Augsburg an Ex-Leverkusener Baumgartlinger interessiert

Der FC Augsburg ist auf der Suche nach einem weiteren Neuzugang fündig geworden: Julian Baumgartlinger (34) soll kommen.

Er könnte bei FC Augsburg landen: Julian Baumgartlinger.

Er könnte bei FC Augsburg landen: Julian Baumgartlinger.

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Die ersten drei Punkte sind auf dem Konto, Zufriedenheit herrscht beim FC Augsburg selbstredend trotzdem noch lange nicht. Die Saison ist lang, der Kader dünn. Deshalb stehen weiterhin ein Stürmer und ein zentraler Mittelfeldspieler auf der Einkaufsliste.

Eine dieser Planstellen könnte bald geschlossen werden, der FCA interessiert sich für Julian Baumgartlinger. Der 34-jährige Österreicher hat die letzten elf Jahre in der Bundesliga verbracht, fünf bei Mainz 05 und sechs bei Bayer 04 Leverkusen, seit Juli ist er vereinslos.

Die Gespräche sollen weit vorangeschritten, die Verpflichtung aber noch nicht perfekt sein. Baumgartlinger, der sich in der Endphase der vergangenen Saison nach zwei Knie-Operationen und langer Leidenszeit in der Bundesliga zurückgemeldet hatte, wäre neben der sportlichen Verstärkung auch ein weiterer Führungsspieler.

Mario Krischel

“Das kann einfach nicht sein”: Kapitän Gouweleeuw wird Richtung FCA deutlich

Jeffrey Gouweleeuw (31) hat sich nach dem Augsburger Sieg in Leverkusen hinter Torwart Rafal Gikiewicz (34) gestellt – mit deutlichen Worten in Richtung des FCA.

Jubelte am Samstag über den 2:1-Sieg in Leverkusen und verteidigte danach seinen Keeper: Jeffrey Gouweleeuw.

Jubelte am Samstag über den 2:1-Sieg in Leverkusen und verteidigte danach seinen Keeper: Jeffrey Gouweleeuw.

IMAGO/Eibner

Am Samstagnachmittag schwor Enrico Maaßen seine Mannschaft ein letztes Mal ein. Das 0:4 gegen Freiburg abhaken, die Horrorserie gegen Leverkusen ausblenden. Nichts zu verlieren habe der FCA hier beim Champions-League-Teilnehmer, sagte der Trainer seiner Elf. Zwei Stunden später umarmte Maaßen einen Spieler nach dem anderen.

Nach 22 Anläufen haben die Augsburger erstmals gegen Bayer 04 gewonnen und dann gleich zu so einem wichtigen Zeitpunkt früh in der Saison. “Keiner hat das erwartet”, freute sich Kapitän Jeffrey Gouweleeuw nach dem 2:1. “Dass es dann so klappt … ein Riesenerfolg für uns.”

“Ich finde es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass jetzt noch diese Gerüchte da sind”

Erkämpft hat sich der FCA die ersten drei Punkte der Saison und dabei “auch ein bisschen Glück gehabt”, wie Gouweleeuw richtig anmerkte. Vor allem aber hatten die Gäste einen überragenden Schlussmann zwischen den Pfosten. “Kompliment an Rafa”, lobte Gouweleeuw seinen Kollegen Gikiewicz, in dessen Richtung 24 Leverkusener Abschlüsse geflogen waren. “Heute hat er gezeigt, wie wichtig er sein kann für die Mannschaft.”

Nach einer wackeligen Vorbereitung und dem Patzer beim Gegentor zum 0:2 gegen Freiburg rettete der polnische Keeper seine Mannschaft nun mehrfach, nichtsdestotrotz will der FCA – der kicker berichtete exklusiv – Finn Dahmen (24) von Mainz 05 verpflichten. “Ich finde es überhaupt nicht nachvollziehbar, dass jetzt noch diese Gerüchte da sind”, wurde Gouweleeuw deutlich – in Richtung eigener Verein. “Vor der Vorbereitung war genug Zeit, so was vorzubereiten. Jetzt sind wir schon beim zweiten Spiel. Ich finde das nicht gut, vor allem auf so einer wichtigen Position.”

Ein Ruhepunkt müsse der Torwart sein, “und wenn da ständig Gerüchte sind, ist das nicht einfach für Rafa und die Mannschaft. Das kann einfach nicht sein.” Heute, schloss Gouweleeuw halbwegs versöhnlich ab, “hat er die richtige Antwort gegeben. Ich freue mich für ihn.”

Mario Krischel

Maaßen: “Das ist unsere große Chance”

Schlüsse gezogen haben Enrico Maaßen und seine Spieler aus dem 0:4 gegen Freiburg, “einige” sogar. Konsequenter wolle man fortan verteidigen, härter auch. “Und natürlich müssen wir nach vorne mehr Durchschlagskraft entwickeln.”

Will eine Reaktion seiner Mannschaft sehen: Enrico Maaßen.

Will eine Reaktion seiner Mannschaft sehen: Enrico Maaßen.

IMAGO/Krieger

Die Harmlosigkeit vor dem gegnerischen Tor ist schon früh in der Saison ein großes Thema beim FC Augsburg, auch deshalb soll ein weiterer Stürmer verpflichtet werden. Daran arbeiten Manager Stefan Reuter und Co. im Hintergrund, Maaßen muss derweil eine Mannschaft auf den Rasen schicken, die am Samstag schaffen soll, was noch nie eine Augsburger Mannschaft geschafft hat: gegen Leverkusen gewinnen.

22-mal hat es der FCA bislang versucht, beim 23. Anlauf sieht Maaßen nun einen Vorteil für sich: “Von uns wird niemand erwarten, dass wir dahin fahren und etwas holen. Aber ich glaube, das ist auch unsere große Chance.”

Maximal unangenehm solle seine Mannschaft bestenfalls auftreten, “eine gute Idee” braucht sie außerdem, “100 Prozent”, und noch dazu “müssen wir an unsere bestmögliche Leistung kommen – dann können wir auch da was holen”.

Schwierig genug wird’s, zumal der Vortrag am 1. Spieltag bei besagtem 0:4 gegen Freiburg zwar anfangs ordentlich, letztlich aber viel zu wenig war. “Die Qualität des Ballbesitzes geht auf jeden Fall besser”, weiß Maaßen. “Wir haben es schon geschafft, den Gegner irgendwie anzulocken. Aber wir haben es nicht geschafft, einen guten Übergang zu finden. Die Halbräume waren nicht gut besetzt, und so war der Ball – bis auf die Anfangsviertelstunde – immer wieder relativ schnell weg.”

Hartnäckig sei daran in dieser Woche gearbeitet worden, in Leverkusen erwartet den FCA jetzt ohnehin ein anderes, sehr wahrscheinlich reagierendes Spiel. Einen Plan braucht Maaßen trotzdem: “Wie möchte man gegen den Ball spielen? Wie möchte man umschalten?” Und auf der anderen Seite: “Wie wollen wir nach vorne kommen? Wie wollen wir Fußball spielen? Wie wollen wir den Gegner vor Aufgaben stellen?”

Nach dem biederen Auftritt am letzten Wochenende könnte Fredrik Jensen in der Offensive eine Chance bekommen, Florian Niederlechner (Adduktoren) droht auszufallen, ähnliches gilt für Frederik Winther, der “einen falschen Schritt gemacht hat gestern”. Ansonsten bleibt das Personal gleich. “Weiter geht’s”, sagt Maaßen. Alles andere wäre auch merkwürdig.

Mario Krischel

Angebot abgegeben: Augsburg will Mainz-Keeper Dahmen

Rafal Gikiewicz hat noch Vertrag bis 2023. Trotzdem sucht der FC Augsburg schon jetzt nach einem neuen Torhüter. Wie der kicker erfuhr, soll Finn Dahmen vom 1. FSV Mainz 05 zum FCA kommen.

Er ist im Visier des FC Augsburg: Mainz-Keeper Finn Dahmen.

Er ist im Visier des FC Augsburg: Mainz-Keeper Finn Dahmen.

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Der FC Augsburg sucht nach einem Torhüter und scheint nun seinen Wunschkandidaten ausgemacht zu haben. Nach kicker-Informationen wollen die Fuggerstädter Finn Dahmen vom 1. FSV Mainz 05 verpflichten. Der 24-Jährige ist bei den Rheinhessen die Nummer 2. Die Nullfünfer, so heißt es im Klub, planen fest mit Robin Zentner als Nummer 1, das wurde Dahmen auch schon mitgeteilt.

Der Keeper aber will und braucht Spielpraxis, er hat eine Verlängerung seines bis 2023 laufenden Vertrages, die ihm angeboten wurde, abgelehnt und zugleich seinen Wechselwunsch nach Augsburg, das Interesse beruht auf Gegenseitigkeit, hinterlegt.

Denn beim FCA ist Rafal Gikiewicz, dessen Arbeitspapier ebenfalls im Sommer 2023 ausläuft, nicht komplett unumstritten. Dahmen soll ihn als Startelf-Torhüter ablösen und langfristig ein Teil der Fuggerstädter werden – sofern der Wechsel klappt.

Der FC Augsburg, der den Bundesligaauftakt im Heimspiel gegen Freiburg mit 0:4 verloren hat, macht jetzt ernst, hat ein erstes Angebot abgegeben. Die Verhandlungen aber könnten sich im August, bis das Transferfenster zum Monatsende schließt, noch eine Weile ziehen, berichten Insider aus Mainz. Nichtsdestotrotz: Die beiden Vereine sind zuversichtlich, dass der Deal fixiert werden kann.

Georg Holzner

Regensburg leiht Talent Günther aus Augsburg

Auf der linken Außenbahn gilt Lasse Günther als großes Talent, in der vergangenen Saison kam der 19-Jährige beim FC Augsburg aber nur auf einen Startelfeinsatz. Deswegen will er nun bei Jahn Regensburg vor allem eines: Spielpraxis sammeln.

Linksverteidiger Lasse Günther, hier noch im Trikot des FC Augsburg, läuft nun für Jahn Regensburg auf.

Linksverteidiger Lasse Günther, hier noch im Trikot des FC Augsburg, läuft nun für Jahn Regensburg auf.

IMAGO/kolbert-press

Vor etwas mehr als einem Jahr machte Lasse Günther den ersten großen Schritt. Ende Mai 2021 verließ der damals 18 Jahre alte Jungprofi den Nachwuchsbereich von Rekordmeister FC Bayern gen Augsburg. FCA-Manager Stefan Reuter schwärmte über “ein deutsches Top-Talent, das von zahlreichen europäischen Spitzenklubs umworben wurde”. 2016 hatte Günther den Schritt aus Augsburg nach München gewagt und sich dort zum Dauergast in den deutschen U-Nationalmannschaften entwickelt. Zuletzt war er achtmal für die U 19 am Ball.

13 Monate später darf sich nun Zweitligist Regensburg über Günther freuen: Der Jahn leiht den Linksverteidiger für eine Spielzeit aus Augsburg. “Er ist ein starker Sprinter, mit Zug nach vorne und guter Flanke. Auf der linken Seite kann er sowohl in der Viererkette, aber auch eine Position davor agieren. Er ist ein junger talentierter Spieler, der unser Anforderungsprofil sehr gut erfüllt”, sagt Roger Stilz, Geschäftsführer Sport des SSV über die Verpflichtung.

Nur einmal in der Startelf

Günther wiederum hofft nun endlich auf Spielzeiten. “Ich bin noch sehr jung und will mich sportlich stetig weiterentwickeln. Für mich zählt jetzt vor allem Spielpraxis”, wird er in einer Vereinsmitteilung zitiert. Denn auf dem Platz stand Günther zuletzt nur unregelmäßig: Fünfmal in der Bundesliga und zweimal im Pokal, aber nur einmal von Beginn an. Außerdem mischte er zehnmal in der Regionalliga-Mannschaft des FCA mit. In Regensburg, so die Hoffnung des talentierten Außenspielers, könnten es nun mehr Einsätze werden.

Rexhbecaj: “Enno hat mich jede Woche angerufen”

Elvis Rexhbecaj (24) steht beim FC Augsburg gleich im Fokus und will jetzt eine Reaktion zeigen. Der Neuzugang über die Gründe für seinen Wechsel.

Er will in Augsburg jetzt durchstarten: Elvis Rexhbecaj (li., mit Trainer Enrico Maaßen).

Er will in Augsburg jetzt durchstarten: Elvis Rexhbecaj (li., mit Trainer Enrico Maaßen).

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Der Auftakt ging nach hinten los und ist jetzt abgehakt, versichert Elvis Rexhbecaj zumindest. Die “einfachen” und “hergeschenkten” Gegentore gegen Freiburg (0:4) haben der Mittelfeldspieler und seine neuen Kollegen beim FC Augsburg zu Beginn der Woche analysiert.

Präzise ging es vor allem um die gegen die Breisgauer schwache Boxverteidigung, drei der vier Gegentore waren im Sechzehner gefallen. “Da sind wir nicht am Mann gewesen, müssen einfach aggressiver sein und in der Box Mann gegen Mann verteidigen.” Am besten gleich am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Leverkusen, bei einem Gegner, den der FCA noch nie besiegen konnte. “Leverkusen hat jetzt auch nicht die beste Situation”, sagt Rexhbecaj und meint das Pokalaus sowie das 0:1 in Dortmund. “Wir wollen da volle Kraft vorausgehen und natürlich Punkte mitnehmen.”

Warum der FCA? “Weil Augsburg mich unbedingt wollte”

Er selbst dürfte dabei erneut in der Startelf stehen. Vor zwei Wochen hatte der FCA Rexhbecaj erst aus Wolfsburg verpflichtet, in Lohne (Pokal) und gegen Freiburg agierte er im Mittelfeld gleich von Beginn an und zog auffällig oft auf die linke Seite, blieb dort allerdings ähnlich harmlos wie die Mitspieler. Trotzdem fühlt er sich wohl beim neuen Verein, in der neuen Stadt. “Jetzt müssen wir Punkte holen, dann wird’s noch besser.”

So viele Mannschaften gibt es in der Bundesliga nicht, die zwölf Jahre am Stück dabei sind.

Elvis Rexhbecaj

Warum er sich nach Leihjahren in Köln und Bochum nun für einen festen Wechsel zum FCA entschieden hat? “Weil Augsburg mich unbedingt wollte. Enno hat mich jede Woche angerufen, von seinem Plan erzählt, von dem ich überzeugt bin.” Auch nach dem Fehlstart. “Augsburg ist keine schlechte Adresse, so viele Mannschaften gibt es in der Bundesliga nicht, die zwölf Jahre am Stück dabei sind.”

Die Aufbruchstimmung, die während der Vorbereitung demonstrativ verbreitet wurde, ist nach Rexhbecajs Befinden noch nicht verflogen. “Wir wissen, was schiefgelaufen ist. Wir wissen aber auch, was wir gut gemacht haben. Ich sehe nicht, dass die Stimmung schlechter geworden ist. Nach einem Spiel sollte man nicht alles über den Haufen werfen.”

Mario Krischel

Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Maaßen: “Wenn es möglich ist, werden wir noch was machen”

Der FC Augsburg hat unter Neu-Trainer Enrico Maaßen gleich den ersten Dämpfer hinnehmen müssen. Der Wunsch nach Neuzugängen bleibt bestehen.

Nachdenklich: FCA-Trainer Enrico Maaßen.

Nachdenklich: FCA-Trainer Enrico Maaßen.

IMAGO/MIS

Groß war die Euphorie in Augsburg vor dem ersten Bundesliga-Spiel von Trainer Enrico Maaßen, groß ist die Ernüchterung danach. In der Höhe verdient verlor der FCA am Samstag mit 0:4 gegen am Ende klar überlegene Freiburger, die sogar noch die Chance aufs fünfte Tor hatten. “Wir sind sauer über das Ergebnis”, sagte Abwehrmann Felix Uduokhai anschließend. “Sauer über die Art und Weise, wie wir die Gegentore bekommen haben.”

Mann gegen Mann hatten die Hausherren ihren Gegner im ersten Abschnitt verteidigt. “Das hat sehr gut funktioniert”, fand Uduokhai. “Da hatten sie wenig Ideen.” Das Problem: Selbst brachte der FCA ebenfalls wenig bis gar nichts in der Offensive zustande, bis auf einen halbwegs gefährlichen Abschluss von Daniel Caligiuri blieb SCF-Schlussmann Mark Flekken beschäftigungslos.

Ausgerechnet Gregoritsch

Nach einer laut Maaßen “wirklich guten” ersten Hälfte hagelte es jedoch gleich nach Wiederanpfiff Nackenschläge. Ausgerechnet der Ex-Augsburger Michael Gregoritsch nickte bei seinem ersten Bundesliga-Spiel für Freiburg nach 15 Sekunden zur Führung ein. “Das ist ärgerlich, weil wir es in der Kabine vorher angesprochen hatten”, erläuterte Uduokhai, während Maaßen präzisierte: “Wir haben vorher noch auf den Anstoß hingewiesen, dass sie da ihre Varianten spielen – verteidigen dann aber den zweiten Ball nicht gut, sind nicht gut in der Box am Mann. Das müssen wir einfach viel, viel konsequenter machen.”

Spielbericht

Viel konsequenter – oder einfach besser – hätte auch Rafal Gikiewicz beim wenig später folgenden 0:2 von Vincenzo Grifo agieren müssen. Der haltbare Freistoß des italienischen Nationalspielers segelte ins lange Eck. “Dann hat man gemerkt”, so Maaßen, “dass die Überzeugung nicht mehr so da war wie in der ersten Halbzeit”. In der zweiten Hälfte “war Freiburg” gegenüber Uduokhai und Co. “einfach einen Schritt schneller im Kopf, auch ein bisschen abgezockter”.

Unterm Strich steht der erste große Dämpfer unter Maaßens Regie, am kommenden Wochenende wird es in Leverkusen nicht leichter werden. Ob dann vielleicht noch ein neues Gesicht hinzukommt? Weitere Neuzugänge sind beim FCA nach kicker-Informationen gewünscht und geplant. “Wir gucken nach links und rechts”, sagte Maaßen am Samstag. “Es muss jemand sein, der uns besser macht und finanzierbar ist. Wenn das möglich ist, werden wir schon noch was machen.”

Mario Krischel

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

Was geht, Bundesliga? – 1. Spieltag 04.08.2022

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

30:27Die Bundesliga-Saison 2022/23 steht in den Startlöchern und wir wagen mit unserem Gast Thomas Hitzlsperger Prognosen: Der Ex-Stuttgart-Vorstand sieht “seinen VfB” deutlich verbessert im Gegensatz zur Vorsaison. Von den Rückkehrern Bremen und Schalke muss seiner Ansicht nach mindestens einer wieder runter – und die Bayern werden problemlos wieder Meister …

Das Ende des Grauen: Eine Hommage an die Bundesliga

Die Bundesliga steht vor ihrer 60. Saison. Was war, was wird? Über eine immer farbenfrohere Erfolgsgeschichte – und das Aus für Splitter im Allerwertesten.

Die Bilder im Kopf sind fast immer schwarz und weiß, verschwimmen in der Rückschau zu einem Grau mit einem leichten Stich ins Gelbe. Die Stadien? Grau. Die Menschen? Grau. Die Mäntel und Hüte? Grau.

Grau war der vorherrschende Ton in den Anfangsjahren der Bundesliga, die sich in ihrem Auftritt diametral entgegengesetzt entwickelt wie der Mensch. Während dieser seit Gründung im Jahr 1962 und Start der Liga 1963 satte 60 Jahre älter geworden ist und im günstigsten Falle der Rente entgegenfiebert, präsentiert sich der Fußballbetrieb in der Spitze immer jünger, immer farbenfroher, immer einfallsreicher und engagierter. Und immer bereit, auch gesellschaftliche Themen anzufassen, sich zu Wort zu melden und einen Beitrag zu leisten, die drängenden Probleme von heute zu bekämpfen helfen.

Bei Einführung der Bundesliga ging es allein um Fußball, um die Konzentration der Kräfte, sportlich wie finanziell. “Mit Millionen Fußball-Freunden erhoffen wir klopfenden Herzens am Samstag die Geburtsstunde der von uns seit Nummer 1 des kicker beschworenen Bundesliga”, schrieb mit jeder Menge Pathos Dr. Friedebert Becker, der Herausgeber des kicker in der Ausgabe vom 23. Juli 1962.

Kremer und das “Real Madrid des Westens” prägen den Beginn

Ein paar Tage später, am 28. Juli, war es so weit. Der Bundestag des DFB entschied in Dortmund mit großer Mehrheit die Einführung der Bundesliga ab der Saison 1963/64. Der Rest ist bekannt, es folgten Wochenenden voller Erfüllung für hunderttausende Fußball-Fans, die Stadien platzten mitunter aus allen Nähten, die Liga legte einen Blitzstart hin.


Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert am 10. Mai 1964 auf dem Neumarkt in Köln ihren Meistertitel aus der Saison 1963/64. Der Kölner Spieler Hans Schäfer (l) mit der Meisterschale.

Hans Schäfer(li.) und Köln gewannen als erstes die neuformierte Bundesliga.
picture alliance / dpa

Die erste Deutsche Meisterschaft im neuen Modus gewann überlegen der 1. FC Köln, dessen Präsident Franz Kremer früher als andere die Zeichen der Zeit erkannt hatte und die zaudernden Traditionalisten aus Stuttgart, Nürnberg oder Hamburg austrickste, indem er jahrelang gemeinsam mit Bundestrainer Sepp Herberger und dem saarländischen Funktionär (und späteren DFB-Präsidenten) Hermann Neuberger an der Basis Lobbyarbeit betrieb, die sich letztlich im Abstimmungsergebnis von 103 zu 26 niederschlug. Parallel dazu professionalisierte Kremer seinen Verein, der zu dieser Zeit das “Real Madrid des Westens” genannt wurde.

Rund um die Stadien war aller Anfang schwer

Die Wirklichkeit für den zahlenden Zuschauer war nicht immer pures Vergnügen. Mit erwähnten grauen Mänteln, grauen Hüten und ebensolchen Gesichtern stand der Fan von damals (fast ausnahmslos männlich) in maroden Stadien, die “Kampfbahnen” hießen, “Rote Erde” oder “Glückauf”. Wer es sich erlauben konnte auf der Holztribüne zu sitzen, der bezahlte dieses Privileg nicht selten mit einem Splitter in den Allerwertesten, da brach der Jubel schonmal schnell ab und ging ins Fluchen über.

Der Fan von damals nahm eine Menge als gegeben hin, was heute zu Massenunruhen führen würde. Wer beispielweise im Dezember 1967 als knapp achtjähriger Bursche seinen ersten Stadionbesuch absolvierte, der stand in der “Großen Kampfbahn” in Köln auf einem Erdwall, bibbernd im Regen und ungeschützt vor der Witterung, weil nur die Geraden überdacht waren. Trotz eines 1:0-Sieges meiner Kölner gegen Eintracht Braunschweig – das war alles andere als vergnügungssteuerpflichtig und dennoch folgten diesem ersten Stadionbesuch viele andere. Und 1975 stand man in der Südkurve tatsächlich unter einem Betondach, das die komplette Arena umspannte.

Der Bruch mit den Fans: Freie Plätze waren keine Seltenheit

Zu dieser Zeit litt die Liga längst und andauernd unter dem Liebesentzug der Fans. Eine handfeste Beziehungskrise war das und sie bedrohte Existenzen. Die sportlich erfolgreichste Zeit mit internationalen Titeln für die Klubs und die Nationalelf ging Anfang der 1970er Jahre einher mit der Aufarbeitung eines Betrugsskandals und der daraus resultierenden Ablehnung der Zuschauer. Warum noch ins Stadion gehen, wenn das Ergebnis vorher feststeht?

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18. Juli 202245:16 Minuten

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

Warum fiel das erste Bundesliga-Tor eigentlich noch vor dem offiziellen Start der Liga? Und warum war die Einführung der Liga für die Spieler durchaus ein Risiko? 1963 wurde die Bundesliga angepfiffen – als eine der letzten nationalen Ligen in Europa. In der zweiten Folge von “kicker History” befassen wir uns damit, wie die Bundesliga eingeführt wurde, wie die erste Saison verlief und was sich für die Spieler änderte. Als Zeitzeugen sind diesmal unter anderem 1860-Legende Alfred “Fredi” Heiß, Wolfang Paul von Borussia Dortmund und der spätere Nationaltorwart Horst Wolter dabei. Außerdem berichten die Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling und Gerd Kolbe von legendären Spielen und einer der kuriosesten Trainerentlassungen der Bundesliga-Geschichte. Die nächste Folge von “kicker History” erscheint am 25. Juli.

Saison 1991/92: Ost-Teams, Spannung, Bayern-Krise

11.07.2022

Trailer: kicker History

24.06.2022

weitere Podcasts

Rund 16.000 Zuschauer kamen damals noch im Schnitt zu den Spielen, zwar gab es vor 1974 neue Stadien in den WM-Städten, doch sehr oft lachte dich der Beton hämisch dort an, wo eigentlich Menschen hätten stehen oder sitzen sollen. Die Klamotten wurden bunter, die Fußball-Industrie jedoch eintöniger. Der Deutschen liebster Sport und seine Fans durchlebten eine tiefe Krise, die vielen Klubs an die Substanz ging, manche an den Rand der Insolvenz brachten.

Als der 1. FC Köln 1978 Deutscher Meister wurde, fanden im Schnitt 28.000 Fans den Weg zu den Spielen in Müngersdorf. Zum Vergleich: aktuell war vor und nach Corona so gut wie jedes Spiel dort mit 50.000 Zuschauern ausverkauft – auch in der 2. Liga.

Die Versöhnung zwischen Liga-Fußball und Zuschauer

Erst in den 1990er Jahren begann die Versöhnung der Fans mit dem Liga-Fußball. Immer mehr Frauen und Kinder drängten in die Stadien, die immer moderner konzipierten Arenen stellten sich auf diese Bedürfnisse ein. Es wurde Kinderbetreuung eingeführt, das gastronomische Angebot erweitert, neue Zahlsysteme wurden geschaffen und wieder verworfen, große VIP-Räume, später dann zusätzlich Logen, wurden eröffnet. Wer bereit war, entsprechend für eine Saisonkarte viertstellige Summen zu investieren, der sah sich nun rundumversorgt. Es wurde Platz geschaffen für jene Fans, die vielfach nicht wirklich welche waren, das Fußballspiel als Event und Plattform nutzten und für das Sehen und gesehen werden. Immerhin: auch um die Stadien herum verbesserte sich das Angebot für “Otto Normalfan”, schleichend zwar, aber spürbar.

Wie immer spielt auch Geld eine Rolle – und driftet die Vereine auseinander

Die Liga profitierte zu dieser Zeit zunehmend von den explodierenden TV-Geldern, das Pay-TV erkaufte sich Exklusiv-Rechte, der Spielplan begann – zunächst langsam, dann immer schneller – zu zerbröseln, die aktive Fan-Szene wuchs an der Auseinandersetzung mit der wachsenden Vermarktung und Kommerzialisierung des Fußballs. An dieser Diskussion hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil, sie wird härter geführt denn je, verstärkt noch, seit Klubs wie die TSG Hoffenheim oder RB Leipzig in die Liga kamen. Das Bosman-Urteil sorgte bereits 1995 für eine Revolution im Transfersystem, für eine Explosion der Gehälter und der Ablösesummen. Die Professionalisierung wurde kurz vor der Jahrtausendwende voran getrieben mit der Umwandlung vieler Klubs in Kapitalgesellschaften, schließlich mit der Gründung eines eigenen Ligaverbandes, der heutigen DFL.

Vor der WM 2006 schossen die neuen Multifunktionsarenen wie Pilze aus dem Herbstboden, es gab Vereine, die daran gesundeten und welche, die an den Investitionen fast kaputt gingen. Das “Sommermärchen” wirkte noch einmal als Brandbeschleuniger, der die Flammen der neu entdeckten Liebe zum Fußball in ungeahnte Höhen schießen ließ. Ein Zuschauerrekord jagte den nächsten, die Erlöse aus Vermarktung und – natürlich – den TV-Verträgen stiegen und stiegen, aus der Liga rekrutierte sich eine Nationalmannschaft, mit der sich Fußball-Deutschland weitgehend und mindestens bis zum WM-Titel 2014 identifizieren konnte.

Das Grau der frühen Jahre ist längst gewichen. Daran konnte auch Corona nichts ändern. Die Kassandra-Rufer, die dem Profifußball eine fette Delle prophezeiten durch das Virus, haben nicht Recht behalten. Die Bundesliga ist so bunt wie die Trikots, die heute viel mehr Besucher tragen als dies früher der Fall war. Und sie geht aufrecht, stramm und attraktiv Richtung siebtes Jahrzehnt. Stars wie Robert Lewandowski und Erling Haaland haben die Liga verlassen, neue Identifikationsfiguren werden kommen (wie Sadio Mané) oder heranwachsen wie Florian Wirtz aus Leverkusen oder Jamal Musiala aus München. Auch er ist ein Kind der Liga, wie so viele, die sich so bezeichnen. Basis und Überbau stimmen, was fehlt ist die Spannung im Rennen um die Meisterschaft. Zehnmal in Folge die Bayern – das ist zu viel. Wenngleich sicher ist: Auch ein elfter Titel in Serie für den Rekordmeister wird der Attraktivität der Liga nichts anhaben können.

Frank Lußem