Imposant mit nur einem Neuen

Neue Reize im Kader wollte der FC Bayern mit seiner Transferpolitik in diesem Sommer setzen. Nach den ersten Eindrücken scheint dies gelungen, dabei müssen sich vier der fünf Zugänge aktuell mit einer Jokerrolle begnügen.

Sadio Mané fügte sich bereits sehr gut ins Spiel des FC Bayern ein.

Sadio Mané fügte sich bereits sehr gut ins Spiel des FC Bayern ein.

IMAGO/Kessler-Sportfotografie

5:3 im Supercup bei RB Leipzig, 6:1 zum Saisonauftakt bei Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt: Der Saisonstart des FC Bayern geht als geglückt durch. Bemerkenswert: Elf Tore schossen die Münchner trotz des Abgangs von Robert Lewandowski. Trainer Julian Nagelsmann vertraute zweimal der identischen Startelf, und in der stand mit Sadio Mané nur ein Neuer. Der Senegalese, für 32 Millionen Euro vom FC Liverpool geholt, fügte sich allerdings sehr gut ein, in beiden Spielen steuerte er jeweils einen Treffer zum Erfolg bei.

Druck der Neuzugänge macht Beine

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Mathijs de Ligt, Ryan Gravenberch, Noussair Mazraoui und Mathys Tel müssen sich dagegen gedulden und werden aktuell mit Kurzeinsätzen herangeführt. Schließlich hat der FC Bayern sie nicht nur für die ersten Saisonwochen verpflichtet, sondern plant in den kommenden Jahren mit ihnen. De Ligt muss seinen Fitnessrückstand aufholen, er legte am freien Montag eine Schicht ein. Bei ihm besteht auch deshalb keine Eile, weil Dayot Upamecano sich gegenüber der Vorsaison deutlich formverbessert zeigt. Das gilt auch für Benjamin Pavard rechts hinten, der im Konkurrenzkampf mit Mazraoui aktuell vorne liegt. Der Franzose traf sowohl im Supercup als auch in Frankfurt und präsentiert sich so gut wie lange nicht. Offenbar macht der Druck durch die Neuzugänge Beine, durften sich in der vergangenen Saison zu viele Spieler ihres Platzes sicher sein.

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Für Marcel Sabitzer galt dies nicht, er bekam den Stempel des Fehleinkaufs aufgedrückt. Aktuell hat sich der Österreicher jedoch in die erste Elf neben Joshua Kimmich auf der Doppelsechs gekämpft. Leon Goretzka fehlt verletzt, Gravenberch ist offenbar bei allem Talent und der Begeisterung darüber noch nicht soweit. Vorteil Sabitzer. Was für Gravenberch gilt, gilt selbstverständlich noch mehr für den 17-jährigen Tel, der behutsam herangeführt werden soll und noch nicht als Stammspieler eingeplant ist.

Momentaufnahmen, an denen es für Nagelsmann aktuell wenig zu rütteln gibt, auch nicht am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) gegen den VfL Wolfsburg. Ab der letzten Augustwoche, mit dem Pokalspiel bei Viktoria Köln, beginnen jedoch die englischen Wochen für den Rekordmeister, in denen Nagelsmann sicher rotieren und jeder seine Startelfchance bekommen wird.

Frank Linkesch

Einsamer Gladbacher: Der Start der Neuzugänge – und ihre Noten

Über 70 Neuzugänge kamen am 1. Bundesliga-Spieltag zum Einsatz. Wer überzeugte gleich? Wer noch nicht? Eine Übersicht Klub für Klub.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

Auch Itakura, Schlotterbeck und Doan debütierten am Wochenende für ihre neuen Klubs in der Bundesliga.

imago images (3)

FC Bayern

Sadio Mané: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Matthijs de Ligt: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Noussair Mazraoui: eingewechselt | neun Minuten | keine Note
Mathys Tel: eingewechselt | 26 Minuten | keine Note
Ryan Gravenberch: eingewechselt | 34 Minuten | keine Note

SC Freiburg

Michael Gregoritsch: Startelf | 75 Minuten | ein Tor, eine Vorlage | kicker-Note 1,5
Matthias Ginter: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Ritsu Doan: Startelf | 80 Minuten | ein Tor | kicker-Note 1,5
Daniel-Kofi Kyereh: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Union Berlin

Janik Haberer: Startelf | 69 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 2,5
Jordan Siebatcheu: Startelf | 77 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2
Diogo Leite: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Milos Pantovic: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Jamie Leweling: eingewechselt | 20 Minuten | keine Note 

1. FC Köln

Linton Maina: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Kristian Pedersen: eingewechselt | 14 Minuten | keine Note
Sargis Adamyan: eingewechselt | 30 Minuten | eine Vorlage | keine Note

Borussia Mönchengladbach

Ko Itakura: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3

1. FSV Mainz 05

Edimilson Fernandes: Startelf | 89 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Angelo Fulgini: Startelf | 61 Minuten | kicker-Note 4
Maxim Leitsch: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Anthony Caci: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Marlon Mustapha: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

Borussia Dortmund

Nico Schlotterbeck: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Karim Adeyemi: Startelf | 22 Minuten | keine Note

1. Bundesliga-Spieltag 2022/23

Werder Bremen

Amos Pieper: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Jens Stage: Startelf | 90 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3
Oliver Burke: eingewechselt | 11 Minuten | keine Note
Lee Buchanan: eingewechselt | 22 Minuten | keine Note

VfL Wolfsburg

Josip Brekalo*: Startelf | 55 Minuten | kicker-Note 5
Mattias Svanberg: Startelf | 45 Minuten | kicker-Note 5
Omar Marmoush*: Startelf | 66 Minuten | kicker-Note 4
Patrick Wimmer: Startelf | 66 Minuten | eine Vorlage | kicker-Note 3,5
Jakub Kaminski: eingewechselt | 24 Minuten | keine Note
Josuha Guilavogui*: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

RB Leipzig

David Raum: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4
Alexander Sörloth*: eingewechselt | 6 Minuten | keine Note

VfB Stuttgart

Josha Vagnoman: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3
Juan José Perea: eingewechselt | eine Minute | keine Note
Darko Churlinov*: eingewechselt | 27 Minuten | keine Note

VfL Bochum

Philipp Hofmann: Startelf | 75 Minuten | kicker-Note 4
Kevin Stöger: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5
Ivan Ordets: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Saidy Janko: eingewechselt | 4 Minuten | keine Note
Philipp Förster: eingewechselt | 10 Minuten | keine Note
Silvere Ganvoula*: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note
Jordi Osei-Tutu: eingewechselt | 15 Minuten | keine Note

Bayer Leverkusen

Nadiem Amiri*: eingewechselt | 13 Minuten | keine Note
Adam Hlozek: eingewechselt | 45 Minuten | kicker-Note 4,5

Hertha BSC

Jonjoe Kenny: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Dodi Lukebakio*: Startelf | 90 Minuten | ein Tor | kicker-Note 4,5
Ivan Sunjic: Startelf | 79 Minuten | kicker-Note 3,5
Filip Uremovic: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Wilfried Kanga: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4
Chidera Ejuke: eingewechselt | 35 Minuten | kicker-Note 4

TSG Hoffenheim

Grischa Prömel: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Ozan Kabak: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 3,5
Stanley Nsoki: eingewechselt | 67 Minuten | kicker-Note 3,5

FC Schalke 04

Sebastian Polter: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Alexander Schwolow: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Maya Yoshida: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Tobias Mohr: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5
Cedric Brunner: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 4,5
Alex Kral: Startelf | 88 Minuten | kicker-Note 5
Tom Krauß: Startelf | 76 Minuten | kicker-Note 4,5

FC Augsburg

Elvis Rexhbecaj: Startelf | 74 Minuten | kicker-Note 4
Ermedin Demirovic: Startelf | 58 Minuten | kicker-Note 4,5
Maximilian Bauer: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5

Eintracht Frankfurt

Mario Götze: Startelf | 90 Minuten | kicker-Note 5
Faride Alidou: eingewechselt | 17 Minuten | ohne Note
Randal Kolo Muani: eingewechselt | 45 Minuten | ein Tor | kicker-Note 2,5

Nagelsmann über Tel: “Ich finde es gut, wenn man sich was zutraut”

Zwölf Ballkontakte in 26 Minuten Einsatzzeit, seinen einzigen Zweikampf verlor er. Neun von elf Pässen fanden einen Mitspieler, null Torschüssen stehen zwei Torschussvorlagen gegenüber. Mathys Tel feierte bei Bayerns fulminantem 6:1-Sieg bei Eintracht Frankfurt ein viel erwartetes, aber unspektakuläres Debüt.

Mathys Tel bei seinem Debüt in Frankfurt.

Mathys Tel bei seinem Debüt in Frankfurt.

IMAGO/ActionPictures

Mit 17 Jahren und 100 Tagen ist der Franzose der zweitjüngste Spieler, der je in einem Bundesligaspiel für den FC Bayern aufgelaufen ist. Lediglich Paul Wanner war beim 1:2 gegen Borussia Mönchengladbach im vergangenen Januar mit 16 Jahren und 15 Tagen jünger. Die Rahmenbedingungen für Tels Premiere erwiesen sich am Freitagabend als optimal. Beim Stand von 5:0 konnte Trainer Julian Nagelsmann das für fixe 20 Millionen Euro Ablöse plus möglicher 8,5 Millionen Boni verpflichtete Talent ohne Druck bringen.

Spielbericht und Steckbrief

“Ich finde es gut, wenn man sich was zutraut im Training, auch wenn man dann den Unterschied zwischen Training und Spiel sieht”, urteilte Nagelsmann nach dem Debüt seiner Nummer 39. Des Trainers Auftrag für künftige Einsätze: “Im Spiel will ich nicht, dass er in jeder Aktion versucht, zwei Gegner auszuspielen.” Dabei nennt er Tel “einen Dribbler, der den Ball liebt”, vor allem im Training solle er sich etwas trauen. “Er soll sich bei uns entwickeln dürfen, darauf freuen wir uns.”

Nagelsmann nennt Tel “ein herausragendes Talent”, für Sportvorstand Hasan Salihamidzic ist er “das größte Stürmertalent in Europa”. Viel Lob, das hohe Erwartungen weckt, denen der Teenager auf Strecke gerecht werden muss. Die Voraussetzungen dafür bringt er mit. “Er hat Willen, Gier, dazu die nötige fußballerische Qualität”, beschreibt Salihamidzic den Neuzugang. Der Rechtsfüßer könne schießen, sei clever und fußballerisch trotz seiner 17 Jahre schon erwachsen. “Mathys hat einen guten Körper, ist dynamisch und schnell, er hat ein gutes Tempo.”

Mit dem auch in Frankfurt überragenden Jamal Musiala, mit Ryan Gravenberch und Tel verfügt Nagelsmann über eine Reihe an Hochbegabten in seinem Kader. Diese zu fördern, zu fordern und zu regelmäßigen Leistungsträgern zu formen lautet sein Auftrag.

Frank Linkesch

Müllers Slapstick-Szene: “Ich habe es kommen sehen”

Thomas Müller vergab in Frankfurt im Zusammenspiel mit Serge Gnabry ein fast sicheres Tor – und hatte das schon geahnt.

Pfosten! Thomas Müller verpasst das vorzeitige 3:0 in Frankfurt.

Pfosten! Thomas Müller verpasst das vorzeitige 3:0 in Frankfurt.

IMAGO/Jan Huebner

Mit 21 Assists war Thomas Müller der Vorlagenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison, und genauso verhielt er sich auch beim Eröffnungsspiel der neuen Spielzeit: Gleich drei Tore bereitete der Nationalspieler bei Bayerns 6:1-Sieg in Frankfurt direkt vor. Dass er selbst nicht traf, war hinterher aber ebenfalls Thema.

Denn: Müller hatte beim Stand von 2:0 in der 23. Minute eine Großchance vergeben, wie es sie nicht häufig gibt. Serge Gnabry und Thomas Müller waren gewissermaßen von der Mittellinie aus allein auf Eintracht-Keeper Kevin Trapp zugelaufen. Doch Müller setzte Gnabrys Querpass noch an den Pfosten und machte die Szene endgültig zur Slapstick-Einlage, indem er den Abpraller danach am Boden liegend auch noch an den Körper bekam.

“Der Serge hatte sehr viel Zeit zu denken”

Was war da schiefgelaufen? “Ich habe es tatsächlich schon ein bisschen kommen sehen”, sagte Müller nach dem Schlusspfiff lachend bei “Sat.1”. “Der Serge hatte sehr viel Zeit zu denken und dann ist ihm leider der Ball ein wenig kurz geraten. Ich musste dann auf den Ball warten, bis der Kostic vorbeigerätscht ist. Und dann sah es sicherlich … wie soll ich sagen? Also, im Internet wird es wahrscheinlich schon kursieren.”

Tatsächlich hatte Gnabry mit seinem zu späten und zu kraftlosen Querpass dem zurücksprintenden Filip Kostic die Chance ermöglicht, Müller noch ein wenig per Grätsche zu irritieren und einen Teil des Tores abzuschirmen. “Schön wäre es gewesen, wenn ich den Abpraller mit dem Kopf versenkt hätte”, fand Müller, der aber auch so nicht lange gehadert hatte. “Abschütteln und weiter geht’s”, lautete seine Devise, “der Rest der ersten Halbzeit war ja dann ziemlich cool”.

Es folgten vor der Pause noch das 3:0, 4:0 und 5:0. Bei Letzterem legte Müller mustergültig für Gnabry auf.

Darum jubelten Kimmich und Pavard mit Co-Trainer Toppmöller

Zwei Standards brachten den FC Bayern beim 6:1-Auftakt in Frankfurt früh auf Kurs. Deshalb fiel der Torjubel auch etwas spezieller aus.

Beherzigte den Tipp und traf frech zum 1:0 gegen Frankfurts Kevin Trapp: Joshua Kimmich.

Beherzigte den Tipp und traf frech zum 1:0 gegen Frankfurts Kevin Trapp: Joshua Kimmich.

IMAGO/ActionPictures

Offiziell wird es für das 1:0 von Joshua Kimmich am Freitagabend in Frankfurt keinen Vorbereiter geben, Bayerns neuer dritter Kapitän verwandelte schließlich einen Freistoß direkt ins Tor. Inoffiziell dürfte der Nebel, den Eintracht-Fans durch das Abbrennen von Pyrotechnik verursacht hatten, zumindest nicht geschadet haben.

Die Ein-Mann-Mauer Filip Kostic überwand Kimmich geschickt und erwischte einen verdutzten Kevin Trapp im kurzen Eck nach nur vier Minuten auf dem falschen Fuß. Der Sechser ließ sich von seinen Kollegen feiern, lief anschließend zur Bank und klatschte mit Co-Trainer Dino Toppmöller ab.

“Trappo steht immer ein bisschen höher”

“Er hat das in der Woche schon angekündigt”, erklärte Kimmich am DAZN-Mikrofon über Julian Nagelsmanns Assistenten. “Wir haben seitliche Freistöße trainiert, und er hat dann gesagt: ‘Du kannst mal gucken, der Trappo steht immer ein bisschen höher. Da kann man es mal versuchen.’ Und ich dachte, dann probiere ich’s mal.” Mit Erfolg.

Ein “großes Lob” richtete Chefcoach Nagelsmann zudem an Torwarttrainer Toni Tapalovic, der mit Toppmöller besprochen hatte, “dass wir da vielleicht eine Option haben, weil Kevin bei Freistößen sehr hoch steht”. Eigentlich, merkte Nagelsmann an, habe der Ball ein bisschen zu weit weg vom Tor gelegen, “aber Josh spielt den natürlich herausragend an den Innenpfosten”.

Das Video-Studium am Morgen des Spieltags zahlte sich also aus. “Das klappt nicht immer”, weiß Nagelsmann, “viele werden darauf jetzt vorbereitet sein. Aber dass es heute geklappt hat… Ein großes Lob an meine beiden Trainerkollegen und auch an Josh. Die Ausführung war gut, und vor allem die Information heute früh war sehr wertvoll.”


Kevin Trapp

Fing sich in der 5. Minute ein überraschendes Gegentor nach frechem Freistoß: Eintracht-Keeper Kevin Trapp.
IMAGO/Jan Huebner

Den Nachschlag servierte nur wenige Minuten später Benjamin Pavard, der in Folge einer Ecke das 2:0 nachlegte, erst in die Arme von Nagelsmann sprang und dann ebenfalls zu Toppmöller lief. Die einstudierten Standards ebneten den Bayern beim fulminanten Auftakt den Weg.

Zum Thema: Wer ist Nagelsmanns Assistent Dino Toppmöller?

Mario Krischel

Für Müller “ein Auftakt nach Maß”, doch Kimmich findet das Haar in der Suppe

Der FC Bayern präsentiert sich wie schon im Supercup gegen RB Leipzig (5:3) offensiv hungrig und schenkt der Eintracht zum Auftakt in die neue Bundesliga-Saison ein halbes Dutzend an Gegentoren ein. Alles top also? Nicht ganz.

Mit einem 6:1 in Frankfurt "einwandfrei" in die Bundesliga-Saison gestartet: der FC Bayern München.

Mit einem 6:1 in Frankfurt “einwandfrei” in die Bundesliga-Saison gestartet: der FC Bayern München.

IMAGO/osnapix

Im Lob waren alle Münchner an diesem späten Freitagabend vereint. Vor allem die Offensive um die vier “neuen” Granden Sadio Mané, Thomas Müller, Serge Gnabry und Jamal Musiala machte den Beteiligten hier extrem viel Spaß – und das in Abwesenheit von Robert Lewandowski, der in diesem Sommer zum FC Barcelona abgewandert war.

“Die Energie, die man spürt, ist schon herausragend”, schwärmte etwa Bayern-Trainer Julian Nagelsmann beim Gespräch mit “Sat.1”. “Die erste Halbzeit”, in der sein Team schon überdeutlich mit 5:0 geführt und zudem weitere Großchancen auch in Form von drei Aluminiumtreffern ausgelassen hatte, “war schon herausragend und gut anzusehen.” Thomas Müller, der mit seiner Übersicht gleich drei der sechs FCB-Tore direkt vorbereitet hatte, blies ins selbe Horn: “Das war einwandfrei. Wenn man hier 6:1 gewinnt – das war ein Auftakt nach Maß.”

Da machte es auch nichts, dass der zuletzt zehnmal in Folge an der Bundesliga-Spitze stehende Rekordmeister nach dem Seitenwechsel etwas vom Gaspedal gegangen war. Für Nagelsmann ein nachvollziehbarer Schritt: “In der Zweiten war es ein Stück weit normal, dass man einen Gang rausnimmt, das ist vielleicht auch clever.”

“Ein Kritikpunkt ist bei uns immer …”

Weniger clever war in den besagten zweiten 45 Minuten allerdings Manuel Neuers riskantes Eins-gegen-eins-Dribbling mit dem auf den Ball gierigen Eintracht-Joker Randal Kolo Muani. Der 23-jährige Neuzugang vom FC Nantes klaute sich hier nämlich den Ball von der deutschen Nummer eins und schob direkt danach zum Ehrentreffer ein.

Das war dann auch der eine Makel, den Mittelfeldmotor Joshua Kimmich hinterher im Interview mit DAZN anmerkte: “Ein Kritikpunkt ist natürlich bei uns immer, dass wir es wieder nicht geschafft haben, zu Null zu spielen.”

Ansonsten war aber auch der 27-Jährige aus dem Häuschen ob der starken Leistung seines Teams: “Man muss schon sagen, dass das nach vorne nicht verkehrt war. Wir hatten ja neben den Toren noch die ein oder andere Chance auf noch mehr, das hat schon richtig Bock gemacht. Wir wussten, dass bei Frankfurt immer wieder Räume sind – etwa bei Kostic und Knauff. Die haben wir dann auch, denke ich, ganz gut bespielt. Wir haben es in etlichen Situationen aber auch von hinten heraus gut gelöst.”

“Und die vier da vorne …”, so Kimmich abschließend. “Das macht schon Spaß!”