Weinzierl und der Club: Cool und emotional zum Derbysieg?

Per se voller Emotionalität ist das Frankenderby zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem 1. FC Nürnberg, das zum 270. Mal ansteht. Zusätzliche Brisanz birgt die enge Tabellensituation im Keller.

Geht's in die gewünschte Richtung? Markus Weinzierl und der FCN sind im Derby gefordert.

Geht’s in die gewünschte Richtung? Markus Weinzierl und der FCN sind im Derby gefordert.

IMAGO/Zink

Dass das Derby seine Schatten vorauswirft, habe er schnell gemerkt, sagte Markus Weinzierl auf der Pressekonferenz am Donnerstag. Man habe sofort  versucht, die Enttäuschung nach der Niederlage gegen St. Pauli (0:1) abzulegen und die Konzentration auf das Aufeinandertreffen gegen den alten Rivalen zu legen, das sofort Kabinengespräch gewesen sei.

In Fürth weiß Weinzierl um ein “Riesenspiel mit vielen Emotionen”, bei dem es darum gehe, “über 90 Minuten konsequent zu verteidigen und aufs Tor zu gehen und alles für den Erfolg zu tun – wir wollen unbedingt gewinnen”. Dabei komme es auch darauf an, nicht zu überpowern. In dieser Hinsicht hat der gebürtige Straubinger Vertrauen in seine Spieler, die sensibilisiert seien und wüssten, was auf sie zukomme. Seine Schützlinge würden sich “zerreißen” und das Derby mit 100 Prozent angehen, ist der 48-Jährige überzeugt. Doch bei aller Emotionalität gelte es “cool” zu bleiben.

Es wird die Mannschaft gewinnen, die mehr Intensität auf den Platz bringt.

Markus Weinzierl

Ob das Hinspiel, das der Club mit 2:0 zu seinen Gunsten entschieden hatte, dabei als Blaupause dienen könne? Beim Derbysieg vor heimischer Kulisse, bei dem Weinzierl noch nicht dabei war, aber wohl sicherlich Video-Studium betrieben hat, habe man schon gesehen, dass Zweikampfstärke und Aggressivität ausschlaggebend sein können. Und der FCN-Trainer ist sich sicher, dass diese Faktoren auch am Samstagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) entscheiden werden: “Es wird die Mannschaft gewinnen, die mehr Intensität auf den Platz bringt.”

Shuranov oder Daferner? Weinzierl hält sich bedeckt

Personell ließ sich Weinzierl nicht in die Karten blicken und antwortete auch ausweichend, ob Erik Shuranov, Torschütze beim letzten Derby im Ronhof (2:2), diesmal für Christoph Daferner (Führungstorschütze im Hinspiel) beginnen könnte. “Wir machen uns um jede Position Gedanken. Wir werden sehen.” Wer auch immer gegen die Kleeblätter auflaufen wird, Weinzierl verspricht: “Wir werden alles dafür tun, um den Club-Fans den Sieg zu schenken.”

Dieser würde auch den Anhängern mit Blick auf die knifflige Tabellensituation gut tun: Schließlich ist der FCN als 13. mit 19 Punkten – Fürth ist mit 20 Zählern Elfter – nur deren zwei von Schlusslicht Magdeburg entfernt.

Nürnberg und das 270. Frankenderby: Chance und Risiko zugleich

Drei Tage noch, dann ist der 1. FC Nürnberg zum Frankenderby bei der SpVgg Greuther Fürth zu Gast. Die 90 Minuten ziehen die gesamte Region in ihren Bann – für den Club sind sie nach dem misslungenen Jahresauftakt gegen den FC St. Pauli Chance und Risiko zugleich. 

Betretene Mienen: Zum Jahresauftakt hat der Club 0:1 gegen St. Pauli verloren.

Betretene Mienen: Zum Jahresauftakt hat der Club 0:1 gegen St. Pauli verloren.

IMAGO/Zink

Als sich die Nürnberger Spieler am vergangenen Sonntag nach dem 0:1 gegen den FC St. Pauli auf den Weg zu ihren treusten Anhängern machten, um sich bei ihnen für die Unterstützung während der Partie zu bedanken, da gab es in der Nordkurve kaum eine Reaktion. Kein Beifall für den Einsatz, keine aufmunternden Worte: Es war nur eine kurze Begegnung zwischen Spielern und Fans. 

90 Minuten lang hatte der Anhang die Mannschaft angefeuert und angetrieben – von Erfolg war der Jahresauftakt allerdings nicht gekrönt, im Gegenteil: Der Club verlor bereits zum fünften Mal nacheinander das erste Spiel nach der Winterpause. 

Jetzt ist es an der Zeit, mal was zurückzugeben.

Johannes Geis

Vor der Partie hatte Trainer Markus Weinzierl noch von einem Stimmungsumschwung gesprochen. Das Ziel, das der 48-Jährige ausrief: den fränkischen Pessimismus beiseitezulegen, die Fans wieder abzuholen und den Neustart im Jahr 2023 mit Elan anzugehen. Ein Plan, der scheiterte. Deshalb sagt Mittelfeldspieler Johannes Geis vor dem Hintergrund der Auftaktniederlage: “Jetzt ist es an der Zeit, mal was zurückzugeben.” Der 29-Jährige weiß: “Es gibt jetzt nur ein Spiel.” 

Auch atmosphärisch steht eine Menge auf dem Spiel

Am Samstagabend ist der Club im Fürther Ronhof zu Gast – 90 Minuten, die aufgrund der Rivalität immer eine hohe Bedeutung haben, die in der gegenwärtigen Lage allerdings noch brisanter sind. Für Nürnberg ist das 270. Frankenderby einerseits die Gelegenheit, die Stimmung mit nur einem einzigen Spiel zu drehen – andererseits könnte sich die ohnehin schon wieder angespannte Lage aber auch zuspitzen. 

Nicht nur tabellarisch, sondern auch atmosphärisch steht in Fürth eine Menge auf dem Spiel. Dass die Mannschaft kaum noch Kredit beim Anhang hat, das wurde schon gegen St. Pauli deutlich. Sollte der FCN jetzt auch noch das Derby verlieren, würde es am Valznerweiher äußerst ungemütlich werden. 

Schreck via Videotext: Als Bayern letztmals so schlecht in ein Jahr startete

Vor 16 Jahren blieb der FC Bayern letztmals in den ersten drei Bundesligaspielen eines Jahres sieglos. Erinnerungen an Puderzucker, unwirkliche kicker-Schlagzeilen – und eine verlorene Trainer-Wette.

Rückendeckung mit kurzer Haltbarkeit: Uli Hoeneß (li.) und Felix Magath im Dezember 2006.

Rückendeckung mit kurzer Haltbarkeit: Uli Hoeneß (li.) und Felix Magath im Dezember 2006.

picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Die ersten drei Spiele des Jahres 2007 sollte der FC Bayern nicht gewinnen, doch eigentlich hatte alles mit einem Sieg begonnen. Jan Schlaudraff (“Ich werde nicht den Lehrling spielen”), den die Bundesliga-Kollegen in der kicker-Spielerumfrage gerade vor Diego und Mario Gomez zum “Aufsteiger der Saison” gewählt hatten, gab seine Zusage, im Sommer nach München zu wechseln und nicht nach Bremen.

Manager Uli Hoeneß sprach von einer “Genugtuung” im “Muskelspiel” mit Werder, was damals noch keineswegs albern klang. Die Bremer waren punktgleich mit Schalke als Herbstmeister in die Winterpause gegangen, während der doppelte Double-Titelverteidiger FCB drei Punkte dahinter nur Dritter war. “Meister – warum nicht Schalke?”, lautete am 11. Januar die kicker-Schlagzeile, die im Laufe der Rückrunde zusätzliche Substanz erhalten sollte. In München dagegen herrschte Unruhe.

Hoeneß’ harte Worte für Schweinsteiger – Magath wettet im kicker

Schon nach der Vorsaison hätte Trainer Felix Magath ob der ständigen Kritik an seiner Arbeit beinahe hingeworfen – um dann, durch Hoeneß vom Weitermachen überzeugt, doch bis 2008 zu verlängern. Doch dem Rekordmeister waren die Abschiede von Michael Ballack und Zé Roberto anzumerken, kurz vor Weihnachten folgte auch noch das DFB-Pokal-Aus bei Schlaudraff in Aachen.

Bayerns Start ins Jahr 2007

“Ich sage nicht, dass wir über Felix Magath diskutieren, wenn wir nicht Meister werden”, versuchte sich Hoeneß im Winter ungewohnt umständlich in weiterer Rückendeckung für den Trainer, während die Spieler um Jungprofi Bastian Schweinsteiger (“Ihm wurde Puderzucker in den Hintern geblasen, den puste ich wieder raus”) Saures zu hören bekamen.

Sebastian Deislers überraschendes Karriereende mit 27 störte den Versuch, Aufbruchstimmung zu erzeugen, jäh. Trotzdem wettete Magath am 22. Januar im kicker, “dass der FC Bayern wieder deutscher Meister wird” (während VfB-Manager Horst Heldt ärgerlicherweise lieber auf den Pokalsieg wettete). Einen Härtetest gegen den HSV hatte er schließlich mit 2:0 gewonnen, und sogar Schweinsteiger hatte dabei überzeugt.

Der turbulente Tag nach dem Bochum-Spiel: “Meine Familie ist schon aufgebracht”

Doch zum Rückrundenauftakt verloren “alarmierend schlechte Münchner” (kicker) dann nach 2:1-Pausenführung 2:3 beim BVB, der Trainer Jürgen Röber ein Traumdebüt bescherte. Schalke und Bremen zogen auf je sechs Punkte davon. Vier Tage später – die Bundesliga kam wie 2023 mit einer englischen Woche zurück – wollte Magath gegen Bochum eine Mannschaft sehen, die “zeigt, dass sie Meister werden will”. Stattdessen zeigte sie Magath die Tür.

Am Tag nach dem schalen 0:0, einem Mittwoch, leitete der Trainer noch die Einheit mit den Reservisten und verabschiedete sich bis zum Abschlusstraining am Donnerstag vor dem Freitagsspiel in Nürnberg. Doch beide Termine fanden ohne ihn statt. Am Nachmittag erfuhr Magath von seinem Aus, immerhin nicht via Videotext, wie es der Frau und den Kindern von Seppo Eichkorn ergangen war. “Meine Familie ist schon aufgebracht”, schimpfte Magaths Co-Trainer, der ebenfalls gehen musste.

Rückkehrer Hitzfeld vergisst den VfB und startet desaströs

Magaths Nachfolger war sein Vorgänger: Ottmar Hitzfeld (“Damit hatte ich nie und nimmer gerechnet”) düste aus der Schweiz nach München und begann mit der Arbeit, noch bevor sich Magath von den Spielern verabschieden konnte. “Diese zwei Teams müssen straucheln”, sagte Hitzfeld über Bremen und Schalke und vergaß Stuttgart, das sich inzwischen auch vor die Bayern geschoben hatte.

Während Hitzfeld bei seiner Ankunft noch vom Titel sprach, wollten seine Bosse in erster Linie verhindern, dass sich ihr Klub erstmals seit zehn Jahren nicht für die Champions League qualifiziert, wofür mindestens der dritte Platz hermusste. Das war spätestens nach Hitzfelds Debüt ein würdiges Saisonziel: 0:3 in Nürnberg. Der schlechtester Rückrundenstart seit 1974/75 war perfekt.

Und besser wurde es nicht: nicht für die Bayern, die nur Vierter wurden; nicht für Schalke, die im “irren Finale” (kicker) dem VfB die Schale überlassen mussten; und auch nicht für Schlaudraff, der zwar im Sommer nach München kam, Franck Ribery, Miroslav Klose, Luca Toni, Hamit Altintop und Rückkehrer Zé Roberto allerdings auch.

Jörn Petersen

Puerta: Vertrag bei Bayer 04, Spielpraxis beim Club

Bayer 04 Leverkusen hat am Dienstag Gustavo Puerta unter Vertrag genommen, der Kapitän der kolumbianischen U-20-Nationalmannschaft wird aber zunächst für den 1. FC Nürnberg spielen.

Nach der U-20-Südamerika-Meisterschaft auf dem Weg Richtung Nürnberg: Gustavo Puerta.

Nach der U-20-Südamerika-Meisterschaft auf dem Weg Richtung Nürnberg: Gustavo Puerta.

AFP via Getty Images

19 Jahre, technisch versiert, aktuell mit der U 20 Kolumbiens noch bei der Südamerika-Meisterschaft im Einsatz – und künftig bei Bayer 04 vertraglich gebunden: Leverkusen hat sich zum Ende der Wintertransferperiode die Dienste von Gustavo Puerta vom kolumbianischen Hauptstadt-Klub Bogota FC bis zum 30. Juni 2028 gesichert.

Für die Werkself wird der zentrale Mittelfeldspieler aber zunächst nicht auflaufen, für Puerta geht’s nach dem U-20-Turnier wohl bis 2024 in Nürnberg weiter. “Wir pflegen mit dem 1. FC Nürnberg schon seit langem eine gute Verbindung und haben auch in diesem Fall eine für alle Seiten vorteilhafte Vereinbarung getroffen. ‘Der Club’ bekommt einen starken und entwicklungsfähigen Spieler, und Gustavo kann sich hier in Deutschland auf sehr hohem Niveau akklimatisieren und notwendige Spielpraxis sammeln”, begründet Bayer-Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes die sofortige Leihe an den FCN.

Es spricht für den Club, dass wir derartige Modelle mit etablierten Bundesliga-Vereinen umsetzen können.

FCN-Sportvorstand Dieter Hecking

Nürnbergs Sportvorstand Dieter Hecking sieht in dem Transfer einen “Vorgriff auf die neue Saison und keine Sofortmaßnahme. Es spricht für den Club, dass wir derartige Modelle mit etablierten Bundesliga-Vereinen umsetzen können.”

Die guten Erfahrungen mit Castrop

Auch Olaf Rebbe freut sich nach dem Deal mit Bayer: “Wir haben mit dieser Art von Leihmodellen bereits in der jungen Vergangenheit z.B. mit Jens Castrop sehr gute Erfahrungen gemacht. Gustavo wird die Zeit bekommen, sich gut bei uns zu akklimatisieren und zu integrieren.”

Puerta wird, wenn er beim Club angekommen ist, die Rückennummer 24 erhalten. Die Finalrunde der Südamerika-Meisterschaft dauert bis zum 12. Februar.

Warum das DFB-Pokal-Achtelfinale auf zwei Wochen aufgeteilt ist

Die acht Partien des DFB-Pokal-Achtelfinals werden in diesem Jahr auf zwei Wochen verteilt ausgetragen. Eine Neuerung, die sich schon bald wieder ändert.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

Zieht sich: Das DFB-Pokal-Achtelfinale findet in dieser Saison nicht nur an zwei Tagen statt.

picture alliance/dpa

Nach der monatelangen Winterpause geht es im deutschen Profifußball plötzlich Schlag auf Schlag. Der englischen Woche in der Bundesliga folgen nun zwei Wochen mit DFB-Pokal-Spielen jeweils am Dienstag und Mittwoch. Doch warum sind es zwei?

Nachdem das Achtelfinale in den vergangenen Jahren stets in komprimierter Form zwischen zwei Bundesliga-Spieltagen ausgetragen wurde, gibt es 2023 an vier Abenden, die sich über zwei Wochen strecken, DFB-Pokal-Fußball. Das ist eine von mehreren Neuerungen, die sich zur Saison 2022/23 durch den neuen TV-Vertrag für diesen Wettbewerb ergeben haben.

Andere Wettbewerbe haben es dem DFB vorgemacht

Die Erhöhung der Anstoßzeiten – von vier auf acht – bietet Sponsoren mehr Präsenz und damit den übertragenden Sendern Mehreinnahmen, was wiederum zu einer “signifikanten Erlössteigerung” beim DFB und damit den teilnehmenden Klubs beiträgt. In dieser Saison erhalten die DFB-Pokal-Teams so viel Geld wie nie. Der DFB geht mit der Stückelung des Spieltags den Weg, den schon viele andere Ligen und Wettbewerbe in Europa in den vergangenen Jahren gegangen sind, etwa die Champions League.

Gewöhnen müssen sich Trainer und Fans in Deutschland an die Neuerung allerdings nicht – jedenfalls nicht in dieser Form. Eigentlich ist im neuen TV-Vertrag vorgesehen, dass das Viertel- und nicht das Achtelfinale auf vier Tage binnen zwei Wochen aufgesplittet wird. Weil die WM in Katar den Spielplan aber so durcheinanderwirbelte, dass das Achtelfinale anders als vorgesehen nicht mehr im alten Kalenderjahr stattfinden konnte, wurde ausnahmsweise das Achtelfinale gestreckt. Für das Viertelfinale sind 2023 nur zwei Tage vorgesehen (4./5. April).

Für die vier Teams, die bereits in der laufenden Woche das Viertelfinale erreichen, hat die Änderung auch zur Folge, dass sie länger als üblich auf ihren nächsten Gegner warten müssen. Die Runde der letzten acht wird erst ausgelost, wenn kommende Woche auch die restlichen vier Paarungen über die Bühne gegangen sind. Am 19. Februar werden die Lose gezogen – und damit 19 Tage nach dem ersten Achtelfinalspiel.

Nürnberg gibt Entwarnung: Keine strukturelle Verletzung bei Blum

Wenig Positives gab es zum Rückrundenstart des 1. FC Nürnberg zu vermelden, am Montag aber einen kleinen Stimmungsaufheller.

Danny Blum wird dem 1. FC Nürnberg wohl in Kürze wieder zur Verfügung stehen.

Danny Blum wird dem 1. FC Nürnberg wohl in Kürze wieder zur Verfügung stehen.

IMAGO/Zink

Denn bei Danny Blum konnte der Club Entwarnung funken. Der Neuzugang hatte sich im Abschlusstraining vor dem Auftakt der Rückrunde an der Wade verletzt und fehlte deshalb im Aufgebot gegen den FC St. Pauli (0:1). Länger verzichten muss FCN-Coach Markus Weinzierl aber nicht auf den 32-Jährigen. Denn eine MRT am Montag brachte keine strukturelle Verletzung ans Licht. Noch am gleichen Tag nahm Blum leichtes Lauftraining wieder auf, der Flügelspieler könnte also bereits kurzfristig wieder eine Alternative sein.

Diese wäre auch dringend nötig, denn gegen die Kiez-Kicker zeigte der Club altbekannte Schwächen aus der Hinserie: Trotz Feldüberlegenheit agierte der FCN in der Offensive stereotyp und einfallslos, in der Defensive kam zudem die altbekannte Schwäche bei Standards hinzu. So auch beim Gegentor durch den Ex-Nürnberger Jakov Medic, das auch gleichzeitig die Entscheidung in der Partie brachte. Statt wie geplant eine Euphorie zu entfachen, steckt Nürnberg also auch im neuen Jahr im Abstiegskampf fest.

Flick sorgt für einen der wenigen Lichtblicke

Einer der wenigen Lichtblicke am Sonntag war Florian Flick. Kein anderer Club-Spieler spulte so viele Kilometer ab wie die Leihgabe des FC Schalke 04 (12,41), auch seine 81 Prozent Passquote bei 83 Ballkontakten können sich sehen lassen. Flick stopfte auf der Sechs etliche Löcher und sorgte zudem auch für einige Impulse in der Offensive. Mit einer kicker-Note von 2,5 war der 21-Jährige gegen die Kiezkicker der notenbeste Spieler im Team des 1. FCN. Trotz der Niederlage gibt sich Flick weiter optimistisch: “Wenn wir weiter alles raushauen, werden wir uns mit unseren Fans im Rücken da rausarbeiten.” Die nächste Gelegenheit, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, hat es allerdings in sich: Am kommenden Samstagabend (20.30 Uhr) steht für den Club das prestigeträchtige Derby beim Nachbarn SpVgg Greuther Fürth an.

DFB-Pokal-Viertelfinale wird mit Verzögerung ausgelost

Das DFB-Pokal-Achtelfinale wird in diesem Jahr auf zwei Wochen aufgeteilt. Die Auslosung des Viertelfinals findet sogar erst deutlich danach statt.

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Wer ist noch dabei, wenn das DFB-Pokal-Viertelfinale 2022/23 ausgelost wird?

Getty Images for DFB

An diesem Dienstag beginnt das DFB-Pokal-Achtelfinale, doch erst acht Tage später endet es: Anders als in den vergangenen Jahren wird die Runde der letzten 16 nicht an zwei, sondern an vier Spieltagen ausgetragen, und das noch gestreckt über zwei Wochen. Doch die Sieger der ersten Paarungen müssen sich nicht nur deswegen gedulden, bis sie ihren Gegner im Viertelfinale kennen.

Während der DFB die Duelle der jeweils folgenden Runde normalerweise am Sonntag nach dem Abschluss eines Pokalspieltags auslost, lässt er sich nach dem Achtelfinale 2022/23 ein wenig länger Zeit. Erst am Sonntag, 19. Februar, und damit elf Tage nach den letzten beiden Achtelfinals werden die vier Paarungen des Viertelfinals ausgelost.

Diesmal werden die Lose live im Rahmen der “Sportstudio Reportage” im ZDF gezogen, die von 17.10 Uhr bis 18 Uhr auf dem Programm steht. Moderator ist Sven Voss, eine “Losfee” hat der DFB bislang nicht bekanntgegeben. Der kicker bietet wie gewohnt einen LIVE!-Ticker zur Auslosung.

BVB parallel gegen Hertha gefordert

Rund um den Termin steigen an diesem Tag in der Bundesliga zwei Spiele: Ab 15.30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin den FC Schalke 04, ab 17.30 Uhr begrüßt Borussia Dortmund Hertha BSC. Der BVB ist allerdings der einzige Klub aus diesem Quartett, der noch Chancen auf den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale hat und deshalb mit einem Auge auf die Auslosung blicken wird. Um 19.30 Uhr gastiert außerdem der 1. FSV Mainz 05 bei Bayer Leverkusen, das wie Union am Donnerstag zuvor in den K.-o.-Runden-Play-offs der Europa League gefordert ist.

Eile besteht in Sachen Auslosung ohnehin nicht. Das Viertelfinale findet erst am 4. und 5. April statt – und damit anders als das Achtelfinale nicht über zwei Wochen gestreckt. Ab der neuen Saison wird es genau umgekehrt sein. Dann sind für die acht Achtelfinals nur zwei, für die vier Viertelfinals dagegen vier Spieltage vorgesehen.

DFB-Pokal-Achtelfinale mit Novum – Drei Spiele im Free-TV

Erstmals gibt es im DFB-Pokal-Achtelfinale gleich vier Spieltage und sogar acht Anstoßzeiten. Drei der acht Begegnungen sind auch live im Free-TV zu sehen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Im DFB-Pokal-Achtelfinale kommt es zu interessanten Begegnungen.

Getty Images for DFB

16 Mannschaften haben die zweite Runde überstanden und überwintern im DFB-Pokal. Das Achtelfinale zieht sich dann auf ungewohnte Weise in die Länge: Dass die acht Partien an vier unterschiedlichen Tagen über zwei Wochen zu acht unterschiedlichen Anstoßzeiten ausgetragen werden, ist ein Novum, das besonders auch den TV-Partnern zugutekommen soll.

Wer überträgt die Pokalspiele?

Gleich drei der ausgelosten Paarungen werden live im Free-TV übertragen. Am Mittwoch, 1. Februar (20.45 Uhr), zeigt die ARD das Heimspiel des 1. FSV Mainz 05 gegen Rekordpokalsieger FC Bayern München. Sechs Tage später, am 7. Februar um 20.45 Uhr, ist auch das Nachbarschaftsduell zwischen Eintracht Frankfurt und dem Zweitligisten SV Darmstadt 98 live in der ARD zu sehen.

Auftakt in Paderborn – Leipzig nicht im Free-TV

Das ZDF darf sich am Mittwoch, 8. Februar (20.45 Uhr), live aus dem Ruhrgebiet melden: Der Sender überträgt das Bundesliga-Duell zwischen dem VfL Bochum und Borussia Dortmund. Pay-TV-Anbieter “Sky” hat wie immer alle acht Spiele im Programm, zeigt die übrigen fünf also exklusiv.

Dazu gehört der Auftritt des VfB Stuttgart bei Zweitliga-Aufstiegsaspirant SC Paderborn, der am Dienstag, 31. Januar (18 Uhr), das Achtelfinale eröffnet. Ab 20.45 Uhr empfängt an jenem Dienstag der 1. FC Union Berlin den VfL Wolfsburg. Am Tag danach trifft ab 18 Uhr Titelverteidiger RB Leipzig auf die TSG Hoffenheim.

Zweitligist SV Sandhausen und der SC Freiburg (7. Februar, 18 Uhr) sowie die Zweitligisten 1. FC Nürnberg und Fortuna Düsseldorf (8. Februar, 18 Uhr) treffen erst in der Folgewoche aufeinander.

Grundsätzlich ist ab dieser Saison geplant, das Achtelfinale noch im alten Kalenderjahr auszuspielen und das Viertelfinale – die dann erste Runde im neuen Jahr – über vier Tage zu strecken. Wegen der Winter-WM in Katar gibt es aber eine Ausnahme. Das Viertelfinale ist 2023 erst am 4. und 5. April vorgesehen.

In “knackiger Situation”: Verärgerter FCN muss sich “rauskämpfen”

Der 1. FC Nürnberg hat zum Rückrundenstart gegen St. Pauli verloren. Der Club steht vor dem Franken-Derby aus nicht nur einem Grund stark unter Druck.

Nürnbergs Johannes Geis (li.) und Trainer Markus Weinzierl sind trotz der schlechten Tabellensituation guter Dinge vorm Derby.

Nürnbergs Johannes Geis (li.) und Trainer Markus Weinzierl sind trotz der schlechten Tabellensituation guter Dinge vorm Derby.

IMAGO/Zink

Es hatte nicht sein sollen: Der Rückrundenstart in Liga zwei ging aus Sicht des FCN verloren, 0:1 zu Hause gegen St. Pauli. Und das trotz einer Torschussbilanz von 23:9 aus Sicht der Gastgeber.

Weinzierl hadert mit Chancenverwertung und Hälfte zwei

In der recht ausgeglichenen Partie hatte Nürnberg jedoch kaum zwingende Chancen, die für Coach Markus Weinzierl “zwei hundertprozentigen durch Lino Tempelmann und Jan Gyamerah” in Durchgang eins blieben ungenutzt. Auf der Vereinswebsite ließ sich Weinzierl daher auch so zitieren: “Es war für uns auf jeden Fall drin, zu gewinnen.”

Weinzierl wusste jedoch ebenso, warum sein Team leer ausgegangen war. Nicht nur der Gegentreffer durch Jakov Medic nach etwas mehr als einer halben Stunde sei “absolut ärgerlich” gewesen. Der Club habe nach dem Seitenwechsel in seinem Spiel “nicht mehr klar genug” agiert – und Partien wie gegen die effizienten Kiez-Kicker am Sonntag werden nun mal “in den Details entschieden”.

“Dummes Gegentor”: Geis’ Enttäuschung ist “sehr groß”

Johannes Geis, der von seinem Coach als Innenverteidiger aufgeboten worden war, traf klarere Worte: “Die Enttäuschung ist sehr groß. Wir haben viel Aufwand betrieben, kassieren aber ein dummes Gegentor nach einer Standardsituation.” Diesem ist Nürnberg auch laut Geis bis zum Abpfiff erfolglos hinterhergelaufen.

Noch schlimmer: Vor dem Franken-Derby bei der SpVgg Greuther Fürth am Samstag (20.30 Uhr, LIVE! Bei kicker) trennen den Club und Schlusslicht Magdeburg im engen unteren Tabellendrittel nur noch zwei Punkte. Geis hierzu: “Wir wissen, dass die Situation sehr knackig ist. Wir müssen uns da rauskämpfen.”

“Wir wissen, dass die Situation sehr knackig ist.

Johannes Geis

Ob der Club den Kampf dann besser annimmt, bleibt abzuwarten. Immerhin ist laut Ex-Kleeblatt Geis allen bewusst, “was jetzt für eine Woche kommt. Wir richten alle den Blick auf dieses nächste Spiel. Und das müssen wir gewinnen.” An die Fans bedacht meinte Trainer Weinzierl noch: “Wir werden schnell aufstehen und für das Derby bereit sein.” Denn nicht nur die Schalker Leihgabe Florian Flick weiß, dass mit einem solchen Dreier “wieder Euphorie entstehen” kann im Nürnberger Umfeld.

“Speziell”: Wie gefährlich ist die Situation für Nürnberg, St. Pauli und Bielefeld?

“Was geht, 2. Bundesliga?” – Rückrunden-Vorschau 29.01.2023

“Speziell”: Wie gefährlich ist die Situation für Nürnberg, St. Pauli und Bielefeld?

2:54Die 2. Bundesliga kehrt nach über zwei Monaten Pause wieder zurück. In der Vorschau auf die Rückrunde geht’s bei “Was geht, 2. Bundesliga?” unter anderem um den Abstiegskampf. Erwischt es möglicherweise sogar einen großen Traditionsklub?