Rückschlag: Aranguiz fehlt wohl länger

Charles Aranguiz hat es erneut erwischt. Aufgrund einer neuen Wadenproblematik wird der Mittelfeldspieler Bayer 04 Leverkusen voraussichtlich zumindest in diesem Kalenderjahr nicht mehr zur Verfügung stehen.

Droht eine längere Pause: Leverkusens Mittelfeldspieler Charles Aranguiz.

Droht eine längere Pause: Leverkusens Mittelfeldspieler Charles Aranguiz.

IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Am Dienstag hatte Charles Aranguiz bereits beim Training gefehlt. Wadenprobleme lautete die Erklärung des Klubs für die Absenz des Mittelfeldspielers. Am Mittwoch stellten sich diese Beschwerden als bedeutsam heraus: Der chilenische Nationalspieler muss mit einer neuen Wadenproblematik vorerst pausieren.

Ein bitterer Rückschlag für den 33-Jährigen, der frühestens Anfang Januar im Training zurückerwartet wird. Das hieße, dass Aranguiz zumindest die erste Phase der Wintervorbereitung, die bis zum 18. Dezember läuft, komplett verpassen würde.

Für den Mittelfeldstrategen ein nächster Rückschlag. Schließlich liegt wegen hartnäckiger Wadenbeschwerden schon eine lange Zwangspause hinter dem Spieler, der zuletzt Mitte Oktober für Bayer 04 zum Einsatz kam. Anfang Januar müsste der Sechser also eine Phase von zweieinhalb Monaten ohne Spielpraxis aufarbeiten und wäre gegenüber seiner zahlreichen Konkurrenz deutlich im Rückstand.

Sicher ist, dass Trainer Xabi Alonso am Samstag bei den Glasgow Rangers definitiv auf Aranguiz verzichten muss. Wodurch sich die Personallage beim Werksklub verschärft. Zwar meldete sich am Mittwoch mit Mitchel Bakker (nach Erkältung), WM-Rückkehrer Sardar Azmoun und Florian Wirtz, der am Dienstag zur Belastungssteuerung ausgesetzt hatte, ein Trio zurück. Dafür fehlte Rechtsaußen Karim Bellarabi aus Gründen der Belastungssteuerung neu.

Zahlreiche Spieler fehlen derzeit

Zudem stehen Xabi Alonso akut Patrik Schick (Leistenprobleme), Callum Hudson-Odoi (private Gründe), Timothy Fosu-Mensah (muskuläre Probleme), Piero Hincapie (nach WM-Aus noch nicht zurück) sowie die noch im Turnier befindlichen WM-Teilnehmer Exequiel Palacios und Jeremie Frimpong nicht zur Verfügung. So werden beim Test in Glasgow wie schon in den Einheiten am Dienstag und am Mittwoch U-19-Akteure aushelfen müssen.

Aufgrund des Fehlens vieler Abwehrspieler käme es nicht überraschend, wenn Xabi Alonso in Glasgow nicht auf sein bisheriges 3-4-3, sondern auf ein System mit Viererkette setzt, womöglich ein 4-3-3, in dem am Mittwoch in einer Spielform Robert Andrich als Sechser sowie Nadiem Amiri und Wirtz, der nach seinem Kreuzbandriss 20 bis 25 Minuten zum Einsatz kommen soll, als Achter das Mittelfeld bildeten.

Stephan von Nocks

Der verspätete Tausch Flick für Krauß

Florian Flick steht unmittelbar vor einer Leihe zum 1. FC Nürnberg. Nachdem der Schalker in der laufenden Saison auf lediglich 450 Minuten kam, soll er beim Club die nötige Spielpraxis sammeln.

Wird für ein halbes Jahr vom S04 zum 1. FC Nürnberg verliehen: Florian Flick.

Wird für ein halbes Jahr vom S04 zum 1. FC Nürnberg verliehen: Florian Flick.

IMAGO/RHR-Foto

Was im Sommer nicht klappte, holt der 1. FCN nun nach: Er legt auf der Sechser-Position nach. Das Schalker Eigengewächs Florian Flick kommt auf Leihbasis, der Transfer befindet sich auf der Zielgeraden. Der 22-Jährige wird zunächst bis zum Sommer bei den Franken am Ball sein, eine Kaufoption räumt der Tabellenletzte der Bundesliga dem FCN nicht ein.

Club war schon im Sommer auf der Suche – jedoch nicht zwingend genug

Doch der Reihe nach: Auch im Sommer schaute sich der FCN nach dem Weggang der RB-Leipzig-Leihgabe Tim Krauß zum FC Schalke nach einem Sechser um. Oberste Priorität besaß dies jedoch nicht, auch weil die sportliche Führung überzeugt war, den Weggang mit eigenen “Bordmitteln” auffangen zu können. So war sie auch nicht allzu zerknirscht, dass alle aufgetanen Optionen einen zu großen Haken hatten: mal zu teuer, mal zu alt, mal beides zusammen und mal nicht besser als das, was der Club in seinen eigenen Reihen hatte.

Mehr Spielpraxis für Flick – Kaiserslautern ausgestochen

Die Ausgangslage hat sich nun aber ein Stück weiter verändert: Da mit Fabian Nürnberger eine gewichtige Option für die defensive Zentrale erst mal links hinten die durch Kreuzbandrisse von Erik Wekesser und Tim Handwerker entstandene Lücke schließen soll, ist Bedarf entstanden. Und so hat es sich bestens getroffen, dass Schalke sein in dieser Saison bisher nur 450 Minuten zum Zug gekommenem Eigengewächs Florian Flick ausleihen wollte. Der 22-Jährige sollte die Chance erhalten, wieder auf mehr Spielpraxis zu kommen.

Der Club hat sofort den Finger gehoben, der Liga-Konkurrent aus Kaiserslautern allerdings ebenso. Und die Pfälzer hatten sich am Mittwoch bis in die frühen Abendstunden in der Pole-Position gewähnt, ehe dann durchsickerte, dass der Club das Rennen machen würde. So kommt es verspätet zum “Tausch” Flick für Krauß, an dem es in Gelsenkirchen für den Neu-Nürnberger kein Vorbeikommen gab und auch weiterhin nicht gegeben hätte.

Mit Flick erhält der überraschend in den Abstiegskampf verstrickte Club einen robusten wie laufstarken Sechser, der es in der vergangenen Saison trotz seiner zunächst zu ungestümen Spielweise bei den Knappen auf 27 Einsätze brachte und somit nicht unwesentlich zur Zweitliga-Meisterschaft und dem Aufstieg der Schalker beitrug.

Flick vorerst nur für sechs Monate in Mittelfranken

Deswegen sind diese auch mit Blick auf ihre ungewisse sportliche Zukunft nicht gewillt, ihr Eigengewächs über diese Saison hinaus auszuleihen, von einer Kaufoption erst gar nicht zu reden. Vorerst, denn ein Liga-Erhalt würde das Ganze wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. Dies erklärt auch, warum sich der FCN so um Flick bemüht hat, obwohl er erst mal nur für sechs Monate zu haben ist. Dies vor dem Hintergrund, dass die Franken zuletzt nur Leihen mit einer Laufzeit von mindestens eineinhalb Spielzeiten eingegangen sind. Hinzu kommt, dass es die finanziell angespannte Lage nicht zulässt, irgendwelche Paradigmen zu pflegen.

Chris Biechele

Alarmierende VAR-Zahlen: Einer von vielen Schiri-Brennpunkten

Für die Bundesliga-Schiedsrichter war es bisher keine erfreuliche Saison. Es gibt einige Brennpunkte und grundsätzliche Probleme, die der kicker in einem großen Report (Donnerstagsausgabe) beleuchtet. Ein Hauptärgernis bleibt der VAR.

Immer wieder im Fokus: Der VAR.

Immer wieder im Fokus: Der VAR.

IMAGO/Team 2

Der aktuelle kicker-Notenschnitt der Bundesliga-Referees liegt bei 3,06 und ist damit nur unwesentlich besser als in der vorigen Saison (3,08), der mit Abstand schlechtesten seit VAR-Einführung 2017.

“Es gab viele gelungene Spielleitungen, viele korrekte Entscheidungen, auch in komplexen Situationen. Aber es gab auch einige Spielleitungen, in denen die Entscheidungen nicht der Erwartung oder den Leitlinien für die Regelauslegung entsprachen. Daran muss gearbeitet werden, damit das im Jahr 2023 wieder besser wird”, lautet ein Zwischenfazit von Lutz Michael Fröhlich, Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.

In Bezug auf den von Dr. Jochen Drees – wie Fröhlich unter einigen Schiris als Führungskraft umstritten – verantworteten VAR-Bereich wählt der Schiedsrichterchef deutlichere Worte: “Zu viele fehlende Eingriffe und einige falsche Eingriffe. Damit kann man nicht zufrieden sein. Auch wenn am Ende in der Bundesliga bisher 56 Fehlentscheidungen verhindert werden konnten.”

Laut Fröhlich fehlten in der Bundesliga zehn VAR-Eingriffe, fünf waren falsch. Zusammen mit 56 korrigierten Fehlern ein Alarmsignal – das in einem noch schlechteren Licht erscheint, da es in der 2. Liga deutlich besser lief. Obwohl dort bereits 18 Spiele mehr stattfanden, mussten nur 43 Fehler korrigiert werden, vier VAR-Eingriffe fehlten, drei waren falsch.

“Die bestehenden Leitlinien zur Bewertung von Spielvorgängen müssen intern noch mal intensiv dargestellt und präzisiert werden”, räumt Fröhlich auch mit Blick auf das Zusammenspiel VAR/Schiri den klaren Nachholbedarf ein. Doch das ist nicht der einzige bei den Referees.

Unklare Leitlinien, schlechte interne und externe Kommunikation, Defizite im Fußballverständnis, Unzufriedenheit mit der Einsatzverteilung, ein richterlicher Vorwurf der Intransparenz sowie eine Qualitätslücke auf der FIFA-Liste, aber auch Doppelmoral bei Vereinsvertretern plus eine Geld-Rangliste aller 23 aktuellen Bundesliga-Schiris – lesen Sie den großen Schiedsrichter-Report im aktuellen kicker (Donnerstagausgabe oder als eMagazine).

Carsten Schröter-Lorenz

Königsblau in der Kapitäns-Krise

Benedikt Höwedes war der letzte langjährige Mannschaftsführer des FC Schalke, seit seiner Absetzung im Sommer 2017 stecken die Königsblauen in der Kapitäns-Krise: 16 verschiedene Profis trugen die Armbinde. Die Konstanz fehlt, ein Ende ist nicht in Sicht.

Ist in den vergangenen Jahren oft an unterschiedlichste Arme gewandert: Die Schalker Kapitänsbinde.

Ist in den vergangenen Jahren oft an unterschiedlichste Arme gewandert: Die Schalker Kapitänsbinde.

Sven Simon

Als der FC Schalke 04 Benedikt Höwedes am 10. August 2017 mitteilte, dass dieser nach sechs Jahren als Kapitän nicht länger die Binde am Arm tragen würde, traf den Weltmeister die Botschaft von Domenico Tedesco hart. Der damals neue S04-Trainer schreckte nicht zurück vor dieser umstrittenen Entscheidung – rückblickend lässt sich sagen: Mit der Absetzung des Eigengewächses als Mannschaftsführer begann eine königsblaue Kapitäns-Krise, die bis heute andauert. Allein der Blick auf die jüngere Vergangenheit sowie die aktuelle Situation macht die mangelnde Kapitäns-Konstanz deutlich.

Die Kapitänsbinde als Wanderstück

Seit seiner Ernennung zum Kapitän im Sommer 2021 führte Danny Latza die Elf in lediglich zehn Ligaspielen aufs Feld. Er war oft verletzt, und wenn er fit war, saß er oft nur auf der Bank. So kommt es, dass in all der Zeit sogar zwei Spieler häufiger die Binde trugen als der Chef-Kapitän. Vize Simon Terodde kommt auf 18 Einsätze mit der Binde am Arm, der mittlerweile in die USA abgewanderte Victor Palsson auf 16. Zudem wurde seit Sommer 2021 vier weiteren Schalkern die Ehre zuteil: Maya Yoshida zweimal, Ralf Fährmann, Dominick Drexler und Thomas Ouwejan je einmal.

Seit 2017 führten 16 (!) verschiedene Profis die Mannschaft zu Beginn einer Erst- oder Zweitligapartie aufs Feld. 2017/18 Fährmann, 2018/19 erst Fährmann in der Hinrunde, in der Rückserie dann Benjamin Stambouli und vereinzelt Naldo und Daniel Caligiuri. 2019/20 war bis zum 15. Spieltag Alexander Nübel der Kapitän, gefolgt von Omar Mascarell (bis 23. Spieltag), dann je einmal Bastian Oczipka und Guido Burgstaller, ehe Caligiuri bis zum Ende der Saison übernahm. 2020/21 begann mit Mascarell als Captain, ab dem 15. Spieltag war Sead Kolasinac in Amt und Würden, vereinzelt vertreten von Stambouli, Fährmann und Klaas-Jan Huntelaar.

S04 muss im Sommer einen neuen Mannschaftsführer finden

Die Kapitäns-Konstanz fehlt, ein Ende ist nicht in Sicht. Nach Lage der Dinge wird sich Schalke im Sommer einen neuen Mannschaftsführer suchen müssen. Sowohl bei Latza, der an diesem Mittwoch seinen 33. Geburtstag feiert, als auch bei seinen beiden 34 Jahre alten Stellvertretern Terodde und Yoshida laufen die Verträge nach der Saison aus.

Von allen Spielern im aktuellen Kader hat Fährmann die größte Erfahrung als S04-Kapitän – mit Abstand. Der 34-jährige Ersatztorhüter, der noch einen bis 2025 gültigen Vertrag besitzt, führte die Mannschaft einst 58-mal aufs Feld. Er ist derjenige, der im Sommer 2017 Höwedes beerbt hatte.

Wie der neue Trainer Thomas Reis die Kapitäns-Krise betrachtet und ob er gedenkt, an der Konstellation etwas zu verändern, lesen Sie in der Donnerstagsausgabe des kicker (ab Mittwochabend als eMagazine).

Toni Lieto

Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Vertrag wird aufgelöst: DFL-Chefin Hopfen legt Amt nieder

Bereits am Sonntag hatte der kicker exklusiv vermeldet, dass Donata Hopfen das Aus drohe. Nun sind der Aufsichtsrat und die DFL-Chefin übereingekommen, das Dienstverhältnis einvernehmlich zu beenden.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

Die Zeit von Donata Hopfen als DFL-Chefin ist nach nur einem Jahr wieder beendet.

IMAGO/Nico Herbertz

Der sechsköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz von Hans-Joachim Watzke hat gemeinsam mit Hopfen das vorzeitige Ende des Vertragsverhältnisses beschlossen. Dies vermeldet die DFL am Mittwochabend und nannte “unterschiedliche Vorstellungen über die weitere strategische Ausrichtung der Gesellschaft” als Grund für den Schritt. Hopfen hatte zum 1. Januar 2022 den Vorsitz der DFL-Geschäftsführung und auch die Position als Sprecherin des DFL-Präsidiums übernommen. Ihr Dienstverhältnis endet zum Jahresende.

“Ich bedanke mich bei Donata Hopfen für ihren großartigen Einsatz und die intensiven Monate, in denen wir sehr vertrauensvoll zusammengearbeitet haben. Sie hat mit ihrem Blick, von außen kommend, wichtige Impulse für die Bundesliga gesetzt. Auch wenn wir den Weg jetzt nicht gemeinsam weitergehen, wünsche ich ihr für die Zukunft das Allerbeste”, sagte Watzke.

Hopfen: “Die richtigen Dinge angestoßen”

Hopfen bilanzierte ihre kurze Zeit im Amt. “Wir haben in den letzten Monaten viel erreicht und viel angestoßen. So haben wir eine tragfähige Zukunftsstrategie für den deutschen Profifußball entwickelt, große Kooperationen wie die mit der NFL angeschoben und wichtige Lücken in der Vermarktung geschlossen. Hier ist sicherlich der NFT-Deal über 170 Mio. Euro zu nennen. Auch international sind wir ein gutes Stück vorangekommen, die Verträge in Mexiko und der MENA-Region belegen das. Das Verhältnis zum DFB ist heute besser denn je. Ich bin dankbar für die Zeit und die Arbeit mit den Klubs und meinem Team”, wird sie zitiert und wünschte den nachfolgenden Verantwortlichen “den nötigen Mut und Willen zur Veränderung, um auf die wachsenden Herausforderungen nicht nur zu reagieren, sondern sie auch aktiv zu gestalten” – verbunden mit dem “notwendige Quäntchen Glück”. Sie gehe “in dem Bewusstsein, die richtigen Dinge angestoßen zu haben”.

In ihren Funktionen war Hopfen auch Vizepräsidentin des DFB und mithin die mächtigste Frau im deutschen Fußball geworden. Sie folgte bei der DFL auf Christian Seifert, der den Ligaverband zwischen 2005 bis 2021 sehr erfolgreich gesteuert hatte.

Seiferts Fußstapfen waren zu groß

Donata Hopfens Vertrag war ursprünglich bis zum 31. Dezember 2024 datiert. Wie der kicker aber am Sonntag exklusiv berichtete, wurde schon seit einiger Zeit im sechsköpfigen DFL-Aufsichtsrat und unter den acht Kollegen von Hopfen im DFL-Präsidium über eine weitere Zusammenarbeit mit Hopfen diskutiert.

Hopfen sei es nicht gelungen, in den vergangenen elf Monaten eine eigene Handschrift zu entwickeln. Weder in der Diskussion um die 50+1-Regel und die Forderungen des Bundeskartellamtes, noch bei den Themen Digitalisierung und Internationalisierung oder der Spielplangestaltung im Zusammenhang mit der bevorstehenden Ausschreibung der Medienrechte ab Sommer 2025 konnte Hopfen nach Ansicht ihrer Kritiker Zeichen setzen.

Zudem soll sich die Stimmung in der DFL-Zentrale in Frankfurt (Main) seit ihrem Amtsantritt verschlechtert haben, etliche Mitarbeiter haben die DFL in 2022 verlassen.

Leki und Hellmann als Übergangslösung im Gespräch

An der DFL-Spitze soll es bis zum Ende der Spielzeit 2022/23 eine Interimslösung geben. Demnach sollen Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt und Oliver Leki vom SC Freiburg die Geschäfte übernehmen. Dies bestätigte die Liga am Mittwoch jedoch noch nicht offiziell. Hellmann ist Mitglied des DFL-Präsidiums, Leki sitzt im Aufsichtsrat der DFL. Das Duo wird von ihren Vereinen für die neue Aufgabe freigestellt, im kommenden Sommer soll bei der DFL dann eine dauerhafte Lösung installiert werden.

jer, rf, aho

Es hat mit den Profis zu tun: Altintop soll befördert werden

In der Bundesliga spielte er für Schalke 04, Eintracht Frankfurt und den FC Augsburg. Seit 2020 ist Halil Altintop, dessen Bruder Hamit von 2007 bis 2011 das Bayern-Trikot trug, bei den Münchnern unter Vertrag. Im Nachwuchs. Erst als Trainer, seit Sommer als Schnittstelle zwischen Profis und Campus. Nun soll sein Aufgabenbereich erweitert werden.

Im Bayern-Campus herrscht derzeit Bewegung.

Im Bayern-Campus herrscht derzeit Bewegung.

IMAGO/Ulrich Wagner

Martin Demichelis, der zuletzt die U 23 beim FC Bayern trainiert hatte, hat den Rekordmeister verlassen und wird im Januar Chef-Coach bei River Plate. Seinen vorherigen Posten übernimmt Holger Seitz. Der 48-Jährige, seit 2019 Leiter Nachwuchsarbeit, war bereits 2018/19 und 2020/21 bei der 2. Mannschaft der Münchner als Trainer an der Seitenlinie und soll nun eine Konstante werden.

Schnittstelle zwischen Ausbildung und Säbener Straße

Aus diesem Grund sind seine operativen Aufgaben neu zu vergeben. Seit ein paar Wochen wird intern über diesen Tätigkeitsbereich diskutiert. Nach kicker-Informationen ist Halil Altintop dafür vorgesehen, er soll befördert werden. Der 39-Jährige – er kam 2020 als Co-Trainer der U 16, coachte vergangene Saison die U 17 – fungiert seit Sommer als Talentmanager beziehungsweise Übergangskoordinator am Campus. Quasi als Schnittstelle zwischen NLZ und Profimannschaft, um die Kommunikation zwischen der Ausbildungsstätte und der Säbener Straße zu fördern. Darüber hinaus ist Altintop der Ansprechpartner für die verliehenen Spieler wie Gabriel Vidovic (Vitesse Arnhem). Nun soll er künftig mehr Verantwortung übernehmen.

Mehr dazu erfahren Sie in der neuen Donnerstag-Ausgabe des kicker (und schon ab Mittwochabend im eMagazine) – unter anderem, welcher Spieler schon mit den Profis trainiert, weil Altintop in ihm großes Potenzial sieht. Ebenso lesen Sie, warum Trainer Julian Nagelsmann schon vor der WM festgelegt hatte, dass seine Spieler, die früh ausscheiden, direkt in den Urlaub gehen können.  

Georg Holzner

“Wir müssen aufpassen, den Sport nicht zu missbrauchen”

Das Januar-Trainingslager der Eintracht in Dubai spaltet in den sozialen Netzwerken die Anhänger. Ein Teil der Fans kritisiert die Reise wegen der problematischen Menschenrechtssituation in den Emiraten. Coach Oliver Glasner setzte nach dem Vormittagstraining am Mittwoch zu einer Verteidigungsrede an.

Ergreift das Wort in der Diskussion um das Frankfurter Trainingslager: Eintracht-Coach Oliver Glasner.

Ergreift das Wort in der Diskussion um das Frankfurter Trainingslager: Eintracht-Coach Oliver Glasner.

IMAGO/Kessler-Sportfotografie

Am Dienstag gab die Eintracht bekannt, vom 4. bis zum 14. Januar ein Trainingslager in Dubai zu beziehen – zum Unmut so mancher Anhänger, die den Trip in den sozialen Netzwerken kritisieren. Glasner kann das “nicht nachvollziehen”, der Coach verweist unter anderen darauf, dass Dubai ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen ist. Im Jahr 2018 reisten laut “Statista” 567.000 deutsche Touristen in das Emirat. Glasner betont: “Wir müssen uns nicht dafür rechtfertigen, dass wir nach Dubai ins Trainingslager fahren.” Sonst müsse das jeder Urlauber genauso.

Wenn sich der Fußball immer zu allen Missständen äußern würde, wären wir nur damit beschäftigt

Oliver Glasner

Den 48-Jährigen ärgert es spürbar, dass von Teilen der Öffentlichkeit und Medien wie jetzt bei der WM in Katar allerlei Zeichen von den Sportlern erwartet werden. “Wenn sich der Fußball oder der Sport insgesamt immer zu allen Missständen äußern würde, wären wir jede Woche nur damit beschäftigt. Es gibt viele Missstände auf der Welt, in vielen Ländern. Aber müssen wir uns als Sportler bei jedem Pflichtspiel dazu äußern? Wo fängt man dann an und wo hört man auf? Wir müssen aufpassen, den Sport nicht zu missbrauchen.”

Ähnlich äußerte sich kürzlich der Bundesvorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, im kicker-Interview. “Wir sollten nicht immer so tun, als müsste jeder Fußballer ein politischer Held sein”, sagte Nouripour und betonte: “Wir können nicht so tun, als könnte der Sport die Aufgaben von uns in der Politik übernehmen.”

Wahl auf Dubai fiel aus rein sportlichen Gründen

Glasner betont, dass das Trainingslager in Dubai („Nad al Sheba Sports Complex“) aus “rein sportlichen Gründen” gewählt worden sei: “Dort werden wir die besten Bedingungen haben. Das ist bei unserem Pensum sehr wichtig.” Viele Entwicklungen auf der Welt machten auch ihm Sorgen, sagt Glasner, deshalb sei es “wichtig, dass wir die Augen aufhaben und uns auch positionieren. Aber wir dürfen unseren Fokus nicht verlieren und müssen uns auf unseren Job konzentrieren”.

Erstaunlich ist, dass es keinen vergleichbaren Aufschrei gab, als die Hessen jahrelang ihre Winter-Trainingslager in Abu Dhabi absolvierten, zuletzt im Januar 2017. Hier und da gab es mal eine kritische Stimme, ein großes Thema war das aber nicht. Die Stadt Frankfurt pflegt übrigens seit dem 14. Juni 2005 ganz offiziell eine “Städtefreundschaft” mit Dubai, auch deshalb kann man bei der Eintracht die Kritik an dem Trainingslager nicht nachvollziehen. Zumal der Klub vor Ort keinerlei Marketingaktivitäten plant.

Julian Franzke

Kovac: Es gab Spieler, die gezweifelt haben

Niko Kovac hat beim VfL Wolfsburg die Kurve gekriegt. Was nach dem Fehlstart in der Bundesliga nicht selbstverständlich war. Der Trainer räumt ein, dass auch Spieler womöglich an der Arbeit des 51-Jährigen gezweifelt haben.

Hat seine Spieler mittlerweile überzeugt: Wolfsburgs Trainer Niko Kovac.

Hat seine Spieler mittlerweile überzeugt: Wolfsburgs Trainer Niko Kovac.

IMAGO/eu-images

Eine neue Ansprache, eine veränderte Trainingsgestaltung, eine andere Spielidee. Die Fußballer des VfL Wolfsburg kennen das nur zu gut. 2021 verließ Oliver Glasner die Niedersachsen in Richtung Frankfurt, auf den Österreicher folgten Mark van Bommel, anschließend Florian Kohfeldt und in diesem Sommer Niko Kovac.

Vier Trainer, vier verschiedene Ansätze. Und auch der Kroate drohte wie seine beiden Vorgänger schnell in Bedrängnis zu geraten. “Entscheidend ist es, dass man die Spieler von einer Idee überzeugt”, sagt der Coach und räumt ein: “Es hat ein bisschen Zeit gebraucht. Du musst Erfolge haben, wenn du aus den ersten fünf Spielen nur zwei Punkte holst, ist es schwierig.”

So schwierig, dass zwangsläufig schnell erste Zweifel aufkamen in Wolfsburg, nach sieben Spielen war Wolfsburg 17. Kovac drohte eine Mannschaft zu verlieren, die er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht hinter sich und seiner Idee versammelt hatte. “Es gab sicherlich den einen oder anderen”, sagt der Kroate, “der überlegt und gezweifelt hat.”

Gemeinsamer Weg – auch wenn es “bisschen stürmischer ist”

Aus den Zweifeln musste Überzeugung werden. Und das möglichst schnell. Schließlich kennt Kovac die Mechanismen des Geschäfts nur zu gut. “Der Trainer ist immer derjenige, der zur Verantwortung gezogen wird.” Mit den VfL-Verantwortlichen Jörg Schmadtke und Marcel Schäfer habe er aber eine klare Vereinbarung gehabt: “Wir gehen gemeinsam den Weg, auch wenn es mal ein bisschen stürmischer ist.”

Als ihm der Wind schon kräftig ins Gesicht blies, bekam Kovac die Kurve. “Wir haben die Mannschaft körperlich auf ein sehr hohes Niveau gebracht, haben sie taktisch einigermaßen entwickelt. Natürlich hätte jeder gerne den sofort Erfolg. Aber es gibt Mannschaften, die furios in die Saison gestartet und zum Ende weggebrochen sind. Unsere Entwicklung ist mir lieber, es lebt sich aktuell ein bisschen leichter.”

Auch, weil der Trainer nicht stur an seinem Plan festgehalten hat. “Vom Ansatz haben wir ein bisschen was verändert”, verweist Kovac auf einen veränderten Spielaufbau und die Abkehr von der Doppelsechs hin zu einer 4-3-3-Formation. Gleichzeitig betont er: “Von unseren Prinzipien sind wir nicht abgegangen.” Arbeit, Fußball, Leidenschaft – das Wolfsburger Leitmotiv steht über allem.

Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, wir können uns alle noch verbessern.

Niko Kovac

Und so versammelt der Kroate in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte eine deutlich gefestigtere Mannschaft als noch zu Saisonbeginn um sich. Ein Team, zu dem in Kürze auch die WM-Fahrer dazustoßen: Koen Casteels (Belgien), Jakub Kaminski (Polen) und Jonas Wind (Dänemark) steigen nach dem Ausscheiden ihrer Teams am 15. Dezember wieder ins Training ein. Um in 2023 die Europapokalplätze in Angriff zu nehmen. “Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht, wir können uns alle noch verbessern.”

Thomas Hiete

Leitsch startet Lauftraining, Schmidt fährt bei der Spielersuche “zweigleisig”

Intern war schon bekannt, dass Maxim Leitsch auf dem Weg der Besserung ist. An diesem Mittwoch sprach Sportdirektor Martin Schmidt offen über die positive gesundheitliche Entwicklung des Abwehrspielers von Mainz 05.

Der Mainzer Maxim Leitsch wird behutsam aufgebaut.

Der Mainzer Maxim Leitsch wird behutsam aufgebaut.

IMAGO/Laci Perenyi

Aus dem Trainingslager in Palma de Mallorca berichtet Michael Ebert

Im Oktober hatte sich Maxim Leitsch wegen eines “körperlich und mentalen Erschöpfungszustands”, so die Angaben des Vereins, aus dem Trainings- und Spielbetrieb verabschiedet. Seitdem war es leise um den 24-Jährigen geworden, Mainz 05 ging mit Informationen zum Genesungszustand des Innenverteidigers gezielt sehr zurückhaltend um. “Er war in der vergangenen Woche zur Verlaufskontrolle in Mainz und danach im Stadion, wo wir ein längeres Gespräch hatten”, erklärt Sportdirektor Martin Schmidt. Leitsch hat mit dem individuellen Lauftraining begonnen und soll das Pensum allmählich steigern. “Wir warten ab, wie es sich entwickelt. Alle hoffen natürlich, dass wir vor Weihnachten merken, er hat die Werte so verbessert, dass er am 2. Januar voll einsteigen kann”, so Schmidt. Dann endet bei Mainz 05 die Weihnachtspause und die Intensität der Vorbereitung auf die Fortsetzung der Saison wird deutlich hochgefahren.

Rückkehr nach Bochum kein Thema

Leitsch hatte am 7. Spieltag sein letztes Spiel bestritten und laut Schmidt schon davor das Gefühl, “dass er manchmal schon nach kurzer Zeit müde ist. Seine Belastungsreaktion kam nicht von einem Tag auf den anderen, sondern schleichend und deshalb für ihn nicht bemerkbar”. Meldungen, wonach eine Rückkehr zum VfL Bochum zur Debatte stehen könnte, dementiert der 05-Spordirektor: “Es war und ist kein Thema, es gab keinen Kontakt und nie einen Gedanken in diese Richtung.”

Was die eigene Personalplanung betrifft, wollen die Rheinhessen nun “zweigleisig fahren”, wie Schmidt unterstreicht. Gerade einen Neuen für die Position eines Innenverteidigers, der sich an die Nebenleute gewöhnen muss, wolle man nicht erst Ende Januar holen, “wenn die Saison am 21.1. mit zwei englischen Wochen fortgesetzt wird”. Das Anforderungsprofil ist klar, die Kandidaten sollen agil und schnell sein, auch um die vorhandene Crew um Stefan Bell und Alexander Hack gut zu ergänzen. So wie es in der vergangenen Saison und davor durch Moussa Niakhaté und Jeremiah St. Juste gelungen ist. “Ich hoffe, dass Leitsch bald wieder da ist, dann hätten wir eigentlich fünf bis sechs Innenverteidiger und damit genug”, setzt Bell darauf, dass sich die Suche bald erledigt haben könnte.