einsatz gegen den VfB steht auf der Kippe.

Grundsätzlich möchte Streich vor der Bundesliga-Pause an die “taktisch sehr gute und wache Leistung mit sehr guter Kommunikation” seiner Spieler anknüpfen, um den ersten Ligasieg im neuen Jahr zu holen: “Das wollen wir unter allem Umständen schaffen”. Dafür seien “viel Energie und Power, auch im Kopf” sowie ein großer “Wille” für die richtigen Laufwege im Pressing und Gegenpressing nötig. Streich zeigte sich in dieser Hinsicht “optimistisch”, warnte aber erwartungsgemäß vor dem Gegner.

Streich: “Das dürfen wir nicht zulassen”

Vom Tabellenstand dürfe man sich nicht blenden lassen. Stuttgart habe beim 0:2 gegen Leipzig “richtig gut gespielt”, eine “junge, aber individuell sehr gute Mannschaft”, die nur aktuell durch die Ergebnisse “nicht das ganz große Selbstvertrauen” habe. “Aber in dem Moment, wo wir zwei, drei Prozent nachlassen, werden sie aufdrehen, einen Spieler von uns umspielen – und dann kriegen sie das Selbstvertrauen”, so Streich: “Das dürfen wir nicht zulassen.”

Streich wirkt nach dem Einzug ins Pokalviertelfinale gelöst. Seine gute Laune wird nur von der Tatsache getrübt, dass auch zur brisanten Partie gegen den VfB nur 500 Zuschauer ins Stadion dürfen. “Das tut weh”, sagt Streich, dem allerdings seine Profis den nächsten Stimmungsschub bescheren können: Mit einem weiteren Sieg. Damit dürfte dem 56-Jährigen dann wohl auch das emotionale Sortieren, Aufräumen und Packen im Trainerbüro leichter fallen.

Carsten Schröter-Lorenz

Matarazzo will nichts von einem Charaktertest wissen

Nach einem Punkt aus den jüngsten vier Spielen und Platz 17 ist der VfB Stuttgart in Freiburg besonders gefordert. Pellegrino Matarazzo warnt vor dem Gegner, will aber nichts von einem Charaktertest wissen.

Tabellarisch in Schieflage: Pellegrino Matarazzo und der VfB Stuttgart.

Tabellarisch in Schieflage: Pellegrino Matarazzo und der VfB Stuttgart.

imago images/Imagebroker

Die jüngste Vergangenheit unterstreicht, warum Matarazzo vor Freiburg warnt. “Sie sind ein extrem unangenehmer Gegner und schwer zu schlagen”, sagt der Stuttgarter Chefcoach, der persönlich noch keinen Erfolg über den Gegner am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) feiern konnte. Der VfB ist seit fünf Spielen gegen den Sport-Club sieglos, zwei Remis folgten drei Niederlagen. Dass die Schwaben in diesen fünf Begegnungen zehn Treffer erzielten, half ihnen nicht – sie ließen 13 zu.

Im Breisgau erwarten die Stuttgarter eine hohe Hürde, von einem Charaktertest für seine Mannschaft will Matarazzo allerdings nichts wissen. “Jede Partie ist ein Charaktertest. Warum sollte das Spiel in Freiburg mehr Charaktertest sein als andere Partien?”, fragt der 44-Jährige, der auf die ordentliche Leistung beim 0:2 gegen Leipzig hinweist. “Man hat gesehen, dass die Mannschaft gewillt war und die nötige Energie und Intensität zeigte.” Dennoch sei eines unstrittig: “Nur wenn wir unser Leistungsniveau Spieltag für Spieltag abrufen, werden wir unsere Ziele erreichen. Ein Prozent weniger ist zu wenig.”

Freiburgs Pokal-Coup bestätigt Matarazzo

Welchen Einfluss das erfolgreiche Pokalspiel des SC in Hoffenheim am Mittwochabend auf das anstehende Duell haben wird, wird man abwarten müssen. Die Warnstufe hat dieses 4:1 jedenfalls erhöht. “Eine Bestätigung unserer Analyse” nennt es Matarazzo. “Sie waren noch effektiver mit ihrem Umschaltspiel. Davor waren sie nicht so brandgefährlich wie diesmal im Pokal”, meint der US-Italiener, dessen Mannschaft mehr denn je gewarnt sein sollte. Das Team von Trainer Christian Streich kassierte in dieser Saison als einziges Team noch kein Gegentor nach einem Konter. Stuttgart hingegen schon acht, nur die SpVgg Greuther Fürth mit elf noch mehr.

Für Matarazzo gehören die Freiburger aktuell mit zu Besten im Klassement. Sie seien “eine komplette Mannschaft, die viele Möglichkeiten hat, um ein Tor zu erzielen. Bei Standards sind sie top in der Liga, sie können auf zweite Bälle gehen und haben die Fähigkeit im Positionsspiel zu agieren. Meistens machen sie das anfangs, bis sie in Führung gehen und dann weniger Risiko eingehen.” Was es dem Gegner dann noch schwieriger mache. “Es zeichnet sie eine enorme Defensivleistung aus. Sie verfügen über ein hohes, mannorientiertes Pressing, gleichzeitig kennt jeder aber auch den richtigen Zeitpunkt, um sich in eine kompaktere Grundordnung fallen zu lassen und jeden Ball zu verteidigen.”

George Moissidis

Doppelpacker Grifo und der Pokal-Pott: “Der Traum ist riesig”

Mit dem 4:1 im Pokal in Sinsheim hat sich Freiburg für die Liga-Niederlage gegen Hoffenheim revanchiert – und auch für das 1:5 in Dortmund vergangenen Freitag.

Mittendrin in der Jubeltraube: Freiburgs Vincenzo Grifo.

Mittendrin in der Jubeltraube: Freiburgs Vincenzo Grifo.

imago images/Eibner

Mit der identischen Startelf wie bei der Last-Minute-Heimniederlage gegen Hoffenheim Mitte Dezember ging der SC Freiburg in das Pokalspiel bei der TSG. Vielleicht auch deshalb erklärte Vincenzo Grifo kurz nach dem Sieg, dass es zunächst eine Wiedergutmachung für das 1:2 in der Liga gewesen wäre, aber natürlich auch für die jüngste Klatsche beim BVB.

Grifo überragt beim Ex-Klub

Grifo trug bei seinem Ex-Klub als “Mann des Spiels” mit zwei Tore dazu bei, nachdem auch er in Dortmund enttäuscht hatte. “Die Jungs haben gesagt, heute wird es mal wieder Zeit, zieh nach innen und schieß mit deinem rechten Fuß ins lange Eck”, berichtete der Italiener im ARD-Interview über den für ihn eigentlich typischen Treffer, den er so aber schon länger nicht mehr erzielt hatte. Die frühe Führung nach einem Pass von Lucas Höler hatte er zudem selbst mit eingeleitet.

Die Jungs haben gesagt, heute wird es mal wieder Zeit, zieh nach innen und schieß mit deinem rechten Fuß ins lange Eck.

Vincenzo Grifo

Und als der Sport-Club einen Handelfmeter zugesprochen bekam, schnappte sich Grifo selbstbewusst den Ball, obwohl er in der Liga-Partie am ehemaligen Teamkollegen Oliver Baumann gescheitert war. “Es war nicht so einfach, wieder vor ihm zu stehen, weil er ein guter Torhüter ist und schon viele Elfmeter gehalten hat”, sagte der 28-Jährige, “aber ich war mir ziemlich sicher, und deswegen bin ich happy.”

Streich happy: “Wir waren bereit alle Wege zu gehen”

Kompromisslos schoss er den Strafstoß in die linke obere Ecke und machte damit auch seinen Trainer glücklich, der nach der Niederlage beim BVB schwer angefressen war. “Die Mannschaft hat eine sehr gute Reaktion gezeigt auf das enttäuschende Spiel in Dortmund”, fand Christian Streich, “wir waren bereit alle Wege zu gehen, haben gut umgeschaltet und hatten die Momente bei uns – zum Beispiel beim 3:1.”

Hoeneß siegt Freibuger “in ihrer besten Version”

Nur wenige Minuten nach dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer durch ein von Andrej Kramaric erzwungenes Eigentor von Nico Schlotterbeck stellten die Freiburger den alten Abstand durch einen sehenswerten Treffer von Kevin Schade wieder her. Es war so herausgespielt wie auch die anderen Treffer und Chancen, schnell und direkt. Das gute Umschaltspiel, die Effizienz (Chancenverhältnis 6:5) und vor allem eine bessere Zweikampfbilanz (60 Prozent) waren die Hauptgründe für den auch nach Ansicht von TSG-Trainer Sebastian Hoeneß verdienten Sieg: “Wir haben die Freiburger heute wieder in ihrer besten Version gesehen in puncto Cleverness, Härte und Zielstrebigkeit.”

Rückkehrer Nico Schlotterbeck und Flekken als Faktor

Dass die Spieler “kritikfähig” gewesen seien, und auch wieder “in der Lage, als Mannschaft aufzutreten”, habe sie in dem “Pokalfight” ausgezeichnet, erklärte Streich. Eine wichtige Rolle hat auch die Rückkehr von Nico Schlotterbeck und Torwart Mark Flekken (nach Corona-Infektionen) gespielt, auch wenn Flekken nicht ganz so souverän wirkte wie in der Bundesliga-Hinrunde. Schlotterbeck war sowohl beim ersten als auch beim dritten Tor der Ausgangspunkt, und erzwang nach einem Grifo-Freistoß auch den Elfmeter. Der 22-Jährige schaltete sich wie üblich häufig in die Offensive ein und verteidigte souverän.

“Ich bin sehr glücklich dass wir ins Viertelfinale eingezogen sind, das ist bei uns ja auch keine Selbstverständlichkeit”, sagte Streich. Eine Party wird er seinem Team trotzdem nicht gegönnt haben, da es schon am Samstag in der Liga mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart weiter geht. “Regenerieren, um im Derby vielleicht auch die Oberhand zu behalten”, lautete deshalb die Losung des SC-Coaches, der sich auch Grifo anschloss.

Dafür kämpft man, dafür spielt man, der Traum ist riesig, wir werden alles dafür geben.

Vincenzo Grifo

Angesichts des Favoritensterbens im Pokal sehen die Freiburger aber auch eine Titelchance in dieser Saison. “Dafür kämpft man, dafür spielt man, der Traum ist riesig, wir werden alles dafür geben”, kündigte der zweifache Torschütze an.

Daniela Frahm