Plötzlich “MMD” – Draxler kommt, beißt und “genießt jede Minute”

Statt “MNM” hieß es bei PSG gegen Leipzig zur Überraschung vieler plötzlich “MMD”. Julian Draxler ersetzte den verletzten Brasilianer Neymar, setzte sich in Szene – auch weil er auf die Zähne biss.

Biss bis zur letzten Minute auf die Zähne: PSG-Offensivspieler Julian Draxler.

Biss bis zur letzten Minute auf die Zähne: PSG-Offensivspieler Julian Draxler.

imago images/Eibner

Schon in der neunten Minute ließ die Dreier-Reihe von Paris St. Germain seine Klasse aufblitzen – erst eroberte Lionel Messi am eigenen Strafraum den Ball, Draxler schickte Kylian Mbappé auf die Reise und der “TGV”-Stürmer sorgte für die Veredelung. PSG hatte RB in der Anfangsphase ausgekontert – etwas, was sicher nicht im Matchplan von Leipzigs Coach Jesse Marsch stand.  “Man kann ihn da natürlich super steil schicken mit solchen Bällen. Wenn er ein bisschen Platz hat, ist er einfach viel zu schnell”, beschrieb der frühere Wolfsburger und Schalker die Szene, in der er sich aufs Scoreboard schrieb.

Dass am Ende trotz dieses Traumstarts das Duell mit dem aktuellen Achten der Bundesliga dann doch noch ein Krimi für die Franzosen wurde, hat Draxler nicht groß verwundert. “Sie haben mit viel Selbstvertrauen gespielt und haben uns Probleme bereitet”, so Draxler gegenüber “DAZN”.

Nach 90 Minuten blieben die drei Punkte dann aber doch an der Seine, “weil wir am Ende den Platz gnadenlos ausgenutzt haben”, wie Draxler den Dreier einordnete. Die individuelle Klasse gab letztlich den Ausschlag für den zweiten Sieg in der Champions League, der PSG auf Platz eins hievt – und RB punktlos ans Tabellenende drückt. 

Wir haben da ja auch noch einen anderen im Sommer dazu bekommen, der Tore schießen kann.

Julian Draxler

“Wir haben da ja auch noch einen anderen im Sommer dazu bekommen, der Tore schießen kann”, sagte Draxler in Bezug auf Messi.  Der Argentinier verwandelte nervenstark – in Panenka-Manier – einen Elfmeter zum Siegtreffer, diesen hatte zuvor Mbappé gekonnt herausgeholt.

Draxler beißt auf die Zähne – “weil es riesigen Spaß macht”

“Es macht riesigen Spaß mit solchen Spielern. Ich freue mich über jede Minute, die ich mit den Jungs auf dem Platz stehe”, sagte Draxler – und verriet, dass er diesmal ganz schön auf die Zähne beißen musste, um möglichst viele Minuten mit “MM” zu bekommen. Denn schon in der Frühphase dieses Spiels stand eine verletzungsbedingte Auswechslung zur Debatte. “Ich habe gleich am Anfang einen Schlag bekommen, wollte aber auf gar keinen Fall vorher raus in so einem Spiel vor ausverkauftem Haus in der Champions League.” Daher habe er alles versucht “mit einer Tablette”, erklärte der 28-Jährige.

Mbappé und das Gönnen: “So sind wir im Team”

Unter dem Strich waren es dann satte 90 Minuten, die Draxler auf dem Feld blieb – Thilo Kehrer ersetzte ihn erst in kurz vor Beginn der Nachspielzeit. In dieser gab es dann den letzten Akt von “MM”. Noch ein Elfmeter für PSG, Messi oder Mbappé war die Frage vor der Ausführung, die die beiden diskutierten – wie schon beim ersten Elfmeter. “Erst habe ich zu ihm gesagt, dass er schießen soll und dann war es umgekehrt”, sagte Mbappé nach dem Schlusspfiff. “So sind wir im Team.”

Sein aufreizend lockerer Fehlschuss übers Tor spielte keine Rolle mehr. Was sich Neymar dabei wohl gedacht hat?

Zwischen Bayer-Gala und Bayern-Debakel: Messis Bilanz gegen deutsche Vereine

Am Dienstag lernt Lionel Messi mit RB Leipzig einen neuen Verein kennen. Doch wie lief es für den ehemaligen Barça-Stürmer gegen deutsche Teams? Der Argentinier glänzte häufig – doch es gab auch zwei Debakel.

Viel Licht, aber auch Schatten: Lionel Messi gegen Bundesliga-Klubs.

Viel Licht, aber auch Schatten: Lionel Messi gegen Bundesliga-Klubs.

imago images/getty images

Der erste Scorerpunkt

Bayern? BVB? Leverkusen? Nein, das erste deutsche Team, das Lionel Messi in der Champions League kennenlernte, war Werder Bremen. Am 14. September 2005 wurde der Barça-Youngster an der Weser in der 66. Minute eingewechselt. “Ein Riesentalent betritt den Platz: Der 18-jährige Lionel Messi kommt für Giuly. In der Primera Division ist der Argentinier noch nicht spielberechtigt, darf aber in der Champions League ran”, hieß es damals im kicker-LIVE!-Ticker.

In der 77. Minute kam Messi nach einem Zweikampf mit Bremens Linksverteidiger Christian Schulz im Strafraum zu Fall, den Elfmeter verwandelte Ronaldinho gegen Keeper Andreas Reinke zum 2:0-Endstand. Elf Minuten benötigte der “Floh” also für seinen ersten Scorerpunkt gegen ein deutsches Team. 

Das erste Tor

16 weitere Duelle mit Bundesligisten sollten folgen, sein erstes Tor gelang ihm – gegen Bremen. Auch im Jahr darauf landete Barcelona mit Werder in der Gruppe, nach Puyols Eigentor (56.) wähnte sich die Schaaf-Elf im Vorrundenspiel schon am Ziel. Doch in der 89. Minute traf der erneut eingewechselte Messi nach Vorlage von Deco zum 1:1-Endstand.

Nun startete der Floh eine kleine Serie. Beim ersten Duell mit dem VfB Stuttgart (2. Spieltag 2007/08) traf er beim 2:0 ebenso wie beim “Bayern-Debüt” im Viertelfinal-Hinspiel 2008/09 beim 4:0 – sogar doppelt, dazu legte er gegen die Klinsmann-Elf noch ein Tor vor. 

Der Torrekord

Deutsche Klubs blieben Messis Metier, das bewies er beim Achtelfinalrückspiel gegen Stuttgart 2009/10 (4:0, zwei Tore) – und besonders im Achtelfinalrückspiel 2011/12 gegen Leverkusen. Schon im Hinspiel hatte er der Dutt-Elf beim 3:1 ein Tor eingeschenkt, im Rückspiel war er gar nicht mehr zu bändigen. Fünf Tore (!) steuerte er zum 7:1 im Camp Nou bei, keiner hat jemals mehr erzielt in einem Spiel der Königsklasse. 


Die Messi-Gala auf einen Blick.

Die Messi-Gala auf einen Blick.
imago images/HochZwei/International

Messis Borussia-Erfahrungen – und immer wieder Bayern

Messis schlechteste kicker-Note gegen deutsche Teams war bis dato eine 3,0 – doch in der Partie darauf setzte es eine 5. Im Halbfinalhinspiel 2012/13 gegen die Bayern blamierte sich Barça, Messi ging beim 0:4 allerdings angeschlagen in die Partie, beim 0:3 im Rückspiel kam er nicht zum Einsatz – und nahm zwei Jahre später Revanche. Beim 3:0 gegen die Münchner – wieder ein Halbfinalhinspiel – traf er doppelt und bereitete Neymars 3:0 vor. Unvergessen, wie er Jerome Boateng beim 2:0 mit einem Dribbling aus dem Gleichgewicht brachte.

Nachdem auch Borussia Mönchengladbach (ein Tor beim 4:0 im Gruppenspiel 2015/16) und Borussia Dortmund Messis Abschlussqualitäten endlich mal kennengelernt hatten (ein Tor und zwei Vorlagen beim 3:1 im Gruppenspiel 2019/20 nach einem 0:0 im ersten Duell), ging es in der selben Spielrunde im Viertelfinale gegen die Bayern. 2:8 – Messi, Suarez & Co. erhielten eine beispiellose Abreibung.

Es war die bislang letzte Partie Messis gegen eine deutsche Mannschaft. Nun folgt am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) mit seinem neuen Team Paris St. Germain eine neue Erfahrung, gegen Leipzig. Mindestens einmal getroffen hat er bislang jedenfalls gegen jeden Bundesligisten …

Messis Bilanz im Überblick

Bilanz gegen Werder Bremen: Zwei Spiele – ein Sieg, ein Remis (ein Tor, eine Vorlage)

Bilanz gegen den VfB Stuttgart: Drei Spiele – zwei Siege, ein Remis (drei Tore, eine Vorlage)

Bilanz gegen Bayern München: sechs Spiele – zwei Siege, ein Remis, drei Niederlagen (vier Tore, zwei Vorlagen)

Bilanz gegen Bayer Leverkusen: drei Spiele – zwei Siege, ein Remis (sieben Tore, eine Vorlage)

Bilanz gegen Borussia Mönchengladbach: ein Spiel – ein Sieg (ein Tor)

Bilanz gegen Borussia Dortmund: zwei Spiele – ein Sieg, ein Remis (ein Tor, zwei Vorlagen)

Orchester ohne Noten: Wie kann “MNM” funktionieren?

Die Erwartungen sind hoch, der Start war holprig. Kann das PSG-Prestigeprojekt Messi – Neymar – Mbappé überhaupt aufgehen oder ist es zum Scheitern verurteilt? Eine Analyse.

Eigentlich hat sich das Investment schon jetzt ausgezahlt. Für die katarischen PSG-Eigentümer jedenfalls. Der Plan, den Verein trotz der überschaubaren Attraktivität der Ligue 1 zur Weltmarke zu machen, die maximale Aufmerksamkeit in jedem Winkel der Welt zu erzeugen, er ging nie besser auf als jetzt. Und die Speerspitze dieses Plans, sie heißt Messi, Neymar, Mbappé – kurz: “MNM”.

Der eine, Messi, neu dabei; der andere, Mbappé, trotz eines 200-Millionen-Angebots aus Madrid geblieben; und Neymar, der ja viel mehr ist als die fleischgewordene Schutzschwalbe, gibt es auch noch. Es ist passiert. Und es funktioniert. Zumindest neben dem Platz. Messis Debüt gegen Reims war das meistgesehene französische Ligaspiel der Geschichte, sein erstes Bild mit Trikot im Prinzenpark bekam die sechstmeisten Likes aller jemals verfassten Posts auf Instagram. Paris hat nicht nur drei der besten Fußballspieler des Planeten in einem Team versammelt, sondern auch drei der reichweitenstärksten.

Mauricio Pochettino dürfte das alles ziemlich egal sein. Der PSG-Coach muss aus den drei Ausnahmekönnern ein funktionierendes Trio formen. Der Anfang war von Schwierigkeiten geprägt. Drei Egos mit dem Anspruch, der größte Star zu sein – kann das überhaupt funktionieren? Nicht ganz einfach zu beantworten. Denn es drängen sich gleich mehrere Fragen auf.

Wie harmonierte “MNM” bis jetzt?

In einzelnen Szenen sehr gut. Mehr aber nicht. Vier Spiele haben “MNM” zusammen bestritten, wirklich überzeugt hat PSG in keinem davon. Beim ersten Auftritt der drei in Brügge wirkte es sogar so, als kämen sie ohneeinander besser zurecht. Das PSG-Spiel im ersten Durchgang war komplett auf Steilpässe in Richtung Mbappé zugeschnitten, Messi daraufhin phasenweise völlig vom Geschehen abgeschnitten.

Erst als Tiefensprinter Mbappé im zweiten Durchgang aufgrund einer Verletzung durch Wandspieler Mauro Icardi ersetzt wurde, lebte Messi plötzlich auf – das PSG-Spiel fokussierte sich nun auf ihn und dessen Ballaktionen, nicht mehr auf Mbappés tiefe Läufe. Zwingend wurde PSG trotzdem nie. “Gespenstisch” nannte die “L’Equipe” den Auftritt im Anschluss, der ehemalige Werder-Spielmacher und heutige TV-Experte Johan Micoud sagte sogar, er habe “keine Mannschaft auf dem Platz gesehen” – und Pochettino fand: “Wir müssen eine offensive Organisation finden, die Kreativität mit sich bringt.” Ob der individuellen Qualitäten des Trios auch eine Art Eingeständnis. Zumal er die passende Organisation bislang noch immer nicht gefunden hat.

“Dafür haben wir noch genug Zeit”, beschwichtige der Trainer zwar. Aber ist dem so? Neymar wird – wie nun vor dem Champions-League-Spiel gegen Leipzig am heutigen Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) – ständig von Blessuren am Spielen gehindert, er und Messi verpassen außerdem häufig die Ligaspiele nach ihren Nationalmannschafs-Trips. Und ob Pochettino seinen MNM-Ferrari gegen Teams wie Lorient oder Brest auf die nasse Strecke schicken wird? Unwahrscheinlich.

Leichte Fortschritte in den bisherigen gemeinsamen Auftritten waren zwar durchaus erkennbar, aber nur über einzelne Strecken der Partie. Beim 0:2 bei Stade Rennes etwa spielte PSG 20 Minuten lang hervorragenden Fußball – und fiel dann in sich zusammen. Der Sieg über Manchester City in der Champions League zeigt aber auch: Diese einzelnen, besonderen Szenen, die pure fußballerische Klasse – sie kann auf höchstem Niveau ausreichen. Auch ohne passende Organisation.

Welche taktischen Formationen sind denkbar?

In der Champions League formierte sich PSG in beiden bisherigen Gruppenspielen im 4-3-3 – das System, das Pochettino aktuell wohl präferiert. Im Dreiersturm spielte Messi rechts, Neymar links und Mbappé im Zentrum. Auffällig: Messi zieht es immer wieder von rechts auf die Zehnerposition, er komplettiert das Dreiermittelfeld praktisch zur Raute. Die Außenbahn hält er äußerst selten. Mbappé hingegen weicht am liebsten auf die Flügel aus, bereitete so unter anderem den 2:1-Siegtreffer gegen Lyon oder das 1:0 gegen City vor.

Stellt sich nur die Frage: Kann ein Sturmtrio funktionieren, wenn zwei der drei Spieler nicht auf ihrer optimalen Position spielen? “Mbappé ist einfach kein klassischer Neuner”, sagt Alexis Menuge, der als Experte für DAZN die meisten PSG-Spiele live kommentiert, im Gespräch mit dem kicker. “Dadurch hat das System seine Limits.”

In der Ligue 1 setzte Pochettino gegen Lyon und in Rennes auf ein 4-2-3-1 und opferte einen zentralen Mittelfeldspieler zugunsten von Angel di Maria, der den rechten Flügel übernahm. Der Vorteil: Messi ist auf der Zehn deutlich besser ins Spiel eingebunden, kann dort das Verbindungsstück zwischen Neymar und Mbappé sein. Und: Seine fehlende Defensivarbeit und ständige Orientierung ins Zentrum hinterlässt keinen völlig freien rechten Halbraum – zumindest, wenn sich di Maria im Spiel gegen den Ball betätigt. Beim 2:1 über Lyon wurde er dafür von der französischen Presse viel gelobt, beim 0:2 in Rennes wussten die spielstarken Bretonen die vielen Räume hinter dem Offensiv-Quartett auszunutzen. In der Champions League dürfte ein 4-2-3-1 wohl mit zu viel Risiko verbunden sein.


Angel di Maria, Neymar, Lionel Messi, Kylian Mbappé

“MNM” plus Angel di Maria (li.) ist wohl nur in der Liga denkbar.
Getty Images

Frankreich-Experte Menuge bringt noch eine andere Möglichkeit ins Spiel. “Ein 3-4-3 wäre vielleicht besser”, findet er. “Dann würde Paris ausgeglichener und stabiler stehen. Messi, Neymar und Mbappé müssten weniger nach hinten arbeiten und könnten sich auf ihre Hauptaufgabe fokussieren. Sie wären noch unberechenbarer.” Und auf dem Platz auch näher beieinander. Ob die Dreierkette aber das Zeug hat, zu Pochettinos favorisierter Formation zu werden? Bei Tottenham ließ der Argentinier sie gelegentlich spielen, bei PSG bislang selten.

Menuge sieht sie auch von einer Personalie abhängig. “Dieses System wird erst ausprobiert, sobald Sergio Ramos dabei ist”, sagt er. Ohne den noch verletzten Routinier fehlt PSG ein dritter Innenverteidiger von internationalem Top-Format. Ob das 3-4-3 eine valide Option ist, werden wohl erst die Wintermonate zeigen, denn: “Man müsste es einstudieren”, analysiert Menuge, “vermutlich im Januar, zwischen der Gruppenphase und dem Achtelfinale der Champions League.”

Hat Pochettino überhaupt einen passenden Plan?

Die vielleicht schwierigste aller Fragen. Seitdem er Anfang des Jahres PSG übernahm, wird in Frankreich gerätselt, was überhaupt typisch ist für “Pochettino-Fußball”. “Man sieht noch immer keine Handschrift, und ich habe große Zweifel daran, dass sich das noch ändert”, sagt Menuge.

Als wahrscheinlich gilt, dass der Argentinier seinen neuen dreizylindrigen Sportwagen voll ausfahren will und versuchen wird, gerade in der Champions League über die reine individuelle Klasse von “MNM” zu gewinnen – zumal jedem der drei Stars im Klub ein höheres Standing eingeräumt wird als dem Coach. Kürzlich sagte er über sein Trio: “Was sie am meisten schätzen, ist Spontanität. Sie wollen nichts erzwingen, es muss natürlich kommen.” Heißt also: kaum taktische Zwänge, viele Freiheiten. Es ist ein bisschen so, als würde man die begabtesten Musiker der Welt zusammen in ein Orchester setzen, ihnen aber keine Noten vorlegen.

Zumindest gegen die “großen” Gegner – so viel hat das Spiel gegen ManCity gezeigt – wird Pochettino wohl eher auf Gegenpressing-Momente, ein kompaktes Zentrum und Konter setzen, weniger auf lange Ballbesitzphasen. Menuge hält das für richtig. “Spielerisch kann PSG nicht mit den Top-Mannschaften der Champions League mithalten”, sagt er klar. “Das Spiel selbst zu machen wäre zwar möglich, aber gegen dominante Mannschaften schwierig. Und da werden sie ihr Gesicht nicht ändern.” Der Dirigent vertraut also auf das Improvisationstalent.

Welche Star-Trios funktionierten schon?

In den 50er und 60er Jahren hatte Juventus Turin mit Giampiero Boniperti, John Charles und Omar Sivori mal einen Dreizack, von dem einfach jeder mal Torschützenkönig wurde. Manchester Uniteds “heilige Dreifaltigkeit” Bobby Charlton, George Best und Denis Law gelang es sogar jeweils, den Ballon d’Or gewinnen – während sie zusammenspielten.

Bei “MNM” stellt sich ob Mbappés Abwanderungsgerüchten oder Messis fortgeschrittenem Alter natürlich die Frage, ob es überhaupt so lange gemeinsam aufläuft. Außerdem ergänzten sich die beiden genannten Trios in puncto Spielertypen, während etwa die balldominanten Messi und Neymar recht ähnlich denken und agieren. Aufs Tor schießen alle drei gerne.

Dienen Real Madrids “Galacticos” als mahnendes Beispiel?

Anders als viele andere Trios begegnen sich “MNM” als gemachte Stars, die schon einiges gewonnen und erreicht haben. Auf dem Weg in die Weltspitze kann nur noch bedingt etwas zusammenwachsen, weil die drei für sich längst dort angekommen sind. Es gilt, die Puzzleteile, die sich kaum noch verformen lassen werden, in erster Linie möglichst gut zusammenzusetzen.


Ronaldo, Luis Figo, David Beckham, Zinedine Zidane

“Trainieren? Wir?” Real Madrids “Galacticos” schöpften ihr Potenzial nicht aus.
AFP via Getty Images

Bereits erfolgsverwöhnte Stars, die nach hinten wenig helfen und nicht zwingend – gerade im Zusammenspiel – auf ihren besten Positionen eingesetzt werden? Davon konnte Real Madrid mit seinen “Galacticos” ein Lied singen. Die Aufmerksamkeit war groß, als sich ab 2002 zu Luis Figo und Zinedine Zidane auch noch Ronaldo und David Beckham gesellten. Doch der Erfolg blieb eher überschaubar. Den Königlichen gelang es nicht, die nötige Motivation und Balance in ihrer Mannschaft zu vereinen. Und bei PSG gibt es mit di Maria ja noch einen weiteren Angreifer mit (berechtigten) Stammplatzambitionen.

Was kann sich “MNM” von “MSN” abschauen?

Zwischen 2014 und 2017 verbreiteten Messi und Neymar gemeinsam mit Luis Suarez (inzwischen Atletico Madrid) europaweit Angst und Schrecken. Weil die drei Ausnahmekönner beim FC Barcelona im Zusammenspiel sogar noch besser zu sein schienen als die Summe der einzelnen Teile. Auch “MSN” lebte von gegenseitiger Ergänzung und einer gewissen Hierarchie: Messi dominierte die Offensive als umtriebiger Spielmacher, Neymar kam meistens vom Flügel, und Suarez wurde ein Stück weit zum Kombinations- und Rollenspieler im Sturmzentrum.

Was für “MNM” zur Herausforderung werden könnte: Auch Mbappé strebt individuell nach mehr, vor allem Neymar hat im Vergleich zu seiner Barça-Zeit aber inzwischen ein anderes Standing. In Paris ist seit Jahren er der Star, die Nummer 10 ziert seinen Rücken. Der Brasilianer hat bis zu Messis Ankunft zentraler agiert als in Barcelona und das Spiel seiner Mannschaft aufgezogen. Jetzt muss er zurückstecken. In dieser Saison nahm Neymar ballfern eine größere Rolle ein – was auch bedeutet, dass sie am Ball kleiner wird. Ohnehin gilt das für Zielspieler Mbappé, der durch seine Schnelligkeit ein paar seiner größten Stärken ohne Ball hat (Kette pinnen, mehrere Gegenspieler binden, Tiefe attackieren).

Von den drei Stars könnten sich für bestmögliche Erfolgschancen also zwei ein wenig zurücknehmen müssen, wobei Mbappé in seiner Rolle erst mal die Spiel- und Kombinationsstärke eines Luis Suarez nachweisen müsste. Bei Messis erstem Tor gegen ManCity hat er genau das getan, was sogar schon einstudiert aussah. So könnte es funktionieren.

Wie kann PSG das Defensiv-Manko auffangen?

“Es gibt kein Problem”, findet zumindest Mbappé. “Es ist eine etablierte Hierarchie. Ich bin damit einverstanden, zu rennen, wenn Messi trabt. Es ist ja Messi”, sagte der Stürmer kürzlich im Interview mit “L’Equipe”. Die Sportzeitung fühlte sich sogleich dazu verpflichtet, diese Aussage einem Faktencheck zu unterziehen – und tatsächlich: Seit Messis Ankunft lesen sich Mbappés statistische Defensivwerte besser als in den vergangenen Saisons, was allerdings auch nicht sonderlich schwer war. Die Diskussion rund um Messis Abwesenheit, sobald der Ball beim Gegner ist, sie ist seit seinem Wechsel zu PSG jedenfalls aufs Neue entflammt – und nicht zu Unrecht.

Beim “MNM”-Debüt in Brügge wurde die Problematik auf eine Art und Weise deutlich, die die PSG-Anhänger schlichtweg erschrecken musste. Wie selbstverständlich spielte der belgische Außenseiter jeden seiner Angriffe durch die klaffende Lücke zwischen Messi und Achraf Hakimi aus – und da der Marokkaner selbst gerne einen Meter zu weit vorne steht, gelangte Brügge auch mit spielender Leichtigkeit regelmäßig bis an die Grundlinie. Selbst Antonio Conte, sonst selten um eine taktische Lösung verlegen, befand nach den ersten Eindrücken bei “Sky Italia”: “In diese Mannschaft ein Gleichgewicht zu bringen, ist nicht einfach. Das wäre nicht nur für Pochettino schwer, sondern für jeden Trainer.”

Gegen ManCity, den großen Gradmesser der bisherigen PSG-Saison, baute Pochettino dann einen Plan auf, der zumindest teilweise funktionierte: Ander Herrera “ersetzte” als rechter Achter den passiven Messi im Anlaufverhalten, übernahm auch die Position des Argentiniers, sobald dieser überspielt war. So ließ PSG zwar Pep Guardiolas Antreiber Rodri im Zentrum viel Platz für den Aufbau, schaffte es aber, die Halbräume zu schließen und Citys offensive Außenverteidiger zu binden.

Auch dank eines äußerst disziplinierten Hakimi rechts und eines defensiv denkenden Neymar links, vor allem aber dank des omnipräsenten Marco Verratti, der im Zentrum gemeinsam mit dem lauffreudigen Idrissa Gueye die fehlende Defensivarbeit von Messi (und in Teilen Mbappé) absorbierte und immer wieder die notwendigen Umschaltaktionen einleitete. Messi und Mbappé sorgten also vielleicht für den Schlüsselmoment, der Schlüsselspieler war jedoch Verratti.

Bereits vor der Partie hatte der ehemalige französische Nationalspieler Robert Pires im kicker-Interview analysiert: “Das Trio Mbappé-Neymar-Messi wird nur funktionieren, wenn das Mittelfeld die sogenannte Drecksarbeit abliefert, sich jederzeit diszipliniert bei Ballverlust verhält und in der Lage ist, die Ausnahme-Könner in Szene zu setzen. (…) Dann werden sie schwer zu bezwingen sein.” Vor allem in der Champions League – und darum geht es den Protagonisten besonders – dürfte ein funktionierendes Mittelfeld also der Schlüssel zum Erfolg werden.

Können “MNM” auch abseits des Platzes ein Team werden?

Dass Neymar in einem knapp 11.000 Quadratmeter großen Anwesen mit integriertem Hallenbad haust, dürfte Mbappé geläufig sein. Nach seiner Auswechslung im Ligaspiel gegen Montpellier war er trotzdem der Ansicht: “Dieser Obdachlose spielt nie zu mir.” Die Aussage auf der PSG-Bank – wohlgemerkt getätigt im Beisein zahlreicher TV-Kameras – hat für großes Aufsehen gesorgt. Zwar spielte Mbappé sie zuletzt in einem Interview herunter (“Solche Dinge passieren ständig im Fußball”), doch die Differenzen zwischen zwei Dritteln des neuen Fabel-Trios sind unübersehbar.

Auch auf dem Platz scheint die einst kongeniale Verbindung der beiden Ausnahmekönner eingeschlafen zu sein. Ob Neymars aktuelles Formtief im Vereinstrikot Grund oder Folge dessen ist –  unklar. Für Menuge steht aber fest: Das Verhältnis der beiden Profis gefährdet den PSG-Erfolg. “Mbappés Ego ist gekränkt”, sagt er, “er hat das Gefühl, dass er zu viel ist in dem Trio. So etwas ist Gift für die Kabine.” Dass der Franzose, der mannschaftsintern kein so hohes Ansehen wie Neymar genießt, gerne zu Real Madrid gewechselt wäre und das noch immer möchte, ist kein Geheimnis – und gleichzeitig eine Bürde für den ganzen Klub: Es wird voraussichtlich die einzige Saison sein, in der alle drei zusammenspielen. Es riecht nach dem vielzitierten “Win now”-Modus.


Neymar, Kylian Mbappé

Stehen sich immer mal wieder im Weg: Neymar (li.) und Kylian Mbappé.
AFP via Getty Images

Doch das kann nur funktionieren, wenn die Probleme daneben sich nicht noch weiter auf den Platz übertragen. “Solange bei PSG nicht verstanden wird, dass kein Spieler über dem Verein stehen soll, dass die Institution Paris Saint-Germain über allem stehen muss, wird dieser Verein nie auf Europas Thron landen”, stellt Pires klar. Und Experte Menuge wird noch deutlicher: “Ich habe nicht den Eindruck, dass die drei überhaupt zusammenspielen wollen. Wenn sie ihre Egos nicht hintenanstellen und Neymar und Mbappé sich nicht zusammenraufen, dann wird PSG scheitern. Und nicht erst im Finale.”

Zurück zum Anfang: Messi, Neymar, Mbappé – kann das funktionieren?

Drei der begnadetsten Einzelkönner der Welt gemeinsam in einer Sturmreihe – was wie ein sicheres Erfolgsversprechen klingt, entpuppt sich in vielen Belangen als Pulverfass. Aber eben auch als eines, das aufgrund der großen individuellen Qualität auch mal an den richtigen Stellen explodieren kann. In der engen Weltspitze ist so etwas oft das Zünglein an der Waage.

Als entscheidend für das Gelingen des Projekts “MNM” kristallisieren sich aber vor allem zwei Faktoren heraus: das Mittelfeld rund um Schlüsselspieler Verratti für das sportliche und das persönliche Verhältnis der drei Hauptakteure für das atmosphärische Gleichgewicht. Andernfalls hat sich PSG da ein Traum-Trio gebastelt, das am Ende sogar weniger sein könnte als die Summe der einzelnen Teile.

Michael Bächle/Niklas Baumgart

Neymar fehlt PSG gegen Leipzig

Paris Saint-Germain wird im dritten Gruppenspiel gegen RB Leipzig auf Neymar (29) verzichten müssen.

Muss gegen Leipzig zuschauen: Neymar.

Muss gegen Leipzig zuschauen: Neymar.

imago images/Sportimage

Wie der französische Tabellenführer am Montagnachmittag mitteilte, wird Neymar das Spiel gegen Leipzig am Dienstag (21 Uhr, LIVE! bei kicker) wegen einer Leistenverletzung verpassen. 

Der Brasilianer, zuletzt noch mit der Nationalmannschaft unterwegs, hatte auch das jüngste Ligaspiel gegen Angers (2:1) verpasst.

Ohnehin kommt Neymar in dieser Saison noch nicht richtig in Tritt. Während Kylian Mbappé nach wie vor zuverlässig trifft, steht der 29-Jährige erst bei einem Pflichtspieltor in sieben Einsätzen.

Leipzigs Matchplan für PSG: “Siebenerkette ist auch eine Möglichkeit”

RB Leipzig braucht am Dienstag in Paris Punkte, um noch vom Achtelfinale zu träumen. Jesse Marsch über die Aufgabe gegen Lionel Messi und Co.

Erwartet die nächste schwierige Aufgabe: Jesse Marsch.

Erwartet die nächste schwierige Aufgabe: Jesse Marsch.

picture alliance / ZB

Noch weist RB Leipzig mit zwölf Siegen, drei Unentschieden und elf Niederlgen eine positive Europapokalbilanz auf, doch dies könnte sich am Dienstag ändern. Der Vizemeister geht als klarer Außenseiter ins Gastspiel bei Paris St. Germain, auch wenn sich der stets optimistische Jesse Marsch vor der Abreise aus Leipzig voller Vorfreude äußerte. “Es ist eine große Chance, ein großes Ergebnis zu erreichen”, sagte der Trainer und fügte hinzu: “Lass uns nach Paris fliegen mit totaler Leidenschaft und Selbstvertrauen.”

Ob das reicht, die Pariser Superstars um Lionel Messi, Neymar und Kylian Mbappé zu stoppen und die ersten Zähler im laufenden Wettbewerb einzufahren, wird sich zeigen. Marsch verzichtete in der Gegneranalyse darauf, “zu viele Szenen über die Qualität” dieses Offensivtrios auszustrahlen. Stattdessen zeichnete er den eigenen Matchplan auf: “Wir müssen sehr hart verteidigen und brauchen die Unterstützung von unserem Super-Tormann Peter Gulacsi.” Auf die Frage, ob er von der am Samstag beim 1:1 in Freiburg praktizierten Viererkette abrückt und auf eine Fünferreihe in der Abwehr umstellt, entgegnete der US-Amerikaner mit einem süffisanten Lächeln: “Siebenerkette ist auch eine Möglichkeit.”

Die Ausgangssituation ist eindeutig: Eine weitere Niederlage wäre praktisch gleichbedeutend mit dem Verpassen des Achtelfinales. “Die Mathematik in der Gruppe ist klar: Wir brauchen Punkte”, sagte Marsch. Emil Forsberg, der in Freiburg wegen einer Oberschenkelprellung ausgewechselt wurde, überstand das Abschlusstraining am Montag schadlos und machte sich mit auf die Reise nach Paris.

Wenn man die letzten Ergebnisse sieht, sind wir vielleicht noch nicht in Topform.

Bevor Marsch mit RB im September mit einem 3:6 bei Manchester City in die Champions League startete und auch gegen den FC Bayern eine hohe 1:4-Pleite kassierte, hatte er bereits die Befürchtung geäußert, sein Team sei “vielleicht noch nicht bereit” für solch große Prüfungen. Inzwischen hat sich nach Einschätzung des Coaches die Ausgangsposition verändert: “Wir hatten im letzten Monat mehr und mehr Entwicklung, das ist ganz klar für mich.” Tatsächlich ist RB zwar seit vier Liga-Spielen ungeschlagen, als Erfolgserlebnisse aber waren die Unentschieden in Köln und Freiburg nicht zu werten. “Wenn man die letzten Ergebnisse sieht, sind wir vielleicht noch nicht in Topform”, räumte Mukiele ein.

Der französische Meister ist bereits zum vierten Mal Leipzigs Gegner, einem RB-Sieg stehen zwei PSG-Erfolge gegenüber. Erstmals aber treffen beide Mannschaften im Prinzenpark vor Zuschauer aufeinander. “Mit Fans wird es ein anderes Spiel werden”, sagt der gebürtige Pariser Nordi Mukiele, der in Freiburg eingewechselt wurde und wieder in die Startelf zurückkehrt. “Nordi versteht die Mannschaft, er ist sicher bereit für morgen”, sagte Marsch.

Oliver Hartmann

Welche Champions-League-Spiele nur Amazon Prime Video zeigt

DAZN überträgt in der Saison 2021/22 fast alle Champions-League-Spiele. Welche aber sind exklusiv bei Amazon Prime Video zu sehen?

Hat in der Champions League die Rechte an insgesamt 16 Einzelspielen pro Saison erworben: Amazon Prime Video.

Hat in der Champions League die Rechte an insgesamt 16 Einzelspielen pro Saison erworben: Amazon Prime Video.

imago images/Sportimage

Die Champions League läuft in der neuen Saison fast ausschließlich bei DAZN. Von den Play-offs bis zum Finale überträgt der Streaminganbieter 121 von 137 Spielen, dazu alle Konferenzen. Nur das jeweilige Topspiel am Dienstagabend ist bei Amazon Prime Video zu sehen.

Nach Barcelona gegen Bayern am 1. und Dortmund gegen Sporting Lissabon am 2. Spieltag der Gruppenphase zeigt der Champions-League-Neuling folgende Partien als nächstes:

3. Spieltag: Ajax Amsterdam – Borussia Dortmund (19. Oktober, 21 Uhr)
4. Spieltag: FC Bayern – Benfica Lissabon (2. November, 21 Uhr)

Diese Spiele laufen als Einzelspiele also nicht bei DAZN. Über die Verteilung der Paarungen ab dem fünften Spieltag der Gruppenphase haben die Sender noch nicht informiert.

Die Champions League ab 2021/22 im TV: Das ist alles neu

Entwarnung für Leipzig: Mit Forsberg nach Paris

Am Samstag wurde der Leipziger Emil Forsberg beim Remis in Freiburg frühzeitig ausgewechselt, eine strukturelle Muskelverletzung liegt allerdings nicht vor.

Ist dabei bei Paris St. Germain: Der Leipziger Emil Forsberg.

Ist dabei bei Paris St. Germain: Der Leipziger Emil Forsberg.

imago images/Jan Huebner

Laimer und  Adams weiter fraglich

Für die Reservisten von RB Leipzig stand am Sonntag das Spielersatztraining auf dem Programm, etwa für die in Freiburg nicht berücksichtigten Konrad Laimer und Tyler Adams. Ob die beiden defensiven Mittelfeldspieler am Dienstag bei Paris St. Germain von Beginn an zum Einsatz kommen, wird sich zeigen.

Zumindest besitzen sie mit ihrer Lauf- und Einsatzbereitschaft die Eigenschaften, die Trainer Jesse Marsch als Grundvoraussetzungen für ein Bestehen beim französischen Meister nennt. “Das ist ein großer Auftrag”, sagt Marsch, ähnlich sieht es auch Peter Gulacsi. “Wir werden versuchen, alles rauszuholen, aber das wird eine schwierige Aufgabe”, so der ungarische Nationaltorhüter.

Forsberg erleidet nur eine leichte Prellung

Dani Olmo und Brian Brobbey warden im Prinzenparkstadion noch nicht wieder einsatzfähig sein, beide laborieren noch an den Folgen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel. Entwarnung gab Marsch hingegen bei Emil Forsberg. Die Auswechslung des Schweden beim 1:1 in Freiburg sei eine “Präventivmaßnahme” gewesen, so der Coach unmittelbar nach Spielende.

Eine Untersuchung am Sonntag bestätigte Marschs Einschätzung, dass es sich nicht um eine strukturelle Verletzung, sondern nur um eine leichte Prellung am Oberschenkel handelt. Bis zum Anpfiff sollte Forsberg diese auskuriert haben.

Oliver Hartmann

Mbappé entscheidet: PSG dreht Partie gegen Angers dank umstrittenem Elfmeter

Bei Paris St. Germain fehlten am Freitagabend Neymar und Messi im Aufgebot. Angers kam gut in die Partie, ging in Führung, scheiterte aber daran, diese über die Zeit zu retten – auch wegen einer diskutablen Entscheidung kurz vor Schluss.

Traf für PSG zum 2:1-Endstand vom Punkt: Kylian Mbappé (re.). 

Traf für PSG zum 2:1-Endstand vom Punkt: Kylian Mbappé (re.). 

AFP via Getty Images

Personell fehlten dem Pariser Ensemble beim Duell mit dem Viertplatzierten unter anderem Messi und Neymar. Der einzig verbliebene Spieler des Angriff-Trios war Mbappé, der auch von Beginn an spielte.

Paris begann druckvoll, doch im Angriffsdrittel fehlte häufig die letzte Präzision. Angers agierte abwartend und empfing die Hausherren tief in der eigenen Hälfte. Von dort aus setzten sie aber immer wieder Nadelstiche und erspielten sich Chancen gegen die weit aufgerückten Pariser. Erst verzog Boufal noch aus guter Position und schöner Einzelleistung (26.), ehe Fulgini die Gäste in Führung brachte (36.). 

Bis zur Pause verteidigten die Gäste ihren Vorsprung und schafften es, Paris aus den gefährlichen Räumen fernzuhalten. Kurz vor dem Pausenpfiff zappelte Herreras Kopfball zwar im Netz, doch der Spanier stand dabei sträflich im Abseits (45.).

Danilo Pereira gleicht aus

Durchgang zwei begann sehr ruhig. Paris agierte zwar offensiv, ließ aber im Angriffsdrittel weiterhin die entscheidende Präzision vermissen. Angers zog sich immer weiter zurück und kam kaum noch zu Entlastungsangriffen. Nachdem Rafinha noch verzog (55.), erzielte der aufgerückte Danilo Pereira den unterm Strich verdienten Ausgleich per Kopf (69.). 

VAR greift ein – Mbappé trifft vom Punkt

Kurz vor Schluss ereignete sich dann die entscheidende Szene des Spiels: Icardi riss bei einem Konter seinen direkten Gegenspieler zu Boden und kam im Fünfer zum Kopfball, mit dem er an Capelle hängen blieb (85.). Nach VAR-Überprüfung entschied das Schiedsrichtergespann dann auf Elfmeter, weil der Angers-Verteidiger den Ball mit der Hand berührt hat. Das Foul in der Entstehung spielte keine Rolle.

Mbappé trat an und verwandelte vom Punkt zum 2:1-Endstand (87.). Diesen Vorsprung brachten die Hausherren über die Zeit und fuhren einen von den Spielanteilen verdienten Heimsieg ein. Dennoch bleibt beim 2:1-Siegtreffer ein fader Beigeschmack.

Tore und Karten

0:1
Fulgini (36′)

1:1
Danilo Pereira (69′)

2:1
Mbappé (87′, Elfmeter)

Tore und Karten

0:1
Fulgini (36′)

1:1
Danilo Pereira (69′)

2:1
Mbappé (87′, Elfmeter)

Paris St. Germain

Verratti (90. + 3 )

Angers SCO

Capelle (85. )


Paris St. Germain

Paris SG


Paris St. Germain

Paris SG

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Pochettino


Angers SCO

Angers


Angers SCO

Angers

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Spielinfo


Stadion

Parc des Princes

Spielinfo


Anstoß

15.10.2021, 21:00 Uhr


Stadion

Parc des Princes Paris


Eckenverhältnis

6:5

PSG empfängt am kommenden Dienstag um 21 Uhr (LIVE! bei kicker) RB Leipzig in der Champions League. Angers gastiert am nächsten Freitag um 21 Uhr bei der AS St. Etienne.

“Mangel an Respekt”: Leonardo geht Real wegen Mbappé hart an

Nächster Akt im Transfer-Theater um Kylian Mbappé: PSG-Sportdirektor Leonardo hat Real Madrid und insbesondere Präsident Florentino Perez nach dessen jüngsten Aussagen erneut hart angegangen.

Muss er ihn loslassen? PSG-Sportdirektor Leonardo (Mitte) mit Kylian Mbappé (li.) und Präsident Nasser Al-Khelaifi.

Muss er ihn loslassen? PSG-Sportdirektor Leonardo (Mitte) mit Kylian Mbappé (li.) und Präsident Nasser Al-Khelaifi.

AFP via Getty Images

Perez hatte erklärt, es werde “im Januar Neuigkeiten über Mbappé” geben und man hoffe, dass “am 1. Januar alles gelöst werden kann”, wenn Mbappé ein halbes Jahr vor Vertragsende mit allen Vereinen verhandeln darf, ohne seinem aktuellen Verein gegenüber Rechenschaft abzulegen. Nur kurz nach seinen Aussagen hatte Perez wieder zurückgerudert und davon gesprochen, “stets mit dem gebotenen Respekt vor PSG” agieren zu wollen.

Genau diesen Respekt vermisst Leonardo offenbar. Der Brasilianer sah in den ersten Aussagen von Perez vielmehr “die Fortsetzung eines Mangels an Respekt gegenüber PSG und auch gegenüber Kylian”, wie er der “L’Equipe” am Dienstag sagte. “Im Verlauf einer Woche spricht erst ein Spieler von Real Madrid (gemeint ist Karim Benzema, Anm. d. Red.), dann der Trainer und jetzt der Präsident über Kylian, als wäre er schon einer von ihnen. (…) Ich wiederhole: Das ist ein Mangel an Respekt, den wir nicht tolerieren können.”

Leonardo sieht Affront: “Das geht seit zwei Jahren so”

Und weiter: “Das geht seit zwei Jahren so. Ich erinnere nur daran, dass die Transferperiode vorbei ist, dass eine Saison läuft. Es gibt Spiele und Real Madrid kann sich nicht weiter so verhalten. Das muss aufhören! Kylian ist Spieler von Paris St. Germain und der Verein weiß, dass diese Beziehung andauert.”

Bereits zum Ende des Transferfensters, als Mbappés geplanter Wechsel zu Real gescheitert war, hatte Leonardo den Madrilenen ähnlich geartete Vorwürfe gemacht. Am Montag hatte sich der Angreifer selbst erstmals zu Wort gemeldet.

Perez über Mbappé-Aussage: “Meine Worte wurden falsch interpretiert”

Kylian Mbappé hatte jüngst über seinen Wechselwunsch zu Real Madrid gesprochen. Kurz darauf äußerte sich Präsident Florentino Perez über die Personalie – um nur Stunden später zurückzurudern.

Mbappé und kein Ende: Florentino Perez.

Mbappé und kein Ende: Florentino Perez.

Getty Images

Mbappé hatte bei RMC Sports und L’Equipe unter anderem über die vergangene Transferperiode gesprochen. Er habe schon im Juli erklärt, PSG verlassen zu wollen und stellte auch klar: “Wenn ich im Sommer gegangen wäre, wäre ich nur zu Real Madrid gegangen.”

Real-Präsident Perez erklärte daraufhin in der Zeitung “El Debate”: “Im Januar wird es Neuigkeiten über Mbappé geben. Wir hoffen, dass am 1. Januar alles gelöst werden kann.” Mbappés Vertrag läuft am 30. Juni 2022 aus, ein halbes Jahr vor Ablauf darf der Franzose mit jedem Team verhandeln, ohne PSG Rechenschaft ablegen zu müssen.

Eine Wechselankündigung also? So wollte es Perez nicht verstanden wissen, nur wenig später ruderte er schon wieder zurück. Bei “RMC Sport” sagte er: “Meine Worte wurden falsch interpretiert. Was ich gesagt habe, ist, dass wir bis zum nächsten Jahr warten müssen, um von Ihnen zu hören, stets mit dem gebotenen Respekt vor PSG, mit denen wir gute Beziehungen haben.”

Der französische Nationalspieler war im Sommer von Perez und Real umworben worden, die Madrilenen waren aber mit einem Angebot in Höhe von 180 Millionen Euro bei PSG abgeblitzt.