Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Comeback und Position: Der Plan mit Mbom

Manuel Mbom arbeitet an seiner Rückkehr beim SV Werder Bremen: Der Langzeitverletzte soll langsam an die hundertprozentige Belastung herangeführt werden.

Werders Manuel Mbom ist auf dem Weg zurück nach langer Verletzungszeit.

Werders Manuel Mbom ist auf dem Weg zurück nach langer Verletzungszeit.

IMAGO/Nordphoto

Der SV Werder Bremen startet im Zuge der Winter-Vorbereitung an diesem Donnerstag in einen ersten Trainingsblock bis Weihnachten. Schon am Mittwoch stand indes Manuel Mbom mit Rehacoach Marcel Abanoz am Osterdeich auf dem Platz und “machte weitere Fortschritte in Richtung Comeback”, wie der Bundesligist mitteilte. Der 22-Jährige hatte sich am 30. April einen Achillessehnenriss im linken Fuß zugezogen.

Mbom: Belastung individuell anpassen

Nun soll der fünfmalige U-21-Nationalspieler behutsam wieder eingegliedert werden, wie Leiter Profifußball Clemens Fritz hinsichtlich der Rückkehr der Werder-Profis aus dem Urlaub ausführt: “Der Plan ist, dass wir ihn je nach Einheit punktuell in die eine oder andere Übung einbeziehen.” Man werde den Belastungsgrad Mboms individuell an die Intensität anpassen: “Das werden wir im Blick haben, um ihn langsam an die hundertprozentige Belastung ranführen.”

So sollen die Umfänge für den Spieler aus der Werder-Jugend “sukzessive Richtung Mannschaftstraining gesteigert werden”, erklärt Fritz, “sodass er im Januar dann komplett einsteigen kann”. Am 2. Januar bricht der aktuelle Tabellen-Neunte der Bundesliga ins Trainingslager nach Murcia auf.

Fritz: “Mbom ist in der Zentrale eingeplant”

Doch wo ist Mbom bei Werder eigentlich eingeplant? In der Vorsaison in der 2. Liga kam der ausgebildete Mittelfeldspieler zumindest unter Trainer Ole Werner vornehmlich auf der rechten Außenbahn, vor der Dreierabwehrkette, zum Einsatz. Doch diese Position ist mittlerweile fest an Mitchell Weiser vergeben, dahinter pocht zudem Felix Agu auf Spielpraxis.

Fritz verweist insofern zwar auf die Flexibilität Mboms, “die uns sehr guttut im Kader”, doch grundsätzlich sei er “schon in der Zentrale eingeplant – als Sechser oder Achter”, so der 42-Jährige. Damit kämen primär drei Positionen in der Bremer Elf für ihn in Frage, auch wenn der Konkurrenzkampf dort nicht wesentlich geringer ist. Erst einmal geht es für den Langzeitverletzten jedoch ohnehin darum, komplett fit zu werden.

Tim Lüddecke

Frauen-Bundesliga stellt neue Zuschauer-Bestmarke auf

Die Frauen-Bundesliga verzeichnet eine historische Zuschauer-Bestmarke. Schon nach neun Runden haben mehr Fans die Stadien besucht als in der gesamten bisherigen Rekordsaison.

Bayerns Sydney Lohmann (li.) grinst für ein Fan-Selfie.

Bayerns Sydney Lohmann (li.) grinst für ein Fan-Selfie.

picture alliance / Eibner-Pressefoto

In der bisherigen Rekordsaison 2013/14 hatten nach allen 22 Spieltagen insgesamt 156.355 Zuschauer zu Buche gestanden. Diese Zahl wurde in der laufenden Spielzeit bereits am 9. Spieltag um rund 17.000 überschritten: Insgesamt 173.438 Fans haben schon jetzt die Stadien besucht. Eine neue historische Zuschauer-Bestmarke für die Frauen-Bundesliga.

Das Spitzenspiel zwischen dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt (5:0) am vergangenen Samstag mit 14.027 Zuschauern in der Volkswagen-Arena schraubte die ohnehin schon beträchtliche Zahl nochmal in die Höhe. Die Bestmarke für die meisten Zuschauer in einer Partie war übrigens im Eröffnungsspiel zwischen Eintracht Frankfurt und Bayern München mit 23.200 Fans im Deutsche Bank Park aufgestellt worden.

Rekorde wurden aber nicht nur in den großen Stadien, sondern auch in den angestammten Heimstätten der Vereine aufgestellt: So lief der SC Freiburg vor 6.273 Fans im Dreisamstadion gegen den FC Bayern München auf, und die Frauen des 1. FC Köln feierten mit 5.400 Zuschauern gegen Wolfsburg im Franz-Kremer-Stadion eine vereinseigene Bestmarke.

Personeller Knall droht: DFL-Chefin Hopfen vor der Ablösung

Der Aufsichtsrat der DFL tagt in dieser Woche. Eine brisante Sitzung. Nach kicker-Recherchen kann es zu einem gewaltigen personellen Knall kommen:  Der Vertrag mit Donata Hopfen (46) könnte noch vor Weihnachten aufgelöst  werden.

Handschrift gesucht: DFL-Aufsichtsrat Hans-Joachim Watzke und DFL-Chefin Donata Hopfen.

Handschrift gesucht: DFL-Aufsichtsrat Hans-Joachim Watzke und DFL-Chefin Donata Hopfen.

IMAGO/Kirchner-Media

Über die weitere Zusammenarbeit mit Hopfen wird schon seit einigen Wochen im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Hans-Joachim Watzke und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium diskutiert.

Seit dem 1. Januar 2022 ist Hopfen DFL-Chefin, Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL GmbH, Sprecherin des Präsidiums des DFL e.V. und in diesen Funktionen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball.

Hopfen ist Nachfolgerin von Christian Seifert, der von 2005 bis 2021 sehr erfolgreich die Liga gesteuert hat. In die tiefen Fußstapfen von Seifert konnte Hopfen nicht treten. Das war auch nicht das erklärte Ziel der früheren Vorsitzenden der Verlagsgeschäftsführung der Bild-Gruppe und späteren Digitalberaterin von BCG Digital Ventures (ab Sommer 2019). 

Die vergebliche Suche nach Hopfens Handschrift

Hopfen trat an, um der DFL ihre Handschrift zu geben. Das ist ihr nach Meinung führender Köpfe in der Liga in den zurückliegenden elf Monaten nicht gelungen. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Auffassung ihrer Kritiker bisher Zeichen setzen.

Gedrückte Stimmung in der DFL-Zentrale 

Aus Kreisen ihrer Mitarbeiter wird geklagt, dass die Stimmung in der DFL-Zentrale in der Guiollettestraße 44-46 in Frankfurt am Main gedrückt sein; mehrere langjährige Mitarbeiter haben die DFL in den vergangenen Monaten verlassen.

Hopfens Vertrag ist bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Kommt es zur Trennung, wird die DFL eine hohe Abfindung zahlen müssen.  Auf die Frage, wie stark die Unterstützung aus der Liga ist, entgegnete die DFL-Chefin in dem am 31. Oktober in einem kicker-Interview lachend: “Mehr geht immer. ”

Ahnte sie da schon, was sich über ihr zusammenbraut?   

Rainer Franzke

Gollers Optionen: Entscheidung wohl kommende Woche

Beim SV Werder Bremen besteht die Bereitschaft, sich in der Winterpause von zwei Profis zu trennen: Bei Benjamin Goller könnte sich in der anstehenden Woche ein Wechsel konkretisieren, bei Eduardo dos Santos Haesler, genannt Dudu, geht es um die Perspektive.

Wurde von Werder Bremen schon mehrfach verliehen: Benjamin Goller.

Wurde von Werder Bremen schon mehrfach verliehen: Benjamin Goller.

IMAGO/Nordphoto

Bislang sind beide Spieler noch zu keinem Einsatz für die Werder-Profis gekommen, dabei hatte sich gerade Goller im Sommer berechtigte Hoffnungen machen dürfen, in dieser Saison vielleicht eine Überraschungsrolle beim Bundesliga-Aufsteiger zu spielen. In der Vorbereitung fiel der 23-Jährige mehrfach als positive Erscheinung auf, nachdem ein Wechsel zum Karlsruher SC zuvor lediglich aus finanziellen Gründen gescheitert war – Werder forderte eine Ablöse für den noch bis Saisonende unter Vertrag stehenden Goller, die der Zweitligist nicht zahlen konnte.

Werder Bremen

Schon zweimal war der Offensivspieler aus Bremen zuvor an den KSC verliehen worden, in der Saison 2020/21 sowie in der vergangenen Rückrunde, nachdem eine weitere Leihe zu Darmstadt 98 nach der Hinrunde beendet wurde. In den ersten Wochen nach seiner Rückkehr zu Werder konnte Goller als Ergänzungsspieler zunächst überzeugen, war an den ersten vier Bremer Testspieltreffern der Vorbereitung beteiligt. Dann verletzte er sich im Training am Sprunggelenk, kurz vor Saisonstart.

Goller: Tendenz geht zu Verbleib in Deutschland

In seiner Abwesenheit positionierten sich andere Spieler, der Aufsteiger startete gut in die neue Saison. Als Goller zurück war, bot sich keine wirkliche Gelegenheit mehr für den Spieler, der am liebsten über beide offensiven Flügelpositionen kommt – die es im Bremer 3-5-2-System allerdings auch nicht gibt. Auch deshalb sortiert die Spieler-Seite aktuell das Interesse mehrerer Klubs aus dem In- und Ausland, wobei die Tendenz des Spielers eher in Richtung eines Verbleibs in Deutschland geht, sprich in der 2. Liga. Drei Optionen haben sich aktuell konkretisiert.

Weiterhin müsste sich ein interessierter Klub jedoch mit Werder über eine Ablöse einigen. Goller strebt bei einem etwaigen Wechsel jedenfalls eine langfristige Lösung seiner Zukunftsplanung an, nachdem er zuletzt halbjährig für drei verschiedene Verein spielte. Mit einer Entscheidung dürfte innerhalb der kommenden Woche zu rechnen sein, zumal Werder am Donnerstag das Mannschaftstraining wieder aufnimmt – und der aufnehmende Klub einen schnellen Einstieg Gollers ebenfalls begrüßen würde.

Gespräch mit Zetterer: Dudus beschränkte Perspektive

Noch bis 2024 in Bremen unter Vertrag steht Torwart Dudu, der wie Goller jedoch ebenfalls ohne Einsatz blieb, nachdem er in der vergangenen Saison noch nach Norwegen zum FC Nordsjaelland verliehen war. Die Zukunft des 23-Jährigen ist offen – mit den Bremer Verantwortlichen, die sich mehr Spielpraxis für ihn wünschen würden, herrscht ein konstruktiver Austausch. Eine Kontaktaufnahme hat es zu Drittligist VfL Osnabrück gegeben.

Bei Werder wurde indes bereits ein Gespräch über eine Vertragsverlängerung von Ersatzkeeper Michael Zetterer geführt, dessen Kontrakt am Ende der Saison ausläuft. Dudus Perspektive bliebe in diesem Fall weiterhin sehr beschränkt.

Tim Lüddecke

Golden Shoe: Haaland schon Zweiter, Nkunku Fünfter

Das erste Saisondrittel gehört traditionell den Torjägern der Ligen, die mit Kalenderjahr abschließen. Auch im November 2022 führt ein Goalgetter aus der norwegischen Liga. Doch ManCitys Haaland ist dem Spitzenreiter schon auf den Fersen.

Mister Nimmersatt: Erling Haaland liegt im Golden-Shoe-Ranking bereits auf Rang zwei.

Mister Nimmersatt: Erling Haaland liegt im Golden-Shoe-Ranking bereits auf Rang zwei.

IMAGO/Shutterstock

Die Nummer eins im ersten Golden-Shoe-Ranking im Dezember 2022 ist ein Norweger: Amahl Pellegrino hat für den amtierenden Meister FK Bodö/Glimt 25 Tore erzielt. Bei einem Quotienten von 1,5 ergibt dies eine Punktzahl von 37,5. Mehr werden auch nicht mehr hinzukommen, denn die norwegische Eliteserien hat ihren Spielbetrieb für die Saison 2022 bereits eingestellt.

Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis Pellegrino von der Spitze verdrängt wird – aller Voraussicht nach wird ihn ein Landsmann vom Platz an der Sonne verdrängen. Denn der niemals satte Erling Haaland hat für Manchester City in der Premier League bereits sagenhaft 18 Tore erzielt – ergibt für den Ex-Dortmunder bei einem Faktor von 2 eine Punktzahl von 36. Beim nächsten Treffer, der frühestens am zweiten Weihnachtsfeiertag am traditionellen Boxing Day fallen könnte, würde Haaland die Spitze des Rankings übernehmen.

Lewandowski hat zehn Zähler Rückstand auf Haaland – Nkunku ist Fünfter

Haaland ist nicht der einzige Torjäger aus den europäischen Topligen, die zu diesem frühen Zeitpunkt schon oben mitmischen. Denn gleichauf mit dem Usbeken Boban Abdikholikov vom belarussischen Verein FK Energetik-BGU Minsk (26 Tore, 26 Punkte) liegt Barcelonas Robert Lewandowski bereits auf Rang drei. Seine 13 Tore ergeben eine Punktzahl von 26, bereits zehn Zähler fehlen damit auf Haaland.

Auf den geteilten fünften Rang folgt dann auch der erste Bundesligaprofi: Leipzigs Christopher Nkunku erzielte bisher zwölf Tore, was eine Punktzahl von 24 ergibt. Der Franzose, der wegen einer Verletzung nicht an der Mission Titelverteidigung Frankreichs bei der WM 2022 in Katar teilnehmen kann, befindet sich in guter Gesellschaft. Denn auch sein Landsmann Kylian Mbappé (PSG) sowie der Engländer Harry Kane (Tottenham) weisen mit zwölf Toren 24 Zähler auf.

Messi und Cristiano Ronaldo fehlen noch

Nkunku ist der einzige Angreifer aus der Bundesliga, der in den Top Ten zu finden ist. WM-Teilnehmer Niclas Füllkrug (Werder Bremen) belegt wie Frankreichs Marcus Thuram (Gladbach) mit zehn Toren und zwanzig Punkten einen geteilten 19. Rang. Jamal Musiala (FC Bayern) und Vincenzo Grifo (9, 18) liegen auf einem geteilten 30. Rang.

Interessant: Im aktuellen Tableau fehlen noch die Namen von Lionel Messi (PSG) und Cristiano Ronaldo (vereinslos), die in den vergangenen 14 Jahren zusammen zehnmal die Trophäe als bester Torjäger Europas einheimsten: Der Portugiese viermal, der Argentinier sechsmal.

Golden Shoe 2022/23 (Stand: 02.12.2022)

Platz Spieler Verein Tore Faktor Punktzahl

1 Amahl Pellegrino FK Bodö/Glimt 25 1,5 37,5

2 Erling Haaland Manchester City 18 2 36

3 Bobur Abdikholikov FK Energetik-BGU Minsk 26 1 26

Robert Lewandowski FC Barcelona 13 2 26

5 Harry Kane Tottenham Hotspur 12 2 24

Kylian Mbappé Paris Saint-Germain 12 2 24

Christopher Nkunku RB Leipzig 12 2 24

Hugo Vetlesen FK Bodö/Glimt 16 1,5 24

Raimonds Krollis Valmiera FC 24 1 24

10 David Fofana FK Molde 15 1,5 22,5

Tobias Heintz Sarpsborg 08 15 1,5 22,5

Casper Tengstedt Rosenborg BK 15 1,5 22,5

13 Alexander Jeremejeff BK Häcken 22 1 22

Neymar Paris Saint-Germain 11 2 22

15 Zakaria Beglarishvili FCI Levadia Tallinn 21 1 21

Quincy Promes Spartak Moskau 14 1,5 21

Ole Christian Saeter Rosenborg BK 14 1,5 21

Vladimir Sychevoi FC Orenburg 14 1,5 21

19 Niclas Füllkrug Werder Bremen 10 2 20

Marcus Antonsson IFK Värnamo 20 1 20

Terem Moffi FC Lorient 10 2 20

Marcus Thuram Bor. Mönchengladbach 10 2 20

Ivan Toney Brentford FC 10 2 20

Sölvi Vatnhamar Víkingur Gota 20 1 20

Tammy Abraham AS Rom 17 2 34

26 Eric Kitolano Tromsö IL 13 1,5 19,5

Ebere Paul Onuachu KRC Genk 13 1,5 19,5

Enner Valencia Fenerbahce SK 13 1,5 19,5

29 Flamarion Dinamo Batumi 19 1 19

30 Jamal Musiala FC Bayern München 9 2 18

Vincenzo Grifo SC Freiburg 9 2 18

Alexandre Lacazette Olympique Lyon 9 2 18

Aleksandar Mitrovic Fulham FC 9 2 18

Victor Osimhen SSC Napoli 9 2 18

Jonathan David Lille OSC 9 2 18

Rodrigo Leeds United 9 2 18

Runar Espejord FC Bodö/Glimt 12 1,5 18

Pedro Miguel Eugénio FK Astana 18 1 18

Aidan Keena Sligo Rovers 18 1 18

Pall Klettskard KI Klaksvík 18 1 18

Malcom Zenit St. Petersburg 12 1,5 18

Mohamed Ofkir Sandefjord Fotball 12 1,5 18

Markus Pink Austria Klagenfurt 12 1,5 18

44 Joannes Bjartalid KI Klaksvík 17 1 17

Renan Oliveira Zalgiris Vilnius 17 1 17

Nökkvi Thorisson KA Akureyri 17 1 17

Fritz über Füllkrug-Hype: “Bleiben komplett gelassen”

Seitdem Niclas Füllkrug mit seinem Treffer die WM-Chancen der deutschen Nationalmannschaft aufrechterhalten hat, ist die Aufmerksamkeit rund um den Angreifer eine andere, größere. Bei seinem Klub, dem SV Werder Bremen, geht man jedoch unaufgeregt damit um. Auch mit Blick auf den Transfermarkt.

Clemens Fritz will Niclas Füllkrug nicht gehen lassen.

Clemens Fritz will Niclas Füllkrug nicht gehen lassen.

IMAGO/kolbert-press

Wenn Niclas Füllkrug bis vor kurzem ein Tor erzielte, hatte das vor allem eine regionale Bedeutung, in Bremen, im weitesten Sinne auch in anderen Teilen im hohen Norden Deutschlands. Seit der Nominierung für die Nationalmannschaft und die Weltmeisterschaft in Katar war bereits klar, dass er sich nun auch im nationalen Blickfeld befinden würde – doch nach seinem Treffer zum 1:1 gegen Spanien wurde der Fokus nun gar auf internationale Umfänge erweitert. Weil es eben der Stürmer des SV Werder Bremen war, der damit die Chancen der deutschen Mannschaft aufs Weiterkommen wesentlich erhöhte.

Die Entwicklung des 29-Jährigen vom zunächst unglücklichen Zweitliga-Profi zum aktuell besten deutschen Torschützen in der Bundesliga und zu so etwas wie dem neuen Liebling der Nation verfolgen sie in Bremen einerseits mit großer Freude, andererseits auch mit der nötigen Gelassenheit, zumindest was ein etwaiges künftiges Interesse von anderen Vereinen an einer Verpflichtung des Mannes anbelangt, der seinen Vertrag erst vor der Saison bis 2025 verlängert hatte.

Füllkrug und Werder: Wechselseitige Wertschätzung

Dass etwaige Themen im Kreis der Nationalmannschaft aufkommen, hält Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz für “ganz normal”. Der “Sportbuzzer” will nun in Erfahrung gebracht haben, dass sich bereits die Verantwortlichen des FC Bayern Gedanken über Füllkrug gemacht hätten. “Davon lassen wir uns wirklich nicht beeinflussen”, sagt Fritz. Dass in jenem Bericht weiter darüber spekuliert wird, dass man ihm wegen seiner Verdienste keine Steine in den Weg legen würde, ist jedoch stark zu bezweifeln. Füllkrug ist bester Angreifer des Klubs, dazu eine enorme Identifikationsfigur. Und diese große Wertschätzung besteht wechselseitig – der Angreifer verlängerte seinen Vertrag nicht umsonst mit Gehaltseinbußen.

Wir wissen schon um seine Bedeutung für uns, deswegen spielt das in unseren Gedanken keine Rolle, ihn gehen zu lassen.

Clemens Fritz

Zwar muss sich der finanziell bekanntlich nicht gerade auf Rosen gebettete Aufsteiger “grundsätzlich” mit jedem Angebot beschäftigen, das ein anderer Verein für einen Bremer Profi abgibt, erklärt Fritz – er betont jedoch deutlich: “Wir haben überhaupt kein Interesse daran, Niclas irgendwie abzugeben. Wir wissen schon um seine Bedeutung für uns, deswegen spielt das in unseren Gedanken keine Rolle, ihn gehen zu lassen. Wir planen ganz normal mit ihm.”

Fritz über Füllkrug: “Man sieht, wie wichtig er sein kann”

Beim in den vergangenen Tagen entstandenen Hype um Füllkrug bleibe der 41-Jährige “komplett gelassen”, wie er ausführt: “Wir freuen uns, dass es so gut für Niclas läuft. Er hat ein unglaublich wichtiges Tor für Deutschland erzielt, worauf wir alle stolz sein können.” Schon vor der WM hatte Fritz prognostiziert, dass der physisch starke Mittelstürmer dem DFB-Team weiterhelfen könnte. “Ich finde es schön, dass er sich auch in der Nationalmannschaft in der Verfassung präsentiert, die er bei uns im letzten Jahr hatte. Man sieht, wie wichtig er für die Mannschaft sein kann, mit seiner Präsenz und der Überzeugung vor dem Tor.”

Tim Lüddecke

Werders Transfer-Zurückhaltung: “Gibt es aktuell nicht her”

Der SV Werder Bremen wird in der Winterpause wohl keine größeren Anpassungen am eigenen Kader vornehmen. Lediglich auf der Abgangsseite könnte sich etwas tun.

Werder Bremens Sportchef Frank Baumann.

Werder Bremens Sportchef Frank Baumann.

IMAGO/Nordphoto

Tabellenplatz neun und 21 Punkte nach 15 Spielen: Aufsteiger SV Werder Bremen hat unter Beweis gestellt, dass der Kader auch in der Bundesliga mehr als nur konkurrenzfähig ist. Der Bedarf an Nachbesserungen ist daher überschaubar. Mehr geht zwar immer, gerade im qualitativen Bereich – doch in der aktuellen Transferperiode sieht es eher nicht danach aus, dass der Klub bis Ende Januar weitere Profis verpflichten wird.

Baumann schließt Wintertransfers aus

“Das hat mit verschiedenen Gründen zu tun”, erläutert Sportchef Frank Baumann. Zum einen sei da die sportliche Perspektive: “Man gesehen, dass wir mithalten und auch den einen oder anderen Ausfall mal wegstecken können.” Und zum anderen ist vor allem auch die finanzielle Situation des Vereins zu berücksichtigen: “Die gibt es aktuell es nicht her, dass wir da groß tätig werden können auf dem Transfermarkt. Deshalb kann man davon ausgehen, dass wir eher nichts machen werden”, so der 47-Jährige.

Nicht zu sehr auf die anderen gucken.

Frank Baumann

Gleichwohl geht Baumann davon aus, dass “der eine oder andere” Klub der Bundesliga-Konkurrenz in der langen Winterpause noch mal nachrüsten wird. Sorgen bereitet das dem Sportchef jedoch nicht: “Wir tun gut daran, nicht zu sehr auf die anderen zu gucken, sondern darauf, was unseren Kader betrifft. Da sind wir mit Ole im Austausch.” Werder-Coach Ole Werner hatte in der bisherigen Saison bereits vereinzelt auf die begrenzten personellen Möglichkeiten der Bremer hingewiesen – etwa, als zwischenzeitlich mehrere Spieler ausfielen.

Goller und Haesler sind potenzielle Abgänge

Kandidaten für einen Winter-Abgang aus Bremen sind indes Benjamin Goller und Torwart Eduardo dos Santos Haesler, die beide in dieser Saison noch gar nicht für die Profis zum Einsatz gekommen sind. Gerade für Goller, der in den vergangenen beiden Spielzeiten an die Zweitligisten Karlsruher SC und Darmstadt 98 ausgeliehen war, dürften sich Interessenten finden.

Historische Kulisse: Latte verhindert Bremen-Ausgleich

Frauen-Bundesliga – Highlights by MagentaSport 26.11.2022

Historische Kulisse: Latte verhindert Bremen-Ausgleich

3:35Im gut gefüllten Weserstadion ließ sich Freiburg von den Zuschauern nicht beeindrucken und entführte die drei Punkte. In der Schlussphase war Werder dem Ausgleich nahe, doch am Ende stand dann die Latte im Weg.