Auf allen Ebenen versagt: In Nürnberg ist die Euphorie verflogen

Beim 1. FC Nürnberg ist sämtliche Euphorie nach dem Derbysieg über Fürth verflogen. Beim 0:3 gegen Heidenheim versagte der Club auf ganzer Linie. 

Hängende Köpfe beim Club nach einer desaströsen Leistung gegen Heidenheim.

Hängende Köpfe beim Club nach einer desaströsen Leistung gegen Heidenheim.

IMAGO/Zink

Immer wieder betont Robert Klauß, dass man in dieser ausgeglichenen 2. Liga jedes Spiel am Limit absolvieren muss, um Punkte einzufahren. Nach nun vier absolvierten Liga-Partien lässt sich bilanzieren, dass dies seiner Mannschaft bisher nur einmal wirklich gelungen ist. Verwunderlich daran ist jedoch, dass man am 2. Spieltag im Derby gegen Fürth sämtliche erforderliche Elemente abrief, dieses Erlebnis aber nicht in einen Lauf ummünzte.

Vielmehr liefert der Club seitdem den Eindruck, mit dem Derbysieg satt zu sein, da seitdem nicht mehr annähernd das gezeigte Limit erreicht wurde. “Wir wollten eigentlich die Euphorie aus dem Derby mitnehmen. Das 0:0 in Regensburg war in Ordnung. Aber das hier heute …” Christian Mathenia fehlten ein wenig die Worte für das, was der FCN am Freitagabend seinen 27.155 Zuschauern als Leistung verkaufen wollte.

Aktive Fanszene wendet sich ab

Mit 0:3 verlor Nürnberg gegen Heidenheim, völlig verdient, da die Gäste den Franken in allen Bereichen überlegen waren. Nur fünf Minuten lang (25. bis 30.) agierte der Club auf Augenhöhe, die restliche Spielzeit scheiterte man laut Trainer Klauß “auch an unserer eigenen Erwartungshaltung”. Woher diese aber nach einem mühevollen Weiterkommen im DFB-Pokal gegen einen Regionalligisten und einem spielerischen Versagen in Regensburg stammt, ist nicht zu erklären.

Bereits zur Pause gab es Pfiffe von den Rängen, weit vor Spielende wendete sich die aktive Fanszene vom Geschehen auf dem Rasen ab und besang lieber sich selbst, ehe nach Schlusspfiff weitere Pfiffe durch das Achteck schallten. “Es ist verständlich, dass die Fans enttäuscht sind. Sie dürfen ihren Unmut nach so einer Leistung auch kundtun”, so Mathenia, der erkannte, dass seine Mitspieler “in fast allen Situationen immer einen Schritt zu spät” kamen.

Zweikampfverhalten nicht zweitligawürdig

Auch das war ein Grund für das Versagen gegen Heidenheim, “viele einfache Fehler” (Klauß) und ein allen voran nicht zweitligawürdiges Zweikampfverhalten waren weitere. “So wie heute, darf man nicht auftreten. Wir haben weder offensiv noch defensiv einen Fuß auf die Erde bekommen. So ein Auftritt ist absolut bitter”, sah auch Lino Tempelmann ein, dass man so weit weg ist von sämtlichen Ansprüchen.

“Ein richtig beschissener Abend”, wie Klauß das 0:3 noch betitelte, bringt den Club nun früher als gedacht und gewollt unter Zugzwang. Dass es der FCN dennoch besser kann, darf er am kommenden Samstag in Sandhausen beweisen. Dort, wo wirklich alle Zweitliga-Tugenden abgefragt werden. “Jetzt sind wir in der Pflicht, in der nächsten Woche ein gutes Spiel zu zeigen und vor allem zu punkten”, blickt Klauß bereits voraus.

3:0! Heidenheim führt planlosen Club vor

Der 1. FC Heidenheim hat am Freitagabend völlig verdient mit 3:0 gegen den 1. FC Nürnberg gewonnen. Vor eigenem Publikum zeigten die Franken eine schwache Leistung, die von den Gästen dreimal bestraft wurde.

Jan-Niklas Beste bejubelt das 3:0 gegen Nürnberg.

Jan-Niklas Beste bejubelt das 3:0 gegen Nürnberg.

IMAGO/Zink

Beide Teams ließen zuletzt Punkte liegen, auf beiden Seiten gab es drei personelle Wechsel. Beim Club kehrten nach dem 0:0 in Regensburg Tempelmann, Möller Daehli und Duah in die Startelf zurück, Duman und Wintzheimer rückten dafür auf die Bank. Den schwer am Knie verletzten Linksverteidiger Handwerker ersetzte wie zu erwarten war Wekesser.

Frank Schmidt verlor mit seinem FCH zuletzt mit 0:1 beim HSV, gegen den Club musste er überraschend auf seinen erkrankten Torjäger Kleindienst verzichten. Schimmer und Thomalla sollten ihn ersetzen, auch Sessa bekam die Chance von Beginn an.

2. Bundesliga, 4. Spieltag

Bei bestem Fußballwetter im Max-Morlock-Stadion fand Nürnberg überhaupt nicht ins Spiel, Heidenheim war in der Anfangsphase drückend überlegen und überrannte den Club immer wieder auf den Außenbahnen. Den ersten Schuss aufs Nürnberger Tor gab Beck ab, Mathenia konnte den Schlenzer aus 16 Metern aber parieren. Zehn Minuten später hätte Schimmer beinahe für die verdiente Gäste-Führung gesorgt, aus kurzer Distanz scheiterte aber auch er an Mathenia. 

Nürnberg rettet sich in die Trinkpause

Nach 22 Minuten pfiff Schiedsrichter Florian Lechner zur Trinkpause und gab dem Club damit die Möglichkeit, sich zu sammeln. Robert Klauß richtete ernste Worte an seine Mannschaft, was erstmal Wirkung zeigte. Der Club nahm nun an der Partie teil, spielte mutiger nach vorne. Prompt sprang ein gefährlicher Abschluss von Duah heraus, Müller parierte den scharfen Schuss des Schweizers aber stark (25.). Nürnberg machte, wenn auch mit viel Mühe, weiter – Daferner schoss nach einer Ecke knapp drüber (30.).

Das war es dann aber auch mit den Bemühungen der Franken in Durchgang eins, Heidenheim wurde wieder stärker und ging kurz vor der Pause auch verdient in Führung: Nach einem Ballverlust von Möller Daehli rollte der Gäste-Konter über Föhrenbach, der per Flachpass von der linken Seite am Elfmeterpunkt Thomalla fand. Lawrence kam einen Schritt zu spät, der Heidenheimer schoss links unten ein (44.).

Beck und Beste machen alles klar

Klauß nahm beim Club zur Pause einen personellen wie taktischen Wechsel vor. Wintzheimer kam für Geis, der FCN agierte fortan in einem 4-2-2-2. Auch in diesem System bekam Nürnberg keinen Zugriff, im Gegenteil: Beck durfte gerade aus durch Nürnbergs Mittelfeld spazieren, ließ am Strafraum Hübner aussteigen und schoss dann aus 18 Metern mit rechts ins linke Eck. Der Schuss schien durchaus haltbar, Mathenia kam aber nicht mehr ran.

Kurz nach dem zweiten Gegentor raffte sich der Club nochmal auf, Heidenheim stand tief am eigenen Strafraum und bekam die wenigen Nürnberger Angriffe verteidigt. Überraschend früh gab sich der Club geschlagen und hatte Glück, dass der FCH das Ergebnis vorerst nicht noch weiter in die Höhe schraubte. Erst schoss Thomalla knapp drüber (62.), dann köpfte Sessa (74.) an die Latte. Der dritte Treffer sollte den Heidenheimern aber doch noch gelingen, einen Ballverlust von Nürnberger bestrafte Beste mit einem Schuss ins rechte obere Eck (80.).

Tore und Karten

0:1
Thomalla (44′, Rechtsschuss, Föhrenbach)

0:2
Beck (49′, Rechtsschuss, Schimmer)

0:3
Beste (80′, Linksschuss, Beck)

Tore und Karten

0:1
Thomalla (44′, Rechtsschuss, Föhrenbach)

0:2
Beck (49′, Rechtsschuss, Schimmer)

0:3
Beste (80′, Linksschuss, Beck)

1. FC Heidenheim

Schimmer (25. )


1. FC Nürnberg

Nürnberg


1. FC Nürnberg

Nürnberg

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


1. FC Heidenheim

Heidenheim


1. FC Heidenheim

Heidenheim

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Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Florian Lechner

Florian Lechner
Hornstorf

Schiedsrichter-Team

Florian Lechner

Florian Lechner
Hornstorf

Spielinfo


Stadion

Max-Morlock-Stadion

Spielinfo


Anstoß

12.08.2022, 18:30 Uhr


Stadion

Max-Morlock-Stadion Nürnberg

Mehr passierte nicht mehr – und so feierte Heidenheim völlig verdient den dritten Saisonsieg. Der Club enttäuschte derweil auf ganzer Linie und muss am Samstag nächste Woche in Sandhausen (13 Uhr) nun eine deutliche Leistungssteigerung zeigen. Heidenheim, dass sich in der Tabelle oben erst einmal festsetzt, trifft am Sonntag auf Bielefeld (13.30 Uhr).

Waliser Lawrence soll die Schotten dicht machen

Dreimal blieb der 1. FC Nürnberg zuletzt ohne Gegentor. Auch gegen Heidenheim setzen die Franken auf eine stabile Defensive.

Club-Torhüter Christian Mathenia und Neuzugang James Lawrence wollen das vierte Zu-null-Spiel in Serie.

Club-Torhüter Christian Mathenia und Neuzugang James Lawrence wollen das vierte Zu-null-Spiel in Serie.

IMAGO/Zink

Der Club rechnet am Freitagabend gegen den 1. FC Heidenheim (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit rund 26.000 Zuschauern. Und peilt nach dem Derby-Erfolg gegen die SpVgg Greuther Fürth (2:0) den zweiten Heimsieg an. 

FCN-Chefcoach Robert Klauß aber warnt vor dem Tabellenvierten. “Jeder weiß, dass Heidenheim eine Spitzenmannschaft dieser Liga ist. Keiner wird sie unterschätzen. Ich sehe es nicht als undankbare Aufgabe, sondern als spannende Herausforderung.”

Eine Herausforderung wird es einmal mehr für die Club-Defensive. Beim jüngsten 0:0 in Regensburg erlitt Tim Handwerker einen Kreuzbandriss und fehlt den Nürnbergern nun monatelang. “Die OP bei Tim ist gut verlaufen, ohne Komplikationen. Er hat ein gutes Gefühl und startet jetzt in die erste Reha-Phase”, berichtet Klauß. Kapitän Christopher Schindler hatte mit einer Muskelverletzung erst gar nicht im Kader gestanden.

Lawrence wieder voll im Training

Nun sollen James Lawrence und Erik Wekesser dafür sorgen, dass der Club auch im vierten Spiel in Serie ohne Gegentor bleibt. Ersterer war vor drei Wochen noch auf Vereinssuche, nachdem St. Pauli seinen Vertrag nicht verlängert hatte – und gab dann wegen Schindlers Verletzung bereits beim Jahn sein Startelfdebüt. Der 29-jährige walisische Nationalspieler löste diese Aufgabe ohne normale Vorbereitung und nach nur wenigen Einheiten mit seinen neuen Kollegen äußerst abgeklärt – seiner Routine sei Dank, wie auch dem Video-Crashkurs von Co-Trainer Tobias Schweinsteiger. Dass Lawrence als Nachwehen seines Debüts zu Wochenbeginn mit verhärteter Muskulatur kürzertreten musste, ist erstens normal und erweist sich zweitens mit Blick auf den Freitag als kein Problem.

Auch Spielgestalter Mats Möller Daehli ist wieder voll ins Training eingestiegen und dürfte gegen das Team von Trainer Frank Schmidt zur Verfügung stehen. 

Schock beim FCN: Handwerker erleidet Kreuzbandriss

Sportlich kann der 1. FC Nürnberg mit dem torlosen Remis bei Tabellenführer Regensburg durchaus zufrieden sein, doch eine bittere Diagnose trübte den Samstag bei den Mittelfranken.

Dicke Bandage, große Sorgen: Tim Handwerker fehlt dem FCN länger.

Dicke Bandage, große Sorgen: Tim Handwerker fehlt dem FCN länger.

IMAGO/Eibner

Die Misere hatte sich schon vor dem Spiel beim Primus so ein wenig angedeutet: Kapitän Christopher Schindler stand mit einer Muskelverletzung erst gar nicht im Kader. Kurz vor dem Anpfiff musste zudem noch Kreativmotor Mats Möller-Daehli passen, der das Aufwärmen ebenfalls aufgrund muskulärer Probleme abbrechen musste. Für ihn rotierte Erik Wekesser, der die Woche über mit einer Bänderdehnung zu kämpfen hatte, in die Startformation und dort in die Mittelfeldachse.

Dort hielt er sich aber nicht lange auf – denn in der vierten Minute knickte Linksverteidiger Tim Handwerker im Strafraum unglücklich weg und verletzte sich am Knie. Sofort eilte das medizinische Personal herbei, dick bandagiert und an beiden Seiten gestützt humpelte der 24-Jährige vom Rasen, Wekesser rückte auf seine Position, Kwadwo Duah kam in die Partie.

Handwerker: “Der Einbruch wird bestimmt noch kommen”

“Es geht ihm natürlich nicht gut. Es besteht schon der Verdacht, dass es etwas Ernstes im Knie ist. Es sah nicht gut aus und er selbst hatte auch kein gutes Gefühl. Wir müssen jetzt die Diagnose abwarten”, hatte Trainer Robert Klauß unmittelbar nach dem torlosen Remis auf der Website der Mittelfranken zitiert.

Wenige Stunden später erhielt der FCN dann die traurige Gewissheit: Handwerker hat sich das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Das teilte der Club am Abend mit. “Ich habe direkt gemerkt, dass etwas Schlimmeres passiert ist. Im Moment ist es noch schwer für mich zu realisieren. Der Einbruch wird bestimmt noch kommen”, so der Linksverteidiger geknickt. Die Nummer 29 wird dem Club damit in den kommenden Monaten fehlen.

Club muss beim Derby auf Kapitän Schindler verzichten

Der 1. FC Nürnberg tritt am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) die Reise zum formstarken Ligaprimus Jahn Regensburg an. Auf seinen Anführer muss der Club dabei verzichten.

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

IMAGO/Zink

Robert Klauß startete die Pressekonferenz am Donnerstag gleich mit einer Hiobsbotschaft. “Christopher Schindler fällt mit einer Muskelverletzung aus”, sagte der Club-Trainer. Eine genaue Diagnose und somit auch die Ausfallzeit des wichtigen Innenverteidigers stehe wegen laufender Untersuchungen noch aus.

Kommt Lawrence zum Debüt?

Ein Verlust, der dem FCN im bayerischen Derby weh tut, wie Klauß zugab: “Wir hätten ihn natürlich gerne dabei gehabt.” Im Anschluss stellte sich dementsprechend sofort die Frage nach seinem Vertreter: Erhält Youngster Sadik Fofana (19) oder James Lawrence (29) das Vertrauen? “Seine Qualität steht außer Frage”, sagte Klauß über den Routinier.

Einzig die fehlende Vorbereitungszeit des Walisers bereitet dem 37-Jährigen etwas Kopfzerbrechen. Es stelle sich die Frage, wie lange die Kraft reichen werde. Hier wird Klauß nach den letzten Eindrücken am Freitag eine Entscheidung treffen.

Wekesser brennt

Ins Spiel kommen könnte eventuell auch Erik Wekesser, der darauf brennt, gegen seinen alten Verein zu spielen. Agiert der Club mit einer Dreierkette, könnte der Neuzugang ins Team rücken. Im System mit Raute bleibt für Wekesser, beim letzten Heimauftritt gegen den FCN (2:2) noch Torschütze für den Jahn, zunächst wohl nur die Bank.

Nürnberg hat in der jüngeren Vergangenheit eine positive Bilanz gegen den Jahn (2/5/1), beim SSV dabei nicht verloren (1/3/0). Klauß denkt gerne an die letzte Saison zurück, in der sein Team “gute Spiele gegen Regensburg gezeigt habe”. Die Oberpfälzer scheinen dem Club, der mit der Unterstützung von 4000 bis 5000 Fans rechnen kann, anscheinend zu liegen.

Zielspieler Albers

Doch Klauß ist der (wie schon im Vorjahr) starke Saisonstart der Oberpfälzer mit zwei Siegen und dem überraschenden Pokalerfolg gegen Köln (4:3 i. E.) natürlich nicht verborgen geblieben: “Sie haben einen klaren Plan, laufen hoch an, haben Druck am Ball und paaren dies mit Laufintensität und Zweikampfhärte.” Auch vor dem Tempo des Gegners hinter die Kette warnte der Club-Trainer, denn dann warte bei Flanken der wuchtige Albers als Zielspieler im Zentrum.

Auch deshalb hätte der FCN den kopfballstarken Schindler gerne dabei gehabt.

Club muss in Regensburg auf Kapitän Schindler verzichten

Der 1. FC Nürnberg tritt am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) die Reise zum formstarken Ligaprimus Jahn Regensburg an. Auf seinen Anführer muss der Club dabei verzichten.

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

Fehlt dem FCN im bayerischen Derby: Christopher Schindler. 

IMAGO/Zink

Robert Klauß startete die Pressekonferenz am Donnerstag gleich mit einer Hiobsbotschaft. “Christopher Schindler fällt mit einer Muskelverletzung aus”, sagte der Club-Trainer. Eine genaue Diagnose und somit auch die Ausfallzeit des wichtigen Innenverteidigers stehe wegen laufender Untersuchungen noch aus.

Kommt Lawrence zum Debüt?

Ein Verlust, der dem FCN im bayerischen Duell weh tut, wie Klauß zugab: “Wir hätten ihn natürlich gerne dabei gehabt.” Im Anschluss stellte sich dementsprechend sofort die Frage nach seinem Vertreter: Erhält Youngster Sadik Fofana (19) oder James Lawrence (29) das Vertrauen? “Seine Qualität steht außer Frage”, sagte Klauß über den Routinier.

Einzig die fehlende Vorbereitungszeit des Walisers bereitet dem 37-Jährigen etwas Kopfzerbrechen. Es stelle sich die Frage, wie lange die Kraft reichen werde. Hier wird Klauß nach den letzten Eindrücken am Freitag eine Entscheidung treffen.

Wekesser brennt

Ins Spiel kommen könnte eventuell auch Erik Wekesser, der darauf brennt, gegen seinen alten Verein zu spielen. Agiert der Club mit einer Dreierkette, könnte der Neuzugang ins Team rücken. Im System mit Raute bleibt für Wekesser, beim letzten Heimauftritt gegen den FCN (2:2) noch Torschütze für den Jahn, zunächst wohl nur die Bank.

Nürnberg hat in der jüngeren Vergangenheit eine positive Bilanz gegen den Jahn (2/5/1), beim SSV dabei nicht verloren (1/3/0). Klauß denkt gerne an die letzte Saison zurück, in der sein Team “gute Spiele gegen Regensburg gezeigt habe”. Die Oberpfälzer scheinen dem Club, der mit der Unterstützung von 4000 bis 5000 Fans rechnen kann, anscheinend zu liegen.

Zielspieler Albers

Doch Klauß ist der (wie schon im Vorjahr) starke Saisonstart der Oberpfälzer mit zwei Siegen und dem überraschenden Pokalerfolg gegen Köln (4:3 i. E.) natürlich nicht verborgen geblieben: “Sie haben einen klaren Plan, laufen hoch an, haben Druck am Ball und paaren dies mit Laufintensität und Zweikampfhärte.” Auch vor dem Tempo des Gegners hinter die Kette warnte der Club-Trainer, denn dann warte bei Flanken der wuchtige Albers als Zielspieler im Zentrum.

Auch deshalb hätte der FCN den kopfballstarken Schindler gerne dabei gehabt.

Bensemanns Botschafter: “Man darf nicht weghören”

Gemeinsam für Toleranz und Vielfalt: Im Rahmen des Turniers zum Gedenken an den Fußballpionier Walther Bensemann kamen Jugendspieler zu einem Workshop in die kicker-Redaktion.

Die Workshop-Teilnehmer Finn Jeltsch, Paul Kraußhold und Lukas Maier (o.v.l.), Marvin Mutz, Riccardo Gian, Simon Zöls, Ilay Soytürk und Jussef Nasrawe (u.v.l.).

Die Workshop-Teilnehmer Finn Jeltsch, Paul Kraußhold und Lukas Maier (o.v.l.), Marvin Mutz, Riccardo Gian, Simon Zöls, Ilay Soytürk und Jussef Nasrawe (u.v.l.).

Sportfoto Zink

Als am Freitagabend die ersten Vorrundenpartien gespielt waren, machten die Fußballer beim Walther-Bensemann-Turnier eine Erfahrung, die für viele von ihnen neu war. Die Nachwuchsteams des FC Chelsea und des FC Bologna, des FC Bayern und des 1. FC Nürnberg, von KS Cracovia und Maccabi Tel Aviv, vom Karlsruher SC und von Eintracht Frankfurt feierten gemeinsam ein traditionelles jüdisches Kabbalat Shabbat. Mit Liedern und einem Abendessen begrüßten sie den Sabbat. Ein Impuls ganz im Sinne Bensemanns, der in sportlichen Begegnungen stets auch die Chance sah, sich besser kennen und verstehen zu lernen.

zum Walther-Bensemann-Turnier

Auch darüber hinaus war das hochkarätig besetzte Turnier, das am Wochenende zum Gedenken an den Fußballpionier und kicker-Gründer in Nürnberg ausgetragen wurde, flankiert von einem umfangreichen Bildungsprogramm. Dabei kamen die U-16- und U-17-Spieler ins Gespräch mit mehreren Holocaust-Überlebenden. Unter anderem erzählte Shaul Ladany, der sowohl das KZ Bergen-Belsen als auch das Olympia-Attentat 1972 in München überlebt hat, seine Geschichte. “Nie wieder”, diese Botschaft treibe ihn an, sagt der 86-Jährige, der aus Israel anreiste, um die jungen Kicker zu Toleranz und Menschlichkeit zu mahnen: “Ich glaube daran, dass es meine Pflicht ist.”

Im Rahmen des Bensemann-Campus war auch eine Gruppe von rund 50 Spielern aus allen acht Klubs zu Gast in der kicker-Redaktion, um sich anzusehen, wie das 1920 von Bensemann ins Leben gerufene Magazin heute arbeitet. Teilnehmer aus fünf Vereinen hatten eigene Texte mitgebracht, in denen sie sich mit Bensemanns Wirken, dessen Botschaften und deren aktueller Bedeutung auseinandersetzen. Diese wurden in einem Workshop gemeinsam überarbeitet, das Ergebnis lesen Sie hier:

Es ist sehr wichtig, an diese Menschen zu erinnern, ihre Geschichten zu thematisieren und sie zu verstehen. Es geht darum zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt.

Riccardo Gian

Riccardo Gian (FC Bologna U 17): “Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, erinnern wir beim FC Bologna an Arpad Weisz. Nachdem er als Trainer 1930 mit Inter Mailand sowie 1936 und 1937 mit Bologna italienischer Meister geworden war, verlor er 1938 seinen Posten im Klub und musste Italien im Jahr darauf verlassen, weil er Jude war. Er starb 1944 im KZ Auschwitz. Die Geschichte von Weisz weist Parallelen auf zu der von Walther Bensemann, der 1934 vor den Nazis in die Schweiz fliehen musste und dort im Exil verstarb. Oder zu der von Jenö Konrad, der Trainer des 1. FC Nürnberg war, bis er den Verein 1932 infolge einer Hetzkampagne verließ und später in die USA emigrierte. Es ist sehr wichtig, an diese Menschen zu erinnern, ihre Geschichten zu thematisieren und sie zu verstehen. Es geht darum zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt. Deshalb ist der Holocaust-Gedenktag in Italien und in Deutschland von so großer Bedeutung. Und deshalb ist es auch wichtig, dass es ein Turnier wie dieses gibt, bei dem es um mehr als Fußball geht.”


Arbeit an den Texten: Nachwuchsspieler im Gespräch mit Redakteur David Bernreuther.

Arbeit an den Texten: Nachwuchsspieler im Gespräch mit kicker-Redakteur David Bernreuther (li.).
Sportfoto Zink

Ilay Soytürk (Eintracht Frankfurt U 16): “Ich schreibe zwar in meinem Namen, spreche aber von uns. Warum? Bei Eintracht Frankfurt sind wir eine Familie mit über 110 000 Mitgliedern aus über 100 Nationen. Hier ist es egal, wo du herkommst, woran du glaubst oder welche Hautfarbe du hast. Für diese Haltung stehen wir alle ein. Allen voran Präsident Peter Fischer wird nicht müde, sich für Vielfalt und Toleranz einzusetzen. Auch Alexander Richter und Patrick Ochs vermitteln uns im Nachwuchsleistungszentrum: Wir sind verpflichtet, uns gegen Diskriminierung in jeder Form einzusetzen! Am Riederwald, wo unser NLZ ist, sind zwei Stolpersteine verlegt. Sie erinnern uns an die jüdischen Eintracht-Mitglieder Julius und Max Lehmann, die in der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden. Julius war Fußballspieler, sein älterer Bruder Max Trainer. So setzt der Verein ein Zeichen gegen das Vergessen. Auch wir Spieler sind aktiv. In der U 14 haben wir an einem Workshop zu den Themen Sexismus, Rassismus und Homophobie teilgenommen und besprochen, was wir dagegen tun können. Das öffnet die Augen und hilft dabei, besser damit umzugehen.”

Lukas Maier und Marvin Mutz (Karlsruher SC U 17): “Diskriminierung kann überall auftreten, natürlich auch im Fußball. Wir selbst wurden zwar noch nie Opfer von Diskriminierung auf dem Feld, haben jedoch schon Vorfälle bei Mitspielern erlebt. Es kam bisher nicht zu körperlichen Auseinandersetzungen, aber zu verbalen Äußerungen gegenüber Mitspielern aufgrund ihrer Hautfarbe oder Herkunft. Oft bekommen die außenstehenden Personen oder auch die Schiedsrichter nichts davon mit, die Vorfälle werden deshalb nur selten geahndet. Aber man darf nicht weghören oder sie ignorieren! Nach dem Spiel sollte man das Gespräch suchen und solche Fälle aufarbeiten. Zudem haben wir jederzeit die Möglichkeit, mit einem Psychologen des Vereins Rücksprache zu halten. Wir erleben beim Karlsruher SC eine große Vielfalt an Nationalitäten und kommen durch soziale Projekte mit Menschen in Berührung, die zum Beispiel mit einer körperlichen Behinderung der Gefahr von Diskriminierung ausgesetzt sind. Die Festigung unserer Persönlichkeit ist so wichtig wie die fußballerische Entwicklung.”

Über Fußball kommt man leicht ins Gespräch, auch wenn man aus unterschiedlichen Ländern stammt und verschiedene Sprachen spricht.

Jussef Nasrawe und Simon Zöls

Jussef Nasrawe und Simon Zöls (FC Bayern München U 16): “Der Walther-Bensemann-Cup ist in jeder Hinsicht etwas Besonderes. Fußballerisch, weil international namhafte Mannschaften aufeinandertreffen. Vor allem aber, weil es um mehr geht als den Pokal: um das Miteinander, die Solidarität, die Stärkung des europäischen Gedankens. Wir hatten die Möglichkeit, die Ideen Walther Bensemanns auf und neben dem Platz umzusetzen und neue Kulturen kennenzulernen. Etwa durch die Feier eines traditionellen jüdischen Kabbalat Shabbat mit gemeinsamem Abendessen. Wir unterhielten uns mit den Spielern von Maccabi Tel Aviv, die Atmosphäre war sofort freundlich, fast schon familiär. Über Fußball kommt man leicht ins Gespräch, auch wenn man aus unterschiedlichen Ländern stammt und verschiedene Sprachen spricht. Diese Erfahrung haben wir zuvor auch schon bei anderen Turnieren gemacht, zum Beispiel in Japan. Genau dieser Austausch innerhalb unserer Generation ist sehr wichtig, um Rassismus, Antisemitismus, aber auch andere Arten der Diskriminierung in Zukunft zu verhindern.”

Finn Jeltsch, Tobias Kraus, Paul Kraußhold und Mauritz Zink (1. FC Nürnberg U 17): “Wenn wir heute Spiele gegen Eintracht Frankfurt oder den FC Bayern München bestreiten, erscheint uns das selbstverständlich. Aber ohne Walther Bensemann wäre das wohl gar nicht möglich gewesen. Er trieb den Fußball in Deutschland voran durch die Gründung zahlreicher Vereine, darunter Vorgängerklubs der Eintracht und des FC Bayern. Im Jahr 1900 war er an der Entstehung des DFB beteiligt, 1920 rief er den kicker ins Leben. Besonders eindrucksvoll ist, dass Bensemann auch bei Rückschlägen einfach weitermachte. Obwohl zum Beispiel sein Versuch scheiterte, die von ihm gegründeten Karlsruher Kickers zu einem Spitzenverein zu machen, hielt ihn das nicht davon ab, etliche weitere Klubs ins Leben zu rufen. In einer Zeit, in der sich nicht viele mit Fußball beschäftigt haben oder den Sport sogar als Bedrohung sahen, stand er unbeirrt für seine Überzeugung ein. Bensemanns Idee von der Völkerverständigung durch Sport ist nach wie vor aktuell. Der Fußball bringt Mannschaften und Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen.”

David Bernreuther

“Haben es uns anders vorgestellt”: Klauß trotz Weiterkommen nicht zufrieden

Eine starke Phase vor der Pause, eine sehr schwache direkt danach. Der 1. FC Nürnberg hatte gegen den 1. FC Kaan-Marienborn Mühe, die 2. Runde des DFB-Pokals zu erreichen.

Sah seinen Club nach der Pause unter Druck: Robert Klauß.

Sah seinen Club nach der Pause unter Druck: Robert Klauß.

IMAGO/kolbert-press

“Hut ab vor Kaan-Marienborn.” Johannes Geis hatte lobende Worte für den Regionalligisten übrig, der dem Club in der 1. Runde des DFB-Pokals vor allem nach Wiederanpfiff das Leben sehr schwer machte. Kurz bevor Schiedsrichter Dr. Robert Kampka die beiden Mannschaften in die Kabinen schickte, sorgte Geis selbst dafür, dass sich der FCN für einen ab der 30. Minute ordentlichen Auftritt wenigstens einmal belohnte.

Nürnbergs oft betitelter Standardspezialist schlug einmal mehr per direktem Freistoß zu, fünf seiner letzten sechs Pflichtspieltore erzielte Geis auf diese Weise. Den Ecken, von denen sich der Club gleich zwölf gegen Kaan-Marienborn erspielte, konnte Geis jedoch keine Präzision verleihen – auch ein Grund, warum beim FCN lange Zeit vorne die Null stand.

Ein paar Fehler zu viel

Ein weiterer war Robert Jendrusch, der in der besten Phase des FCN vor der Pause zur Höchstform auflief und gleich vier Nürnberger Abschlüsse entschärfte. Von dieser Überlegenheit war ab Minute 46 jedoch nichts mehr zu sehen, plötzlich war der Club unter Druck und spielte dem Underdog mit schwachen Zweikampfverhalten, vielen Fehlpässen und zu großen Abständen in die Karten. Kurzum “zu wenig in allen Bereichen”, wie es Robert Klauß nannte.

“In der zweiten Halbzeit haben wir es ihnen etwas zu leicht gemacht, uns ein paar Fehler erlaubt und die zweiten Bälle nicht gut aufgesammelt. Durch ihre langen Bälle wurde es im Strafraum auch zwei-, dreimal brenzlig”, fasste Enrico Valentini das Auftreten in Durchgang zwei zusammen.

Schindler und Hübner nur in der Luft stark

Diese unachtsame Phase hielt jedoch bis in die 70. Minute an, bis dahin hatte der Club mit sich und vor allem Derrick Kyere zu kämpfen. Der kleine aber schnelle Rechtsaußen ließ Christopher Schindler und Florian Hübner des Öfteren alt aussehen und offenbarte die Defizite in der Beweglichkeit der sonst vor allem in der Luft sicher verteidigenden Abwehrhünen.

Dass Carl Klaus nicht einmal wirklich eingreifen musste, war ein zusätzliches Indiz dafür, dass es dem Regionalliga-Aufsteiger im Strafraum an der letzten Qualität fehlte. So wurde Nürnberg für die Nachlässigkeiten letztlich nicht bestraft, Valentini machte sechs Minuten vor Ende der regulären Spielzeit dann auch noch den Deckel auf die Partie.

“Wir sind weitergekommen, das war das Ziel. Wir haben es uns aber anders vorgestellt”, so Klauß über die gezeigte Leistung seiner Mannschaft, die sich am kommenden Wochenende wieder erheblichen steigern muss, um beim stark gestarteten Jahn aus Regensburg Punkte einzufahren.

Geis' Freistoß bringt den Club gegen Kaan-Marienborn auf Kurs

Mit Mühe hat der 1. FC Nürnberg den Einzug in die 2. Runde des DFB-Pokals geschafft. Beim 2:0 über den Regionalligisten 1. FC Kaan-Marienborn waren die Franken vor allem nach der Pause nicht auf der Höhe.

Mit diesem Freistoß brachte Johannes Geis den Club gegen Kaan-Marienborn in Führung.

Mit diesem Freistoß brachte Johannes Geis den Club gegen Kaan-Marienborn in Führung.

IMAGO/Jan Huebner

Für den 1. FC Kaan-Marienborn das größte Spiel der Vereinsgeschichte, für den 1. FC Nürnberg eine Pflichtaufgabe nach dem zuletzt vielumjubelten Derbysieg gegen die SpVgg Greuther Fürth. Unterschiedlicher hätten die Vorzeichen vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal nicht sein können, im Leimbachstadion in Siegen gab sich der Favorit aus Franken jedoch keine Blöße.

Robert Klauß veränderte seine zuvor siegreiche Startelf auf vier Positionen. Für Mathenia stand Klaus zwischen den Pfosten, zudem durften Valentini, Wekesser und Duman für Gyamerah, Handweker und Nürnberger ran. Thorsten Nehrbauer, Coach des 1. FC Kaan-Marienborn, vertraute derweil beinahe auf das gleiche Personal, das am 1. Spieltag der Regionalliga West mit 2:1 gegen die Zweitvertretung von Borussia Mönchengladbach gewinnen konnte. Lediglich Waldrich durfte für Tsuda ran.

Jendrusch läuft zur Höchstform auf

Die ersten Minuten in Siegen verliefen schleppend, der Regionalligist war direkt präsent in den Zweikämpfen und machte die Räume für den spielerisch überlegenen Club sehr eng. Duman hatte nach neun Minuten die erste Chance für den Zweitligisten, schloss nach einer Ecke aus kurzer Distanz aber kläglich ab. Der Club blieb spielbestimmend, leistete sich im Vorwärtsgang aber einige Fehlpässe. So konnte Kaan-Marienborn immer wieder für Entlastung sorgen, selbst kam der Regionalligist aber nur per Flanken in den Nürnberger Strafraum. Diese bekam der Club meist souverän verteidigt, nur Pazurek konnte sich einmal im Luftduell durchsetzen (22.).

Nach einer halben Stunde erhöhte der FCN dann die Schlagzahl – und Jendrusch lief zur Höchstform auf. Kaan-Marienborns Schlussmann parierte Schüsse von Castrop (29.), Möller Daehli (32.) und Wekesser (39.). Auch gegen Duah (42.) rettete der ehemalige Ingolstädter und Auer in höchster Not. Nur einmal bekam Jendrusch Hilfe vom Pfosten nach einem erneuten Versuch von Möller Daehli (34.). Kurz vor der Pause ging der Club aber doch noch in Führung, einen Freistoß aus etwa 23 Metern platzierte Geis sehenswert über die Mauer und ins linke Eck (45.).

Kyere zu schnell für alle Nürnberger

Nach Wiederanpfiff wendete sich das Blatt, Nürnberg war plötzlich unter Druck. Kaan-Marienborn ließ den Ball nun deutlich besser laufen, der Club kam kaum mehr in die Zweikämpfe und spielte nahezu ausschließlich weite Bälle in den unterbesetzten und harmlos agierenden Angriff. Kaan-Marienborns flinken Kyere bekamen die Franken ebenfalls nicht in den Griff, nach 47 Minuten war der Rechtsaußen frei durch, schoss aber etwas überhastet über den Kasten.

Sieben Minuten später wurde es erneut gefährlich für den Club, eine Tomas-Flanke brachte Walbricht beinahe per Aufsetzer im Nürnberger Tor unter. Auch in der Folge blieb die Partie hektisch, vor allem, wenn Kyere am Ball war. Der Rechtsaußen war zu flink für jeden Club-Verteidiger, brachte seine starken Dribblings aber nicht mit einem Zuspiel zu einem Mitspieler zu Ende. So schwamm der FCN zwar phasenweise, so richtig eingreifen musste Klaus aber nie.

Valentini macht alles klar

In der letzten Viertelstunde nahm der Druck des Underdogs etwas ab, Nürnberg kam wieder häufiger nach vorne. Schindler köpfte einen Geis-Freistoß an den rechten Pfosten, ehe Valentini mit einem abgefälschten Schuss letztlich für die Entscheidung sorgte (84.). Mit dem 2:0 war Kaan-Marienborn geschlagen, die letzten Minuten verliefen ruhig und so musste der Underdog am Ende die erste Pflichtspielniederlage in diesem Kalenderjahr hinnehmen.

Tore und Karten

0:1
Geis (45′, direkter Freistoß, Rechtsschuss)

0:2
Valentini (84′, Linksschuss)

Tore und Karten

0:1
Geis (45′, direkter Freistoß, Rechtsschuss)

0:2
Valentini (84′, Linksschuss)

1. FC Kaan-Marienborn

Tomas (16. ), Kyere (48. ), Schauerte (76. ), Pjetrovic (90. + 1 )

1. FC Nürnberg

Möller Daehli (26. ), Castrop (50. )


1. FC Kaan-Marienborn

Kaan-Marienborn


1. FC Kaan-Marienborn

Kaan-Marienborn

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


1. FC Nürnberg

Nürnberg


1. FC Nürnberg

Nürnberg

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Schiedsrichter-Team
Dr. Robert Kampka

Dr. Robert Kampka
Mainz

Schiedsrichter-Team

Dr. Robert Kampka

Dr. Robert Kampka
Mainz

Spielinfo


Stadion

Leimbachstadion

Zuschauer

8.000

Spielinfo


Anstoß

29.07.2022, 18:01 Uhr


Stadion

Leimbachstadion Siegen


Zuschauer

8.000

Für den Club geht es derweil in die 2. Runde des DFB-Pokals, diese wird jedoch erst am 4. September ausgelost. In der Liga treffen die Franken nächste Woche Samstag (13 Uhr) auf den SSV Jahn Regensburg, Kaan-Marienborn empfängt tags darauf (14 Uhr) die Zweitvertretung des 1. FC Köln.

Auslosung der 2. DFB-Pokal-Runde erst im September

Am Freitag beginnt die DFB-Pokal-Saison 2022/23 – doch erst mehr als fünf Wochen später werden die Paarungen der 2. Runde ausgelost.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Bongarts/Getty Images

Wie der DFB dem kicker bestätigte, findet die Auslosung der 2. Runde am Sonntag, 4. September, statt. Das ZDF, das in dieser Saison sein Pokal-Comeback feiert, überträgt live.

Grund für den späten Termin ist die neue Strukturierung der 1. Runde: Ab dieser Saison steigt der DFL-Supercup am Wochenende der 1. DFB-Pokal-Runde. Die Teilnehmer – in diesem Jahr Meister FC Bayern und DFB-Pokal-Sieger RB Leipzig – tragen ihre Erstrundenspiele deswegen erst zu einem späteren Zeitpunkt aus und sorgen für eine entsprechende Verschiebung der Zweitrunden-Auslosung.

Leipzig gastiert erst am Dienstag, 30. August (20.45 Uhr), beim Regionalligisten FC Teutonia Ottensen, der FC Bayern 24 Stunden später beim Drittligisten Viktoria Köln. Alle anderen Erstrundenpartien finden zwischen dem 29. Juli und 1. August statt.

Die 2. DFB-Pokal-Runde geht dann am 18. und 19. Oktober 2022 über die Bühne.

Saison 1971/72: Finale und Skandale

25. Juli 202254:53 Minuten

Saison 1971/72: Finale und Skandale

Bundesliga-Finale am letzten Spieltag! Der Erste gegen den Zweiten. Die Bayern gegen Schalke. Und das alles beim ersten Bundesliga-Spiel im Münchner Olympiastadion. Die dritte Folge “kicker History” nimmt Euch mit in die Saison 1971/72. Den spektakulären Zweikampf um die Meisterschaft beleuchten die beiden Schalke-Legenden Klaus Fischer und Erwin Kremers sowie der damalige Bayern-Profi Rainer Zobel. Außerdem geht es um den großen Bundesliga-Skandal, den Büchsenwurf vom Bökelberg – und bitterböse Beschwerdebriefe wegen langer Haare.

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18.07.2022

Saison 1991/92: Ost-Teams, Spannung, Bayern-Krise

11.07.2022

Trailer: kicker History

24.06.2022

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