Zucks Platzverweis sorgt für Zündstoff: “Conteh sagt selbst, dass er zuerst gezogen hat”

Kaiserslautern musste am Betzenberg die erste Niederlage in der Liga nach dem Aufstieg hinnehmen. Der “ominöse Platzverweis und die bittere Niederlage” nagten sichtlich an Coach Dirk Schuster.

Empörung beim FCK nach dem Platzverweis: Zuck (li.) sieht Rot.

Empörung beim FCK nach dem Platzverweis: Zuck (li.) sieht Rot.

IMAGO/Thomas Frey

FCK-Coach Schuster haderte im Nachhinein mit der knappen 0:1-Niederlage gegen den SC Paderborn. Im Duell Zweiter gegen Dritter haperte es bei den Roten Teufeln vor allem in “eigenem Ballbesitz und im Spiel nach vorne”, fasste Schuster den Auftritt seiner Mannschaft in der Pressekonferenz zusammen. Nichtsdestotrotz hielt Lautern gegen die ebenfalls gut in die Saison gestarteten Ostwestfalen dank eines guten Matchplans mit. Bis zum Platzverweis zeigte die kompakte, defensive Ausrichtung definitiv Wirkung und hemmte die bisher so überzeugende Paderborner Offensive.

Dieser Matchplan wurde nach der Pause gezwungenermaßen über den Haufen geworfen: Es war der Aufreger der Partie, als Hendrick Zuck in den Zweikampf mit Sirlord Conteh ging. Conteh nahm Zuck einige Meter ab, zog sich scheinbar am Routinier vorbei und wurde dann wiederum per Zupfer zu Fall gebracht. Der Referee Dr. Matthias Jöllenbeck entschied nach Betrachtung der Bilder auf Rot und Freistoß – ursprünglich lautete dessen Entscheidung Gelb und Elfmeter. Selbst nach mehrmaliger Wiederholung wurde allerdings nicht ganz klar, wann Zuck das aktive Zupfen beendete, bzw. ob Conteh zu diesem Zeitpunkt auf der Strafraumlinie stand.

Platzverweis hemmt den FCK

Jedenfalls lenkte diese Entscheidung das Spiel in eine andere Richtung, denn Lautern agierte von da an in Unterzahl. Was Schuster besonders beschäftigte war Contehs Einschätzung des Foulspiels: “Er sagte selbst auf dem Platz, dass er zuerst gezogen hat – dann wird plötzlich auf Freistoß und Rote Karte entschieden, da sind wir beschissen worden – das muss man so sagen.”

So klar Schuster die Szene auch sah, war sie keinesfalls einfach zu bewerten. Live sah es stark nach einem Elfmeter aus, Contehs mögliches Foulspiel im Voraus war kaum erkennbar. Die Wiederholung deutet wiederum auf einen korrekt gegebenen Freistoß hin, Zucks Vergehen als Notbremse einzustufen, ist obendrauf nachvollziehbar.

So bitter der Platzverweis auch war, schlug sich der FCK auch mit einem Mann weniger tapfer. Doch den Nackenschlag verpasste Top-Torschütze Felix Platte, der “nicht zu den blindesten Stürmern der Liga gehört, nach zwei Fehlern in einer Situation”. Die Lauterer sind nach der ersten Niederlage am kommenden Spieltag in Fürth zu Gast (Sonntag, 13.30 Uhr).

FCK in Unterzahl erstmals geschlagen: Plattes Treffer reicht Paderborn

Lautern und Paderborn duellierten sich im direkten Duell um die vorübergehende Tabellenspitze. Nach Zucks umstrittenem Platzverweis musste sich der FCK in Unterzahl erst spät dem Druck des SCP beugen: Platte stand im entscheidenden Moment goldrichtig.

Markierte den Goldenen Treffer für den SCP: Felix Platte.

Markierte den Goldenen Treffer für den SCP: Felix Platte.

IMAGO/Eibner

Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster schenkte nach dem 2:1 gegen St. Pauli derselben Startelf sein Vertrauen. Ebenfalls wenig Grund zu wechseln hatte Lukas Kwasniok auf der Gegenseite: Nach dem 4:2 gegen Hannover lief die beste Offensive der Liga wieder mit Torjäger Platte (4 Scorer) auf, der leicht angeschlagene Leipertz (Oberschenkel) wich auf die Bank.

Tomiak triffft Alu – Platte verzieht

Doch der Angriff des SCP kam zu Beginn der Partie nicht so richtig ins Spiel, gegen kompakte Lauterer fehlten den Gästen schlichtweg die Ideen. Dafür liefen die Roten Teufel nach gut zehn Minuten heiß: Erst wurde Wunderlichs Schlenzer geblockt (10.), kurze Zeit später jagte Tomiak einen Kopfball gegen den Querbalken (12.). Doch nach der Doppelchance flachte das Spielgeschehen deutlich ab: Paderborn ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, der FCK erwartete die Gäste mit einer kompakten Defensive.  

Nachdem Paderborn das Spiel immer mehr in die Lauterer Hälfte verlagerte, sprang auch die erste Chance heraus: Luthes Glanztat endete in einer unfreiwilligen Vorlage für Platte, der aus kurzer Distanz über das leere Tor köpfte (34.). Wer dachte, diese Chance diente der ereignisarmen Partie als Weckruf, wurde getäuscht. Stattdessen gab es weiterhin wenige Highlights, Boyd verpasste es zudem vor dem Seitenwechsel, van der Werffs Einladung zur Führung zu nutzen (44.).

Lange VAR-Pause: Zuck fliegt mit Rot

2. Bundesliga, 4. Spieltag

Anders als der erste Durchgang, startete Hälfte zwei mit einem Aufreger: Zuck verschlief das Laufduell mit Conteh und brachte ihn mit einem plumpen Zupfer zu Fall (47.). Zuerst hieß die Entscheidung Gelb und Elfmeter, doch nach VAR-Überprüfung waren die Roten Teufel plötzlich in Unterzahl. Jöllenbeck nahm den Elfmeter zurück, da das Foul außerhalb des Strafraums stattgefunden hatte, bestrafte Zucks Notbremse dafür aber mit Rot (50.).

Lautern stand also mit dem Rücken zur Wand und erwartete Paderborns Offensivpower in Unterzahl, hielt die Ostwestfalen durch ihr kompaktes Auftreten aber weitgehend in Schach. 

Platte trifft Lautern ins Mark

Mit Anbruch der Schlussphase zermürbte aber Platte die Lauterer Hoffnung auf einen Zähler in Unterzahl: Der Paderborner Top-Torschütze markierte Treffer Nummer vier nach einem Abpraller, jagte die Kugel trocken in die Maschen und ließ den Betzenberg verstummen (82.).

Tore und Karten

0:1
Platte (82′, Rechtsschuss, Justvan)

Tore und Karten

0:1
Platte (82′, Rechtsschuss, Justvan)

1. FC Kaiserslautern

Ritter (34. ), Tomiak (52. )

SC Paderborn 07

Pieringer (52. ), Schallenberg (63. ), Huth (65. )

1. FC Kaiserslautern

Zuck (50. )


1. FC Kaiserslautern

K’lautern


1. FC Kaiserslautern

K’lautern

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


SC Paderborn 07

Paderborn


SC Paderborn 07

Paderborn

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Dr. Matthias Jöllenbeck

Dr. Matthias Jöllenbeck
Freiburg

Schiedsrichter-Team

Dr. Matthias Jöllenbeck

Dr. Matthias Jöllenbeck
Freiburg

Spielinfo


Stadion

Fritz-Walter-Stadion

Zuschauer

30.000

Spielinfo


Anstoß

12.08.2022, 18:30 Uhr


Stadion

Fritz-Walter-Stadion Kaiserslautern


Zuschauer

30.000


Eckenverhältnis

3:3

Kaiserslautern kam nicht mehr zurück und musste die erste Niederlage hinnehmen, Paderborn eroberte derweil vorübergehend die Tabellenspitze. Die Roten Teufel spielen nächste Woche am Sonntag in Fürth (13.30 Uhr). Paderborn empfängt am Samstag Kiel (13 Uhr).

Schuster erklärt seine Kritik: Es geht darum, “zu sensibilisieren”

Beim 1. FC Kaiserslautern schlug Cheftrainer Dirk Schuster trotz des 2:1-Sieges gegen St. Pauli unerwartet kritische Töne an. Diese ordnete er am Donnerstag, einen Tag vor dem Duell gegen Paderborn, nochmal ein. 

Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster (li.) und Stürmer Terrence Boyd.

Kaiserslauterns Trainer Dirk Schuster (li.) und Stürmer Terrence Boyd.

IMAGO/Kirchner-Media

Sieben Punkte aus drei Spielen, Rang zwei und am Freitagabend die Chance, sogar vorübergehend Rang eins zu erobern, beim 1. FC Kaiserslautern ist die Stimmung seit der Zweitliga-Rückkehr über die Relegation bestens – könnte man meinen. Während die Mehrheit der fast 40.000 Fans im Fritz-Walter-Stadion am vergangenen Sonntag den 2:1-Sieg gegen St. Pauli bejubelten, herrschte bei den FCK-Protagonisten in den Katakomben vor allem Selbstkritik.

Allen voran Cheftrainer Schuster trat mit mehr als nur einem Fuß auf die Euphoriebremse. “Da oben” habe seine Mannschaft momentan nichts zu suchen, erklärte der Routinier mit Blick auf die Tabelle, die sein Team auf Rang zwei notiert, im ARD-Interview. Sturmtank Terrence Boyd, der ein Tor erzielte und das zweite vorbereitete, zudem kicker-Spieler des Tages war, bescheinigte er “noch viel Luft nach oben auf der Fahnenstange” und kündigte gar ein “Vier-Augen-Gespräch” an.

Da wird eine riesengroße Welle auf uns zurollen.

Dirk Schuster über den SC Paderborn

Alles halb so wild, betonte Schuster am Donnerstag, einen Tag vor dem Heimspiel gegen den SC Paderborn (Freitag, 18.30 Uhr, LIVE! bei kicker). “Wir haben gegen St. Pauli 2:1 gewonnen. Das ist ein richtig geiles Gefühl.” Aber: Ihm sei es vor allem darum gegangen, “alle, nicht nur im Verein, sondern auch außerhalb, zu sensibilisieren.” Denn mit Paderborn erwartet Schuster ein “absolutes Brett”, ein Kontrahent, der “vielleicht nicht den allergrößten Namen im Vereinsfußball” trage, “sodass man in Versuchung gerät, so einen Gegner als leicht schlagbar zu sehen – das ist absolut nicht der Fall.” Und auch das machte Schuster in einem mehrminütigen Monolog deutlich, in dem er die Stärken des SCP aufzählte.

Mehr zum Spiel

Ein “gewaltiges Offensivpotenzial” attestiert er dabei den Ostwestfalen. “Da wird eine riesengroße Welle auf uns zurollen.” Hervor hob der 54-Jährige insbesondere Offensivmann Sirlord Conteh (“ein Pfeil”) und Mittelfeldmann Ron Schallenberg, der defensiv und offensiv eine tragende Rolle spiele: “Er ist für mich einer der meist unterschätzten Spieler in der 2. Liga.” Das alles bedeute zwar nicht, “dass wir Beton anrühren oder den Bus parken”. Es gehe aber neben dem notwenigen Schulterschluss mit den Fans auch um die entscheidende Balance zwischen Defensive, Offensive und Umschaltspiel. 

Personell kann Schuster derweil auf den Kader des vergangenen Spieltags zurückgreifen. Einzig Ben Zolinski (Knieverletzung) und Nachwuchsmann Angelos Stavridis (Knöchelbruch) fehlen. Für die Partie hat der FCK bis Donnerstag 30.500 Karten verkauft, 200 an die Gäste.

Kwasniok über Lautern: “Mein angeborener Hass hält sich stark in Grenzen”

Lukas Kwasniok kämpft mit dem SC Paderborn am Freitagabend in Kaiserslautern um die Tabellenspitze. Trotz seiner Vergangenheit im Südwesten hegt er gegen die Roten Teufel keine Abneigung.

Lukas Kwasniok ist seit Sommer 2021 Trainer des SC Paderborn.

Lukas Kwasniok ist seit Sommer 2021 Trainer des SC Paderborn.

IMAGO/Köhn

Leipertz hatte sich im Heimspiel gegen Hannover am Oberschenkel verletzt. Schon nach zehn Minuten war für den aus Heidenheim gekommenen Offensivmann Feierabend. Am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker), wenn der SC Paderborn beim 1. FC Kaiserslautern gastiert, ist der 29-Jährige aber wohl fit und könnte “sowohl theoretisch als auch praktisch” in der Startelf stehen, wie Cheftrainer Lukas Kwasniok am Donnerstag vielsagend erklärte. Auch Marcel Mehlem rückt wieder in den Kader. Tobias Müller hingegen fällt nach einer im Training erlittenen leichten Bänderdehnung aus.

Kwasniok, der seine Bilanz gegen den FCK als “so lala” und die vergangenen Erfahrungen gegen Lautern als “eher suboptimal” bezeichnet, verspürt trotz seiner Vergangenheit als KSC- und Saarbrücken-Trainer keine besondere Abneigung gegenüber den Pfälzern: “Da ich kein geborener Karlsruher bin, hält sich mein angeborener Hass gegenüber Kaiserslautern oder Mannheim oder anderen Vereinen stark in Grenzen.”

Klar ist: Dem Sieger auf dem Betzenberg winkt – mindestens für eine Nacht – die Tabellenspitze. So oder so erwartet der SCP-Coach ein “heißes Spiel”, das auch von den Rängen befeuert wird. “Kaiserslautern versteht es in Heimspielen, das Publikum mitzunehmen”, warnt er vor dem “Hexenkessel”. “Die Mannschaft fühlt sich, glaube ich, auch so ein bisschen in der Bringschuld für die Fans, die in der Vergangenheit schon leiden mussten.”

Von kleineren Scharmützeln auf dem Rasen soll sich sein Team nicht aus der Ruhe bringen lassen, vielmehr die Umschaltqualitäten der Pfälzer in Schach halten – die Mittel dazu habe seine Mannschaft: “Wir sollten uns selbst und unseren Qualitäten vertrauen.”

“Kaum Spielaufbau”: Schuster trotz Sieg “nicht zufrieden”

Zweiter Heimsieg, dreimal ungeschlagen, Tabellenzweiter: Der 1. FC Kaiserslautern ist stark in die Saison gestartet. Gegen den FC St. Pauli war Trainer Dirk Schuster dennoch überhaupt nicht zufrieden.

FCK-Trainer Dirk Schuster war trotz des Heimsiegs alles andere als zufrieden. 

FCK-Trainer Dirk Schuster war trotz des Heimsiegs alles andere als zufrieden. 

IMAGO/Kirchner-Media

“Ich bin mit den drei Punkten zufrieden”, leitete Dirk Schuster nach dem 2:1-Sieg seiner Lauterer gegen den FC St. Pauli bei “Sky” sein Fazit ein, legte aber umgehend nach: “Ich kann nicht damit zufrieden sein, was wir gezeigt haben.” Was er damit meinte? Besonders die Leistung seiner Schützlinge vor dem Seitenwechsel. “Wir haben kaum einen ordentlichen Spielaufbau gehabt, sondern den Ball hintenraus zum Gegner gespielt”, so Schuster. 

Verbesserungspotenzial prägt die Halbzeitansprache

Auch offensiv war er vom ersten Durchgang trotz der Führung enttäuscht: “Wir haben uns sehr schwergetan, Torchancen herauszuspielen und entsprechend sah die Halbzeitansprache aus.” Schließlich “hatten wir viel Verbesserungspotenzial nach der Pause”, erkannte der 54-Jährige. 

Doch auch nach der Halbzeit gefiel ihm nicht alles: “Wir lassen eine hundertprozentige Chance aus”, spielte der Übungsleiter auf die 65. Minute an, in der Terrence Boyd aus kürzester Distanz nur den Pfosten getroffen hatte: “Normalerweise wird das bestraft.” Dass es für die Roten Teufel dennoch zum Sieg gereicht hat, machte Schuster nach dem späten Anschluss der Hamburger am Willen seines Teams fest: “Der Sieg für uns war sehr glücklich. Wir fangen uns das 1:2 und dann wird es nochmal eng. Aber wir haben mit sehr großem Kämpferherz die drei Punkte hier behalten.”

Alles außer Sieg “scheißegal”

Eine Stärke, die auch Matchwinner Boyd (Tor und Assist) wahrgenommen hatte: “In Sachen Zweikämpfe und Willen kann man uns nichts absprechen bei dieser bombastischen Stimmung.” Die Kritik seines Coach verstand der Stoßstürmer dennoch: “Das kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Der Mensch strebt nach Perfektion und wir hatten Verbesserungspotenzial.” 

An diesem gelte es nun anzusetzen. “Wir müssen und wollen etwas aufarbeiten und hätten einiges viel ruhiger machen müssen”, so der Goalgetter, für den in letzter Konsequenz das Ergebnis im Vordergrund stand: “Wir haben den Sieg geholt, das zählt am meisten.” Alles andere sei “scheißegal, wir haben gewonnen”. 

Das soll auch Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) wieder gelingen, wenn der SC Paderborn im Fritz-Walter-Stadion gastiert. Mit der Kulisse und dem Kämpferherz haben die Pfälzer trotz Luft nach oben bereits zwei Trümpfe in der Hand. 

FCK-Coach Schuster warnt vor St. Pauli: “Aber wir haben keine Angst”

Zum ersten Mal seit knapp fünf Jahren hat Kaiserslautern den FC St. Pauli auf dem “Betze” zu Gast. Dirk Schuster weiß um die Stärken des Gegners. Doch der FCK will sich nicht verstecken.

Hofft gegen St. Pauli auf die Unterstützung der Fans: FCK-Trainer Dirk Schuster.

Hofft gegen St. Pauli auf die Unterstützung der Fans: FCK-Trainer Dirk Schuster.

IMAGO/Kirchner-Media

Es ist noch zu früh in der Saison, um von einem Verfolger-Duell zu sprechen. Dennoch sind sowohl der FC St. Pauli als auch der 1. FC Kaiserslautern souverän mit vier Punkten aus zwei Partien in die Spielzeit gestartet. Dirk Schuster hofft nun darauf, dass seine Mannschaft die Form aus dem Pokalspiel gegen den SC Freiburg (1:2 n.V.) aufrufen kann, in dem die Roten Teufel den Bundesligisten zu einer Verlängerung nötigten.

FCK auf Außenbahnspieler und “Raute” vorbereitet

Jetzt gilt der volle Fokus dem FC St. Pauli – einem Team, das in der vergangenen Hinserie regelrecht davonzog. Das weiß auch Schuster. “In der letzten Saison hat St. Pauli eine überragende Hinrunde gespielt. Die Außenbahnspieler strahlen sehr viel Gefahr aus, wir wissen, was da auf uns zukommt”, so der Lauterer Coach auf der Spieltags-Pressekonferenz.

Verstecken will sich der Aufsteiger vor den Kiez-Kickern jedoch nicht. “Wir bringen dem FC St. Pauli großen Respekt entgegen, den sie sich zu Saisonbeginn auch erarbeitet haben. Aber wir haben keine Angst”, gibt sich Schuster zuversichtlich. Ganz konkret habe man in der Trainingswoche die Raute im Offensiv- und Defensivspiel der Gäste analysiert und versucht, “Lösungen dafür zu erarbeiten”.

Wir hoffen wieder auf eine großartige Unterstützung unserer Fans.

Dirk Schuster

Nach dem Heimsieg gegen Hannover 96 (2:1) am ersten Spieltag sollen auch diesmal die FCK-Anhänger auf dem Betzenberg eine tragende Rolle spielen. “Wir hoffen wieder auf eine großartige Unterstützung unserer Fans, damit der Funke von den Rängen auch wieder auf den Rasen überspringt”, betonte Schuster, der personell beinahe aus dem Vollen schöpfen kann.

Von den potenziellen Stammspielern fehlt gegen St. Pauli lediglich Ben Zolinski, der gegen Hannover wegen einer Knieverletzung vorzeitig ausgewechselt wurde. Auch Ersatzkeeper Avdo Spahic und Nachwuchsstürmer Angelos Stavridis müssen verletzungsbedingt passen. 

Zurück in die 3. Liga: Verl verpflichtet “Tempodribbler” Sessa

Der SC Verl hat Nicolas Sessa verpflichtet. Der Offensivspieler kommt vom 1. FC Kaiserslautern.

Nicolas Sessa spielt künftig beim SC Verl

Nicolas Sessa spielt künftig beim SC Verl

imago images/Fotostand

Sessa hatte beim FCK nach dessen Aufstieg in die 2. Bundesliga keine Perspektive mehr und durfte sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Den hat er mit dem SC Verl nun gefunden. “Wir freuen uns sehr, dass er sich trotz anderer Angebote für den Sportclub entschieden hat”, wird Sebastian Lange, Sportlicher Leiter beim Drittligisten, auf der Website zitiert. Er freut sich über einen “spielstarken Offensivspieler, der über ein gutes Tempodribbling verfügt, im letzten Drittel Spieler in Szene setzen kann und auch selbst den Abschluss sucht”. Eine Vertragslaufzeit teilte der Verein nicht mit.

Sessa bringt die Erfahrung von 57 Drittliga-Spielen (sechs Tore, neun Vorlagen) mit, die er für den FCK und beim VfR Aalen (2018/19) absolviert hat. In Kaiserslautern hatte man sich vom in Stuttgart geborenen Deutsch-Argentinier viel erwartet, doch die in ihn gesetzten Hoffnungen konnte der heute 26-Jährige auch verletzungsbedingt nur teilweise erfüllen. In der Aufstiegssaion kam er 16-mal zum Zuge (kicker-Note 3,64).

Der Schritt in die 2. Liga kam zu früh

Sessa war 2020 im zweiten Anlauf auf den Betzenberg gewechselt, schon 2019 hatten sich die Pfälzer intensiv um den Spielmacher bemüht, nachdem dieser trotz einer starken Saison mit dem VfR Aalen abgestiegen war. Mit seinem damaligen Berater Kevin Kuranyi entschied sich der Spieler allerdings im letzten Moment doch zu einem Wechsel in die 2. Liga zum FC Erzgebirge Aue – dort kam ältere Bruder von Kevin Sessa, der beim 1. FC Heidenheim unter Vertrag steht, aber nur zu zwei Kurzeinsätzen und ging anschließend wieder den Schritt zurück in die 3. Liga.

Ausgebildet wurde er bei der TSG Hoffenheim. Später lotste ihn der VfB Stuttgart an den Neckar, wo Sessa vor allem in der zweiten Mannschaft groß aufspielte und sich mit elf Toren und sechs Vorlagen in der Regionalliga-Saison 2017/18 für höhere Aufgaben empfahl.

Streich schwärmt nach Duell gegen FCK vom Betzenberg: “Das ist Wahnsinn”

Nach dem Sieg im DFB-Pokal über den 1. FC Kaiserslautern singt Freiburgs Trainer Lobeshymnen auf das Fritz-Walter-Stadion. Was der 57-Jährige mit dem “Betzenberg” verbindet.

Daumen hoch für den "Betze": Für Christian Streich war das Auswärtsspiel beim FCK etwas Besonderes.

Daumen hoch für den “Betze”: Für Christian Streich war das Auswärtsspiel beim FCK etwas Besonderes.

IMAGO/Thomas Frey

Sein Besuch im Fritz-Walter Stadion war für Freiburgs Trainer Christian Streich erst kräftezehrend und dann erfolgreich. Freiburg rang den Zweitliga-Aufsteiger aus Kaiserslautern dank des Kunstschusses von Ritsu Doan nieder – allerdings erst in der Verlängerung. Seine Mannschaft habe sich vor allem aufgrund der Hektik im Stadion schwer getan. Eine Atmosphäre, die für den Trainer des Jahres 2022 alles andere als überraschend kam, es sei eben der “Betze”.

Auf die Frage in einem ARD-Interview, was den Betzenberg ausmache, holt Streich nach dem Pokal-Fight weit aus. “Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Liebrich. Die Namen habe ich in meinem Elternhaus Tausende Male gehört”, erinnert sich der Übungsleiter der Breisgauer an die Erzählungen über das Wunder von Bern bei der WM 1954, bei dem insgesamt fünf Rote Teufel auf dem Rasen standen.

Streich über den Betzenberg: “Das ist Wahnsinn”

Der WM-Erfolg habe den Fußball in Deutschland nachhaltig geprägt und stehe aufgrund der vielen mitwirkenden FCK-Spieler in einem engen Zusammenhang mit dem Betzenberg. “Es ist immer etwas Besonderes, hier hochzukommen, in diesen Stein da rein”, sagt Christian Streich über den Betzenberg, der sich etwa 50 Meter über das Stadtgebiet erhebt. “Und dann bauen die diese Kathedrale – das ist der Wahnsinn”, beschreibt der Coach, wie anmutig das Stadion auf ihn wirkt.

Das bis dato letzte Pflichtspiel in Kaiserslautern hatte Streich im Oktober 2010 miterlebt – damals noch als Co-Trainer des SC Freiburg. Die Erinnerungen sind offenbar geblieben. So hatte der 57-Jährige bereits vor dem Anpfiff vor einer besonderen Atmosphäre gewarnt und gefordert, trotzdem die Ruhe zu bewahren. Ein Vorsatz, der sich auszahlen sollte.

Streich schwärmt nach Duell gegen FCK vom Betzenberg: Eine “Kathedrale”

Nach dem Sieg im DFB-Pokal über den 1. FC Kaiserslautern singt Freiburgs Trainer Lobeshymnen auf das Fritz-Walter-Stadion. Was der 57-Jährige mit dem “Betzenberg” verbindet.

Daumen hoch für den "Betze": Für Christian Streich war das Auswärtsspiel beim FCK etwas Besonderes.

Daumen hoch für den “Betze”: Für Christian Streich war das Auswärtsspiel beim FCK etwas Besonderes.

IMAGO/Thomas Frey

Sein Besuch im Fritz-Walter Stadion war für Freiburgs Trainer Christian Streich erst kräftezehrend und dann erfolgreich. Freiburg rang den Zweitliga-Aufsteiger aus Kaiserslautern dank des Kunstschusses von Ritsu Doan nieder – allerdings erst in der Verlängerung. Seine Mannschaft habe sich vor allem aufgrund der Hektik im Stadion schwer getan. Eine Atmosphäre, die für den Trainer des Jahres 2022 alles andere als überraschend kam, es sei eben der “Betze”.

Auf die Frage in einem ARD-Interview, was den Betzenberg ausmache, holt Streich nach dem Pokal-Fight weit aus. “Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Liebrich. Die Namen habe ich in meinem Elternhaus Tausende Male gehört”, erinnert sich der Übungsleiter der Breisgauer an die Erzählungen über das Wunder von Bern bei der WM 1954, bei dem insgesamt fünf Rote Teufel auf dem Rasen standen.

Streich über den Betzenberg: “Das ist Wahnsinn”

Der WM-Erfolg habe den Fußball in Deutschland nachhaltig geprägt und stehe aufgrund der vielen mitwirkenden FCK-Spieler in einem engen Zusammenhang mit dem Betzenberg. “Es ist immer etwas Besonderes, hier hochzukommen, in diesen Stein da rein”, sagt Christian Streich über den Betzenberg, der sich etwa 50 Meter über das Stadtgebiet erhebt. “Und dann bauen die diese Kathedrale – das ist der Wahnsinn”, beschreibt der Coach, wie anmutig das Stadion auf ihn wirkt.

Das bis dato letzte Pflichtspiel in Kaiserslautern hatte Streich im September 2015 miterlebt – damals in der 2. Bundesliga, bei einem 2:0 für den SC Freiburg. Die Erinnerungen sind offenbar geblieben. So hatte der 57-Jährige bereits vor dem Anpfiff vor einer besonderen Atmosphäre gewarnt und gefordert, trotzdem die Ruhe zu bewahren. Ein Vorsatz, der sich auszahlen sollte.

Boyd: “Stolz darauf, dass wir so ein geiles Team sind”

Eine Vielzahl vergebener Chancen und erneut zwei Standardgegentore besiegelten das Pokalaus des 1. FC Kaiserslautern. Doch trotz der 1:2-Niederlage gegen den SC Freiburg kann der Zweitligist aus dem 120 Minuten dauernden Pokalfight Selbstvertrauen ziehen.

Stolz: Lauterns Terrence Boyd (re.) gegen Freiburgs Matthias Ginter.

Stolz: Lauterns Terrence Boyd (re.) gegen Freiburgs Matthias Ginter.

IMAGO/Kirchner-Media

“Nach meiner Auswechslung und dem 1:1 war es ein Hoffen und Bangen von draußen”, berichtete Terrence Boyd. Wenige Minuten zuvor waren es noch die Anhänger der Roten Teufel, die hofften und bangten – wegen Boyd. Der hatte zwischen der 76. und der 81. Minute gleich mehrere Gelegenheiten, das 2:0 zu erzielen und damit die Vorentscheidung zum Einzug in die 2. Pokalrunde zu erzielen. Genau genommen waren es gleich fünf mehr oder weniger gute Möglichkeiten. Doch entweder erreichte ihn eine zu steile Hereingabe von Kenny Prince Redondo nicht oder er brachte den Ball nicht aufs Tor oder SC-Keeper Mark Flekken war zur Stelle.

“Dann wäre der Deckel drauf gewesen …”, resümierte der sichtlich betrübte Angreifer nach der 1:2-Niederlage auf dem Weg in die Kabine. In keinem von Boyds Sätzen in den folgenden rund drei Minuten fehlte das Wort “schade”. Unterlegt mit einer Mimik, die deutlich machte, wie gerne Boyd den Coup über den jüngsten Pokalfinalisten gefeiert hätte. Es hatte ja auch nicht viel gefehlt …

“Wir sind so gut drauf, das werden wir beibehalten”

Boyd ist jedoch nicht nur als selbstkritischer und reflektierter Gesprächspartner bekannt, sondern auch als optimistische Frohnatur. Es dauerte also nicht lange, bis er in der Enttäuschung auch zufriedene Worte einstreute. “Es macht einen stolz, dass wir so ein geiles Team sind, dass wir so gefestigt sind. Diesen Spirit und diese Nehmerqualitäten werden wir beibehalten. Vom Spirit, der Entschlossenheit und der Moral werden wir genau so weitermachen. Wir sind so gut drauf, das werden wir beibehalten”, betonte der 31-Jährige.

Schuster: “Das ist brutal ärgerlich”

An eine Stellschraube muss Dirk Schuster mit seinem Team aber dringend drehen. So erfreulich es ist, dass der FCK in den vergangenen zwei Spielen kein Gegentor aus dem Spiel heraus kassierte, desto ärgerlicher ist es, dass man wie schon beim 2:2 in Kiel zwei Standardgegentore einstecken musste. Der von Ritsu Doan in der Verlängerung direkt verwandelte Freistoß steht dabei weniger im Fokus der Kritik als der Ausgleichstreffer kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Der Grund für das Pokalaus war für Schuster schnell identifiziert. “Weil wir uns beim 1:1 angestellt haben, als kommen wir aus Oberamateurhausen – obwohl ich damit allen Amateurfußballern wahrscheinlich zu nahe trete. Bei einer schnell ausgeführten Ecke so zu pennen, das ist brutal ärgerlich”, kritisierte der Trainer.

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Was gegen den FC St. Pauli im Heimspiel am kommenden Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) besser laufen muss, liegt auf der Hand. Auf allem anderen lässt sich in der Pfalz sehr gut aufbauen. Wie der Zweitliga-Aufsteiger dem Europa-League-Teilnehmer über weite Strecken nahezu ebenbürtig gegenüberstand, macht Mut für die kommenden Wochen. Mit dem getankten Selbstvertrauen aus dem geglückten Saisonstart und den erfreulichen Erkenntnissen aus dem Pokal kann der viermalige Deutsche Meister schon in den kommenden Wochen die Grundlage legen, größeren Abstiegssorgen im Saisonverlauf aus dem Weg zu gehen.

Moritz Kreilinger