Der Druck auf Malen, Adeyemi und Moukoko steigt

Zum Start ins Jahr 2023 hat Edin Terzic zweimal in Serie auf Karim Adeyemi, Donyell Malen und Youssoufa Moukoko gesetzt. Hervortun konnte sich keiner der drei Angreifer des BVB – im Gegensatz zur internen Konkurrenz. Vor der Bundesliga-Partie in Leverkusen steigt daher für das Offensivtrio der Druck.

Sie müssen liefern, um ihren Platz zu behalten: Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko und Donyell Malen.

Sie müssen liefern, um ihren Platz zu behalten: Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko und Donyell Malen.

IMAGO/RHR-Foto

Fans wie Journalisten waren sich nach dem 2:1-Erfolg des BVB in Mainz einig: Von der Dortmunder Offensive um Stürmer Youssoufa Moukoko sowie den Außenspielern Donyell Malen und Karim Adeyemi war bei dem Gastspiel am Mittwochabend zu wenig Esprit und Gefahr ausgegangen. Trainer Edin Terzic allerdings sah das in Teilen anders, wie er am Freitag betonte: “Man sieht bei beiden eine Entwicklung”, sagte der 40-Jährige mit Blick auf Malen und Adeyemi, auch bei Moukoko sei am Mittwoch ein Fortschritt zu sehen gewesen im Vergleich zum Augsburg-Spiel.

“Youssoufa erinnert mich im Moment ein wenig an den Beginn der Saison. Damals hat er sich auch erst hereingekämpft”, erinnerte Terzic an die ersten Wochen der Spielzeit, in denen es dauerte, ehe bei dem Toptalent der Knoten platzte und er Erfolgserlebnisse sammelte (sechs Tore, vier Vorlagen). Der Dortmunder Trainer, der einen engen Austausch mit dem 18-Jährigen pflegt, sieht deshalb keinen Grund zur Beunruhigung: “Wir bleiben dabei: Er hat unfassbares Potenzial. Und wir sind uns sicher, dass er noch nicht fertig ist in seiner Entwicklung.” Man werde ihm weiter dabei helfen, “besser zu werden”. Zumal Moukoko “die Bereitschaft” zeige, aktiv an dieser Verbesserung mitzuarbeiten. “Es wird daher nicht mehr lange dauern”, sagte Terzic, ehe sich das auch wieder in Toren und Vorlagen widerspiegele.

Bei Malen und Adeyemi zeigte er sich ähnlich optimistisch, auch wenn beide unterschiedliche Themen abzuarbeiten hätten. So gibt es bei Malen derzeit eine auffällige Diskrepanz zwischen seinen Torerfolgen im Training und seiner Gefahr in Spielen. “Wenn wir Fünf-gegen-Fünf spielen, dann ist Donny derjenige, der fünf bis acht Tore schießt. Auch im Elf-gegen-Elf im Training trifft er”, sagte Terzic. “Trotzdem haben wir ihn in den Spielen bis jetzt noch nicht häufig in den Situationen gehabt, in denen wir ihn haben wollen.” Entsprechend steht beim niederländischen Angreifer in der Bundesliga noch die Null in der Torstatistik (zwei Vorlagen).

Bei Adeyemi sieht die Bilanz noch mauer aus (null Tore, eine Vorlage – beim 4:3 gegen Augsburg). Wie bei Malen würde das nicht allein am Angreifer liegen, sondern auch daran, wie er von seinen Teamkollegen in Szene gesetzt werde, erklärte Terzic: “Es bleibt ein Thema, sein Tempo auf den Platz zu bekommen. Wir könnten ihn dafür noch häufiger in Situationen einsetzen, die einfacher für ihn sind, weil er den Ball und den Raum vor sich hat.”

Noch zu wenig Bewegung im Angriff

Generell herrscht beim BVB derzeit noch zu wenig Bewegung im Angriff, die Offensivaktionen sind dadurch zu leicht ausrechenbar, die Anspielstationen manchmal knapp. Hier sieht Terzic explizit auch bei Malen und Adeyemi noch deutliches Steigerungspotenzial: “In der Aktivität müssen sie sich beide verbessern. Wenn der Ball mal nicht in der Nähe ist, dürfen sie nicht außen bleiben, sondern müssen in die zweite Stürmerposition einrücken.” Dadurch würden sich für beide auch bessere Abschlussmöglichkeiten ergeben.

Klar ist, dass sich sowohl Moukoko als auch Malen und Adeyemi künftig noch stärker strecken müssen, um ihren Platz in der Startelf zu verteidigen. In den zuletzt als Joker erfolgreichen Sebastien Haller (ein Assist), Giovanni Reyna (zwei Tore) und Jamie Bynoe-Gittens (ein Tor) stehen Terzic hochwertige Alternative zur Auswahl – auch wenn sie aufgrund ihrer langen Pausen noch nicht in Vollbesitz ihrer Kräfte sind. In Rückkehrer Marco Reus drängt zudem eine weitere Offensivkraft zurück auf den Platz. Perspektivisch wird auch der derzeit noch verletzte Youngster Julien Duranville, am Freitag vom RSC Anderlecht verpflichtet, versuchen, sich Spielzeit zu erkämpfen. Terzic kann dieser Konkurrenzkampf nur Recht sein.

Matthias Dersch

Moukoko bekommt rechtzeitig die Kurve – doch der große Gewinner heißt Kehl

Youssoufa Moukoko bleibt beim BVB und legt damit eine realistische Selbsteinschätzung an den Tag. Doch der größte Gewinner des Pokers ist Sportdirektor Sebastian Kehl. Ein Kommentar von kicker-Reporter Matthias Dersch.

Youssoufa Moukoko bleibt bei Borussia Dortmund - Sebastian Kehl erwies sich als harter Verhandlungspartner.

Youssoufa Moukoko bleibt bei Borussia Dortmund – Sebastian Kehl erwies sich als harter Verhandlungspartner.

imago images (2)

Wenn jemand nach mehr als 20 – über weite Strecken erfolgreichen – Jahren seinen Posten räumt, dann hat es der oder die Nachfolgerin nie sonderlich leicht. Zwangsläufig wird verglichen, geurteilt, bewertet – und das häufig sehr schnell und verfrüht. Das ist im Fußball nicht anders als in der Politik oder der Wirtschaft.

Auch Sebastian Kehl bekam das in den vergangenen Monaten zu spüren, seit er im Sommer als Sportdirektor von Borussia Dortmund auf Michael Zorc folgte. Auch wenn der frühere BVB-Kapitän als Leiter der Lizenzspielerabteilung bereits zuvor sportliche Verantwortung getragen hatte, war der Druck seitdem ein anderer. Kehl musste beständig liefern.

Moukokos neuer Vertrag sprengt keineswegs den Rahmen

Umso gefährlicher war für den 42-Jährigen die Causa Youssoufa Moukoko, die mit der Verlängerung des Sturmtalents ein gutes Ende für Kehl, den BVB und nicht zuletzt auch den Spieler gefunden hat. Wäre der Nationalspieler im kommenden Sommer ablösefrei gewechselt, hätte sich Kehl von vielen Seiten – ob berechtigt oder nicht – den Vorwurf anhören müssen, er habe es nicht geschafft, einen äußerst vielversprechenden und noch dazu jahrelang im Klub ausgebildeten Spieler zu halten. Dennoch ging er ins Risiko und setzte Moukoko und dessen Berater Patrick Williams nach einer finalen Verhandlungsrunde im Trainingslager in Marbella zuletzt via kicker ein Ultimatum bis zum Beginn des Spielbetriebs am Sonntag gegen den FC Augsburg.

Mit Erfolg: Am Samstag unterschrieb Moukoko einen neuen, bis 2026 datierten Vertrag, der finanziell fraglos werthaltig ist, aber keineswegs den Rahmen sprengt. Er beendete damit gerade rechtzeitig vor den für den BVB wegweisenden sportlichen Wochen die Hängepartie um seine Zukunft. Kehl darf sich trotz der vergleichsweise kurzen Vertragslaufzeit als der große Gewinner des Pokers fühlen. Nach dem lautlosen Überraschungstransfer von Julian Ryerson am Dienstag ist ihm binnen einer Woche ein weiterer Coup geglückt.

Das wird Kehl auch bei Reus und Hummels helfen

Kehl löste sich nach der zwar noch nicht abschließend bewertbaren, aber Stand jetzt nicht vollends durchschlagenden Sommer-Transferperiode durch den erfolgreichen Abschluss ein weiteres Stück aus dem Schatten seines Vorgängers Zorc und erwies sich als harter Verhandlungspartner, der auch vor Konsequenzen nicht scheut. Das wird ihm helfen, wenn er sich den nächsten drängenden Zukunftsfragen stellt. Denn die haben es in sich: Die Verträge der Spielführer Marco Reus und Mats Hummels laufen im Sommer aus. Hier wird Kehl erneut Verhandlungsgeschick beweisen und möglicherweise unbequeme Grundsatzentscheidungen treffen müssen.

Moukoko dagegen hat noch gerade rechtzeitig die Kurve bekommen, bevor sein Bild bei den zunehmend ungeduldiger werdenden Fans irreparable Schäden genommen hat. Die Anhänger dürften ihm am Sonntag im Stadion zujubeln. Kam der 18-Jährige doch zu der Einsicht, dass für seine noch junge Karriere weitere Jahre bei Borussia Dortmund besser sein dürften als ein verfrühter Wechsel ins Ausland, wo er angesichts seiner noch überschaubaren Leistungsdaten und nicht abgeschlossenen Entwicklung eher einer von vielen als das Toptalent schlechthin gewesen wäre.

Der Angreifer kann sich nun wieder voll und ganz darauf konzentrieren, seine in den vergangenen Monaten beachtlichen Fortschritte zu verstetigen. Und das wird auch nötig sein angesichts der überraschend schnellen Rückkehr von Sebastien Haller – die Kehl im Vertragspoker zusätzlich in die Karten spielte.

Offiziell: Moukoko unterschreibt neuen Vertrag beim BVB

Der Vertragspoker ist beendet. Youssoufa Moukoko hat bei Borussia Dortmund ein langfristiges Arbeitspapier unterschrieben.

Trägt weiterhin schwarz-gelb: Youssoufa Moukoko.

Trägt weiterhin schwarz-gelb: Youssoufa Moukoko.

Borussia Dortmund

Bald sieben Jahre trägt Youssoufa Moukoko, der im Sommer 2016 vom FC St. Pauli gekommen war, jetzt schon das Trikot von Borussia Dortmund. Nun könnten mindestens drei weitere dazukommen.

Der 18-jährige Angreifer, dessen bisheriges Arbeitspapier am 30. Juni ausgelaufen wäre und der im zähen Vertragspoker auch mit einem Abgang geliebäugelt hatte, hat beim BVB bis 2026 verlängert. Das gab der Tabellensechste der Bundesliga, der am Sonntagabend (17.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mit dem Heimspiel gegen Augsburg wieder in den Spielbetrieb einsteigt, am Samstagnachmittag bekannt.

“Youssoufa ist ein außergewöhnlicher Spieler, den wir selbst ausgebildet haben und in dem wir noch riesiges Entwicklungspotenzial sehen”, wird Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl in der Vereinsmeldung zitiert. “Uns war es wichtig, die Verhandlungen in dieser Woche abschließen zu können, damit wir alle – und insbesondere auch Youssoufa – in Ruhe und voll fokussiert auf die sportlichen Herausforderungen ins Fußballjahr 2023 starten können.”

Moukoko: “Eine Entscheidung des Herzens”

“Es ist kein Geheimnis, dass ich mich beim BVB wohl fühle”, sagt Moukoko selbst. “Ich habe in den Nachwuchsteams gespielt, hier meine ersten Schritte im Profifußball gemacht und nun bin ich bereit, auch den nächsten Schritt meiner Entwicklung gemeinsam mit dem Verein zu gehen. Natürlich hat mich das Interesse anderer Klubs geehrt, aber letztlich ist es eine Entscheidung des Herzens.”

Sportdirektor Kehl hatte dem verheißungsvollen Sturmtalent zuletzt im kicker-Interview ein Ultimatum gesetzt: “Wir haben ihm ein sehr attraktives Angebot geschnürt – das kann er annehmen oder die Wege trennen sich.” Moukoko, der 2022/23 in bisher 14 Bundesliga-Spielen sechs Tore schoss (vier Vorlagen), hat angenommen.

Der deutsche Nationalspieler, der bei der WM in Katar zu einem Kurzeinsatz gekommen war, brach im BVB-Trikot bereits etliche Altersrekorde. In der Bundesliga ist Moukoko der bisher jüngste Spieler und Torschütze, in der Champions League der bisher jüngste Spieler. Auf einen Treffer in der Königsklasse wartet der Linksfuß noch – er wird ihn wohl für Borussia Dortmund erzielen.

“Das hätten die Wenigsten von euch erwartet”

Youssoufa Moukoko verlängert bei Borussia Dortmund und macht damit auch Trainer Edin Terzic froh. Der Trainer hat auch in den letzten Wochen viel Engagement bei seinem Youngster gesehen.

Die Zusammenarbeit geht weiter: Edin Terzic (re.) und Youssoufa Moukoko.

Die Zusammenarbeit geht weiter: Edin Terzic (re.) und Youssoufa Moukoko.

IMAGO/Kirchner-Media

Dass Youssoufa Moukoko seinen auslaufenden Vertrag bei Borussia Dortmund verlängert, durfte Edin Terzic bei seiner Pressekonferenz am Freitagmittag noch nicht verkünden. Doch natürlich wusste auch er längst Bescheid – und beantwortete die Fragen zu seinem 18 Jahre jungen Angreifer mit einem Lächeln.

“Wir freuen uns natürlich, dass es jetzt zeitnah Klarheit geben wird”, sagte der Trainer. “Youssoufa ist ein Spieler, der so viel Potenzial mitbringt, der noch lange nicht fertig ist, sich hier aber seit Jahren stetig weiterentwickelt. Die Entwicklung, die er in den letzten Monaten genommen hat, hätten ihm im Juli die Wenigsten zugetraut. Ich bin einfach glücklich über jeden Tag, den ich mit Youssoufa arbeiten darf, und ich würde mich freuen, wenn das noch ganz lange anhält.”

“Wir haben das Talent in Youssoufa immer gesehen”

Am Donnerstagabend war durchgesickert, dass Moukoko sich für einen Verbleib beim BVB entschieden hat und damit den Lockrufen noch potenterer Klubs und eines noch höheren Gehalts widerstanden hat. Das teils aufgeheizte Ringen um die Zukunft des Neu-Nationalspielers und WM-Fahrers ist damit nach vielen Monaten beendet.

Wurden die vielen Spekulationen für Moukoko zur Belastung? “Das habe ich auf dem Trainingsplatz nicht wahrgenommen, er gibt sich sehr viel Mühe”, widersprach Terzic. “Diese Gespräche, in denen es um Verträge, Laufzeiten oder Zahlen geht, finden zwischen Spieler und Trainer bei uns nicht statt.” Das sei Sache von Sportdirektor Sebastian Kehl, der der Moukoko-Seite am Montag via kicker ein Ultimatum gestellt hatte – mit Erfolg.

“Youssoufa ist jemand, der immer 100 Prozent gibt, in jedem Training, und der versucht, das auch in den Spielen umzusetzen”, schwärmte Terzic und meinte auch mit Blick auf die beachtliche Bilanz an den ersten 15 Spieltagen (14 Einsätze, sechs Tore, vier Vorlagen) und die folgende WM-Nominierung: “Ich glaube schon, dass es nicht leicht war in den letzten Wochen und Monaten, weil es sehr schnell ging. Es ging rasant bergauf. Es ging so schnell – das hätten die Wenigsten von euch erwartet.” Terzic und seine BVB-Mitstreiter dagegen sehr wohl. “Wir haben das Talent in Youssoufa immer gesehen. Und dabei begleiten wir ihn.”

Moukoko vor Vertragsverlängerung beim BVB

Das Ultimatum von Borussia Dortmund hat offenbar Wirkung gezeigt: Youssoufa Moukoko steht vor der Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags.

Er bleibt dem BVB wohl treu: Youssoufa Moukoko.

Er bleibt dem BVB wohl treu: Youssoufa Moukoko.

IMAGO/Kirchner-Media

“Wir haben ihm ein sehr attraktives Angebot geschnürt – das kann er annehmen oder die Wege trennen sich”, hatte Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl zuletzt im kicker-Interview Moukoko unmissverständlich deutlich gemacht und dem Sturmtalent ein Ultimatum bis zum Ende der laufenden Woche gesetzt. Nun hat sich die Sturmhoffnung entschieden: Er bleibt der Borussia treu. Dies berichtete “Bild” zuerst.

Der deutsche Nationalstürmer hat den im Trainingslager in Marbella final ausgehandelten Vertrag, der ihm eine deutliche Gehaltserhöhung beschert, allerdings noch nicht unterschrieben. Dies soll zeitnah noch vor dem Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg am Sonntag geschehen.

Sieben Jahre beim BVB ausgebildet

Damit endet das zähe Ringen um die Zukunft des 18-Jährigen. Kehl sprach im kicker davon, dass der BVB “seit vielen Monaten” bestrebt war, Moukokos Vertrag zu verlängern, “weil wir felsenfest davon überzeugt sind, dass für Youssoufas sportliche Perspektive dieser Klub und diese Konstellation richtig sind”. Zu dieser Einsicht kam nun offenbar auch der Youngster.

Der deutsche Nationalspieler (zwei Länderspiele, davon ein Kurzeinsatz bei der WM in Katar), der als Elfjähriger im Sommer 2016 vom FC St. Pauli zu den Schwarz-Gelben gekommen war, wurde beim BVB bereits früh in die Profi-Mannschaft integriert und hat in den vergangenen Jahren einige Altersrekorde geknackt.

Fast immer ist der er der Jüngste – nur in der 3. Liga nicht

Moukoko, der am 20. November 2022 seine Volljährigkeit feiern durfte, ist der bisher jüngste Bundesliga-Spieler und -Torschütze, der jüngste Champions-League-Spieler (in der Königsklasse ist er noch ohne Tor) und der jüngste WM-Fahrer des DFB.

Dass er dabei nicht nur Einsätze vorweisen kann, sondern in der Liga zumindest auch schon Spuren hinterlassen hat, beweist die Statistik der jüngsten Bundesliga-Torschützen mit mindestens zehn Treffern – auch hier hat Moukoko die Nase vorne (insgesamt elf Tore in 44 BL-Spielen).

Die zeitnah erfolgende Verlängerung von Moukoko ist nach dem Winter-Transfer von Julian Ryerson der nächste Erfolg von Kehl bezüglich der Zukunftsplanungen der Borussia, die noch lange nicht abgeschlossen sind.

In den kommenden Wochen stehen weitere wichtige Gespräche an. Etwa mit den Routiniers Mats Hummels und Marco Reus, deren Verträge im Sommer ebenso auslaufen wie die von Mo Dahoud, Raphael Guerreiro, Anthony Modeste und Felix Passlack.

Klar ist: Das Gesicht des BVB soll und wird sich in den kommenden Monaten weiter verändern. Nicht alle Spieler, deren Verträge auslaufen, dürften daher – anders als Moukoko – ein neues Vertrags-Angebot bekommen.

Matthias Dersch, bst, aka

Matthäus: “Im Ausland wartet keiner auf Moukoko”

Am Freitag rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. Vor dem Re-Start äußert sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus über den Top-Hit Leipzig gegen Bayern, den Titelkampf und mehr.

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus

picture alliance / Eibner-Pressefoto

Als TV-Experte bei “Sky” und RTL hat Lothar Matthäus alles rund um die Bundesliga und die Nationalmannschaft im Blick. Während seines Skiurlaubs sprach der deutsche Weltmeister von 1990 im großen Interview der Donnerstagsausgabe des kicker über spannende Personalfragen, die Zukunft des Fußballs und natürlich den späten Start aus der Winterpause. “Ich denke, es war richtig, so lange zu warten, denn das Programm war ja schon vor der WM sehr straff, speziell für die Nationalspieler. Und bei allem Respekt vor allen Profis, aber gerade um die Stars geht es, und die brauchen auch mal wieder Zeit, um ihren Akku aufzuladen. Der Kopf muss frei werden. Die Zeit”, so der 61-Jährige, “konnte jetzt für eine längere Vorbereitung genutzt werden. Die längere Pause kann der Qualität der Spiele nur guttun.”

Was Freiburg, der Verein, das Team und der Trainer geleistet haben, ist großartig. Warum sollte ihnen keine Überraschung gelingen?

Lothar Matthäus

Am Freitag geht’s los mit dem Kracher Leipzig gegen Bayern. Und Matthäus legt sich fest: “Es ist nur ein Spiel, ja, aber ein ganz besonderes: Gewinnt der FC Bayern, wird er Meister. Wenn die Münchner nicht gewinnen, gar verlieren sollten, dann ist vor allem auch Leipzig dabei.” Für den Weltmeister ein großer Verdienst von Marco Rose. “Er passt perfekt dorthin, aufgrund seiner Herkunft, auch aufgrund seiner Erfahrungen in Salzburg. Mit Max Eberl ist noch mal Kompetenz und Erfahrung hinzugekommen, das Paket passt.” Wenn RB gewinnt, hält Matthäus einen heißen Dreikampf für möglich. “Union Berlin hat zwar auch begeistert, die hatte auch keiner auf dem Schirm. Aber ich denke an Freiburg! Es macht Spaß, dieser Mannschaft zuzuschauen. Was der Verein, das Team und der Trainer Christian Streich geleistet haben, ist großartig. Es gab immer mal Überraschungen, warum sollte Freiburg keine gelingen?”

Der Meistertitel wird niemandem geschenkt, auch den Bayern nicht. Nur nationale Titel sind aber nicht der Anspruch des FC Bayern.

Lothar Matthäus

Die Münchner holten zuletzt zehnmal in Folge die Meisterschale, nun aber ist Robert Lewandowski weg, Manuel Neuer verletzt, Sadio Mané aktuell ebenfalls noch. Eigentlich müssten die Bayern-Verfolger sagen: jetzt oder nie! Findet auch Matthäus: “Ja, aber die anderen Vereine dürfen dann eben nicht schwächeln. Leipzig hat den Start vermasselt, Dortmund hat seine Aussetzer, Leverkusen steht auf Rang 12.” Bayern aber habe eben die Qualität, um solche Ausfälle zu kompensieren. “Die Meisterschaft ist eine Pflichtaufgabe mit dieser Qualität. Auch wenn dieser Titel, das möchte ich betonen, niemandem geschenkt wird, auch den Bayern nicht.” Aber: “Die Meisterschaft ist ein Muss, die Pokalwettbewerbe sind die Kür. Aber nur nationale Titel sind nicht der Anspruch des Klubs.”

Im möglichen Titel-Mehrkampf hat Matthäus den BVB nicht wirklich mehr auf dem Zettel. “Die Qualität der Spieler spricht für eine höhere Platzierung als Rang 6. Sie müssen nicht Meister werden, aber sie haben viele Punkte hergeschenkt”, findet der ehemalige Weltklasse-Spieler. Für Dortmunds 18-jährigen Youngster Youssoufa Moukoko, dessen Vertrag ausläuft und der mit dem FC Chelsea in Verbindung gebracht wird, hat er einen gutgemeinten Ratschlag parat: “Er muss sich erst mal einiges erarbeiten, im Ausland wartet keiner auf ihn. Sancho, Dembelé, Pulisic – an den alten Dortmundern, und wie es ihnen ergeht, sollte sich Moukoko mal orientieren.”

Im großen Interview vor dem Re-Start spricht Lothar Matthäus in der Donnerstagsausgabe (hier als eMagazine über Neuner Harry Kane, Keeper Gregor Kobel, Bundestrainer Hansi Flick, Kraft und Tradition von Kellerkind Schalke, Rudi Völler als Nationalmannschaftsmanager, die Super League und natürlich die Chancen der deutschen Klubs im Achtelfinale der Champions League.

Thomas Böker

Kehls Ultimatum: “Moukoko kann dieses Angebot annehmen – oder wir trennen uns”

Im Gespräch mit dem kicker setzt Sebastian Kehl Youssoufa Moukoko ein Ultimatum zur Vertragsverlängerung. Zudem spricht Dortmunds Sportdirektor über die auslaufenden Kontrakte von Marco Reus und Mats Hummels.

Im Zwiegespräch: Sebastian Kehl und Youssoufa Moukoko.

Im Zwiegespräch: Sebastian Kehl und Youssoufa Moukoko.

IMAGO/Kirchner-Media

Die Verhandlungen um eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags mit Youngster Youssoufa Moukoko sind seit Wochen das beherrschende Thema rund um Borussia Dortmund. Nun spricht Sportdirektor Sebastian Kehl im kicker-Interview ein Machtwort: “Wir haben ihm ein sehr attraktives Angebot geschnürt, das viel Raum für Entwicklung gibt. Das sollte zu einer Entscheidung führen. Die muss er mit seinem Umfeld und seinem Berater treffen.”

Und zwar bald: “Youssoufa kann dieses Angebot nun annehmen und sich zu Borussia Dortmund bekennen – oder die Wege werden sich trennen. Ich würde mir wünschen, dass er sich für uns entscheidet, weil er mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist und ich riesiges Potenzial in ihm sehe. Aber es gibt für uns als Verein Grenzen. Und diese Grenzen haben wir aufgezeigt. Jetzt liegt es an ihm, sich zeitnah zu bekennen.”

In einer Woche soll alles geklärt sein

Das Dauer-Thema soll vor dem Jahres-Auftaktspiel gegen den FC Augsburg am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) vom Tisch: “Youssoufa und seine Berater wissen, dass wir in dieser Woche eine Entscheidung erwarten, da wir das Thema vor dem ersten Spieltag geklärt haben wollen. Damit auch der Junge sich ganz den sportlichen Herausforderungen widmen kann.”

Kehl lässt keine Zweifel daran, dass der Verein unbedingt mit dem Stürmer weiterarbeiten möchte: “Youssoufa ist ein toller Junge. Er ist fast sieben Jahre bei uns im Verein, wir haben ihn ausgebildet und weiterentwickelt. Bei uns ist er Profi und Nationalspieler geworden. Er hat unglaublich viel Unterstützung von uns bekommen und selbst hart dafür gearbeitet, Erfolg zu haben.” Der Verein sei “seit vielen Monaten bestrebt, seinen Vertrag zu verlängern, weil wir felsenfest davon überzeugt sind, dass für Youssoufas sportliche Perspektive dieser Klub und diese Konstellation richtig sind”.

Bei Reus und Hummels ist Kehl entspannt

Der Vertrag des 18-Jährigen ist nicht der einzige, der in weniger als einem halben Jahr ausläuft. Dass die Verhandlungen mit anderen Spielern wegen der Gespräche mit Moukoko weniger Wertschätzung erhalten, verneint Kehl klar: “Das ist doch Quatsch. Ich habe mit allen unseren Spielern, deren Verträge auslaufen, persönlich gesprochen und stehe mit ihren Beratern im ständigen Austausch. Wir müssen trotzdem an der einen oder anderen Stelle schauen, wie sich Dinge entwickeln.” Dann würden “Entscheidungen getroffen, und die werden klar und sauber kommuniziert”, sagt Kehl: “Da braucht sich niemand Sorgen zu machen.”

Das gelte auch für die beiden Teamkapitäne Marco Reus und Mats Hummels, die im Sommer bei Vertragsende 34 Jahre alt sein werden. “Aus den Gesprächen mit beiden kann ich sagen, dass wir mit der Situation sehr entspannt umgehen. Beide haben sich doch dazu in den vergangenen Wochen schon öffentlich geäußert. Mats hat für sich entschieden, dass er abwarten möchte, wie die Entwicklung bei ihm weitergeht. Das hat er selbst auch öffentlich formuliert”, betont Kehl: “Natürlich machen sich die Spieler Gedanken über ihre Zukunft. Das ist ja normal. Ich bin überzeugt davon, dass wir einen Weg finden, in Gesprächen gemeinsam weiterzukommen.”

Im großen Interview in der Montagsausgabe des kicker – oder im eMagazine – spricht Kehl über Grenzen, Ansprüche und den Kader, die schwierige Situation auf dem Transfermarkt, seines erstes halbes Jahr als Sportdirektor und wirtschaftliche Abwägungen beim BVB.

Patrick Kleinmann

Adeyemi über BVB und Haaland: “Ich würde nicht sagen, dass ich Druck verspüre”

Nationalspieler Karim Adeyemi kehrt nach erfolgreichen Jahren bei RB Salzburg nach Deutschland zurück. Am Mittwochnachmittag hat der 20-jährige Stürmer seinen Schritt zu Borussia Dortmund ausführlich erklärt – kuriose Feststellung bezüglich Erling Haaland inklusive.

Dreimal in Folge österreichischer Meister und dreimal in Folge Cupsieger: Karim Adeyemis Zeit bei RB Salzburg ist von Erfolgen übersät – auch von ganz persönlichen. Das 2018 von der SpVgg Unterhaching geholte Talent hat sich binnen kurzer Zeit zu einem gestandenen Profi mit Zug zum Tor entwickelt – über 30 Ligatore sowie über 20 Vorlagen in fast 100 Spielen im österreichischen Oberhaus zeugen davon, genauso vier Champions-League-Treffer. Das hat dem 20-jährigen gebürtigen Münchner nicht nur einen Platz in der deutschen Nationalmannschaft beschert, sondern nun auch einen langfristigen Vertrag bei Borussia Dortmund (bis 2027).

Bei seiner Abschiedspressekonferenz in Salzburg an diesem Mittwochnachmittag hat der neue Hoffnungsträger der Schwarz-Gelben nun nochmals ausführlich über seine Zeit bei RB, seinen Entschluss pro BVB und über weitere Dinge gesprochen.

Adeyemi über …

… die letzten intensiven Stunden mit der Reise nach Dortmund, der Unterschrift unter seinen Vertrag beim BVB und der anschließend schnellen Rückreise nach Salzburg samt Abschiedspressekonferenz zwei Spiele vor Saisonende: “Ich hätte gedacht, ich wäre etwas nervöser bei der Vertragsunterschrift. Es war aber ok. Ich denke, die Nervosität kommt dann erst bei der Begegnung mit der Mannschaft.”

… den Abschied aus Salzburg: “Es wird schwierig und emotional, weil es die letzten Jahre hier so erfolgreich und harmonisch war. Abschiede sind nicht so meins.”

… das erneut errungene Double mit RB Salzburg: “Das war das Ziel – und das haben wir geschafft. Ich bin sehr froh.”

… die besonderen Momente in Salzburg: “Da kann ich gar keine speziellen Sachen herauspicken, es gab so viele. Salzburg ist einfach auch eine schöne Stadt, hier gab es so viele Spieler und Menschen, die einem immer geholfen haben. Hier gibt es keine Menschen, die einem etwas Schlechtes wünschen. Da kann ich keinen Speziellen hervorheben, da kann ich einfach nur noch einmal ‘Danke’ sagen.”

Ich bin ein anderer Spielertyp. Das kann man nicht vergleichen.

Karim Adeyemi über die Fußstapfen von Erling Haaland

… die Bedeutung dieser Entscheidung, den nächsten Karriere-Step in der deutschen Bundesliga zu gehen: “Es ist schwierig, da die richtigen Worte zu fassen. Ich hatte sehr schöne Jahre hier in Salzburg und bin allen sehr dankbar, die mich hier die ganzen Jahre begleitet haben. Ich bin dennoch jetzt froh, diesen nächsten Schritt zu gehen. Es ist glaube ich auch ein guter Schritt für mich und meine Zukunft.”

… die Entscheidung pro Dortmund: “Ich habe mich schon länger mit dem Verein auseinandergesetzt – und ich denke einfach, dass das der nächste und richtige Schritt in meiner Karriere für mich ist. Ich habe mich einfach mit meiner Familie bei den Gesprächen immer wohl gefühlt. Und so ist es dann auch eine einfache Entscheidung gewesen.”

… die Atmosphäre in Dortmund: “Na klar freue ich mich total auf die Fans – und auch auf die Mannschaft. Das ist einfach großartig. Wie man Dortmund einfach kennt, hat der Verein einfach ein super Stadion und super Fans. Ich freue mich einfach auf die Zeit dort.”

… die erste Anfrage aus Dortmund und das weitere Vorgehen bis zur Vertragsunterschrift: “Kontakt gab es schon länger, ganz genau weiß ich das nicht. Ich war auf jeden Fall geehrt, ein Angebot von so einer Mannschaft bekommen zu haben. Ich habe Dortmund öfters verfolgt in der Bundesliga. Über die Zeit hat es sich dann ergeben, dass immer mehr Kontakt entstanden ist – bis hin zum Vertrag jetzt.”

… seine Einstellung bezüglich Vertragsgesprächen im Allgemeinen: “Ich muss bei so etwas immer ein gutes Gefühl bei der ganzen Sache haben. Es muss einfach harmonieren mit dem Verein, auch mit der Stadt und dem Umfeld. So muss das sein bei mir ganz persönlich – und es war dann auch mit Dortmund der Fall.”

… Marco Rose: “Ich habe mit dem Trainer geredet, das ist denke ich auch sehr wichtig, um zu erfahren, was er für eine Vorstellung hat. Die Gespräche mit ihm waren gut, ich verstehe mich auch sehr gut mit ihm. Wir haben einfach ein offenes Gespräch geführt, das war schon vor ein paar Monaten. Da hat der Trainer gesagt, dass er mich gern in Dortmund haben würde. Deswegen kann ich da auch mit einem guten Gefühl hingehen. Über die genaue Spielweise kann ich aber noch nichts sagen.”

… die großen Fußstapfen in Dortmund nach dem Abgang von Erling Haaland, der wie schon in Salzburg vor Adeyemis Ankunft weitergezogen ist: “Es ist ähnlich wie hier in Salzburg, wo ich in die Mannschaft gekommen bin. Es war hier zufälligerweise wieder Erling Haaland, dem ich gefolgt bin. Ich bin aber denke ich ein anderer Spielertyp als Erling. Das kann man nicht vergleichen. Ich würde allgemein auch nicht sagen, dass ich Druck verspüre. Ich will der Mannschaft einfach helfen und freue mich auf die Aufgabe in Dortmund.”


Karim Adeyemi

Hat am Dienstag seinen BVB-Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2027 unterzeichnet: Karim Adeyemi.
IMAGO/RHR-Foto

… seine spielerischen Ziele in den nächsten Jahren: “Es gibt viele Sachen, die ich noch verbessern kann. Ich kann aber jetzt nicht alle aufzählen … das sind schon noch viele. Was am wichtigsten ist, ist, dass ich mich verbessern will. Wichtig ist, immer zu reflektieren.”

… seine bereits erreichten Ziele: “Es ist noch nicht so, wie ich es will. Es geht immer noch besser, ich bin glaube ich auch einfach nie zufrieden. Deswegen ist es schwierig, hier jetzt etwas zu sagen. Das größere Ziel ist jetzt erst einmal noch, Torschützenkönig zu werden und vor allem die Zahl 2 noch davorzubekommen (aktuell Führender der Torschützenliste mit 19; Anm. d. Red.).”

Von konkreten Gesprächen weiß ich jetzt nichts.

Karim Adeyemi über ein Interesse vom FC Bayern

… den FC Bayern und ein etwaiges Interesse vom deutschen Rekordmeister: “Von konkreten Gesprächen weiß ich jetzt nichts. Ich sag mal so: Ich habe mich mit Dortmund die letzten Jahre mehr zusammengesetzt oder den Klub auch mehr verfolgt. Es hat hier einfach immer gut harmoniert.”

… seine Vorbilder: “Das kann ich nicht sagen, ich habe im Fußball jetzt direkt kein Vorbild. Ich sehe persönlich meinen Vater und meine Eltern als Vorbild.”

… die deutsche Meisterschaft: “Was der Klub für Ziele hat, müssen sie den Klub fragen. Mein Ziel ist jetzt erst einmal, in der Mannschaft klarzukommen und dort zunächst einmal Stammspieler werden.”

“Publikumsliebling in Dortmund”

Während der Pressekonferenz an diesem Mittwoch hat sich auch noch RB-Sportdirektor Christoph Freund (44) zu seinem 2018 aus Unterhaching und zunächst an den FC Liefering ausgeliehenen Schützling geäußert – und dabei nochmals Einblicke in seine Salzburger Zeit gegeben: “Diese Zeit ist extrem schnell vergangen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Karim mit seinen Eltern vor viereinhalb Jahren das erste Mal bei uns war. Dann ist alles sehr, sehr schnell gegangen. Innerhalb von Stunden ist die Entscheidung gefallen, dass er zu Salzburg wechselt. Er war damals schon ein junger, witziger Bursche und auch etwas nervös, das erste Mal von daheim, von München wegzugehen. Es war eine große Entscheidung, doch auch eine richtige. Wie er sich seither entwickelt hat, ist außergewöhnlich. Er hat für Furore gesorgt und unglaubliche Spiele auch in der Champions League abgeliefert. Er ist auch menschlich gewachsen und extrem beliebt.”

Und: “Es ist nicht verwunderlich, was er für einen Weg gegangen ist und noch geht. Er ist ein toller Mensch. Wie er Fußball spielt, ist einfach spektakulär. Da sind wir gespannt auf das, was wir in Zukunft noch von ihm hören und sehen werden. Er wird denke ich auch Publikumsliebling in Dortmund werden, er wird immer wieder für Raunen vor der Gelben Wand in Dortmund sorgen. Da bin ich sicher.”

Adeyemi über BVB und Haaland: “Ich würde nicht sagen, dass ich Druck verspüre”

Nationalspieler Karim Adeyemi kehrt nach erfolgreichen Jahren bei RB Salzburg nach Deutschland zurück. Am Mittwochnachmittag hat der 20-jährige Stürmer seinen Schritt zu Borussia Dortmund ausführlich erklärt – kuriose Feststellung bezüglich Erling Haaland inklusive.

Dreimal in Folge österreichischer Meister und dreimal in Folge Cupsieger: Karim Adeyemis Zeit bei RB Salzburg ist von Erfolgen übersät – auch von ganz persönlichen. Das 2018 von der SpVgg Unterhaching geholte Talent hat sich binnen kurzer Zeit zu einem gestandenen Profi mit Zug zum Tor entwickelt – über 30 Ligatore sowie über 20 Vorlagen in fast 100 Spielen im österreichischen Oberhaus zeugen davon, genauso vier Champions-League-Treffer. Das hat dem 20-jährigen gebürtigen Münchner nicht nur einen Platz in der deutschen Nationalmannschaft beschert, sondern nun auch einen langfristigen Vertrag bei Borussia Dortmund (bis 2027).

Bei seiner Abschiedspressekonferenz in Salzburg an diesem Mittwochnachmittag hat der neue Hoffnungsträger der Schwarz-Gelben nun nochmals ausführlich über seine Zeit bei RB, seinen Entschluss pro BVB und über weitere Dinge gesprochen.

Adeyemi über …

… die letzten intensiven Stunden mit der Reise nach Dortmund, der Unterschrift unter seinen Vertrag beim BVB und der anschließend schnellen Rückreise nach Salzburg samt Abschiedspressekonferenz zwei Spiele vor Saisonende: “Ich hätte gedacht, ich wäre etwas nervöser bei der Vertragsunterschrift. Es war aber ok. Ich denke, die Nervosität kommt dann erst bei der Begegnung mit der Mannschaft.”

… den Abschied aus Salzburg: “Es wird schwierig und emotional, weil es die letzten Jahre hier so erfolgreich und harmonisch war. Abschiede sind nicht so meins.”

… das erneut errungene Double mit RB Salzburg: “Das war das Ziel – und das haben wir geschafft. Ich bin sehr froh.”

… die besonderen Momente in Salzburg: “Da kann ich gar keine speziellen Sachen herauspicken, es gab so viele. Salzburg ist einfach auch eine schöne Stadt, hier gab es so viele Spieler und Menschen, die einem immer geholfen haben. Hier gibt es keine Menschen, die einem etwas Schlechtes wünschen. Da kann ich keinen Speziellen hervorheben, da kann ich einfach nur noch einmal ‘Danke’ sagen.”

Ich bin ein anderer Spielertyp. Das kann man nicht vergleichen.

Karim Adeyemi über die Fußstapfen von Erling Haaland

… die Bedeutung dieser Entscheidung, den nächsten Karriere-Step in der deutschen Bundesliga zu gehen: “Es ist schwierig, da die richtigen Worte zu fassen. Ich hatte sehr schöne Jahre hier in Salzburg und bin allen sehr dankbar, die mich hier die ganzen Jahre begleitet haben. Ich bin dennoch jetzt froh, diesen nächsten Schritt zu gehen. Es ist glaube ich auch ein guter Schritt für mich und meine Zukunft.”

… die Entscheidung pro Dortmund: “Ich habe mich schon länger mit dem Verein auseinandergesetzt – und ich denke einfach, dass das der nächste und richtige Schritt in meiner Karriere für mich ist. Ich habe mich einfach mit meiner Familie bei den Gesprächen immer wohl gefühlt. Und so ist es dann auch eine einfache Entscheidung gewesen.”

… die Atmosphäre in Dortmund: “Na klar freue ich mich total auf die Fans – und auch auf die Mannschaft. Das ist einfach großartig. Wie man Dortmund einfach kennt, hat der Verein einfach ein super Stadion und super Fans. Ich freue mich einfach auf die Zeit dort.”

… die erste Anfrage aus Dortmund und das weitere Vorgehen bis zur Vertragsunterschrift: “Kontakt gab es schon länger, ganz genau weiß ich das nicht. Ich war auf jeden Fall geehrt, ein Angebot von so einer Mannschaft bekommen zu haben. Ich habe Dortmund öfters verfolgt in der Bundesliga. Über die Zeit hat es sich dann ergeben, dass immer mehr Kontakt entstanden ist – bis hin zum Vertrag jetzt.”

… seine Einstellung bezüglich Vertragsgesprächen im Allgemeinen: “Ich muss bei so etwas immer ein gutes Gefühl bei der ganzen Sache haben. Es muss einfach harmonieren mit dem Verein, auch mit der Stadt und dem Umfeld. So muss das sein bei mir ganz persönlich – und es war dann auch mit Dortmund der Fall.”

… Marco Rose: “Ich habe mit dem Trainer geredet, das ist denke ich auch sehr wichtig, um zu erfahren, was er für eine Vorstellung hat. Die Gespräche mit ihm waren gut, ich verstehe mich auch sehr gut mit ihm. Wir haben einfach ein offenes Gespräch geführt, das war schon vor ein paar Monaten. Da hat der Trainer gesagt, dass er mich gern in Dortmund haben würde. Deswegen kann ich da auch mit einem guten Gefühl hingehen. Über die genaue Spielweise kann ich aber noch nichts sagen.”

… die großen Fußstapfen in Dortmund nach dem Abgang von Erling Haaland, der wie schon in Salzburg vor Adeyemis Ankunft weitergezogen ist: “Es ist ähnlich wie hier in Salzburg, wo ich in die Mannschaft gekommen bin. Es war hier zufälligerweise wieder Erling Haaland, dem ich gefolgt bin. Ich bin aber denke ich ein anderer Spielertyp als Erling. Das kann man nicht vergleichen. Ich würde allgemein auch nicht sagen, dass ich Druck verspüre. Ich will der Mannschaft einfach helfen und freue mich auf die Aufgabe in Dortmund.”


Karim Adeyemi

Hat am Dienstag seinen BVB-Vertrag mit einer Laufzeit bis zum 30. Juni 2027 unterzeichnet: Karim Adeyemi.
IMAGO/RHR-Foto

… seine spielerischen Ziele in den nächsten Jahren: “Es gibt viele Sachen, die ich noch verbessern kann. Ich kann aber jetzt nicht alle aufzählen … das sind schon noch viele. Was am wichtigsten ist, ist, dass ich mich verbessern will. Wichtig ist, immer zu reflektieren.”

… seine bereits erreichten Ziele: “Es ist noch nicht so, wie ich es will. Es geht immer noch besser, ich bin glaube ich auch einfach nie zufrieden. Deswegen ist es schwierig, hier jetzt etwas zu sagen. Das größere Ziel ist jetzt erst einmal noch, Torschützenkönig zu werden und vor allem die Zahl 2 noch davorzubekommen (aktuell Führender der Torschützenliste mit 19; Anm. d. Red.).”

Von konkreten Gesprächen weiß ich jetzt nichts.

Karim Adeyemi über ein Interesse vom FC Bayern

… den FC Bayern und ein etwaiges Interesse vom deutschen Rekordmeister: “Von konkreten Gesprächen weiß ich jetzt nichts. Ich sag mal so: Ich habe mich mit Dortmund die letzten Jahre mehr zusammengesetzt oder den Klub auch mehr verfolgt. Es hat hier einfach immer gut harmoniert.”

… seine Vorbilder: “Das kann ich nicht sagen, ich habe im Fußball jetzt direkt kein Vorbild. Ich sehe persönlich meinen Vater und meine Eltern als Vorbild.”

… die deutsche Meisterschaft: “Was der Klub für Ziele hat, müssen sie den Klub fragen. Mein Ziel ist jetzt erst einmal, in der Mannschaft klarzukommen und dort zunächst einmal Stammspieler werden.”

“Publikumsliebling in Dortmund”

Während der Pressekonferenz an diesem Mittwoch hat sich auch noch RB-Sportdirektor Christoph Freund (44) zu seinem 2018 aus Unterhaching und zunächst an den FC Liefering ausgeliehenen Schützling geäußert – und dabei nochmals Einblicke in seine Salzburger Zeit gegeben: “Diese Zeit ist extrem schnell vergangen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie Karim mit seinen Eltern vor viereinhalb Jahren das erste Mal bei uns war. Dann ist alles sehr, sehr schnell gegangen. Innerhalb von Stunden ist die Entscheidung gefallen, dass er zu Salzburg wechselt. Er war damals schon ein junger, witziger Bursche und auch etwas nervös, das erste Mal von daheim, von München wegzugehen. Es war eine große Entscheidung, doch auch eine richtige. Wie er sich seither entwickelt hat, ist außergewöhnlich. Er hat für Furore gesorgt und unglaubliche Spiele auch in der Champions League abgeliefert. Er ist auch menschlich gewachsen und extrem beliebt.”

Und: “Es ist nicht verwunderlich, was er für einen Weg gegangen ist und noch geht. Er ist ein toller Mensch. Wie er Fußball spielt, ist einfach spektakulär. Da sind wir gespannt auf das, was wir in Zukunft noch von ihm hören und sehen werden. Er wird denke ich auch Publikumsliebling in Dortmund werden, er wird immer wieder für Raunen vor der Gelben Wand in Dortmund sorgen. Da bin ich sicher.”