Fan-Zuspruch kein Druck: Popp und die DFB-Frauen wollen “weiterhin abliefern”

Die Kapitänin empfindet den hohen Zuschauerzuspruch beim Spiel der DFB-Frauen gegen Frankreich in Dresden nicht als Belastung. Alexandra Popp nimmt sich und ihr Team ohnehin in die Pflicht.

Glaubt, dass Frankreich eine "kleine Rechnung" offen hat: Alexandra Popp.

Glaubt, dass Frankreich eine “kleine Rechnung” offen hat: Alexandra Popp.

picture alliance/dpa

Popp und den Vize-Europameisterinnen ist nach dem EM-Hype sehr wohl “bewusst, dass wir auch weiterhin abliefern müssen”. Dies sagte die 31-jährige Wolfsburgerin am Dienstag in einer Medienrunde: “Aber das ist auch unsere Erwartung an uns selbst, guten und erfolgreichen Fußball zu zeigen.”

Für die Neuauflage des EM-Halbfinals am Freitag gegen Frankreich (LIVE! ab 20.30 Uhr bei kicker) im Rudolf-Harbig-Stadion sind bislang rund 24.000 Tickets verkauft und über das DFB-Ticketportal nur noch Stehplätze verfügbar. Als “extremen Druck würde ich es nicht sehen”, so Popp: “Eher als Freude, den Hype mitgenommen zu haben.” Auch ihre Teamkollegin Giulia Gwinn sprach von einer “riesigen Wertschätzung”.

Entscheidend ist die Nachhaltigkeit

Wichtig sei, dass der Effekt anhalte, von “Nachhaltigkeit” sprach Popp. Die Mannschaft habe auch einen gewissen Anspruch an sich selbst, fügte die Münchnerin Gwinn hinzu, “dass diese Entwicklung, die wir angestoßen haben, nicht stagniert und wir mit unserem Fußball begeistern und die Leute ins Stadion holen”.

In die Partie gegen Frankreich gehe die Mannschaft “voller Selbstbewusstsein”, so Popp. Nach dem 2:1 im EM-Halbfinale “glaube ich schon, dass Frankreich aggressiver in das Spiel gehen wird, weil sie schon noch eine kleine Rechnung offen haben”.

Skepsis bei Kastening und Heymann: Doch Gislason hofft auf Kühn

Im Januar findet in Polen und Schweden die Handball-WM statt. Bundestrainer Alfred Gislason hat sich zum Personal geäußert.

Bei der WM vereint? Julius Kühn und Trainer Alfred Gislason.

Bei der WM vereint? Julius Kühn und Trainer Alfred Gislason.

imago images/Pressefoto Baumann

Gislason hofft noch auf einen WM-Einsatz von Rückraumspieler Julius Kühn, bei den ebenfalls verletzten Timo Kastening und Sebastian Heymann ist er dagegen skeptisch. Wenn alles gut läuft, so der Isländer bei einem Medientermin am Dienstag, stecke der Kern seines Turnierkaders schon im Aufgebot der beiden Länderspiele in der kommenden Woche gegen Schweden und Spanien.

Knöchelbruch Anfang September

Darüber hinaus habe man mit Kühn, Kastening und Heymann noch verletzte Spieler, “wobei wahrscheinlich nur Kühn fit genug wird, um da wieder reinzurutschen”, so Gislason. Kühn hatte sich Anfang September den linken Knöchel gebrochen, die Ausfallzeit des Melsunger Nationalspielers war auf “zwei bis drei Monate” beziffert worden.

Rechtsaußen Kastening (ebenfalls Melsungen) und der Göppinger Rückraumspieler Heymann hatten sich im April bzw. Mai jeweils das Kreuzband gerissen. 

Bundestrainer hofft bei WM auf Rückkehr zur Normalität

Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie hofft Gislason bei der WM auf eine Rückkehr zur Normalität. “Ich hoffe natürlich, dass Corona so nach und nach aus den Köpfen verschwindet und wir keine neuen Überraschungen erleben, damit wir uns auf den Handball und das Turnier konzentrieren können”, sagte der 63 Jahre alte Isländer.

Gislason hatte das Amt im Februar 2020 kurz nach dem Ausbruch der Pandemie übernommen. Sämtliche Großereignisse wurden seither durch Corona beeinträchtigt. Zuletzt hatten sich bei der Europameisterschaft im Januar dieses Jahres gleich 17 deutsche Spieler mit dem Virus infiziert, wodurch die DHB-Auswahl ihre sportlichen Ziele klar verfehlte. “Es ist schon abenteuerlich, was wir alles erlebt haben in den vergangenen Jahren”, sagte Gislason. “Aber die Zeichen stehen gut, dass es jetzt vorbei ist und wir zur Normalität zurückfinden.”

Testspiele in Mannheim und Jaen

Die deutsche Mannschaft absolviert in der kommenden Woche den ersten Vorbereitungslehrgang auf die WM-Endrunde vom 11. bis 29. Januar 2023, bei der Katar, Serbien und Algerien die Vorrundengegner sind. Im Rahmen der Maßnahme trifft die DHB-Auswahl am 13. Oktober in Mannheim auf Europameister Schweden und am 15. Oktober in Jaen auf den EM-Zweiten Spanien.

aho, sid, dpa

Podolski: “Hansi hat meine Nummer …”

Wer ist im Sturm die richtige Lösung für die WM in Katar? Rudi Völler und Lukas Podolski analysieren für den kicker die Situation beim DFB.

Haben die Nationalelf genau im Blick: Lukas Podolski und Rudi Völler.

Haben die Nationalelf genau im Blick: Lukas Podolski und Rudi Völler.

Bongarts/Getty Images

Von ihren jüngsten sieben Spielen hat die deutsche Nationalmannschaft nur eines gewonnen. Mehrere Stars laufen ihrer Topform derzeit hinterher. Vor allem im Sturm stellt sich für Bundestrainer Hansi Flick die Frage, wer die richtige Lösung für die WM in Katar sein kann: Timo Werner? Kai Havertz? Oder doch ein “echter Neuner” wie Niclas Füllkrug? Zwei, die es wissen müssen, analysieren für den kicker die Situation beim DFB: Rudi Völler und Lukas Podolski.

Im Interview für die Dienstagsausgabe sprechen sich die beiden früheren Weltklassestürmer und Weltmeister von 1990 bzw. 2014 für Ruhe aus: “Ich mache mir keine Sorgen”, sagt Podolski zur Lage der Nation, “zu meiner Zeit haben wir auch Spiele vor Turnieren verkackt, da gab es auch viel Kritik und Diskussionen, da wurde auch spekuliert, wer rausmuss aus der Nationalmannschaft und unbedingt mitgenommen werden muss zum Turnier.” Völler ist ebensowenig bange vor dem Winter-Turnier in der Wüste: “Auch wenn die letzten Resultate nicht so gut waren, haben wir eine sehr gute Mannschaft. Für mich gehören wir zu den Top 4 und haben eine gute Chance, zumindest ins Halbfinale zu kommen.”

Völler: “Havertz vergrößert Flicks Spielraum”

Die Situation im Angriff beschäftigt die beiden, die als Botschafter der Marke Milka derzeit gemeinsam unterwegs sind, natürlich besonders. “Man hat das Gefühl, der klassische Mittelstürmertyp stirbt ein bisschen aus, den gibt es in dieser Form nicht nur bei uns in Deutschland nicht mehr so richtig”, sagt Völler, “das ist sicherlich ein Problem, aber dann muss man eben andere Lösungen finden, und man hat diese ja auch mit Kai Havertz oder Timo Werner vorne drin. Kai hat mit seinen zwei Toren gegen England gezeigt, dass er es auch als Neuner kann, das 3:3 war ein typisches Abstaubertor. Er kann alle Positionen vorn spielen, das ist sein großer Vorteil und vergrößert den Spielraum für Hansi Flick.”

Podolski scherzt

Und wenn es doch eng werden sollte für den November, auch, weil hoffnungsvolle Offensivspieler derzeit verletzt sind? Dann rät Podolski: “Ich hoffe, dass Florian Wirtz noch rechtzeitig fit wird. Wenn nicht: Hansi hat meine Nummer, er kann anrufen …” Ein Schelm war Poldi, mit seinen 37 Jahren weiterhin für Gornik Zabrze aktiv, schon immer. Er wird es sicher verschmerzen können, dass Flick andere Optionen im Kopf und auf seinem Zettel hat.

In dem Interview im kicker am Dienstag (auch als eMagazine) lesen Sie außerdem, wie die beiden Flicks Arbeit bewerten, ob Toni Kroos zu einem Comeback überredet werden sollte und wer ihre Favoriten auf den WM-Titel sind.

Frank Lußem, Bernd Salamon

“Was gibt es denn cooleres?” Nüsken hat nach DFB-Frust noch viel vor

Sjoeke Nüsken wurde unmittelbar vor der EM in England aus dem finalen Kader Deutschlands gestrichen. Im kicker lässt die 21-Jährige das Geschehene Revue passieren und blickt hinsichtlich ihrer Nationalmannschafts-Karriere nach vorne.

Will beim DFB-Team neu angreifen: Sjoeke Nüsken.

Will beim DFB-Team neu angreifen: Sjoeke Nüsken.

imago images/Hartenfelser

Der 18. Juni 2022 wird für Sjoeke Nüsken nicht unbedingt als ein schöner Tag in Erinnerung bleiben. Fast genau drei Wochen vor dem ersten EM-Spiel Deutschlands gegen Dänemark am 8. Juli (4:0) wurde die 21-Jährige von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg aus dem Kader gestrichen.

Aus war er, der Traum vom ersten großen Turnier. “Nach so einer Entscheidung ist man einfach nur sehr enttäuscht. Aber ich bin jung und kann noch viele Turniere spielen. Deswegen konnte ich den Blick schnell nach vorne richten”, erzählt die Allrounderin von Eintracht Frankfurt.

Ich bin jung und kann noch viele Turniere spielen. Deswegen konnte ich den Blick schnell nach vorne richten.

Sjoeke Nüsken

Bei den vergangenen beiden WM-Qualifikationsspielen stand Nüsken schon wieder im Aufgebot, beim 8:0-Sieg gegen Bulgarien spielte sie sogar durch. Auch für das Länderspiel gegen Frankreich am Samstag (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in Dresden wurde Nüsken in den deutschen Kader berufen.

Für die Neuauflage des EM-Halbfinals, das Deutschland mit 2:1 gewann, wurden bereits über 24.000 Tickets verkauft. Entsprechend groß ist die Vorfreude der 21-Jährigen: “Was gibt es denn cooleres als ein Heimspiel gegen einen Top-Gegner mit so vielen Zuschauern, das auch noch zur Primetime stattfindet?”

Nüsken will ihre Chance nutzen – Die Position ist dabei egal

Auf welcher Position Nüsken künftig um ihren Platz in der Nationalelf kämpft, ist dabei noch offen. Am liebsten spielt sie zentral auf der Acht, Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg setzte sie zuletzt aber meist als Linksverteidigerin ein. “Ich bin gespannt, ob ich auf dieser Position meine Chance nutzen kann”, sagt Nüsken, die aktuell auch bei der Eintracht in der Innenverteidigung aufläuft, nebenbei ihren Bachelor in Bauingenieurswesen macht und bei der Bundeswehr aktiv ist.

Wie Nüsken zum Fußball kam, was es mit ihrem Vornamen auf sich hat und wie sie ihre Chancen auf die WM-Teilnahme sieht, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des kicker – oder am Montagabend  als ePaper.

mje, Susanne Müller

Wo Füllkrug besser ist als die DFB-Konkurrenz

Mit sieben Treffern führt Niclas Füllkrug die Torjägerliste der Bundesliga an – weshalb der Angreifer des SV Werder Bremen längst auch mit dem DFB-Team in Verbindung gebracht wird. So schneidet er im Vergleich mit aktuellen Nationalspielern in zentraler Sturmposition ab.

In fast allen Lagen gefährlich: Bremens Stürmer Niclas Füllkrug.

In fast allen Lagen gefährlich: Bremens Stürmer Niclas Füllkrug.

IMAGO/Nordphoto

Niclas Füllkrug belässt es dabei: “Ich kann immer nur dasselbe sagen”, entgegnet er dann zum wiederholten Mal. Er sei der falsche Ansprechpartner, wenn es um die Fragen geht, mit denen er neuerdings konfrontiert wird. Sie häufen sich aktuell, gerade erst nach seinen zwei weiteren erzielten Toren beim berauschenden Bremer 5:1-Sieg gegen Gladbach. Müsste der Werder-Stürmer in seiner aktuellen Verfassung nicht für die deutsche Nationalmannschaft nominiert werden? Sollte er nicht noch einen Platz im Kader für die WM in Katar bekommen?

Jene Fragen stellen sich ja aus gegebenem Anlass; haben die jüngsten Eindrücke des DFB-Teams in den Länderspielen gegen Ungarn (0:1) und England (3:3) doch den fatalen Verdacht hinterlassen, dass ein echter Torjäger womöglich doch hilfreich sein könnte für das im November beginnende Turnier. Im deutschen Kader haben sich für diese Rolle schon länger keine Spieler mehr wirklich aufgedrängt.

Füllkrug: Gleichauf mit Klose, hinter Völler

Füllkrug wiederum hat zumindest innerhalb eines Jahres belegt, dass er ein solcher Torjäger sein kann, nach 19 Treffern in 24 Zweitligaspielen und nun sieben Treffern in acht Bundesligaspielen. Letzteres gelang einem Werder-Stürmer zuletzt in der Saison 2005/06 mit Miroslav Klose, mehr konnte nur Rudi Völler in der Saison 1985/86 vorweisen (acht).

Nach WM-Rekordtorjäger Klose ist auch im DFB-Team die Suche nach einem echten Mittelstürmer-Nachfolger nie wirklich abgeschlossen worden. Im aktuellen Kader von Bundestrainer Hansi Flick kommen für die zentrale Angriffsposition aus der Bundesliga Timo Werner (RB Leipzig), Lukas Nmecha (VfL Wolfsburg) und Karim Adeyemi (Borussia Dortmund) in Frage. Für Kai Havertz (FC Chelsea) gelten als Profi der Premier League andere und damit schwierig zu vergleichende Maßstäbe. Doch wie schneidet Füllkrug im deutschen Liga-Vergleich zu seinen möglichen Konkurrenten ab?

Füllkrug sorgt für Torgefahr

In der Kategorie Abschluss gibt der Werder-Stürmer in der Bundesliga generell die viertmeisten Torschüsse (27) hinter Michael Gregoritsch (28), Leroy Sané (30) und Marcus Thuram (31) ab. Pro Spiel ergibt das einen Wert von 3,4 – hinter Werner (3,7), vor Adeyemi (3,2) und Nmecha (1,8). Füllkrug benötigt dabei 3,9 Torschüsse pro Treffer, Nmecha 4,0, Werner 6,3, Adeyemi ist in vier Spielen noch ohne Tor. Pro Spiel köpft Füllkrug zudem 0,9-mal aufs Tor, traf so bereits zweimal. Werner oder Adeyemi haben noch nicht einmal aufs Tor geköpft, Nmecha nur einmal (ohne Treffer). Der Bremer sorgt also für Torgefahr.

Bei Werder agiert Füllkrug zwar als klarer Mittelstürmer, der laut Ole Werner “große Stärken im Strafraum” besitzt – doch “trotzdem”, betont der Bremer Cheftrainer explizit, dass er “ins Kombinationsspiel eingebunden werden kann”. Sein Assist am Samstag vor dem Treffer von Mitchell Weiser zum 5:1-Endstand demonstrierte zusätzlich, auf welch technisch hohem Niveau sich der 29-Jährige dabei bewegt.

33,1 Pässe pro Partie und 4,2 Pässe in das letzte Drittel belegen ebenfalls seine Rolle als mitspielender Angreifer – das sind mehr als Adeyemi (30,4/2,1), Werner (24,9/3,1) und Nmecha (20,1/1,8) aufweisen. Allerdings fällt Füllkrug bei der Passquote ab: 61,6 Prozent bedeuten weit weniger im Vergleich zu Adeyemi (85,8) oder auch Werner (71,4). Nmecha kommt auf 62,6 Prozent.

Defensiv spitze, läuferisch hinten dran

Beim Defensivverhalten weist Füllkrug den deutlichen Spitzenwert unter den vier Bundesliga-Stürmern auf: 0,8 eroberte Bälle pro 90 Minuten im Angriffsdrittel – gegenüber Werner (0,4), Adeyemi (0,5) und Nmecha (0,3). In der Kategorie Laufleistung reiht sich der Werder-Profi sowohl bei der durchschnittlichen Gesamtdistanz (10,04 Kilometern) als auch den Sprints pro Spiel (18,2) hinter Werner (10,8/34,9), Nmecha (10,6/23,8) und Adeyemi (10,5/34) ein.

‘Fülle’ ist jemand, der sehr komplett ist.

Ole Werner

Auf derlei Vergleiche zwischen aktuellen und seinem möglicherweise künftigen Nationalspieler will sich Bremens Trainer Werner zwar nicht einlassen: “Es steht mir nicht zu, das zu bewerten.” Leichter tut er sich jedoch, die Vorzüge des Stürmers zusammenzufassen: “‘Fülle’ ist jemand, der sehr komplett ist. Er hat gezeigt, dass er in einzelnen Situationen eine Qualität mitbringt, die vielleicht selbst in der Bundesliga nicht alltäglich ist, wenn er in einer guten Verfassung ist.”

Die Daten belegen, dass das auch für den Vergleich zu möglichen Konkurrenten beim DFB gilt.

Tim Lüddecke

Aufholjagd nicht belohnt: DHB-Frauen verlieren auch zweiten Test gegen Frankreich

Deutschlands Handball-Frauen haben auch den zweiten EM-Härtetest gegen Olympiasieger Frankreich verloren. Im zweiten Duell innerhalb von drei Tagen war es aber knapper als noch am Freitag – zwischenzeitlich lag sogar eine Überraschung in der Luft.

Deutschland unterlag auch im zweiten Test Olympiasieger Frankreich.

Deutschland unterlag auch im zweiten Test Olympiasieger Frankreich.

IMAGO/wolf-sportfoto

Knapp fünf Wochen vor der Europameisterschaft haben Deutschlands Handball-Frauen einen Achtungserfolg gegen Olympiasieger Frankreich hauchdünn verpasst. Die DHB-Auswahl unterlag am Sonntag vor 3000 Zuschauern in Nancy trotz einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit mit 29:30 (13:18), tankte aber dennoch viel Selbstvertrauen für die Endrunde vom 4. bis 20. November in Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro.

Beste Werferinnen für das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch waren Emily Bölk mit acht Toren und Alina Grijseels (5). Im ersten Duell mit dem WM-Zweiten hatte es am Freitag eine 31:34-Niederlage gegeben. Damit wartet Deutschland gegen Frankreich weiter auf den ersten Länderspielsieg seit 2011.

Fehler vor der Pause münden in Fünf-Tore-Rückstand

Nach einem guten Start schlichen sich im deutschen Spiel Mitte der ersten Halbzeit einige Fehler ein. Dies führte zu einem Vier-Tore-Rückstand (7:11/20.), der bis zur Pause sogar auf fünf Treffer anwuchs. Die Abwehr fand in dieser Phase kaum Zugriff gegen die flinken Französinnen, sodass auch Torfrau Isabell Roch kein Faktor war.

Das änderte sich mit Wiederbeginn. Im Angriff agierte die DHB-Auswahl nun mutiger und hinten avancierte Torhüterin Katharina Filter mit etlichen Paraden zum erhofften Rückhalt. Mitte der zweiten Halbzeit lag das deutsche Team beim 22:20 plötzlich mit zwei Toren vorn. In der Schlussminute scheiterte Grijseels mit dem letzten Wurf, sodass am Ende doch noch der Favorit jubeln durfte.

Corona-Infektion: DFB-Frauen gegen Frankreich ohne Magull

30. September 202246:57 Minuten

FE:male #13 – Timo Baumgartl

„Das war noch emotionaler als ich es mir ausgemalt habe“. Nach seiner Krebserkrankung ist er endlich auf den Platz zurückgekehrt: Timo Baumgartl! Wir treffen ihn im Stadion an der Alten Försterei und er spricht mit uns ganz offen über seinen Leidensweg. Der 26-jährige erzählt, was er auf der Onkologie erlebt hat, warum ihn die Krankenschwestern für verrückt hielten und warum er im Moment seiner Rückkehr an all diejenigen gedacht hat, die es nicht geschafft haben. Zudem erklärt er, warum niemand wirklich versteht was in einem vorgeht, mit wem er geweint hat und warum es aber auch wichtig war, in dieser dunklen Zeit, viel zu lachen. Außerdem analysieren wir mit Baumgartl die bisher hervorragende Bundesliga Saison von Union Berlin. Wie lange können sie die Tabellenspitze behaupten, was haben sie, was andere nicht haben und wann geht Trainer Urs Fischer mal so richtig aus sich raus? Der Verteidiger verrät darüber hinaus welche Situation zeigt, dass es im Fußball noch Menschlichkeit gibt und warum der Hauptstadt ein Verein in der Frauen Bundesliga gut tun würde.

Diese Folge wurde vor Bekanntwerden der Krebsdiagnose des Bundesligaspielers Jean-Paul Boetius (Hertha BSC) aufgezeichnet.

Zu viele Zeitstrafen: DHB-Frauen unterliegen Frankreich

Trotz einer couragierten Vorstellung haben Deutschlands Handball-Frauen im ersten EM-Härtetest gegen Frankreich einen Achtungserfolg knapp verpasst.

Die DHB-Frauen konnten sich am Ende nicht entscheidend durchsetzen.

Die DHB-Frauen konnten sich am Ende nicht entscheidend durchsetzen.

IMAGO/PanoramiC

Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch verlor das Duell mit dem Olympiasieger und WM-Zweiten am Freitagabend in Metz mit 31:34 (15:16), tankte fünf Wochen vor dem Auftakt der Endrunde aber viel Selbstvertrauen. Vor 4500 Zuschauern waren Alina Grijseels mit sieben Toren und Johanna Stockschläder (5) beste deutsche Werferinnen. Am Sonntag stehen sich beide Teams in Nancy erneut gegenüber.

Die DHB-Auswahl lieferte dem Favoriten von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe. Nach einer ausgeglichenen Startphase geriet das Gaugisch-Team Mitte der ersten Halbzeit beim 9:13 (17. Minute) zwar mit vier Toren in Rückstand, kämpfte sich nach einer Auszeit und deutlichen Worten des Bundestrainers aber mit einem 3:0-Lauf sofort wieder heran.

In der Folge boten sich beste Chancen zum Ausgleich, die jedoch allesamt nicht genutzt wurden. Unter anderem vergab Julia Maidhof einen Siebenmeter. Die Abwehr mit einer gut aufgelegten Torfrau Katharina Filter als Rückhalt stand nun aber besser, sodass die Partie eng blieb.

Kurz nach dem Wechsel gelang der DHB-Auswahl beim 18:17 erstmals seit der Startphase wieder eine Führung, die sogar auf drei Tore (24:21) ausgebaut wurde. Doch dann schwächte sich die deutsche Mannschaft durch einige Zeitstrafen selbst, was Frankreich mit einem 5:0-Lauf eiskalt bestrafte. Zwar kämpfte das DHB-Team bis zum Schluss, doch die Wende gelang nicht mehr.

Frankreich – Deutschland 34:31 (16:15) 

Frankreich: Darleux, Glauser – Valentini 6, Toublanc 5/2, Foppa 4, Nze-Minko 4, Zaadi Deuna 4, C. Lassource 3, Sercien Ugolin 3, Horacek 2/1, Flippes 1, Granier 1, D. Lassource 1, Edwige, Kanor, Niakate, Ondono
Deutschland: Filter (FC Kopenhagen), Roch (SCM Ramnicu Valcea) – Grijseels (Borussia Dortmund) 7/3, Stockschläder (Thüringer HC) 5, Döll (SG BBM Bietigheim) 4, Maidhof (SG BBM Bietigheim) 4/1, Bölk (Ferencvarosi TC) 3, Behrend (SG BBM Bietigheim) 2, Schirmer (VfL Oldenburg) 2, Schmelzer (HC Dunar. Braila) 2, Smits (SG BBM Bietigheim) 2, Antl (Borussia Dortmund), Brons-Petersen (FC Kopenhagen), Degenhardt (TuS Metzingen), Quist (HSG Blomberg-Lippe), Schulze (Sport-Union Neckarsulm), Zschocke (Storhamar)
Schiedsrichter: Javier Alvarez Mata (Spanien)/Yon Bustamente Lopez (Spanien)
Zuschauer: 4000

Groetzki wieder im Kader der Nationalmannschaft

Bundestrainer Alfred Gislason hat am Freitag das DHB-Aufgebot für die Länderspiele am 13. Oktober in Mannheim gegen Schweden sowie am 15. Oktober in Spanien bekannt gegeben.

Im Aufwind: Patrick Groetzki von den Löwen zählt wieder zum DHB-Team.

Im Aufwind: Patrick Groetzki von den Löwen zählt wieder zum DHB-Team.

picture alliance / Pressefoto Baumann

Erstmals seit Januar 2021 steht dabei Rechtsaußen Patrick Groetzki von Bundesliga-Tabellenführer Rhein-Neckar Löwen wieder im Kader. Angeführt wird das deutsche Team von Kapitän Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) und Torhüter Andreas Wolff (KS Kielce/Polen).

Die Kaderzusammensetzung ist für Gislason bereits ein Fingerzeig in Richtung Weltmeisterschaft im Januar 2023 in Polen und Schweden. “Die jetzt nominierten Spieler haben die Nase auf dem Weg zur WM aktuell ein paar Millimeter vorn, aber wir haben auf den verschiedenen Positionen eine zum Teil enge Konkurrenz”, sagte der 63-jährige Isländer. “Wie immer sind die Türen der Nationalmannschaft in beide Richtungen geöffnet.”

Spiele im Rahmen des Euro Cup

Gislason versammelt das Nationalteam am 10. Oktober in Frankfurt/Main zum Lehrgang. Die Spiele gegen Europameister Schweden und den EM-Zweiten Spanien werden im Rahmen des sogenannten Euro Cups ausgetragen. Die drei Nationen sind, ebenso wie Dänemark, bereits für die EM 2024 in Deutschland qualifiziert.

Das aktuelle Aufgebot

Tor: Andreas Wolff (Lomza Industria Kielce), Till Klimpke (HSG Wetzlar)
Feld: Lukas Mertens (SC Magdeburg), Marcel Schiller (Frisch Auf Göppingen), Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen), Lukas Zerbe (TBV Lemgo Lippe), Christoph Steinert (HC Erlangen), Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt), Tim Zechel (HC Erlangen), Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen), Luca Witzke (SC DHfK Leipzig), Juri Knorr (Rhein-Neckar Löwen), Paul Drux (Füchse Berlin), Julian Köster (VfL Gummersbach), Lukas Stutzke (Bergischer HC), Philipp Weber (SC Magdeburg), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Kai Häfner (MT Melsungen)