Neue Nummer 10: Hertha schnappt sich Ex-Mainzer Boetius

Hertha BSC hat auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen und sich mit dem Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius verstärkt.

Der Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius spielt ab sofort für Hertha BSC.

Der Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius spielt ab sofort für Hertha BSC.

imago images/Martin Hoffmann

Boetius spielte die vergangenen vier Jahre für den 1. FSV Mainz 05 und bestritt für die Rheinhessen in diesem Zeitraum 122 Bundesligapartien, in denen er zwölf Tore erzielte. Am Ende der vergangenen Saison hatte der niederländische Mittelfeldspieler seinen Vertrag beim 1. FSV nicht mehr verlängert, Hertha muss daher für ihn keine Ablösesumme entrichten.

Boetius: “Dieses Team hat Potenzial”

“Ich habe große Lust auf Hertha und die neue Bundesliga-Saison. Dieses Team hat Potenzial und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir zusammen guten Fußball auf den Platz bringen und den Fans Freude bereiten!”, wird der 28-Jährige, der künftig mit der Rückennummer 10 auflaufen wird, auf der Klub-Website zitiert. Boetius wird der 16 Niederländer sein, der sich ein Hertha-Trikot überstreifen wird. Er setzte seine Unterschrift unter einen Vertrag bis Juni 2025.

Boetius wollte sich nach vier Jahren in Mainz im Sommer eigentlich eine neue Herausforderung im Ausland suchen, im Gespräch war ein Engagement in England. Zu konkreten Abschlüssen ist es aber nicht gekommen. Nun schlägt der 28-Jährige, den FSV-Coach Bo Svensson eigentlich gerne behalten hätte, wieder in der Bundesliga auf. Zuletzt hatte sich Boetius in seiner niederländischen Heimat bei Feyenoord Rotterdam fit gehalten.

“Für uns ist es ein Glücksgriff, einen Akteur mit solchen Fähigkeiten und dieser Ligaerfahrung ablösefrei zu bekommen. Wir freuen uns, dass er sich für Hertha BSC entschieden hat“, spricht Geschäftsführer Sport Fredi Bobic über die Verstärkung.

Der Saisonstart ist Hertha BSC gründlich misslungen. Im DFB-Pokal schieden die Hauptstädter mit 5:6 im Elfmeterschießen bei Zweitligist Eintracht Braunschweig aus, zum Ligaauftakt setzte es eine 1:3-Niederlage im Derby beim 1. FC Union.

Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Bobic über Boyata: Nicht das Gefühl, “dass er uns aktuell weiterbringt”

Am Tag nach der Niederlage im Stadtderby bei Union Berlin hat Fredi Bobic erklärt, warum Kapitän Dedryck Boyata und Angreifer Krzysztof Piatek nicht im Kader standen.

Dedryck Boyata hat bei Hertha BSC einen schweren Stand.

Dedryck Boyata hat bei Hertha BSC einen schweren Stand.

IMAGO/Joachim Sielski

Hertha BSC hat einen Fehlstart in die Saison hingelegt. Eine Woche nach der Niederlage im Pokal bei Eintracht Braunschweig (5:6 i.E.) kassierten die Hauptstädter auch eine 1:3-Niederlage im Stadtderby bei Union. Während Cheftrainer Sandro Schwarz kurz nach der Partie noch vor “Untergangsstimmung” warnte, war Geschäftsführer Bobic einen Tag später darum bemüht, die gegenwärtige Lage in den Gesamtkontext einzuordnen. Zwar bezeichnete auch er das Ergebnis als “ernüchternd” und “natürlich hart”, verwies aber auf die großen Herausforderungen, die sich dem Klub stellen: “Wir müssen den Kader abspecken und vor allem Geld machen und Personalkosten runter bekommen”, betonte Bobic im “Doppelpass” bei “Sport1”: “Das ist alles nicht einfach, und gleichzeitig wollen wir sportlichen Erfolg haben.”

Hertha-Fehlstart in die Saison 2022/23

Deutlich unterstrich der Ex-Profi nochmal, wieso der ehemalige Kapitän Dedryck Boyata am 1. Spieltag im Aufgebot fehlte: “Es ist nicht so, dass wir das Gefühl haben, dass er uns aktuell weiterbringt.” Der 31-jährige Belgier, der sich noch WM-Chancen ausrechnet, zähle deshalb zu den Verkaufskandidaten. Ein Hintertürchen ließ Bobic immerhin offen: “Oder er trainiert so überragend, dass wir an ihm nicht mehr vorbeikommen.” Schon vor dem Duell bei Union hatte Schwarz öffentlich erklärt, dass Boyata aus sportlichen Gründen nicht berücksichtigt wird.

Gleiches gelte für Krzysztof Piatek, stellte Bobic klar. Der polnische Stürmer, der in der vergangenen Saison nach Florenz verliehen war, fehlte ebenfalls im Spieltagsaufgebot von Schwarz. Dem 27-Jährigen hat der Klub bereits einen Wechsel nahegelegt.

Schwarz nach der Derby-Niederlage: “Schärfe war das große Manko”

Hertha BSC ist denkbar schlecht in die neue Saison gestartet, nach dem Pokal-Aus unterlag die Alte Dame im Stadtderby Union Berlin klar. Wieso das so war und was für die kommenden Wochen wichtig sein wird.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

IMAGO/Matthias Koch

Eigentlich sollte alles besser werden bei Hertha BSC. Vergangene Saison erst in der Relegation gerettet, wollte der Hauptstadtklub in der neuen Spielzeit mit einem neuen Trainer wieder angreifen. Zumindest der Auftakt ist Sandro Schwarz mit seinen Schützlingen aber misslungen. Nach dem 5:6 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal folgte in der Bundesliga nun ein 1:3 – gegen Stadtrivale Union, der zum vierten Mal in Serie das Duell für sich entschied.

“Nicht gut genug”: Was Plattenhardt abstellen will

Schon vor Anpfiff schob beispielsweise Geschäftsführer Sport Fredi Bobic den Köpenickern die Favoritenrollte zu, die Herthaner dürften sich aber mehr ausgerechnet haben. Kurz und knackig brachte der neue Kapitän Marvin Plattenhardt bei “Sky” auf den Punkt, wieso Union zum ersten Mal im dritten Anlauf beim Bundesliga-Auftakt gewann. “Das war heute nicht genug”, stellte er fest und fügte an: “Wir bekommen die Gegentore zu einfach. Das müssen wir abstellen.”

Coach Schwarz, der überraschend gänzlich auf Plattenhardts Vorgänger Dedryck Boyata verzichtet hatte, musste im Interview keine Sekunde nachdenken, wieso sein Team leer ausging. “Schärfe”, antwortete der Trainer postwendend, “das muss man ganz klar sagen”. Union sei dagegen griffiger gewesen, in einigen Sequenzen. “Und dann haben sie auch zielstrebig nach vorne gespielt hat, sie waren eiskalt”, erkannte Schwarz an. “Schärfe war dennoch das große Manko heute.”

Einen Grund, um den Kopf zu senken, sieht Schwarz aber nicht. Er erkannte zwar an, dass das “zu wenig heute war, das muss man ganz klar sagen”, doch wusste auch direkt, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss: Eigentlich vorgegebene Attribute wie “situatives Pressing und vorwärts Verteidigen” hätten zu häufig im Spiel gefehlt, ebenso Intensität und Zweikampfstärke. “Wir müssen sehr intensiv arbeiten, an Dingen wie Aggressivität gegen den Ball, Kompromisslosigkeit und gegenseitigem Unterstützen in den Zweikämpfen.”

Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen.

Sandro Schwarz

Eine Botschaft hatte der achte Trainer von Hertha BSC, seitdem Union 2019 in die Bundesliga aufstieg, auch noch. “Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen”, so Schwarz. Ärger über die beiden verlorenen Pflichtspiele sei in Ordnung, mehr aber nicht. Auch Plattenhardt wollte von einem Fehlstart nichts wissen.

Immerhin stehen die Fans derzeit hinter dem Team, was auch Schwarz anerkannte. Es sei “sehr gut” gewesen “wie die Leute uns unterstützt haben, auch nach dem Spiel”. Mit dieser positiven Schärfe müsse von nun an die Mannschaft agieren. “Dennoch, ich weiß, was letztes Jahr hier los war – das ist ein neuer Weg, der wird hart werden, das war mir vorher schon bewusst.”

Schwarz' Fazit nach der Derby-Niederlage: “Schärfe war das große Manko”

Hertha BSC ist denkbar schlecht in die neue Saison gestartet, nach dem Pokal-Aus unterlag die Alte Dame im Stadtderby Union Berlin klar. Wieso das so war und was für die kommenden Wochen wichtig sein wird.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

Verlor das Derby zum Bundesliga-Auftakt verdient: Hertha-Coach Sandro Schwarz.

IMAGO/Matthias Koch

Eigentlich sollte alles besser werden bei Hertha BSC. Vergangene Saison erst in der Relegation gerettet, wollte der Hauptstadtklub in der neuen Spielzeit mit einem neuen Trainer wieder angreifen. Zumindest der Auftakt ist Sandro Schwarz mit seinen Schützlingen aber misslungen. Nach dem 5:6 im Elfmeterschießen gegen Eintracht Braunschweig im DFB-Pokal folgte in der Bundesliga nun ein 1:3 – gegen Stadtrivale Union, der zum vierten Mal in Serie das Duell für sich entschied.

“Nicht gut genug”: Was Plattenhardt abstellen will

Schon vor Anpfiff schob beispielsweise Geschäftsführer Sport Fredi Bobic den Köpenickern die Favoritenrollte zu, die Herthaner dürften sich aber mehr ausgerechnet haben. Kurz und knackig brachte der neue Kapitän Marvin Plattenhardt bei “Sky” auf den Punkt, wieso Union zum ersten Mal im dritten Anlauf beim Bundesliga-Auftakt gewann. “Das war heute nicht genug”, stellte er fest und fügte an: “Wir bekommen die Gegentore zu einfach. Das müssen wir abstellen.”

Coach Schwarz, der überraschend gänzlich auf Plattenhardts Vorgänger Dedryck Boyata verzichtet hatte, musste im Interview keine Sekunde nachdenken, wieso sein Team leer ausging. “Schärfe”, antwortete der Trainer postwendend, “das muss man ganz klar sagen”. Union sei dagegen griffiger gewesen, in einigen Sequenzen. “Und dann haben sie auch zielstrebig nach vorne gespielt hat, sie waren eiskalt”, erkannte Schwarz an. “Schärfe war dennoch das große Manko heute.”

Einen Grund, um den Kopf zu senken, sieht Schwarz aber nicht. Er erkannte zwar an, dass das “zu wenig heute war, das muss man ganz klar sagen”, doch wusste auch direkt, an welchen Stellschrauben gedreht werden muss: Eigentlich vorgegebene Attribute wie “situatives Pressing und vorwärts Verteidigen” hätten zu häufig im Spiel gefehlt, ebenso Intensität und Zweikampfstärke. “Wir müssen sehr intensiv arbeiten, an Dingen wie Aggressivität gegen den Ball, Kompromisslosigkeit und gegenseitigem Unterstützen in den Zweikämpfen.”

Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen.

Sandro Schwarz

Eine Botschaft hatte der achte Trainer von Hertha BSC, seitdem Union 2019 in die Bundesliga aufstieg, auch noch. “Es ist extrem wichtig, keine Untergangsstimmung aufkommen zu lassen”, so Schwarz. Ärger über die beiden verlorenen Pflichtspiele sei in Ordnung, mehr aber nicht. Auch Plattenhardt wollte von einem Fehlstart nichts wissen.

Immerhin stehen die Fans derzeit hinter dem Team, was auch Schwarz anerkannte. Es sei “sehr gut” gewesen “wie die Leute uns unterstützt haben, auch nach dem Spiel”. Mit dieser positiven Schärfe müsse von nun an die Mannschaft agieren. “Dennoch, ich weiß, was letztes Jahr hier los war – das ist ein neuer Weg, der wird hart werden, das war mir vorher schon bewusst.”

Schwarz streicht Boyata aus dem Kader

Kapitänsbinde verloren und zum Bundesliga-Auftakt nicht mal im Kader: Dedryck Boyata hat bei Hertha BSC einen schweren Stand.

Zum Bundesliga-Auftakt nicht gefragt: Dedryck Boyata.

Zum Bundesliga-Auftakt nicht gefragt: Dedryck Boyata.

IMAGO/Matthias Koch

Nur einen personellen Wechsel nahm Sandro Schwarz nach dem DFB-Pokal-Aus bei Eintracht Braunschweig (5:6 i.E.) vor: Im Bundesliga-Stadtderby bei Union Berlin am Samstag setzte der Hertha-Trainer in der Innenverteidigung auf Neuzugang Filip Uremovic neben dem gesetzten Marc Oliver Kempf.

Doch der verdrängte Dedryck Boyata rutschte nicht etwa auf die Bank, sondern ganz aus dem Kader. “Wenn keine Verletzung vorliegt, ist es eine sportliche Entscheidung, die zu treffen ist. Die haben wir heute getroffen”, sagte Schwarz vor dem Anpfiff bei “Sky”.

Als Alternativen für Kempf und Uremovic nahm der neue Trainer lieber die Youngster Linus Gechter (18) und Marton Dardai (20) mit an die Alte Försterei. Boyata, der in der Vorbereitung bereits die Kapitänsbinde an Marvin Plattenhardt verloren hatte, muss sich erst einmal weit hinten anstellen.

“Schnell und zielstrebig”: Arminia angelt sich Klünter

Arminia Bielefeld verstärkt seine Abwehr mit Lukas Klünter (26), der ablösefrei anheuert. 

Lukas Klünter heuert in Bielefeld an.

Lukas Klünter heuert in Bielefeld an.

imago images/Christian Schroedter

Lukas Klünter hat nach seinem Vertragsende bei Hertha BSC einen neuen Verein gefunden. Zweitligist Arminia Bielefeld hat sich die Dienste des 26-jährigen Verteidigers gesichert, der künftig mit der Rückennummer zwei auflaufen wird. Zu Vertragsmodalitäten machten die Ostwestfalen keine Angaben.

Der gebürtige Euskirchener Klünter, der 2018 vom 1. FC Köln in die Hauptstadt gewechselt war, bringt die Erfahrung von 77 Bundesligaspielen (zwei Tore) und drei Europa-League-Einsätzen mit nach Bielefeld.

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“Lukas ist ein erfahrener Spieler, der unserer Mannschaft guttun wird”, wird Arminias Chefcoach Uli Forte auf der Vereinswebsite zitiert. “Er ist schnell, zielstrebig und mit einem guten Spielverständnis ausgestattet. Zudem kann er auf mehreren Positionen spielen. Lukas wird uns mit seiner Qualität weiterbringen.”

Saison 2001/02: Seuchen- oder Traumsaison?

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Zum Abschluss der ersten Serie biegt “kicker History” ins 21. Jahrhundert ab, in dem der FC St. Pauli sein Jahrhundertspiel womöglich schon ziemlich zeitig spielte. Und einen wahren Verkaufsschlager auf den Markt brachte. Eine noch mal deutlich spektakulärere Saison legte Bayer 04 Leverkusen hin, wie sich Jens Nowotny erinnert. Doch das Ende einer außergewöhnlichen Spielzeit war bittersüß – von einem solchen kann auch Jürgen Kohler berichten.

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“Ich freue mich auf die neue Herausforderung in Bielefeld. Mit den Verantwortlichen hatte ich sehr gute Gespräche, die mir von Anfang an ein gutes Gefühl vermittelt haben”, sagt Klünter, der in der vergangenen Saison nur noch zu fünf Bundesligaeinsätzen im Hertha-Trikot kam. “Jetzt freue ich mich darauf, die Mannschaft kennenzulernen und wieder auf dem Platz zu stehen.”

Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld steht nach zwei Spieltagen mit null Punkten auf Rang 16. Am Samstagabend sollen in der Auswärtspartie beim FC Hansa Rostock (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) die ersten Zähler eingefahren werden.  

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

Was geht, Bundesliga? – 1. Spieltag 04.08.2022

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30:27Die Bundesliga-Saison 2022/23 steht in den Startlöchern und wir wagen mit unserem Gast Thomas Hitzlsperger Prognosen: Der Ex-Stuttgart-Vorstand sieht “seinen VfB” deutlich verbessert im Gegensatz zur Vorsaison. Von den Rückkehrern Bremen und Schalke muss seiner Ansicht nach mindestens einer wieder runter – und die Bayern werden problemlos wieder Meister …

“Man muss respektieren, was dort passiert ist”: Bobic schiebt Favoritenrolle gen Union

Am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! auf kicker) steht für Sandro Schwarz das erste Bundesliga-Spiel als Trainer von Hertha BSC an. Und dann gleich das Derby beim 1. FC Union.

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic sieht Union Berlin nach den starken letzten Jahren als Favorit im Derby.

Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic sieht Union Berlin nach den starken letzten Jahren als Favorit im Derby.

IMAGO/Nordphoto

Schon bei seiner Vorstellung als neuer Hertha-Coach hatte Schwarz gesagt, dass das Derby direkt zum Bundesliga-Start “ein geiler Auftakt” sei – und das untermauerte der 43-Jährige am Donnerstagmittag auf der Spieltags-Pressekonferenz erneut.

Natürlich weiß der neue Mann an der Seitenlinie darum, dass ein Derby für die Befindlichkeit beim Hauptstadtklub von Bedeutung ist, ganz und gar, da die letzten drei Duelle mit Union verloren wurden. “Klar ist das ein wichtiges Spiel was die Fans betrifft, das ist uns bewusst”, sagte der Coach. Doch Schwarz machte am Donnerstag auch deutlich, dass er “den Fokus beibehalten” will, “es ist das erste Ligaspiel, das ist die Aufgabe”. Und auch von seinen Spielern erwartet der neue Trainer, dass sie “klar in der Aufgabe drin sind”.

Für ihn gehe es darum, dass sein Team das, was es beim Aus im DFB-Pokal in Braunschweig über knapp 60 Minuten gezeigt habe, möglichst über 90 Minuten zeige und dass seine Mannschaft “eine hohe Leistungsbereitschaft” an den Tag lege. Wichtig sei, “dass wir das, was wir auf dem Schläger haben, auf den Platz bekommen wollen”, so Schwarz. Dass das Ergebnis im Pokal ärgerlich war, räumte der neue Trainer ein, aber es seien im Hertha-Spiel schon neue Inhalte zu erkennen gewesen, “auch gegen den Ball”.

Gleichwohl weiß Schwarz, dass sein Team zusehen muss, dass es die Fehler abstellt, die in Braunschweig zu den Gegentoren führten. Hertha müsse “eine Kompromisslosigkeit auf den Platz bekommen”, und neben den vorhandenen Offensivqualitäten “in hohem Maße konsequent im Verteidigen” sein.

Die Favoritenrolle müsse man sich “wieder erarbeiten”


Sandro Schwarz

Das Berliner Derby direkt vor Augen: Sandro Schwarz.
IMAGO/Matthias Koch

Dass die Aufgabe im Stadion an der Alten Försterei eine schwierige wird, ist Schwarz darüber hinaus bewusst. Der Gegner sei “eingespielt und hat klare Abläufe in Offensive und Defensive”, so der Hertha-Trainer. Fredi Bobic sieht Union auch angesichts von drei Derby-Niederlagen nacheinander als Favorit. “Man muss einfach respektieren, was dort passiert ist in den Jahren”, sagte der Geschäftsführer Sport am Donnerstag. “Dementsprechend können wir uns nicht hinstellen und sagen: Wir gehen als Favorit in das Spiel. Wir wissen, jetzt sind wir mal die Außenseiter.” Die Favoritenrolle müsse man sich “wieder erarbeiten, natürlich auch mit Ergebnissen”.

Derzeit liege sie bei Union, “und damit kann man auch leben”, betonte Bobic, “und damit kann sich erstmal so motivieren, dass man sagt: Das würden wir gerne brechen. Und am 1. Spieltag so etwas zu tun, sollte unser Ziel sein.”

“Interesse von mehreren Klubs” an Ekkelenkamp

Verzichten muss Hertha im achten Derby seit dem Bundesliga-Aufstieg von Union auf die Rekonvaleszenten Kelian Nsona (Knieprobleme), Dong-Jun Lee (muskuläre Probleme), Jessic Ngankam (Knieprobleme) und Marco Richter (Aufbautraining nach Tumor-OP) sowie Omar Alderete (freigestellt für Vereinssuche) und den gesperrten Lucas Tousart.

Ob Jurgen Ekkelenkamp am Samstag zum Kader zählt, ist fraglich. Berichte aus Belgien, wonach der niederländische Mittelfeldakteur kurz vor einem Wechsel zum FC Brügge stehe, bestätigte Bobic allerdings nicht. “Richtig ist, dass es Interesse von mehreren Klubs aus Belgien gibt”, sagt der 50-Jährige, “aber der Transfer ist noch nicht über die Bühne. Es gibt noch einige Sachen zu tun.”

Dagegen wird der jüngste Zugang Wilfried Kanga im Derby bereits im Kader stehen. Schwarz schätzt an dem Angreifer, dass er “sehr robust und gut in der Ballbehauptung ist und Tiefgang hat. Jetzt gilt es, in unsere Abläufe reinzukommen.”

Andreas Hunzinger