Die Bilanz von Bayerns Leihspielern

Mit Gabriel Vidovic, Malik Tillman und Bright Arrey-Mbi hat der FC Bayern vor dieser Saison drei Talente leihweise auf Wanderschaft geschickt, Torwart Alexander Nübel absolviert bereits seine zweite Saison auswärts. Die Bilanz des Quartetts fällt unterschiedlich aus.

Ausgeliehen: Nübel, Tillman, Vidovic und Arrey-Mbi (v.li.).

Ausgeliehen: Nübel, Tillman, Vidovic und Arrey-Mbi (v.li.).

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Nübel: Zuverlässig in Monaco

Am meisten steht Alexander Nübel im Fokus und mit ihm die Diskussion, ob der 26-Jährige doch irgendwann zurückkehrt und Manuel Neuer als Nummer 1 beim deutschen Rekordmeister beerben wird oder nicht. Fest steht, dass Nübel bei AS Monaco die erwünschte Spielpraxis erhält, er stand in 22 von 23 möglichen Pflichtspielen im Tor, pausierte lediglich einmal in der Europa League. Von einzelnen Fehlern abgesehen erledigt er seine Aufgabe im Tor der Monegassen sehr zuverlässig und hat dadurch auch das Interesse aus England geweckt.

Tillman: Ordentlich, mehr nicht

Die drei Feldspieler sind in ihrer Entwicklung nicht so weit wie Nübel, aber auch allesamt jünger. Malik Tillman zog es in die schottische Premiership zun den ruhmreichen Glasgow Rangers. In der Liga durfte der 20-jährige Offensivspieler in 13 von 16 Partien ran, erzielte dabei drei Tore und gab einen Assist. Im Schnitt stand Tillman 66 Minuten auf dem Platz. In der Champions-League-Qualifikation hatte Tillman noch für die Rangers getroffen, in der Gruppenphase blieb er in fünf Einsätzen torlos. Das ist insgesamt ordentlich, mehr nicht. Die Rangers können nach dem Ende der Leihe im Sommer entscheiden, ob sie von ihrer Kaufoption Gebrauch machen, die bei rund sieben Millionen Euro liegen soll. Der FC Bayern wiederum hat sich ein Rückkaufrecht gesichert.

Vidovic: Ausbaufähige Ausbeute

Gabriel Vidovic entschied sich für die Eredivise in Holland, er spielt seit August bei Vitesse Arnhem. Der Klub setzte das Bayern-Talent in zehn von 14 Partien ein, im Schnitt 65,1 Minuten. Ein Spiel über die vollen 90 Minuten fehlt Vidovic noch, er wurde einmal ein- und neunmal ausgewechselt. Ein Tor und keine Vorlage sind ausbaufähig für den talentierten Offensivmann. Nach der Saison läuft die Leihe des 18-Jährigen aus.

Arrey-Mbi: Geringe Aussichten bei FCB-Profis

In Deutschland geblieben ist Bright Arrey-Mbi, den Hansi Flick 2020 bei den Profis einmal in der Champions League einsetzte. Der Innenverteidiger wurde nach einer erfolglosen Leihe zum 1. FC Köln an Hannover 96 weitergereicht. In 19 Pflichtspielen verzeichnet er sieben Einsätze, wobei es nach schwierigem Start zuletzt aufwärts ging und Trainer Stefan Leitl sich lobend äußerte. Von allen Vieren dürfte der 19-Jährige die geringsten Aussichten haben, es in den Profikader des FC Bayern zurückzuschaffen.

Frank Linkesch

Der Winterfahrplan der Zweitligisten

Bedingt durch die WM legt die 2. Liga mit der Rückrunde erst Ende Januar wieder los. So sind die Pläne der 18 Zweitligisten.

Ein Trainingslager in wärmeren Gefilden haben 15 der 18 Zweitligisten geplant.

Ein Trainingslager in wärmeren Gefilden haben 15 der 18 Zweitligisten geplant.

IMAGO/Zink

SV Darmstadt 98

Urlaub: 15.11. bis 4.12. und 19.12. bis 2.1. 
Trainingsauftakt: 5.12. und 3.1.
Trainingslager: 5.1. bis 15.1. in El Saler (Spanien)
Testspiele: 10.12. gegen SV Morlautern (13 Uhr), 17.12. gegen Young Boys Bern (18 Uhr), 21.1. gegen FC Wil (13 Uhr)

Hamburger SV

Urlaub: 21.11. bis 1.1. 
Trainingsauftakt: 2.1.
Trainingslager: in Planung
Testspiele: 18.11. bei Ventura County
Besonderes:
USA-Reise vom 13.11. bis 22.11.

1. FC Heidenheim

Urlaub: 16.11. bis 9.12. und 23.12. bis 1.1. 
Trainingsauftakt: 10.12. und 2.1. 
Trainingslager: 12.1. bis 22.1. in Algorfa (Spanien) 
Testspiele: 16.12. beim FC Augsburg (14 Uhr), 17.12. gegen Waldhof Mannheim (14 Uhr), 21.12. gegen FC Ingolstadt (14 Uhr)

1. FC Kaiserslautern

Urlaub: ab 12.11. 
Trainingsauftakt: 11.12., zuvor ab 5.12.: Leistungstests und individuelles Training 
Trainingslager: 3.1. bis 11.1. in Belek (Türkei) 
Testspiele: 16.12. gegen SV Wehen Wiesbaden (13.30 Uhr), Testspiele im Trainingslager noch offen

Hannover 96

Urlaub: 12.11. bis 27.11. und 10.12. bis 1.1. 
Trainingsauftakt: 28.11. und 2.1. 
Trainingslager: 7.1. bis 15.1. in Belek (Türkei) 
Testspiele: 2.12. gegen Hertha BSC und 9.12. beim SC Paderborn

SC Paderborn 07

Urlaub: 14.11. bis 4.12. sowie über Weihnachten und den Jahreswechsel 
Trainingsauftakt: 5.12. 
Trainingslager: 9.1. bis 18.1. in Alicante (Spanien) 
Testspiele: 9.12. gegen Hannover 96, 10.12. gegen VfL Osnabrück, 16.12. gegen VfL Bochum, 17.12. bei Rot-Weiss Essen, 7.1. gegen MSV Duisburg, 21.1. gegen Bielefeld, zwei weitere geplant

Fortuna Düsseldorf

Urlaub: 4.12. bis 1.1. 
Trainingsauftakt: 2.1. 
Trainingslager: 8.1. bis 15.1. in Marbella (Spanien) 
Testspiele: 19. 11., 15 Uhr: Teilnahme am “xotto-Cup” in Lohne (jeweils 45-minütiges Spiel gegen Arminia Bielefeld und Werder Bremen), 30.11. (16 Uhr, Paul-Janes-Stadion, Gegner noch offen), 6.1. gegen SV Meppen (14 Uhr, Paul-Janes-Stadion), 20.1. Testspiel in Planung, weitere im Trainingslager geplant

Holstein Kiel

Urlaub: 14.11. bis 15.12. und 23.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 16.12. und 2.1.
Trainingslager: 8.1. bis 15.1. in Oliva Nova (Spanien)
Testspiele: zwei im Trainingslager und eines danach in Deutschland geplant

Hansa Rostock

Urlaub: 14.11. bis 4.12. und 23.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 5.12. und 2.1.
Trainingslager: 5.1. bis 15.1. in Belek (Türkei)
Testspiele: noch keine Angaben

SpVgg Greuther Fürth

Urlaub: 17.11. bis 3.12. und 22.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 4.12. (10.30 Uhr) und 2.1.
Trainingslager: 4.1. bis 12.1 in Belek (Türkei)
Testspiele: 9.12. gegen ATSV Erlangen, 15.12. beim FC Ingolstadt, 20.12. bei TSG Hoffenheim, weitere im Januar geplant

1. FC Nürnberg

Urlaub: 20.11. bis 11.12. und 23.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 12.12 und 2.1.
Trainingslager: 8.1 bis 15.1 in Belek (Türkei)
Testspiele: 7.1. gegen Aue, 21.1. bei Sparta Prag, weitere im Trainingslager geplant
Besonderes: Leistungsdiagnostik bis 18.11.

Jahn Regensburg

Urlaub: 13.11. bis 4.12. und kurz vor Weihnachten bis 2.1.
Trainingsauftakt: 5.12. und 3.1.
Trainingslager: noch offen
Testspiele: 16.12. gegen SV Ried, weitere geplant

Karlsruher SC

Urlaub: 13.11. bis 4.12.
Trainingsauftakt: 5.12.
Trainingslager: 13.1. bis 22.1. in Estepona (Spanien)
Testspiele: 9.12. bei Viktoria Köln (13 Uhr), 10.12. beim VfL Bochum (13 Uhr), 16.12. beim SC Freiburg (13.30 Uhr, 4-mal 30 Minuten)

Eintracht Braunschweig

Urlaub: 14.11. bis 27.11. und 15.12. bis 3.1.
Trainingsauftakt: 28.11. und 4.1.
Trainingslager: 15.1. bis 22.1 in Spanien (Ort noch offen)
Testspiele: 29.11 und 1.12. (Gegner, Ort noch offen), 7.12. bei Hertha BSC (13 Uhr), 13.12. gegen SC Verl (12 Uhr), 8.1. gegen Halleschen FC

FC St. Pauli

Urlaub: 19.11. bis 8.12.
Trainingsauftakt: 9.12.
Trainingslager: 2.1. bis 9.1. in Benidorm (Spanien)
Testspiele: 4.1. gegen Werder Bremen, weitere geplant

Arminia Bielefeld

Urlaub: 5.12. bis 2.1.
Trainingsauftakt: 3.1.
Trainingslager: 12.1. bis 19.1. in Benidorm (Spanien)
Testspiele: 19.11. Blitzturnier in Lohne gegen Werder Bremen (14 Uhr) und Fortuna Düsseldorf (15 Uhr), 7.1. gegen SC Verl (Ort offen), 11.1. bei Borussia Mönchengladbach, 21.1. beim SC Paderborn, zwei weitere im Trainingslager geplant

1. FC Magdeburg

Urlaub: 14.11. bis 11.12. und 24.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 13.12. (11 Uhr) (12.12.: Leistungsdiagnostik) und 2.1
Trainingslager: 4.1. bis 14.1. in der Türkei (Ort noch offen)
Testspiele: 21.12. (Gegner noch offen), weitere am 16./17.1. und 20./21.1. sowie im Trainingslager geplant

SV Sandhausen

Urlaub: 3.12. bis 1.1.
Trainingsauftakt: 2.1.
Trainingslager: 10.1. bis 20.1. (Ort noch offen)
Testspiele: 20.11. beim FC Basel, 2.12. gegen Eintracht Frankfurt, 7.1. gegen TuS Mechtersheim, weitere geplant

DFL terminiert die Spieltage 20 bis 25: Zwei Topspiele mit dem HSV am Samstagabend

Die DFL hat die Spieltage 20 bis 25 in der 2. Bundesliga zeitgenau terminiert. Dabei muss der Hamburger SV bei zwei Topspielen jeweils am Samstagabend antreten. 

Robert Glatzel und der HSV müssen zweimal am Samstagabend ran.

Robert Glatzel und der HSV müssen zweimal am Samstagabend ran.

IMAGO/Claus Bergmann

Der 20. Spieltag der 2. Liga wartet mit einem Topspiel auf: Heidenheim, derzeit Tabellendritter, empfängt den Hamburger SV (2.). Die Partie der beiden Tabellennachbarn hat die DFL für den Samstagabend um 20.30 Uhr vorgesehen (11. Februar).

Zum Durchklicken

Auch das nächste Auswärtsspiel des HSV hat es in sich, das Gipfeltreffen bei Spitzenreiter SV Darmstadt 98 steht am 22. Spieltag an und wurde ebenfalls als Topspiel am 25. Februar auf den Samstagabend um 20.30 Uhr gelegt.

Niedersachsen-Derby am Samstagmittag

Das Niedersachsen-Derby zwischen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 geht am 25. Spieltag am Samstagmittag (18. März) um 13 Uhr über die Bühne.

U-19-Kader: Streichsbier fährt mit 19 Spielern nach Malta

U-19-Trainer Guido Streichsbier hat sein Aufgebot für das anstehende Vier-Nationen-Turnier in Malta bekanntgegeben. Gegner werden Gastgeber Malta, Polen und die portugiesische Auswahl sein.

Freut sich auf das Vier-Nationen-Turnier in Malta: DFB-Trainer Guido Streichsbier.

Freut sich auf das Vier-Nationen-Turnier in Malta: DFB-Trainer Guido Streichsbier.

IMAGO/Pressefoto Baumann

Für das U-19-Vorbereitungsturnier vom 20. – 30. November in Malta hat Cheftrainer Guido Streichsbier am Freitag seinen Kader berufen. In diesem befinden sich 19 Akteure, 22 weitere stehen auf Abruf bereit. “Das wird ein tolles Turnier zum Jahresabschluss mit drei attraktiven Gegnern”, freut sich Streichsbier auf der DFB-Website. Man könne einen Eindruck bekommen, wie das Niveau bei der Eliterunde sein wird.

Die meisten Spieler stellt die TSG 1899 Hoffenheim (drei), während Hertha BSC und der TSV 1860 München jeweils durch zwei Akteure vertreten sind. Der erfahrenste Spieler ist Anton Kade vom FC Basel (sechs Einsätze).

Neben Malta trifft der DFB-Nachwuchs auf Polen und Spanien

Die DFB-Auswahl trifft im ersten Spiel des Turniers auf Polen (23. November, 12.30 Uhr), bevor am 26. November ab 12.30 Uhr das Duell mit Gastgeber Malta steigt und zum Abschluss der portugiesische Nachwuchs auf die DFB-Junioren wartet (29. November, 18 Uhr).

Der U 19-Kader im Überblick:

Tor: Frank Feller (1. FC Heidenheim), Max Weiß (Karlsruher SC)

Feldspieler: Mike Baur (SC Freiburg), Daniel Bunk (Fortuna Düsseldorf), Muhammed Damar (TSG Hoffenheim), Melkamu Frauendorf (FC Liverpool), Linus Gechter (Hertha BSC), Brajan Gruda (1. FSV Mainz 05), Anton Kade (FC Basel), Paul Lehmann (SG Dynamo Dresden), Leandro Morgalla (TSV 1860 München), Nicolas-Bernd Oliveira Kisilowski (Hamburger SV), Joshua Quarshie (TSG Hoffenheim), Umut Tohumcu (TSG Hoffenheim), Keke Topp (FC Schalke 04), Nicolo Tresoldi (Hannover 96), Lukas Ullrich (Hertha BSC), Marius Wörl (TSV 1860 München), Aaron Zehnter (FC Augsburg)

Leitl: “Das war wahrscheinlich seine einzige richtige Entscheidung heute”

Mit einem leistungsgerechtem 1:1 verabschiedeten sich Holstein Kiel und Hannover 96 in die Winterpause. Diese ist für den Trainer der Hannoveraner aufgrund einer Gelb-Roten Karte sogar noch ein bisschen länger.

Gelb-Rot für den Trainer: Stefan Leitl flog in der Nachspielzeit vom Platz.

Gelb-Rot für den Trainer: Stefan Leitl flog in der Nachspielzeit vom Platz.

IMAGO/MIS

Nach einer temporeichen Anfangsviertelstunde mit beiden Treffern hatten sich Holstein Kiel und Hannover 96 (1:1) 75 Minuten lang mehr oder weniger neutralisiert, eine letzte Großchance kurz vor Ende der Partie ließ Havard Nielsen ungenutzt. Dennoch war Hannovers Trainer Stefan Leitl zufrieden mit der Leistung seiner Elf. “Das war ein richtig gutes Zweitligaspiel, Kompliment an beide Mannschaften”, erklärte Leitl nach der Partie am “Sportschau”-Mikrofon.

Das Unentschieden sei nach Ansicht des Trainers absolut gerecht, die Kieler seien zu Beginn “aktiver gewesen”, doch sein Team habe im Anschluss “wirklich gut ins Spiel gefunden”, weshalb beide Mannschaften “mit dem Punkt gut leben” könnten. Besonders, dass seine Mannschaft nach dem 1:0 durch Fin Bartels (9.) schnell zurückgekommen war, freute den 45-Jährigen. “Das zeigt, dass wir uns über die Saison hinweg Stabilität erarbeitet haben und dass uns Rückschläge nicht umwerfen”, so Leitl. Nach dem Ausgleich durch Cedric Teuchert (16.) sei sein Team “dominanter” gewesen, weshalb er die Leistung seines Teams als “richtig gut” bewerten konnte.

Ärger über nicht gegebenen Elfmeter sorgte für den Platzverweis

Den Schlusspunkt der Partie setzte dann Leitl selbst, doch was war passiert? Kiels Torhüter Tim Schreiber hatte sich bei einem hohen Ball verschätzt und traf beim Versuch, den Ball zu spielen, nur den Kopf von 96-Stürmer Nielsen. Anstatt eines Elfmeters entschied Schiedsrichter Dr. Arne Aarnink allerdings auf Offensivfoul, was Leitl überhaupt nicht schmeckte. Der Trainer sah im Nachgang binnen kürzester Zeit erst Gelb und dann die Gelb-Rote Karte. “Das war wahrscheinlich seine einzige richtige Entscheidung heute”, kommentierte Leitl seinen Platzverweis.

Das ist von mir ein Fehlverhalten, das ist ganz klar.

96-Trainer Leitl über seinen Platzverweis

Für ihn sei die Aktion ein “klarer Elfmeter” gewesen, erklärte der Trainer, der sich auch einen Eingriff des VAR gewünscht hätte. “Ich glaube jeder, der kurz vor Schluss eine solche Entscheidung erlebt, der wird dann auch emotional”, so Leitl weiter. Das mache sein Verhalten („Ich habe ihn erst angefasst und dann noch geklatscht“) dennoch nicht richtig. “Das ist von mir ein Fehlverhalten, das ist ganz klar. Trotzdem muss ich mich dafür nicht schämen.”

Ebenfalls nicht schämen musste sich Leitl, der aufgrund des Platzverweises nun den Rückrundenauftakt gegen den FC Kaiserslautern (28.01., 20.30 Uhr, LIVE! bei kicker!) verpassen wird, für die Hinrunde seiner Mannschaft. Sein Fazit zur Saisonhalbzeit fiel dementsprechend positiv aus. „Wir haben jetzt 28 Punkte, das ist absolut in Ordnung. Jetzt liegt eine lange Pause vor uns, und die wollen wir nutzen, um in der Rückrunde die gleichen Leistungen zu zeigen.”

“Gefährlicher” Trend: So viele Zweitliga-Herbstmeister stiegen auch auf

Der SV Darmstadt 98 spielt bis dato eine furiose Saison, gewann zehn seiner 16 Spiele in der 2. Liga. Mit dem 1:0 in Magdeburg machten die Lilien die Herbstmeisterschaft perfekt. Mehr als ein Fingerzeig mit Blick auf die Statistik – außer in der jüngeren Vergangenheit.

Zwei Beispiele, denen Darmstadt nicht nacheifern will: St. Pauli (li.) und der HSV (re.) verspielten in der Vergangenheit den Aufstieg trotz Herbstmeisterschaft.

Zwei Beispiele, denen Darmstadt nicht nacheifern will: St. Pauli (li.) und der HSV (re.) verspielten in der Vergangenheit den Aufstieg trotz Herbstmeisterschaft.

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Torsten Lieberknecht reitet mit dem SV Darmstadt 98 auf einer Welle des Erfolgs. Zehn Siege, fünf Remis, nur eine Niederlage, dazu stellen die Hessen die beste Abwehr der Liga (erst 14 Gegentore). Mit dem 1:0-Auswärtssieg bei Aufsteiger Magdeburg machten die Darmstädter die Herbstmeisterschaft in der 2. Bundesliga vorzeitig perfekt. Angesichts von bereits 35 gesammelten Punkten können die Verfolger HSV (31) und Heidenheim (30) den SVD am letzten Spieltag des Kalenderjahres am Wochenende, der gleichzeitig den Hinrundenabschluss darstellt, nicht mehr von Platz eins abfangen.

Doch welche Bedeutung hat die Herbstmeisterschaft eigentlich mit Blick auf die Geschichte der eingleisigen 2. Bundesliga? Betrachtet wird der Zeitraum ab der Saison 1981/82 – mit Ausnahme der Saison 1991/92 -, in dem sich 28 von 40 Herbstmeistern den Traum von der Bundesliga verwirklichten. Das sind starke 70 Prozent derer, die nach der Hälfte einer Saison vom Platz an der Sonne grüßten. Immerhin noch 40 Prozent der Herbstmeister (also 16 von 40) behaupteten auch am allerletzten Spieltag Rang eins.

Nur einer von sechs Herbstmeistern schaffte es zuletzt

Auch wenn Lieberknecht ohnehin andere Pläne hätte, werden sie in Darmstadt gerade mit Blick auf die jüngere Vergangenheit den Sekt noch nicht kalt gestellt haben. Denn: In den letzten sechs Spielzeiten stieg nur ein einziger Herbstmeister am Ende auch in die Bundesliga auf. Es handelt sich dabei um Arminia Bielefeld in der Saison 2019/20, die Herbstmeister wurden und sogar die begehrte Zweitliga-“Felge” nach oben strecken durften.

Herbstmeister St. Pauli (2021/22) stürzte auf Rang fünf ab, der HSV (2020/21 und 2018/19) noch auf Rang vier. Die Herbstmeister aus Kiel (2017/18) und Braunschweig (2016/17) scheiterten jeweils in der Relegation. Der BTSV (0:1, 0:1) musste sich wie im Jahr darauf Holstein Kiel (1:3, 0:1) dem VfL Wolfsburg beugen.

Den bis dato tiefsten Absturz erlebte die SpVgg Blau-Weiß 90 Berlin in der Saison 1988/89. Nach 19 von 38 Spieltagen grüßten die Berliner noch von Rang eins, ehe sie bis zum Saisonende auf Rang acht “durchgereicht” wurden. Fortuna Düsseldorf und Aufsteiger Homburg landeten stattdessen auf den Plätzen eins und zwei.

Leitl und das Fundament: “Das Umfeld darf träumen”

Am Dienstag feierte Hannover 96 noch den 2:0-Sieg gegen Düsseldorf, seinen überragenden Torwart Ron-Robert Zieler und den vierten Tabellenplatz. Am heutigen Donnerstagnachmittag ist der Mannschaftsbus schon auf dem Weg nach Kiel.

Hannovers Coach Stefan Leitl ist mit seinem Team auf einem guten Weg.

Hannovers Coach Stefan Leitl ist mit seinem Team auf einem guten Weg.

IMAGO/Zink

In der Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins bestreitet 96 am Freitagabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) sein letztes Pflichtspiel 2022. “Es geht Schlag auf Schlag”, sagt Stefan Leitl. Der 96-Coach ist aber trotz des dritten Spiels in 8 Tagen optimistisch. “Wir haben gegen Düsseldorf Körner auf dem Platz gelassen. Die Jungs machen aber nicht den Eindruck, dass sie total erschöpft sind. Es geht nicht mehr um Matchpläne und Abläufe, sondern um mentale Frische und die richtige Einstellung.”

Neumann fehlt gegen seinen Ex-Klub

Gut für Leitl, dass er zum Jahresabschluss fast den kompletten Kader zur Verfügung hat. Nur Phil Neumann muss gegen seinen alten Klub pausieren. Der Innenverteidiger fehlte schon gegen Düsseldorf, er sitzt noch eine Rotsperre aus dem Spiel am vergangenen Freitag bei Darmstadt 98 ab.

Fans träumen schon von der Rückkehr in die 1. Liga

“Wir fahren nach Kiel, um zu gewinnen”, kündigte der 45-Jährige an. Wäre das der Fall, hätte 96 in der Hinserie 30 Punkte gesammelt. Einige Fans träumen schon von der Rückkehr in die 1. Liga. “30 Punkte sind immer gut, wenn du sie zur Halbserie erreichst. Das Umfeld darf auch träumen, das ist immer gestattet. Wir haben den Neuaufbau begonnen und wollen etwas Stabiles aufbauen”, sagt Leitl. Und weiter: “Wir sind auf einem ordentlichen Weg und müssen diesen beibehalten und das Fundament schaffen, um langfristig erfolgreich zu sein.”

KMD #147

10. November 202201:25:17 Stunden

KMD #147

Dank der englischen Woche beglücken euch (und sich selbst) Alex Schlüter und Benni Zander zu später Stunde mit einer zusätzlichen KMD-Folge, um über die Bundesliga-Spiele vom Dienstag und Mittwoch zu philosophieren. Wie viel Kontrolle braucht es für ein “kontrolliertes Spielen”? Welchen Schönheitswettbewerb gewinnt Eintracht Frankfurt als nächstes? Warum sollte Schlüti während der Aufzeichnung keinen Alkohol trinken? Und wer hat denn nun wirklich die größte MVP-Saison in der Bundesliga-Geschichte hingelegt? Ihr findet es heraus in der jetzt schon legendären 147. Ausgabe von kicker meets DAZN!

KMD #146

07.11.2022

KMD #145

31.10.2022

KMD #144 – Ancelotti, Rüdiger & Rose

24.10.2022

KMD #143 – Michael Reschke

17.10.2022

weitere Podcasts

Gleich nach der Rückkehr aus Kiel schickt das Trainerteam die Spieler in den Urlaub. Es gibt zwei Wochen frei, danach wird ab dem 28. November wieder trainiert. Am 2. Dezember gastiert Hertha BSC zum Testspiel in Hannover und am 9. Dezember testet 96 beim SC Paderborn.

Urlaub gönnt sich der Coach bis Weihnachten indes nicht: “Für uns als Trainerteam gibt es keine Pause. Wir werden die Hinrunde analysieren und uns viel mit Fußball beschäftigen.”

Gunnar Meggers

Keine Kind-Abberufung als Geschäftsführer

Nächster Akt im Endlos-Streit um die Position von Martin Kind bei 96: Dessen Entmachtung in der GmbH durch den Vorstand des e.V. bleibt juristisch ungültig. Bis auf Weiteres.

Martin Kind bleibt vorerst Geschäftsführer.

Martin Kind bleibt vorerst Geschäftsführer.

IMAGO/localpic

Es ändert sich vorerst nichts an den Machtverhältnissen in Hannovers Profifußball: Martin Kind bleibt weiterhin Geschäftsführer der GmbH & Co. KGaA. Das Oberlandesgericht Celle hat eine Berufung schriftlich zurückgewiesen. Diese hatte der Vorstand des Muttervereins Hannover 96 angestrebt, nachdem das Landgericht Hannover die von den e.V.-Vertretern vollzogene Abberufung Kinds im Juli dieses Jahres für unwirksam erklärt hatte. Zumindest bis zur abschließenden Entscheidung im Hauptsacheverfahren beim OLG, bei der freilich nicht mit einem abweichenden Urteil zu rechnen ist, bleibt Kind somit wie gehabt Geschäftsführer.

Die Fußball GmbH, einer der Pfeiler des Zwei-Säulen-Modells aus Profifußball und Breitensport, sieht sich mit der abgewiesenen Berufung, die offensichtlich “keine Aussicht auf Erfolg” gehabt habe, vollumfänglich bestätigt. “Die viel zitierten und angeblichen Pflichtverstöße des Herrn Martin Kind haben keinerlei Einfluss auf die Entscheidung des OLG Celle genommen”, heißt es in einer Mitteilung. Es bleibe damit festzuhalten, dass der e.V. zu Recht gescheitert sei.

DFL bestätigt Szenario eines Lizenzentzugs nicht

Der Vorstand des e.V. mit seiner Basis, die sich seit langer Zeit für die Entmachtung Kinds und den klaren Erhalt der 50+1-Regel in Hannover stark macht, hatte zuvor in dieser Woche nochmals das Szenario eines bevorstehenden Lizenzentzugs, zumindest aber die Erteilung von Lizenzauflagen und eines Punktabzugs in der laufenden Saison für 96 aufgemacht. Von der Möglichkeit solcher Sanktionen habe man aus dem Umfeld der DFL erfahren. Sie gälten für den Fall, dass nicht Änderungen am bestehenden Konstrukt in Hannover und ein Einhalten der Weisungen des Vorstands durch Kind erfolgten. Eine offizielle Bestätigung dieser Hinweise gab es von der DFL nicht.

Der Ligaverband hatte allerdings schon im Oktober auf das “uneingeschränkte Weisungsrecht des Vereins” im Sinne der 50+1-Regel hingewiesen und eine erneute Prüfung der Gegebenheiten in Hannover in Aussicht gestellt. Laut Verein liegt eine Vielzahl von Verstößen Kinds gegen das Weisungsrecht vor. Kind wiederum beruft sich auf die einst zwischen beiden Seiten getroffenen Vereinbarungen im sogenannten “Hannover-Vertrag”, die nicht verletzt worden seien.

Weitreichende Folgen für die Führungsstrukturen der in der DFL organisierten Vereine?

In jedem Fall droht die Fortsetzung des Endlos-Streits. Derzeit ist nicht absehbar, dass eine der beiden kontroversen Parteien sich geschlagen aus dem Konflikt zurückziehen wird. Klagen vor dem Bundesgerichtshof und sogar vor dem Europäischen Gerichtshof sind im Verlauf immer wieder in Erwägung gezogen worden – womöglich mit weitreichenden Folgen für die Führungsstrukturen der in der DFL organisierten Vereine.

Michael Richter

“Überragender Torwart” und Freude beim Ernst-Comeback: 96 geht auf Tuchfühlung

Hannover 96 ist wieder in der Spur. Der Sieg gegen einen direkten Konkurrenten stimmte Spieler und Trainer zufrieden – besonders die Freude über ein lang ersehntes Comeback war groß.

Erfolgreiches Comeback: Sebastian Ernst spielte erstmals seit Februar wieder in der 2. Bundesliga.

Erfolgreiches Comeback: Sebastian Ernst spielte erstmals seit Februar wieder in der 2. Bundesliga.

imago images/Revierfoto

In Hannover ausgebildet, die ersten Schritte im Profibereich bei den 96ern gemacht und schließlich im vergangenen Jahr zu seinem Ausbildungsverein zurückgekehrt. Sebastian Ernst hatte seinen Platz in Hannover gefunden. Doch dann, Anfang Februar 2022, riss dem Zehner der 96er die Achillessehne.

Was folgte, war eine lange Leidenszeit. Über neun Monate später war es dann soweit: Beim 2:0-Erfolg der Niedersachsen gegen Fortuna Düsseldorf leuchtete in der 79. Spielminute die grüne Zehn auf, unter tosendem Applaus kehrte Ernst auf den Rasen in der Heinz von Heiden Arena zurück. “Ich bin wirklich froh: Comeback und Heimsieg – einen schöneren Abend konnte ich mir nicht vorstellen. Es hat heute wirklich Spaß gemacht”, so der 27-Jährige, der kurz vor Schluss seinem Comeback beinahe mit einem Treffer die Krone aufgesetzt hätte (87.), auf der Website des Vereins.

“Belohnung für die harte Arbeit” – Auch Nielsen freut sich

“Bei der Einwechslung habe ich mich innerlich einfach gefreut. In solchen Momenten lässt man die harte Zeit auch Revue passieren. Deswegen ist es heute auch eine Belohnung für die harte Arbeit”, so Ernst, für den sich auch die Mitspieler freuten. Beispielsweise Havard Nielsen, der mit dem Mittelfeldmotor schon zu gemeinsamen Zeiten in Fürth zusammengespielt hatte. “Wir freuen uns heute auch besonders für ‘Sebi’, er ist ein toller und positiver Junge, so einen braucht die Mannschaft.”

Nicht nur Nielsen kennt Ernst noch aus Fürther Zeiten, auch sein Trainer Stefan Leitl, seit diesem Sommer in Hannover, war zuvor in Fürth tätig. Leitl sah gegen Düsseldorf ein “schweres Heimspiel. Wir mussten uns reinarbeiten. Insgesamt finde ich, dass es ein ausgeglichenes Spiel war mit guten Aktionen auf beiden Seiten. In der zweiten Hälfte zeigen die Düsseldorfer dann, warum sie die letzten vier Spiele gewonnen haben.”

“Gut, dass Ron diese Form hat”

In der Tat setzte die Fortuna Mitte des zweiten Durchgangs die Heimmannschaft ordentlich unter Druck, doch Ron-Robert Zieler bewahrte sein Team ein ums andere Mal vor dem Anschlusstreffer. “Es ist gut, dass Ron diese Form hat und uns im Spiel hält”, meinte etwa Leitl, Torschütze Cedric Teuchert sprach von Zieler als “überragendem Torwart”.

Durch das siebte Spiel ohne Gegentreffer und dem auch daraus resultierenden Sieg kletterten die Niedersachsen vorbei an Düsseldorf und Paderborn auf den vierten Platz und gehen auf Tuchfühlung zu den Aufstiegsrängen. Rang eins bis drei sind zwar am Mittwoch noch im Einsatz, aktuell ist 96 aber punktgleich mit Heidenheim Dritter und hat den Aufstieg damit wieder direkt vor Augen. Deshalb ist das Ziel beim letzten Punktspiel vor der Winterpause für Leitl auch klar: “Wir wollen jetzt die paar Stunden bis zum nächsten Spiel nutzen, um noch mal einen rauszuhauen in Kiel” – die Störche empfangen Hannover bereits am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker).