Mainzer Stürmersuche: Die Spur führt zu Frankfurts Ache

Die Entscheidung, ob Mainz 05 in dieser Transferperiode noch einen Stürmer holt, ist noch nicht gefallen. Im Visier der Rheinhessen: Eintracht Frankfurts Ragnar Ache.

Im Visier der Mainzer: Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt.

Im Visier der Mainzer: Ragnar Ache von Eintracht Frankfurt.

imago images/osnapix

Beim Testspiel am Donnerstag fehlte der 23-Jährige auf dem Aufstellungsbogen. Laut offiziellen SGE-Angaben leidet er unter muskulären Problemen. Nach kicker-Recherchen beschäftigt sich Mainz 05 mit einer Verpflichtung des Stürmers.

Ingvartsen weiterhin außen vor – Szalai wartet auf das Go der Mediziner

Eine Alternative im Angriff würde den Nullfünfern guttun. Auch im Freundschaftsspiel gegen die Eintracht musste Trainer Bo Svensson ohne Marcus Ingvartsen und Adam Szalai auskommen. Ingvartsen soll nach seiner Reha wegen einer Entzündung im Adduktorenbereich, die er teilweise in seiner dänischen Heimat absolvierte, demnächst ins Mannschaftstraining einsteigen.

Teile davon macht Szalai bereits mit. Das grüne Licht vonseiten der Mediziner, dass er nach seiner Kopf-OP wieder voll belastbar ist, steht jedoch noch aus. In den vergangenen Wochen mussten die beiden verbliebenen 05-Angreifer Jonathan Burkardt und Karim Onisiwo häufig durchspielen. Im Test gegen die Eintracht saß Nachwuchsangreifer Ben Bobzien zunächst auf der Bank. Der 18-Jährige hat kürzlich einen Profivertrag unterschrieben.

Ache: Kurzfristige Hilfe und langfristige Verstärkung

Ache könnte in Mainz die Lücke kurzfristig schließen und vielleicht sogar langfristig weiterhelfen, auch wenn er in anderthalb Jahren bei der Eintracht nur auf 17 Bundesligaeinsätze kommt. Von der Physis her bringt der ehemalige U-21-Nationalspieler alles mit, was Svensson von seinen Angreifern verlangt.

Mit einem Transfer könnte Frankfurt seinen Gehaltsetat zumindest etwas entlasten, um Platz für Lucas Alario von Bayer Leverkusen zu schaffen, an dem Interesse besteht. 

Michael Ebert/Julian Franzke

“Treffsicher und versiert”: Eintracht verlängert mit Prasnikar bis 2025

Eintracht Frankfurt hat seine slowenische Torjägerin Lara Prasnikar langfristig gebunden.

Neuer Vertrag: Lara Prasnikar.

Neuer Vertrag: Lara Prasnikar.

imago images/Eibner

Wie die Hessen am Donnerstag melden, unterzeichnete Prasnikar einen neuen Kontrakt mit Laufzeit bis zum 30. Juni 2025. Damit bleibt, so die SGE, das Angriffsquintett der Mannschaft komplett. Prasnikar war im Sommer 2020 von Turbine Potsdam an den Main gewechselt. In ihrer ersten Saison erzielte sie fünf Tore, in der laufenden führte sie die interne Liste der Eintracht mit sieben Toren an und ist Stammkraft in der Offensive von Trainer Niko Arnautis.

Mit elf Scorerpunkten führt sie gemeinsam mit Lea Schüller (Bayern München) und Melissa Kössler (Turbine Potsdam) zudem die Scorerliste der Bundesliga an. In der slowenischen Nationalmannschaft hat Prasnikar im Rahmen der aktuellen WM-Qualifikation zuletzt in sechs Spielen sieben Tore erzielt, darunter drei Doppelpacks.

Ziel Champions League

Sportdirektor Siegfried Dietrich sagte zur Vertragsverlängerung mit Prasnikar: “Es ist wunderbar, dass mit Laras langfristigem Treuebekenntnis bis zum Sommer 2025 unser starkes Offensiv-Power-Quintett zusammenbleibt.” Die Spielerin zähle “zu den Ausnahmestürmerinnen in Europa und untermauert ihre Qualität auch mit der aktuellen Führung in der Liga-Scorerliste.” Prasnikar sei “treffsicher, technisch versiert und eine starke Persönlichkeit, die auch als Teamplayerin wichtige Spiele entscheiden kann”.

Prasnikar erklärte: “Die Stadt und der Verein passen einfach zu mir – und ich passe gut nach Frankfurt. Ich habe mich hier seit meinem Wechsel 2020 persönlich noch einmal sehr weiterentwickeln können und bin davon überzeugt, dass wir insgesamt als Mannschaft auf einem guten Weg sind.” Ihr Ziel sei es, “im nächsten Jahr in der Champions League spielen zu können.”

Cheftrainer Arnautis lobte Prasnikar als Spielerin, die “unheimlich viel auf dem Platz unterwegs” sei, Lücken reiße und enorm abschlussstark sei. “Sie spürt, dass sie sich hier persönlich, aber auch als Teil der Mannschaft, weiterentwickelt hat.”

Hellmann: “Wir fordern von Hessen ein Ausscheren aus dem bundeseinheitlichen Nichtstun”

Am Dienstag haben die hessischen Profisportklubs einen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier verfasst und darin unter anderen eine 25-prozentige Auslastung der Stadien und Hallen gefordert. Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann erläutert die Hintergründe.

Sorgt sich um die Zukunft von Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann.

Sorgt sich um die Zukunft von Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann.

imago images/Jan Huebner

Gerade mal 1000 Zuschauer durften am vergangenen Freitag das Heimspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld (0:2) im Stadion verfolgen. Damit war die Arena im Stadtwald zu 1,94 Prozent ausgelastet. Auf Dauer ist das selbst für einen vor Ausbruch der Corona-Pandemie kerngesunden Klub wie Eintracht Frankfurt existenzgefährdend. Das gilt erst recht für die anderen hessischen Profisportarten, die noch stärker als der Profifußball von den Einnahmen aus dem Ticketing und der Vermarktung der Sportstätten abhängig sind.

Um kurzfristig zumindest wieder eine 25-prozentige Stadion- und Hallenauslastung zu erreichen, verfassten Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann, Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch und der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar Björn Seipp, der zugleich Sprecher der Interessengemeinschaft “Teamsport Hessen” ist, im Namen der hessischen Profiklubs einen Brief an Ministerpräsident Bouffier.

Markus Söder schlug einen bayrischen Weg ein, wir fordern einen hessischen Weg.

Axel Hellmann

Das Trio hatte sich nach einem ersten Protestbrief bereits in der vergangenen Woche per Video mit Bouffier zusammengeschaltet. Doch bei der anschließenden Ministerpräsidentenkonferenz wurde keine bundeseinheitliche Zuschauerregelung für den Profisport gefunden. Nun fordern die hessischen Profiklubs einen Sonderweg des Landes.

“Wir haben im Namen aller hessischen Profiklubs einen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier geschrieben und fordern von Hessen ein Ausscheren aus dem bundeseinheitlichen Nichtstun. Wir fordern eine 25-prozentige Auslastung der Stadien und Hallen, die Bouffier übrigens selbst bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz vorgeschlagen hat. Markus Söder schlug nun einen bayrischen Weg ein, wir fordern einen hessischen Weg der Vernunft”, erklärt Hellmann im Gespräch mit dem kicker.

Der Vorstandssprecher von Eintracht Frankfurt betont: “Es kann nicht sein, dass für den professionellen Sport, insbesondere für den Fußball, härtere Maßstäbe gelten als für andere gesellschaftlichen Bereiche – und vor allem die Bundesliga dafür herhalten muss, eine Handlungsfähigkeit der Politik vorzugeben, die in zentralen Bereichen nicht konsequent gehandelt hat und sich bis heute nicht zu einer Entscheidung in der Impflicht-Frage durchringen konnte.”

Forderung nach standortbezogener Betrachtung

Außerdem fordern die Klubs, “das systematische Öffnen in bestimmten Szenarien vorzubereiten. Diese Öffnungskonzepte muss man jetzt schon planen, und nicht erst, wenn die Corona-Welle abgeflacht ist”, so Hellmann. Er erwartet, dass der Fokus auf die örtlichen Begebenheiten gerichtet wird: “Wir müssen weg von politischen Grundsatzbeschlüssen und reiner Symbolpolitik hin zu einer standortbezogenen Betrachtung. Man muss sich die Rahmenbedingungen von jedem Stadion und jeder Halle anschauen: Wie läuft die An- und Abreise? Ist das eine Halle mit einem Zugang oder gibt es 10, 12 oder 15 Eingänge? Kann man die Leute im Schachbrettmuster setzen oder nicht? Was ist unter Einbeziehung der örtlichen Gesundheitsämter mit Hygienekonzepten machbar?”

Während BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dieser Tage bereits ankündigte, rechtliche Schritte prüfen zu wollen, setzen die Verantwortlichen der hessischen Klubs bislang noch ausschließlich auf den Dialog mit der Politik, um ihre Ziele zu erreichen. “Noch befinden wir uns in einer Phase des Dialogs mit der hessischen Landesregierung. Es wäre gut, wenn wir auf dem Weg des Dialogs – und nicht auf dem juristischen – etwas für den Sport bewegen könnten”, sagt Hellmann.

Julian Franzke, drm

Hessische Profiklubs pochen auf 25-prozentige Auslastung

Am Dienstag haben die hessischen Profisportklubs nach kicker-Informationen einen Brief an den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier verfasst und darin unter anderem eine 25-prozentige Auslastung der Stadien und Hallen gefordert.

Brief an den Ministerpräsidenten: Frankfurts Vorstands Vorstandssprecher Axel Hellmann

Brief an den Ministerpräsidenten: Frankfurts Vorstands Vorstandssprecher Axel Hellmann

imago images/Hartenfelser

Gerade mal 1000 Zuschauer durften am vergangenen Freitag das Heimspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld (0:2) im Stadion verfolgen. Damit war die Arena im Stadtwald zu 1,94 Prozent ausgelastet.

Auf Dauer ist das selbst für einen vor Ausbruch der Corona-Pandemie kerngesunden Klub wie Eintracht Frankfurt existenzgefährdend. Das gilt erst recht für die anderen hessischen Profisportarten, die noch stärker als der Profifußball von den Einnahmen aus dem Ticketing und der Vermarktung der Sportstätten abhängig sind.

Hellmann, Fritsch und Seipp verfassen Schreiben an Bouffier

Um kurzfristig zumindest wieder eine 25-prozentige Stadion- und Hallenauslastung zu erreichen, verfassten Frankfurts Vorstandssprecher Axel Hellmann, Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch und der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar Björn Seipp, der zugleich Sprecher der Interessengemeinschaft “Teamsport Hessen” ist, im Namen der hessischen Profiklubs einen Brief an Ministerpräsident Bouffier. Das Trio hatte sich nach einem ersten Protestbrief bereits in der vergangenen Woche per Video mit Bouffier zusammengeschaltet.

Keine bundeseinheitliche Regelung bei Zuschauern

Doch bei der anschließenden Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) wurde keine bundeseinheitliche Zuschauerregelung für den Profisport gefunden. Nun fordern die hessischen Profiklubs einen Sonderweg des Landes. Zumal Bouffier im Vorfeld der MPK selbst für eine 25-Prozent-Regelung geworben hatte.

Während BVB-Boss Hans-Joachim Watzke dieser Tage bereits ankündigte, rechtliche Schritte prüfen zu wollen, setzen die Verantwortlichen der hessischen Klubs bislang noch ausschließlich auf den Dialog mit der Politik, um ihre Ziele zu erreichen. Zudem fordern sie, dass bereits jetzt, vor Abflachen der Omikron-Welle, eine Perspektive für weitere Öffnungen erarbeitet wird. 

Julian Franzke

Mehr als ein Joker? Hauges schwieriger Konkurrenzkampf

Jens-Petter Hauge hat seine am 12. Dezember im Heimspiel gegen Leverkusen (5:2) erlittene Muskelverletzung auskuriert und ist ins Mannschaftstraining zurückgekehrt. Für Eintracht-Trainer Oliver Glasner vergrößern sich damit die Optionen in der Offensive, allerdings dürfte es für den Norweger vorerst schwierig werden, über eine Joker-Rolle hinauszukommen.

Jens-Petter Hauge will bei Eintracht Frankfurt nach überstandener Verletzung das nächste Level erreichen.

Jens-Petter Hauge will bei Eintracht Frankfurt nach überstandener Verletzung das nächste Level erreichen.

Getty Images

Rafael Borré als Sturmspitze sowie Daichi Kamada und Jesper Lindström auf den Halbpositionen dahinter haben sich im 3-4-2-1 der Eintracht festgespielt. Solange keine Verletzungen, Sperren oder positive COVID-19-Testergebnisse dazwischenkommen, dürfte es für Hauge und die anderen Offensivkräfte schwierig werden, dem gesetzten Trio einen Platz abzuluchsen. Insbesondere Lindström vollzog in den vergangenen Monaten einen beachtlichen Entwicklungsschritt und ist trotz der jüngst teils unglücklich vergebenen Torchancen nicht aus der Mannschaft wegzudenken.

Hauge: “Das war die erste ernste Verletzung in meiner Karriere als Profi – und nicht das beste Timing”

“Das war die erste ernste Verletzung in meiner Karriere als Profi – und nicht das beste Timing. Das Team war in fantastischer Form, und ich hätte gerne mehr gespielt”, rekapituliert der Norweger. Immerhin: Mittlerweile verspürt er wieder ein “gutes Gefühl” und trainiert “normal mit dem Team”. Sollte alles wie geplant laufen, stehe er im kommenden Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart wieder zur Verfügung. Das Ziel für die Abteilung Attacke ist klar: an Effizienz zulegen. “In den letzten Spielen kreierten wir viele Chancen und spielten guten Offensivfußball, aber wir müssen mehr Tore schießen”, fordert Hauge. “Ich hoffe, dem Team helfen zu können, indem ich selbst Tore erziele und Chancen für die Mannschaft kreiere.”

Der Saisonstart verlief für den variabel einsatzbaren Offensivakteur vielversprechend, an den ersten drei Spieltagen traf er zweimal, seither ging er in der Liga aber leer aus. Dafür erzielte er in der Europa League in Piräus in der Nachspielzeit das viel umjubelte 2:1-Siegtor. Ein Assist gelang ihm in wettbewerbsübergreifend 17 Einsätzen indes noch nicht, und sein kicker-Notenschnitt von 4,14 in der Bundesliga dokumentiert, dass noch viel Luft nach oben besteht. Seine Qualitäten, die er insbesondere im offensiven Eins-gegen-eins hat, sind unbestritten. Doch der 22-Jährige muss lernen, cleverer und abgezockter zu spielen, im richtigen Moment zu passen und den Ball nicht mehr so leichtfertig zu verlieren. Andernfalls wird er es schwer haben, sich in der Bundesliga zu behaupten.

Bei der Eintracht scheint die Überzeugung groß zu sein, den norwegischen Nationalspieler auf das nächste Level heben zu können. Zwar ist Hauge lediglich von der AC Mailand ausgeliehen, allerdings soll eine (offiziell nicht bestätigte) Kaufverpflichtung über sieben Millionen Euro ausgehandelt worden sein. Auf einen solchen Deal lässt man sich nicht ein, wenn man von einem Spieler nicht vollends überzeugt ist.

Julian Franzke

Warum die Bundesliga bis 4. Februar pausiert, die DFB-Elf aber auch

Vor dem 21. Spieltag macht die Bundesliga fast 14 Tage Pause – in Europa sind in dieser Zeit aber auch keine Länderspiele. Woran liegt das?

Dortmund und Leverkusen - hier Meunier und Wirtz - stehen sich am 21. Spieltag gegenüber. Gerade ist aber erstmal eine Pause.

Dortmund und Leverkusen – hier Meunier und Wirtz – stehen sich am 21. Spieltag gegenüber. Gerade ist aber erstmal eine Pause.

picture alliance

Nach der Winterpause ist vor der Winterpause: Nur rund zwei Wochen nach dem Rückrundenauftakt ruht in der Bundesliga schon wieder der Ball. In der 1. und 2. Liga liegt zwischen dem gerade absolvierten 20. und dem bevorstehenden 21. Spieltag ein spielfreies Wochenende am 29./30. Januar.

Eine ganz normale Länderspielpause? Nicht ganz. Die deutsche Nationalelf etwa trägt in dieser Zeit ebenfalls keine Partien aus, sie steigt erst Ende März ins Länderspieljahr 2022 ein. Und so ergeht es auch allen anderen europäischen Nationen.

Der Hintergrund der ungewöhnlichen Länderspielpause: Während im Einzugsbereich der UEFA keine internationalen Spiele anberaumt sind, stehen in allen anderen Kontinentalverbänden vom 24. Januar bis zum 1. Februar WM-Qualifikationsspiele auf dem Programm, in Afrika zudem die finale Phase des Afrika-Cups.

Nur in Europa steigen keine Länderspiele – 2020 war es umgekehrt

Dieses Abstellungsfenster hatte die FIFA den Verbänden aus Asien, Afrika, Südamerika, Nord-/Mittelamerika/Karibik und Ozeanien bereits im August 2020 gewährt, als klar war, dass die damals bevorstehende Länderspielperiode (31. August bis 8. September 2020) der Corona-Pandemie zum Opfer fallen musste.

Weil die UEFA-Nationen damals jedoch Länderspiele bestreiten durften – Deutschland hatte sich mit einem 1:1 gegen Spanien aus dem langen “Lockdown” zurückgemeldet -, erhalten die europäischen Nationalspieler nun mitten in der Saison eine seltene Verschnaufpause, wenn ihre Nationaltrainer sie nicht zu einem Sonder-Lehrgang einladen. Im deutschen Profifußball darf nur die 3. Liga durchspielen.

Der Rahmenterminkalender 2022/23

Starkes Zeichen: Frankfurt verlängert Vertrag mit Reuteler

Geraldine Reuteler kämpft sich aktuell von einer Verletzung zurück. Von ihrem Verein  Eintracht Frankfurt erhält sie volles Vertrauen –  was auch das neue Arbeitspapier zeigt.

Gute Laune: Trainer Niko Arnautis (links), Geraldine Reuteler (Mitte) und Sportdirektor Siegfried Dietrich.

Gute Laune: Trainer Niko Arnautis (links), Geraldine Reuteler (Mitte) und Sportdirektor Siegfried Dietrich.

Eintracht Frankfurt

“Ich freue mich, zwei weitere Jahre bei der Eintracht zu bleiben. Der Verein ist für mich mittlerweile wie eine zweite Familie. Es macht unglaublich Spaß, ein Teil dieser Mannschaft zu sein, und ich möchte mit dem Team noch viel erreichen. Mein wichtigstes Ziel ist es, erstmal wieder topfit zu werden und komplett auf den Platz zurückzukehren. Aber ich möchte mich auch insgesamt persönlich wie auch mit der Mannschaft weiterentwickeln, um mit der Champions League unser großes Ziel zu erreichen”, so die 22-jährige Angreiferin. 

2018 wechselte Reuteler aus der Schweiz vom FC Luzern nach Frankfurt, damals ging das Team noch unter dem Namen FFC an den Start. Bis heute lief sie insgesamt 57 Mal in der Bundesliga auf und erzielte dabei 14 Treffer. Seit Ende März kamen keine Treffer mehr dazu, denn die Angreiferin bremste ein Kreuzbandriss aus. 

Reuteler kehrte zuletzt zurück auf den Trainingsplatz und soll während der Wintervorbereitung Stück für Stück ins Mannschaftstraining einsteigen. Ein starkes Signal natürlich vom Verein, genau in dieser Zeit den Vertrag mit der 22-Jährigen zu verlängern. “Wir freuen uns sehr, dass unser Wirbelwind nach ihrer Kreuzbandverletzung nach und nach wieder ins Mannschaftstraining einsteigt und jetzt mit ihrer Unterschrift ihre weitere Zukunft bei der Eintracht besiegelt”, sagte Sportdirektor Siegfried Dietrich, der mit der Offensivfrau ein neues Arbeitspapier bis 30 Juni 2024 aushandeln konnte. 

Arnautis lobt Reuteler in den höchsten Tönen

Auch Trainer Niko Arnautis freut sich sich, dass Reuteler weiter mit an Bord bleibt: “Sie hat ein großes Spielverständnis, kann auf fast allen Positionen vorne und im Mittelfeld spielen, ist unheimlich laufstark und technisch stark. Sie findet die nötigen Räume und Wege, um eigene Tore zu schießen, ist aber auch sehr mannschaftsdienlich, indem sie viele Tore vorbereitet. Leider wurde sie durch ihre Verletzung etwas zurückgeworfen. Géraldine ist aber auf dem Weg, zu alter Stärke zurückzufinden. Ich freue mich sehr, dass sie diesen Weg weiter bei uns geht.”

Krösche über Knauff: “Er wird eine andere Komponente reinbringen”

Auf der rechten Seite standen Frankfurts Trainer Oliver Glasner im 3-4-2-1 mit Ausnahme des dort kurzzeitig getesteten Mittelfeldspielers Aymen Barkok nur gelernte Verteidiger zur Auswahl. Neuverpflichtung Ansgar Knauff soll nun mehr Tempo und Zug zum Tor einbringen.

"Wir erwarten, dass er Speed und Zug zum Tor bei uns einbringt", fordert SGE-Coach Oliver Glasner von Ansgar Knauff.

“Wir erwarten, dass er Speed und Zug zum Tor bei uns einbringt”, fordert SGE-Coach Oliver Glasner von Ansgar Knauff.

picture alliance / foto2press

Am Freitagabend fehlte Ansgar Knauff naturgemäß noch im Kader von Eintracht Frankfurt gegen Arminia Bielefeld (0:2), am folgenden Samstag mischte der 20 Jahre alte Zugang dann erstmals im Teamtraining mit. Bis zu seinem möglichen ersten Pflichtspiel-Einsatz dauert es aufgrund des anstehenden spielfreien Wochenendes noch etwas, doch SGE-Coach Oliver Glasner findet das sogar positiv: “Es ist immer gut, wenn ein neuer Spieler kommt und wir Zeit haben.” Zwei Wochen lang also kann sich der für anderthalb Jahre von Borussia Dortmund ausgeliehene Knauff nun auf die Anforderungen Glasners einstellen und im Test bei Mainz 05 (Donnerstag, 14 Uhr) erste Wettkampfpraxis bei seinem neuen Klub sammeln.

Der Österreicher hofft dann, dass sein Team vom “sehr hohen Tempo” Knauffs und seinen Qualitäten in Eins-gegen-eins-Situationen profitieren kann. “Er ist ein sehr talentierter deutscher Nachwuchsnationalspieler. Wir erwarten, dass er Speed und Zug zum Tor bei uns einbringt”, fordert Glasner. Dass die Hessen auf den Außenbahnen durchaus mehr Offensivgeist vertragen können, wurde gegen Bielefeld deutlich: Links blieb Filip Kostic normalerweise eine Waffe unter seinen Möglichkeiten (kicker-Note 5), rechts machte es Timothy Chandler nur wenig besser (4,5). Als Kostic gegen Augsburg (1:1) coronabedingt ausfiel, lief Chandler links auf und Almamy Toure rechts. Zwei gelernte Verteidiger, von denen nur sehr dosiert Impulse nach vorne ausgehen. Knauff könnte in Zukunft mehr Dampf ins Spiel bringen.

Krösche setzt auf Knauffs Flexibilität

Der technisch feine Dribbler soll Glasners Optionen nun erweitern. “Ich glaube, dass er auf der rechten Außenbahn seine Stärken hat, wenn er Raum vor sich hat”, beschreibt Sportvorstand Markus Krösche die Verpflichtung. Knauff bringe gerade im Spiel nach vorne viel mit und sei flexibel einsetzbar. “Da wird er bei uns eine andere Komponente einbringen”, sagt Krösche.

Bei der U 23 des BVB verteidigte Knauff bereits rechts vor der Dreierkette, bei den Profis kam er in dieser Saison auf insgesamt neun Einwechslungen in Liga, Pokal und Champions League.  Allerdings muss der 1,80 Meter große gebürtige Göttinger noch nachweisen, auch auf Bundesliganiveau defensiv sicher zu sein, wenn er im 3-4-2-1 keinen Außenverteidiger als Absicherung hinter sich weiß. Zumal mit Kostic auf der linken Seite bereits ein Offensivgeist mit Schwächen in der Rückwärtsbewegung gesetzt ist.

Jim Decker

Hinteregger: “Ich weiß, dass einige von euch im Moment enttäuscht sind”

Beim 0:2 gegen Arminia Bielefeld musste Martin Hinteregger schon zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt werden. Das wirft Fragen auf, denn gesundheitlich war der Einsatz offenbar riskant. Auch sportlich wäre Makoto Hasebe wohl die bessere Wahl gewesen. Am Samstag äußerte Hinteregger in einem Schreiben an die Fans Selbstkritik.

Frankfurts Martin Hinteregger (l.) gegen Bielefelds Janni Serra.

Frankfurts Martin Hinteregger (l.) gegen Bielefelds Janni Serra.

picture alliance / Hasan Bratic

Viele Eintracht-Anhänger schätzen Hinteregger nicht nur als Sportler, sondern auch wegen seiner uneitlen, offenen Art. Allüren sind dem Österreicher fremd, “Hinti” gibt sich gerne volksnah und hebt sich wohltuend ab von all dem Hype im Alltag des Profifußballs. Wenn er mal in einem Helikopter sitzt, dann nicht, um zum Geldverprassen nach Monte-Carlo zu düsen, sondern um das Fliegen zu üben, weil er später bei der Bergrettung arbeiten will. In dieses Bild passen auch die selbstkritischen Töne, die der österreichische Nationalspieler am Samstag in einem Post bei “Instagram” anschlug. “Ich weiß, dass einige von euch im Moment enttäuscht sind von meiner sportlichen Leistung. Ganz ehrlich: bin ich auch. Und natürlich beschäftige ich mich krass damit, woran es liegt”, schrieb er an seine Fans und erläuterte: “Ich glaube, es gibt viele Gründe: Sprunggelenk und Schulter letztes Jahr, das Schambein jetzt, mein Kopf, der die falschen Entscheidungen trifft, und vor allem, dass ihr mir im Stadion brutal fehlt. Das darf keine Ausrede sein – ist es auch nicht – aber ohne euch ist der Hinti halt nur ein halber Hinti. Ich geb’ alles und verspreche, dass ich und wir das packen. Wir sind doch Adler.”

Fraglich ist allerdings, ob es vernünftig war, Hinteregger gegen Bielefeld einzusetzen. Zwei Tage vor dem Spiel hatte Oliver Glasner auf einer Pressekonferenz erklärt, dass der Verteidiger an einer “Problematik in der Schambeinregion” laboriere. Trotzdem stellte der Trainer den 29-Jährigen auf und ging dabei offenbar ein Risiko ein. Denn bereits zur Halbzeit musste Hinteregger wegen ebenjener Probleme ausgewechselt werden. Ob nun eine Trainingspause droht, blieb am Sonntag noch offen.

Glasners freiwilliger Verzicht auf Hasebe gibt Rätsel auf

Auch sportlich war Hinteregger gegen Bielefeld kein Gewinn. Seine Auswechslung zur Pause wäre auch aus Leistungsgründen gerechtfertigt gewesen. Glasners freiwilliger Verzicht auf Makoto Hasebe gibt nicht zum ersten Mal in dieser Saison Rätsel auf. Der 38-Jährige strahlte nach seiner Einwechslung für Hinteregger jene Ruhe aus, die seinem Konkurrenten aktuell fehlt. Ratsam scheint es, dass Hinteregger seine Probleme im Schambeinbereich nun erst mal vollständig auskuriert, um keine chronische Entzündung zu riskieren. Ein Hinteregger in Top-Form war für die Eintracht immer ein enormer Gewinn. Doch für seine robuste und resolute Spielweise muss er vollständig gesund und körperlich richtig fit sein. Davon kann aktuell nicht die Rede sein. 

Julian Franzke