Havertz trifft und assistiert: Arsenal dominiert Newcastle und bleibt oben dran

Mit dem sechsten Ligasieg in Folge hat der FC Arsenal den Anschluss an Manchester City und den FC Liverpool gehalten und bleibt weiter mitten im Titelrennen. Gegen Newcastle United sorgte ein dominanter Auftritt für ein letztlich auch in der Höhe verdientes 4:1 (2:0).

Vorlagengeber Gabriel Martinelli (li.) und Torschütze Kai Havertz feiern gemeinsam das zwischenzeitliche 2:0.

Vorlagengeber Gabriel Martinelli (li.) und Torschütze Kai Havertz feiern gemeinsam das zwischenzeitliche 2:0.

picture alliance / empics

Der FC Liverpool hatte bereits am Mittwoch gegen Luton Town vorgelegt (4:1) und Manchester City gegen Bournemouth nachgezogen (1:0), weshalb der Druck im Titelrennen der Premier League am 26. Spieltag beim FC Arsenal lag. Gegen Newcastle United bot sich der Elf von Mikel Arteta die Chance, wieder auf zwei Punkte an die Reds und einen an ManCity ranzurücken. Dafür tauschte der Spanier nach dem 0:1 in Porto unter der Woche nur einmal aus: Jorginho begann anstelle von Trossard, Havertz rückte dafür in die Spitze.

Bei den Gästen aus Newcastle, die als Achter im Rennen um die internationalen Plätze ebenfalls gefordert waren, überraschte vor allem ein Name auf dem Spielberichtsbogen: Karius stand erstmals seit dem 38. Spieltag der Saison 2017/18 – damals noch in Diensten Liverpools – wieder bei einem Premier-League-Spiel in der Startelf und ersetzte den erkrankten Dubravka. Außerdem rückten Burn und Barnes im Vergleich zum 2:2 gegen Bournemouth für Livramento und den wieder genesenen Isak auf die Bank.

Slapstick-Eigentor und Havertz sorgen für frühe Arsenal-Führung

Besonders vom schwedischen Stürmer war in Durchgang eins allerdings nahezu nichts zu sehen. Arsenal übernahm vom Anstoß weg das Kommando und schnürte Magpies, die immer wieder einen Schritt zu spät kamen, über weite Strecken am eigenen Strafraum fest. Für die verdiente Führung der Gunners sorgten die Gäste allerdings größtenteils selbst: Nach einer Ecke kam Gabriel freistehend zum Kopfball, den Karius aus kurzer Distanz mit einem schnellen Reflex parieren konnte. Anschließend landete der Ball jedoch genau vor dem Tor, wo Botman erst ein Luftloch schlug und anschließend von Livramento angeschossen wurde. Vom Knie des Niederländers sprang der Ball ins eigene Tor (18.).

Premier League, 26. Spieltag

Auch mit der Führung im Rücken lief Arsenal weiter extrem hoch an und überforderte die Gäste. Immer wieder dauerte es nur wenige Sekunden, bis Newcastle den Ball nach der Eroberung wieder verlor – so auch vor dem 2:0. Livramentos Befreiungsschlag fand schnell wieder den Weg zurück in den Strafraum Newcastles. Gabriel Martinelli erlief Jorginhos hohen Ball und bediente Aushilfs-Neuner Havertz, der freistehend vor dem Tor einschieben konnte (24.). Newcastle blieb weiter blass, weil aber erst Ödegaard seinen Querpass nicht anbrachte (27.) und anschließend unter anderem Saka an Karius scheiterte (38.), blieb es beim 2:0 zur Pause.

Kurz nach dem Wiederbeginn tauchte Havertz schon wieder allein vor Karius auf, vergab jedoch (47.). In der 49. Minute konnten dann auch die Gäste ihren ersten Torschuss der Partie verzeichnen, Raya hatte allerdings keine Probleme mit Gordons Versuch. Newcastle fand besser in die Partie, wenngleich die Kontrolle weiterhin bei Arsenal blieb.

Saka baut seine Serie aus

Fehler durften sich die Gäste jedoch weiterhin nicht erlauben. Havertz fing einen schwachen Pass von Botman im Mittelfeld ab und leitete weiter, ehe er erneut an den Ball kam und rechts raus legte. Dort ließ Saka Livramento im Eins-gegen-eins stehen und brachte seinen Flachschuss aus spitzem Winkel vorbei an Karius und zwei Verteidigern (65.) ins Tor. Für den 22-Jährigen war es das fünfte Premier-League-Spiel mit mindestens einem Treffer in Folge. Eine solche Serie im Trikot der Gunners legte zuletzt Giroud im Jahr 2015 hin.

Die Partie war damit quasi entschieden, für Newcastle kam es aber noch dicker: Eine Ecke von Rice lenkte Kiwior am kurzen Pfosten per Kopf auf das Tor. Weil die Hand von Miley den Ball kurz vor Karius noch abfälschte, machte der Torwart eine unglückliche Figur, kam zwar dran, konnte das Tor aber nicht verhindern (69.).

Ex-Gunner Willock trifft bei Comeback und beendet den Emirates-Fluch

Spät im Spiel lieferte Newcastle dann aber doch noch eine positive Geschichte. Willock, der bereits mit fünf Jahren zum FC Arsenal wechselte und es bis zu den Profis schaffte, feierte nach monatelangen Problemen an der Achillessehne sein Comeback und nickte nach Flanke von Burn an alter Wirkungsstätte zum 1:4 ein (84.). Damit gelang den Magpies erstmals seit Dezember 2014 ein Treffer im Emirates – auch damals verlor man mit 1:4. 

Dass es auch diesmal beim 1:4 blieb hatte Newcastle Burn zu verdanken, der in der Nachspielzeit einen Schuss von Smith-Rowe von der Linie kratzte (90.+3). Doch auch ohne Treffer Nummer fünf war der Jubel im Emirates wenig später groß. Mit dem sechsten Ligasieg in Folge schob sich Arsenal wieder bis auf zwei Punkte an die Spitze und hält den Meisterschafts-Dreikampf mit Manchester City und Liverpool offen.

Für Newcastle bleibt nach der deutlichen Niederlage wenig Zeit, um durchzuatmen. Schon am Dienstag (20.45 Uhr) geht es im FA-Cup-Achtelfinale zu den Blackburn Rovers, Samstag (16 Uhr), ist Wolverhampton in der Liga zu Gast. Auf Arsenal wartet dagegen eine längere Pause, erst am übernächsten Montag (4. März, 21 Uhr) steht das Auswärtsspiel bei Sheffield United an.

Arsenal verliert kühlen Kopf: “Ein richtiger Schlag in Gesicht”

Der FC Arsenal hat die Rückkehr in die Champions-League-K.-o.-Phase in Porto in den Sand gesetzt. Die Ursache ist ziemlich klar zu benennen – es gibt aber auch ein gutes Omen.

Gabriel Martinelli und Mikel Arteta (re.) erlebten eine Schlussminute zum Vergessen.

Gabriel Martinelli und Mikel Arteta (re.) erlebten eine Schlussminute zum Vergessen.

AFP via Getty Images

Welche Liga ist Europas beste: die Premier League – oder vielleicht doch die Champions League? Obwohl der FC Arsenal als englischer Vizemeister und erneuter Meisterschaftskandidat in die kontinentale Elite zurückgekehrt ist, war es den Gunners am Mittwochabend – wenn man das so interpretieren möchte – ein bisschen anzumerken, dass sie erstmals seit sieben Jahren wieder in der Königsklassen-K.-o.-Runde antraten.

Die Nordlondoner hatten beim FC Porto viel Ballbesitz, weshalb Trainer Mikel Arteta seine Mannschaft dafür lobte, das Achtelfinal-Hinspiel über weite Strecken “dominiert” zu haben. Die “Aggressivität und Zielstrebigkeit”, die der Spanier an der Seitenlinie oft selbst ausstrahlt, fehlten ihm aber. Vor allem in einer Szene.

Ein Spiel, das als Remis schon so gepasst hätte, fand in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch einen Sieger. Weil Artetas Arsenal just in den letzten Zügen dieser Partie “die Kontrolle verlor”, wie der Chefcoach gegenüber BBC bemängelte. Um noch mal einen letzten, nicht unbedingt sonderlich aussichtsreichen Konter einzuleiten, schlug Gabriel Martinelli einen gewonnenen Ball halbherzig nach vorne – der Arsenal durch Galenos Traumtor nur Sekunden später um die Ohren flog.

“In 94 Minuten waren wir nur einmal naiv”, wollte Arteta diesen Moment der Leichtfertigkeit eigentlich nicht als ursächlich für die Niederlage in den Fokus rücken, tat es dann aber doch: “Ich bin sehr enttäuscht, wie wir das Spiel am Ende hergegeben haben.” Der auch vom 41-Jährigen zitierte Leitsatz “Wenn du ein Spiel nicht gewinnen kannst, dann verliere es wenigstens nicht” – Martinelli hatte ihn nicht befolgt.

Rice verweist auf Heimspiel-Atmosphäre

Auch Leistungsträger Declan Rice, der sich schon nach einer Minute eine Gelbe Karte eingehandelt hatte, haderte nach Schlusspfiff: “Es geht darum, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es war ein richtiger Schlag ins Gesicht, so spät noch ein Gegentor zu kassieren.” Die Gunners werden angesichts der 0:1-Niederlage in Porto erleichtert sein, dass es die Auswärtstorregel nicht mehr gibt.

Daher ist noch lange nichts verloren, bis es am 12. März, im Emirates, zum Wiedersehen kommt. “Mit dem Wissen, dass wir zu Hause spielen werden, vor unseren Fans und mit dieser Energie …”, machte sich Rice schon mal heiß: “Ich glaube, ihr werdet von Anfang an ein anderes Team sehen.”

Gutes Omen gefällig? Als Arsenal Anfang 2010 letztmals ein Champions-League-Achtelfinale für sich entschied, hatte es das Hinspiel, ausgerechnet in Porto, mit 1:2 verloren. Das Rückspiel endete 5:0.

Arsenal verliert kühlen Kopf: “Ein richtiger Schlag ins Gesicht”

Der FC Arsenal hat die Rückkehr in die Champions-League-K.-o.-Phase in Porto in den Sand gesetzt. Die Ursache ist ziemlich klar zu benennen – es gibt aber auch ein gutes Omen.

Gabriel Martinelli und Mikel Arteta (re.) erlebten eine Schlussminute zum Vergessen.

Gabriel Martinelli und Mikel Arteta (re.) erlebten eine Schlussminute zum Vergessen.

AFP via Getty Images

Welche Liga ist Europas beste: die Premier League – oder vielleicht doch die Champions League? Obwohl der FC Arsenal als englischer Vizemeister und erneuter Meisterschaftskandidat in die kontinentale Elite zurückgekehrt ist, war es den Gunners am Mittwochabend – wenn man das so interpretieren möchte – ein bisschen anzumerken, dass sie erstmals seit sieben Jahren wieder in der Königsklassen-K.-o.-Runde antraten.

Die Nordlondoner hatten beim FC Porto viel Ballbesitz, weshalb Trainer Mikel Arteta seine Mannschaft dafür lobte, das Achtelfinal-Hinspiel über weite Strecken “dominiert” zu haben. Die “Aggressivität und Zielstrebigkeit”, die der Spanier an der Seitenlinie oft selbst ausstrahlt, fehlten ihm aber. Vor allem in einer Szene.

Ein Spiel, das als Remis schon so gepasst hätte, fand in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch einen Sieger. Weil Artetas Arsenal just in den letzten Zügen dieser Partie “die Kontrolle verlor”, wie der Chefcoach gegenüber BBC bemängelte. Um noch mal einen letzten, nicht unbedingt sonderlich aussichtsreichen Konter einzuleiten, schlug Gabriel Martinelli einen gewonnenen Ball halbherzig nach vorne – der Arsenal durch Galenos Traumtor nur Sekunden später um die Ohren flog.

“In 94 Minuten waren wir nur einmal naiv”, wollte Arteta diesen Moment der Leichtfertigkeit eigentlich nicht als ursächlich für die Niederlage in den Fokus rücken, tat es dann aber doch: “Ich bin sehr enttäuscht, wie wir das Spiel am Ende hergegeben haben.” Der auch vom 41-Jährigen zitierte Leitsatz “Wenn du ein Spiel nicht gewinnen kannst, dann verliere es wenigstens nicht” – Martinelli hatte ihn nicht befolgt.

Rice verweist auf Heimspiel-Atmosphäre

Auch Leistungsträger Declan Rice, der sich schon nach einer Minute eine Gelbe Karte eingehandelt hatte, haderte nach Schlusspfiff: “Es geht darum, einen kühlen Kopf zu bewahren. Es war ein richtiger Schlag ins Gesicht, so spät noch ein Gegentor zu kassieren.” Die Gunners werden angesichts der 0:1-Niederlage in Porto erleichtert sein, dass es die Auswärtstorregel nicht mehr gibt.

Daher ist noch lange nichts verloren, bis es am 12. März, im Emirates, zum Wiedersehen kommt. “Mit dem Wissen, dass wir zu Hause spielen werden, vor unseren Fans und mit dieser Energie …”, machte sich Rice schon mal heiß: “Ich glaube, ihr werdet von Anfang an ein anderes Team sehen.”

Gutes Omen gefällig? Als Arsenal Anfang 2010 letztmals ein Champions-League-Achtelfinale für sich entschied, hatte es das Hinspiel, ausgerechnet in Porto, mit 1:2 verloren. Das Rückspiel endete 5:0.

Besondere Rückkehr für Havertz – und für Arsenal?

Der FC Arsenal spielt seine erste Champions-League-Saison seit Langem und visiert eine Turnierphase an, die die Gunners letztmals 2010 erreichten. Kai Havertz könnte den Unterschied machen.

Champions-League-Sieger mit Chelsea, inzwischen spielt er bei Arsenal: Kai Havertz.

Champions-League-Sieger mit Chelsea, inzwischen spielt er bei Arsenal: Kai Havertz.

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Was hält diese Saison am Ende für den FC Arsenal bereit? Vor ziemlich genau einem Jahr, Mitte Februar 2023, hatten die Gunners, Tabellenführer mit Vorsprung, gerade keines von vier aufeinanderfolgenden Pflichtspielen gewonnen, drei davon sogar verloren und dadurch entscheidende Teile ihres Vorsprungs vor Manchester City eingebüßt.

Ein paar Wochen später schied die Mannschaft von Mikel Arteta im Europa-League-Achtelfinale gegen Sporting aus, spielte in der Premier League zu oft remis, verlor den Showdown gegen City deutlich und stand trotz ihres Höhenflugs samt begeisterndem Fußball plötzlich mit leeren Händen da.

Und Mitte Februar 2024? Arsenal steht etwas weniger im Rampenlicht, aber grundsätzlich kaum schlechter da. Die Premier League erlebt einen Meisterschafts-Dreikampf, was den Gunners vielleicht entgegenkommt, weil sie diesmal mehr etwas zu gewinnen als etwas zu verlieren haben. Mehr Leichtigkeit als Krampf, was sich auch in den Ergebnissen niederschlägt.

Pünktlich zu Beginn der heißen Saisonphase läuft die Offensive der Nordlondoner auf Hochtouren. Die jüngsten fünf Pflichtspiele wurden allesamt gewonnen, es gab fünf Tore gegen Crystal Palace, drei gegen Liverpool, gar sechs gegen West Ham und wieder fünf gegen Burnley. Am Mittwoch (21 Uhr, LIVE! bei kicker) steht nun wieder ein europäisches Achtelfinale in Portugal an, gegen den FC Porto. Aber nicht mehr in der Europa League, sondern in der Champions League.

Die CL-Achtelfinal-Spiele in dieser Woche

Der FC Arsenal ist bereits durch seine Leistungen in der Vorsaison gewissermaßen in den Kreis der besten europäischen Teams zurückgekehrt, immerhin gilt die Premier League als stärkste Liga des Kontinents. Aber so richtig in diesem elitären Zirkel angekommen ist ein Team wohl erst, wenn es auch in der Königsklasse wieder so richtig mitmischt.

Diese Zeiten sind für die Gunners, die 2006 das CL-Finale gegen den FC Barcelona verloren, lange her. 2008 standen sie noch im Viertelfinale, 2009 gar im Halbfinale, 2010 noch mal im Viertelfinale – und dann war lange Dürre. Zwischen 2011 und 2017 schied der Traditionsklub stets bereits im CL-Achtelfinale aus, seither gelang es ihm nicht mal mehr, sich für den prestigeträchtigsten europäischen Wettbewerb zu qualifizieren.

Havertz schoss in Porto das größte Tor seiner Karriere

Gleich bei der Rückkehr auf die große Bühne will ein ambitioniertes Arsenal nach 14 Jahren Absenz natürlich ins Champions-League-Viertelfinale zurück, was den Gunners gegen Porto eigentlich gelingen muss. Sie sind klarer Favorit. Für ihren Kader – im Viertelfinale 2010 standen noch Manuel Almunia, Samir Nasri oder Nicklas Bendtner auf dem Rasen – ist dieses Terrain dennoch größtenteils Neuland, mit wenigen Ausnahmen. Eine hört auf den Namen Kai Havertz, hat in Burnley sein erstes Tor im Kalenderjahr 2024 erzielt und wird besonders gerne nach Porto reisen.

Anders als fast alle seine Teamkollegen hat der deutsche Nationalspieler nicht nur Erfahrung mit den späten Runden der Königsklasse, er hat den Henkelpott – 2021 mit dem FC Chelsea – sogar schon gewonnen. Und im Finale gegen Manchester City, das damals in Porto stattfand, das einzige Tor geschossen. “Für mich wird das immer eine besondere Erinnerung sein, ich freue mich darauf, wieder dort zu spielen”, erzählte Havertz den Vereinsmedien seines Arbeitgebers – der sich nur zu gerne davon überzeugen würde, dass sein Linksfuß vielleicht kein Angreifer vieler Tore, aber sehr besonderer Tore ist.

Auch Havertz trifft: Arsenal feiert 5:0-Kantersieg in Burnley

Arsenal hält den Anschluss an Liverpool und hat nach dem 6:0 bei West Ham den zweiten Kantersieg in Serie gefeiert. Beim FC Burnley setzten sich die Gunners souverän mit 5:0 durch.

Belohnte sich für eine starke Leistung mit dem Treffer zum 5:0: Kai Havertz.

Belohnte sich für eine starke Leistung mit dem Treffer zum 5:0: Kai Havertz.

Arsenal FC via Getty Images

Burnley-Trainer Vincent Kompany, der nach seiner Gelben Karte beim 1:3 in Liverpool gesperrt fehlte, beließ es bei exakt derselben Startelf. Genauso sein Gegenüber Mikel Arteta. Auch er verzichtete nach dem 6:0 bei West Ham auf Veränderungen in der Anfangsformation.

Ödegaard sehenswert zur Führung – Saka erhöht vom Punkt

Premier LEague, 25. Spieltag

Tabellenführer Liverpool hat bereits zuvor vorgelegt, insofern war die Mission der Gunners gegen den Tabellenvorletzten klar. Ein Sieg musste es sein, um im Dreikampf an der Tabellenspitze nicht abreißen zu lassen. Und die Elf um den deutschen Nationalspieler Havertz lieferte von Beginn an. Erst vier Minuten waren gespielt, da brachte Ödegaard seine Elf mit einem sehenswerten Vollspannschuss von außerhalb des Sechzehners in Führung. 

Arsenal agierte dominant, war wenig überraschend die spielbestimmende Mannschaf und machte offensiv gleich so weiter. Trossard vertändelte den Ball an Trafford, seine Abseitsstellung wäre im Falle eines Treffers aber ein Fall für den VAR gewesen (12.). Burnley tat sich nach vorne schwer, wenn sie es doch mal versuchten, konnte sich Arsenal auf Schlussmann Raya (25.) verlassen. Die Gäste wollten nachlegen, verpassten jedoch zunächst den zweiten Treffer (32./34. Trossard).

In Minute 39 zeigte der Unparteiische Jarred Gillett nach Foul von Assignon an Trossard auf dem Punkt, Saka nahm sich der Sache an und traf zum hochverdienten 2:0 (41.), mit dem es dann auch in die Pause ging. 

Arsenal macht es deutlich – Auch Havertz trifft

Wieder musste Burnley-Keeper Trafford umgehend nach dem Anpfiff hinter sich greifen: Saka veredelte die Vorarbeit von Ödegaard und erzielte seinen zweiten Treffer der Partie (47.). Arsenal nahm im Anschluss etwas an Tempo raus. Nach gut einer Stunde musste Burnley einen kleinen Schock hinnehmen. Ramsey blieb nach einem nicht geahndeten Foul von Ödegaard liegen und musste wenige Minuten später mit der Trage vom Platz gebracht werden. 

Arsenal nutzte die folgenden Minuten aus. Trossard ließ erst zwei große Chance liegen (63., 65.), traf dann aber doch zum 4:0 für seine Farben (66.). In Minute 78 belohnte sich auch Havertz für seine starke Leistung, indem er Delcroix erst per Tunnel stehen ließ und dann auch Trafford überwand. Viel mehr passierte in der Schlussphase nicht, auch wenn Arsenal einen Gang herunterschaltete und den Gastgebern so noch ein paar Abschlüsse ermöglichte. 

Burnley gastiert am kommenden Samstag (16 Uhr) bei Crystal Palace. Für Arsenal geht es derweil bereits unter der Woche weiter, am Mittwoch um 21 Uhr wartet das Auswärtsspiel in der Champions League beim FC Porto (LIVE! bei kicker). 

Nur ein Klub tauscht nicht: Alle Kader-Änderungen der Champions-League-Achtelfinalisten

15 der 16 Champions-League-Achtelfinalisten haben im Winter Änderungen an ihren offiziellen Turnierkadern vorgenommen – darunter auch das Bundesliga-Trio. Eine Übersicht Klub für Klub.

Neu in den Champions-League-Kadern ihrer Klubs: Lucas Beraldo, Bryan Zaragoza, Jadon Sancho und El Chadaille Bitshiabu (v.li.).

Neu in den Champions-League-Kadern ihrer Klubs: Lucas Beraldo, Bryan Zaragoza, Jadon Sancho und El Chadaille Bitshiabu (v.li.).

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Maximal drei Neuzugänge durften die Champions-League-Achtelfinalisten laut UEFA-Regularien im Winter neu auf die A-Liste ihres Kaders setzen. Darüber hinaus waren Klub-interne Verschiebungen möglich, etwa wegen Verletzungen – oder, wie im Fall von Napoli, weil Verhandlungen geplatzt sind. Alle Umbauten der 16 Klubs vor dem Start der K.-o.-Phase:

FC Bayern

Neu im Kader: Sacha Boey (Neuzugang, Galatasaray), Eric Dier (Neuzugang, Leihe von Tottenham), Bryan Zaragoza (Neuzugang, FC Granada)

Nicht mehr im Kader: Luca Denk, Leon Markert (beide gestrichen)

Lazio Rom

Neu im Kader: niemand

Nicht mehr im Kader: Andrea Petta (Wechsel zu Frosinone)

RB Leipzig

Neu im Kader: El Chadaille Bitshiabu (zurück nach Innenbandriss), Eljif Elmas (Neuzugang, SSC Neapel), Leopold Zingerle (im Sommer nicht berücksichtigt)

Nicht mehr im Kader: Emil Forsberg (Wechsel zu New York Red Bulls), Lennard Johanns (Wechsel zu Werder Bremen), Tino Kaufmann (Wechsel zu VSG Altglienicke), Fabio Carvalho (Rückkehr zu Liverpool und Leihe zu Hull City), Timo Werner (Leihe zu Tottenham)

Real Madrid

Neu im Kader: niemand

Nicht mehr im Kader: niemand

Borussia Dortmund

Neu im Kader: Jamie Bynoe-Gittens (neu auf A-Liste, war zuvor auf B-Liste), Ian Maatsen (Neuzugang, Leihe vom FC Chelsea), Jadon Sancho (Neuzugang, Leihe von Manchester United)

Nicht mehr im Kader: Hendry Blank (Wechsel zu RB Salzburg), Giovanni Reyna (Leihe zu Nottingham Forest)

PSV Eindhoven

Neu im Kader: Richard Ledezma (Neuzugang, Leihrückkehr vom New York City FC), Jaden de Guzman (aufgerückt), CJ Egan-Riley (Neuzugang, Leihe vom FC Burnley)

Nicht mehr im Kader: Dantaye Gilbert (gestrichen), Fredrik Oppegaard (Leihe zu Heracles Almelo), Jason van Duiven (Leihe zu Almere City), Yorbe Vertessen (Wechsel zu Union Berlin)

FC Kopenhagen

Neu im Kader: Magnus Mattsson (Neuzugang, NEC Nijmegen), Scott McKenna (Neuzugang, Leihe von Nottingham Forest), Runar Runarsson (Neuzugang, FC Arsenal)

Nicht mehr im Kader: Andreas Dithmer (Leihe zum FC Utrecht), Victor Froholdt (gestrichen), Valdemar Lund Jensen (Wechsel zu Molde FK), Thomas Jörgensen (gestrichen), Mateo Tanlongo (Leihe zu Rio Ave)

Manchester City

Neu im Kader: niemand

Nicht mehr im Kader: Kalvin Phillips (Leihe zu West Ham United)

Paris St. Germain

Neu im Kader: Lucas Beraldo (Neuzugang vom FC Sao Paulo)

Nicht mehr im Kader: niemand

Real Sociedad

Neu im Kader: Jon Mikel Aramburu (aufgerückt), Sheraldo Becker (Neuzugang, Union Berlin), Javi Galan (Neuzugang, Atletico Madrid)

Nicht mehr im Kader: Gaizka Ayesa (gestrichen), Mohamed-Ali Cho (Wechsel zu OGC Nizza), Aihen (gestrichen nach Kreuzbandriss)

Inter Mailand

Neu im Kader: Tajon Buchanan (Neuzugang von Club Brügge)

Nicht mehr im Kader: Juan Cuadrado (gestrichen nach Achillessehnen-OP)

Atletico Madrid

Neu im Kader: Gabriel Paulista (Neuzugang, FC Valencia), Horatiu Moldovan (Neuzugang, Rapid Bukarest), Arthur Vermeeren (Neuzugang, Royal Antwerpen)

Nicht mehr im Kader: Caglar Söyüncü (Leihe zu Fenerbahce), Javi Galan (Wechsel zu Real Sociedad), Ivo Grbic (Wechsel zu Sheffield United)

FC Porto

Neu im Kader: Zé Pedro (aufgerückt), Otavio (Neuzugang, FC Famalicao)

Nicht mehr im Kader: David Carmo, Fran Navarro (beide Leihe zu Olympiakos Piräus)

FC Arsenal

Neu im Kader: Jurrien Timber (zurück nach Kreuzbandriss)

Nicht mehr im Kader: Miguel Azeez (Wechsel zu Atletico Baleares), Lino Sousa (Leihe zu Plymouth Argyle), Khayon Edwards (Leihe zu Leyton Orient), Bradley Ibrahim (Wechsel zu Hertha BSC), Zane Monlouis (Leihe zum FC Reading), Charles Sagoe Jr. (Leihe zu Swansea City)

SSC Neapel

Neu im Kader: Pasquale Mazzocchi (Neuzugang, US Salernitana), Cyril Ngonge (Neuzugang, Hellas Verona), Hamed Junior Traoré (Neuzugang, Leihe von Bournemouth)

Nicht mehr im Kader: Eljif Elmas (Wechsel zu RB Leipzig), Gianluca Gaetano (Leihe zu Cagliari Calcio), Alessandro Zanoli (Leihe zu US Salernitana), Alessio Zerbin (Leihe zur AC Monza), Piotr Zielinski (gestrichen nach geplatzten Vertragsverhandlungen)

FC Barcelona

Neu im Kader: Vitor Roque (Neuzugang, Athletico Paranaense), Unai HernandezPau Victor (beide aufgerückt)

Nicht mehr im Kader: niemand

6:0 bei West Ham: Arsenal setzt ein Statement im Titelrennen

City und Liverpool hatten vorgelegt, Arsenal zog im London-Derby bei West Ham United nach – und wie! Die Gunners schenkten den Hammers ein halbes Dutzend ein und halten Anschluss an die Tabellenspitze.

Declan Rice war ein entscheidender Faktor gegen seinen Ex-Klub West Ham.

Declan Rice war ein entscheidender Faktor gegen seinen Ex-Klub West Ham.

IMAGO/Shutterstock

West Hams Trainer David Moyes nahm nach der 0:3-Niederlage bei Manchester United keine Änderung bei seinem Team vor. Arsenal-Coach Mikel Arteta indes stellte nach dem 3:1-Sieg im Spitzenduell mit Liverpool auf zwei Positionen um: Kiwior ersetzte in der Abwehrreihe Zinchenko, Trossard startete in der Offensive für Jorginho.

Zunächst begegnete West Ham den Gunners auf Augenhöhe und näherte sich durch Bowen auch an (18.). Das sollte sich aber schnell ändern. Bei einer Volley-Abnahme von Havertz brachte Areola gerade noch die Fingerspitzen an den Ball (23.), dann folgten effiziente 15 Minuten von Arsenal – mit vier Toren nach drei Standards und einer schönen Kombination. 

15 Minuten, drei Standards, vier Tore

Premier LEague, 24. Spieltag

Den Startschuss gab Saliba, der eine Rice-Ecke wuchtig in die Maschen köpfte (32.). Dann traf Saka von Punkt, nachdem er zuvor nach einem starken Trossard-Pass von Torwart Areola im Strafraum von den Beinen geholt wurde.   

Die Hammers hatten kaum Luft zum Verschnaufen und kassierten nach einem weiteren Standard das 0:3. Wieder brachte Rice den Ball per Freistoß in die Mitte, Gabriel war per Kopf erfolgreich. Eine schöne Kombination über Havertz und Ödegaard veredelte Trossard noch vor der Pause zum 4:0.

Doppelpacker Saka – Rice verzichtet auf den Jubel

Die Luft war raus aus dem London-Derby, Arsenal hatte aber noch nicht genug. Erst gelang Saka nach Ödegaard-Zuspiel das 5:0, ehe Rice, der vor seinem Wechsel 2023 zu den Gunners neun Jahre bei West Ham gespielt hatte, das halbe Dutzend mit einem satten Schuss ins linke Toreck vollmachte und anschließend auf den Torjubel verzichtete.

In der 82. Minute hatten Kudus und Bowen die Chance auf den Ehrentreffer, es blieb aber beim 6:0 – einem Statement der Elf von Trainer Mikel Arteta im Rennen um die Meisterschaft. Es war der vierte Sieg der Gunners in Folge. 

West Ham gastiert am kommenden Samstag (16 Uhr) bei Nottingham Forest. Einen Tag (16 Uhr) später hat Arsenal ebenfalls ein Auswärtsspiel beim FC Burnley.

Klopps IFAB-Spitze: Blaue Karte ruft in England große Skepsis hervor

Die IFAB-Pläne zur Einführung einer Blauen Karte stößt in der Premier League auf wenig Anklang. Besonders deutlich machte Jürgen Klopp, was er von Zeitstrafen im Fußball hält.

Begeisterung sieht anders aus: Eddie Howe, Mauricio Pochettino und Jürgen Klopp (v.li.) äußerten Skepsis.

Begeisterung sieht anders aus: Eddie Howe, Mauricio Pochettino und Jürgen Klopp (v.li.) äußerten Skepsis.

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Die Debatte über Zeitstrafen im Fußball gibt es schon länger, erprobt wurden sie auch schon. Das IFAB allerdings bringt nun neue Bewegung in die Diskussion um eine Blaue Karte, die tatsächlich eingeführt werden könnte. Minderschwere Fouls, die eine Torchance unterbinden, oder verbale Attacken gegenüber Schiedsrichtern würden mit der Blauen Karte geahndet. Auch wenn eine finale Entscheidung noch aussteht, äußerten mehrere Premier-League-Trainer bereits ihre Bedenken.

Warum die potenzielle Regelneuerung besonders in England auf wenig Gegenliebe stößt? Der “Telegraph” hatte am Donnerstag berichtet, dass der englische Verband erwägen soll, den FA Cup als “Experimentierrahmen” freiwillig zur Verfügung zu stellen. “Das klingt im ersten Moment nicht nach einer fantastischen Idee”, erklärte Liverpools Trainer Jürgen Klopp auf seiner Pressekonferenz vor dem Burnley-Spiel am Samstag (16 Uhr, LIVE! bei kicker), als er auf die Einführung der Blauen Karten angesprochen wurde.

Eine Spitze in Richtung des IFAB konnte sich der 56-Jährige dabei nicht verkneifen: “Eigentlich kann ich mich nicht daran erinnern, wann die letzte fantastische Idee von diesen Jungs kam – wenn sie überhaupt je eine hatten.”

Diplomatischer drückte es Chelsea-Coach Mauricio Pochettino aus, dem eine Einschätzung “schwer” falle. “Im Moment haben wir nicht viele Informationen darüber. Ich denke aber, dass das noch mehr Diskussionen auslösen und für die Schiedsrichter, Spieler und Fans noch komplizierter wird”, so die Vorahnung des Argentiniers, der nachschob: “Im Moment ist es keine gute Idee, aber wir werden sehen, was passiert, wenn wir die Gelegenheit haben, zu sehen, wie es funktioniert.”

Eine klare Position ergriff Eddie Howe. “Um ehrlich zu sein, bin ich kein großer Fan davon, dafür gibt es ja Gelben Karten”, stellte der 46-jährige Cheftrainer von Newcastle United klar: “Das System funktioniert, muss aber eben noch verfeinert werden. Blaue Karten würden nur Verwirrung stiften, deshalb bin ich dagegen.”

Ex-Referee Walton “wäre dankbar gewesen”

Befürworter gibt es allerdings auch. Der ehemalige Premier-League-Referee Peter Walton (169 Einsätze) beispielsweise sagte der BBC: “Ich denke, dass alles, was einem Schiedsrichter hilft, ein Fußballspiel zu leiten, gut für das Spiel ist, und die Regelhüter sind sich auch des Images des Fußballs sehr bewusst. Wenn ich das Mittel zur Verfügung gehabt hätte, wäre ich dankbar dafür gewesen.”

Seiner Meinung nach sei der “Trend zur Einführung neuer Technologien im Moment eher rückläufig”, der VAR habe dafür zu viele “negative Schlagzeilen” produziert. Befürworter wird es auch bei den Spielern eher wenige geben. In England berichten sie bereits über mögliche Bedenken bei ManUnited-Kapitän Bruno Fernandes, der seit Beginn der Saison 2022/23 bereits sechsmal wegen Meckerns verwarnt wurde, davon alleine viermal in der laufenden Spielzeit. Das entspräche einer ganzen Stunde, die er an der Seitenlinie verbringen müsste.