“Eisvogel” Bülter spielt sich in der Startelf fest

Schalkes Sportdirektor Rouven Schröder nennt ihn den “Eisvogel”: Marius Bülter übernahm gegen Gladbach Verantwortung beim Strafstoß und bewies bei der Ausführung beeindruckende Nervenstärke. Genau solche Tugenden braucht der Aufsteiger.

Eiskalt vom Punkt: Marius Bülter.

Eiskalt vom Punkt: Marius Bülter.

IMAGO/Sven Simon

Schiedsrichter Sven Jablonski war gerade dabei, das Handspiel von Patrick Herrmann am Monitor mit eigenen Augen zu studieren, da ging Marius Bülter bereits Richtung Elfmeterpunkt und wartete dort auf die Entscheidung des Referees, die abzusehen war: Strafstoß für die Königsblauen, die sich eine Woche zuvor gegen den 1. FC Köln noch über mehrere VAR-Entscheidungen massiv geärgert hatten. Bülter bewies Nervenstärke, als er die Verantwortung übernahm – so kurz vor Schluss, beim Stand von 1:2, direkt vor der Schalker Nordkurve. “Eine besondere Drucksituation”, gab Bülter später zu. Erst recht beeindruckend war aber, wie der Stürmer den Elfmeter schoss.

Ecke anvisieren, bestmöglich zielen und darauf hoffen, dass der Torwart nicht an den Ball kommt? Für Bülter keine Option. Er wählte den heikleren Weg, für den es extrastarke Nerven braucht. “Ich habe ihn Eisvogel genannt”, erzählte später Sportdirektor Rouven Schröder, der drauf hinwies, dass Yann Sommer in der Vergangenheit schon häufiger “den einen oder anderen Elfmeter rausgefischt” habe.

Bülter lief in Robert-Lewandowski-Manier an, verzögerte, guckte Sommer bis zur letzten Millisekunde aus – und gewann das spannende Duell mit Gladbachs gefürchtetem Elfmeterkiller. Der Schalker schoss in die rechte Ecke, Sommer hob ab in die linke. Wenige Sekunden später folgte der Abpfiff, für Schalke war das 2:2 ein gefühlter Sieg, der kicker kürte Bülter, der auch in den vorherigen 90 Minuten immer wieder Akzente setzte, zum “Spieler des Spiels” (Note 2).

Für Bülter war es bereits das zweite Saisontor, er hatte in Köln den Anschlusstreffer besorgt (1:3) – als Einwechselspieler, denn Trainer Frank Kramer hatte sich mit Blick auf die Startelf da noch gegen Bülter entschieden, wie schon zuvor beim ersten Pflichtspiel im Pokal gegen den Bremer SV. Nicht zuletzt mit seinem Jokertor in Köln drängte sich Bülter für die Anfangsformation gegen Gladbach auf. Gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15. 30 Uhr, LIVE! bei kicker) wird nun erst recht mit ihm von Beginn an zu rechnen sein.

Toni Lieto

Zalazar macht den Unterschied – schon wieder

Der letzte Schalker Heimspiel-Torschütze 2021/22 ist auch der erste Heimspiel-Torschütze 2022/23, erster Schalker Pflichtspiel-Torschütze dieser Saison wurde Rodrigo Zalazar gegen den Bremer SV bereits. Noch reicht seine Luft aber nicht für 90 Minuten.

Durfte über sein erstes Bundesliga-Tor jubeln: Rodrigo Zalazar.

Durfte über sein erstes Bundesliga-Tor jubeln: Rodrigo Zalazar.

picture alliance/dpa

Schalkes Treffer zum 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach (2:2) war am Samstag eine Premiere: Rodrigo Zalazar erzielte sein erstes Tor für die Königsblauen in der Beletage, damit gibt es jetzt 270 Bundesliga-Torschützen der Knappen. Das ist Rekord, gemeinsam mit Eintracht Frankfurt. Es folgen in diesem Ranking der VfB Stuttgart (269) und der Hamburger SV (257).

Zalazar machte wieder einmal den Unterschied. 2022/23 knüpft er nahtlos an seine Auftritte aus der Aufstiegssaison an, als er im Saisonfinale in Nürnberg aus 59 Metern traf und den Gelsenkirchenern damit zur Zweitliga-Meisterschaft verhalf. Zum Aufstieg hatte er sie da bereits geschossen – mit seinem fulminanten 3:2-Siegtreffer eine Woche zuvor vor heimischer Kulisse gegen den FC St. Pauli.

Die Luft reicht noch nicht für 90 Minuten

Der letzte Heimspiel-Torschütze der Saison 2021/22 ist nun also auch der erste Heimspiel-Torschütze der Saison 2022/23, erster Schalker Pflichtspiel-Torschütze 2022/23 wurde Zalazar mit seinem 1:0 nach zwei Minuten im Pokal gegen den Bremer SV (5:0) bereits. Fast wäre er auch erster Liga-Torschütze nach dem Aufstieg geworden, doch sein Treffer zum vermeintlichen 1:0 in der Vorwoche gegen den 1. FC Köln war wegen Maya Yoshidas Abseitsstellung aberkannt worden.

Wie schon gegen den Bremer SV sowie in Köln reichte Zalazars Luft auch gegen Gladbach noch nicht für 90 Minuten. Im Pokal war er nach 73 Minuten ausgewechselt worden, gegen den Effzeh schon nach 57, gegen die Borussia nach 66. “Geschwindigkeit und Qualität sind in der Bundesliga noch mal intensiver”, sagt Zalazar und zielt auch auf die Defensivarbeit ab, die Offensivspieler wie er zu verrichten haben.

Der 23-Jährige half auch gegen die Borussia mit Leidenschaft in der Verteidigung mit, das ständige rauf und runter schlaucht. “Ich würde 90 Minuten durchhalten”, betont Zalazar auf kicker-Nachfrage, aber es sei nun einmal nicht förderlich, wenn er nur noch mit halber Kraft agieren könnte. Der Mittelfeldspieler hat nun bis Samstag Zeit, um neue Energie zu tanken, dann muss Schalke 04 beim VfL Wolfsburg antreten.

Toni Lieto

Kramer: “Das wollen die Leute hier sehen”

Am Ende war die Freude bei Schalke 04 riesig, hatten die Königsblauen in buchstäblich letzter Sekunde doch noch einen Punkt gegen Borussia Mönchengladbach eingefahren. Für Trainer Frank Kramer ein verdienter Punkt auf eine Art und Weise, wie “die Leute das hier sehen wollen”.

Grenzenloser Jubel auf Schalke über den späten Ausgleich zum 2:2.

Grenzenloser Jubel auf Schalke über den späten Ausgleich zum 2:2.

IMAGO/Pakusch

Für den königsblauen Anhang war das 2:2 gegen Mönchengladbach vor allem im zweiten Durchgang ein Wechselbad der Gefühle. Die 1:0-Führung von Rodrigo Zalazar aus der ersten Halbzeit ging innerhalb von sechs Minuten verloren, sodass Schalke in den Schlussminuten wie der sichere Verlierer aussah. Ein Blackout-Handspiel vom Gladbacher Patrick Herrmann brachte S04 aber in der Nachspielzeit doch noch einmal zurück und Marius Bülter verwandelte zum leistungsgerechten Endstand.

Rückschläge? Für Kramer völlig normal

Man habe “leidenschaftlich gefightet”, so Kramer: “Wir werden in der Bundesliga immer wieder Rückschläge haben. Da muss man aufstehen, das hat die Mannschaft heute gemacht. Das ist, was hierher passt und was die Leute sehen wollen”, sagte Kramer bei “Sky”.

Kramer war aber nicht nur mit der emotionalen und mentalen Leistung seiner Mannschaft zufrieden, sondern auch mit dem spielerischen Auftritt des Aufsteigers im ersten Durchgang. Hier habe es Schalke “richtig gut gemacht”. Zwar war den Knappen klar, dass Gladbach mehr Ballbesitz haben werde, aber Schalke “hatte viele Abschlüsse, war zwingender”. 

Nach dem Seitenwechsel konnte seine Elf hier nicht mehr anknüpfen. Kramer weiter: “Wir sind zu passiv gewesen, konnten keine Nadelstiche mehr setzen.” Mit dem späten Ausgleich hatte Schalke aber doch noch etwas Sehenswertes für seine Zuschauer übrig. 

Mané, Schalke und eine außergewöhnliche Null

Die Bundesliga-Saison steht vor ihrem zweiten Spieltag – doch schon der erste bot ein paar besondere Zahlen.

Sadio Mané erwischte ein starkes Bundesliga-Debüt, Schalke um Maya Yoshida (re.) zeigte sich historisch zweikampfschwach. 

Sadio Mané erwischte ein starkes Bundesliga-Debüt, Schalke um Maya Yoshida (re.) zeigte sich historisch zweikampfschwach. 

imago images (2)

32

Seit der kicker Zugriff auf die entsprechenden Daten hat (2013/14), gab der 1. FC Köln nie so viele Torschüsse in einer Partie ab wie beim 3:1-Sieg gegen Schalke (32). Überhaupt gab es in den vergangenen beiden Spielzeiten nur zwei Partien, in denen eine Mannschaft 32 oder mehr Torschüsse abgab – der VfB Stuttgart beim 5:1 am 1. Spieltag 2021/22 gegen Fürth (33 Torschüsse) und Leverkusen beim 2:1 am 19. Spieltag 2021/22 in Gladbach (32 Torschüsse). Zeigt sich Köln am Samstag in Leipzig ähnlich abschlusswütig? 

32

Der FC Schalke 04 hatte in Köln am ersten Spieltag eine Zweikampfquote von 32 Prozent – der schlechteste Wert einer S04-Elf seit Beginn der Datenerfassung in 2013/14. Präsentiert sich die Kramer-Elf gegen Gladbach am Samstagabend robuster?

31

Die Jagd nach der kicker-Torjägerkanone 2022/23 ist eröffnet – und bereits 31 Spieler haben sich am ersten Spieltag in die Torschützenliste eingetragen. Mehr verschiedene Spieler trafen erst dreimal in der Bundesligageschichte am ersten Spieltag: 1974/75, 1986/87 (jeweils 32 Spieler) und 1981/82 (33 Spieler). Der Rekord für verschiedene Torschützen nach zwei Spieltagen liegt bei 58 Spielern aus der Saison 1983/84.

14

Thomas Müller bereitete bei Bayerns 6:1 in Frankfurt gleich drei Treffer vor. Damit steht bereits nach dem ersten Spieltag fest, dass der Ur-Münchner zum 14. Mal eine Saison mit mindestens drei Assists absolviert – das schaffte seit der Vorlagenerfassung 1988/89 vor ihm nur Claudio Pizarro. Mehr als drei Vorlagen in 14 verschiedenen Spielzeiten hatte noch nie ein Spieler.

3

Mit drei vorletzten Pässen und einem Tor hatte Sadio Mané die meisten Torbeteiligungen von allen Spielern am ersten Spieltag. Seit Beginn der Datenerfassung 2004/05 gelang es zuvor nie einem Spieler bei seinem Bundesliga-Debüt, drei oder mehr vorletzte Pässe zu spielen – nur Raul Bobadilla (2009/10, Gladbach), Xherdan Shaqiri (2012/13, Bayern) und Andreas Guardado (2013/14, Leverkusen) gelangen zwei vorletzte Pässe bei ihrem Debüt.

0

Kein einziger Strafstoß wurde am ersten Spieltag gepfiffen – das gab es zuvor zuletzt 1988/89. Sollte auch der zweite Spieltag ohne Elfmeter auskommen, wäre dies neuer Bundesliga-Rekord. In den vergangenen sieben Spielzeiten gab es an den ersten zwei Spieltagen immer mindestens vier Strafstöße.

Rödinghausen oder Gladbach: Hauptsache Spielpraxis für Aydin

Rechtsverteidiger Aydin fehlte beim Bundesliga-Auftakt im Schalker Kader. Trainer Frank Kramer und Sportdirektor Rouven Schröder erklären warum.

Wo läuft er auf? Mehmet Aydin soll möglichst viel Spielpraxis erhalten - möglicherweise auch in der Regionalliga.

Wo läuft er auf? Mehmet Aydin soll möglichst viel Spielpraxis erhalten – möglicherweise auch in der Regionalliga.

IMAGO/Nordphoto

Am Samstag wird Mehmet Aydin Schuhe und Stutzen, Trikot und Aufwärmshirt überziehen – die Frage ist nur wo er das tun wird. Vor mehr als 60.000 Zuschauern in der Schalker Arena gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Bundesliga oder vor etwas kleinerer Kulisse mit Schalkes Regionalliga-Reserve um 14 Uhr beim SV Rödinghausen.

Bei der 1:3-Auftaktniederlage in Köln fehlte “Memo”, wie ihn auf Schalke alle nennen, wie auch Neuzugang Leo Greiml im Kader der Profis. Nun erklärten Trainer Frank Kramer und Sportdirektor Rouven Schröder die Überlegungen dahinter. Die Frage sei nicht “Was fehlt Aydin?”, sondern vielmehr “Was braucht Aydin?”, machte der Coach klar: “Memo ist ein junger Spieler. Und wenn die Möglichkeit besteht, dass er nur auf der Bank sitzt, muss man immer überlegen, ob man ihm nicht Spielpraxis gibt.” Und davon bekomme er in der U 23 mehr und konstanter: “Auf lange Sicht ist das für die jungen Spieler wichtig.”

Auf Sicht dürften beide wieder häufiger im Profi-Kader auftauchen

Mehr zu Schalke 04

Sportdirektor Schröder war es wichtig, die Maßnahme richtig einzuordnen. “Wir sehen das auf Schalke nicht als Bestrafung”, verdeutlicht er: “Von daher ist es wichtig, dass wir da gar nicht in so ein Verständnis kommen, dass es heißt: Jetzt musst du runter.” Vielmehr sollte es so sein, dass die Spieler von sich aus sagen: “Bevor ich am Wochenende weniger spiele, gehe ich lieber freiwillig runter.” Zumal die Reserve mit zwei Siegen aus drei Spielen bestens in die neue Saison gekommen ist: “Die hatten einen super Saisonstart, spielen attraktiven Fußball, das macht richtig Spaß.”

Bereits am vergangenen Wochenende beim 1:3 gegen den SV Lippstadt hätten Aydin und Greiml “ein sehr gutes Spiel gemacht”, findet Schröder “und das gibt ja auch Selbstbewusstein und Praxis. Dann kommen die Spieler mit einem ganz anderen Selbstverständnis wieder.” Auf Sicht dürften beide ohnehin wieder häufiger im Kader der Profis auftauchen. Aydin bekommt von seinem Coach für den Weg noch ein Kompliment mit: “Memo hat die Aggressivität, die Leidenschaft, das Brennen, er hat auch immer Lösungen.”

Patrick Kleinmann

Kramer und die Energie der 60.000

Für sein erstes Bundesliga-Heimspiel mit gegen Schalke gegen Mönchengladbach bezieht Frank Kramer auch das Publikum mit ein. Vorne hat er einige Optionen.

Schon in Köln stark vertreten: Schalke-Fans.

Schon in Köln stark vertreten: Schalke-Fans.

IMAGO/Revierfoto

Die unglückliche Bundesliga-Rückkehr am vergangenen Sonntag beim 1. FC Köln mit allen vieldiskutierten Umständen sei abgehakt, machten Schalkes Trainer Frank Kramer und Sportdirektor Rouven Schröder nachdrücklich klar. Der Blick geht auf das erste Heimspiel nach dem Wiederaufstieg, am Samstag empfangen die Königsblauen einen anderen alten West-Rivalen, Borussia Mönchengladbach (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker).

Doch einmal geht der Blick von Kramer doch zurück nach Köln, denn zumindest ein Aspekt der 1:3-Niederlage ist ihm durchweg positiv in Erinnerung geblieben. “Man hat man schon in Köln gesehen, welche Energie und Kraft dahinter steckt”, befindet der Franke. Gemeint waren die Fans, von denen er sich auch am Samstag viel erhofft: “Ich habe eine Riesen-Vorfreude auf 60.000 Schalker. Wir brauchen die Geschlossenheit, das gemeinsame Vorangehen und die Unterstützung in den Phasen, in denen wir leiden müssen.”

Denn gegen den offenbar wiedererstarkten Gegner vom Niederrhein wartet eine Aufgabe auf Kramer Team. “Der Ballbesitz wird wieder mehr gepflegt, sie haben viele Spieler die übers Kicken kommen”, findet Kramer. Er sieht eine Mannschaft, die “immer die spielerische Lösung sucht, versucht durchs Zentrum durchzuschneiden und die beweglichen Spieler sucht”. Und das häufig durchs Zentrum. “Da müssen wir da sein. Mit Ball wollen wir mutiger werden, Räume nutzen und so oft wie möglich zum Abschluss kommen”, fordert der Coach.

Ein Plus für ihn: Ganz vorne besitzt Kramer neue Möglichkeiten. Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde ist wieder fit, zudem kam in Jordan Larsson unter der Woche ein weiterer Angreifer. “Simon ist voll im Training, wir können auf ihn zählen. Mit ihm, Sebastian Polter, Marius Bülter und Jordan haben wir viele Optionen und unterschiedliche Spielertypen”, sagt Kramer und lobt den Neuen: “Jordan können wir reinwerfen. Er ist ein Typ Spieler, der beweglich und spielfreudig ist, flinke Aktionen zum Tor hat und zwischen den Linien gut ist.” Nun ginge es darum zu schauen, “was uns gegen den jeweiligen Gegner die besten Möglichkeiten gibt”. Für den gesperrten Dominick Drexler könnte Bülter starten: “Er hat es gut gemacht, hat auch das Tor erzielt.”

Patrick Kleinmann

Larsson: “Ich brauche noch ein bisschen Zeit”

Während Simon Terodde gegen Gladbach erstmals in dieser Saison von Anfang an auflaufen könnte, dürfte das Debüt des neuen Schalker Stürmers Jordan Larsson noch auf sich warten lassen. Er brauche “noch ein bisschen Zeit”, sagte Larsson am Mittwoch.

Neue Nummer 7 auf Schalke: Jordan Larsson braucht noch Zeit.

Neue Nummer 7 auf Schalke: Jordan Larsson braucht noch Zeit.

imago images

Die Zahl der Treffer, die am Mittwoch im Trainingsspiel des FC Schalke fielen, ist arg überschaubar. Wie abgeklärt Simon Terodde vor dem Tor sein kann, bewies der Stürmer dabei aber einmal mehr. Einen Fernschuss konnte Ralf Fährmann nur nach vorne abklatschen lassen, Terodde tauchte plötzlich vor dem Keeper auf – ein effektiver Chip aus kurzer Distanz reichte, um den Ball cool über den am Boden liegenden Torwart ins Netz zu befördern.

Genau diese Knipser-Qualitäten sind es, die Schalke 04 auch im Pflichtspiel-Alltag unbedingt braucht. Im Pokal gegen den Bremer SV (5:0) fing die Mannschaft den Ausfall des Torjägers zwar gut auf, beim Ligaauftakt gegen den 1. FC Köln (1:3) haben seine Fähigkeiten aber sehr gefehlt. Terodde wurde erst in der 89. Minute für Sebastian Polter eingewechselt.

Die Einheit am Mittwoch hat verdeutlicht: Die muskulären Beschwerden sind überstanden, Terodde ist ein Startelf-Kandidat für den Heimauftakt am Samstag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Gladbach – zumal Polter nun vier bescheidene Pflichtspiel-Halbzeiten hinter sich hat und auf eine Pause zusteuert.

Larsson: “Ich hatte keine klassische Vorbereitung”

Derweil kommt für Schalkes zwölften Zugang dieses Sommers ein Platz in der Anfangsformation noch zu früh, wie Jordan Larsson selbst am Mittwoch nach dem Training in einem Mediengespräch andeutete. Der Stürmer brauche “noch ein bisschen Zeit”, um das nötige Fitnessniveau zu erreichen. “Anders als die Mannschaft hatte ich keine klassische Vorbereitung. Ich habe zwar mit einem persönlichen Coach gearbeitet, aber das ist natürlich nicht dasselbe”, sagt er. Denkbar, dass sich Larsson zumindest als Einwechselspieler auf die Bank setzt.

Toni Lieto

Rot-“Hattrick”: Drexler fehlt Schalke zweimal

Es war eine der meistdiskutierten Szenen des Bundesliga-Wochenendes. Nun hat das DFB-Sportgericht den Schalker Dominick Drexler nach dessen Platzverweis in Köln gesperrt.

Fehlstart in die neue Saison: Dominick Drexler (#24) sieht in Köln früh Rot.

Fehlstart in die neue Saison: Dominick Drexler (#24) sieht in Köln früh Rot.

IMAGO/RHR-Foto

In der 2. und 3. Liga hatte er jeweils schon einmal glatt Rot gesehen, jetzt ist das Dominick Drexler auch erstmals in der Bundesliga passiert. Sein 55. Auftritt im Oberhaus – der erste im Trikot des FC Schalke 04 – war am Sonntag bereits in der 35. Minute vorzeitig beendet, sein ligaübergreifender Rot-“Hattrick” damit perfekt.

Weil Schiedsrichter Robert Schröder einen Tritt Drexlers gegen Jonas Hector nach Eingriff des VAR als grobes Foul wertete und mit dem Platzverweis bestrafte, musste Schalke in Köln früh zu zehnt weiterspielen und verlor am Ende verdientermaßen mit 1:3. Zusätzlich wird Drexler den Königsblauen vorerst fehlen.

Das DFB-Sportgericht sperrte den 32-jährigen Mittelfeldspieler, der von 2018 bis 2021 beim FC unter Vertrag gestanden hatte, “wegen eines rohen Spiels gegen den Gegner” für zwei Spiele. Damit verpasst er das erste Heimspiel der neuen Saison gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Samstag (18.30 Uhr) ebenso wie das Auswärtsspiel eine Woche später beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, beide LIVE! bei kicker).

Die Schalker Verantwortlichen hatten nach dem Spiel mit Unverständnis auf die VAR-Intervention bei Drexlers Foul an Hector reagiert, und auch Steffen Baumgart war verwundert. “Bei der Roten Karte finde ich es schwierig, dass eingegriffen wurde”, so der FC-Trainer. “Beide Spieler klatschen sich sofort ab, weil zu erkennen war, dass nichts passiert ist.”

Polter: “Man muss ein klares Signal an die Schiedsrichter senden”

Schalke-Stürmer Sebastian Polter (31) hat den Platzverweis gegen Teamkollege Dominick Drexler zum Anlass genommen, eine Veränderung im Zusammenspiel zwischen Profis und Schiedsrichtern anzuregen.

Redebedarf: Sebastian Polter war nicht einverstanden mit der Entscheidung von Schiedsrichter Robert Schröder.

Redebedarf: Sebastian Polter war nicht einverstanden mit der Entscheidung von Schiedsrichter Robert Schröder.

IMAGO/Team 2

Ausnahmsweise war es nicht der Pausenpfiff, der aus den 90 Minuten zwei Abschnitte gemacht hatte. Zumindest nicht für Sebastian Polter. “Man muss das Spiel in zwei Hälften einteilen”, sagt Schalkes Stürmer in der aktuellen Ausgabe von “kicker meets DAZN” zur 1:3-Niederlage seines Teams beim 1. FC Köln. “Einmal bis zur Roten Karte – und dann das, was danach passiert ist.” Der umstrittene Platzverweis gegen Dominick Drexler in der 35. Minute bewegte Polter auch noch bei der Podcast-Aufzeichnung am Tag nach der letzten Partie des ersten Spieltags am Sonntagabend.

“50.000 Leute waren im Stadion – inklusive unserer Bank, inklusive der Kölner Bank, inklusive Jonas Hector, der direkt betroffen war und inklusive ‘Dome’, der auch direkt betroffen war. Und keiner hat gewusst, was der Schiri gerade macht”, beklagt Polter. “Das zeigt doch schon, dass es keinen Diskussionsspielraum gab, da irgendetwas zu unterbrechen. Für mich ist das keine Rote Karte, weil keine Intensität drin war. Es war zuerst auch keine klare Fehlentscheidung, da darf der Videobeweis gar nicht eingreifen.”

“Etwas anderes, als wenn jemand mit 300 km/h ankommt”

Zwar sei nun “der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns nicht mehr groß damit aufhalten dürfen”, aber laut Polter eben auch der Zeitpunkt, um Veränderungen anzustoßen. “Man muss ein klares Signal an die Schiedsrichter senden, dass wir Spieler – die Jungs, die tagtäglich ihre Knochen hinhalten – in solchen Situationen noch mehr involviert werden”, forderte der Stürmer mit Blick auf die womöglich durch Zeitlupenbilder beeinflusste Entscheidung. “Gerade in solchen langsamen und unkontrollierten Aktionen, bei denen keine Absicht dabei ist, muss man aufpassen, dass man eine Rote Karte gibt. Das ist etwas anderes, als wenn jemand mit 300 km/h ankommt.”

Aus diesem Grund befürwortet Polter unter anderem eine Einbindung von Ex-Profis in den VAR-Raum im Kölner Keller. “Ich glaube, dass man sich noch mehr optimieren kann”, findet der routinierte Angreifer. “Wenn man die Meinung eines Ex-Profis dazunimmt, kann das schon helfen.”

Dabei solle die Kommunikation aber keine Einbahnstraße bleiben. Daher habe Polter nach Abpfiff auch das Gespräch mit Referee Robert Schröder gesucht. “Letztendlich ist es wichtig, zu verstehen, warum er so entschieden hat”, erklärt er. “Den Austausch zwischen Spielern und Schiedsrichtern sollten wir weiter in den Vordergrund stellen, damit es seltener zu solchen Situationen kommt.”

Warum Polter einen niederländischen Schiedsrichter bewundert, warum er sich für einen Wechsel von Bochum nach Schalke entschieden hat und was VfL-Coach Thomas Reis daran nicht  verstand, erzählt Polter in der neuen Folge “kicker meets DAZN”.

kicker meets DAZN jetzt hier hören:

KMD #134 - Sebastian Polter Vol. II

08. August 202201:52:13 Stunden

KMD #134 – Sebastian Polter Vol. II

Die Bundesliga ist offiziell wieder gestartet und passend dazu hat sich die KMD-Crew einen Mann als Gast eingeladen, der bei dem Spiel auf dem Rasen stand, über das nach dem Wochenende wohl am meisten diskutiert wird! Sebastian Polter gibt sich zum zweiten Mal in der Geschichte dieses Podcasts die Ehre und diskutiert über seinen Wechsel von Bochum zum Revierrivalen Schalke, die strittigen VAR-Szenen aus dem Köln-Spiel und sein Image als Wandervogel. Außerdem pflügen sich Alex und Benni durch den gesamten ersten Spieltag, wagen sich dabei zeitgleich an Teil zwei ihrer Saisonvorschau und lassen sich von kicker-Reporter Matthias Dersch den Modeste-Transfer zum BVB erklären.

KMD #133 – Michael Ballack + Turid Knaak

01.08.2022

KMD #132 – Julian Brandt

24.05.2022

KMD #131

16.05.2022

KMD #130 – Konrad Laimer

09.05.2022

weitere Podcasts

Der Podcast ist über die Website und die Apps des kicker, die Portale der DAZN Group sowie alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar, wie zum Beispiel:

SpotifyDeezer iTunesGoogle PodcastsPodimo

Jetzt hören! Die neue KMD-Folge mit Sebastian Polter

08. August 202201:52:13 Stunden

KMD #134 – Sebastian Polter Vol. II

Die Bundesliga ist offiziell wieder gestartet und passend dazu hat sich die KMD-Crew einen Mann als Gast eingeladen, der bei dem Spiel auf dem Rasen stand, über das nach dem Wochenende wohl am meisten diskutiert wird! Sebastian Polter gibt sich zum zweiten Mal in der Geschichte dieses Podcasts die Ehre und diskutiert über seinen Wechsel von Bochum zum Revierrivalen Schalke, die strittigen VAR-Szenen aus dem Köln-Spiel und sein Image als Wandervogel. Außerdem pflügen sich Alex und Benni durch den gesamten ersten Spieltag, wagen sich dabei zeitgleich an Teil zwei ihrer Saisonvorschau und lassen sich von kicker-Reporter Matthias Dersch den Modeste-Transfer zum BVB erklären.