FCK-Debüt gegen den Ex-Klub? Boyd gegen Halle spielberechtigt

Der 1. FC Kaiserslautern will nach seiner Zwangspause die Ungeschlagen-Serie fortsetzen. Der Coach des Aufstiegsaspiranten warnt vor dem abstiegsbedrohten HFC.

Wird im Gegensatz zur Partie gegen Viktoria Berlin nicht mehr nur als Zuschauer beim FCK agieren: Terrence Boyd.

Wird im Gegensatz zur Partie gegen Viktoria Berlin nicht mehr nur als Zuschauer beim FCK agieren: Terrence Boyd.

picture alliance / Foto Huebner

Es geht wieder los für den FCK. Nach dem aufgrund von Corona-Fällen abgesagten Traditionsduell mit 1860 München unter der Woche steht für das Team von Marco Antwerpen am Wochenende wieder Liga-Alltag auf dem Programm. Am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) empfangen die Roten Teufel den Halleschen FC. Die Favoritenrolle ist aufgrund der Tabellenkonstellation in dieser Begegnung klar vergeben. Ebenso könnte es zu einem interessanten Aufeinandertreffen kommen.

Denn Terrence Boyd, der erst vergangene Woche vom HFC zum FCK wechselte, “ist spielberichtigt und damit eine Option für den Kader”, gab Trainer Antwerpen auf der Pressekonferenz an. Eine Startelf-Garantie bekam der US-Amerikaner aber nicht ausgesprochen. “Wir werden sehen, mit wem wir in die Partie gehen”, sagte sein neuer Coach. Eine Sperrklausel gebe es nach dem Tausch mit Elias Huth nicht.

Auf jeden Fall nicht im Kader stehen werden weiterhin Lucas Röser, Anas Bakhat, Anil Gözütok, Jean Zimmer, Felix Götze und Max Hippe, die wie beim 2:0 über Viktoria Berlin “verletzungs- bzw. krankheitsbedingt nicht zur Verfügung” stehen. Zu seinem laut eigener Aussage qualitativ hochwertigen Neuzugang Boyd meinte Antwerpen, dass er das Erfolgssystem für den 30-Jährigen “nicht groß ändern” werde. “Vielmehr schauen wir, wie wir ihn bestmöglich in das Gefüge integrieren.”

Erst am Ende der Saison will Antwerpen abrechnen

Gegner Halle, der auf Platz 15 nur einen Zähler über der Abstiegszone steht, nimmt der 50-Jährige derweil sehr ernst. “Wir wissen selbst, was für einen Druck es bedeutet, wenn man in der unteren Tabellenregion steht und punkten muss”, warnte Antwerpen, der weiter nicht vom Aufstieg sprechen will. “Aktuell sind es nur Momentaufnahmen und die sind nicht entscheidend.” Trotz mittlerweile acht ungeschlagenen Ligaspielen in Serie blicke Antwerpen weiter von Spiel zu Spiel. “Die Tabelle ist am 38. Spieltag wichtig.”

Traditionsduell 1860 gegen Kaiserslautern abgesagt

Das traditionsreiche Drittliga-Spiel zwischen 1860 München und dem 1. FC Kaiserslautern am Dienstag fällt aus.

Muss mit seiner Mannschaft wegen Corona auch am Dienstag gegen Kaiserslautern passen: 1860-Trainer Michael Köllner.

Muss mit seiner Mannschaft wegen Corona auch am Dienstag gegen Kaiserslautern passen: 1860-Trainer Michael Köllner.

imago images/Ulrich Wagner

Der DFB hat am Sonntagnachmittag das Duell zwischen den Löwen und den Roten Teufeln abgesagt – der Entscheidung liegt eine behördliche Verfügung der Stadt München auf Absetzung der Partie zugrunde.

Duell mit Türkgücü konnte schon nicht stattfinden

Am Samstag war bereits das Stadtduell zwischen Türkgücü München und dem TSV 1860 abgesagt worden, weil in der Mannschaft von Sechzig-Trainer Michael Köllner mehrere Corona-Fälle aufgetreten waren.

Weite Teile des Teams befinden sich seitdem in einer vom zuständigen Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne.

Die 3. Liga bestreitet am Dienstag und Mittwoch eine englische Woche – Stand jetzt mit neun statt zehn Partien.

Lauterns Defensive: “Wie wir verteidigen, ist brutal”

Der 1. FC Kaiserslautern hat den direkten Aufstiegsplatz durch einen 2:0-Sieg gegen Viktoria Berlin verteidigt – auch einmal mehr dank überzeugender Defensivarbeit.

Torschützen unter sich: Philipp Hercher und Julian Niehues.

Torschützen unter sich: Philipp Hercher und Julian Niehues.

imago images/Werner Schmitt

Für Julian Niehues schloss sich am Samstag ein kleiner Kreis. Erstmals seit dem 3. Spieltag stand der Lauterer Sommer-Neuzugang wieder in der Startelf. Damals wie diesmal hieß der Gegner: Viktoria Berlin. Was zu Saisonbeginn in einem Debakel geendet war – Kaiserslautern wurde 0:4 vom Aufsteiger deklassiert und Niehues nach 45 schwachen Minuten ausgewechselt (kicker-Note 5) – wurde diesmal zu einer klaren Angelegenheit: Der inzwischen zum Aufstiegsanwärter mutierte FCK fuhr einen verdienten 2:0-Sieg ein, verteidigte Rang zwei – und Niehues betrieb sogar auf ganz eigene Weise Wiedergutmachung, indem der 1,95-Meter-Mann kurz vor der Pause mit seinem ersten Liga-Tor die wichtige Führung herstellte.

“Ein Tor zu schießen, ist klasse”, gab der 20-Jährige, der den angeschlagenen Felix Götze in der Startelf vertrat, anschließend zu Protokoll, fügte aber ganz bescheiden an: “Wichtiger sind die drei Punkte, der Rest ist Bonus.”

Woche für Woche – das ist kein Zufall mehr.

Mike Wunderlich über die Defensivstärke seiner Mannschaft

Bonus, den sich der Mittelfeldmann verdiente, weil sich er und seine Teamkollegen nach kompliziertem Spielbeginn in die Partie kämpften, weil sie sich dem Tor Schritt um Schritt annäherten und dabei nicht die Defensive vernachlässigten. Die hat sich sowieso schon längst zum Lauterer Trumpf im Aufstiegsrennen entwickelt: Zum 13. Mal blieb der FCK an diesem 22. Spieltag ohne Gegentor, nur 13 Treffer ließen die Pfälzer bislang zu – wohlgemerkt vier davon im Hinspiel gegen Berlin. Im heimischen Fritz-Walter-Stadion gab es sogar erst drei Gegentore (in elf Partien). “Wie wir verteidigen, ist brutal”, freute sich Taktgeber Mike Wunderlich nach der Partie. “Woche für Woche – das ist kein Zufall mehr.”

“Wir haben es wieder überragend verteidigt. Das ist der Schlüssel”, betonte auch Philipp Hercher, der als “Schienenspieler” wieder nicht nur defensive Arbeit verrichtete, sondern schon zum fünften Mal als Torschütze in Erscheinung trat und das 2:0 markierte. “Es war heute ein hartes Stück Arbeit”, räumte der ehemalige Nürnberger anschließend und mit Blick auf die schwierige Anfangsphase zwar ein. “Aber wie wir es vorher schon angesprochen haben, können wir nicht in jedem Spiel gleich für von Anfang an für klare Verhältnisse sorgen.”

Boyd vor Premiere am Dienstag – Niehues’ simples Rezept

Auch so reichte es für Hercher und Co. zum nun achten Spiel in Folge ohne Niederlage und der Verteidigung von Rang zwei, trotz der Siege von Braunschweig und Mannheim in den Parallelspielen. Der direkte Aufstiegsrang, am vergangenen Spieltag überhaupt zum ersten Mal in der Lauterer Drittliga-Historie erklommen, soll auch in der englischen Woche verteidigt werden, wenn der FCK beim TSV 1860 München (Dienstag, 19 Uhr) antritt und den forschen Start ins neue Jahr mit zwei Siegen fortsetzen will – dann wohl auch mit Sturm-Neuzugang Terrence Boyd, der den Dreier gegen Berlin am Tag seiner Verpflichtung mangels Spielerlaubnis noch von der Tribüne verfolgen musste.

“Null Gegentore, sechs Tore geschossen”, fasste Niehues zusammen. Sein simples Rezept für die anstehenden Aufgaben: “Weitermachen.”

“Gänsehaut” inklusive: Boyd wird ein Roter Teufel

Die Tinte ist trocken: Terrence Boyd wechselt von Halle zum Drittligakonkurrenten 1. FC Kaiserslautern.

Schließt sich Kaiserslautern an: Terrence Boyd.

Schließt sich Kaiserslautern an: Terrence Boyd.

imago images/Fotostand

Die Nachricht kam nicht mehr überraschend: Am späten Samstagvormittag verkündete der 1. FC Kaiserslautern, was sich Stunden zuvor angebahnt hatte: Terrence Boyd wechselt an den Betzenberg.

Boyd war mit einem Wechselwunsch an Halle herangetreten, dieser wurde ihm erfüllt. “Terrence Boyd hat uns mitgeteilt, dass er den Verein definitiv nach dieser Saison Richtung Kaiserslautern verlassen wird. Und gleichzeitig klar den Wunsch geäußert, schon in der Winterpause frühzeitig wechseln zu können”, hieß es von Halle-Präsident Jens Rauschenbach.

Der 30-Jährige war im Sommer 2019 vom Toronto FC nach Halle gewechselt. In 86 Pflichtspielen kam er auf 39 Tore, in der laufenden Saison stand er in 17 Ligaspielen auf dem Platz (sieben Tore, ein Assist).

“Mit Terrence haben wir den Spielertyp Stoßstürmer bekommen, der unserem Offensivspiel weitere Optionen gibt. Als sich hier die Möglichkeit eines Transfers eröffnet hat und klar war, dass eine solche Persönlichkeit wie Terrence Boyd, der auch charakterlich gut in unsere Truppe passt, auf dem Markt ist, mussten wir dem nachgehen”, erklärt FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen. 

“Die Fans der Roten Teufel, der Betzenberg, die Historie des FCK – da bekomme ich Gänsehaut, wenn ich nur dran denke”, erklärte der Angreifer selbst. “Ich freue mich extrem auf die Aufgabe bei diesem großen Traditionsverein, bin sehr stolz darauf, jetzt auch ein Teil davon zu sein und kann es kaum erwarten, loszulegen. Ich will meinen Teil dazu beitragen, dass wir nachhaltigen Erfolg haben.”

Den umgekehrten Weg nimmt Elias Huth. Der 24-Jährige bringt die Erfahrung aus 133 Spielen in der 3. Liga mit zum HFC. Dass er in der dritthöchsten Spielklasse Tore erzielen kann, hat er insbesondere in seiner Zeit in Zwickau mit 14 Saisontreffern unter Beweis gestellt.

HFC holt Huth, weil Boyd geht – Wosz kommt auf Leihbasis

Weil Terrence Boyd den Verein Richtung Kaiserslautern verlassen wird, hat der Hallesche FC Elias Huth von den Pfälzern unter Vertrag genommen. Er ist nicht der einzige Neuzugang bei den Saalestädtern.

Wechselt vom FCK zum HFC: Elias Huth.

Wechselt vom FCK zum HFC: Elias Huth.

imago images/Jan Huebner

Der 24-jährige Huth bringt die Erfahrung aus 133 Spielen in der 3. Liga mit zum HFC. Dass er in der dritthöchsten Spielklasse Tore erzielen kann, hat er insbesondere in seiner Zeit in Zwickau mit 14 Saisontreffern unter Beweis gestellt.

Huth ist nicht der einzige Neuzugang der Saalestädter, die auch den 19-jährigen offensiven Mittelfeldspieler Joscha Wosz von RB Leipzig auf Leihbasis am Freitag unter Vertrag nahmen.

Mit den beiden Verpflichtungen reagiert der HFC auch auf den Abgang von Torjäger Terrence Boyd, der den Verein in Richtung 1. FC Kaiserslautern verlassen will. Der HFC teilt in seiner offiziellen Verlautbarung mit, dass er dem 30- Jährigen “zuvor ein attraktives Angebot zur Verlängerung des auslaufenden Vertrages unterbreitet” habe. Die Verhandlungen seien allerdings nicht erfolgreich gewesen.

Boyds Wechselwunsch bringt noch Ablöse

“Terrence Boyd hat uns mitgeteilt, dass er den Verein definitiv nach dieser Saison Richtung Kaiserslautern verlassen wird. Und gleichzeitig klar den Wunsch geäußert, schon in der Winterpause frühzeitig wechseln zu können. Wir haben diesem Wunsch als Vorstand nach langen Diskussionen mit der sportlichen Leitung und dem Verwaltungsrat entsprochen, aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen”, sagte Präsident Jens Rauschenbach.

Mit den beiden Neuverpflichtungen sei man in Halle überzeugt, die Boyd-Lücke im Kader schließen zu können. Zudem generiert der HFC für Boyd eine Ablösesumme, über deren Höhe Stillschweigen vereinbart wurde. “Terrence Boyd war zweieinhalb Jahre der torgefährlichste Spieler beim HFC. Die Philosophie beim HFC ist allerdings, dass sich alle Spieler voll mit dem Verein identifizieren müssen. Daher sind wir davon überzeugt, den Weggang als Team gemeinsam kompensieren zu können. Dabei spielen die beiden neuen Spieler eine wesentliche Rolle. Wir trauen sowohl Elias Huth als auch Joscha Wosz zu, die Qualität des Kaders sofort zu erhöhen”, so Sportchef Ralf Minge.

Boyd steht vor Wechsel nach Kaiserslautern

Terrence Boyd (30) wird den Halleschen FC wohl verlassen und sich Ligakonkurrent 1. FC Kaiserslautern anschließen. Im Gegenzug könnte ein FCK-Stürmer wechseln.

Rot steht ihm: Terrence Boyd.

Rot steht ihm: Terrence Boyd.

imago images/Eibner

Wie die “Mitteldeutsche Zeitung” berichtet, steht Boyd, der beim HFC noch bis Sommer Vertrag und ein Angebot für eine langfristige Weiterbeschäftigung hat, vor einem kurzfristigen Wechsel innerhalb der 3. Liga.

Der 30-Jährige, der in 17 Ligaspielen bisher auf sieben Saisontore kommt, drängt offenbar auf einen Wechsel nach Kaiserslautern – und könnte nun Teil eines Tauschgeschäfts werden. FCK-Stürmer Elias Huth (24) hat beim HFC Interesse geweckt und könnte als Teil der Boyd-Ablöse nach Halle wechseln.

Insgesamt soll der Transfer, der noch am Freitag über die Bühne gehen soll, den Roten Teufeln 300.000 Euro wert sein. Der Drittliga-Zweite (mit nur 13 Gegentreffern die mit Abstand beste Defensive der Liga) will für den immer greifbarer werdenden Aufstieg nun auch offensiv aufrüsten.

Einen klassischen Mittelstürmer hat der Traditionsverein bisher nicht in seinen Reihen. Meist übernimmt Daniel Hanslik die Position im Sturmzentrum, wo der 25-Jährige neben fünf Toren und vier Vorlagen mit einer unheimlich mannschaftsdienlichen Spielweise punktet, die immer wieder Räume für Mitspieler schafft – genau davon könnte Boyd künftig profitieren.

Schon in den vergangenen Transferperioden waren die Pfälzer immer wieder an einer Verpflichtung des Sturmtanks interessiert gewesen, eine Einigung aller Beteiligten blieb aber bisher aus.

Darmerkrankung: FCK-Kapitän Zimmer im Krankenhaus

Der 1. FC Kaiserslautern muss auf Jean Zimmer verzichten. Der Kapitän muss sich stationär ins Krankenhaus begeben.

Fällt erst einmal aus: Jean Zimmer.

Fällt erst einmal aus: Jean Zimmer.

imago images/Kirchner-Media

“Der 28-Jährige wird zur Abklärung und Therapie einer gutartigen Darmerkrankung in den kommenden Tagen stationär im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern behandelt. Als Folge daraus wird der FCK-Kapitän der Mannschaft der Roten Teufel vorerst nicht zur Verfügung stehen”, teilte der Tabellenzweite der 3. Liga am Donnerstagabend mit. 

Eine genaue Ausfallzeit nannte Kaiserslautern nicht. Zimmer hatte beim Auftakt ins neue Jahr und dem furiosen 4:0 gegen Meppen aufgrund eines grippalen Infekts gefehlt. Vor der Winterpause stand er beim 1:1 in Braunschweig auf dem Rasen. 

Zimmer, der im Januar 2021 von Düsseldorf an den Betzenberg zurückgekehrt war, lief in dieser Saison 15 Mal in der 3. Liga auf. Dabei gelang dem Mittelfeldmann ein Tor, dazu gesellen sich zwei Assists. 

“Meppen mitspielen lassen” – Antwerpens Matchplan geht auf

Zufriedene Gesichter beim FCK: Die Pfälzer untermauerten mit dem 4:0 gegen den SV Meppen nicht nur ihre Ambitionen in der Spitzengruppe der 3. Liga, sondern zeigten auch, was passiert, wenn man eine Partie mit dem richtigen Matchplan angeht – und diesen dann konsequent umsetzt.

Gemeinsam bejubeln die FCK-Akteuere das 4:0 gegen den SV Meppen durch Mike Wunderlich.

Gemeinsam bejubeln die FCK-Akteuere das 4:0 gegen den SV Meppen durch Mike Wunderlich.

imago images/Jan Huebner

“Wir wollten Meppen komplett mitspielen lassen”, erklärte FCK-Trainer Marco Antwerpen nach der Begegnung am Mikrofon von MagentaSport das Ziel seiner Mannschaft – ein Matchplan, der in normalem Kontext eher ungewöhnlich klingt. Doch gegen die Emsländer, die für gewöhnlich dem Gegner viel Ballbesitz lassen, um dann mit schnellem Umschaltspiel zuzuschlagen, ging dieser Plan perfekt auf. “Sie haben uns den Gefallen getan, genau die Bälle zu spielen, die wir haben wollten”, erklärte Antwerpen weiter. Gemeint sind die Querschläger und Fehlpässe, die sich Meppen vor allem im Mittelfeld, aber auch in der Defensive immer wieder leistete – und die der FCK bereits in der Anfangsphase für die frühe Führung nutzte.

Festung Betzenberg

Am Ende des souveränen Auftritts stand mit dem 4:0-Erfolg die achte “Zu-null-Partie” der Pfälzer im Fritz-Walter-Stadion – und mit 18:3 Toren das beste Torverhältnis in der Heimtabelle. “Die Null hinten ist wichtig, wenn die steht, kannst du schon mal nicht verlieren. Vorne machen wir immer ein, zwei Dinger”, erklärte Doppeltorschütze Hendrik Zuck die Wichtigkeit der “Festung Betzenberg”.

Diese ist aber nicht das Einzige, was die Roten Teufel in dieser Saison ausmacht. Während der Verein in der vergangenen Spielzeit nur knapp dem Abstieg entging, ist aus den Spielern in dieser Saison ein Team geworden. “Hier wächst auf jeden Fall was zusammen, das sieht man”, fasste Zuck den Teamgeist zusammen. Sein Trainer hatte auch einen Namen für den neuen Zusammenhalt in Mannschaft und Umfeld: “Spirit – den brauchst du im Mannschaftssport und der ist ganz, ganz wichtig, wenn du Ziele erreichen willst.”

Transferaktivitäten möglich?

Die nächsten Ziele des FCK sind für Zuck klar: “Wir haben viel Selbstvertrauen, die Spiele laufen gut. Aber wir müssen weitermachen, dürfen nicht nachlassen und voll reinhauen die letzten Spiele.” Begonnen werden soll damit am kommenden Wochenende in der Partie gegen Viktoria Berlin – sofern das Spiel stattfindet. Doch auch auf dem Transfermarkt scheint der FCK laut Antwerpen noch Ziele zu verfolgen: “Mal ein bisschen frisches Blut in eine Mannschaft zu bekommen kann ja auch nicht verkehrt sein.”

Kaiserslautern: Folgt auf die Entwicklung der Aufstieg?

Bereits am ersten Spieltag nach der Winterpause kann der 1. FC Kaiserslautern ein Ausrufezeichen im Kampf um den Aufstieg setzen. Dass die Pfälzer nach zuletzt schwierigen Jahren eine reelle Chance auf eine Rückkehr in die 2. Liga haben, ist auch Trainer Marco Antwerpen zu verdanken.

Hat den 1. FC Kaiserslautern wieder stark gemacht: Marco Antwerpen.

Hat den 1. FC Kaiserslautern wieder stark gemacht: Marco Antwerpen.

imago images/Fotostand

Das erste Mal seit dem Abstieg 2018 ist der 1. FC Kaiserslautern wieder auf Tuchfühlung mit der 2. Bundesliga. Besonders das vergangene Jahr wies bei den Roten Teufeln eine positive Entwicklung auf, angeführt von Trainer Marco Antwerpen hat sich der FCK von einem Abstiegs- zu einem Aufstiegskandidaten entwickelt. Nach 20 gespielten Partien rangieren die Pfälzer mit 33 Punkten auf Platz 6, der Rückstand auf den ersten Aufstiegsrang beträgt nur drei Punkte.

Der 50-Jährige hat es geschafft, seit seinem Amtsantritt im Februar 2021 einer qualitativ starken Mannschaft einen Charakter zu verleihen. Ausschlaggebend sind dafür vor allem die Sommerzugänge, “die uns geholfen haben, die Truppe zu stabilisieren”, so Antwerpen im kicker-Interview (Donnerstagsausgabe). Sowohl Angreifer Daniel Hanslik, der schon in der Vorsaison ausgeliehen war,  als auch Mike Wunderlich und René Klingenburg haben tragende Rollen übernommen.

Offensive schwer ausrechenbar

Die Verantwortung ruht beim FCK auf mehreren Schultern, vor allem auch beim Toreschießen. Hanslik ist mit nur fünf Toren Lauterns gefährlichster Spieler, neben ihm haben aber auch elf andere Akteure bereits getroffen. “Weil wir vielleicht nicht diesen einen Top-Torjäger haben, ist unser Offensivspiel im Vergleich zu anderen nicht so leicht auszurechnen”, sieht Antwerpen keinen Nachteil in der vermeintlich ungefährlichen Offensive.

Er muss uns Tore garantieren.

Marco Antwerpen über einen möglichen Neuzugang

Sollte dem FCK jedoch einer der Leistungsträger im Angriff länger ausfallen, gibt der aktuelle Kader nicht wirklich einen adäquaten Ersatz her. “Ein potenzieller Neuzugang muss ein gewisses Anforderungsprofil erfüllen, er muss charakterlich in unsere Mannschaft passen, er muss in die Taktik passen. Und er muss uns Tore garantieren”, gibt Antwerpen einen Einblick in die schwierigen Personalplanungen.

Aus seinen eigenen Planungen macht Antwerpen derweil noch ein Geheimnis, sein Vertrag auf dem Betzenberg läuft im Sommer aus. “Das ist aktuell nicht unbedingt mein Thema, mehr das des Vereins.” Viel mehr kümmere sich Antwerpen um die verbleibenden 18 Spiele, das erste findet am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den direkten Konkurrenten aus Meppen statt.

“Müssen sofort wieder da sein”

Gegen den SVM erhofft sich Antwerpen einen besseren Start als zu Beginn der Saison – in den ersten vier Spielen holte der FCK nur vier Punkte. “Das können wir uns jetzt nicht erlauben, wir müssen sofort wieder da sein”, weiß Antwerpen, der mit seiner Mannschaft “schnell wieder in die Abläufe und Automatismen reinfinden” muss. Ein möglicher Aufstieg sei derweil noch kein Thema, weder bei Antwerpen, noch bei den Spielern.

Wer macht das Aufstiegsrennen? Magdeburg, Lautern und Co. im Check

Nur drei Punkte liegen zwischen Platz 2 und 6. Spannender könnte die Ausgangslage vor dem Start in der 3. Liga kaum sein – auch wenn sich Magdeburg an der Spitze schon absetzen konnte. Doch bleibt der FCM die unangefochtene Nummer 1, hält sich Überraschungsteam Meppen in der Spitzengruppe oder haben am Ende gar drei Klubs aus dem Südwesten die Nase vorne? Fragen über Fragen, auf die es erst im Mai endgültige Antworten gibt.

Im Aufstiegsrennen: Michael Schiele, Matheo Raab und Baris Atik.

Im Aufstiegsrennen: Michael Schiele, Matheo Raab und Baris Atik.

Platz 1: 1. FC Magdeburg (44 Punkte)

Allein auf weiter Flur dreht der Spitzenreiter seine Kreise, doch nicht nur die acht Punkte Vorsprung machen Magdeburg zum großen Titelfavoriten der Liga. Neun der letzten zehn Spiele hat der FCM gewonnen, zuletzt vor den Weihnachtstagen auf beeindruckend souveräne Weise gegen Waldhof (3:0).

Mit Abwehrchef Alexander Bittroff und Top-Scorer Baris Atik (10 Tore/9 Vorlagen) hat die Elf von Christian Titz die auf ihrer Position überragenden Spieler der Liga im Kader und besticht zusätzlich durch das Kollektiv. Der Trainer hat das Team binnen einen Jahres vom Abstiegsaspiranten zur dominierenden Elf der Liga geformt. Setzt sich dieser Trend fort, geht die Meisterschaft in der 3. Liga nur über die Elbstädter. Los geht es am Samstag beim SC Freiburg II (14 Uhr, LIVE! bei kicker).

Platz 2: Eintracht Braunschweig (36 Punkte)

Das 1:1 gegen den FCK zum Jahresabschluss hat einmal mehr gezeigt, dass nur Nuancen zwischen den Spitzenteams den Unterschied machen. Damit nicht die Pandemie am Ende ausschlaggebend wirkt, will die Eintracht personell nachlegen. Zwei, drei Spieler will Sportchef Peter Vollmann noch verpflichten. Man darf gespannt sein. Mit Jan-Hendrik Marx (aus Ingolstadt) hat sich das Team in der Defensive bereits verstärkt.

Bemerkenswert schnell ist es Trainer Michael Schiele in den vergangenen Monaten gelungen, eine Einheit zu bilden. Viele Klubs taten sich in den letzten Jahren nach dem Abstieg aus der 2. Liga sehr schwer, nicht so Braunschweig. Der Coach weiß aus seiner Erfahrung mit Würzburg (2019/20), auf was es am Ende ankommt. Mit den Löwen wird auch in der Rückrunde zu rechnen sein. Zum Auftakt geht die Reise am Sonntag (14 Uhr) zu Viktoria Berlin.

Platz 3: SV Meppen (36 Punkte)

Sportlich letztes Jahr eigentlich abgestiegen, bewahrte nur der Lizenzentzug des KFC Uerdingen die Meppener vor dem Gang in die Regionalliga. Die unverhoffte Chance packen die Emsländer am Schopf und bewegen sich auf den Spuren von Darmstadt 98 (201/14) und dem SC Paderborn (2017/18), denen nach der gleichen Ausgangslage der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Auf dem Papier scheint der SVM der erste Aspirant zu sein, der sich aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet. Trainer Rico Schmidt muss es schaffen, die Dynamik der Vorrunde aufrecht zu erhalten, um das Maximale rauszuholen. Mit Mike-Steven Bähre kam ein alter Bekannter zurück. Der Start hat es gleich in sich. Zum einen, weil der erkrankte Drittliga-Top-Torjäger Luka Tankulic (11 Tore) auszufallen droht, zum anderen, weil es zum Auftakt auf dem Betzenberg am Samstag (14 Uhr) gegen den form- und heimstarken FCK geht. Schon drei Wochen später wartet mit Mannheim der nächste echte Härtetest.

Platz 4: Waldhof Mannheim (34 Punkte)

Waldhof hat die Nase aktuell vorne, zumindest im engen Rennen der drei Südwestklubs. Vom Nebenschauplatz rund um die Freistellung von Sportchef Jochen Kientz hat sich das Team im letzten Halbjahr nicht aus der Ruhe bringen lassen. Dessen Nachfolger Tim Schork war nach seiner Beförderung vom Kaderplaner gleich aktiv: Mit Justin Butler (Leihe aus Ingolstadt) und Pascal Sohm (aus Dresden) erhöhen zwei Winterneuzugänge Konkurrenz und Qualität im Angriff.

Das vermeintlich leichte Auftaktprogramm gegen Dortmund am Montagabend (19 Uhr), dann in Würzburg und gegen Köln bietet dem Waldhof die Chance auf einen guten Start. Viel hängt auch in der Rückrunde davon ab, ob Leistungsträger wie Dominik Martinovic (10 Tore/5 Vorlagen) und Kapitän Marcel Seegert in der Defensive ihr Leistungsniveau bestätigen.

Platz 5: 1. FC Saarbrücken (34 Punkte)

Auswärts hat Saarbrücken im Schnitt (1,77) bisher mehr Punkte geholt als zu Hause (1,63). Diese Stärke müssen sich die Saarländer gleich zu Nutze machen. In Osnabrück geht es am Samstag (14 Uhr) los, in Duisburg die Woche darauf weiter – und Ende Januar wartet auch noch das Gastspiel in Magdeburg. Der FCS darf sich keinen Winterschlaf erlauben, will er seinen Platz behaupten.

Die Elf von Uwe Koschinat überzeugte mit mannschaftlicher Geschlossenheit und konnte so auch den Verlust von Leistungsträger Nicklas Shipnoski im Sommer zumindest besser verkraften. Dass die Derbys gegen Mannheim (0:1) und Lautern (0:2) im Herbst gleich beide verloren gingen, drückte aber die Stimmung. Das sollte sich in der Rückrunde gegen die beiden direkten Konkurrenten nicht wiederholen. Die bevorstehende Rückkehr des lange verletzten Steven Zellner dürfte der Defensive zugutekommen.

Platz 6: 1. FC Kaiserslautern (33 Punkte)

Bekanntermaßen soll der Sturm ja Spiele und die Abwehr Meisterschaften gewinnen. Bewahrheitet sich diese Fußballweisheit, können die Roten Teufel allmählich für die 2. Liga planen. Die Defensive um den überragenden Keeper Matheo Raab und die meist favorisierte Dreierkette um Senkrechtstarter Boris Tomiak war in der Hinrunde mit lediglich zwölf Gegentreffern aus 19 Spielen das Prunkstück des Traditionsvereins. Nur vier Mannschaften seit Gründung der 3. Liga 2008 kassierten in diesem Zeitraum noch weniger Tore – alle holten am Ende die Meisterschaft.

Nach dem Fehlstart haben sich die Pfälzer in einen Rausch gespielt und mit einer Siegesserie massiv Selbstvertrauen gesammelt. 27 Punkte sammelte der FCK seit dem 8. Spieltag: der Topwert der Liga. Ein kleines Manko gibt es aber in der Offensive. Dort sind die Alternativen zum Stammpersonal, insbesondere was Stoßstürmer Daniel Hanslik angeht, nicht gleichwertig. Lautern muss auch in der Rückrunde über das Kollektiv kommen. Sofern nicht noch auf dem Transfermarkt zugeschlagen wird…

Moritz Kreilinger