Kehls Ultimatum: “Moukoko kann dieses Angebot annehmen – oder wir trennen uns”

Im Gespräch mit dem kicker setzt Sebastian Kehl Youssoufa Moukoko ein Ultimatum zur Vertragsverlängerung. Zudem spricht Dortmunds Sportdirektor über die auslaufenden Kontrakte von Marco Reus und Mats Hummels.

Im Zwiegespräch: Sebastian Kehl und Youssoufa Moukoko.

Im Zwiegespräch: Sebastian Kehl und Youssoufa Moukoko.

IMAGO/Kirchner-Media

Die Verhandlungen um eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags mit Youngster Youssoufa Moukoko sind seit Wochen das beherrschende Thema rund um Borussia Dortmund. Nun spricht Sportdirektor Sebastian Kehl im kicker-Interview ein Machtwort: “Wir haben ihm ein sehr attraktives Angebot geschnürt, das viel Raum für Entwicklung gibt. Das sollte zu einer Entscheidung führen. Die muss er mit seinem Umfeld und seinem Berater treffen.”

Und zwar bald: “Youssoufa kann dieses Angebot nun annehmen und sich zu Borussia Dortmund bekennen – oder die Wege werden sich trennen. Ich würde mir wünschen, dass er sich für uns entscheidet, weil er mit seiner Entwicklung noch nicht am Ende ist und ich riesiges Potenzial in ihm sehe. Aber es gibt für uns als Verein Grenzen. Und diese Grenzen haben wir aufgezeigt. Jetzt liegt es an ihm, sich zeitnah zu bekennen.”

In einer Woche soll alles geklärt sein

Das Dauer-Thema soll vor dem Jahres-Auftaktspiel gegen den FC Augsburg am kommenden Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) vom Tisch: “Youssoufa und seine Berater wissen, dass wir in dieser Woche eine Entscheidung erwarten, da wir das Thema vor dem ersten Spieltag geklärt haben wollen. Damit auch der Junge sich ganz den sportlichen Herausforderungen widmen kann.”

Kehl lässt keine Zweifel daran, dass der Verein unbedingt mit dem Stürmer weiterarbeiten möchte: “Youssoufa ist ein toller Junge. Er ist fast sieben Jahre bei uns im Verein, wir haben ihn ausgebildet und weiterentwickelt. Bei uns ist er Profi und Nationalspieler geworden. Er hat unglaublich viel Unterstützung von uns bekommen und selbst hart dafür gearbeitet, Erfolg zu haben.” Der Verein sei “seit vielen Monaten bestrebt, seinen Vertrag zu verlängern, weil wir felsenfest davon überzeugt sind, dass für Youssoufas sportliche Perspektive dieser Klub und diese Konstellation richtig sind”.

Bei Reus und Hummels ist Kehl entspannt

Der Vertrag des 18-Jährigen ist nicht der einzige, der in weniger als einem halben Jahr ausläuft. Dass die Verhandlungen mit anderen Spielern wegen der Gespräche mit Moukoko weniger Wertschätzung erhalten, verneint Kehl klar: “Das ist doch Quatsch. Ich habe mit allen unseren Spielern, deren Verträge auslaufen, persönlich gesprochen und stehe mit ihren Beratern im ständigen Austausch. Wir müssen trotzdem an der einen oder anderen Stelle schauen, wie sich Dinge entwickeln.” Dann würden “Entscheidungen getroffen, und die werden klar und sauber kommuniziert”, sagt Kehl: “Da braucht sich niemand Sorgen zu machen.”

Das gelte auch für die beiden Teamkapitäne Marco Reus und Mats Hummels, die im Sommer bei Vertragsende 34 Jahre alt sein werden. “Aus den Gesprächen mit beiden kann ich sagen, dass wir mit der Situation sehr entspannt umgehen. Beide haben sich doch dazu in den vergangenen Wochen schon öffentlich geäußert. Mats hat für sich entschieden, dass er abwarten möchte, wie die Entwicklung bei ihm weitergeht. Das hat er selbst auch öffentlich formuliert”, betont Kehl: “Natürlich machen sich die Spieler Gedanken über ihre Zukunft. Das ist ja normal. Ich bin überzeugt davon, dass wir einen Weg finden, in Gesprächen gemeinsam weiterzukommen.”

Im großen Interview in der Montagsausgabe des kicker – oder im eMagazine – spricht Kehl über Grenzen, Ansprüche und den Kader, die schwierige Situation auf dem Transfermarkt, seines erstes halbes Jahr als Sportdirektor und wirtschaftliche Abwägungen beim BVB.

Patrick Kleinmann