Als Kehl für Freiburg in Dortmund traf – VfB historisch schlecht: Das bringt der 19. Spieltag

Am Freitag eröffnet der FC Augsburg den 19. Spieltag mit der Partie gegen Leverkusen und könnte eine historische Statistik ebenso vergessen machen wie der VfB Stuttgart tags darauf gegen Bremen. Außerdem im Fokus: die Topspiele in Dortmund und Wolfsburg sowie das erste Hertha-Spiel nach Fredi Bobic. 

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

2001 Torschütze für Freiburg, inzwischen Sportdirektor beim BVB: Sebastian Kehl (re.)

Bongarts/Getty Images

Augsburgs Negativmarke gegen Leverkusen

An das Hinspiel in der Leverkusener BayArena hat der FC Augsburg beste Erinnerungen. Das 2:1 war der erste Sieg, den die Fuggerstädter im 23. Duell mit der Werkself feierten. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings: Zu Hause wartet Augsburg noch auf einen Sieg gegen Leverkusen (0/4/7). Kein anderes Team hat je ein anderes so oft empfangen, ohne auch nur ein einziges Mal gewonnen zu haben. 

Freiburger Einmaligkeit in Dortmunds Festung 

Ein einziges Mal, häufiger hat der SC Freiburg in Dortmund noch nicht gewonnen. Im Oktober 2001 war es ein 2:0, das den Sportclub mit drei Punkten zurück in den Breisgau fahren ließ. Unter den Torschützen damals: Sebastian Kehl, inzwischen Sportdirektor beim BVB, der bei den vergangenen 14 Heimspielen gegen Freiburg 40 von 42 möglichen Punkten geholt hat. 

Nach dem Bobic-Beben: Hertha ist in Frankfurt zu Gast


Fredi Bobic

Nicht mehr im Amt: Fredi Bobic.
IMAGO/RHR-Foto

Hertha BSC erlebt mal wieder turbulente Tage. Nach der Trennung von Fredi Bobic und der Rückkehr von Benjamin Weber und Andreas “Zecke” Neuendorf sind die Berliner bei Eintracht Frankfurt zu Gast. Nach der Winterpause ist die SGE in spielerischer Hinsicht zwar noch nicht ins Rollen gekommen, trotzdem hat sie fünf Punkte aus den ersten drei Partien geholt. Gegen Hertha verlor Frankfurt ohnehin nur eines der jüngsten acht Duelle – das Heimspiel der Vorsaison (1:2). 

Unbesiegte Kölner gegen RB

7:1 gegen Bremen, 1:1 in München, 0:0 gegen Schalke: In diesem Jahr ist der 1. FC Köln noch ungeschlagen. Hat diese Serie selbst dann noch Bestand, wenn auch das Duell mit Leipzig hinter der Elf von Steffen Baumgart liegt? Von elf Spielen gegen RB gewann Köln nur zwei. 

Hoffenheims Durststrecke – und das Bochum-Omen 

Von den vergangenen acht Bundesligaspielen hat Hoffenheim kein einziges gewonnen. Aber, und das könnte der TSG Mut machen: In der Vorrunde trafen die Kraichgauer nach zehn Partien ohne Sieg auf den VfL Bochum und landeten mit einem 3:2 den Befreiungsschlag.


Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.

Ein Heimspiel ohne Gegentor: Im April 2021 jubelte der VfB gegen Bremen.
Getty Images

Die VfB-Flut und das Wiedersehen mit Werder

In den vergangenen 30 Heimspielen ist der VfB Stuttgart kein einziges Mal ohne Gegentreffer davongekommen – eine Negativserie, die es in knapp 60 Jahren Bundesliga noch nie gegeben hat. Letztmals spielten die Schwaben im April 2021 zu null, nun treffen sie erneut auf den damaligen Gegner: Werder Bremen, gegen das Stuttgart seit sechs Partien ungeschlagen ist. Ein gutes Omen, um die Gegentor-Flut nun zu beenden?

Schalke mit frischem Mut nach Mönchengladbach

Durch das 0:0 gegen Köln hat Schalke frischen Mut geschöpft, jetzt haben es die Königsblauen mit Borussia Mönchengladbach zu tun, einem Gegner, gegen den sie nur eines der vergangenen zehn Spiele gewonnen haben. Um nun im Borussia-Park den dritten Saisonsieg einzufahren, setzt Schalke auch auf Eder Balanta, der am Deadline Day nach Gelsenkirchen gekommen ist.

Nach den Isco-Irrungen: Union trifft auf Mainz

Trotz der Isco-Irrungen hat Union Berlin am Dienstag die Eintrittskarte fürs Viertelfinale im DFB-Pokal gelöst. Nun treffen die Eisernen auf Mainz 05, peilen den fünften Sieg im fünften Pflichtspiel des Jahres an und setzen dabei auf ihre Heimstärke: Von den jüngsten 41 Partien vor eigenem Publikum verlor Union nur zwei. 

Endet Bayerns 1:1-Serie gegen Wolfsburg?

1:1 in Leipzig, 1:1 gegen Köln, 1:1 gegen Frankfurt: Die ersten drei Bundesligaspiele des Jahres hat der FC Bayern nicht gewonnen, nun beschließen die Münchner den 19. Spieltag mit einer Partie gegen den VfL Wolfsburg und Ex-Trainer Niko Kovac. Dabei könnte Joao Cancelo zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Nach sechs Siegen in Folge haben die Niedersachsen zuletzt zwei Rückschläge hinnehmen müssen (jeweils 1:2 gegen Werder Bremen und im DFB-Pokal gegen Union Berlin). Auch die Bayern-Bilanz kann Wolfsburg nicht gerade Mut machen: Von 51 Duellen gewann der VfL nur vier, zuletzt gab es 15 Anläufe ohne Sieg.

Limnios: Die “nächste Personalie” für Baumgart

Dimitrios Limnios war am Mittwoch erstmals wieder beim Teamtraining des FC dabei. Er braucht weiterhin Geduld, will langfristig aber ein Faktor in Köln werden.

Zurück im Teamtraining: Dimitrios Limnios.

Zurück im Teamtraining: Dimitrios Limnios.

picture alliance

Keine Frage, Dimitrios Limnios kennt sich aus mit seinem Körper. Es war im Dezember, da prognostizierte er den Zeitpunkt seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining mit “Anfang Februar”. Tatsächlich absolvierte der griechische Nationalspieler – rund acht Monate nach seinem Kreuzbandriss im Juni 2022 – am Mittwoch Übungen mit dem Team. “Er ist die nächste Personalie, die wir aufbauen können”, hatte Trainer Steffen Baumgart zu Beginn der Woche gesagt. Jetzt liegt es am Angreifer, die Chance zu nutzen, die ihm gebührt nach der schweren Verletzung.

Die erste Vorbereitung unter Baumgart war Limnios nicht gut bekommen. Er konnte den Anforderungen nicht wirklich folgen, letztlich blieb nur noch ein Ausleihgeschäft. Twente Enschede bekam den Zuschlag und in Holland trumpfte er auf. In 32 Spielen erzielte der Rechtsaußen acht Treffer, zwei bereitete er vor und damit besaß er einen gehörigen Anteil an der Qualifikation für die Conference League, deren Gruppenphase man knapp gegen AC Florenz verpasste.

Da allerdings war der Traum für Limnios bereits ausgeträumt. Im Juni hatte er sich das Kreuzband gerissen, es folgten Operation und monatelange quälende Aufbauarbeit. Diese Tortur soll nun ein Ende gefunden haben, Limnios will ein Faktor in Köln werden: “Mein Ziel ist es, beim FC den Durchbruch zu schaffen.”

Bis er ernsthaft in den Wettbewerb wird eingreifen können, muss er Geduld aufbringen. Fitness ist eine Sache, Spielfitness eine andere. Immerhin gibt es keinen Druck. Der FC ist auf der offensiven rechten Außenbahn gut besetzt mit Linton Maina, Denis Huseinbasic, Dejan Ljubicic und Sargis Adamyan. Limnios’ Kontrakt endet 2024 – Zeit genug hat er, die Skeptiker zu überzeugen.

Behutsames Vorgehen bei Selke

Nicht dabei bei der Einheit am Mittwoch war Davie Selke. Zwar entpuppte sich die Verletzung, die er sich am Sonntag gegen den FC Schalke am rechten Sprunggelenk zugezogen hatte, als weniger schwer. Dennoch soll er behutsam individuell arbeiten und nicht in eine erneute Blessur reinlaufen. Man will von Tag zu Tag testen, inwieweit er belastet werden kann. Mit seinem Start-Einsatz am Samstag ist eher nicht zu rechnen.

Frank Lußem

Frauen-Bundesliga: Fragen und Antworten zum Re-Start

Mit dem Spiel Essen gegen Köln steigt die Frauen-Bundesliga nach der Winterpause wieder ein. Fragen und Antworten zum Re-Start der Saison 2022/23.

Re-Start in der Frauen-Bundesliga

Re-Start in der Frauen-Bundesliga

IMAGO/foto2press

Wann ist der Re-Start, wann ist Schluss?

Am 3. Februar 2023 erfolgt der Re-Start der Frauen-Bundesliga, die SGS Essen und der 1. FC Köln eröffnen das Jahr 2023 und damit den 11. Spieltag. Am 28. Mai 2023 geht der 22. und letzte Spieltag in der höchsten deutschen Spielklasse der Frauen über die Bühne.

Wie ist die Ausgangslage im Meisterrennen?

Der VfL Wolfsburg steuert auf seine achte Meisterschaft zu, der Titelverteidiger hat bereits fünf Punkte Vorsprung auf den FC Bayern München. Neben dem FCB ist nur noch Eintracht Frankfurt, das sieben Zähler Rückstand hat, in Reichweite.

11. Spieltag

Welche Rolle spielt der 3. Platz in der Frauen-Bundesliga?

Mit dem 3. Tabellenplatz qualifiziert man sich am Ende der Saison für den einen Platz in der 1. Runde der Champions-League-Qualifikation. Frankfurt scheiterte da zuletzt an Ajax Amsterdam (1:2). Die Eintracht belegt auch aktuell Rang drei, fünf Zähler vor dem SC Freiburg.

Wie ist die Ausgangslage im Abstiegskampf?

Die zwei Abstiegsplätze sind in fester Hand von Werder Bremen und Turbine Potsdam, beide noch sieglos. Werder hinkt mit vier Unentschieden sechs Punkte hinterher, Turbine, immerhin schon sechsmal Meister und zweimal Champions-League-Sieger, droht mit nur einem Punkt der komplette Absturz.

Wie läuft es bislang für die Aufsteiger?

Erstmals seit der Saison 2006/07 könnten beide Aufsteiger die Klasse halten. Damals blieben der TSV Crailsheim und, ja, der VfL Wolfsburg als Tabellen-7. und 8. in der Liga, seitdem hat es immer mindestens einen Neuling erwischt. Aufsteiger MSV Duisburg hat sechs Zähler Vorsprung auf einen Nichtabstiegsplatz, der SV Meppen gar acht.

Sind noch alle Trainer im Amt?

Nein! Schlusslicht Potsdam hatte sich schon Ende Oktober 2022 von Sebastian Middeke getrennt und wird von Interimscoach Sven Weigang gecoacht. Hoffenheim, das Platz drei eigentlich im Blick hatte und auf Rang 5 schon sechs Punkte Rückstand hat, hat Gabor Gallai im Dezember 2022 freigestellt. Erst Ende März übernimmt Ex-Wolfsburg-Erfolgscoach Stephan Lerch.    

FE:male #15 - Laura Freigang

27. Januar 202357:24 Minuten

FE:male #15 – Laura Freigang

Ich bin ein Spielertyp, den man auf dem Platz haben wollen muss! So selbstbewusst zeigt sich Nationalspielerin Laura Freigang, als wir sie im Herzen von Europa treffen. Mit ihr sprechen wir über die noch junge Frauenabteilung von Eintracht Frankfurt und sie beschreibt, warum der Verein den X-Faktor hat. Gemeinsam diskutieren wir außerdem über die vergangene WM in Katar. Freigang erklärt, warum der DFB eine neue Identität finden muss und wieso sie die Spieler absolut nicht beneidet. Natürlich blicken wir auch voraus auf die Frauen WM in Australien/Neuseeland in diesem Sommer. Die Stürmerin spricht über die Erwartungen an das Turnier, wie sie ihren sportlichen Anspruch deutlich machen will und warum ihr Social Media Profil in nur 14 Minuten durch die Decke gegangen ist. Darüber hinaus berichtet sie über ihre aufregende Zeit in den USA und erzählt, warum sie die Hälfte des Jahres um 5 Uhr aufgestanden ist um zu rennen und welche zwei wichtigen Entscheidungen es dort zu treffen gilt.

FE:male #14 – Maximilian Arnold

04.11.2022

FE:male #13 – Timo Baumgartl

30.09.2022

FE:male Spezial – Lea Schüller

16.09.2022

FE:male #12 – Alexandra Popp

02.09.2022

weitere Podcasts

Was gibt es sonst noch?

“Mister Frauenfußball” Siegfried Dietrich bekleidet seit Anfang des Jahres kein offizielles Amt mehr in Frankfurt und auch beim DFB. Nach über 30 Jahren als Manager besonders im Frauenfußball ist der 65-Jährige Ende 2022 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. 

Wo sind die Spiele der Frauen-Bundesliga in TV und Stream zu sehen?

Alle Partien aus der Frauen-Bundesliga sind bei “MagentaSport” im Livestream zu sehen, die Telekom hält die TV-Rechte. Zudem zeigt Eurosport immer freitags (ab 19.15 Uhr) ein Spiel live, die ARD in der Regel mit ihren Dritten Programmen immer samstags eine Partie, entweder um 13 Uhr im Livestream oder um 14 Uhr live im TV.

Überblick: Die wichtigsten Transfers am “Deadline Day”

Welche Spieler sind am letzten Tag der Winter-Transferphase noch gewechselt? Eine Auswahl von der 1. bis zur 3. Liga – und auch international.

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

Sie wechselten auf den letzten Drücker den Verein: Enzo Fernandez, Philipp Max, Joao Cancelo (v.li.).

imago images (3)

BUNDESLIGA

Joao Cancelo (28): Von Manchester City zum FC Bayern München (Abwehr, Leihe)
Philipp Max (29): Von der PSV Eindhoven zu Eintracht Frankfurt (Abwehr, Leihe)
Renato Veiga (19):
Von Sporting Lissabon zum FC Augsburg (Mittelfeld)
Tolga Cigerci (30): Von Ankaragücü zu Hertha BSC (Mittelfeld)
Eder Balanta (29): Von Club Brügge zu Schalke 04 (Mittelfeld, Leihe)

2. BUNDESLIGA

Gustavo Puerta (19): Von Bayer 04 Leverkusen zum 1. FC Nürnberg (Mittelfeld, Leihe)
Filip Stojilkovic (23): Vom FC Sion zu Darmstadt 98 (Sturm)
Marcel Mehlem (27): Vom SC Paderborn zum SV Sandhausen (Mittelfeld)
Lukas Petkov (22): Vom FC Augsburg zur SpVgg Greuther Fürth (Mittelfeld, Leihe)
Budu Zivzivadze (28): Vom Fehervar FC zum Karlsruher SC (Sturm)
Nicolas de Preville (32): Zum 1. FC Kaiserslautern (Sturm, zuletzt vereinslos)

3. LIGA

Ben Bobzien (19): Vom 1. FSV Mainz 05 zur SV Elversberg (Sturm, Leihe)
Kevin Broll (27): Von Gornik Zabrze zu Dynamo Dresden (Tor)
Bruno Soares (34): Von HK Kopavogur zum SV Meppen (Abwehr)
Orhan Ademi (31): Von UTA Arad zum VfB Oldenburg (Sturm)

PREMIER LEAGUE

Enzo Fernandez (22): Von Benfica Lissabon zum FC Chelsea (Mittelfeld)
Marcel Sabitzer (28): Vom FC Bayern München zu Manchester United (Mittelfeld, Leihe)
Kamaldeen Sulemana (20): Von Stade Rennes zum FC Southampton (Sturm)
Keylor Navas (36): Von PSG zu Nottingham Forest (Tor, Leihe)
Felipe (33): Von Atletico Madrid zu Nottingham Forest (Abwehr)
Harry Souttar (24): Von Stoke City zu Leicester City (Abwehr)
Illya Zabarnyi (20): Von Dynamo Kiew zu AFC Bournemouth (Abwehr)
Sasa Lukic (26): Vom FC Turin zum FC Fulham (Mittelfeld)
Pedro Porro (23): Von Sporting Lissabon zu Tottenham Hotspur (Abwehr)
Naouirou Ahamada (20): Vom VfB Stuttgart zu Crystal Palace (Mittelfeld)
Jorginho (31): Vom FC Chelsea zum FC Arsenal (Mittelfeld)

LA LIGA

Matt Doherty (31): Von Tottenham Hotspur zu Atletico Madrid (Abwehr, Leihe)
Fernando Pacheco (30): Von Almeria zu Espanyol (Tor)
Haris Seferovic (30): Von Galatasaray zu Celta Vigo (Sturm, von Benfica weiterverliehen)
Jorge Meré (25): Von CF America zum FC Cadiz (Abwehr, Leihe)
Ayoze Perez (29): Von Leicester City zu Real Betis (Sturm, Leihe)
Denis Suarez (28): Von Celta Vigo zu Espanyol (Mittelfeld)

SERIE A

Luca Pellegrini (23): Von Eintracht Frankfurt zu Lazio Rom (Abwehr, von Juve weiterverliehen)
Diego Llorente (29): Von Leeds United zur AS Rom (Abwehr, Leihe)
Florian Thauvin (30): Zu Udinese Calcio (Mittelfeld, zuletzt vereinslos)
Antonin Barak (28): Von Hellas Verona zur AC Florenz (Mittelfeld)

ANDERE WICHTIGE DEALS

Angelo Fulgini (26): Vom 1. FSV Mainz 05 zu RC Lens (Mittelfeld, Leihe)
Hector Bellerin (27): Vom FC Barcelona zu Sporting Lissabon (Abwehr)
Thorgan Hazard (29): Von Borussia Dortmund zur PSV Eindhoven (Sturm, Leihe)
Kaan Ayhan (28): Von Sassuolo zu Galatasaray (Abwehr, Leihe)
Vitinha (22): Von Sporting Braga zu Olympique Marseille (Sturm)

“Ich bin nicht so ein Riesenarsch, wie man denkt”

Und tschüss!? Mit dem Pokalspiel bei Union Berlin verabschiedet sich Jörg Schmadtke (58) aus Wolfsburg – und aus der Bundesliga? Ein Interview über eine Managerkarriere, die mit einer kicker-Anzeige begann.

Jörg Schmadtke kann grimmig dreinblicken, übellaunig sein, einsilbig sprechen. Dann macht es wenig Sinn, mit ihm über Fußball und sein Leben zu reden. Small Talk ist eh nicht sein Ding. In einem seiner letzten Interviews als Geschäftsführer des VfL Wolfsburg aber ist er gesprächig, lacht sogar hier und da und erinnert sich an mehr als zwei Jahrzehnte als Fußball-Manager. Die, zumindest erst einmal, an diesem Dienstag mit dem Wolfsburger Pokalspiel bei Union Berlin zu Ende gehen.

Herr Schmadtke, warum hören Sie überhaupt auf?

Warum ich aufhöre?

Ja, Sie sind noch nicht mal 60.

Das stimmt, aber ich mache das alles nun schon so lange und habe für mich gemerkt, dass es an der Zeit ist, dieses Kapitel zu beenden. Es gibt noch andere Dinge im Leben, die ich machen möchte. Da denke ich in erster Linie an meine Frau, meine Familie, die viele Jahre zurück- stecken mussten.

Wann kam erstmals der Gedanke, diesen Schlussstrich zu ziehen?

Mit 40. (lacht)

Wie bitte?

Na ja, ich hatte damals wirklich schon das Gefühl, dass ich das nicht ewig machen möchte.

Wenn man sich die Hand gegeben hat, dann konnte man sich auf die Gegenseite verlassen. Heute vereinbart man etwas, und wenn der Verhandlungspartner den Raum verlässt, kann man sich nicht sicher sein, dass er sich noch daran erinnert.

Jörg Schmadtke

Als Beobachter hat man in den vergangenen Jahren den Eindruck gewonnen, dass Sie die Fußballbranche zunehmend angewidert hat. Richtig oder täuscht das?

So pauschal lässt sich das nicht sagen. Ich mag den Fußball immer noch, ich liebe dieses Spiel, dem ich schließlich auch sehr viel zu verdanken habe. Aber es gibt ein paar Begleiterscheinungen, die mir nicht gefallen. Die es zu meiner aktiven Zeit auch schon gab, aber mittlerweile nehmen sie Überhand.

Was meinen Sie?

Die Seriosität geht ein Stück weit verloren. Dinge, die überhaupt keine Bedeutung haben, werden aufgebauscht zu Wichtigkeiten, die ich manchmal nicht verstehen kann. Die Mitspieler in dem Geschäft werden immer komischer. Es gibt wenig Verlässlichkeit.

Das war 2001, als Sie als Manager in Aachen angefangen haben, noch anders?

Würde ich schon sagen. Wenn man sich die Hand gegeben hat, dann konnte man sich auf die Gegenseite verlassen. Heute vereinbart man etwas, und wenn der Verhandlungspartner den Raum verlässt, kann man sich nicht sicher sein, dass er sich noch daran erinnert. Das gefällt mir nicht.

Das war eine Mischung aus Neugier und Verzweiflung.

Jörg Schmadtke zur Bewerbung bei Alemannia Aachen

Sie haben damals auf eine Stellenausschreibung von Alemannia Aachen im kicker reagiert und sich beworben auf die Stelle des Sportdirektors. Warum taten Sie dies als erfahrener und bekannter Ex-Profi?

Das war eine Mischung aus Neugier und Verzweiflung.

Warum das?

Zu diesem Zeitpunkt habe ich nach meiner Karriere zusammen mit einem Freund Kunstrasen vertrieben und beim Fernsehen gearbeitet.

Als was?

Ich war Kommentator-Assistent, einmal habe ich sogar ein Interview nach einem Spiel geführt. Im DSF damals, ich glaube Nürnberg gegen Gladbach. Aber eigentlich wollte ich das alles nicht, ursprünglich wollte ich immer Trainer werden.

Und dann hatte ich 2001 den Montagskicker in der Hand mit dieser Anzeige.

Jörg Schmadtke

Die notwendigen Lizenzen haben Sie gemacht.

Das habe ich schon während der aktiven Zeit angefangen, mit 18 hatte ich schon eine Mannschaft gecoacht. Aber dann war ich in Gladbach in Doppelfunktion als zweiter Torwart und Co-Trainer an der Seite von Rainer Bonhof tätig.

Sie wurden entlassen.

Wir waren ja auch nicht besonders erfolgreich. 2001 war ich noch mal Torwarttrainer bei Fortuna Düsseldorf, aber eigentlich hatte ich immer im Kopf, eine Mannschaft zu übernehmen. Ich habe mich auch auf Verbandstrainerstellen beworben. Und dann hatte ich 2001 den Montagskicker in der Hand mit dieser Anzeige. Sportdirektor, dachte ich, das könnte doch auch etwas sein, das dich interessiert.

Sie haben sich durchgesetzt.

Drei Leute, das habe ich im Nachhinein erfahren, waren in der Endausscheidung. Wir mussten ein Konzept schreiben. Das hatte ich kürzlich erst beim Aufräumen in den Fingern. Einer hatte gar kein Konzept verfasst, der andere hatte handschriftlich auf einer Seite was geschrieben. Ich habe acht Seiten abgeliefert.

Auch aus heutiger Sicht durchaus fundiert?

Es war teilweise schon ganz lustig, was ich da geschrieben habe. Aber es hat gereicht, ich hatte den Job.

Im Rückblick ein guter Entschluss?

Es wird sicher auch Menschen geben, die sagen: Wärst du mal besser Verbandstrainer geworden (lacht). Für mich war es gut.

In Ihrer Anfangszeit gab es in Aachen fast nichts.

Einen Computer, keinen Safe mit Spielerverträgen, kein Scouting. Ich saß da im Büro und fragte mich: Was machst du denn jetzt? Das war natürlich ein Nachteil, aber zugleich auch ein Vorteil. So konnte ich Stück für Stück anfangen, den Job für mich so zu gestalten, wie ich es für richtig gehalten habe. Es ging damals Schlag auf Schlag. Das Präsidium musste zurücktreten – nach rund zehn Tagen war ich Teil eines Notpräsidiums, war in jeder Sitzung dabei. Ich habe einen Schnellkurs in Funktionärsarbeit bekommen. Für die Alemannia war es existenzbedrohend, für mich und meinen Job war es zum Lernen perfekt. Meine halbjährige Probezeit habe ich überstanden. (lacht)


Jörg Schmadtke

Jörg Schmadtke in seiner Zeit als Sportdirektor von Alemmania Aachen.
imago

Was denken Sie, wenn Sie die Bilder von sich aus der damaligen Zeit sehen. Noch etwas volleres Haar, eine markante Brille …

… was ein hübscher Kerl. Später in Köln habe ich mir die Augen lasern lassen. Mich hat das genervt, wenn die Brille immer beschlagen ist, wenn ich vom Kalten ins Warme ging. Heute brauche ich sie nur zum Lesen, wenn wenig Licht ist.

Sie haben sich im Laufe der Jahre den Ruf der Spürnase auf dem Transfermarkt erarbeitet. Hat Sie das genervt oder hat es Ihnen insgeheim geschmeichelt?

Ich habe solche Attribute eigentlich immer für Blödsinn gehalten.

Mr. Cool, Brummbär, Sturkopf, egozentrischer Trickser, knurrender Underdog, komischer Kauz, großherziger Grummelkopf, das ist eine kleine Auswahl von Beschreibungen Ihrer Persönlichkeit. Was trifft am ehesten zu?

Wenn die Leute glauben, das über mich sagen oder schreiben zu müssen, dann wird das irgendwo eine Berechtigung haben. Trotzdem glaube ich nicht, dass irgendeiner, der so etwas schreibt, mich wirklich kennt.

Wie sind Sie tatsächlich?

Das geht Sie gar nichts an (lacht). Mein Anliegen war nie, mich zu erklären. Aber diese Beschreibungen, die mich begleitet haben, habe ich sicherlich auch selbst ein wenig kultiviert und bedient. Aber wer wissen will, wie ich bin, sollte die Angestellten der Klubs fragen, bei denen ich gearbeitet habe. Außer vielleicht die Trainer.

Mir sind alle Menschen wichtig, die in einem Klub arbeiten.

Jörg Schmadtke

Es sollen schon mal Tränen geflossen sein, als Sie gegangen sind.

Mir sind alle Menschen wichtig, die in einem Klub arbeiten, manchen davon wird vielleicht sogar zu wenig Aufmerksamkeit zuteil. Von der Sekretärin bis zum Zeugwart. Ein Unternehmen funktioniert nicht nur mit zwei, drei Köpfen.

Aachen, Hannover, Köln und Wolfsburg: vier Stationen, unzählige Entscheidungen. Gibt es welche, die Sie, wenn möglich, rückgängig machen würden? Etwa das TV-Interview bei der Alemannia, das zur sofortigen Trennung führte?

Das hat sicher am meisten Beachtung bekommen, das hätte man sich im Nachhinein natürlich sparen können. Trotzdem habe ich damals nur Dinge verkündet, die völlig klar waren, nämlich meinen Abschied zum Saisonende.

Bei Hannover 96 verpflichteten Sie den brasilianischen Offensivspieler Franca, der kleingewachsener ankam als angenommen. Der wurde noch mal publikumswirksam neu vermessen (lacht). Kann passieren.

Beim FC verkauften Sie 2017 Anthony Modeste nach China. Später behauptete er, gegen seinen Willen weggeschickt worden zu sein.

Ich habe noch nie erlebt, dass ein Spieler gegen seinen Willen transferiert wurde. Dazu bedarf es nämlich seiner Unterschrift.

Osimhen? Im Nachhinein ist es natürlich kein guter Move gewesen.

Jörg Schmadtke

Beim VfL wiederum verkauften Sie Victor Osimhen 2018 für kleines Geld nach Charleroi. Mittlerweile spielt er in Neapel und ist 70 Millionen Euro wert.

Als ich hierhergekommen bin, ist er im Kreis gelaufen, und dabei humpelte er auch noch. Die Aussage, die ich damals im Klub bekommen habe, war: Wir haben keinen Stürmer. Diejenigen, die wir haben, seien nicht zu gebrauchen. Im Nachhinein ist es natürlich kein guter Move gewesen.

Gibt es jemanden in der Branche, mit dem Sie noch Redebedarf haben, etwas ausräumen möchten?

Nein, ich habe mit allen so gesprochen, wie ich es im jeweiligen Moment für richtig gehalten habe. Ich habe immer meine Meinung vertreten und auch die Meinungen von anderen zugelassen. Es kann schon sein, dass ich dem einen oder anderen mal ein bisschen doller auf den Schlips getreten bin. Wer sich angesprochen fühlt: Dafür entschuldige ich mich in aller Form!

Welchem Klub sind Sie am emotionalsten verbunden, wenn Sie auf die vier Stationen zurückblicken?

Der emotionalste Klub war ohne Zweifel der 1. FC Köln.

Aus der Zuneigung, die Ihnen zuteilwurde, entstand Abneigung.

Vor allem deswegen, weil die Höhe der Abfindung, die festgeschrieben war in meinem Vertrag, nach außen getragen wurde. Und es wurden Unwahrheiten verbreitet. Ein gefundenes Fressen für Teile der Fans.

Ihnen wurde eine Affäre mit Peter Stögers Frau angedichtet, was diese Fans seither besingen. Was hat das mit Ihnen und Ihrer Familie gemacht?

Glücklicherweise nichts. Abgesehen davon, dass es ehrabschneidend ist, was da gesungen wird, kann so etwas schon mal dazu führen, dass eine Beziehung, sagen wir mal so, in eine Krise gerät. Aber es waren nicht nur die Gesänge. Es gibt auch Menschen aus diesem Kölner Block, die noch heute glauben, mich immer mal wieder anrufen zu müssen. Die pöbeln dann munter drauflos.

Wie reagieren Sie?

In der Regel lege ich auf und blockiere die Nummer.

Der wichtigste Klub war für mich auf jeden Fall Alemannia Aachen.

Jörg Schmadtke

Erfolgreich waren Sie überall, jeden Klub führten Sie ins internationale Geschäft. Haben Sie ein Ranking für sich aufgestellt, was die größte Leistung war?

Nein, das mag ich so auch nicht vergleichen. Der wichtigste Klub war für mich auf jeden Fall Alemannia Aachen. Die beschriebenen Umstände, den Klub nach Ewigkeiten wieder in die 1. Liga zu führen, Pokalendspiel, international dabei, das war besonders. Ich habe überall was gelernt, am meisten zu Beginn in Aachen.

Was war Ihr Erfolgsgeheimnis?

Dass ich kein Erfolgsverhinderer bin. Und mein Ego nicht so groß ist, dass ich glaube, dass ich der einzige Sehende bin.

Zu einem Titel hat es nie gereicht. Ein Makel dieser Managerkarriere?

Es wäre ganz schön gewesen, aber das ist auch nichts, weswegen ich jetzt unglücklich nach Hause gehe. Mir war es wichtiger, die Klubs kennenzulernen, die Potenziale auszuschöpfen und den Verein dorthin zu führen, wo ihn die Leute im jeweiligen Umfeld sehen möchten. Die Klubs, die um Pokale gespielt haben, haben sich für mich nie interessiert.

Hatten Sie sich das erhofft?

Nein. Ich habe immer mein Ding gemacht und geschaut, wann der Zeitpunkt gekommen ist, die Koffer wieder zu packen.

Wenn der VfL in dem Jahr den Pokal holt, wäre das auch Ihr Titel?

Vielleicht ein bisschen.

Jörg Schmadtke und die Trainer. Nervt Sie dieses Thema?

Nein, wieso?

Nicht mit jedem kamen Sie gut aus. Stellen Sie sich vor, Sie treffen sich mit Mirko Slomka, Peter Stöger, Bruno Labbadia und Oliver Glasner. Mit wem hätten Sie am meisten Spaß?

Mit der ganzen Gruppe, ziemlich sicher.

Mit wem könnten Sie sich am besten über Fußball unterhalten?

Da hat jeder seinen Part, der interessant ist.

Wen würden Sie anschweigen?

Ich glaube, ich würde mit allen reden. Und sie würden sicher auch alle mit mir reden.

Mit welchem Coach würden Sie einen gemeinsamen Urlaub planen?

Mit keinem, Urlaub ist für die Familie da. Aber grundsätzlich sage ich, man muss da auch einfach mal unterscheiden. Es gibt fachliche Dinge, da geht es um den Job. Und es gibt Dinge außerhalb des Jobs, da habe ich mit keinem Probleme. Es gibt sogar Menschen, die mich wiedersehen und mit mir einen Kaffee oder ein Bier trinken wollen. Ich bin nicht so ein Riesenarsch, wie man vielleicht denkt.

Hatten es Trainer dennoch schwer unter Ihnen?

Ja.

Warum?

Weil ich nicht einfach etwas hinnehme, wenn mir einer sagt, dass er das so will. Das ist für mich kein Argument.

Haben Sie, der ursprünglich Trainer werden wollte, immer auch wie ein Trainer gedacht?

Schon, ja. Ich konnte Handlungen von Trainern nachvollziehen. Oder manchmal auch nicht.

Schmadtke denkt noch häufig an Robert Enke zurück

War der Fall Robert Enke, der unter Depressionen litt und sich 2009 das Leben nahm, der schwerste Job?

Ganz klar ja. Es war kompliziert, weil du dich an nichts orientieren konntest und eine gesamte Region und ein gesamter Klub völlig aus der Bahn geworfen war von diesem einen Moment. Im Nachhinein würde ich sagen, dass wir damals viele Dinge nicht so schlecht gemacht haben.

Auch die Trauerfeier im Stadion?

Es gab ja Gründe, warum wir da waren. Nach ein, zwei Tagen haben wir gemerkt, welche Welle da auf uns zukommt. Wie sollten wir der Herr werden? Auf dem kleinen Friedhof, auf dem Robert beigesetzt wurde, wäre es ein Chaos geworden. Das Stadion erschien uns als die beste Lösung. Dass es an diesem Ort anschließend für die Mannschaft schwierig war, ist sicher auch ein Teil der Wahrheit.

Denken Sie noch häufig an Robert Enke zurück.

Ja.

Sind Sie noch mal an seinem Grab gewesen?

Nein, ich bin kein Grabbesucher. Aber einer, der in ruhigen Momenten über solche Dinge nachdenkt. Zum Beispiel, ob man im Vorfeld etwas anders oder besser hätte machen können.

Haben Sie nicht die Befürchtung, dass Ihnen dieser Job mit all seinen Höhen und Tiefen schnell fehlen wird, wenn nun Schluss ist?

Ich kann es nicht beantworten. Es kann sein, dass ich es nach drei Monaten nicht mehr aushalte oder, viel schlimmer, dass meine Frau mich wieder rausjagt. Ich glaube es ehrlich gesagt aber nicht, es gibt noch viele Dinge auf dieser Welt, die ich sehen und erleben will, um die ich mich kümmern möchte.

TV-Experte? Diese Klugscheißerei gefällt mir eigentlich nicht.

Jörg Schmadtke

Werden Sie noch Fußball schauen?

Ganz bestimmt, wahrscheinlich aber nicht mehr immer auf der VIP-Tribüne. Eher mal mit einem Kumpel auf der Gegengerade mit einem Bier in der Hand.

Den TV-Experten Schmadtke …

… wird es eher nicht geben. Es sei denn, man findet ein völlig anderes Format. Aber diese Klugscheißerei gefällt mir eigentlich nicht.

Welche Stellenausschreibung im kicker könnte Sie noch mal ansprechen? Würde Sie der Verband noch mal reizen?

Ich als DFB-Präsident? Das ist eher auszuschließen.

Weil?

Weil ich eher Pragmatiker bin als ein Funktionär.

Interview: Thomas Hiete

Aufatmen in Köln: Entwarnung bei Selke und Hector

Gute Nachrichten für Fans und Verantwortliche des 1. FC Köln: Bei Davie Selke (28) und Jonas Hector (32) gab es am Montag Entwarnung.

Sorgenkinder nach dem Schalke-Spiel: Davie Selke (li.) und Jonas Hector.

Sorgenkinder nach dem Schalke-Spiel: Davie Selke (li.) und Jonas Hector.

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Auf Schalke waren die Kölner am Sonntagnachmittag nicht über ein 0:0-Unentschieden hinausgekommen. Mehr schmerzten aber noch zwei personelle Ausfälle: Kapitän Jonas Hector und Angreifer Davie Selke mussten nach der Pause ausgewechselt werden. Die Sorge, beide könnten womöglich länger fehlen, wurde den Fans am Montagabend genommen.

Bei Hector hatte es bereits früher Entwarnung gegeben. Der Linksfuß klagte nach einem Zusammenprall über Schwindel- und Gleichgewichtsprobleme. Wie Trainer Steffen Baumgart verriet, hatte sich Hector in der Kabine gar “ein bisschen übergeben” müssen. Eine Auswechslung war unumgänglich, Kingsley Schindler übernahm. Schon am Montag fühlte sich Hector allerdings deutlich besser, dem Linksverteidiger gehe es “soweit gut”, teilten die Kölner mit. Der ehemalige deutsche Nationalspieler absolvierte sogar die regenerative Einheit mit dem restlichen Team.

Mehr bangen musste der Effzeh um Winter-Neuzugang Selke, der sich am Montagnachmittag einer MRT-Untersuchung hatte unterziehen müssen. Der Angreifer war auf Schalke mit Gegenspieler Tom Krauß zusammengekracht. Infolgedessen mussten beide behandelt werden. Deutlich schlimmer erwischte es Selke, der umknickte und nach dem Seitenwechsel durch Steffen Tigges ersetzt wurde. Krauß konnte weiterspielen.

“Glück gehabt”, teilten die Kölner dann am Montagabend via Twitter mit: “Nach der MRT-Untersuchung bei Davie Selke steht fest: Keine strukturelle Verletzung.” Wann der Stürmer wieder mitwirken kann, ließ der Bundesliga-Zwölfte offen.

Hohe Hürden im Februar

Der Effzeh hat im Februar hohe Hürden vor sich: Den Heimspielen gegen RB Leipzig (4. Februar, 15.30 Uhr) und Eintracht Frankfurt (12. Februar, 17.30 Uhr) folgen das Auswärtsspiel in Stuttgart (18. Februar, 15.30 Uhr) sowie die Partie gegen das formstarke Wolfsburg (25. Februar, 15.30 Uhr) vor eigenem Publikum.

Clemens kommt: Nächster Transferkracher des FC Düren

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Der 1. FC Düren hat kurz vor dem Rückrundenstart einen echten Transfer-Coup gelandet: Der abstiegsbedrohte Regionalligist holte Ex-Profi Christian Clemens (31).

Beim 1. FC Köln groß geworden: Christian Clemens wechselt zum FC Düren.

Beim 1. FC Köln groß geworden: Christian Clemens wechselt zum FC Düren.

imago images/RHR-Foto

Mehr zur Regionalliga West

“Das ist natürlich eine tolle Geschichte für unseren Klub, ein echter Königstransfer”, sagt Trainer Boris Schommers über die Verpflichtung des ehemaligen U-21-Nationalspielers.

Clemens absolvierte insgesamt 144 Erstliga-Spiele (15 Tore) für den 1. FC Köln, FC Schalke 04 und FSV Mainz 05. Für denn S04 lief er auch in der Champions League auf. Im Februar 2022 wechselte er zum polnischen Erstligisten Lechia Gdansk, wo er saisonübergreifend 26 Einsätze und einen Treffer verbuchte. Erst vor wenigen Tagen löste Clemens seinen Vertrag auf – auch, weil es ihn nach der Geburt seines zweiten Kindes wieder in die Heimat zog. “Für uns war das natürlich eine glückliche Fügung”, so Schommers.

Der frühere Bundesliga-Coach des 1. FC Nürnberg hatte Clemens einst schon als U-17-Trainer des 1. FC Köln unter seinen Fittichen und ist davon überzeugt: “Christian ist nach wie vor ein echter Vollprofi und wird uns auf Anhieb verstärken – und zwar massiv.” Wohl auch schon in der anstehenden Partie gegen den SV Straelen (Samstag, 14 Uhr).

Auch Clemens selbst fiebert seiner neuen Aufgabe entgegen: “Ich freue mich auf die Rückkehr in die Heimat, die Zusammenarbeit mit dem Verein und das Wiedersehen mit alten Weggefährten wie Boris Schommers und Adam Matuschyk.”

Tim Miebach

Clemens kommt: Nächster Transferkracher des 1. FC Düren

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Der 1. FC Düren hat kurz vor dem Rückrundenstart einen echten Transfer-Coup gelandet: Der abstiegsbedrohte Regionalligist holt Ex-Profi Christian Clemens (31).

Beim 1. FC Köln groß geworden: Christian Clemens wechselt zum FC Düren.

Beim 1. FC Köln groß geworden: Christian Clemens wechselt zum FC Düren.

imago images/RHR-Foto

Mehr zur Regionalliga West

“Das ist natürlich eine tolle Geschichte für unseren Klub, ein echter Königstransfer”, sagt Trainer Boris Schommers über die Verpflichtung des ehemaligen U-21-Nationalspielers. Wenige Tage zuvor hatte sich Düren mit Kevin Goden schon eine Prise Bundesliga-Erfahrung ins Haus geholt.

Clemens absolvierte insgesamt 144 Erstliga-Spiele (15 Tore) für den 1. FC Köln, FC Schalke 04 und FSV Mainz 05. Für denn S04 lief er auch in der Champions League auf. Im Februar 2022 wechselte er zum polnischen Erstligisten Lechia Danzig, wo er saisonübergreifend 26 Einsätze und einen Treffer verbuchte. Erst vor wenigen Tagen löste Clemens seinen Vertrag auf – auch, weil es ihn nach der Geburt seines zweiten Kindes wieder in die Heimat zog. “Für uns war das natürlich eine glückliche Fügung”, so Schommers.

Der frühere Bundesliga-Coach des 1. FC Nürnberg hatte Clemens einst schon als U-17-Trainer des 1. FC Köln unter seinen Fittichen und ist davon überzeugt: “Christian ist nach wie vor ein echter Vollprofi und wird uns auf Anhieb verstärken – und zwar massiv.” Wohl auch schon in der anstehenden Partie gegen den SV Straelen (Samstag, 14 Uhr).

Auch Clemens selbst fiebert seiner neuen Aufgabe entgegen: “Ich freue mich auf die Rückkehr in die Heimat, die Zusammenarbeit mit dem Verein und das Wiedersehen mit alten Weggefährten wie Boris Schommers und Adam Matuschyk.”

Tim Miebach

Wer wechselt noch? Die Transferpläne der 18 Bundesligisten

Das Winter-Transferfenster in Deutschland ist nur noch bis Dienstagabend geöffnet. Wer könnte noch kommen? Wer noch gehen? Der aktuelle Stand im Kurz-Überblick.

Wechsel-Kandidaten: Philipp Max, Maximilian Philipp, Genki Haraguchi und Jannik Vestergaard (v.li.).

Wechsel-Kandidaten: Philipp Max, Maximilian Philipp, Genki Haraguchi und Jannik Vestergaard (v.li.).

imago images (4)

FC Bayern

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner. Für den lange verletzten Bouna Sarr (30, Abwehr) mangelt es an Interessenten.

1. FC Union Berlin

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Kevin Möhwald (29, Mittelfeld, Verkauf), Levin Öztunali (26, Mittelfeld, Verkauf), Milos Pantovic (26, Mittelfeld, Transfer/Leihe), Tim Maciejewski (21, Mittelfeld, Leihe), Genki Haraguchi (31, Mittelfeld, Verkauf)

RB Leipzig

Wer könnte noch kommen? Ein offensiver Mittelfeldspieler
Wer könnte noch gehen? Keiner

Borussia Dortmund

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Thorgan Hazard (29, Mittelfeld), Nico Schulz (29, Abwehr)

SC Freiburg

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

Eintracht Frankfurt

Wer könnte noch kommen? Eine Verpflichtung für den Defensivbereich kann nicht gänzlich ausgeschlossen werden, Gerüchte gibt es um Linksverteidiger Philipp Max (29, PSV Eindhoven).
Wer könnte noch gehen? Luca Pellegrini (23, Abwehr)

VfL Wolfsburg

Wer könnte noch kommen? Bei einem linken Innenverteidiger hält der VfL die Augen offen, hat aber keine akute Not, zumal Linksverteidiger-Neuzugang Nicolas Cozza auch innen spielen könnte. Sollte nach Josip Brekalo (Florenz) ein weiterer Offensivmann gehen, könnte noch ein Ersatz verpflichtet werden.
Wer könnte noch gehen? Maximilian Philipp (28, Mittelfeld), Luca Waldschmidt (26, Mittelfeld)

Borussia Mönchengladbach

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

Bayer 04 Leverkusen

Wer könnte noch kommen? Gustavo Puerta (19, Mittelfeld, Bogota FC, eine Million Euro Ablöse), ein Linksverteidiger
Wer könnte noch gehen? Charles Aranguiz (33, Mittelfeld), Sardar Azmoun (28, Angriff)

Werder Bremen

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

1. FSV Mainz 05

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

1. FC Köln

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Keiner

TSG Hoffenheim

Wer könnte noch kommen? Thomas Delaney (31, Mittelfeld defensiv, Leihe vom FC Sevilla)
Wer könnte noch gehen? Keiner

FC Augsburg

Wer könnte noch kommen? Tim Breithaupt (20, Mittelfeld, Karlsruher SC)
Wer könnte noch gehen? Carlos Gruezo (27, Mittelfeld, San José Earthquakes)

VfB Stuttgart

Wer könnte noch kommen? Genki Haraguchi (31, Mittelfeld, Union Berlin), Gil Dias (26, Mittelfeld, Benfica Lissabon)
Wer könnte noch gehen? Ömer Beyaz (19, Mittelfeld)

VfL Bochum

Wer könnte noch kommen? Keiner
Wer könnte noch gehen? Lys Mousset (26, Angriff, Verkauf)

Hertha BSC

Wer könnte noch kommen? Maximilian Philipp (28, Angriff, VfL Wolfsburg), Gauthier Hein (26, Angriff, AJ Auxerre), Selim Amallah (26, Mittelfeld, Standard Lüttich), Jannik Vestergaard (30, Abwehr, Leicester City)
Wer könnte noch gehen? Keiner

FC Schalke 04

Wer könnte noch kommen? Eine weitere Alternative für das Mittelfeld
Wer könnte noch gehen? Keiner aus dem aktuellen Profikader; für die zur U 23 versetzten Nassim Boujellab (23, Mittelfeld) und Timothee Kolodziejczak (31, Abwehr) wird nach Lösungen gesucht.

“Deadline Day” 2023: So schließt das Winter-Transferfenster

Nur noch bis Dienstagabend sind Wechsel in die Bundesliga erlaubt – in andere Ligen aber auch danach noch. Die wichtigsten Fakten zum Winter-Transferfenster 2023.

Stressige letzte Stunden: Max Eberl ist bei RB Leipzig kurz vor dem Ende der Transferphase noch einmal gefordert.

Stressige letzte Stunden: Max Eberl ist bei RB Leipzig kurz vor dem Ende der Transferphase noch einmal gefordert.

IMAGO/Moritz Müller

Plötzlich wird es für Max Eberl und RB Leipzig noch einmal ernst. Nach Christopher Nkunku, der sich im Herbst einen Außenbandriss im Knie zugezogen hatte und noch einige Wochen ausfallen wird, erwischte es am Freitag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:1) mit Dani Olmo plötzlich den zweiten wertvollen Offensivspieler. Rund fünf Wochen wird der Spanier wegen eines Muskelfaserrisses fehlen – und so sondiert Eberl inzwischen fieberhaft den Markt nach einem offensiven Mittelfeldspieler. Viel Zeit bleibt aber nicht mehr.

Nur noch bis diesen Dienstag, 31. Januar, um 18 Uhr haben die deutschen Profiklubs Zeit, eine Verstärkung zu finden. Dann endet die sogenannte Wechselperiode II, und alle erforderlichen Unterlagen für verpflichtete Neuzugänge müssen ins digitale Transfer-Online-Registrierungssystem (TOR) der DFL hochgeladen sein.

Im vergangenen Winter machten die Bundesligisten sogar ein Plus

Nach diesem “Deadline Day” können – anders als nach dem sommerlichen Transferfenster – auch keine vertragslosen Spieler mehr verpflichtet werden. Abgänge sind dann allerdings in einige Länder noch möglich, etwa in die Türkei, die USA oder die Schweiz (Übersicht siehe unten). England, Spanien, Italien und Frankreich schließen ihr Fenster dagegen ebenfalls am 31. Januar.

In der vergangenen Winter-Wechselperiode hatte die Bundesliga im Vergleich zu den anderen europäischen Topligen sehr zurückhaltend agiert. Während La Liga rund 74, die Ligue 1 80, die Serie A 175 und die Premier League satte 354 Millionen Euro an Ablösesummen in neue Spieler investiert hatten, waren die Bundesligisten zusammen “nur” auf 62,6 Millionen Euro gekommen und hatten als einzige dieser fünf Ligen am Ende ein Plus erwirtschaftet (+4,9 Millionen Euro). 

Ausgewählte Winter-Transferfenster 2023 in der Übersicht:

England: 1.1. bis 31.1.
Spanien: 2.1. bis 31.1.
Italien: 2.1. bis 31.1.
Frankreich: 1.1. bis 31.1.
Portugal: 3.1. bis 2.2.
Niederlande: 3.1. bis 31.1.
Österreich: 7.1. bis 6.2.
Schweiz: 16.1. bis 15.2.
Türkei: 12.1. bis 8.2.
USA: 31.1. bis 24.4.
Australien: 11.1. bis 7.2.