Kein Tor, kein Barça-Sieg: Lewandowskis La-Liga-Debüt misslingt

Zum Auftakt von La Liga gab Robert Lewandowski zwar sein Ligadebüt für Barça, doch das verlief nicht unbedingt nach Wunsch der Katalanen. Gegen Rayo Vallecano kam man zu Hause nicht über eine Nullnummer hinaus, vielmehr beendete man das Spiel noch nicht einmal zu elft. 

Gegen Rayo erstmals für Barcelona in La Liga im Einsatz: Robert Lewandowski.

Gegen Rayo erstmals für Barcelona in La Liga im Einsatz: Robert Lewandowski.

IMAGO/Pressinphoto

La Liga, 1. Spieltag

Personell hatte Barça nach der sportlich enttäuschenden Saison 2021/22 mächtig aufgerüstet – und das trotz eines immensens Schuldenberges. Der prominenteste Neue war Lewandowski, der seine Spielerlaubnis für La Liga erst einen Tag vor Ligastart erhalten hatte.

Der Ex-Münchner war neben Abwehrspieler Christensen und Flügelmann Raphinha einer von drei Neuzugängen in Barças Startelf, in der kein Platz war für Namen wie Ansu Fati, Depay oder Aubameyang.

All die Transfers hatten rund um den Klub eine Euphorie entfacht, der die Spieler auf dem Platz dann aber nicht gerecht wurden. Lewandowski zeigte sich bemüht, verbuchte in Hälfte eins aber lediglich ein zu Recht nicht gegebenes Abseitstor (13.) sowie einen zu ungenauen Kopfball (37.).

Ähnlich sah es bei Raphinha aus, der oft ins Dribbling ging und durchaus ein Aktivposten war, letztlich aber keine Gefahr entfachte.

Rayo kompakt und gefährlich

Fehlende Gefahr war ohnehin das Stichwort bei Barça, das zwar gewohnt feldüberlegen war, dem kompakten, gut organisierten und in den Zweikämpfen galligen Rayo aber nicht wirklich beikommen konnte. Die Katalanen konnten sich sogar bei Torhüter ter Stegen bedanken, dass sie nicht mit einem Rückstand in die Halbzeit gingen. Der deutsche Nationaltorhüter entschärfte in der Nachspielzeit der ersten Hälfte eine Top-Chance von Alvaro (45.+3).

Der erste Aufreger nach dem Seitenwechsel ging ebenfalls aufs Konto von Rayo, allerdings verfehlte Camello das Tor dann doch (52.). Ansonsten gab’s das gleiche Bild wie zuvor: Barça am Ball, aber ohne zündende Ideen. Xavi reagierte mit den Hereinnahmen von Ansu Fati, Sergi Roberto und de Jong (60.). 

Barcelona erhöhte die Schlagzahl, drängte mehr und mehr auf das Tor – vielversprechende Abschlüsse blieben allerdings eine Seltenheit: Dimitrievski parierte Busquets’ satten Fernschuss (69.), Lewandowski schoss knapp vorbei (82.), ehe der eingewechselte Aubameyang am kurz vor der Linie stehenden Abwehrmann Catena scheiterte (84.). 

Ter Stegen als Retter in der Not

Noch schwieriger wurde es, als Busquets wegen eines taktischen Fouls Gelb-Rot sah (90.+3) und die Blaugrana plötzlich in Unterzahl attackieren musste – das Unterfangen blieb erfolglos. Barça konnte sogar froh sein, dass man nicht mit einer Heimniederlage in die Saison startete, da ter Stegen mit einer Glanztat gegen Salvi Sanchez den Punkt festhielt (90.+5).

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

Tore und Karten

Tore Fehlanzeige

FC Barcelona

Dembelé (14. )

Rayo Vallecano

Trejo (45. ), Catena (45. + 5 ), Lejeune (54. ), Falcao (69. ), Ciss (86. ), Dimitrievski (89. )

FC Barcelona

S. Busquets (90. + 3 )


FC Barcelona

Barcelona


FC Barcelona

Barcelona

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Hernandez i Creus


Rayo Vallecano

Rayo


Rayo Vallecano

Rayo

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Iraola Sagarna

Schiedsrichter-Team
Alejandro José Hernandez Hernandez

Alejandro José Hernandez Hernandez
Spanien

Schiedsrichter-Team

Alejandro José Hernandez Hernandez

Alejandro José Hernandez Hernandez
Spanien

Spielinfo


Stadion

Camp Nou

Zuschauer

81.104

Spielinfo


Anstoß

13.08.2022, 21:00 Uhr


Stadion

Camp Nou Barcelona


Zuschauer

81.104


Eckenverhältnis

8:0

Rayo Vallecano bekommt es am kommenden Freitag (20 Uhr) erneut mit Barcelona zu tun – dann aber mit Espanyol. Der FC Barcelona gastiert indes am Sonntag darauf bei Real Sociedad San Sebastian (22 Uhr).

Spielerlaubnis erteilt: Barcelona darf Lewandowski aufstellen

Einen Tag vor dem La-Liga-Start gegen Rayo Vallecano hat der FC Barcelona die Spielerlaubnis für seinen Top-Neuzugang Robert Lewandowski erhalten.

Kann für Barça in La Liga auflaufen: Top-Neuzugang und Ex-Münchner Robert Lewandowski.

Kann für Barça in La Liga auflaufen: Top-Neuzugang und Ex-Münchner Robert Lewandowski.

IMAGO/NurPhoto

Dem FC Barcelona ist es mit einem weiteren Millionendeal im letzten Augenblick gelungen, eine Spielgenehmigung für Weltfußballer Robert Lewandowski und andere teure Neuzugänge bei der Liga zu sichern.

Auf der Seite von La Liga wurden der frühere Bayern-Torjäger sowie Andreas Christensen (gekommen vom FC Chelsea) und Franck Kessié am Freitagabend als registriert aufgeführt. Sie können damit beim ersten Ligaspiel am Samstagabend (21 Uhr, LIVE! bei kicker) im Camp Nou gegen Rayo Vallecano aus Madrid auflaufen.

Nach Informationen der Fachzeitung “Mundo Deportivo” konnten sich die Katalanen auch die Spielerlaubnis für Neuzugang Raphinha sichern sowie für Ousmane Dembelé und Sergi Roberto, deren Verträge erneuert wurden. Nur der Fall von Jules Koundé sei noch ungeklärt.

Zuvor hatte der FCB mitgeteilt, dass er in der insgesamt schon vierten Aktion dieser Art dem Unternehmen “Orpheus Media” 24,5 Prozent der Anteile an den Barça Studios für 100 Millionen Euro verkauft habe. Mit dieser weiteren Finanzspritze schafften die Katalanen den Durchbruch. Die Liga muss zwar auf die Einhaltung der Regeln zum Fairplay achten, hatte aber nach Einschätzung spanischer Medien auch kein Interesse daran, dass Superstars wie eben Torgarant Lewandowski letztlich auf der Tribüne landen könnten.

Mit Popp und Oberdorf: Die Kandidatinnen für den Ballon d'Or

Am Freitag wurden die 20 Kandidatinnen für den Ballon d’Or präsentiert – Alexandra Popp und Lena Oberdorf dürfen auf den Gewinn des Ballon d’Or feminin hoffen.

Vertreten den DFB auf der Liste: Lena Oberdorf und Alexandra Popp (re.).

Vertreten den DFB auf der Liste: Lena Oberdorf und Alexandra Popp (re.).

IMAGO/Beautiful Sports

Die Nationalspielerinnen gehören zur Liste der Kandidatinnen, die die französische Zeitschrift “France Football” am Freitag veröffentlichte. Popp und Oberdorf hatten jüngst bei der EM in England das Finale erreicht, das knapp gegen die Gastgeberinnen verloren ging.

Insgesamt stehen 20 Spielerinnen zur Wahl, darunter auch die Spanierin Alexia Putellas, die den Preis 2021 gewonnen hatte.

Jeweils gleich fünf Spielerinnen auf der Shortlist stehen bei Olympique Lyon in Frankreich und beim FC Barcelona in Spanien unter Vertrag. Arsenal und Chelsea sind wie Wolfsburg doppelt vertreten.

Die 20 Kandidatinnen im Überblick:

Lena Oberdorf – Wolfsburg
Alexandra Popp – Wolfsburg
Selma Bacha – Lyon
Fridolina Rolfo – Barcelona
Vivianne Miedema – Arsenal
Lucy Bronze – Barcelona
Sam Kerr – Chelsea
Christiane Endler – Lyon
Catarina Macario – Lyon
Alexia Putellas – Barcelona
Aitana Bonmati – Barcelona
Wendie Renard – Lyon
Alex Morgan – San Diego Wave
Beth Mead – Arsenal
Asisat Oshoala – Barcelona
Marie-Antoinette Katoto – Paris Saint-Germain
Millie Bright – Chelsea
Trinity Rodman – Washington Spirit
Ada Hegerberg – Lyon

Großer Umbruch, großer Druck: Barça im Check

Der FC Barcelona legt gerade einen finanziellen Drahtseilakt samt stattlicher Transferoffensive hin. Jetzt sind Robert Lewandowski und Co. aber auch zum Erfolg verdammt.

Stehen Barça um Xavi, Robert Lewandowski und Jules Koundé (v. li.) wirklich goldene Zeiten bevor?

Stehen Barça um Xavi, Robert Lewandowski und Jules Koundé (v. li.) wirklich goldene Zeiten bevor?

Getty Images (2), imago images

Sechs Spiele, vier Siege, keine Niederlage: Die Vorbereitung des FC Barcelona lief ohne größere Probleme ab, wenngleich der FCB sich selten mit großen Teams gemessen hat. Auf der US-Tour absolvierte Xavis Team drei Partien gegen amerikanische Klubs, die Katalanen gewannen zudem im Spotify Camp Nou die traditionsreiche Gamper-Trophäe nach einem 6:0 über den mexikanischen Klub UNAM Pumas. Gegen Juventus Turin stand trotz zweier Führungen am Ende ein 2:2 – und doch herrscht Hoffnung.

Wie Barcelona derzeit Geld einnimmt

Denn den prestigeträchtigsten Sieg feierte Barcelona über Erzrivale Real Madrid im Test-Clasico. Dieser wurde gleichzeitig zum ersten Spiel Robert Lewandowskis für einen anderen FCB als den FC Bayern, in dem mit Raphinha ein weiterer Offensiv-Neuzugang traumhaft das Siegtor erzielte. Womit wir bei den vielen Transfers des FC Barcelona in diesem Sommer angelangt wären. Vielversprechende, ja sportlich fast schon ungewohnt logische Geschäfte gingen die Katalanen ein – die finanziell allerdings umso fragwürdiger waren.

Starkes Transferfenster, Schlagabtausch mit Chelsea

Wohl kaum ein Verein internationaler Klasse wechselte seinen Kader so stark aus wie Barça. Der Innenverteidigung gehören nun Jules Koundé (FC Sevilla) und Andreas Christensen (FC Chelsea) an. Vom selben Londoner Klub wurden Koundé und Flügelspieler Raphinha (Leeds United), Berichten zufolge ebenso Ousmane Dembelé und Lewandowski umworben, doch sie alle entschieden sich für den Zweiten der vergangenen La-Liga-Saison. Genauso wie der zentrale Mittelfeldspieler Franck Kessié, der ablösefrei vom italienischen Meister AC Milan verpflichtet wurde. Nur Cesar Azpilicueta tanzte aus der Reihe: Chelseas Kapitän entschied sich für einen Verbleib.


Raphinha (li.) trug sich schon gegen Real Madrid in die Torschützenliste ein.

Raphinha (li.) trug sich schon gegen Real Madrid in die Torschützenliste ein.
IMAGO/ZUMA Wire

Barças Neuzugänge verfügen nichtsdestotrotz über eine Menge internationale Klasse und könnten sich zuhauf in die Startelf spielen. Dies nicht mehr tun können derweil Clement Lenglet (vorerst leihweise zu Tottenham gewechselt) sowie der ehemalige Ersatztorhüter Neto (AFC Bournemouth) und die Eigengewächse Oscar Mingueza (Abwehr, Celta Vigo) und Riqui Puig (Mittelfeld, L. A. Galaxy) – die Verantwortlichen trauten ihnen nicht genug zu. Auch Nico steht kurz vor einem Wechsel zum FC Valencia.

Geduld wird mit dieser Mannschaft kaum jemand haben

Wie viel Barça in der kommenden Spielzeit wirklich zuzutrauen ist, ist schwer einzuschätzen, Xavis neu formierte Mannschaft muss sich im Pflichtspielzirkus erst noch zusammenfinden. Die starken Neuzugänge bereiten viel Hoffnung fürs Publikum, gleichwohl aber auch eine Menge Druck für die risikofreudigen Verantwortlichen des FC Barcelona – es müssen nun Erfolge her, damit sich die Transferoffensive auch gelohnt hat.

Vor allem in den nationalen Wettbewerben haben die Katalanen die Chance auf Titel, die Copa del Rey, die bereits in der schwierigen Saison 2020/21 gewonnen wurde, erscheint als ein realistisches Ziel. Aber eben auch als Minimalziel. Angemessener wäre wohl die erste Meisterschaft seit 2019, worauf sich Titelverteidiger Real aber sicher nicht freiwillig einlassen wird. Und die Königlichen, samt punktueller Verstärkungen, werden von Beginn an eingespielt sein.

Abwehrsorgen und Überangebot

Die Vorbereitung sah zwar gut aus, bei den Härtetests, etwa gegen Juve, kassierte die vergangene Saison häufig in der Kritik stehende Defensive jedoch wieder zwei Gegentore aus dem Nichts. Auf der anderen Seite präsentierte sich Dembelé, der seinen Vertrag verlängert hat, im Angriff spielfreudig und in einer starken Verfassung.


Präsentierte sich in der Vorbereitung in einer starken Verfassung: Ousmane Dembelé (re.)

Präsentierte sich in der Vorbereitung in einer starken Verfassung und schenkte Juve zwei Tore ein: Ousmane Dembelé (re.)
Getty Images

Die Offensivkräfte sollen es richten. Raphinha hat bereits bewiesen, dass er dazu in der Lage sein kann, von Mittdreißiger Lewandowski darf aufgrund seiner Fitness noch einiges erwartet werden. Was jedoch nicht außen vor gelassen werden darf, ist das knifflige Überangebot im vorderen Bereich. Es stehen ja auch noch die erst in der Vorsaison verpflichteten Ferran Torres und Pierre-Emerick Aubameyang sowie das wieder gesunde Eigengewächs Ansu Fati zur Verfügung. Memphis Depay wird nach einem Jahr in Spaniens Nordosten wohl zu Juventus Turin wechseln.

Wenn also sechs oder sieben Akteure um drei Startplätze streiten (wobei Lewandowski als Star-Neuzugang wohl gesetzt sein wird), ist Unruhe nicht ausgeschlossen. Während es im Kontrast auf den Außenverteidigerpositionen nach den Abgängen von Mingueza und Dani Alves an Alternativen mangelt. Jordi Alba fehlt weiterhin Entlastung auf links – und ob Sergino Dest auf rechts in seiner dritten Saison wirklich durchstarten wird, ist mehr als fraglich. Dem Vernehmen nach soll immerhin bald ein Transfer von Chelseas Linksverteidiger Marcos Alonso erfolgen.

Es darf nicht nur einiges erwartet werden, das muss es auch

Eines steht fest: Wenn Xavi sein Barcelona, das sich im Mittelfeld um Routinier Sergio Busquets, La-Masia-Talent Gavi, Kreativgeist Pedri und Neuzugang Kessié wohl am wenigsten Sorgen machen muss, zu einer Einheit formen und die Neuzugänge gut einbinden kann, ist mit den Katalanen 2022/23 wieder zu rechnen. In der Offensive, deren Angebot auch noch mit ManCitys Bernardo Silva erweitert werden könnte, verfügen sie ebenfalls über eine Menge Power. Und in der Abwehr wurde zumindest das Zentrum verstärkt – inklusive der Vertragsverlängerung mit Ronald Araujo, der auch rechts hinten agieren könnte.

Das alles klingt möglicherweise sogar so gut, dass der FCB jetzt wohl auch jeden erdenklichen Ausgang der Posse rund um Frenkie de Jong abfedern kann. Denn durch die Aktivierung des nächsten “Hebels” und der Veräußerung weiterer Anteile sollten die Katalanen all ihre Neuzugänge nun bei La Liga registrieren und somit auch einsetzen können – selbst wenn de Jong am Ende doch bleibt. Was aber nur noch mal unterstreichen würde, dass dieser spektakuläre Transfersommer geradezu eine vorgezogene Kür war. Jetzt folgt die Pflicht, und die lautet: Erfolg.

Martin Jerez

Barça veräußert weitere Anteile und kann Lewandowski wohl registrieren

Einen Tag vor seinem Ligaauftakt hat der FC Barcelona den nächsten “Hebel” aktiviert und weitere 100 Millionen Euro eingenommen. Die Neuzugänge sollten damit zu registrieren sein.

Am Samstag dann auch im Trikot? Robert Lewandowski (li.) und Raphinha.

Am Samstag dann auch im Trikot? Robert Lewandowski (li.) und Raphinha.

Getty Images

Robert Lewandowski, Raphinha und Co. im Camp Nou – das aber nur als Zuschauer? Dass der finanziell einerseits schwer angeschlagene, andererseits aber enorm risikofreudige FC Barcelona seine prominenten Neuzugänge womöglich gar nicht bei La Liga registrieren kann, sie also vorerst nicht spielberechtigt wären, stand bis zuletzt tatsächlich im Raum.

Am Freitag, einen Tag vor dem Liga-Auftakt im Heimspiel gegen Rayo Vallecano (21 Uhr, LIVE! bei kicker), könnte sich das Blatt gewendet haben. Die Katalanen vermeldeten die Aktivierung des nächsten “Hebels” – was bedeutet, dass sie weitere 24,5 Prozent ihrer audiovisuellen Produktionsfirma “Barça Studios” an die Firma “Orpheus Media” veräußert haben. Im Gegenzug nahm der spanische Vizemeister weitere 100 Millionen Euro ein.

Spanische Medien wie die “Marca” glauben nun, dass diese Einnahmen Barcelona befähigen werden, Lewandowski und Co. bei La Liga registrieren und sie am Samstag dann bereits einsetzen zu können – auch wenn Ersteres zur Stunde noch nicht geschehen ist. Es bleibt ein kurioser Wettlauf gegen die Zeit, auch wenn ihn Barça – dank eines weiteren Verzichts auf künftige Einnahmen – jetzt vielleicht gewonnen hat.

Der unwirkliche Aufstieg des Marc Cucurella

Und plötzlich war Marc Cucurella der teuerste Linksverteidiger der Welt: Über einen der verrücktesten Sommertransfers – den auch der FC Barcelona nicht kommen sah.

Marc Cucurella - 2014 als U-16-Nationalspieler, bei seinem Chelsea-Debüt und als Liebling eines Brighton-Fans (v.li.).

Marc Cucurella – 2014 als U-16-Nationalspieler, bei seinem Chelsea-Debüt und als Liebling eines Brighton-Fans (v.li.).

Getty Images/imago/picture alliance

Es ist schon verrückt, dass Brighton & Hove Albion, ein Mittelklasseklub der Premier League, einen Verteidiger, der international noch kaum in Erscheinung getreten ist, für rund 60 Millionen Euro nach London verkauft hat. Verrückter ist nur, dass es ein Jahr später schon wieder passiert ist.

Marc Cucurella, der im Alter von 24 Jahren bislang ein A-Länderspiel für Spanien absolviert hat und das auch nur, weil im Juni 2021 so viele Nationalspieler in Quarantäne mussten, dass U-21-Akteure nachrückten, ist plötzlich der teuerste Linksverteidiger der Welt.

Vor einem Jahr – als Brighton bereits Ben White für eine fabelhafte Summe zu Arsenal verkauft hatte – hatten noch Burnley und Brighton Cucurella gejagt, in diesem Sommer waren es auf einmal Manchester City und Chelsea. Die Blues zahlten schließlich die Summe, die selbst ManCity zu hoch war, und verpflichteten Cucurella für eine Sockelablöse von etwa 65 Millionen Euro (zusätzlich bekam Brighton noch Chelsea-Eigengewächs Levi Colwill auf Leihbasis).

Barça verleiht Cucurella zweimal – mit einem großen Unterschied

Nun sind das Zahlen, die in der Premier League schon lange niemanden mehr schocken, aber vielleicht schocken sie ja den FC Barcelona. Die Katalanen hatten Cucurella von Stadtrivale Espanyol geholt, als er fast 14 war (und schon lange Locken trug), und weiter ausgebildet, ihm aber einen solchen Sprung offenbar nie zugetraut.

2018 verlieh Barça Cucurella nach Eibar, ein Jahr später zu Getafe, doch es gab einen gravierenden Unterschied: Als Eibar die Kaufoption über zwei Millionen Euro zog, konnte Barça mit einer doppelt so hohen Rückkaufoption kontern; als Getafe die Kaufoption über sechs Millionen Euro zog, war Cucurella endgültig weg. Nur ein einziges Profispiel hatte er im FCB-Trikot absolviert, im Oktober 2017 wurde er in einem bereits entschiedenen Copa-del-Rey-Spiel in der Schlussphase eingewechselt.

Zumindest 40 Prozent an einem Weiterverkauf ließ sich Barça zusichern, und der erfolgte schon ein Jahr später, kurz nachdem Cucurella gerade Olympisches Silber in Tokio geholt hatte. Obwohl er sich schon genauer in Burnley umgesehen und laut “The Athletic” sogar ein Trikot des damaligen Premier-League-Klubs in der Hand gehabt hatte, entschied er sich für das angeblich etwas schlechter dotierte Angebot aus Brighton, dessen Fußball ihm mehr zugesagt haben soll (was kein Wunder ist, wenn die Alternative Burnley heißt).

In seiner einzigen Brighton-Saison räumt Cucurella zwei Preise ab

Während Burnley abstieg, legte Cucurella eine Saison hin, nach der ihn sowohl die Fans als auch die Teamkollegen zum Brighton-Spieler des Jahres kürten. Er ergatterte zwar “nur” eine Vorlage und ein Tor – nach dem er in Tränen ausbrach -, gehörte aber immer wieder zu den Auffälligsten seiner Mannschaft. Sein aggressives Vorwärtsverteidigen, sein Stellungsspiel, sein Tempo waren unübersehbar.

Dass gerade ManCity um Pep Guardiola auf ihn aufmerksam wurde, war deshalb nur auf den ersten Blick überraschend, dass Cucurella als La-Masia-Schüler gerne zu diesem Trainer gewechselt wäre, ganz und gar nicht. Doch aus bislang unerfindlichen Gründen hatte der Meister erstens eine finanzielle Schmerzgrenze und ließ sich zweitens nicht über diese locken.

Durchbruch auf Mykonos – Chelsea-Fans haben schon ein Lied gedichtet

Dafür trat Chelsea auf den Plan, das schon 2020 mit Cucurella in Verbindung gebracht worden war und – vielleicht getrieben vom bis dahin so schwerfällig verlaufenen Transferfenster – nicht lange zauderte: Bei einem Treffen in einer Villa auf Mykonos, wo der neue Chelsea-Boss Todd Boehly mit seiner Familie urlaubte, wurde dem Vernehmen nach der Durchbruch erzielt. Wie bei White war Brighton knallhart geblieben.

So wurden aus zwei (Eibar, 2019), sechs (Getafe, 2020) und 18 Millionen Euro Ablöse für Cucurella (Brighton, 2021) binnen drei Jahren 65. Und aus einem – zumindest abseits des Rasens – schüchternen jungen Mann, der sich die Locken angeblich nicht wegen Carles Puyol, sondern auf Bitten seiner Mutter wachsen ließ, damit diese ihn auf dem Fußballplatz besser erkennt, wurde ein Chelsea-Profi, den die Fans schon bei seiner ersten Einwechslung mit einem eigenen Lied besangen.

“Cucurella, Cucurella, he eats paella, he drinks Estrella, his hair is f***ing massive”, schallte es bei Chelseas Premier-League-Auftaktspiel gegen Everton (1:0) aus dem Gästeblock, der offenbar detailreich recherchiert hatte. Doch was hat Thomas Tuchel mit dem teuersten Linksverteidiger der Welt vor?

Der neue Rüdiger? Tuchel zieht noch einen anderen Vergleich

Einen solchen gibt es in dessen 3-4-2-1-System zwar nicht, doch der amtierende Welttrainer des Jahres hat genau beobachtet, dass sein Kollege Graham Potter Linksfuß Cucurella in Brighton trotz dessen Körpergröße von 1,72 Meter zunehmend auch als linken Part der Dreierkette einsetzte; unter anderem an der Stamford Bridge Ende Dezember, als er den 1:1-Endstand vorbereitete.

Diese Position ist bei Chelsea seit Antonio Rüdigers Abgang unbesetzt. Gleichzeitig kann Tuchel nun gelassener abwarten, bis sein linker Schienenspieler Ben Chilwell nach dessen Kreuzbandriss wieder in Topform ist.

Cucurella könnte also vieles werden bei Chelsea: der Rüdiger-Nachfolger, der Chilwell-Vertreter, der neue David Luiz, den er in jungen Jahren angeblich noch mehr verehrte als Puyol (Frisuren jeweils sicher Zufall). Oder ein ganz anderer? “Ich will nicht zu euphorisch sein”, sagte Tuchel nach Cucurellas Verpflichtung, “aber ich habe das Gefühl, wir haben den neuen Azpilicueta geholt.”

Tuchel sieht “in Sachen Mentalität, Einstellung, sogar in Sachen Position, nur mit dem linken Fuß”, zahlreiche Parallelen zum amtierenden Chelsea-Kapitän, der sich gegen den FC Barcelona entschieden hat und lieber in seine elfte Saison an der Stamford Bridge geht. Auch Cucurella, schwärmt Tuchel, “ist ein sehr netter, bodenständiger Typ”. Nur eben auf einmal 65 Millionen Euro schwer.

Jörn Petersen

Real ganz vorne: Ehemalige Bundesliga-Spieler in La Liga

In La Liga tummeln sich aktuell einige ehemalige Bundesliga-Spieler, die meisten bei Real Madrid. Aber wer ist sonst dabei? Eine Übersicht. 

Wichtige Spieler bei den Königlichen: David Alaba und Toni Kroos.

Wichtige Spieler bei den Königlichen: David Alaba und Toni Kroos.

IMAGO/Domenic Aquilina

Die größten Blöcke an ehemaligen Bundesliga-Spielern stellen die beiden Granden Real Madrid und Barcelona. Bei den Königlichen sind sechs Spieler aktiv, die auch schon im deutschen Oberhaus kickten. Eine echt Größe ist seit 2014 Toni Kroos, der mit den Blancos etliche Titel holte. Für Bayern und Leverkusen kam er 173-mal in der Bundesliga zum Einsatz (23 Tore). Richtig gut etabliert hat sich im Lager Reals auch David Alaba, der im vergangenen Sommer von den Bayern nach Madrid gewechselt war, direkt Abwehrchef wurde und sich die Meisterschaft und den Champions-League-Titel sicherte. Bei den Münchnern und in Hoffenheim war er in der Bundesliga 298-mal zum Zug gekommen (23 Treffer). 

Die beiden Leistungsträger sind zwei von sechs ehemaligen Bundesliga-Spielern bei Real. Auch Daniel Carvajal (32 Spiele für Leverkusen, ein Tor), Jesus Vallejo (25 Spiele für Frankfurt, ein Treffer), Reinier (27 Spiele für den BVB, ein Tor) und Sommer-Neuzugang Antonio Rüdiger (66 Spiele für Stuttgart, zwei Tore) waren im deutschen Oberhaus aktiv.

Lewandowski der neue Star bei Barça

Hinter Real mit sechs ehemaligen Bundesliga-Spielern folgt Barcelona mit deren fünf. Ganz frisch aus Deutschland nach Spanien gewechselt ist Robert Lewandowski, der der neue Star bei den Katalanen ist und im deutschen Oberhaus für Bayern und Dortmund in 384 Spielen satte 312 Tore schoss. In Katalonien trifft er mit Pierre-Emerick Aubameyang (144 Spiele, 98 Tore) und Ousmane Dembelé (32 Spiele, sechs Tore) auf zwei ehemalige Dortmunder. 

Ebenso als ehemaliger Bundesliga-Spieler im Kader der Katalanen ist Marc-André ter Stegen zu nennen, der für Gladbach 108-mal zwischen den Pfosten stand. Mit Andreas Christensen kam im Sommer noch ein ehemaliger Borusse nach Barcelona, er machte 62 Spiele für die Fohlen (fünf Tore). 

Witsel neu bei Atletico

Der Vorjahresdritte Atletico hat drei ehemalige Bundesliga-Spieler in seinen Reihen. Ganz neu ist Axel Witsel, dessen Vertrag in Dortmund ausgelaufen war. Für den BVB kam er 105-mal zum Einsatz, dabei traf er zehnmal. Seit letztem Sommer ist Matheus Cunha ein Rojiblanco. Er sammelte im deutschen Oberhaus Minuten bei Leipzig und Hertha BSC, 74 Spielen sprangen heraus (14 Tore). Komplettiert wird das Atletico-Trio, das bereits Bundesliga-Erfahrung hat, von Santiago Arias, der eine Partie für Bayer Leverkusen absolvierte. 

Auch drei ehemalige Bundesliga-Spieler bei Sevilla

Genau wie Atletico hat auch der Vorjahresvierte Sevilla drei Spieler in seinen Reihen, die schon in Deutschlands höchster Klasse spielten. Am meisten Bundesliga-Erfahrung hat Ivan Rakitic (97 Spiele, zwölf Tore), der im vergangenen Sommer aus Barcelona zurück nach Andalusien gewechselt war. Auch Defensivmann Karim Rekik (64 Spiele für Hertha, drei Tore) und Mittelfeldmann Thomas Delaney (107 Partien, elf Tore für Bremen und Dortmund) sammelten bereits einiges an Erfahrung in Deutschland. 

Die weiteren La-Liga-Klubs mit Ex-Bundesliga-Spielern im Überblick:

CA Osasuna: Lucas Torro (15 Bundesliga-Spiele für Frankfurt)

Celta Vigo: Goncalo Paciencia (67 Bundesliga-Spiele, 13 Tore für Frankfurt und Schalke)

Espanyol Barcelona: Joselu (79 Bundesliga-Spiele, 22 Tore für Hannover, Hoffenheim und Frankfurt), Landry Dimata (21 Bundesliga-Spiele für Wolfsburg)

FC Elche: Omar Mascarell (98 Bundesliga-Spiele, zwei Tore für Schalke und Frankfurt)

FC Getafe: Stefan Mitrovic (14 Bundesliga-Spiele für Freiburg)

FC Villarreal: Francis Coquelin (16 Bundesliga-Spiele für Freiburg), José Manuel Reina (3 Bundesliga-Spiele für Bayern), Paco Alcacer (37 Bundesliga-Spieler, 23 Tore für Dortmund)

RCD Mallorca: Matthew Hoppe (22 Bundesliga-Spiele, sechs Tore für Schalke), Pablo Maffeo (8 Bundesliga-Spiele für Stuttgart)

Real Betis: Andre Guardado (4 Bundesliga-Spiele für Leverkusen), Juan Miranda (11 Bundesliga-Spiele für Schalke), Marc Bartra (31 Bundesliga-Spiele, zwei Tore für Dortmund)

Real Sociedad: Alexander Isak (5 Bundesliga-Spiele für Dortmund), Mikel Merino (8 Bundesliga-Spiele für Dortmund)

Real Valladolid: Sergio Escudero (12 Bundesliga-Spiele für Schalke)

Ziel Vertragsauflösung: Droht Barça de Jong mit rechtlichen Schritten?

Einem Bericht zufolge will der FC Barcelona Frenkie de Jong dazu bewegen, seinen aktuellen Vertrag aufzulösen – und soll per E-Mail Druck ausgeübt haben.

Wie lange trägt er noch das Trikot des FC Barcelona? Und zu welchen Bedingungen? Frenkie de Jong.

Wie lange trägt er noch das Trikot des FC Barcelona? Und zu welchen Bedingungen? Frenkie de Jong.

IMAGO/NurPhoto

“Wir wollen, dass er bleibt, und er will auch bleiben”, sagte Klubpräsident Joan Laporta am Montag der “Mundo Deportivo” über Frenkie de Jong, doch das ist offenbar nicht einmal die halbe Wahrheit. Ein Bericht von “The Athletic” enthüllt nun weitere Details über das schier endlose Transferhickhack um den Niederländer – und über die Machenschaften beim FC Barcelona.

Demnach versucht Barça seit Wochen, de Jong dazu zu bewegen, seinen bestehenden Vertrag aufzulösen und zu seinem alten zurückzukehren. In einer E-Mail vom 15. Juli soll der Spieler darüber informiert worden sein, dass die Bedingungen, die ihm der Vorstand um Ex-Präsident Josep Bartomeu bei der Vertragsverlängerung im Oktober 2020 gewährt hatte, kriminell seien und Anlass böten, rechtliche Schritte gegen alle Beteiligten einzuleiten.

Soll de Jong erpresst werden?

Laut “The Athletic” verlängerte der Mittelfeldspieler damals vorzeitig um zwei Jahre bis 2026, wobei Teile des Gehalts für die Spielzeiten 2020/21 und 2021/22 – wahrscheinlich aufgrund von Barças aktuell jährlich immer geringer ausfallendem Salary Cap – zunächst einbehalten worden seien, um sie danach auf die übrigen vier Saisons umzuverteilen. Dabei soll es sich um insgesamt 18 Millionen Euro handeln.

Der Ex-Vorstand bestreitet dem Bericht zufolge ein Fehlverhalten; der jetzige soll de Jong und dessen Berater jedoch in weiteren Gesprächen davor gewarnt haben, dass diese selbst in die angeblichen kriminellen Handlungen verwickelt sein könnten.

Der Verdacht liegt nahe, dass de Jong erpresst werden soll, um den arg eingeschränkten finanziellen Spielraum des Klubs zu erhöhen, der ob der Schieflage weiterhin nicht weiß, ob er alle Neuzugänge bis zum La-Liga-Start am Samstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Rayo Vallecano bei der Liga registrieren kann.

Chelsea erwägt wohl ein Angebot

Zuvor war Medienberichten zufolge ein Wechsel de Jongs zu Manchester United am Veto des 25-Jährigen gescheitert. Die Klubs sollen sich bereits über eine Ablösesumme einig gewesen sein. In England heißt es inzwischen übereinstimmend, dass der FC Chelsea – im Gegensatz zu ManUnited 2022/23 in der Champions League dabei – de Jongs Situation genau beobachte und womöglich ein Angebot vorbereite.

“The Athletic” nennt die Causa de Jong schon jetzt “eine der außergewöhnlichsten Geschichten, die der Fußball je gesehen hat”. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht.

FE:male #11 - Hans-Joachim Watzke & Svenja Schlenker

05. August 202201:04:31 Stunden

FE:male #11 – Hans-Joachim Watzke & Svenja Schlenker

Wir starten in die neue Saison, und das mit einer überraschenden Folge: wir haben gleich 2 hochinteressante Gäste! In der Zentrale von Borussia Dortmund treffen wir Hans-Joachim Watzke und Svenja Schlenker. Sie ist die Leiterin der Mädchen- und Frauenfußball Abteilung des BVB.

FE:male #Frauen EM Spezial – Josephine Henning

20.07.2022

FE:male #Frauen-EM Spezial – Sara Doorsoun

06.07.2022

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03.06.2022

FE:male #10 – Tabea Kemme

28.05.2022

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