If David Tepper wanted to end the ‘old boys network’ he would have hired Steve Wilks

Team owner David Tepper introduced Frank Reich as the new head coach of the Carolina Panthers.

David Tepper is saying all the right things — he just isn’t doing them. The Carolina Panthers owner made waves this week when he insisted that he was doing his part in breaking up the NFL’s “old boys’ network” of wealthy white owners that seldomly hire Black people and minorities to positions of power, particularly as head coaches. Tepper’s comments came after hiring Frank Reich — a white coach — over the team’s former interim coach Steve Wilks — a Black coach who took over for Matt Rhule, another white coach.

Rich white dudes love telling on themselves.

“We have probably the most diverse executive team in the NFL right now. We are probably a minority of white men on our executive team right now. That’s where it starts. That’s America,” Tepper proudly bragged.

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Tepper explained that the Panthers’ front office includes his wife, who serves as the chief administrative officer, along with three other women in high-ranking roles, chief administrative officer (Kristi Coleman), senior vice president (Kisha Smith, a Black woman), and general counsel (Tanya Taylor, also a Black woman.)

Anytime a white man like Tepper is quick to point something out like this, they never realize that the ability to count the number of minorities in your circle isn’t a good look.

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“I’m not a racist. See, I have three Black friends!” — An old white man proverb.

“How do you break that old boys’ network? How do you break that process? You break the process by trying to get the best people possible in every role you can do,” he said. “Whether it’s the new [general counsel] we hired, who happens to be an African American woman. Whether it happens to be Frank Reich, who is a Caucasian male.”

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Tepper almost pulling a “Jerry Jones”

What’s at the heart of the issue with Tepper is that he’s almost pulling a “Jerry Jones” on us. Too many people got caught up in that infamous photo of Jones from 1957 in Arkansas among a crowd of white students, “standing on the frontlines of one of Little Rock’s darkest segregation clashes,” from the Washington Post’s story, and not what it was about — as it focused on Jones’ lack of progressiveness in diversity despite all the power he wields in the NFL.

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Jerry Jones has never hired a Black head coach. Tepper has never hired a Black head coach. See the connection?

What makes it worse is that the man who is claiming that he’s a diversity warrior on the mean streets of Injustice Boulevard, told us from the beginning that Wilks never had a fighting chance at being the Panthers’ permanent head coach, even before he went 6-6 after Rhule started the season 1-4.

“He’s in a position to be in consideration for that position,” Tepper said about Wilks in October. “I had a talk with Steve, no promises were made, but if he does an incredible job, he has to be in consideration.”

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“Incredible job.” Think about that for a second, as you realize that Tepper moved the goalposts for Wilks before the game even started. Ironically enough, Reich was 3-5-1 in his last season coaching the Indianapolis Colts before he was fired.

Does that sound “incredible” to you?

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If Tepper wanted to actually fight injustices in the NFL and show his colleagues the right way to do it, he would have hired Wilks and given him enough time to see if he could turn things around in Carolina — the same way that most of these owners do with the white coaches they love to hire. Doing the right thing isn’t hard, it just requires you not to be a coward. The Pittsburgh Steelers have had a Black coach since 2007 and have yet to suffer a losing season during the Mike Tomlin era.

See, it’s not that hard.

If the NFL’s “old boys’ network” is ever going to end, it will happen when more Black coaches are hired and white owners start advocating for their colleagues to change their thinking when it comes to voting on ownership selection — as the owners have never elected a Black person to own a team.

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That’s something David Tepper knows all about. When he was approved to buy the Carolina Panthers in 2018, it took place at the annual owners’ meetings. But, do you know what also happened that very week at those meetings? The owners voted to implement a national anthem policy against kneeling, which was something straight out of the “old boys’ network’s” playbook. How do I know? Because I was there when it happened.

Nächster Rücktritt: Auch Varane spielt nicht mehr für Frankreich

Die Führungsreihen bei Vize-Weltmeister Frankreich lichten sich. Auch Abwehrchef Raphael Varane (29) hat angekündigt, nicht mehr für die Equipe Tricolore auflaufen zu wollen.

Will nicht mehr für Frankreich auflaufen: Raphael Varane.

Will nicht mehr für Frankreich auflaufen: Raphael Varane.

IMAGO/Shutterstock

“Ich habe schon seit einigen Monaten darüber nachgedacht und beschlossen, dass es der richtige Zeitpunkt für mich ist, mich von der Nationalmannschaft zurückzuziehen”, schrieb der Innenverteidiger auf Instagram. Sein erstes Länderspiel hatte er vor knapp zehn Jahren, im März 2013, bestritten, sein letztes wird nun das verlorene WM-Finale gegen Argentinien bleiben.

Insgesamt absolvierte Varane 93 Länderspiele, erzielte dabei fünf Tore und wurde 2018 in Russland Weltmeister.  Den Titelgewinn bezeichnete er in seinem Abschiedspost als “eine der schönsten Erfahrungen meines Lebens”, er spüre “immer noch jede einzelne Emotion, die ich an diesem Tag, dem 15. Juli 2018, empfunden habe”. Nun sei es aber “an der Zeit, dass die neue Generation das Zepter übernimmt”. Bei der WM in Katar hatte Varane das erste Spiel gegen Australien angeschlagen noch verpasst, danach aber alle Spiele von Beginn an absolviert.

Schon vor seiner offiziellen Verkündung hatte “Le Parisien” vom anstehenden Rücktritt berichtet. Der Zeitung zufolge soll ein Grund für den bereits im Alter von 29 Jahren vollzogenen Schritt sein, dass Varane mehr Zeit für seine Familie haben möchte. Auch die körperliche und mentale Abnutzung sowie die Enttäuschung über das verlorene WM-Finale gegen Argentinien sollen Faktoren gewesen sein.

Wird Mbappé nun Kapitän?

Mit Varane verliert Nationaltrainer Didier Deschamps einen weiteren Führungsspieler der erfolgreichen letzten Jahre. Zuvor hatten bereits Torhüter und Kapitän Hugo Lloris sowie dessen Stellvertreter, der in der Kabine hochgeschätzte Steve Mandanda, ihren Rücktritt aus der französischen Nationalmannschaft erklärt. Auch Ballon-d’Or-Gewinner Karim Benzema hatte nach dem WM-Finale angedeutet, nicht mehr für Frankreich zu spielen.

Varane galt als heißer Anwärter, die Binde von Lloris zu übernehmen. Nun deutet Medienberichten zufolge einiges darauf hin, dass Kylian Mbappé neuer Kapitän von “Les Bleus” wird. Ihr erstes Spiel des Jahres absolviert die französische Nationalmannschaft am 24. März gegen die Niederlande.

Lauges Spiel für die Geschichtsbücher: Dänemarks Titel-Hattrick im Video

Highlights der Handball-WM 30.01.2023

Lauges Spiel für die Geschichtsbücher: Dänemarks Titel-Hattrick im Video

8:38Die dänische Nationalmannschaft hat bei der Handball-WM 2023 Geschichte geschrieben und zum dritten Mal in Folge den großen Wurf gelandet. Zu verdanken war das auch Rasmus Lauge, der in der zweiten Halbzeit einfach nicht zu bremsen war.

Traumfinale gegen Dänemark: Frankreich trotzt Schweden und dem Publikum

Ist der Olympiasieger bald auch wieder Weltmeister? Frankreich hat bei der Handball-WM dem Co-Gastgeber aus Schweden beim 31:26 (16:12) im Halbfinale die Grenzen aufgezeigt. Am Sonntag wartet Titelverteidiger Dänemark.

Siebenmeter verwandelt: Kentin Mahé ballt die Faust und jubelt.

Siebenmeter verwandelt: Kentin Mahé ballt die Faust und jubelt.

imago images

Den Finalgegner kannten Frankreich und Schweden bereits vor ihrem direkten Aufeinandertreffen. Speziell nach der Verletzung von Jim Gottfridsson – der Denker und Lenker im schwedischen Spiel brach sich im WM-Viertelfinale die Hand – waren die Franzosen Favorit auf ihre nächste Finalteilnahme.

Mit großem Selbstvertrauen starteten “Les Experts” in die Partie. Mit der Entscheidung für Vincent Gerard überraschte Frankreichs Nationaltrainer Guillaume Gille etwas, hatte dessen Vertreter Remi Desbonnet gegen Deutschland doch eine sensationelle Vorstellung gezeigt. Besser im Spiel war zunächst Gerards Gegenüber Andreas Palicka, der sich mit tollen Reaktionen einführte. Vorne ging Schweden allerdings Ideengeber Gottfridsson ab, die massive 6:0-Deckung des Rekordweltmeisters mischte Beton an.

Von 3:3 setzten sich die Franzosen auf 6:3, ließen die Schweden wieder auf 10:9 hinschnuppern, um mit einem 4:0-Lauf auf 14:9 zu stellen. Bemerkenswert der 14. Treffer, bei dem sich Dylan Nahi von einem später progressiv geahndeten Foul von Lukas Sandell im Gegenstoß nicht stoppen ließ und Palicka überwand. Frankreich nutzt die volle Breite im Kader sowie seine Power aus dem Rückraum, der der amtierende Europameister nur bedingt etwas entgegensetzen konnte. Zur Pause stand ein verdientes 16:12.

Bei Schweden kam mit Kiels Rückraum-Shooter Eric Johansson – später “Man of the Match” – nur ein Spieler auf drei Treffer. Auch nach dem Seitenwechsel ließen sich die Franzosen vom Publikum nicht beeindrucken, per Kempa sorgte Dika Mem beim 17:13 für Ruhe in der Halle. Anschließend kam endlich mehr Tempo ins Spiel des Co-Gastgebers, der 20 Minuten vor dem Ende zumindest auf drei Treffer verkürzt hatte (18:21).

Gerard ist der klar bessere Keeper

Allerdings zeigte der amtierende Olympiasieger aus Frankreich, wie abgezockt er vermeintlich brenzlige Situationen lösen kann. Kochte die Stimmung kurz hoch, hatten “Les Experts” im Gegenzug praktisch immer eine Antwort parat. In der Schlussviertelstunde kam Schweden aber sogar auf zwei Treffer heran, hatte die Halle im Boot. Den besseren Keeper stellten allerdings die Franzosen, mit seiner elften Parade ebnete der baldige Kieler Gerard den Weg zum 28:23 (53.). Den Schweden, denen auch das nötige Matchglück fehlte, rannte die Zeit davon. Nach 60 Minuten stand ein verdientes 31:26 für den Rekordweltmeister.

Im WM-Finale treffen die Franzosen am Sonntagabend auf Titelverteidiger Dänemark. Für “Les Experts” geht es dabei um Titel Nummer sieben und den ersten seit der Heim-WM 2017. Dänemark will den Titel-Hattrick nach den Triumphen 2019 und 2021 perfekt machen. Die Schweden treffen zuvor im Spiel um Platz drei auf Spanien – die Neuauflage des EM-Finales aus dem Vorjahr.

The Indianapolis Colts community rallies to be rid of Jeff Saturday

Jeff Saturday

I like to say that we over here at Deadspin started the unofficial petition to prevent Jeff Saturday from becoming the next full-time head coach of the Indianapolis Colts. The backlash to Saturday getting the nod over many qualified candidates who have —get this — coached football before, was so large that Twitter did the thing where they tried to make people feel bad for being upset. However, the anger is persisting, and it’s grown into an actual petition after Saturday made the cut.

There have been multiple tweets about owner Jim Irsay’s desire to hire essentially a yes man for head coach despite people in his (apparently useless) circle voicing concerns. Those concerns amount to what exactly did Saturday do during his 1-7 tenure as interim to merit a head coaching job? In its story about the petition, the Indianapolis Star had some stats for the anti-Saturday camp, and even for the internet, they were shocking. A -87 point differential in those eight games chief among them.

When is an owner no longer suitable for office?

According to the story, there have been more than 1,500 verified signatures on the petition, which went live Wednesday. I’m just imagining some guy in a Reggie Wayne jersey standing outside the Kroger asking people to support the societal ill that is Jeff Saturday coaching the local football team. It’s also one of the few things that I’d actually stop to put my Herbie Hancock on, and I have no opinion about the Colts other than Saturday shouldn’t be the head coach.

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Hopefully, those pledging their support are doing so because it’s a bad hire but also because it’s further evidence of the NFL’s alleged hiring practices. The Colts have reportedly shown interest in several Black coaches, but they have to do that to fulfill the Rooney Rule. If Saturday is brought on to be the next coach, the league might as well just Venmo Brian Flores and the rest of the defendants that day.

Not quite a vote of confidence

General manager Chris Ballard said of the upcoming future-altering decision: “Ultimately, Mr. Irsay makes the final call.”

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I wouldn’t exactly call that a harbinger of hope, and it makes me wish that removing an owner was as easy as signing a petition. It sounds like whoever directed Frank Reich to switch to Sam Ehlinger (because he’s more mobile) is in charge, and that’s scarier than Saturday calling the shots.

Shared in the Indy Star article was a Twitter survey regarding how fans felt about the possibility of Saturday getting the nod, and the overwhelming response was “Hate it.” I’m not a proponent of fan service in my sports or my IP because I’d like to genuinely believe in trusting that people who were hired to do the job are more capable than Andy from Pawnee.

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That said, I’d trust Chris Pratt to pick the next Colts coach over Irsay.

Meine Befürchtung aus dem Norwegen-Spiel hat sich bestätigt

Das Viertelfinal-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Handball-WM ließ auch Bob Hanning nicht kalt. In einem Punkt sah sich der kicker-Kolumnist sogar bestätigt.

Enttäuschung herrscht vor: Die DHB-Auswahl und Bob Hanning.

Enttäuschung herrscht vor: Die DHB-Auswahl und Bob Hanning.

imago images

Das Wichtigste zuerst: Wir haben unser Viertelfinale verdient verloren – wir hatten Chancen, am Ende aber doch keine. Die deutsche Mannschaft hat einen tollen Start in dieses Spiel gegen Frankreich hingelegt. Fokussiert, engagiert, motiviert – die Franzosen haben eindrucksvoll aufgezeigt bekommen, dass heute mit der DHB-Auswahl zu rechnen ist. Den aufopferungsvoll kämpfenden Mittelblock hat Andreas Wolff mit einer bärenstarken individuellen Leistung zusätzlich gestärkt.

Innerhalb von nur zwei Minuten haben wir diese gute Ausgangslage von vier Toren Vorsprung allerdings verspielt. Vor der Pause sind wir dem Rekordweltmeister aber definitiv auf Augenhöhe begegnet. Nach gutem Start in die zweite Hälfte haben wir uns gnadenlos überlaufen lassen. Die körperliche Überlegenheit wurde uns in dieser Phase deutlich gemacht. Auch meine Befürchtung aus dem Norwegen-Spiel hat sich bestätigt: Uns hat letztlich ebenso die geistige Frische gefehlt. 

Leider konnte Paul Drux wegen seiner Bronchitis nicht richtig helfen, ihn hätten wir auch im Angriff gut gebrauchen können, denn wir waren hinten raus ehrlicherweise ein Stück weit überfordert. Das Sieben-gegen-Sechs, was wir bis heute nicht wirklich gut beherrschen, war ein verzweifelter Versuch, nochmal einen letzten Impuls zu geben. Doch auch der verpuffte.

Frankreich verkörpert in allen Mannschaftsteilen absolute Weltklasse. Ich will nicht darüber sprechen, dass mangelnde Breite ausschlaggebend war. Es war die außergewöhnliche Qualität des amtierenden Olympiasiegers. Diese hat uns in der Schlussviertelstunde gebrochen. Es bleibt festzuhalten: Die besten vier Mannschaften des Turniers stehen auch im Halbfinale.

Wir brauchen diese letzten zwei Spiele

Für Dänemark war es gegen die Ungarn ein Spaziergang, Schweden hat es souverän gegen Ägypten gelöst. Einen Handball-Thriller par excellence lieferten sich Spanien und Norwegen, wobei sich die Skandinavier am Ende der regulären Spielzeit mit einem unnötigen Rückpass das sicher geglaubte Halbfinale selbst versauten.

Wir müssen uns jetzt erstmal schütteln. Dann geht es für die deutsche Mannschaft am Freitag gegen Ägypten weiter. Wir sollten möglichst den fünften Platz erreichen, dafür braucht es noch zwei Siege. Erst der Afrikameister, dann Ungarn oder nochmal die Norweger – das wird eine echte Herausforderung. Wir brauchen diese Spiele aber auch, um uns für die Heim-EM im nächsten Januar und die Olympia-Qualifikation eine gute Ausgangsbasis zu schaffen.

Bob Hanning (54) hat die Füchse Berlin von der 2. Liga bis in die Champions League geführt, den DHB in acht Jahren als Vizepräsident auf links gedreht und einen Spiegel-Bestseller (Hanning. Macht. Handball.) geschrieben. In seiner Kolumne analysiert er für den kicker die Geschehnisse rund um Nationalmannschaft und Bundesliga.

Gislasons vielsagendes Angebot an Kreisläufer Pekeler

Bundestrainer Alfred Gislason sprach nach dem verlorenen WM-Viertelfinale gegen Frankreich auch über einen Spieler, der gar nicht im deutschen Kader steht. Womöglich aber in Zukunft wieder.

Kennen und schätzen sich: Hendrik Pekeler, Assistent Erik Wudtke und Bundestrainer Alfred Gislason (v.li.).

Kennen und schätzen sich: Hendrik Pekeler, Assistent Erik Wudtke und Bundestrainer Alfred Gislason (v.li.).

imago images

Aussagen eines speziellen Spielers, der in Polen und Schweden gar nicht zum deutschen Aufgebot gehört, hatten vor dem deutschen WM-Viertelfinale gegen Frankreich (25:38) für Aufsehen gesorgt. Hendrik Pekeler plauderte im Podcast der Rhein-Neckar Löwen aus dem Nähkästchen: “Es gab an Weihnachten eine kleine Abstimmung innerhalb der Familie, ob ich wieder Nationalmannschaft spielen soll. Das Ergebnis war 10:0, dass ich wieder spielen soll.” Er selbst habe sich “enthalten”.

Der Kreisläufer des THW Kiel, der 2016 mit dem DHB-Team Europameister wurde und Olympia-Silber in Rio geholt hatte, legte im Anschluss an die Olympischen Spiele 2021 eine “längere Pause” ein. Der frühere Löwen-Profi hatte im November nach monatelanger Verletzungspause wegen eines Achillessehnenrisses im linken Fuß sein Comeback für die Kieler gegeben.

Nach der derzeit laufenden WM wolle Bundestrainer Gislason ihn kontaktieren, führte Pekeler aus: “Wenn ich merke, ich habe ein gutes Gefühl und keine Probleme, dann werden wir uns zusammensetzen und eine Lösung finden.” Der starke Abwehrspieler müsse in den kommenden Wochen schauen, “wie der Stand der Dinge mit meinen Achillessehnen ist, also wie verkrafte ich den Ligaalltag und die Champions-League-Belastung. Wenn ich weiterhin Probleme habe, macht es keinen Sinn, diese Turniere zu spielen.”

“Pekeler ist einer der Weltbesten in Angriff und Abwehr”

Im Fokus ist dabei sicherlich die deutsche Heim-EM im nächsten Jahr (10. bis 28. Januar 2024). Dass Gislason von einer Rückkehr Pekelers begeistert wäre, daraus machte er am Mittwochabend nach dem Frankreich-Spiel keinen Hehl. “Unsere Probleme in der Abwehr sind ja teilweise nicht zu übersehen”, begann der Isländer seine Ausführungen am ZDF-Mikrofon: “Wir haben zwei sehr tolle Kreisläufer mit Golla und Kohlbacher, aber nur einer deckt im Innenblock. Die Franzosen haben drei sehr tolle Kreisläufer, aber die decken alle im Innenblock.”

Eine Spitze, die in Richtung Kohlbacher fliegt, der in der Abwehr zumeist sogar ganz ausgewechselt wird. Auch mit dem Decken auf der Halbposition hat der bullige Kreisläufer, der offensiv bei der WM hervorragend mit Vereinskollege Juri Knorr harmoniert, häufig so seine Probleme. “Pekeler ist einer der Weltbesten in Angriff und Abwehr, er kann beides sehr gut”, lobte Gislason.

Die Tür zur Nationalmannschaft ist trotz der eingelegten Pause keineswegs zu. Im Gegenteil. “Er hat sich ja nicht verabschiedet aus der Nationalmannschaft. Er hat erstmal Pause gemacht und sich dann verletzt”, fasste Gislason den Stand der Dinge zusammen: “Das muss natürlich er entscheiden, ob er sich das zutraut.” Pekeler zurück im Innenblock der Nationalmannschaft. Ein Gedanke, mit dem sich Gislason sehr gut anfreunden kann. “Ich hoffe natürlich darauf.”

Einbruch nach der Pause: DHB-Team verpasst Halbfinale deutlich

Die deutsche Nationalmannschaft hat bei der Handball-WM das Halbfinale deutlich verpasst. In Danzig war Rekordweltmeister Frankreich beim 28:35 (16:16) nach der Pause eine Nummer zu groß.

Kaum ein Durchkommen: Auch Johannes Golla gelang im WM-Viertelfinale nicht alles.

Kaum ein Durchkommen: Auch Johannes Golla gelang im WM-Viertelfinale nicht alles.

picture alliance

Die Vorbereitung auf das WM-Viertelfinale gegen Frankreich hätte reibungsloser verlaufen können. Da war einerseits die Verwirrung um den nächsten deutschen Spielort, andererseits musste das Duell mit “Les Experts” 22 Minuten später angepfiffen werden. Weil sich in Danzig Vize-Europameister Spanien einen leidenschaftlichen Kampf mit Norwegen bis in die zweite Verlängerung lieferte, konnten sich Deutschland und Frankreich nicht rechtzeitig erwärmen.

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Deswegen erfolgt der Anpfiff um 20.52 Uhr, was DHB-Sportvorstand Axel Kromer im Vorfeld sogar als möglichen “Vorteil” bezeichnet hatte. Und tatsächlich: Die deutsche Mannschaft fand besser ins Spiel als die französische. Im Verlaufe der ersten 30 Minuten sammelte der bärenstark aufgelegte Nationalkeeper Andreas Wolff gleich neun Paraden.

Gerard schnell ausgetauscht

Der 31-Jährige profitierte auch davon, dass er auf gleich drei Vereinskameraden aus Kielce traf und deren Wurfverhalten natürlich bestens studiert hat. Beim 7:4 führt die deutsche Mannschaft erstmals mit drei Toren (8.). Weil Vincent Gerard, ab Sommer Nachfolger von Niklas Landin in Kiel, kaum eine Hand an den Ball bekam, wechselte Frankreichs Trainer Guillaume Gille auf Remi Desbonnet. Dieser bereitete dem DHB-Team deutlich mehr Kopfzerbrechen. Zudem fand die 6:0-Abwehr des Rekordweltmeisters immer mehr zu sich.  

Von 7:11 aus Sicht von “Les Experts” ging es auf 11:11 in weniger als vier Minuten (19.). Die Partie wogte nun hin und her. Neben Juri Knorr (4 Tore/4 Versuche) behielten besonders Kreisläufer Johannes Golla (3/3) und Linkshänder Christoph Steinert (3/3) die Nerven. Auch bei Frankreich waren es die Linkshänder, die das Herz in die Hand nahmen: Nedim Remili (3/5) und Melvyn Richardson (4/6) trafen am häufigsten.

Richardson hatte auch das letzte Wort vor der Pause, mit einem 16:16-Remis ging es in die Kabinen. Es bahnte sich also der nächste Krimi an. Denn: Keines der letzten fünf Duelle zwischen Frankreich und Deutschland endete mit mehr als einem Tor Differenz.

Desbonnet fast bei 50 Prozent – und “Man of the Match”

Nach dem Seitenwechsel kam die DHB-Auswahl richtig gut rein. Beim 20:18 begannen die deutschen Fans in Danzig wohl bereits vorsichtig zu träumen an (35.). Im Stile einer Weltklasse-Mannschaft antwortete allerdings der amtierende Olympiasieger – mit einem 5:0-Lauf bis zur 44. Minute. Deutschland war jetzt zu fehleranfällig, vorne zu harmlos und hinten nicht mehr aggressiv genug. Allen voran Remili zog seine Kreise, holte immer wieder Siebenmeter raus. Hinten stand Keeper Desbonnet – später zum “Man of the Match” gewählt – fast bei einer 50-prozentigen Fangquote.

Beim Stand von 25:29 zog Gislason seine letzte Timeout-Karte, der Isländer wirkte sauer und wollte fortan mit dem siebten Feldspieler agieren. Nach wenigen Sekunden leistete sich sein Team aber wieder einen Abspielfehler – mit dem Wurf ins leere Tor nahm Valentin Porte dem DHB-Team die letzte Hoffnung. Nach 60 Minuten stand ein verdientes 35:28 für die Franzosen.

Während Frankreich in seinem Halbfinale am Freitagabend auf Co-Gastgeber Schweden trifft, geht es für die DHB-Auswahl mit Platzierungsspielen weiter.