Jansen: Nein zu Kühne, ja zu den Bossen

Nach der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Freitag hatte Marcell Jansen lediglich zwei knappe Sätze verlauten lassen und sich einen HSV-Sieg in Bielefeld gewünscht. Montag nun äußerte sich der Kontrolleursboss ausführlich auf der Klubwebsite und hat zwei Botschaften: Jonas Boldt und Dr. Thomas Wüstefeld bleiben beide im Vorstand, und die Offerte von Klaus-Michael Kühne wird ausgeschlagen.

Lehnt die Offerte von Klaus-Michael Kühne ab: Marcell Jansen.

Lehnt die Offerte von Klaus-Michael Kühne ab: Marcell Jansen.

IMAGO/MIS

Der Milliardär hatte am vergangenen Donnerstag, einen Tag vor der Aufsichtsratssitzung, per Pressemitteilung an sämtlichen Vereinsgremien vorbei einen Vorschlag gemacht, in dem er der HSV-AG 120 Millionen Euro bot, dafür aber seine Anteile auf 39,9 Prozent aufstocken wollte, was per Satzung nicht möglich ist, und zudem zwei eigene Aufsichtsräte platzieren wollte.

Der kicker hatte den Vorstoß “ein unmoralisches Angebot” genannt, Jansen wählt moderate Töne, wird aber ebenfalls deutlich: “Es zeigt, wie sehr Herr Kühne mit dem HSV verbunden ist, dass er eine positive Entwicklung sehen möchte. Wir möchten im engen Dialog sein, aber das an uns herangetragene Angebot ist in dieser Form nicht umsetzbar.”

“Wir haben beiden Vorständen klar unser Vertrauen ausgesprochen”

Als Hauptgrund nennt der Ex-Nationalspieler die Satzung. In dieser ist verankert, dass der HSV nur 24,9 Prozent seiner Anteile veräußern darf, für eine Veränderung wäre eine außerordentliche Mitgliederversammlung und auf dieser eine Dreiviertel-Mehrheit nötig. Die Tendenz unter der Anhängerschaft nach der Veröffentlichung des Angebots ging klar in die Richtung, dass es die nötige Mehrheit kaum gegeben hätte. “Zu dem Maßnahmenkatalog von Herrn Kühne ist zu sagen, dass wir als Präsidium den klaren Auftrag der Mitgliedschaft erhalten haben, die Grenzen für Anteilsverkäufe in unserer Satzung zu verankern.”

Kühne kommt also nicht mit frischen Millionen – und die Bosse bleiben. Obwohl sich im Gremium der Eindruck verfestigt hatte, dass der Streit zwischen Boldt und Wüstefeld eskaliert und nicht mehr zu lösen sei, hatte Jansen eine Abstimmung über die beiden Vorstände nicht forciert. Aus eigenem Antrieb, weil ein Nein gegen den von ihm in den Klub geholten Wüstefeld auch sein Aus im Aufsichtsrat eingeleitet hätte? Jansen nennt offiziell andere Beweggründe und versichert, beide hätten für ihren jeweiligen Verantwortungsbereich, Boldt für den Sport und Wüstefeld für die Finanzen, überzeugende Konzepte vorgelegt. Unter anderem hat der umstrittene Medizinunternehmer die Stadionsanierung auf den Weg gebracht. “Wir haben beiden Vorständen klar unser Vertrauen ausgesprochen und stehen hinter den jeweiligen Planungen und Zielsetzungen.”

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Jansen ist tatsächlich willens, die Situation erst im Winter abschließend zu bewerten – dann allerdings stehen vertragsgemäß ohnehin Veränderungen bevor: Wüstefelds Vorstandsmandat endet am Jahresende. Wenn der Aufsichtsratschef sagt, “wir haben uns darauf verständigt, in der längeren Pause ab November in die Gespräche zu gehen”, bedeutet das nichts anderes als: Er wartet fast bis zum letzten Tag. Und setzt auf die Ergebnisse auf dem Rasen. “Die Mannschaft ist nach kleinen Anlaufschwierigkeiten gut in die Saison gestartet, hat in Bielefeld das bisher beste Spiel gezeigt. Der Trainer erreicht die Jungs und die Fans identifizieren sich mit diesem Weg.”

Der fromme Wunsch ist klar ablesbar: Sportlicher Erfolg soll die Wirkung von Kitt für die Risse haben.

Sebastian Wolff

Kiels Skrzybski weiß, “wie gefährlich wir offensiv sein können”

Holstein Kiel bleibt weiter ungeschlagen und liegt nach dem Sieg gegen Braunschweig nur einen Zähler hinter Tabellenführer Paderborn.

Kiels Steven Skrzybski erzielte einen Doppelpack.

Kiels Steven Skrzybski erzielte einen Doppelpack.

IMAGO/Hübner

Der 3:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig war der erste Heimsieg der Störche und der zweite Dreier in Folge. Mit acht Punkten nach vier Spielen liegt die Elf von Trainer Marcel Rapp als Tabellenfünfter in Lauerstellung.

Dass es das Auftaktprogramm mit der KSV gut gemeint hat, soll die Leistung nicht schmälern, auch wenn Kiel an den ersten vier Spieltagen dreimal gegen einen Aufsteiger ran durfte.

Skrzybski bleibt bescheiden

Ein Erfolgsgarant gegen die Niedersachsen war Doppelpacker Steven Skrzybski. Bei seinem Treffer zum 1:0 prallte der Ball vom Pfosten an den Rücken des Eintracht-Keepers Jasmin Fejzic und von dort hinter die Linie. Das 2:0 entsprang einer technisch perfekten Ballannahme und -mitnahme mit einem präzisen 16-Meter-Schuss zum Abschluss. “Im Training hat sich schon angedeutet, wie gefährlich wir offensiv sein können. Wer die Tore letztlich macht, ist ein Stück weit egal”, sagte der 29-Jährige bescheiden und ergänzte: “Mit zwei Siegen im Rücken lebt es sich nächste Woche etwas leichter. Das ist aber nichts, auf dem wir uns ausruhen könnten.”

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Reitet die KSV weiter auf der Erfolgswelle? Die Hoffnung ist jedenfalls groß. Auch deshalb, weil die eingewechselten Alexander Mühling, Fabian Reese und Hauke Wahl “mit ihrer großen Qualität das Spiel auf unsere Seite gezogen haben”, wie Trainer Marcel Rapp mit Blick auf den breit aufgestellten Kader lobte.

Am kommenden Samstag allerdings steht Kiel mit Tabellenführer SC Paderborn eine besonders hohe Auswärts-Hürde im Weg. Bestenfalls aber winkt den hungrigen Störchen der Platz an der Sonne.

Darum blieb in Karlsruhe das Flutlicht aus

Flapsig formuliert könnte man behaupten, dass der KSC das Spiel gegen Sandhausen erst drehen konnte, als das Flutlicht an war. Die Maßnahme im Wildpark hatte aber einen anderen Grund.

Energiesparmaßnahme und zugleich TV-Test: Das Flutlicht im Wildpark blieb am Samstag zunächst aus.

Energiesparmaßnahme und zugleich TV-Test: Das Flutlicht im Wildpark blieb am Samstag zunächst aus.

picture alliance / GES/Helge Prang

Für viele Karlsruher Fans war der Heimauftritt gegen den badischen Rivalen Sandhausen am Samstag ein sehr emotionaler. Schließlich drehte der ehemalige Bundesligist diese wichtige Partie nach Rückstand noch, gewann durch einen späten Doppelschlag mit 3:2 und feierte somit den ersten Saisonsieg voller Überschwang.

Fünf Tore im Wildpark

Eher ein Nebenaspekt dürfte für die 14.778 Anwesenden gewesen sein, dass in der ersten Spielhälfte das Flutlicht ausgeschaltet blieb. An diesem sonnigen Sommernachmittag war es zumindest für das Publikum vor Ort hell genug, um den Geschehnissen auf dem Rasen folgen zu können.

Mitteilung via Twitter

Wer dem KSC bei Twitter folgte, kannte auch den Grund für die ungewöhnliche Maßnahme. “Nicht wundern”, hatten die Karlsruher am Samstagvormittag via Kurznachricht dort vermeldet: “Gemeinsam mit der DFL prüfen wir heute, wie die Lichtverhältnisse am TV und im Stadion sind, wenn wir bei Mittagsspielen das Flutlicht auslassen, um Strom zu sparen.”

Es war also eine direkte Reaktion auf die kürzlich geäußerte Kritik am Flutlicht-Einsatz bei Tageslicht-Spielen in den Bundesligen und den damit verbundenen Energieverbrauch. “Wir schalten deshalb die Lichter erst zur 2. Halbzeit ein”, schob der KSC erklärend hinterher.

Beleuchtungsstärke und -zeitraum fest vorgeschrieben

Die DFL schreibt in ihren Medienrichtlinien den Vereinen der 1. und 2. Bundesliga vor, wie hell ihre Beleuchtungsanlagen sein müssen – im Oberhaus werden 1600 Lux (möglichst 2000) verlangt, im Unterhaus 1200. Ferner heißt es unter Punkt 7: “Die Stadien (…) müssen über eine Beleuchtungsanlage verfügen, die den besonderen Anforderungen hochauflösender Basissignalproduktionen sowie sämtlichen weiteren Medienproduktionen genügt.” Es geht also darum, den übertragenden TV-Sendern gerecht zu werden.

Im Normalfall soll das Flutlicht in einem Zeitraum von 60 Minuten vor bis etwa 25 Minuten nach dem Spiel brennen. Alle Änderungswünsche der Vereine seien mit der DFL abzusprechen, unterstreicht die Liga. Wie am Samstag in Karlsruhe geschehen. Eine erste Auswertung des Tests im Wildpark und mögliche Konsequenzen sind noch nicht bekannt.

“Es müssen noch mehr sein”: Selimbegovic hadert mit der Punkteausbeute

Jahn Regensburg kassierte in Hannover das erste Gegentor und die erste Niederlage. Obwohl die Regensburger bereits sieben Punkte holten, müssten es aus der Sicht von SSV-Coach Mersad Selimbegovic mehr sein.

Mersad Selimbegovic (Mitte) sieht sein Team in einer Phase, in der die Bälle nicht reingehen.

Mersad Selimbegovic (Mitte) sieht sein Team in einer Phase, in der die Bälle nicht reingehen.

IMAGO/Eibner

Als vorletzte Mannschaft hat es auch Jahn Regensburg erwischt: Die Oberpfälzer mussten am 4. Spieltag beim Gastspiel in Hannover die erste Saisonniederlage hinnehmen (nur noch Kiel ist ungeschlagen). “Das war wirklich eine unnötige Niederlage”, wird Kapitän Benedikt Gimber auf der Vereinswebsite zitiert. Auch sein Trainer Selimbegovic konnte das Ergebnis nur schwer akzeptieren.

Regensburg verpasst es zuzuschlagen

Dass die Regensburger am Ende ohne Punkte nach Hause fahren mussten, deutete sich nicht an. Nach einer schwachen Anfangsphase kamen sie mit zunehmender Spielzeit immer besser in die Partie und übernahmen in Halbzeit zwei das Spielgeschehen. Trotz der Überlegenheit nach dem Wiederanpfiff sprang kein eigener Treffer raus. “In der Phase, als wir am Drücker sind, verpassen wir es leider, zuzuschlagen”, erklärte der SSV-Kapitän, der nicht glaubte, dass Hannover nach einem Rückstand noch zurückgekommen wäre. 

Obwohl der Jahn auf der anderen Seite nur wenig zuließ, stand die Selimbegovic-Elf nach dem unglücklichen Eigentor von Breitkreuz am Ende ohne Punkte dar. Der Coach machte seinem Innenverteidiger wegen des Treffers in “dieser Szene” aber keinen Vorwurf.

Wenngleich die Regensburger nach dem schweren Auftaktprogramm bereits sieben Zähler auf dem Konto haben, ist der SSV-Trainer mit der Punkteausbeute nicht ganz zufrieden. “Ehrlich gesagt müssen es noch mehr sein”, so Selimbegovic, der auch gleich den Grund lieferte: “Aktuell haben wir eine Phase, in der die Bälle nicht reingehen.”

Trotzdem könne der 40-Jährige momentan nicht viel meckern. Nun gilt es für die Oberpfälzer, die in ihren bisherigen 360 Liga-Minuten erst ein Gegentor kassiert haben, im Heimspiel gegen Karlsruher SC am Samstag (13 Uhr) wieder in die Erfolgsspur zurückzukehren.

Kurzfristige OP: Darmstadt vorerst ohne Karic

Noch am Samstag stand Emir Karic (25) für den SV Darmstadt 98 auf dem Platz. Nur einen Tag später ist der Linksverteidiger nun operiert worden.

Wird dem SV Darmstadt vorerst fehlen: Emir Karic.

Wird dem SV Darmstadt vorerst fehlen: Emir Karic.

IMAGO/HMB-Media

Wie der Verein bekanntgab, hat sich Karic am Sonntag erfolgreich einer Blinddarm-Operation unterzogen. Nach Diagnostik durch Mannschaftsarzt Dr. Alexander Lesch wurde der Eingriff im Elisabethenstift Darmstadt durchgeführt. Noch am Samstagabend war Karic beim 4:0 über Hansa Rostock in der Schlussphase eingewechselt worden.

In der Vereinsmitteilung schreibt der SVD, dass Karic dem Team nun “vorerst nicht zur Verfügung stehen” werde, ohne eine genauere Ausfallzeit zu prognostizieren.

“Nachdem Emir über Beschwerden geklagt hatte, haben wir kurzfristig für Sonntag einen Termin vereinbart”, wird Darmstadts Sportlicher Leiter Carsten Wehlmann zitiert. “Wir hoffen, dass sich Emir schnell erholt und bald wieder bei uns mitwirken kann.”

“Feiern müssen wir nicht”: Leitl trotz Premierensieg unzufrieden

Hannover 96 gewann erstmals unter der Leitung von Stefan Leitl ein Ligaspiel. Trotzdem war der Coach nach der Partie unzufrieden und sieht noch viel Arbeit.

Hannovers Trainer Stefan Leitl war mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden.

Hannovers Trainer Stefan Leitl war mit der Leistung seines Teams nicht einverstanden.

IMAGO/Eibner

Ein halbes Jahr musste Stefan Leitl auf diesen Moment warten: Erstmals seit dem 12. Februar, damals noch als Verantwortlicher an der Seitenlinie von Fürth, jubelte er wieder über drei Punkte. Trotz seines ersten Saisonsieges (1:0 gegen Regensburg) mit Hannover war der 44-Jährige nach der Partie nicht ganz glücklich: “Wir freuen uns, dass uns dieser Arbeitssieg gelungen ist – feiern müssen wir ihn nicht”, wird der Coach auf der Vereinswebsite zitiert.

Vor allem störte den Trainer, dass seine Mannschaft nicht ans “Limit” gegangen sei: “Das haben wir nicht geschafft, das muss ich auch ganz klar so sagen.” Dass er nach der Partie Kritik üben muss, zeichnete sich in den Anfangsminuten noch nicht ab: Die Hannoveraner kontrollierten gut 20 Minuten das Spielgeschehen und drängten die Gäste tief in deren Hälfte. Doch mit der ersten Trinkpause kam es dann plötzlich zum Bruch im Spiel der Niedersachsen: 96 hatte keinen Zugriff mehr und brachte den Jahn somit zurück ins Spiel. 

In der Kabine wurde es emotional

Das schmeckte Leitl gar nicht, weshalb er laut eigener Aussage in der Kabine auch “ein bisschen emotionaler” wurde. Wirkung zeigte die Ansprache auf dem Platz aber nicht. “Ganz hat es nicht gefruchtet”, gab auch der Trainer zu. Der SSV wurde mit zunehmender Spieldauer immer aktiver. Was dann aber im zweiten Durchgang fruchtete, waren die Joker. Mit Antonio Fonti, der sein Debüt im Bundesliga-Unterhaus feierte, zwang einer von ihnen Breitkreuz praktisch zum entscheidenden Eigentor. “Die Jungs, die reingekommen sind, haben frischen Wind gebracht”, stellte auch Ron-Robert Zieler, der seine Mannschaft unter anderem gegen Owusu zweimal vor dem Rückstand bewahrte, fest.

Nachdem laut Julian Börner die “Last” abgefallen ist, fährt 96 mit etwas weniger Druck zum Gastspiel nach Magdeburg. Beim Aufsteiger sollen dann die ersten Auswärtspunkte folgen – am besten mit einer Leistungssteigerung. Aus diesem Grund gilt laut Leitl für die kommende Woche: “Weiter hart arbeiten.”

96 feiert 18-Jährigen – St. Pauli nutzt Blitzstart – Hennings' Fehlschuss mit Folgen

Hannover 96 hat am 4. Spieltag erstmals gewonnen – dank einer geglückten Einwechslung. St. Pauli feierte Eggestein, zwischen Düsseldorf und Fürth gab es reichlich Diskussionen. Der Zweitliga-Überblick.

Erstes Zweitligaspiel, erste Torbeteiligung: Antonio Foti.  

Erstes Zweitligaspiel, erste Torbeteiligung: Antonio Foti.  

picture alliance/dpa

Foti lässt Hannover erstmals jubeln – Regensburg nicht mehr Erster

Hannover 96 hat am vierten Spieltag den ersten Sieg eingefahren. In einem zähen Duell gegen den zuvor noch gegentorlosen Spitzenreiter Jahn Regensburg war letztlich die Einwechslung eines 18-Jährigen entscheidend: Frankfurt-Leihgabe Foti zwang Breitkreuz bei seinem Zweitliga-Debüt mit einem Schuss aus spitzem Winkel förmlich zum Eigentor (83.) und bescherte 96 am Sonntag einen späten 1:0-Erfolg. Zuvor hatte Zieler, der am vergangenen Wochenende noch gepatzt hatte, mehrfach gut gerettet.

Eggestein bringt St. Pauli früh auf Kurs

Der FC St. Pauli hat auch sein zweites Heimspiel der neuen Saison gewonnen und sich in die obere Tabellenhälfte geschoben. Beim 3:0-Sieg gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg stellte Eggestein mit einem frühen Doppelpack (3./14.) die Weichen und verpasste den Hattrick ganz knapp (Latte, 30.). Der FCM meldete sich mit einem Dreifachwechsel und doppeltem Aluminiumpech (Condé an die Latte, 46.; Kwarteng an den Pfosten, 49.) nach der Pause zurück, fand aber keinen Weg mehr zurück ins Spiel. Stattdessen stellte Hartel den Endstand her (77.).

2. Bundesliga, 4. Spieltag

Elfmeter bremsen Fortuna aus – Hrgota rettet Fürth einen Punkt

Ein aufsehenerregendes und von vielen Diskussionen begleitetes Duell lieferten sich Fortuna Düsseldorf und die SpVgg Greuther Fürth – ohne Sieger, 2:2. Zur Pause führten überraschend die Gäste, die durch Hrgota ihre einzige Großchance nutzten (43.), während Fortuna an der Latte (Hoffmann, 12.) und vom Punkt scheiterte: Hennings vergab einen selbst herausgeholten Elfmeter gegen Linde und verletzte den Keeper beim Nachschuss-Versuch am Kopf (35.). Linde konnte nach dem Seitenwechsel nicht mehr weitermachen. Die Fortuna drehte durch zwei Standards die Partie (Hoffmann nach Freistoß, 64.; Kownacki nach Ecke, 72.), kassierte aber nach VAR-Eingriff noch einen Elfmeter, den Hrgota sicher verwandelte (78.). Das Kleeblatt bleibt damit sieglos.

Slapstick-Einlage von Kolke leitet Rostocks Niederlage in Darmstadt ein

Eine solch kuriose Szene ist selbst im Fußball, wo bekanntlich alles möglich ist, selten. Nach wenigen Minuten fing Rostocks Keeper Kolke am Samstagabend in Darmstadt eine Flanke sicher ab. Der Kapitän der Hansekogge legte sich dann den Ball vor und ließ den Blick über das Spielfeld schweifen, um eine Anspielmöglichkeit zu suchen. Darmstadts Tietz schlich sich von links heran, stibitzte Kolke den Ball weg und traf zum frühen 1:0 für die Lilien (3.). Die Aktion war der Auftakt für eine am Ende klare Rostocker Niederlage, die Mehlem (18.), erneut Tietz (54.) und Kempe vom Punkt (74.) schossen Darmstadt zu einem souveränen 4:0-Erfolg.

HSV lässt Bielefeld weiter warten – KSC siegt spät


Laszlo Benes jubelt nach seinem Tor zum 2:0.

HSV-Dreier: Laszlo Benes jubelt nach seinem Tor zum entscheidenden 2:0.
IMAGO/Ulrich Hufnagel

Der Hamburger SV hat mit einem 2:0-Sieg auf der Alm die Lage des kriselnden Absteigers Arminia Bielefeld verschärft. Die Ostwestfalen warten nach vier Spieltagen noch immer auf den ersten Punkt. Für Bielefelds neuen Trainer Uli Forte wird die Lage so früh in der Saison immer ungemütlicher. Der HSV dagegen schob sich mit neun Punkten auf den dritten Tabellenplatz. Die Tore erzielten Königsdörffer (28.) und der eingewechselte Benes (74.). HSV-Torjäger Glatzel blieb diesmal ohne Treffer.

Ebenfalls die vierte Niederlage im vierten Spiel kassierte Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger verlor mit 0:3 bei Holstein Kiel und bleibt damit nicht nur punkt- sondern auch torlos am Tabellenende. Skrzybski (12. und 73.) trug sich zweimal in die Torschützenliste ein, wobei beim ersten Treffer der Rücken von Eintracht-Torwart Fejzic eine große Rolle spielte. Den Schlusspunkt setzte Pichler (82. Minute).

Seinen ersten Saisonsieg feierte der Karlsruher SC. Das Team von Trainer Christian Eichner gewann das badische Duell mit dem SV Sandhausen dank zweier später Tore mit 3:2. Der frühere KSC-Profi Kinsombi (10.) und Kutucu (61.) brachten den SVS zweimal in Führung, Batmaz (32.) gelang das zwischenzeitliche 1:1. In der Schlussphase drehten die Joker Rapp (84.) und Cueto (87.) die verrückte Partie.

Paderborn stürmt den Betzenberg und ist jetzt Erster


Lukas Kwasniok, Jubel beim 1. FC Heidenheim

Paderborns Cheftrainer Lukas Kwasniok (li.) jubelt nach dem 1:0 in Lautern. Jan-Niklas Beste (re.) bejubelt das 3:0 in Nürnberg.
imago images (2)

Mit jeweils neun Punkten stehen der SC Paderborn und der 1. FC Heidenheim nach vier Spieltagen da. Einzig die bessere Torausbeute sorgt dafür, dass die Ostwestfalen vor den Schwaben in der Tabelle rangieren. Das Team von Trainer Lukas Kwasniok musste sich am Freitag in Kaiserslautern allerdings lange gedulden, ehe der goldene Treffer fiel: Platte staubte aus kurzer Distanz ab und schoss die Gäste damit zum 1:0-Sieg. Vor über 30.000 Zuschauern waren die Ostwestfalen zu diesem Zeitpunkt schon lange in Überzahl. 

Zuck hatte nach Foul an Conteh die Rote Karte gesehen – allerdings erst nach VAR-Intervention. Schiedsrichter Jöllenbeck hat das Foulspiel zunächst fälschlicherweise in den Strafraum verlegt und Zuck nur Gelb gezeigt. Nach Sichtung der TV-Bilder nahm er den Elfmeter zurück – zeigte Lauterns aufgebrachten Linksverteidiger aber stattdessen Rot (50.) – der Knackpunkt. Lautern, das im ersten Durchgang durch Tomiaks Lattentreffer die beste Chance hatte, wurde für eine lange konzentrierte Defensivleistung nicht belohnt. Der SCP kletterte auf den ersten Platz.

Heidenheim siegt auch in der Höhe verdient

Der 1. FC Heidenheim fuhr indes einen souveränen und hochverdienten 3:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg ein. Nachdem Club-Keeper Mathenia zunächst noch Schlimmeres verhindert hatte, schlug der FCH vor der Pause doch noch zu: Thomalla bestrafte nachlässiges Defensivverhalten bei den Franken mit einem platzierten Schuss ins Tor (44.). Die Hausherren hatten sich für den zweiten Durchgang viel vorgenommen – und wurden eiskalt erwischt: Beck ließ erst Hübner aussteigen und vollendete dann aus 17 Metern zum 2:0 (49.). Damit nicht genug, Beste besiegelte zehn Minuten vor Schluss den auch in der Höhe verdienten 3:0-Sieg der Heidenheimer.

Bielefeld: Ungewissheit um Coach Forte

Nach dem historisch schlechten Saisonstart mit null Punkten aus den ersten vier Spielen rückt bei Arminia die Zukunft von Trainer Uli Forte in den Fokus der laufenden internen Analysen. Sportchef Samir Arabi konnte am Sonntag kein Bekenntnis zu dem Schweizer abgeben.

Für ihn läuft es mit Bielefeld noch überhaupt nicht rund: Coach Uli Forte.

Für ihn läuft es mit Bielefeld noch überhaupt nicht rund: Coach Uli Forte.

IMAGO/Ulrich Hufnagel

Redebedarf in Bielefeld am Tag danach. Das 0:2 am Samstag vor eigener Kulisse gegen den HSV verschärft die Krise des Absteigers merklich, bereits früh am Sonntag skizzierte Samir Arabi die Lage, einen Schnellschuss in der Frage um den in den Fokus geratenden Trainer Uli Fort schloss der Geschäftsführer Sport aber zunächst aus. “Aus einer Emotionalität heraus zu handeln ist immer schlecht. Wir müssen uns diese Zeit nehmen und sind uns alle der Situation bewusst. Wir brauchen Stabilität, wir müssen es besser machen.”

Die Partie gegen die Hamburger lieferte auch Arabi Parallelen zu vorigen Spielen. “Wieder haben wir uns mit einem individuellen Fehler aus dem Spiel genommen. In der zweiten Halbzeit haben wir das System umgestellt, haben dann wieder guten Zugriff gehabt, waren dann aktiver.” Dennoch – natürlich war die Ausbeute ungenügend und führt zu einem vernichtenden Zwischenergebnis, trotz des Umbruchs auf allen Ebenen bei den Ostwestfalen. Arabi zu erwarteten Schwierigkeiten und Hoffnungen, einigermaßen gefestigt in die Saison zu starten: “Die Diskrepanz ist groß, wenn du null Punkte hast.”

Vier Niederlagen stehen für den Absteiger nach historisch schlechtem Start zu Buche – im Aufstiegsjahr 2019/20 waren es zum Saisonende gerade einmal deren zwei… Man habe in Bielefeld in seiner mehr als zehnjährigen Amtszeit als Sportchef schon das eine oder andere Male eine schwierige Anfangsphase in der Saison erlebt. “Das ist jetzt zweifelsfrei eine, die dazugehört. In den früheren Phasen war die Grundqualität des Kaders deutlich schlechter als es die jetzigen Voraussetzungen sind.”

Darf Forte weitermachen?

Nun laufe der Analyseprozess, deshalb gebe es zum vorerst auch nicht mehr zu sagen. “Wir versuchen bestmöglich Lösungen zu erarbeiten, damit es schleunigst besser wird. Wir haben ja auch vorher schon gesprochen. Es gab Sachen, die waren wieder gut, haben am Ende aber nicht zu Punkten gereicht.” 

Große Ungewissheit herrscht um die Zukunft des erst im Sommer verpflichteten Uli Forte. Ein Bekenntnis zu dem 48-Jährigen blieb während der laufenden Analysen aus. “Es ist ein Prozess, in den alle involviert sind. Wir arbeiten es auf, und dann werden wir versuchen, Ergebnisse zu erzielen, die es so bringen, dass wir in die Punkte kommen”, so Arabi. 

Zwar führt Arabi “vielschichtige Gründe” für die Misere an, etwa, dass auch der eine oder andere Spieler nicht an sein Leistungsmaximum komme beziehungsweise sich mit Abwanderungsgedanken bis zum Schließen des Transferfensters befasse. “Es kann auch sein, dass wir den einen oder anderen Spieler nicht mehr zum Einsatz kommen lassen. Trotzdem ist es auch mit all den Problemen einfach zu dünn, mit den Möglichkeiten die wir haben, dass wir da jetzt mit null Punkten stehen.”

Kein Bekenntnis zum Trainer von Arabi

Es gebe von ihm vorerst keine Aussagen zur Besetzung im nächsten Spiel in Heidenheim am Sonntag, präzisierte Arabi. Unausgesprochen deutet sich an, dass intern im Klub dem Schweizer Newcomer auf dem Trainerstuhl ein Turnaround nicht mehr zugetraut wird. “Am Ende geht es um die nächsten Spiele. Viele in der 2. Liga sagen bewusst, das Ziel sind die magischen 40 Punkte, und von da aus musst du dann schauen, was geht. Wir haben keine Platzierung vorgegeben. Wir haben gesagt, wir wollen in dieser Liga ankommen, das haben wir noch nicht geschafft.”

Höchst fraglich, ob es noch mit Forte gelingt. Der Trainer selbst hatte sich selbst nach der jüngsten Niederlage zunehmend ratlos gezeigt. “Wir versuchen, die Negativspirale, die sich hier ja schon seit Februar dreht, zu beenden”, so der Bundesliga-Newcomer. “Ich muss ehrlich zugeben, dass ich dachte, dass wir diese Spirale schneller stoppen können.” Man müsse nun genau überlegen, wie man den Prozess des freien Falls beende. “Die Spirale dreht sonst immer schneller und intensiver und da bin ich auch als Trainer nicht ausgenommen. Da kenne ich das Geschäft leider schon zu gut. Dem muss ich mich fügen und versuchen, Lösungen mit dem Trainerteam zu finden.”

Ob es für Forte bei Arminia dazu noch kommt? “Es kann auch ein Trainer oder ein Spieler mal sagen, ich bin jetzt gar nicht in der Lage, zu spielen, erlöst mich von dieser Situation”, spekulierte Arabi. “Dass es für den einen oder anderen eine extreme Drucksituation auf dem Platz ist, hat man ja gesehen.” Die Fragen, die sich Arabi und den anderen Verantwortlichen in der Bielefelder Führung nach den jüngsten Entwicklungen stellen: “Warum passiert das bestimmten Leuten? Was sind die Hintergründe? Und wer kann diese Sachen lösen?” Viele Betrachter glauben, dass dies möglicherweise nur noch einem neuen Mann auf dem Trainerstuhl gelingen kann.

Michael Richter

Rostocks Kolke über seinen Fauxpas: “Ist ein schönes Kacktor”

Es war die Szene beim 4:0-Sieg Darmstadts gegen Rostocks. Hansa-Keeper Markus Kolke leistete sich einen haarsträubenden und irgendwie auch unerklärlichen Patzer. Der Schlussmann nahm es mit Humor.

Zum Haare raufen: Rostocks Keeper Markus Kolke nach seinem Fauxpas in Darmstadt.

Zum Haare raufen: Rostocks Keeper Markus Kolke nach seinem Fauxpas in Darmstadt.

“Ich hab ihn einfach nicht gesehen”, sagte Kolke nach der Partie bei “Sky” über die kuriose Situation in der 3. Minute beim Gastspiel in Darmstadt, die wohl in keinem Sportrückblick am Ende des Jahres fehlen wird. Der FCH-Keeper legte sich im eigenen Strafraum den Ball in aller Seelenruhe vor, ließ dann den Blick über das Spielfeld schweifen, um Anspielstationen zu checken. Von der halblinken Seite schlich sich in dieser Zeit Darmstadts Philipp Tietz heran, stibitzte Kolke den Ball weg und diesen zur Lilien-Führung ins Tor.

Wir haben relativ schnell das zweite Gegentor bekommen, da konnte ich mich darüber aufregen und das erste war vergessen.

Markus Kolke

“Das ist ein schönes Kacktor”, sagte Kolke hinterher über seinen kapitalen Bock. Mit seinen 31 Jahren ist der Schlussmann erfahren genug, um zu wissen, was nun auf ihn zukommt: “Ich freue mich schon auf die Überschriften und die ganzen Nachrichten, die kommen.” Er selbst werde sich noch “zwei Stunden oder zwei Tage darüber ärgern, dann ist die Sache abgehakt”.

Kolke: “Wenn das 0:1 nicht fällt, wer weiß, was dann hier passiert?”

Während des Spiels habe er den Ärger über seinen kuriosen Fehler schnell hinunterschlucken können. “Im Spiel geht das relativ schnell”, sagte er. “Du musst das ausschalten, sonst spielst du 80 Minuten Katastrophe.” Kolke ist sich aber bewusst, dass er durch seine Slapstick-Einlage großen Einfluss auf die Partie genommen hat: “Wenn das 0:1 nicht so früh fällt, wer weiß, was dann hier passiert?”

“Ja, ich war selbst ein bisschen perplex”, gab auch Darmstadts Nutznießer Phillip Tietz bei “Sport1” zu: “Ich dachte, der Torwart blickt nur einmal kurz rüber. Dann bin ich kurz angelaufen und sehe: ‘Ah, der blickt die ganze Zeit dahin'”, beschrieb Tietz die Szene. “Dann hab ich bisschen angezogen und wurde zum Glück belohnt.”

Für den Torschütze war diese ungewöhnliche Szene zugleich das erste Saisontor, damit war das Eis für seine Farben gebrochen. In der zweiten Hälfte ließ Tietz dann noch gleich seinen zweiten Treffer folgen (54.). Und wusste nach der Partie und dem 4:0, was sich gehört. “Ich bin nach dem Spiel zu ihm gegangen und habe gesagt: ‘Danke für den Assist'”, sagte Tietz mit einem Augenzwinkern.

HSV verschärft Bielefelds Lage – Kurioses Tor leitet Darmstadts Sieg gegen Rostock ein

Der SC Paderborn ist mindestens bis Sonntag Tabellenführer der 2. Liga. Heidenheim und der HSV reihten sich dahinter ein. Bielefeld und Braunschweig blieben – im Gegensatz zu Karlsruhe – auch am 4. Spieltag sieglos.

HSV-Dreier: Laszlo Benes jubelt nach seinem Tor zum entscheidenden 2:0.

HSV-Dreier: Laszlo Benes jubelt nach seinem Tor zum entscheidenden 2:0.

IMAGO/Ulrich Hufnagel

Slapstick-Einlage von Kolke leitet Rostocks Niederlage in Darmstadt ein

Eine solch kuriose Szene ist selbst im Fußball, wo bekanntlich alles möglich ist, selten. Nach wenigen Minuten fing FCH-Keeper Kolke eine Flanke sicher ab. Der Kapitän der Hansekogge legte sich dann den Ball vor und ließ den Blick über das Spielfeld schweifen, um eine Anspielmöglichkeit zu suchen. Darmstadts Tietz schlich sich von links heran, stibitzte Kolke den Ball weg und traf zum frühen 1:0 für die Lilien (3.). Die Aktion war der Auftakt für eine am Ende klare Rostocker Niederlage, die Mehlem (18.), erneut Tietz (54.) und Kempe vom Punkt (74.) schossen die Lilien zu einem souveränen 4:0-Erfolg.

HSV lässt Bielefeld weiter warten – KSC siegt spät

Der Hamburger SV hat mit einem 2:0-Sieg auf der Alm die Lage des kriselnden Absteigers Arminia Bielefeld verschärft. Die Ostwestfalen warten nach vier Spieltagen noch immer auf den ersten Punkt. Für Bielefelds neuen Trainer Uli Forte wird die Lage so früh in der Saison immer ungemütlicher. Der HSV dagegen schob sich mit neun Punkten auf den dritten Tabellenplatz. Die Tore erzielten Königsdörffer (28.) und der eingewechselte Benes (74.). HSV-Torjäger Glatzel blieb diesmal ohne Treffer.

Ebenfalls die vierte Niederlage im vierten Spiel kassierte Eintracht Braunschweig. Der Aufsteiger verlor mit 0:3 bei Holstein Kiel und bleibt damit nicht nur punkt- sondern auch torlos am Tabellenende. Skrzybski (12. und 73.) trug sich zweimal in die Torschützenliste ein, wobei beim ersten Treffer der Rücken von Eintracht-Torwart Fejzic eine große Rolle spielte. Den Schlusspunkt setzte Pichler (82. Minute).

Seinen ersten Saisonsieg feierte der Karlsruher SC. Das Team von Trainer Christian Eichner gewann das badische Duell mit dem SV Sandhausen dank zweier später Tore mit 3:2. Der frühere KSC-Profi Kinsombi (10.) und Kutucu (61.) brachten den SVS zweimal in Führung, Batmaz (32.) gelang das zwischenzeitliche 1:1. In der Schlussphase drehten die Joker Rapp (84.) und Cueto (87.) die verrückte Partie.

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Paderborns Cheftrainer Lukas Kwasniok (li.) jubelt nach dem 1:0 in Lautern. Jan-Niklas Beste (re.) bejubelt das 3:0 in Nürnberg.

Mit jeweils neun Punkten stehen der SCP und der FCH nach vier Spieltagen da. Einzig die bessere Torausbeute sorgt dafür, dass die Ostwestfalen vor den Schwaben in der Tabelle rangieren. Das Team von Trainer Lukas Kwasniok musste sich in Kaiserslautern allerdings lange gedulden, ehe der goldene Treffer fiel: Platte staubte aus kurzer Distanz ab und schoss die Gäste damit zum 1:0-Sieg. Vor über 30.000 Zuschauern waren die Ostwestfalen zu diesem Zeitpunkt schon lange in Überzahl. 

2. Bundesliga, 4. Spieltag

Zuck hatte nach Foul an Conteh die Rote Karte gesehen – allerdings erst nach VAR-Intervention. Schiedsrichter Jöllenbeck hat das Foulspiel zunächst fälschlicherweise in den Strafraum verlegt und Zuck nur Gelb gezeigt. Nach Sichtung der TV-Bilder nahm er den Elfmeter zurück – zeigte Lauterns aufgebrachten Linksverteidiger aber stattdessen Rot (50.) – der Knackpunkt. Lautern, das im ersten Durchgang durch Tomiaks Lattentreffer die beste Chance hatte, wurde für eine lange konzentrierte Defensivleistung nicht belohnt.

Heidenheim siegt auch in der Höhe verdient

Der 1. FC Heidenheim fuhr indes einen souveränen und hochverdienten 3:0-Sieg beim 1. FC Nürnberg ein. Nachdem Club-Keeper Mathenia zunächst noch Schlimmeres verhindert hatte, schlug der FCH vor der Pause doch noch zu: Thomalla bestrafte nachlässiges Defensivverhalten bei den Franken mit einem platzierten Schuss ins Tor (44.). Die Hausherren hatten sich für den zweiten Durchgang viel vorgenommen – und wurden eiskalt erwischt: Beck ließ erst Hübner aussteigen und vollendete dann aus 17 Metern zum 2:0 (49.). Damit nicht genug, Beste besiegelte zehn Minuten vor Schluss den auch in der Höhe verdienten 3:0-Sieg der Heidenheimer.