Neue Nummer 10: Hertha schnappt sich Ex-Mainzer Boetius

Hertha BSC hat auf dem Transfermarkt noch einmal zugeschlagen und sich mit dem Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius verstärkt.

Der Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius spielt ab sofort für Hertha BSC.

Der Ex-Mainzer Jean-Paul Boetius spielt ab sofort für Hertha BSC.

imago images/Martin Hoffmann

Boetius spielte die vergangenen vier Jahre für den 1. FSV Mainz 05 und bestritt für die Rheinhessen in diesem Zeitraum 122 Bundesligapartien, in denen er zwölf Tore erzielte. Am Ende der vergangenen Saison hatte der niederländische Mittelfeldspieler seinen Vertrag beim 1. FSV nicht mehr verlängert, Hertha muss daher für ihn keine Ablösesumme entrichten.

Boetius: “Dieses Team hat Potenzial”

“Ich habe große Lust auf Hertha und die neue Bundesliga-Saison. Dieses Team hat Potenzial und ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir zusammen guten Fußball auf den Platz bringen und den Fans Freude bereiten!”, wird der 28-Jährige, der künftig mit der Rückennummer 10 auflaufen wird, auf der Klub-Website zitiert. Boetius wird der 16 Niederländer sein, der sich ein Hertha-Trikot überstreifen wird. Er setzte seine Unterschrift unter einen Vertrag bis Juni 2025.

Boetius wollte sich nach vier Jahren in Mainz im Sommer eigentlich eine neue Herausforderung im Ausland suchen, im Gespräch war ein Engagement in England. Zu konkreten Abschlüssen ist es aber nicht gekommen. Nun schlägt der 28-Jährige, den FSV-Coach Bo Svensson eigentlich gerne behalten hätte, wieder in der Bundesliga auf. Zuletzt hatte sich Boetius in seiner niederländischen Heimat bei Feyenoord Rotterdam fit gehalten.

“Für uns ist es ein Glücksgriff, einen Akteur mit solchen Fähigkeiten und dieser Ligaerfahrung ablösefrei zu bekommen. Wir freuen uns, dass er sich für Hertha BSC entschieden hat“, spricht Geschäftsführer Sport Fredi Bobic über die Verstärkung.

Der Saisonstart ist Hertha BSC gründlich misslungen. Im DFB-Pokal schieden die Hauptstädter mit 5:6 im Elfmeterschießen bei Zweitligist Eintracht Braunschweig aus, zum Ligaauftakt setzte es eine 1:3-Niederlage im Derby beim 1. FC Union.

Mainz-Vorstand Lehmann wird abberufen

Der Aufsichtsrat des 1. FSV Mainz 05 hat Vorstand Dr. Jan Lehmann von seinem Posten freigestellt. Zwischen dem Aufsichtsgremium und Lehmann gab es zuletzt unterschiedliche Auffassungen. Seine Aufgaben übernehmen die verbliebenden Vorstände.

Nicht mehr im Amt: Dr. Jan Lehmann wurde als Vorstand der Mainzer abberufen.

Nicht mehr im Amt: Dr. Jan Lehmann wurde als Vorstand der Mainzer abberufen.

imago images

Das teilte der Verein am Montagmittag mit. Lehmann war seit Februar 2018 kaufmännischer Vorstand des Bundesligisten und wird nun  von seinen Aufgaben entbunden. Man einigte sich auf ein Vertragsende zum 30. November. Ursprünglich wäre der Vertrag am 30. Juni 2024 ausgelaufen.

Dr. Volker Baas, Aufsichtsratschef der Mainzer, ließ mitteilen: “Wir bedanken uns bei Jan Lehmann für seinen Einsatz bei Mainz 05. Er hat in einer schwierigen Phase des Umbruchs eine wichtige Führungsrolle übernommen, mit seiner Arbeit das wirtschaftliche Fundament des Vereins gestärkt und in vielen Bereichen die operativen Prozesse modernisiert. Jedoch haben wir im Aufsichtsrat seit einiger Zeit wahrgenommen und in vielen Gesprächen festgestellt, dass es im Verein unterschiedliche und teilweise nicht miteinander vereinbare Ansichten darüber gab, wie Mainz 05 in der Zukunft entwickelt werden soll und an welcher Stelle dabei Schwerpunkte gesetzt werden sollen. Diese Entscheidung bietet die Möglichkeit der neuen Fokussierung. Zugleich können wir auf diesem Weg viereinhalb erfolgreiche gemeinsame Jahre mit großem gegenseitigem Respekt abschließen.”

Heidel und Hofmann übernehmen

Lehmann wiederum bedankte sich für die “konstruktive Zusammenarbeit”. Seine Aufgaben übernehmen nun die beiden verbliebenen Vorstände Stefan Hofmann und Christian Heidel.

Seit Heidels Rückkehr nach Mainz im Winter 2020/21 gab es immer wieder unterschiedliche Auffassungen zwischen den beiden Entscheidern über die Ausrichtung des Vereins.

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Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Svensson und “das Glück zum richtigen Zeitpunkt”

Beim 2:1 von Mainz 05 in Bochum war wahrlich nicht alles Gold, was glänzte. Immerhin stimmte die Abwehrleistung. Auch dank Neuzugang Maxim Leitsch.

Er war mit dem Mainzer Auftritt nicht vollends zufrieden: FSV-Coach Bo Svensson.

Er war mit dem Mainzer Auftritt nicht vollends zufrieden: FSV-Coach Bo Svensson.

imago images

“Wir haben mit einem Lucky Punch die Entscheidung erzielt”, analysierte Mainz-Trainer Bo Svensson den 2:1-Erfolg beim VfL Bochum, wo der Siegtreffer nach einer Ecke fiel. In der zweiten Hälfte sei sein Team viel zu passiv gewesen. Man müsse sich steigern, “so werden wir auf Dauer keinen Erfolg haben”, meinte Svensson. Aus der Sicht des Trainers unterscheidet den Auswärtsdreier vor allem eines von den vielen Frustmomenten 2021/22 in fremden Stadien: “Wir hatten das Glück zum richtigen Zeitpunkt.”

Damit spielt er auch auf die Entscheidungen von Schiedsrichter Felix Zwayer an, der gleich zweimal zugunsten von Mainz entschied, als FSV-Spieler den Ball im Strafraum mit der Hand berührten. Während es in der 8. Minute noch relativ einfach war, weil das Spielgerät aus ganz kurzer Distanz von Alexander Hacks Bein an Stefan Bells Arm geprallt ist und Bell den Arm auch noch reflexartig wegzog, benötigte Zwayer in der 19. Minute den Kölner Keller und die TV-Bilder, um zu einem Ergebnis zu kommen. Am Monitor sah der Unparteiische schließlich, dass das Spielgerät von Leitschs Brust an dessen Arm prallte, weshalb Zwayer die Partie mit Eckball fortsetzen ließ.

Für mich war es auf keinen Fall ein Elfmeter.

Maxim Leitsch

“Ich war überrascht, dass ich angeköpft wurde und habe den Ball erst gegen die Brust und dann gegen die Hand bekommen. Für mich war es auf keinen Fall ein Elfmeter”, rekapitulierte Leitsch. Eine Laune des Schicksals wollte es, dass er nach 14 Jahren in Bochum gleich am 1. Spieltag mit seinem neuen Klub an alter Wirkungsstätte gastierte.

“Ich habe die Mitspieler darauf vorbereitet, was sie erwartet. Die meisten haben ja auch schon in Bochum gespielt und wussten, dass es ein schweres Auswärtsspiel wird”, sagte Leitsch. Im zweiten Durchgang habe der FSV tiefer gestanden als gewollt. “Das war so nicht beabsichtigt, aber wir haben keinen Zugriff bekommen. Dafür haben wir dann defensiv wenig zugelassen”, resümierte Leitsch, der in der Dreierkette mit Hack und Bell eine souveräne Leistung bot.

Michael Ebert

Schmidt bestätigt: Burkardt fehlt Mainz mindestens noch gegen Union

Mainz 05 hat zum Bundesliga-Auftakt gewonnen, Stürmer Jonathan Burkardt fehlte gegen Bochum verletzt. Dies wird wohl auch kommende Woche noch so sein – und ” es wird sicher eine Geschichte von 10 oder 14 Tagen.”

Wird Mainz 05 verletzt vorerst fehlen: Jonathan Burkardt.

Wird Mainz 05 verletzt vorerst fehlen: Jonathan Burkardt.

IMAGO/Rene Schulz

Jonathan Burkardt erlebte im Gegensatz zu seinen Mainzer Kollegen kein Wochenende nach Maß: Der Stürmer verletzte sich im Abschlusstraining am Freitag und konnte daher beim 2:1 der Rheinhessen über Bochum gar nicht erst mitwirken. Bei “Sky” erklärte Sportdirektor Martin Schwarz, wie es um den 22-Jährigen steht.

Schmidt “muss hoffen”

“Wir müssen hoffen, dass es vielleicht in zwei Wochen wieder geht”, eröffnete Schmidt. Einen Einsatz des Angreifers gegen Union Berlin nächste Woche Sonntag (15.30 Uhr) schloss der ehemalige Trainer aber aus. “Es sieht nach einem Muskelfaserriss oder einer Zerrung aus. Er wird sicherlich für Union auch noch ausfallen, so viel kann man schon mal sagen.”

Mainz muss damit auf einen wichtigen Eckpfeiler im Team verzichten, “es wird sicher eine Geschichte von 10 oder 14 Tagen”, so Schmidt, der sich Schlimmeres natürlich nicht wünscht, auch wenn es nicht auszuschließen sei. Burkardt habe sich bei einem Schuss am hinteren Oberschenkel oder Gesäßmuskel verletzt, so Schmidt. “Das ist natürlich ein Schock, wenn ein Spieler wie Jonny Burkardt im Abschlusstraining vom Platz geht.”

Zum Auftakt-Sieg äußerte sich Schmidt auch noch: Er meinte, “übers ganze Spiel die besseren Chancen” gehabt und daher verdient gewonnen zu haben. Trotz des erst späten Siegtreffers von Doppelpacker Karim Onisiwo gegen Bochum. Trainer Bo Svensson sprach nach dem “erwartet schweren Spiel” von etwas Glück dank des Lucky Punchs.

Leitsch-Neustart mit Mainz an alter Wirkungsstätte

Nach 14 Jahren beim VfL Bochum trägt Maxim Leitsch jetzt das Trikot von Mainz 05. Beim FSV ist er zum Bundesligastart in der Innenverteidigung gesetzt und findet immer besser rein.

In der Mainzer Innenverteidigung ist Leitsch gesetzt.

In der Mainzer Innenverteidigung ist Leitsch gesetzt.

IMAGO/Jan Huebner

Ein gewisses Restrisiko bestand, als Leitsch am 20. Mai einen Vierjahresvertrag in Mainz unterschrieb. Doch knapp zwei Monate später war der Wechsel von Moussa Niakhaté zu Nottingham Forest perfekt und für Leitsch der Weg damit frei. Nun ist der 24-Jährige auf der Position des linken Innenverteidigers gesetzt.

“Maxim ist schon weit. Er ist sehr lernwillig, fragt auch bei den Mitspielern nach. Er ist ein intelligenter Junge, der es dann auch umsetzt. Wenn ich sehe, wie er in Aue gespielt hat, ist er über die gesamte Spielzeit nur besser geworden. Das Verständnis, was seine Aufgaben mit ohne Ball sind, wird immer besser. Die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen, das war aber auch nicht zu erwarten nach so kurzer Zeit”, sagt Trainer Bo Svensson.

Bundesliga, 1. Spieltag

Premiere gleich ein Highlight

Leitsch selbst hatte es irgendwie geahnt, dass ihn gleich das erste Bundesligaspiel im neuen Trikot zu seinem alten Verein führen könnte. “Ich werde die Gästekabine schon finden”, scherzt er vor dem Auftritt im Ruhrstadion (Samstag, 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Auf der Tribüne wird eine zweistellige Zahl von Familienangehörigen und Freunden sitzen, die eigentlich eher dem VfL zuzurechnen sind, “aber diesmal einfach Leitsch-Fans sind”, wie die Mainzer Nummer 5 erwartet.

Mit seinen Nebenleuten Alexander Hack und Stefan Bell kommt Leitsch für die Kürze der Zeit ganz gut zurecht. “Moussa hatte am Ende 45, 50 Spiele dieser Konstellation, da kennt man die Abläufe natürlich besser. Inklusive der Vorbereitung hat Maxim vielleicht jetzt die Erfahrung aus drei Spielen. Er ist auf einem guten Weg und hat die richtige Methode gefunden, wie man damit umgehen muss. Es wird nicht 50 Spiele dauern, bis er ein ganz hohes Level erreicht”, betont Svensson.

Ich denke, dass ich langsam reinkomme, aber man merkt schon, dass es auch seine Zeit braucht.

Maxim Leitsch

Für Leitsch sind nicht nur die Nebenleute neu, sondern auch die Grundordnung. Nachdem er in Bochum nur in einer Viererkette gespielt hat, muss er sich jetzt in Mainz an die Dreier-/Fünferkette gewöhnen. “Ich denke, dass ich langsam reinkomme, aber man merkt schon, dass es auch seine Zeit braucht”, sagt er. Die 05-Verteidiger pflegen einen engen Austausch, wegen der Lautstärke auf dem Platz gehen manche Kommandos jedoch unter. “Dann besprechen wir es in der Halbzeit oder nach dem Spiel, damit man fürs nächste Mal Bescheid weiß”, erzählt Leitsch.

Am Samstag muss sich zeigen, ob das für einen Erfolg im Ruhrstadion, wo Mainz 2021/22 in der Liga 0:2 verlor und im DFB-Pokalachtelfinale mit 1:3 ausschied, genügt. “Bochum war letztes Jahr sehr heimstark”, warnt Leitsch, deswegen werde es “ein sehr schwieriges erstes Spiel.”

Michael Ebert

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

Was geht, Bundesliga? – 1. Spieltag 04.08.2022

Wer kann Bayern gefährlich werden? Saisonvorschau (mit Thomas Hitzlsperger)

30:27Die Bundesliga-Saison 2022/23 steht in den Startlöchern und wir wagen mit unserem Gast Thomas Hitzlsperger Prognosen: Der Ex-Stuttgart-Vorstand sieht “seinen VfB” deutlich verbessert im Gegensatz zur Vorsaison. Von den Rückkehrern Bremen und Schalke muss seiner Ansicht nach mindestens einer wieder runter – und die Bayern werden problemlos wieder Meister …

Das Ende des Grauen: Eine Hommage an die Bundesliga

Die Bundesliga steht vor ihrer 60. Saison. Was war, was wird? Über eine immer farbenfrohere Erfolgsgeschichte – und das Aus für Splitter im Allerwertesten.

Die Bilder im Kopf sind fast immer schwarz und weiß, verschwimmen in der Rückschau zu einem Grau mit einem leichten Stich ins Gelbe. Die Stadien? Grau. Die Menschen? Grau. Die Mäntel und Hüte? Grau.

Grau war der vorherrschende Ton in den Anfangsjahren der Bundesliga, die sich in ihrem Auftritt diametral entgegengesetzt entwickelt wie der Mensch. Während dieser seit Gründung im Jahr 1962 und Start der Liga 1963 satte 60 Jahre älter geworden ist und im günstigsten Falle der Rente entgegenfiebert, präsentiert sich der Fußballbetrieb in der Spitze immer jünger, immer farbenfroher, immer einfallsreicher und engagierter. Und immer bereit, auch gesellschaftliche Themen anzufassen, sich zu Wort zu melden und einen Beitrag zu leisten, die drängenden Probleme von heute zu bekämpfen helfen.

Bei Einführung der Bundesliga ging es allein um Fußball, um die Konzentration der Kräfte, sportlich wie finanziell. “Mit Millionen Fußball-Freunden erhoffen wir klopfenden Herzens am Samstag die Geburtsstunde der von uns seit Nummer 1 des kicker beschworenen Bundesliga”, schrieb mit jeder Menge Pathos Dr. Friedebert Becker, der Herausgeber des kicker in der Ausgabe vom 23. Juli 1962.

Kremer und das “Real Madrid des Westens” prägen den Beginn

Ein paar Tage später, am 28. Juli, war es so weit. Der Bundestag des DFB entschied in Dortmund mit großer Mehrheit die Einführung der Bundesliga ab der Saison 1963/64. Der Rest ist bekannt, es folgten Wochenenden voller Erfüllung für hunderttausende Fußball-Fans, die Stadien platzten mitunter aus allen Nähten, die Liga legte einen Blitzstart hin.


Die Mannschaft des 1. FC Köln feiert am 10. Mai 1964 auf dem Neumarkt in Köln ihren Meistertitel aus der Saison 1963/64. Der Kölner Spieler Hans Schäfer (l) mit der Meisterschale.

Hans Schäfer(li.) und Köln gewannen als erstes die neuformierte Bundesliga.
picture alliance / dpa

Die erste Deutsche Meisterschaft im neuen Modus gewann überlegen der 1. FC Köln, dessen Präsident Franz Kremer früher als andere die Zeichen der Zeit erkannt hatte und die zaudernden Traditionalisten aus Stuttgart, Nürnberg oder Hamburg austrickste, indem er jahrelang gemeinsam mit Bundestrainer Sepp Herberger und dem saarländischen Funktionär (und späteren DFB-Präsidenten) Hermann Neuberger an der Basis Lobbyarbeit betrieb, die sich letztlich im Abstimmungsergebnis von 103 zu 26 niederschlug. Parallel dazu professionalisierte Kremer seinen Verein, der zu dieser Zeit das “Real Madrid des Westens” genannt wurde.

Rund um die Stadien war aller Anfang schwer

Die Wirklichkeit für den zahlenden Zuschauer war nicht immer pures Vergnügen. Mit erwähnten grauen Mänteln, grauen Hüten und ebensolchen Gesichtern stand der Fan von damals (fast ausnahmslos männlich) in maroden Stadien, die “Kampfbahnen” hießen, “Rote Erde” oder “Glückauf”. Wer es sich erlauben konnte auf der Holztribüne zu sitzen, der bezahlte dieses Privileg nicht selten mit einem Splitter in den Allerwertesten, da brach der Jubel schonmal schnell ab und ging ins Fluchen über.

Der Fan von damals nahm eine Menge als gegeben hin, was heute zu Massenunruhen führen würde. Wer beispielweise im Dezember 1967 als knapp achtjähriger Bursche seinen ersten Stadionbesuch absolvierte, der stand in der “Großen Kampfbahn” in Köln auf einem Erdwall, bibbernd im Regen und ungeschützt vor der Witterung, weil nur die Geraden überdacht waren. Trotz eines 1:0-Sieges meiner Kölner gegen Eintracht Braunschweig – das war alles andere als vergnügungssteuerpflichtig und dennoch folgten diesem ersten Stadionbesuch viele andere. Und 1975 stand man in der Südkurve tatsächlich unter einem Betondach, das die komplette Arena umspannte.

Der Bruch mit den Fans: Freie Plätze waren keine Seltenheit

Zu dieser Zeit litt die Liga längst und andauernd unter dem Liebesentzug der Fans. Eine handfeste Beziehungskrise war das und sie bedrohte Existenzen. Die sportlich erfolgreichste Zeit mit internationalen Titeln für die Klubs und die Nationalelf ging Anfang der 1970er Jahre einher mit der Aufarbeitung eines Betrugsskandals und der daraus resultierenden Ablehnung der Zuschauer. Warum noch ins Stadion gehen, wenn das Ergebnis vorher feststeht?

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18. Juli 202245:16 Minuten

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

Warum fiel das erste Bundesliga-Tor eigentlich noch vor dem offiziellen Start der Liga? Und warum war die Einführung der Liga für die Spieler durchaus ein Risiko? 1963 wurde die Bundesliga angepfiffen – als eine der letzten nationalen Ligen in Europa. In der zweiten Folge von “kicker History” befassen wir uns damit, wie die Bundesliga eingeführt wurde, wie die erste Saison verlief und was sich für die Spieler änderte. Als Zeitzeugen sind diesmal unter anderem 1860-Legende Alfred “Fredi” Heiß, Wolfang Paul von Borussia Dortmund und der spätere Nationaltorwart Horst Wolter dabei. Außerdem berichten die Fußballhistoriker Dietrich Schulze-Marmeling und Gerd Kolbe von legendären Spielen und einer der kuriosesten Trainerentlassungen der Bundesliga-Geschichte. Die nächste Folge von “kicker History” erscheint am 25. Juli.

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Rund 16.000 Zuschauer kamen damals noch im Schnitt zu den Spielen, zwar gab es vor 1974 neue Stadien in den WM-Städten, doch sehr oft lachte dich der Beton hämisch dort an, wo eigentlich Menschen hätten stehen oder sitzen sollen. Die Klamotten wurden bunter, die Fußball-Industrie jedoch eintöniger. Der Deutschen liebster Sport und seine Fans durchlebten eine tiefe Krise, die vielen Klubs an die Substanz ging, manche an den Rand der Insolvenz brachten.

Als der 1. FC Köln 1978 Deutscher Meister wurde, fanden im Schnitt 28.000 Fans den Weg zu den Spielen in Müngersdorf. Zum Vergleich: aktuell war vor und nach Corona so gut wie jedes Spiel dort mit 50.000 Zuschauern ausverkauft – auch in der 2. Liga.

Die Versöhnung zwischen Liga-Fußball und Zuschauer

Erst in den 1990er Jahren begann die Versöhnung der Fans mit dem Liga-Fußball. Immer mehr Frauen und Kinder drängten in die Stadien, die immer moderner konzipierten Arenen stellten sich auf diese Bedürfnisse ein. Es wurde Kinderbetreuung eingeführt, das gastronomische Angebot erweitert, neue Zahlsysteme wurden geschaffen und wieder verworfen, große VIP-Räume, später dann zusätzlich Logen, wurden eröffnet. Wer bereit war, entsprechend für eine Saisonkarte viertstellige Summen zu investieren, der sah sich nun rundumversorgt. Es wurde Platz geschaffen für jene Fans, die vielfach nicht wirklich welche waren, das Fußballspiel als Event und Plattform nutzten und für das Sehen und gesehen werden. Immerhin: auch um die Stadien herum verbesserte sich das Angebot für “Otto Normalfan”, schleichend zwar, aber spürbar.

Wie immer spielt auch Geld eine Rolle – und driftet die Vereine auseinander

Die Liga profitierte zu dieser Zeit zunehmend von den explodierenden TV-Geldern, das Pay-TV erkaufte sich Exklusiv-Rechte, der Spielplan begann – zunächst langsam, dann immer schneller – zu zerbröseln, die aktive Fan-Szene wuchs an der Auseinandersetzung mit der wachsenden Vermarktung und Kommerzialisierung des Fußballs. An dieser Diskussion hat sich bis heute nichts geändert, im Gegenteil, sie wird härter geführt denn je, verstärkt noch, seit Klubs wie die TSG Hoffenheim oder RB Leipzig in die Liga kamen. Das Bosman-Urteil sorgte bereits 1995 für eine Revolution im Transfersystem, für eine Explosion der Gehälter und der Ablösesummen. Die Professionalisierung wurde kurz vor der Jahrtausendwende voran getrieben mit der Umwandlung vieler Klubs in Kapitalgesellschaften, schließlich mit der Gründung eines eigenen Ligaverbandes, der heutigen DFL.

Vor der WM 2006 schossen die neuen Multifunktionsarenen wie Pilze aus dem Herbstboden, es gab Vereine, die daran gesundeten und welche, die an den Investitionen fast kaputt gingen. Das “Sommermärchen” wirkte noch einmal als Brandbeschleuniger, der die Flammen der neu entdeckten Liebe zum Fußball in ungeahnte Höhen schießen ließ. Ein Zuschauerrekord jagte den nächsten, die Erlöse aus Vermarktung und – natürlich – den TV-Verträgen stiegen und stiegen, aus der Liga rekrutierte sich eine Nationalmannschaft, mit der sich Fußball-Deutschland weitgehend und mindestens bis zum WM-Titel 2014 identifizieren konnte.

Das Grau der frühen Jahre ist längst gewichen. Daran konnte auch Corona nichts ändern. Die Kassandra-Rufer, die dem Profifußball eine fette Delle prophezeiten durch das Virus, haben nicht Recht behalten. Die Bundesliga ist so bunt wie die Trikots, die heute viel mehr Besucher tragen als dies früher der Fall war. Und sie geht aufrecht, stramm und attraktiv Richtung siebtes Jahrzehnt. Stars wie Robert Lewandowski und Erling Haaland haben die Liga verlassen, neue Identifikationsfiguren werden kommen (wie Sadio Mané) oder heranwachsen wie Florian Wirtz aus Leverkusen oder Jamal Musiala aus München. Auch er ist ein Kind der Liga, wie so viele, die sich so bezeichnen. Basis und Überbau stimmen, was fehlt ist die Spannung im Rennen um die Meisterschaft. Zehnmal in Folge die Bayern – das ist zu viel. Wenngleich sicher ist: Auch ein elfter Titel in Serie für den Rekordmeister wird der Attraktivität der Liga nichts anhaben können.

Frank Lußem

Mainz-Kapitän Widmer fordert: “Der erste oder zweite Schuss muss sitzen”

In einem waren sich alle einig: Mainz 05 hätte das Pokalspiel in Aue früher für sich entscheiden müssen. FSV-Kapitän Silvan Widmer sagt, welche Konsequenzen sich daraus für den Bundesligastart ergeben.

Der neue Mainzer Kapitän Silvan Widmer in Jubelpose.

Der neue Mainzer Kapitän Silvan Widmer in Jubelpose.

IMAGO/Kruczynski

0:2 in der Liga und 1:3 im DFB-Pokal-Achtelfinale, gleich zweimal verlor Mainz in der vergangenen Saison beim VfL Bochum. Am Samstag gastiert der FSV erneut dort (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). “Wir wollen die beiden Niederlagen vergessen machen”, sagt Widmer. “In Bochum werden wir uns nicht wieder zehn Chancen herausspielen, der erste oder zweite Schuss muss sitzen”, meint der 29-jährige Kapitän.

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Beim 3:0-DFB-Pokalsieg am vergangenen Sonntag bei Erzgebirge Aue gab Mainz 26 Torschüsse ab und ließ nur fünf des Gegners zu, doch die Chancenverwertung war suboptimal. Jonathan Burkardt und Karim Onisiwo ließen gute Möglichkeiten aus. Erst durch ein Abstaubertor von Dominik Kohr, dem ein abgefälschter Ball von Onisiwo vor die Füße fiel, brachte die Führung. Die Joker Delano Burgzorg und Marcus Ingvartsen per Elfmeter trafen zum Endstand. “Bochum und Union sind eine andere Nummer”, sagte Trainer Bo Svensson im Hinblick auf die Defensivleistung, auch wenn der FSV in der Vorbereitung nur zwei Gegentore kassierte.

Saison 2001/02: Seuchen- oder Traumsaison?

01. August 202251:48 Minuten

Saison 2001/02: Seuchen- oder Traumsaison?

Zum Abschluss der ersten Serie biegt “kicker History” ins 21. Jahrhundert ab, in dem der FC St. Pauli sein Jahrhundertspiel womöglich schon ziemlich zeitig spielte. Und einen wahren Verkaufsschlager auf den Markt brachte. Eine noch mal deutlich spektakulärere Saison legte Bayer 04 Leverkusen hin, wie sich Jens Nowotny erinnert. Doch das Ende einer außergewöhnlichen Spielzeit war bittersüß – von einem solchen kann auch Jürgen Kohler berichten.

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In Aue führte Widmer erstmals die Mannschaft in seiner Rolle als neuer 05-Kapitän aufs Feld. Große Verhaltensänderungen sind dabei aus Sicht des Schweizer Nationalspielers nicht gefragt: “Ich wurde ja ausgewählt, so wie ich bin und nicht, weil ich mich ändern muss. Ich zieh’ mein Ding weiter durch. Ich trage jetzt die Binde, sonst ändert sich für mich persönlich nicht viel. Außer, dass es natürlich eine große Ehre ist.”

Bei Tauer war das Risiko zu groß

Während das FSV-Team in Aue antrat, saß Niklas Tauer bei der Pokalpartie Schott Mainz gegen Hannover 96 (0:3) im Bruchwegstadion auf der Tribüne. “Der Muskel war zugegangen. Wir wollten kein Risiko eingehen”, begründete Svensson den Verzicht auf den Defensivmann. Der Ausfall dokumentiert, wie dünn der Kader ist, die 05er hatten keinen Innenverteidiger auf der Bank.

Michael Ebert

Stögers Kampf gegen die Mainzer Delle

Seine Rückkehr an die Castroper Straße ist für viele ein Schlüsseltransfer. Gleich zum Auftakt trifft Kevin Stöger am Samstag auf seinen Ex-Klub, bei dem er auch unerfreuliche Zeiten erlebte.

Seine Pässe sind beim VfL Bochum gefragt: Kevin Stöger.

Seine Pässe sind beim VfL Bochum gefragt: Kevin Stöger.

IMAGO/Team 2

Die Verflechtungen zwischen den beiden Klubs sind nicht zu übersehen. VfL Bochum gegen Mainz 05, das ist zum einen die Rückkehr von Innenverteidiger Maxim Leitsch an die Castroper Straße, wo er als Fußballer groß wurde und zuvor im Talentwerk des VfL reifte.

Auf Bochumer Seite gibt es zwei Profis mit intensiver Mainzer Vergangenheit, Gerrit Holtmann, der von 2016 bis 2018 für die Rheinhessen spielte, sowie Kevin Stöger. Nach vier Jahren ist der Österreicher zurück in Bochum, spielte zwischendurch zwei Jahre lang bei Fortuna Düsseldorf, wo er als starker Regisseur auf sich aufmerksam machte, anschließend zwei Jahre In Mainz, wo ihm der Durchbruch nie so richtig gelang.

Keine spielbestimmende Figur in Mainz

Er habe bei den Rheinhessen relativ wenig Spielzeit gehabt, vor allem in der zweiten Saison, diese kurzen Phasen aber intensiv genutzt, findet Stöger. Bei genauem Hinsehen aber war er beileibe keine spielbestimmende Figur im Team der Mainzer; diese Rolle ist ihm beim VfL nun zugedacht. Mit Übersicht und feinen Pässen soll Stöger das Bochumer Spiel steuern.

“Bei der Fortuna und bei Friedhelm Funkel hatte ich meine beste Zeit”, resümiert der 28-Jährige, aber auch die zwei Jahre in Mainz seien “lehrreich” gewesen. Was er nicht sagt: Er hätte mindestens ein halbes Jahr früher gehen müssen, Bochum hatte schon zuvor Interesse, konnte und wollte aber keine Ablöse zahlen.

Nun kam Stöger ablösefrei und ist für eine zentrale Rolle beim VfL vorgesehen. Nicht auf der Zehn, lieber etwas weiter hinten, “es liegt mir mehr”, so Stöger, “wenn ich das Spiel vor mir habe.” Stögers Ideen und seine feinen Pässe, dazu Top- Sprinter Holtmann oder Jordi Osei-Tutu auf den Flügeln: “Das”, so Trainer Thomas Reis, “kann eine Riesenwaffe werden.”

Seit ewiger Zeit habe ich keine Trainingseinheit mehr verpasst.

Kevin Stöger

Zwei Kreuzbandrisse warfen Stöger in seiner Karriere zurück, “aber seit ewiger Zeit”, so der Spielmacher, “habe ich keine Trainingseinheit mehr verpasst.” In Bochum kämpft er gegen die leichte Delle in seiner Karriere. Die Voraussetzungen sind gut, Stöger will an alte Zeiten und seine Topform anknüpfen.

Am besten schon gegen seinen Ex-Kub Mainz.

Oliver Bitter