Reichert folgt im Sommer beim Club auf Klandt

Der 1. FC Nürnberg wird im Sommer Veränderungen beim Torwarttrio vornehmen: Patric Klandt wird den Club verlassen, stattdessen steigt Jan Reichert zur neuen Nummer drei auf.

Jan Reichert wird ab Sommer neuer dritter Keeper beim 1. FC Nürnberg.

Jan Reichert wird ab Sommer neuer dritter Keeper beim 1. FC Nürnberg.

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Nach dann dreieinhalb Jahren beim 1. FC Nürnberg endet die Zeit von Patric Klandt am Valznerweiher nach dieser Saison. Der zum 30. Juni auslaufende Vertrag des 38-Jährigen wird nicht mehr verlängert, teilte der Club am Mittwoch mit. “Ich blicke auf eine intensive, spannende und tolle Zeit beim Club zurück. Es hat mir sehr viel Freude gemacht”, wird Klandt auf der Vereins-Website zitiert.

Wie es mit Klandt weitergeht, ließ er offen. “Ob ich dann im Sommer meine aktive Karriere auch wirklich beenden werde, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Ich fühle mich körperlich und mental noch topfit”, sagte er. Klandt kam im Sommer 2018 aus Freiburg zum Club, kam aber lediglich zu einem Einsatz im DFB-Pokal, in einem Ligaspiel der Profis durfte er seitdem nicht ran.

Talent Reichert wird ab Sommer neue Nummer drei

Der Nachfolger von Klandt als Nummer drei bei den Profis steht auch schon fest: Jan Reichert aus dem Regionalligateam bekommt ab Sommer einen Profivertrag. “Jan hat in der laufenden Saison eine gute Entwicklung genommen. Wir trauen ihm den Schritt als fester Bestandteil im Profikader ohne weiteres zu”, sagte FCN-Sportvorstand Dieter Hecking. Der 20-jährige Reichert kam erst vor dieser Saison aus Schweinfurt zum Club und hat seitdem 21 von 24 möglichen Regionalligapartien für die Zweitvertretung bestritten. Zudem ist er auch regelmäßiger Gast im Training der Lizenzmannschaft.

“Ich freue mich sehr über das mir entgegengebrachte Vertrauen. Der erste Schritt ist gemacht, jetzt sollen weitere folgen”, kommentierte Reichert seine Beförderung.

Schäffler nicht mehr gesetzt, aber unverändert wichtig

Manuel Schäffler ist beim 1. FC Nürnberg zwar kein unumstrittener Stammspieler mehr, doch für den 32-Jährigen ist die Zeit beim Club wie es scheint lange nicht zu Ende.

Hab beim FCN weiter eine wichtige Rolle inne: Manuel Schäffler

Hab beim FCN weiter eine wichtige Rolle inne: Manuel Schäffler

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Dass der 1. FCN mit allen Akteuren spricht, deren Vertrag ausläuft, ist für die Verantwortlichen eine Selbstverständlichkeit – mal intensiver wie bei Außenverteidiger Tim Handwerker, mit dem sich die Franken in puncto weitere Zusammenarbeit bereits seit dem vergangenen Sommer austauschen; mal weniger intensiver wie bei Offensivallrounder Nikola Dovedan, mit dem die Gespräche erst seit Kurzem angelaufen sind. Nie nannte der Verein indes den Namen Manuel Schäffler, wenn es um anstehende Verhandlungsrunden ging. Und doch steht der Mittelstürmer unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung.

Wurde der Vertrag sogar schon verlängert?

Wie das möglich ist? Der 32-Jährige hat in seinem Arbeitspapier eine Klausel verankert, die bei einer gewissen Anzahl ein automatisches Verlängern nach sich zieht. Auf 17 Einsätze in der 2. Bundesliga (kicker-Durchschnittsnote 3,50) kommt der gebürtige Oberbayer bislang. Wie viele ihm noch fehlen, oder ob er bereits die notwendige Marke erreicht hat, darüber gibt es keine offizielle Angabe. Der Club jedenfalls widerspricht nicht, wenn von einer sicheren weiteren Zusammenarbeit mit dem wuchtigen Mittelstürmer klassischer Prägung die Rede ist.

In diesem Zusammenhang betont der FCN vielmehr, wie wichtig Schäffler für die Mannschaft und deren Erfolg sei. Ungeachtet des Umstandes, dass er im Gegensatz zur vergangenen Saison nicht mehr gesetzt ist. Bei seinen 17 Einsätzen stand er lediglich achtmal in der Anfangself, nur in den Spielen gegen Darmstadt (0:2), St. Pauli und Schalke (1:4) bestritt er die volle Distanz. So ist es auch wenig verwunderlich, dass seine Trefferquote bislang die schwächste seit Jahren ist. Drei Tore und eine Vorlage machen sich wenig für einen Mann aus, der in den fünf Spielzeiten davor stets zweistellig traf, dabei einmal die 20er Marke übertraf und ihr zweimal sehr nahekam.

Im Sommer 2020 holte ihn der damals bei FCN neu installierte Sportvorstand Dieter Hecking vom Absteiger Wehen Wiesbaden für rund 800.000 Euro, nachdem Schäffler zuvor 19 Mal für die Hessen getroffen hatte. Und Heckings Königstransfer erfüllte allein rein von der Trefferquote her die Erwartungen: Seine zehn Treffer konnten sich gerade vor dem Hintergrund sehen lassen, dass er diese in schwierigen Phasen erzielt und im furiosen letzten Saisondrittel wegen einer Knieverletzung die letzten sieben Partien verpasst hatte.

Schäffler ist weit mehr als nur ein Torjäger – Neue Rolle muss akzeptiert werden

Wobei sich sein Wert ohnehin nicht rein mit Toren bemessen lässt. Als Kämpfer vor dem Herrn sowie als Typ mit Ecken und Kanten ist er ein Akteur par excellence aus der Kategorie “wichtig in der Kabine”. Und das mit dem Wichtig trifft unverändert auch auf seinen sportlichen Wert zu, “nur” drei Treffer hin oder her. Ohne ihn wäre Trainer Robert Klauß um eine wichtige Variante beraubt, wenn es gegen einen tief stehenden Gegner geht, oder ein Spielverlauf einen zweikampfstarken Brecher im Sturmzentrum erfordert.

Dass die Offensive des FCN mittlerweile qualitativ wie auch von der Variabilität her sehr breit aufgestellt daherkommt, ist fürs Trainerteam zwar prima, für den einzelnen aber nicht immer. Wenn der FCN wie zuletzt beim 1:0 in Düsseldorf mit drei flinken Spitzen auf hohes Pressing und blitzschnelles Umschalten setzt, wird Schäffler auch in Zukunft nicht erste Wahl sein. Und doch ist er auch in jener Partie gefragt gewesen – wenn auch nur in der Schlussphase, als die Fortuna verzweifelt alles nach vorne warf. Somit hatte auch Schäffler seinen Anteil am Sieg. Wichtig für die Zukunft wird nur sein, dass er diese Rolle für sich akzeptiert. Was nach einer Selbstverständlichkeit klingt, ist so leicht nicht vor dem Hintergrund, dass Schäffler in den Jahren stets ein gesetzter Platzhirsch gewesen war.

Bei den Eigengewächsen Tim Latteier (21) und Noel Knothe (22) stellt sich hingegen ein ganz anderes Thema: Spielpraxis. Bei Ersterem, der im April zum Profi gemachte Mittelfeldspieler, wie auch Zweiterem, der zu Beginn der Saison 20/21 hochgezogene Innenverteidiger, bahnt sich je eine Leihe an.

Chris Biechele

Bayern erlaubt wieder bis zu 10.000 Zuschauer im Profisport

Der Freistaat Bayern erlaubt wieder bis zu 10.000 Zuschauer in der Bundesliga und im weiteren Profisport.

Wieder vor Fans: der FC Bayern darf Zuschauer ins Stadion lassen.

Wieder vor Fans: der FC Bayern darf Zuschauer ins Stadion lassen.

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In der Bundesliga darf in Bayern wieder vor bis zu 10.000 Zuschauern gespielt werden. Das Kabinett beschloss am Dienstag in München damit bis auf Weiteres das Ende der Geisterspiele. Die Regelung gilt auch für andere Profiligen. Neben der Personenobergrenze von 10.000 gelten für die überregionalen Sportveranstaltungen weitere Einschränkungen: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten genutzt werden, die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein (oder geboostert) sowie eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot.

Der Freistaat wagt sich damit in der heiß diskutierten Zuschauerfrage vor dem Hintergrund hoher Corona-Zahlen überraschend weit vor. Die Länderchefs hatten sich am Montag darauf verständigt, dass die Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte allerdings schon zuvor angekündigt, dass er notfalls einen Alleingang Bayerns wagen würde.

Für die Zulassung von Zuschauern gelten unterschiedliche Höchstgrenzen in den Ländern: Wie bislang in Bayern dürfen in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen derzeit überhaupt keine Fans in die Arenen. Dagegen spielte beispielsweise der Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg am vergangenen Sonntag gegen den TSV Havelse vor 13.385 Zuschauern. Das ließ die Verordnung in Sachsen-Anhalt zu, nach der die Stadien bis zu 50 Prozent gefüllt werden dürfen. Beim Sieg des FC Bayern am Wochenende bei Hertha BSC durften 3000 Zuschauer ins Berliner Stadion.

Gemeinsames Schreiben an Kanzleramt und Ministerpräsidenten

Zuletzt hatten die wichtigsten deutschen Profiligen aus Fußball, Handball, Basketball und Eishockey in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten gefordert. Den Sportclubs fehlen die wichtigen Zuschauereinnahmen, was vor allem abseits des Fußballs prozentual bei den Erlösen einen hohen Stellenwert hat.

Söder rechtfertigt die Möglichkeit zu Lockerungen trotz massiv steigender Neuinfektionszahlen damit, dass die Omikron-Welle das Gesundheitssystem weit weniger belaste als die Delta-Variante zuvor.

Vorstandschef Oliver Kahn vom FC Bayern hatte schon am Montagabend auf ein Ende der seit Anfang Dezember wieder stattfindenden Geisterspiele gehofft. “Wir müssen vernünftige Lösungen für alle Lebensbereiche finden, also auch für den Sport”, hatte Kahn der Deutschen Presse-Agentur gesagt.

1. FCN: Harte Worte und 300.000 Euro

Keine Einigung gibt es im Rechtsstreit zwischen dem 1. FC Nürnberg und Dr. Mario Hamm, allerdings Aussicht auf erfolgreiche außergerichtliche Verhandlungen zwischen dem Zweitligisten und dessen Finanzdirektor. Das ist das Ergebnis eines Termins beim Arbeitsgericht Nürnberg am Dienstagmittag. Spannend sind vor allem die Zwischentöne.

Der 1. FC Nürnberg befindet sich im Rechtsstreit mit Finanzdirektor Dr. Mario Hamm.

Der 1. FC Nürnberg befindet sich im Rechtsstreit mit Finanzdirektor Dr. Mario Hamm.

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Nicht nur im Unterhaus ist Kampf mitunter Trumpf, auch bei Gericht und da ging es durchaus zur Sache zwischen Hamm und dem Club. Da fielen harte Worte wie Prozessbetrug oder Nebelkerze. Als eine solche hatte Hamms Anwalt Dr. Detlef Kehlen einen Auflösungsantrag des 1. FCN bezeichnet, den die Mittelfranken am Tag vor der Verhandlung gestellt hatten. Die Hürden allerdings für solch einen Antrag sind hoch. Der Zweitligist unterstellte seinem Ex-Angestellten offenbar, falsche Angaben gemacht zu haben hinsichtlich seiner Aufgaben bei der Begleitung von Transfer- und Beraterverträgen. Prozessbetrug, so lautet der Vorwurf. Starker Tobak. Richterin Dr. Silja Steindl allerdings signalisierte, dass aus ihrer Sicht der Auflösungsgrund nicht so deutlich in Erscheinung trete.

Der Teufel steckt im Detail

Die Nürnberger hatten dem Finanzfachmann, der seit 2012 im Verein ist und nach dem Aus von Ralf Woy 2015 zeitweise als Interimsvorstand agierte, zum 1. Juli 2021 betriebsbedingt gekündigt. Das wollte der 40-Jährige, der auch in der DFL-Kommission Finanzen sitzt, nicht auf sich sitzen lassen und da steckt der Teufel – Stichwort Nebelkerze – nun einmal im Detail. Von außen betrachtet könnte man darauf kommen, dass mit der Einstellung von Sportdirektor Olaf Rebbe im April Hamms Expertise in der Erstellung von Transfer- und Beraterverträgen nicht mehr wirklich nötig gewesen sei.

Hamm, der die Ex-Sportvorstände Andreas Bornemann und Robert Palikuca als Zeugen für seine allgemeinen Tätigkeiten aufgeführt hat, dagegen argumentiert, dass dies sehr wohl der Fall gewesen sei. Er habe auch zwischen April und Juli an Kontrakten erheblich mitgearbeitet. Spannend sind zudem die Zwischentöne. “Wenn Sie im März wissen, dass Sie ein schlechtes Ergebnis haben werden, dann entwerfen Sie Verträge vor, um sie handelsrechtlich ins nächste Jahr buchen zu können”, schildert Hamm das Prozedere mit den Bilanzen im Profifußball. Der Gekündigte erklärte zudem, er wolle nur seiner Arbeit nachgehen, Bedarf nach Finanzexperten gebe es in der Corona-Krise im Fußball zur Genüge. Dem hielt Nürnberg-Anwalt Dr. Sebastian Hopfner entgegen, dass er dann ja längst eine neue Aufgabe hätte finden können. Fraglich, ob Hamm das überhaupt anstrebt.

Letztlich ist es aber eben so, dass eine Arbeitsgerichtskammer meist eine gütliche Einigung anstrebt. Rund 300.000 Euro stellte Richterin Stindl in den Raum. Hamm möchte zudem, dass er formell bis September weiterbeschäftigt wird, um den Passus “betriebsbedingte Kündigung” zu tilgen – das Entgelt für die Weiterbeschäftigung wäre in den 300.000 Euro enthalten. Der Club, vertreten von den Vorständen Dieter Hecking und Niels Rossow, bot fürs Erste 100.000 Euro. Keine Einigung, konstatierte Richterin Stindl, die den Auflösungsantrag des Vereins mutmaßlich zurückweisen wird. Sehr wohl allerdings einigten sich die Parteien darauf, die Gespräche zunächst außergerichtlich fortzuführen. Vielleicht kommt man ja doch zusammen. Ganz so hart also wie zu Beginn der Verhandlung waren die Bandagen zum “Schlusspfiff” doch nicht mehr.

Benni Hofmann

Sörensen verteidigt weiter für den Club

Der dänische Abwehrspieler Asger Sörensen wird auch künftig im Dress des 1. FC Nürnberg auflaufen. Der 25-Jährige, der 2019 aus Regensburg zum Club kam, hat einen neuen Vertrag unterschrieben.

Abwehrspieler Asger Sörensen hat beim 1. FC Nürnberg verlängert.

Abwehrspieler Asger Sörensen hat beim 1. FC Nürnberg verlängert.

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Die Franken haben das ursprünglich am Saisonende auslaufende Arbeitspapier mit dem Defensivspezialisten Sörensen verlängert. Über die Laufzeit des neuen Kontrakts machte der FCN wie gewohnt keine Angaben.

“Nach einem unruhigen ersten Jahr haben wir uns als Mannschaft nach und nach gefunden. Wir arbeiten hart und intensiv, wollen uns alle immer weiter verbessern”, wird der Däne auf der Vereinswebsite zitiert.

Sörensen kam im Sommer 2019 vom SSV Jahn Regensburg zum Club und bestritt seither 81 Pflichtspiele (sieben Tore, zwei Vorlagen) für den 1. FCN. In der aktuellen Saison stand er in allen 19 Punktspielen auf dem Platz (kicker-Durchschnittsnote: 3,28).

“Asger hat sich sportlich und menschlich kontinuierlich weiterentwickelt. Er übernimmt immer mehr Verantwortung und strahlt Ruhe im Abwehrzentrum aus”, freut sich Nürnbergs Vorstand Sport Dieter Hecking über die weitere Zusammenarbeit mit Sörensen. 

Nürnberg gegen Paderborn individuell nicht am Limit

Beim 1. FC Nürnberg ist der Ärger nach dem verpatzten Start gegen Paderborn groß. Chancenwucher und schwache individuelle Leistungen lassen den Club in der Tabelle abrutschen.

Traf das erste Mal in seiner Karriere mit dem Kopf: Nürnbergs Mats Möller Daehli.

Traf das erste Mal in seiner Karriere mit dem Kopf: Nürnbergs Mats Möller Daehli.

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Dem 1. FC Nürnberg ist der Start ins neue Jahr misslungen. Im ersten Pflichtspiel nach der kurzen Winterpause mussten sich die Franken zuhause mit 1:2 dem SC Paderborn beugen – es war die erste Niederlage des FCN überhaupt gegen die Ostwestfalen. Ausschlaggebend dafür war ein Doppelschlag der Gäste vor der Pause, Sven Michel und Felix Platte nutzten den defensiven Begleitschutz der Nürnberger relativ mühelos.

“Das 0:1 kann mal passieren”, ließ sich Robert Klauß nach der Partie auf der Vereinswebsite zitieren, das 0:2 gehöre laut dem Club-Trainer zur Kategorie “unnötig”. Der Pausenstand sei zudem “eine extreme Hypothek gegen eine konterstarke Mannschaft, die viel Ruhe am Ball hat” gewesen.

“Immer einen Schritt zu spät”

Gegen besagte Hypothek konnte nur Mats Möller Daehli etwas ausrichten. Der Norweger traf nach genau einer Stunde mit seinem ersten Kopfball-Tor seiner Karriere zum Anschluss, in der Folge spielten aber weiterhin nur die Gäste nach vorne. “Wir waren immer einen Schritt zu spät”, monierte Möller Daehli, der erst nach Wiederanpfiff im Club-Spiel ein Faktor war, damit aber nicht alleine war.

“Wir waren auf einigen Positionen nicht gut. Wir waren nicht richtig aktiv. Da müssen wir individuell an unser Leistungslimit rankommen”, kritisierte Klauß und meinte damit sicherlich seine erfahrene Achse. Verteidiger Christopher Schindler konnte nur in der Luft gegen Michel mithalten, Ballverteiler Johannes Geis fand derweil überhaupt nicht ins Spiel und blieb zur Pause in der Kabine.

Nächste Entwicklung in der Rückrunde?

Und Angreifer Manuel Schäffler? Der frühere Tor-Garant hätte dem Spiel nach einer Viertelstunde eine komplett andere Richtung geben können, wenn nicht sogar müssen, köpfte aus vier Metern aber am Tor vorbei. “Das sind unglückliche Situationen, solche Tore müssen wir einfach machen”, ärgerte sich Klauß über den Chancenwucher, den auch Asger Sörensen in der Nachspielzeit aus fünf Metern kläglich betrieb.

So ist der Club der große Verlierer des 19. Spieltags, durch die Siege der Konkurrenz rutschte Nürnberg von Platz 5 auf 9 ab. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Franken näher an Platz 3 als an Rang 10 sind. Das Tableau sei beim Club laut Torhüter Christian Mathenia jedoch weiterhin “eine Randnotiz”. Viel mehr liegt der Fokus am Valznerweiher auf dem nächsten Schritt. “Wir haben in dieser Saison schon eine Entwicklung genommen, die wollen wir nun auch in der Rückrunde nochmal nehmen”, so Mathenia. Bereits am Freitag bietet sich dem FCN die nächste Chance, wenn das schwierige Auswärtsspiel in Düsseldorf ansteht.

Klauß‘ Reihenfolge: Leistung, Ergebnis, Tabellensituation

Der 1. FC Nürnberg bekommt es beim Neustart mit dem SC Paderborn (Samstag, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) zu tun. Trainer Robert Klauß erwartet ein Duell auf Augenhöhe und bleibt sich bei Nachfragen bezüglich der eigenen Ambitionen selbst treu.

Es geht wieder los: Nürnberg und Coach Robert Klauß haben in der Vorbereitung Schwerpunkte gesetzt.

Es geht wieder los: Nürnberg und Coach Robert Klauß haben in der Vorbereitung Schwerpunkte gesetzt.

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Personell ist der Club-Trainer fast ohne Sorgen, lediglich der Einsatz von Tim Handwerker, der im Training das Knie überstreckt hat, ist unsicher. Die Entscheidung darüber werde am Freitag fallen. “Er hat individuell trainiert, es sieht ganz gut aus”, versprühte Klauß auf der virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag Zuversicht, dass seine 23-jährige Stammkraft wird auflaufen können. Und wenn nicht, gelte das Vertrauen in Abwesenheit von Kilian Fischer (muskuläre Verletzung) Konstantin Rausch, der dann als Linksverteidiger zum Zug kommen würde.

Köpke definitiv im Kader

Weitere Aufstellungsdetails ließ sich der 37-Jährige nicht entlocken. “Verrate ich nicht”, beantwortete Klauß die Frage danach, ob das Sturmduo Nikoal Dovedan und Manuel Schäffler heißen wird. Auch um dem Gegner nicht zuviel preiszugeben, “lasse ich mir nicht in die Karten schauen”. Immerhin bestätigte der FCN-Trainer, dass der zuvor lange verletzte Pascal Köpke auf jeden Fall im Kader stehen wird, der eine zusätzliche Komponente ins Club-Spiel einbringen könnte, weil er “gute Laufwege hat und Tiefenläufe einbringt.”

Gegner Paderborn genießt bei Klauß eine hohe Wertschätzung: “Sie haben eine klare Art, Fußball zu spielen, versuchen immer, ihr Spiel durchzudrücken.“ Dies ist den Ostwestfalen vor allem auswärts bislang exzellent gelungen, die 07er sind unbesiegt bei fünf Siegen und drei Remis (19:7 Tore). Beeindruckt ist Klauß von allem von den zwei gefährlichen Stürmern (Sven Michel, Felix Platte, Anm. d. Red.): “Das müssen wir in den Griff kriegen. Ich erwarte eine schwierige Aufgabe und ein Spiel auf Augenhöhe.”

Direkt die zweite Frage im neuen Jahr nach dem Aufstieg … das interessiert mich überhaupt nicht.

Robert Klauß

Früh hatte es auch erneut die Nachfrage nach der Zielsetzung für die Restrunde gegeben. Ob der Club bis zum Ende oben dabei bleiben könne? Klauß antwortete süffisant: “Direkt die zweite Frage im neuen Jahr nach dem Aufstieg … das interessiert mich überhaupt nicht. Wir blicken auf Paderborn, dann wird die Situation wieder neu bewertet. Natürlich wollen wir konstant sein und von Formschwankungen verschont bleiben und Ausreißer nach oben haben – das ist unser Ziel.”

Gegen den SCP interessiere vor allem, ob und wie die in der Vorbereitung gesetzten Schwerpunkte umgesetzt werden. Als da wären kompaktes Verteidigen und geradlinigeres Spiel nach vorne. Klauß stellte am Ende seine Prioritäten noch einmal klar – in Reihenfolge seien dies: Erstens die Leistung, zweitens das Ergebnis und drittens die Auswirkung auf die Tabelle.

Viel Gutes vom Bruder gehört: Blum wechselt vom FCK zum 1. FC Nürnberg

Im Sommer wird Shawn Blum den 1. FC Kaiserslautern verlassen und sich dem 1. FC Nürnberg anschließen. Die Franken bekommen einen variablen Offensivmann, dessen Bruder auch schon in der Noris spielte.

Kommt vom FCK zum FCN: Shawn Blum, hier gegen den Mainzer Dominik Kohr (li.).

Kommt vom FCK zum FCN: Shawn Blum, hier gegen den Mainzer Dominik Kohr (li.).

imago images/Martin Hoffmann

Der Club bastelt am Kader für die kommende Spielzeit. Neu an Bord in der Noris wird ab dem 1. Juli Shawn Blum sein – ausgestattet mit einem “langfristigen Vertrag”, wie es in der Mitteilung des Traditionsvereins heißt. Der 18-Jährige steht als erster Neuzugang für die Saison 2022/23 fest.

Die Nürnberger haben sich mit dem Teenager einen variablen Offensivspieler geangelt, der bislang in der U-19-Bundesliga für den FCK spielte. Seine Bilanz hier: 16 Spiele, sieben Tore, vier Vorlagen.

Hecking: “Talentiert, schnell, technisch versiert”

Dieter Hecking, Vorstand Sport des FCN, stuft den künftigen Club-Profi als einen “talentierten, schnellen und technisch versierten Spieler ein”. Blum soll “wie auch Talente aus unserem eigenen NLZ an die Profis herangeführt werden” und beispielsweise in der Vorbereitung auf die neue Saison und den folgenden Trainingseinheiten bei den Profis von Trainer Robert Klauß dabei sein.

Der große Bruder war schon beim Club

“Ich bin froh und glücklich, ab Sommer beim Club zu spielen”, wird der 18-Jährige zitiert. “Das Konzept der Verantwortlichen um Sportvorstand Dieter Hecking, Sportdirektor Olaf Rebbe und Trainer Robert Klauß hat mich unglaublich überzeugt. Außerdem habe ich schon so viel Gutes von meinem älteren Bruder Danny vom Club gehört. Deshalb musste ich auch nicht lange für diesen Schritt überlegen.”

Danny Blum (31) spielte zwischen 2014 und 2016 für den FCN und ist heute für den VfL Bochum in der Bundesliga aktiv. Auch er ist ein auf verschiedenen Positionen einsetzbarer Offensivakteur.

Zurück nach Freiburg? Tempelmann interessiert nur das Jetzt

Standesgemäß besiegte der 1. FCN im einzigen Test der kurzen Winterpause den Drittligisten aus Halle mit 5:1. Das Ergebnis indes war für Robert Klauß von untergeordneter Bedeutung.

Bei seinem zweiten Treffer gegen Halle: Nürnbergs Lino Tempelmann.

Bei seinem zweiten Treffer gegen Halle: Nürnbergs Lino Tempelmann.

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Vielmehr freut den Club-Trainer, dass er in den 3X35 Minuten viel von den Trainingsinhalten der vergangenen Tage umgesetzt sah, auch wenn da laut ihm noch “Luft nach oben ist”. Der einzige Winter-Neuzugang, der am Freitag vom 1.FC Köln bis Juni 2023 ausgeliehene Mittelfeldspieler Jens Castrop (19), kam im letzten Drittel zum Zug.

Dass die Franken die ersten 15 Minuten schleppend in die Partie fanden, die ein oder andere Lücke boten und verdientermaßen in Rückstand gerieten, dürfte mit Blick auf den Liga-Auftakt am Samstag gegen Paderborn lehrreich gewesen sein. “Da wollten wir uns das ganze erst mal in Ruhe anschauen, waren nicht entschlossen genug, der letzte Schritt hat gefehlt. Dann aber haben wir gemerkt, dass wir mehr machen müssen”, analysierte Klauß, der die ersten beiden Drittel die voraussichtlich erste Elf zum Auftakt durchspielen ließ.

Tempelmann auch im Test mit starkem Auftritt

Wie der FCN nach dem Umschalten in den Vollast-Modus die Gäste aus Sachsen-Anhalt dann aber bespielte und beherrschte, lässt für den Auftakt hoffen. Aus der homogen auftretenden Mannschaft stach Linus Tempelmann ein Stück weit heraus – allein wegen seiner zwei Tore, aber auch mit seiner griffigen, dynamischen Spielweise an sich. Oder, anders ausgedrückt: Die 22-jährige Leihgabe des SC Freiburg machte genau dort weiter, wo er im Dezember aufhörte. “Die Pause war ja sehr kurz, nach einer Woche starten wir bereits wieder mit dem individuellen Lauftraining. Da verlierst du konditionell nichts. Nur die Sicherheit am Ball leidet ein wenig, aber dafür ist die Spielfreude umso größer”, meinte Tempelmann.

Dass Freiburg ihn im Sommer per Klausel aus der bis 2023 datierten Leihe zurückholen kann, ist nichts, worüber er sich Gedanken macht. Er steht zwar im “losen Kontakt” mit den Breisgauern, doch für ihn zählt nur das Hier und Jetzt, also der FCN: “Ich fühle mich sehr wohl, es macht sehr viel Spaß mit der Mannschaft – und das Einzige worauf ich mich konzentriere, ist, dass wir möglichst viel herausholen. Was dann im Sommer passiert, wird man sehen.”

Klauß sieht Castrop “auf der Sechs oder Acht”

Mit Jens Castrop steht ein potenzieller Nachfolger schon parat, sollte Tempelmann gehen. Nicht zu vergessen Tom Krauß, das rechte Pendant auf der Acht zu Tempelmann: Dessen Leihe endet im Sommer definitiv, ob RB sie verlängert oder ihn zurückbeordert, ist völlig offen. Somit macht die Verpflichtung von Jens Castrop doppelt Sinn. “Er hat zwar auch schon Rechtsverteidiger gespielt, ich sehe ihn aber auf der Sechs oder der Acht. Er ist als Spielertyp Krauß und Tempelmann sehr ähnlich”, so Klauß.

Der eloquente wie aufgeschlossene 18-Jährige, der beim Kölner Bundesliga-Team trainierte, soll nun bis zum Sommer den Club aus dem Effeff kennenlernen wie seine Defizite in puncto Robustheit abbauen. Doch auch wenn er zunächst in Lehre gehen soll, so kann er sie früher beenden als geplant. “Es liegt komplett an ihm”, sagt sein Trainer über eventuelle Einsätze. Castrops Einstand im letzten Testdrittel gegen Halle, bei dem der FCN komplett durchtauschte, war jedenfalls schon mal richtig ordentlich. Auf der Doppelsechs hat er laut Klauß mutig Akzente gesetzt – in der Defensive wie in der Offensive.

Köpke arbeitet am Startelf-Comeback

In besagtem letztem Drittel spielte auch Stürmer Pascal Köpke komplett durch, der nach seinem Kreuzbandriss in den letzten Ligaspielen des alten Jahres zu ersten Kurzeinsätzen kam und sich nun die Rückkehr in die Stammelf zum Ziel gesetzt hat. Vor den Augen seines Vaters Andreas, Torhüter-Legende des FCN und langjähriger Bundestrainer der Torhüter, spielte der 26-Jährige gut mit, wirkte aber in der ein oder anderen Szene noch ein wenig gehemmt. Ein Eindruck, den sein Trainer relativierte: “Er geht im Training schon seit Längerem voll zur Sache.”

Christian Biechele

Nürnberg leiht U-19-Nationalspieler Castrop aus Köln aus

Der 1. FC Nürnberg hat den ersten Neuzugang im Winter-Transferfenster präsentiert: Von Bundesligist 1. FC Köln leiht der Club Jens Castrop aus.

U-19-Nationalspieler Jens Castrop streift sich ab sofort das Trikot des 1. FC Nürnberg über.

U-19-Nationalspieler Jens Castrop streift sich ab sofort das Trikot des 1. FC Nürnberg über.

imago images/Pressefoto Baumann

Wie der 1. FCN am Freitag mitteilte, wird Castrop “längerfristig vom 1. FC Köln an den Valznerweiher ausgeliehen”. Wie lange genau der Leihvertrag mit den Geißböcken läuft oder ob eine Kaufoption besteht, teilte der Zweitligist nicht mit. Bei den Kölnern besitzt das Mittelfeld-Talent noch einen Vertrag bis Juni 2023.

Der Club ist dafür bekannt, wie gut sich junge Spieler hier entwickeln können.

Jens Castrop

“Wir haben Jens schon seit längerem auf dem Radar. Umso glücklicher sind wir, dass es jetzt schon geklappt hat”, wird Nürnbergs Sportvorstand Dieter Hecking auf der Vereinswebsite zitiert. “Der Club ist dafür bekannt, wie gut sich junge Spieler hier entwickeln können. Deshalb musste ich nach der Anfrage aus Nürnberg auch nicht lange überlegen”, sagte Castrop.

Castrop soll beim Club Spielpraxis sammeln

Castrop schloss sich bereits im Jahr 2015 dem 1. FC Köln an und durchlief seitdem sämtliche Nachwuchsteams der Geißböcke. In der Saison 2020/21 kam der 18-Jährige beim FC auch zu seinem Debüt im Herrenbereich, für die Zweitvertretung kam er in der Regionalliga West zum Einsatz.

In dieser Spielzeit gehörte er dann sogar dem Profikader an und trainierte regelmäßig unter Chefcoach Steffen Baumgart mit. Zu einem Einsatz in der Bundesliga reichte es für ihn bisher aber nicht. “Jens gehört zu unseren Top-Talenten und besitzt dementsprechend eine gute Perspektive für den Lizenzbereich”, wird Kölns Sportchef Jörg Jakobs zitiert. “Er hat sich in den letzten Monaten im Training bei den Profis gut präsentiert, das Wichtigste ist jedoch Spielpraxis auf hohem Niveau.”

Diese soll er nun in Nürnberg eine Etage tiefer bekommen. Unter Trainer Robert Klauß sowie dem sportlichen Führungsduo Hecking und Sportdirektor Olaf Rebbe ist in den letzten Monaten einigen Talente der Durchbruch in der 2. Liga gelungen. “Für mich ist die Perspektive, die mir die sportliche Leitung aufgezeigt hat, genau die richtige. Die Vorfreude auf die Mannschaft, das Club-Umfeld und die Stadt sind groß”, so Castrop. Und möglicherweise wird sein erster Einsatz für den Club nicht lange auf sich warten lassen: Denn wie der FCN mitteilte, wird Castrop dem Kader für das Testspiel am Samstag gegen den Halleschen FC (13.30 Uhr).