Kahns Sabitzer-Vergleich: “Das beste Beispiel bin ich selbst”

Marcel Sabitzer (28) ist aktuell gesetzt beim FC Bayern. Ob das so bleibt? Oliver Kahn ließ sich wenig entlocken.

Marcels Sabitzer hat sich beim FC Bayern deutlich gesteigert.

Marcels Sabitzer hat sich beim FC Bayern deutlich gesteigert.

IMAGO/Passion2Press

Des einen Glück ist des anderen Leid, oder so ähnlich. Leon Goretzka musste vor zwei Wochen im eigenen Wohnzimmer verfolgen, wie seine Teamkollegen des FC Bayern den Supercup in den Leipziger Abendhimmel stemmten. Der kürzlich am Knie operierte Mittelfeldspieler ließ es sich nicht nehmen, aus Prinzip auch einen Pokal hochzuhalten.

Sabitzer: unaufgeregter, selbstbewusster und stabiler

Während Goretzka derweil am Comeback schuftet und vermutlich im September wieder eingreifen kann, hat sich Marcel Sabitzer auf der Doppelsechs neben Joshua Kimmich vorerst festgespielt. Der Österreicher, der eine schwache Debütsaison im FCB-Trikot hinter sich hat, agiert wie andere letztjährige Wackelkandidaten (Dayot Upamecano zum Beispiel) unaufgeregter, selbstbewusster und stabiler.

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Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist froh, “dass Sabi das so macht, wie wir das von ihm erwarten”. Als absoluter Wunschspieler von Trainer Julian Nagelsmann war Sabitzer im vergangenen Sommer aus Leipzig gekommen und in München eher abgetaucht, 167 Bundesliga-Profis wählten ihn in der großen kicker-Umfrage zum Absteiger der Saison. “Er hat mir im letzten Jahr einen Tick zu viel zurückgespielt und ein bisschen zu verhalten gespielt”, erklärte Nagelsmann vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag.

Kahn: “Man kann ihn nur beglückwünschen”

Beim 2:0-Sieg verrichtete Sabitzer seinen Job erneut solide (kicker-Note 3). “Beim FC Bayern ist man immer sehr schnell, Spieler zu verdammen oder sie nach einer Saison abzuschreiben”, meinte Oliver Kahn im Anschluss. “Das beste Beispiel bin eigentlich ich selbst. Ich habe hier bei Bayern München auch ein, zwei Saisons gebraucht, damals hat man aber mehr Zeit gehabt.” Manchen Spielern, Sabitzer eben, müsse man eine Eingewöhnungszeit zugestehen. “Marcel bringt im Moment solide Leistungen, man kann ihn nur beglückwünschen.”

Ob das auch so bleibt? Mit Ryan Gravenberch sitzt ein hochveranlagter Mittelfeldspieler Sabitzer im Nacken, bald ist Goretzka zudem wieder fit. Und Konrad Laimer? Den würde der FC Bayern gerne ebenfalls für die Position verpflichten, allerdings nur, wenn Sabitzer noch abgegeben wird. Sowohl Salihamidzic als auch Kahn hielten sich auf Nachfrage bedeckt. “Im Großen und Ganzen sind wir durch”, sagte der Vorstandschef lediglich – und ließ Interpretationsspielraum offen.

Mario Krischel

Nagelsmann zu Musiala: “Es gibt wenig Anlass für Höhenluft”

Nach seinen Gala-Auftritten in Leipzig und Frankfurt wusste Jamal Musiala auch im ersten Heimspiel des FC Bayern zu gefallen. Nach dem 2:0 gegen Wolfsburg wurde der Mittelfeldmann mit Lob überhäuft. 

Auch gegen Wolfsburg der Mann des Tages: Jamal Musiala.

Auch gegen Wolfsburg der Mann des Tages: Jamal Musiala.

imago images

Er stand bei den ersten beiden Saisonspielen im Fokus – und er stand auch beim 2:0 am Sonntagabend gegen den VfL Wolfsburg im Fokus: Jamal Musiala, 19 Jahre jung, Shootingstar. 

Wie schon beim Supercup in Leipzig und der Saisoneröffnung in Frankfurt überzeugte Musiala auch beim ersten Heimspiel und stach mit seinen Dribblings, seinem Spielwitz und seiner Finesse aus der Bayern-Mannschaft heraus. Und hinterher erhielt er eine ganze Reihe an Komplimenten.

“Was er spielt, ist im Moment schon außergewöhnlich”, sagte beispielsweise Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn und schickte dann im Scherz hinterher: “Ich habe ihn gerade in der Kabine getroffen und gesagt, dass da mehr kommen muss.”

Es ist eine Augenweide, ihm zuzuschauen.

Hasan Salihamidzic

Ein Tor und eine Vorlage in Leipzig, zwei Tore in Frankfurt und nun also der Treffer gegen Wolfsburg: Musiala ist derzeit weder zu bremsen – noch aus der Startformation der Bayern wegzudenken. Auch Sportvorstand Hasan Salihamidzic sprach dem Youngster nach dem Wolfsburg-Spiel ein Sonderlob aus, als er ins Schwärmen geriet und sagte: “Es ist eine Augenweide, ihm zuzuschauen. Er ist mehr als ein Top-Talent.”

Nagelsmann nennt Musiala “extrem demütig”

Jamal hier, Musiala da: Der 19-Jährige ist gerade in aller Munde. Birgt das möglicherweise auch Gefahren? Da hat Julian Nagelsmann keine Sorgen. Als der Bayern-Trainer bei der Pressekonferenz nach dem Spiel auf Musiala und dessen Umgang mit seinem Höhenflug angesprochen wurde, sagte er: “Er ist ein extrem demütiger Spieler, der immer lernen und sich verbessern will.”

Angesichts des Konkurrenzkampfes meinte Nagelsmann: “Es gibt wenig Anlass für Höhenluft, sondern einfach nur für Bestätigung der Performance. Und wenn er das so macht wie heute, wird er noch ein paar Tore schießen.”

“Letztes Jahr nicht immer gut gemacht”: Nagelsmann zwischen Problem und Fortschritt

Beim 2:0 gegen den VfL Wolfsburg hat der FC Bayern seinen Fans zwar kein Spektakel geboten wie zuletzt – dennoch war Trainer Julian Nagelsmann mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden. Alles gefiel dem 35-Jährigen allerdings nicht. 

Gewann mit seiner Mannschaft auch das erste Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison: Julian Nagelsmann.

Gewann mit seiner Mannschaft auch das erste Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison: Julian Nagelsmann.

Getty Images

Als Schiedsrichter Harm Osmers an diesem Sonntagabend zum letzten Mal in seine Pfeife pustete, da sprachen die Zahlen, die die 90 Minuten hervorgebracht hatten, eine deutliche Sprache. Der FC Bayern hatte nicht nur mehr Ballbesitz verbucht (68 Prozent) und die Mehrzahl der Zweikämpfe gewonnen (52 Prozent) – die Münchner hatten auch dreimal so viele Torschüsse abgegeben wie der VfL Wolfsburg (24:8). 

Dass der Sieg im ersten Heimspiel der neuen Bundesliga-Saison verdient war, stand deshalb außer Frage. Julian Nagelsmann fand trotzdem Kritikpunkte. “Ich war mit der ersten Viertelstunde nicht ganz so zufrieden”, sagte der Bayern-Trainer bei der Pressekonferenz nach der Partie und präzisierte dann: “Wolfsburg hat unser Pressing oft überspielt, dann ging es viel um den zweiten Ball – und da hatten wir Probleme.” 

Die Folge: Die Bayern strahlten nicht die gewohnte Dominanz aus und fanden erst mit Verspätung zu ihrem Spiel. Aber: Als sie dann in Tritt kamen, schlugen sie zwei Mal zu und legten damit noch vor der Pause den Grundstein für den Sieg. 

“In der zweiten Halbzeit ging es viel ums Verwalten, um Ballbesitz, um Kontrolle”, sagte Nagelsmann und schickte dann nach kurzer Pause hinterher: “Was wir letztes Jahr nicht immer gut gemacht haben.” Dieses Jahr aber ließen die Bayern kaum Gegenangriffe zu und waren stets Herr des Geschehens. Das nannte Nagelsmann “ganz gut” – auch wenn das Spiel in den zweiten 45 Minuten, wie der 35-Jährige meinte, “kein Spektakel mehr” war.

Gnabry verlässt den Platz schon zur Pause

Bayerns Trainer sah gegen Wolfsburg also sowohl Fortschritte als auch Verbesserungsansätze. Die Erkenntnisse nimmt er nun mit in die bevorstehende Trainingswoche, in der Serge Gnabry womöglich kürzertreten muss. Der Nationalspieler wurde gegen Wolfsburg schon zur Halbzeit ausgewechselt, hinterher erklärte Nagelsmann: “Er hatte diese Woche Probleme an den Adduktoren, das ist in der ersten Halbzeit ein bisschen schlimmer geworden. Er konnte nicht richtig sprinten, deswegen haben wir frühzeitig reagiert, damit muskulär nichts passiert.”

Technisches Problem bei Bayern-Übertragung von DAZN

Zahlreiche Nutzer des Streamingdienstes DAZN haben während der Übertragung des Bundesliga-Spiels zwischen dem FC Bayern München und dem VfL Wolfsburg über technische Probleme geklagt.

DAZN-Experte Michael Ballack.

DAZN-Experte Michael Ballack.

picture alliance / GES/Markus Gilliar

In sozialen Netzwerken berichteten Fans während der ersten Halbzeit, dass sie sich nicht einloggen konnten oder unfreiwillig ausgeloggt wurden. “Unsere Kollegen sind schon dran das Problem so schnell wie möglich zu beheben. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten”, twitterte DAZN unter anderem als Antwort auf Beschwerden.

Bundesliga am Sonntag

Mitte der zweiten Hälfte bat Kommentator Jan Platte im Namen des Streamingdienstes um Entschuldigung für technische Probleme. “Ich hoffe, das läuft mittlerweile alles reibungslos und flüssig”, sagte Platte.

Zuletzt deutliche Preissteigerung

Der Internet-Sportsender hatte seine Nutzer zuletzt mit einer deutlichen Preiserhöhung geschockt. Die Kosten für ein Monatsabonnement wurden praktisch verdoppelt, sie stiegen von 14,99 auf 29,99 Euro. Die billigste Möglichkeit eines DAZN-Abonnements ist 24,99 Euro monatlich, wenn die Kunden sich gleich für ein Jahr vertraglich binden. Bereits im Januar hatte DAZN viel Kritik einstecken müssen, als die Kosten für Neukunden drastisch angehoben worden waren.

Die Verteuerung liegt am Expansionskurs des Online-Senders. DAZN hatte zuletzt massiv investiert und Konkurrenten beim Wettbieten um die Medienrechte der Deutschen Fußball Liga und der UEFA ausgestochen.

Auch in dieser Saison darf der Streaminganbieter die Partien der Bundesliga am Freitagabend und am Sonntagnachmittag live zeigen. Außerdem gehören fast alle Spiele der Champions League mit den fünf deutschen Mannschaften zum Angebot.

Klopp: “Die Sadio-Geschichte dürfte gerne Normalität sein”

Dass in diesem Sommer viele prominente Namen zum FC Bayern wechselten, wundert Jürgen Klopp nicht. Als vorbildlich hebt Liverpools Trainer im kicker-Interview (Montagsausgabe) Sadio Manés Transfer hervor.

Spielt seit dieser Saison für den FC Bayern, nicht mehr für Jürgen Klopps FC Liverpool: Sadio Mané.

Spielt seit dieser Saison für den FC Bayern, nicht mehr für Jürgen Klopps FC Liverpool: Sadio Mané.

imago images (2)

Sadio Mané bestimmte mit seinem spektakulären Wechsel vom FC Liverpool zum FC Bayern in diesem Transfersommer zwar tagelang die Schlagzeilen, Misstöne oder andere Störgeräusche waren dabei aber nicht zu vernehmen. Aus Sicht von Jürgen Klopp hätte der Abschied seines Angreifers kaum vorbildlicher ablaufen können.

“Die Sadio-Geschichte ist eine spezielle”, sagt Liverpools Trainer im großen kicker-Interview (Montagsausgabe), “sie dürfte aber auch gerne Normalität sein. Sadio hat uns frühzeitig gesagt, dass er gerne wechseln würde. Man spricht mit einem Spieler, der sechs Jahre bei uns ist. Das ist völlig normal.”

Aus deutscher Sicht sollte man den Fehler nicht machen, den FC Bayern in seiner Strahlkraft zu unterschätzen.

Jürgen Klopp

Er hätte Mané “sehr gerne behalten”, so Klopp. “Aber Sadio wollte gerne etwas anderes machen. Das ist eine freie Welt, man sollte Entscheidungen treffen auf eben diese Art: sie rechtzeitig bekanntgeben. Wenn es dann einen oder mehrere Interessenten gibt, wird ein vernünftiger Preis bezahlt, dann ist es ein Deal. Wäre das immer so, wäre das einfach cool.”

Dass die Bayern neben Mané auch noch Matthijs de Ligt oder Ryan Gravenberch nach München lockten, überrascht Klopp nicht. “Aus deutscher Sicht sollte man den Fehler nicht machen, den FC Bayern in seiner Strahlkraft zu unterschätzen. Wenn man nach München geht, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man Meister wird, relativ groß. Größer als zum Beispiel mit Juventus Turin in Italien. Es ist also ein richtiger Schritt von Ajax zu Bayern zu gehen, ein großer ist es auch.”

Hinzu komme, dass München als Stadt “wunderschön” sei. Und: “Deutschland, der FC Bayern geben Sicherheit”, betont Klopp. “Es ist nicht in allen Ligen so, dass es gibt, was vereinbart wurde. Bayern ist Weltklasse und grundsolide, deshalb sind sie auch einer der erfolgreichsten Vereine der Welt.”

Warum er UEFA-Präsident Ceferin kontert, was er zu den Vorgängen beim FC Barcelona sagt und wie er in Liverpool an kleinsten Details arbeitet: Das große Interview mit Jürgen Klopp lesen Sie in der kicker-Ausgabe vom Montag – oder ab Sonntagabend schon im eMagazine.

Jörg Jakob, jpe

Bayern und Telekom verlängern Vertrag bis 2027

Die Deutsche Telekom bleibt weiterhin Hauptsponsor des FC Bayern. Kurz vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg verkündete der Rekordmeister die Vertragsverlängerung.

Seit 2002 ist die Telekom Hauptsponsor des FC Bayern.

Seit 2002 ist die Telekom Hauptsponsor des FC Bayern.

IMAGO/MIS

Seit bereits 20 Jahren ist die Deutsche Telekom als Hauptsponsor des FC Bayern aktiv. Anlässlich dieses Jubiläums lud der amtierende Meister deshalb am Sonntag zu einer Pressekonferenz – und verkündete dort, dass die Zusammenarbeit weitergehen wird: Der bisherige, noch bis 2023 datierte Vertrag wurde bis 2027 verlängert. 

“Wir sind sehr glücklich, dass die Deutsche Telekom seit 20 Jahren an der Seite des FC Bayern steht”, wird Vorstandschef Oliver Kahn in der Klubmitteilung zitiert. “Gemeinsam haben wir bereits eine einzigartige Erfolgsgeschichte erlebt. Unser Ziel ist, weiter Maßstäbe zu setzen, im Sport wie darüber hinaus – und das ist uns mit dieser Vertragsverlängerung einmal mehr gelungen.” Die Vertragsverlängerung “gibt uns wichtige Planungssicherheit”, ergänzt Marketingvorstand Andreas Jung.

Wie viel der neue Deal den Bayern bringt, teilten sie wie gewohnt nicht mit. Dem Vernehmen nach steigt die jährliche Zahlung durch die Telekom um fünf Millionen Euro auf 50 Millionen Euro.

DFL ehrt Rummenigge, Peters und Seifert

Die DFL-Generalversammlung will am Mittwoch in Dortmund Karl-Heinz Rummenigge, Peter Peters und Christian Seifert in den Kreis der DFL-Ehrenangehörigen aufnehmen.

Stand viele Jahre an der Vorstandsspitze des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

Stand viele Jahre an der Vorstandsspitze des FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge.

IMAGO/Ulrich Hufnagel

Neben den Neuwahlen von Präsidium, Aufsichtsrat und Lizenzierungsausschuss dient die Generalversammlung alle drei Jahre auch zur Ehrung verdienter Funktionäre: An diesem Mittwoch sollen nach kicker-Informationen Karl-Heinz Rummenigge (Bayern), Peter Peters (Ex-Schalke) und der ehemalige DFL-Geschäftsführer Christian Seifert zu DFL-Ehrenangehörigen ernannt werden. Die “Bild” berichtete zuerst.

Bisher tragen diese Auszeichnung Franz Beckenbauer, Dr. Franz Böhmert, Helmut Hack, Wolfgang Holzhäuser, Gerhard Mayer-Vorfelder, Wilfried Straub und Harald Strutz. Der Kreis wird von sieben auf zehn erweitert. Am Vorabend der Generalversammlung werden außerdem etwaige neue Ehrenpreisträger ernannt. Zum Kreis der bisherigen Preisträger gehören 13 Personen, darunter auch der 2010 verstorbene kicker-Herausgeber Karl-Heinz Heimann.

Nicht sein Lieblingsgegner: Nagelsmann erwartet Wolfsburg ohne “vakuumverpackten Helm”

Der FC Bayern kann heute gegen den VfL Wolfsburg zwei Bundesliga-Rekorde ausbauen. Julian Nagelsmann erwartet keinen zu defensiven Gegner.

Gegen Wolfsburg jubelte er bislang nur selten: Julian Nagelsmann.

Gegen Wolfsburg jubelte er bislang nur selten: Julian Nagelsmann.

IMAGO/Sven Simon

25-mal spielte der VfL Wolfsburg bislang beim FC Bayern, 25-mal gewann er nicht. Kein anderer Bundesligist bestritt gegen einen anderen so viele Heimspiele, ohne je verloren zu haben (23 Siege, zwei Remis). Was also probieren die Wölfe an diesem Sonntag (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker), wenn sie erstmals mit dem Ex-Münchner Niko Kovac an der Seitenlinie diese Misere zu beenden versuchen?

“Wir haben diese Woche nochmal trainiert, wie es ist, wenn ein Gegner tiefer verteidigt”, berichtete Bayern-Trainer Julian Nagelsmann – Kovacs Nach-Nachfolger – im Vorfeld zwar, erwartet von den Wolfsburgern aber nicht, “dass sie sich hinten einigeln. Sie werden mitspielen und gewinnen wollen. Ich gehe nicht von einem offenen Visier aus, aber auch nicht von einem vakuumverpackten Helm.”

Nur viermal verlor Bayern das erste Heimspiel

Gegentore wird der VfL ohnehin nur schwer vermeiden können. Die Bayern trafen in den jüngsten 82 Bundesligaspielen immer – laufender Bundesligarekord – und speziell gegen Wolfsburg in den letzten 28 Duellen sowie in bisher jedem Heimspiel.

Gelänge den Gästen heute ein Auswärtssieg, wäre es auch historisch gesehen eine echte Rarität. Insgesamt verloren die Bayern nur viermal das erste Bundesliga-Heimspiel einer Saison: 1966/67 (1:2 gegen Frankfurt), 1991/92 (1:2 gegen Rostock), 1997/98 (0:1 gegen Kaiserslautern) und 2011/12 (0:1 gegen Gladbach).

Nur Nagelsmanns persönliche Bilanz gegen die Wölfe passt nicht ganz zu all den eindeutigen Vorzeichen. Von 13 Bundesliga-Vergleichen mit Wolfsburg gewann der 35-Jährige nämlich lediglich drei bei acht Remis und zwei Niederlagen. Als Bayern-Trainer war in der Vorsaison einem 4:0 zuhause zum Hinrundenabschluss ein 2:2 am 34. Spieltag beim VfL gefolgt.