“Zügel anziehen”: Beckers Ansage bei Dynamo-Mitgliederversammlung

Im Rahmen der Mitgliederversammlung bei Dynamo Dresden nahm Ralf Becker nach der Analyse der bisherigen Saison Mannschaft und Trainer in die Pflicht genommen. Zumindest finanziell passt es bei der SGD, die einen neuen Aufsichtsrat hat.

Von Mannschaft und Trainer überzeugt: Sport-Geschäftsführer Ralf Becker.

Von Mannschaft und Trainer überzeugt: Sport-Geschäftsführer Ralf Becker.

picture alliance/dpa/Revierfoto

“17 Spiele, 23 Punkte, Platz neun – wir sind mit dieser Bilanz der bisherigen Saison natürlich nicht zufrieden”, erklärte Sportgeschäftsführer Ralf Becker auf der Mitgliederversammlung des Drittligisten im Internationalen Congress Center Dresden. Die eingehende Analyse mit dem Trainerstab ist erfolgt, es wurde auch “über jeden einzelnen Spieler gesprochen”. Die Verantwortlichen des Vereins “sind zu 100 Prozent überzeugt von der Mannschaft und dem Trainer”, wie Becker unterstreicht, “aber viele Dinge sind nicht aufgegangen. Wir werden die Zügel anziehen und arbeiten intensiv daran, das zu verbessern.”

Zumindest finanziell gibt es wenig zu verbessern, Dynamo “verbuchte zum Bilanzstichtag am 30. Juni 2022 demnach einen Jahresüberschuss von rund 935.000 Euro sowie ein Eigenkapital von 10,7 Millionen Euro”, wie Wirtschaftsprüfer Erik Istel wissen ließ.

Zudem wurde ein neuer Aufsichtsrat gewählt, dem Michael Ziegenbalg, Jens Hieckmann, Jens Heinig, Michael Grafe, Dr. Jürg Kasper und Thomas Blümel angehören.

DFB terminiert Spieltage 22 bis 29: Derby Essen gegen Dortmund am Sonntag

Die zeitgenauen Ansetzungen der Spieltage 22 bis 29 stehen fest. Aue eröffnet gegen Waldhof am 10. Februar den 22. Spieltag.

Im Hinspiel schlug Dortmund die Essener mit 1:0.

Im Hinspiel schlug Dortmund die Essener mit 1:0.

IMAGO/Thomas Bielefeld

Die Fans der 3. Liga haben nun Planungssicherheit für die ersten drei Monate des neuen Jahres. Der DFB hat weitere acht Spieltage terminiert.

Der derzeitige Spitzenreiter Elversberg empfängt am 22. Spieltag am Samstag den VfB Oldenburg (14 Uhr, LIVE! bei kicker). Saarbrücken ist in Dortmund zu Gast. 

Das Derby Rot-Weiss Essen gegen Borussia Dortmund II steigt am 23. Spieltag in der Woche darauf am Sonntag um 14 Uhr.  

Löwen zu Gast in Halle

Der 24. Spieltag wird am Freitag (24. Februar) in Halle eröffnet, wenn der TSV 1860 München zu Gast ist.

Das Sachsenduell zwischen Dynamo Dresden und Erzgebirge Aue findet am 25. Spieltag (Samstag) statt. Die Begegnung der früheren Bundesligisten MSV Duisburg und TSV 1860 München steigt am 26. Spieltag (Samstag).

Dann folgt eine englische Woche. Wiesbaden gastiert am 27. Spieltag Mittwoch (19 Uhr) in Freiburg. Den 28. Spieltag beschließen die Ex-Bundesligisten Ingolstadt und Dresden am Montagabend (19 Uhr).

Halle gegen Duisburg lautet die Eröffnungspartie am 29. Spieltag am Freitag darauf (19 Uhr).

Rückendeckung: Krämer darf “das Ding regeln”

Den Klassenerhalt hat Stefan Krämer als oberstes Ziel ausgegeben, der SV Meppen überwintert allerdings auf einem Abstiegsplatz. Rückendeckung erhält der Trainer dennoch.

Stefan Krämer hat 21 Spiele Zeit, den SV Meppen zu retten.

Stefan Krämer hat 21 Spiele Zeit, den SV Meppen zu retten.

IMAGO/Eibner

“Wir haben in Meppen eine gute Saison gespielt, wenn wir nicht allzu viel Kontakt zu den letzten vier Plätzen haben”, hatte Stefan Krämer im kicker-Interview vor der Saison erklärt. Die Realität Mitte November: Die Emsländer haben nicht nur Kontakt, sondern sie stehen auf einem der letzten vier Plätze.

“Ich fühle mich maximal verantwortlich für die Situation”, erklärte Krämer nun jüngst im kicker, aufgeben will der Coach deswegen aber nicht: “Ich habe total Bock, mit der Mannschaft zusammen das Ding zu regeln.” Dafür erhält er nun Rückendeckung. Nach Geschäftsführer Ronald Maul hat sich auch Meppens Sportvorstand Heiner Beckmann klar positioniert, der Trainer soll bleiben.

Es ist meine Hauptverantwortung, dass ich Spieler finde, die dieser Situation standhalten können.

Stefan Krämer

Kriegt Krämer, nach Pavel Dotchev der Coach mit den meisten Einsätzen in der 3. Liga überhaupt, mit dem SVM die Kurve? Zuletzt gab es 13 sieglose Spiele mit mageren sechs Zählern, Meppen ist auf Platz 17 abgerutscht. “Es ist spannend wie eh und je”, hatte Krämer noch vor der Saison betont, “die Leistungsunterschiede sind so gering, darin liegt ein unheimlicher Reiz.”

Für den 55-Jährigen liegt der Reiz vor allem nun darin, die drei Zähler auf den ersten Nichtabstiegsplatz gutzumachen. Dazu hat er mit seinem Team 21 Spiele Zeit. “Es ist meine Hauptverantwortung, dass ich Spieler finde, die dieser Situation standhalten können. Die in der Lage sind, sich gegen den Abstieg zu wehren”, so Krämer.

Vorbereitung mit Pause

Am 5. Dezember geht die Vorbereitung los, die vom 23. Dezember 2022 bis 2. Januar 2023 noch einmal unterbrochen wird. Am 15. Januar wartet dann zum Auftakt ins neue Jahr Dynamo Dresden auf den SV Meppen.

50+1: Nächste Runde zwischen Liga und Kartellamt

Kommt der deutsche Fußball in Sachen Rechtssicherheit beim Dauerthema 50+1 endlich weiter? Am Donnerstag treffen sich Liga, Kartellamt und die drei Förderausnahmen. Das komplexe Ziel: “Die Rechtssicherheit der Regel zu erhöhen”.

Klares Votum der Fans: In den Stadien der Bundesliga zeigen Fans immer wieder Plakate für den Erhalt der 50+1-Regel.

Klares Votum der Fans: In den Stadien der Bundesliga zeigen Fans immer wieder Plakate für den Erhalt der 50+1-Regel.

Getty Images

Nach kicker-Informationen treffen sich Vertreter der Deutschen Fußball-Liga (DFL), der sogenannten Förderausnahmen Bayer 04 Leverkusen, VfL Wolfsburg und TSG Hoffenheim sowie des Bundeskartellamts in Bonn, um weiter zu sondieren. Die Liga ist aufgerufen, der Behörde Maßnahmen zu präsentieren mit Blick auf die drei “Exoten”.

Denn in Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim halten Konzerne wie die Bayer- und die Volkswagen-AG respektive Einzelpersonen wie der Milliardär Dietmar Hopp die Anteilsmehrheit. 50+1 sieht eigentlich vor, dass im deutschen Fußball stets der e.V. den Hut aufhaben muss. Nach mehr als 20-jähriger und entsprechend hoher Förderung sicherte die Ligaversammlung dem Trio ihre Ausnahmen zu. Dem Hörgeräteunternehmer Martin Kind dagegen versagte sie bei Hannover 96 die Übernahme mangels Höhe der Förderung. In diesem Zuge wandte sich die Liga mit dem Antrag auf ein Prüfverfahren ans Kartellamt. Das war 2018, seitdem schaut sich die Behörde den Sachverhalt an.

Das Zielt lautet “Rechtssicherheit”

In einer vorläufigen Einschätzung hielt sie 50+1 für eine Wettbewerbsbeschränkung, die aber ob sportpolitischer Zielsetzung zulässig sein kann. Bemängelt hat das Amt dagegen die Ausnahmen. Das DFL-Präsidium machte sich per Schreiben an die Behörde im November 2021 für die Beibehaltung der Ausnahmen stark. Das ist der status quo.

Man darf gespannt sein, ob nun Bewegung in die Sache kommt mit dem Treffen am Donnerstag. Seitens der DFL äußert sich ein Sprecher nur diskret auf eine Anfrage zu dem Meeting: “Es findet bekanntlich ein Austausch zwischen DFL, den Klubs mit Förderausnahmen und dem Bundeskartellamt statt. Dies ist ein umfassender Prozess, der einen konstruktiven Dialog über mögliche Anpassungen beinhaltet. Ziel ist und bleibt es, die Rechtssicherheit der 50+1-Regel zu erhöhen.”

Welche Rolle spielt RB Leipzig?

Ob dies allerdings auch ohne RB Leipzig am Verhandlungstisch gelingt? Formal halten die Sachsen durch eine findige Rechtskonstruktion 50+1 ein. Doch dass das Kartellamt bei seiner ersten Einschätzung auch auf die Vereinsprägung abzielte, wirft die Frage nach RB geradezu auf. Denn beim Bundesliga-Dritten zählt der e.V. lediglich um die 20 Mitglieder, die größtenteils mit dem Red-Bull-Konzern verbunden sind. Auch Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte sich in Interviews stets dahingehend geäußert, dass der Fall Leipzig aus seiner Sicht mitdiskutiert werden müsse.

Und auch die Sachlage in Hannover verspricht Stoff für Debatten. Dort waren e.V.-Vertreter mit einer Abberufung des Geschäftsführers Kind von der Hannover 96 Management-GmbH gescheitert, das Landgericht gab Kind recht. Der 78-Jährige hatte in der Folge juristische Schritte angekündigt für den Fall, dass es aufgrund des Entscheids Schwierigkeiten mit der Lizenz für den Zweitligisten geben könnte.

Benni Hofmann

Aue befasst sich mit Härtel

Während die Spieler Urlaub haben, ist Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich gefordert, die Trainerfrage bei Erzgebirge Aue zu klären. Ein Kandidat ist Jens Härtel.

Trainierte zuletzt Hansa Rostock: Jens Härtel.

Trainierte zuletzt Hansa Rostock: Jens Härtel.

IMAGO/Fotostand

Das schlechteste Kalenderjahr in der jüngeren Vergangenheit hat für den FC Erzgebirge zumindest ein versöhnliches Ende gefunden. Mit einem ungefährdeten 4:0 bei Fünftligist FSV Budissa Bautzen zog Aue ins Viertelfinale des Sachsenpokals ein.

“Weitergekommen, alle gesund. So passt es”, bilanzierte Sportgeschäftsführer Matthias Heidrich zufrieden und berichtete: “Wir haben uns am Sonntag noch mal getroffen, haben die Kabine aufgeräumt, den Jungs die Trainingspläne und ein paar grundsätzliche Dinge für die Pause mitgegeben.”

Am 8. Dezember legt der FCE dann wieder los. Während des ersten Trainingsblocks vor Weihnachten sind vier Testspiele geplant: gegen Halle (11.12.), Eintracht Frankfurt II (14.12.), Kickers Offenbach (16.12.) und einen weiteren noch nicht bekannten Gegner (20./21.12.). Vom 13. bis 16. Dezember weilen die Veilchen außerdem für ein Kurztrainingslager in Dreieich.

Härtel soll schon in Aue gewesen sein

Während die Spieler aktuell Urlaub haben, gehen für Heidrich jetzt die entscheidenden Tage los. Denn wer als Trainer an jenem 8. Dezember auf dem Rasen steht, ist noch immer nicht klar. Am Rande des Pokalspiels bestätigte der 44-jährige Sportchef, sich mit dem Namen Jens Härtel befasst zu haben. Der Sachse, der erst vor gut zwei Wochen von seinen Aufgaben als Cheftrainer bei Zweitligist Hansa Rostock entbunden worden war, soll auch schon in Aue gewesen sein.

Für den FCE wäre Härtel ein Glücksgriff. Der 53-Jährige ist aus Rochlitz, sein Co-Trainer Ronny Thielemann genießt Legendenstatus im Erzgebirge, wurde dort geboren und trug 177-mal das Veilchen-Trikot.

Doch was wird aus Interimstrainer Carsten Müller? Der 51-Jährige hielt sich zuletzt bedeckt: “Ich arbeite gerne für den Verein weiter, egal in welcher Position.”

“Insgesamt erwachsener”: Wiesbadens Kampfansage

Der SV Wehen Wiesbaden geht als Tabellendritter in die Winterpause und liegt damit voll im Soll. Auch, weil Ivan Prtajin schnell eine Lücke schloss.

Ivan Prtajin und Co. spielen bislang eine ordentliche Saison.

Ivan Prtajin und Co. spielen bislang eine ordentliche Saison.

IMAGO/Eibner

Der Start ging daneben, nur ein Punkt aus den ersten beiden Partien. In Wiesbaden blieben die Verantwortlichen aber ruhig, präsentierten im August Ivan Prtajin und fanden damit Ersatz für den zu Belgiens Erstligist St. Gilloise abgewanderten Top-Stürmer Gustaf Nilsson. Der führte sich mit einem Hackentor beim 2:2 in Saarbrücken bei seinem zweiten Jokereinsatz bestens ein, hat mittlerweile acht Treffer erzielt und ein Tor vorbereitet.

Wiesbaden ist geklettert, in die Region, in der Markus Kauczinski sein Team sehen will. 1860 München, Dynamo Dresden und Ingolstadt hatte der SVWW-Trainer als Favoriten ausgemacht, die Hessen selbst aber sollten “ebenfalls um die vorderen Tabellenplätze mitspielen”.

“Wir sind ausgeglichener besetzt, stehen defensiv kompakter, sind insgesamt erwachsener”, sagt Geschäftsführer Nico Schäfer, die Spiele nach der Winterpause können also kommen. Mit einer kleinen Kampfansage an Tabellenführer Elversberg. “Die müssen noch zweimal gegen uns spielen.” Allerdings liegt die SVE bereits zehn Zähler vor dem SVWW.

Aufstieg bei Waldhof Mannheim noch immer Thema

Der SV Waldhof Mannheim hat nach einer durchwachsenen ersten Saisonhälfte Pläne für den zweiten Teil der diesjährigen Spielzeit bekanntgegeben.

Waldhof Mannheims Trainer Christian Neidhart soll den SVW zum Aufstieg führen.

Waldhof Mannheims Trainer Christian Neidhart soll den SVW zum Aufstieg führen.

IMAGO/Köhn

Am 2. Dezember wird Drittligist Waldhof Mannheim wieder das Training aufnehmen, bevor es am Samstag, den 14. Januar zu Hause gegen Konkurrent 1860 München (LIVE! bei kicker) um wichtige Punkte geht. Zuvor hat sich Sportchef Tim Schork nun in der “Rhein-Neckar-Zeitung” zu den Zielen des Klubs geäußert.

Trainer Christian Neidhart steht laut Schork nicht zur Debatte. Ab sofort gehe es nach Platz 8 und fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsrang (sieben auf Platz 2) “um die Bereitschaft, immer alles zu investieren. Klappt das, spielen wir oben mit.” Schließlich sei der Aufstieg weiterhin das Ziel.

Neuer Mittelfeldspieler im Gespräch?

Schork machte es zudem zur Aufgabe “zu erkennen, wo wir uns steigern müssen”. Dazu gehöre es unter Umständen den Kader etwas besser aufzustellen und im Januar einen neuen Mittelfeldspieler zu holen. Trainer Neidhart äußerte bereits: “Wenn ich einen Wunsch hätte, würde ich einen Spieler haben wollen, der die U-Kriterien erfüllt und den Anspruch hat, in der Startelf zu stehen.” Die Teams der 3. Liga sind verpflichtet, bei jeder Partie mindestens vier Spieler im Kader, die für eine DFB-Auswahlmannschaft spielberechtigt und während des gesamten Spieljahres nicht älter als 23 Jahre sind, zu listen.

Beim letzten Spiel vor der Winterpause in Oldenburg (1:1) rückte Volkan Rona aus der U 23 in den dünn besetzten Kader, um die Regularien zu erfüllen. Rona hätte dabei gar nicht eingesetzt werden können, weil er verletzt war.

Hat Türkgücü zu spät Insolvenz angemeldet?

Die Insolvenz von Emporkömmling Türkgücü München im Januar schockte die 3. Liga! Nun wirft ein Zwischenbericht des zuständigen Verwalters die unangenehme Frage auf, ob die Ex-Führung mit ihrem Insolvenzantrag zu lange gewartet hat.

Angespannte Lage: Türkgücü München wirtschaftete offenbar noch schlechter als bisher bekannt.

Angespannte Lage: Türkgücü München wirtschaftete offenbar noch schlechter als bisher bekannt.

imago images/Oryk HAIST

Mehr zur REgionalliga Bayern

Denn so wie die Kanzlei Jaffé es in ihrem im Juni verfassten und dem kicker vorliegenden Zwischenbericht schildert, dürften die zahlreichen Gläubiger des einstigen Drittligisten, der in der laufenden Saison in der Regionalliga Bayern startet, leer ausgehen. “Die Gläubiger werden in Folge hoher Masseverbindlichkeiten aus Löhnen und Gehältern vsl. mit keiner Quote rechnen können”, heißt es dort. Das könnte auf ein zu langes Zögern in Sachen Insolvenzanmeldung hindeuten. Bis zum Berichtszeitpunkt hatten Gläubiger “unter 69 laufenden Nummern Forderungen i.H.v. € 2.559.814,90 angemeldet”.

Türkgücü, das unter dem Hauptgesellschafter und Investor Hasan Kivran binnen weniger Jahre unter immensen Finanzaufwendungen von der Landesliga in die 3. Liga aufgestiegen war, hatte bereits in der Saison 2020/21 mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Damals kursierten intern Nachrichten, die einen vier Millionen Euro hohen Verlust für die erste Drittliga-Spielzeit des Vereins prognostizierten. Kivran liebäugelte öffentlich mit einem Ausstieg, seine Drohung erweckte den Eindruck eines Bluffs, um teure Profis von der Gehaltsliste zu kriegen.

Der Jaffé-Report zeigt: Offenbar wirtschaftete man sogar noch schlechter. “Einer vorliegenden vorl. Gewinn- und Verlustrechnung zum Geschäftsjahr bis 30.06.2021 zu Folge sollen alleine in diesem Zeitraum Verluste von € 5,3 Mio. entstanden sein”, heißt es in dem Dokument. Gespart aber wurde in der Folge nicht, auch im Sommer 2021 leistete sich Kivran hochkarätige Neuzugänge wie Paterson Chato (SV Wehen Wiesbaden), Andy Irving (Heart of Midlothian), Tim Rieder (1. FC Kaiserslautern), Törles Knöll (Slaven Belupo), Mergim Mavraj (SpVgg Greuther Fürth) oder Albion Vrenezi (Jahn Regensburg). Ende Januar dann folgte der Gang zum Amtsgericht München, wo Geschäftsführer Max Kothny den Antrag auf die Eröffnung des Insolvenzverfahrens für die Türkgücü München Fußball GmbH & Co. KGaA stellte.

Ein großes Hintergrundstück mit weiteren, exklusiven Zahlen über die Türkgücü-Pleite und die Rolle des DFB lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe des kicker oder im e-Magazine.

Benni Hofmann

Ziehl trainiert Saarbrücken bis zum Saisonende

Drittligist 1. FC Saarbrücken bekommt vorerst keinen neuen Trainer. Manager Rüdiger Ziehl (45) führt die Mannschaft bis zum Saisonende. Das gab der Klub am Donnerstagabend bekannt.

Saarbrückens Coach Rüdiger Ziehl.

Saarbrückens Coach Rüdiger Ziehl.

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Am kommenden Montag wollen die Saarbrücker dann Details zur Entscheidung bekanntgeben. Ziehl hatte die Mannschaft Anfang Oktober auf Tabellenplatz 8 übernommen, nachdem Vorgänger Uwe Koschinat entlassen worden war. Seitdem sind die Saarländer ungeschlagen, holten fünf Siege aus sechs Partien und rückten auf Platz 2 in der Tabelle vor.

Ziehl wird nun vorerst weitermachen. Da er eigentlich die Managerrolle ausfüllt, war bislang kurzfristig ein neuer Coach gesucht worden. So verhandelte der Klub unter anderem mit Ex-Verl-Coach Guerino Capretti und dem ehemaligen Mannheimer Patrick Glöckner. Zu einer Einigung kam es aber nicht.

“Ich habe mich nicht darum gerissen, es zu machen”, sagte der 44-Jährige kurz nach Koschinats Entlassung. “Entsprechend ist auch die klare Intention, schnell einen guten Trainer zu finden.” Das hat sich nun offenbar geändert.

In der Liga geht es für den 1. FC Saarbrücken nun am 14. Januar mit der Partie gegen den MSV Duisburg weiter – mit Ziehl an der Seitenlinie.

“Besser geht es eigentlich nicht”: Handle verlängert bei Viktoria

Drittligist Viktoria Köln bindet einen Allrounder: Simon Handle unterschrieb einen Vertrag bis 2025 auf der “Schäl Sick”.

Bleibt Kölner: Simon Handle.

Bleibt Kölner: Simon Handle.

Viktoria Köln

Noch zu Regionalliga-Zeiten wechselte Simon Handle vom damaligen Drittligisten Erzgebirge Aue zum Kölner Klub von der rechten Rheinseite – und vorerst wird der gebürtige Bayer auch auf der “falschen Seite”, der “Schäl Sick” bleiben.

“Das freut mich brutal, ich war da auch treibende Kraft in der Angelegenheit und bin super glücklich, dass Simon zu einem sehr frühen Zeitpunkt ja gesagt”, verkündete Viktoria-Cheftrainer Olaf Janßen: “Das ist nicht selbstverständlich, gerade wenn man sieht, welche Leistungen er abliefert. Er ist in einer bestechenden Form.”

Handle als Signal

163 Spiele und 33 Tore erzielte der flexibel defensiv wie offensiv auf der Außenbahn einsetzbare Handle seit seinem Wechsel zum FC Viktoria und gehört zweifelsfrei zu den Stützen des Teams. In der laufenden Saison stand der 29-Jährige 14-mal in der Startelf, wurde zweimal eingewechselt und kommt auf einen Notenschnitt von 3,18.

Im kommenden Sommer wäre Handles Vertrag ausgelaufen. Janßen wertet die erste Verlängerung nun als Signal: “Intern, weil er ein wichtiger Spieler ist in meiner Mannschaft. Aber auch extern – die Leistungen werden natürlich auch von anderen gesehen. Und die nehmen auch wahr, dass sich so ein Spieler zu diesem frühen Zeitpunkt schon zur Viktoria bekannt hat.”