Aufholjagd nicht belohnt: DHB-Frauen verlieren auch zweiten Test gegen Frankreich

Deutschlands Handball-Frauen haben auch den zweiten EM-Härtetest gegen Olympiasieger Frankreich verloren. Im zweiten Duell innerhalb von drei Tagen war es aber knapper als noch am Freitag – zwischenzeitlich lag sogar eine Überraschung in der Luft.

Deutschland unterlag auch im zweiten Test Olympiasieger Frankreich.

Deutschland unterlag auch im zweiten Test Olympiasieger Frankreich.

IMAGO/wolf-sportfoto

Knapp fünf Wochen vor der Europameisterschaft haben Deutschlands Handball-Frauen einen Achtungserfolg gegen Olympiasieger Frankreich hauchdünn verpasst. Die DHB-Auswahl unterlag am Sonntag vor 3000 Zuschauern in Nancy trotz einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit mit 29:30 (13:18), tankte aber dennoch viel Selbstvertrauen für die Endrunde vom 4. bis 20. November in Slowenien, Nordmazedonien und Montenegro.

Beste Werferinnen für das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch waren Emily Bölk mit acht Toren und Alina Grijseels (5). Im ersten Duell mit dem WM-Zweiten hatte es am Freitag eine 31:34-Niederlage gegeben. Damit wartet Deutschland gegen Frankreich weiter auf den ersten Länderspielsieg seit 2011.

Fehler vor der Pause münden in Fünf-Tore-Rückstand

Nach einem guten Start schlichen sich im deutschen Spiel Mitte der ersten Halbzeit einige Fehler ein. Dies führte zu einem Vier-Tore-Rückstand (7:11/20.), der bis zur Pause sogar auf fünf Treffer anwuchs. Die Abwehr fand in dieser Phase kaum Zugriff gegen die flinken Französinnen, sodass auch Torfrau Isabell Roch kein Faktor war.

Das änderte sich mit Wiederbeginn. Im Angriff agierte die DHB-Auswahl nun mutiger und hinten avancierte Torhüterin Katharina Filter mit etlichen Paraden zum erhofften Rückhalt. Mitte der zweiten Halbzeit lag das deutsche Team beim 22:20 plötzlich mit zwei Toren vorn. In der Schlussminute scheiterte Grijseels mit dem letzten Wurf, sodass am Ende doch noch der Favorit jubeln durfte.

Zu viele Zeitstrafen: DHB-Frauen unterliegen Frankreich

Trotz einer couragierten Vorstellung haben Deutschlands Handball-Frauen im ersten EM-Härtetest gegen Frankreich einen Achtungserfolg knapp verpasst.

Die DHB-Frauen konnten sich am Ende nicht entscheidend durchsetzen.

Die DHB-Frauen konnten sich am Ende nicht entscheidend durchsetzen.

IMAGO/PanoramiC

Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch verlor das Duell mit dem Olympiasieger und WM-Zweiten am Freitagabend in Metz mit 31:34 (15:16), tankte fünf Wochen vor dem Auftakt der Endrunde aber viel Selbstvertrauen. Vor 4500 Zuschauern waren Alina Grijseels mit sieben Toren und Johanna Stockschläder (5) beste deutsche Werferinnen. Am Sonntag stehen sich beide Teams in Nancy erneut gegenüber.

Die DHB-Auswahl lieferte dem Favoriten von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe. Nach einer ausgeglichenen Startphase geriet das Gaugisch-Team Mitte der ersten Halbzeit beim 9:13 (17. Minute) zwar mit vier Toren in Rückstand, kämpfte sich nach einer Auszeit und deutlichen Worten des Bundestrainers aber mit einem 3:0-Lauf sofort wieder heran.

In der Folge boten sich beste Chancen zum Ausgleich, die jedoch allesamt nicht genutzt wurden. Unter anderem vergab Julia Maidhof einen Siebenmeter. Die Abwehr mit einer gut aufgelegten Torfrau Katharina Filter als Rückhalt stand nun aber besser, sodass die Partie eng blieb.

Kurz nach dem Wechsel gelang der DHB-Auswahl beim 18:17 erstmals seit der Startphase wieder eine Führung, die sogar auf drei Tore (24:21) ausgebaut wurde. Doch dann schwächte sich die deutsche Mannschaft durch einige Zeitstrafen selbst, was Frankreich mit einem 5:0-Lauf eiskalt bestrafte. Zwar kämpfte das DHB-Team bis zum Schluss, doch die Wende gelang nicht mehr.

Frankreich – Deutschland 34:31 (16:15) 

Frankreich: Darleux, Glauser – Valentini 6, Toublanc 5/2, Foppa 4, Nze-Minko 4, Zaadi Deuna 4, C. Lassource 3, Sercien Ugolin 3, Horacek 2/1, Flippes 1, Granier 1, D. Lassource 1, Edwige, Kanor, Niakate, Ondono
Deutschland: Filter (FC Kopenhagen), Roch (SCM Ramnicu Valcea) – Grijseels (Borussia Dortmund) 7/3, Stockschläder (Thüringer HC) 5, Döll (SG BBM Bietigheim) 4, Maidhof (SG BBM Bietigheim) 4/1, Bölk (Ferencvarosi TC) 3, Behrend (SG BBM Bietigheim) 2, Schirmer (VfL Oldenburg) 2, Schmelzer (HC Dunar. Braila) 2, Smits (SG BBM Bietigheim) 2, Antl (Borussia Dortmund), Brons-Petersen (FC Kopenhagen), Degenhardt (TuS Metzingen), Quist (HSG Blomberg-Lippe), Schulze (Sport-Union Neckarsulm), Zschocke (Storhamar)
Schiedsrichter: Javier Alvarez Mata (Spanien)/Yon Bustamente Lopez (Spanien)
Zuschauer: 4000

WM 2022: Wer überträgt die Spiele in TV und Stream?

Vom 20. November bis zum 18. Dezember läuft die WM in Katar. ARD, ZDF und “MagentaSport” teilen sich die Übertragungsrechte – wer überträgt was? Wo sind die deutschen Spiele zu sehen?

Im November und Dezember schaut die Fußball-Welt nach Katar.

Im November und Dezember schaut die Fußball-Welt nach Katar.

IMAGO/MIS

Wer überträgt in TV und Stream?

Binnen 29 Tagen spielen in diesem Winter in Katar 32 Mannschaften in 64 Spielen um den bedeutendsten Titel des Weltfußballs. Alle Spiele der WM werden von “MagentaSport” übertragen, 16 davon exklusiv. Das beinhaltet zwei Achtelfinals, ein Viertelfinale sowie das Spiel um Platz 3, sofern Deutschland daran nicht beteiligt ist.

Das heißt, dass nicht alle Spiele im Free-TV empfangbar sein werden, allerdings betrifft das nicht das Eröffnungsspiel, alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft sowie die Halbfinals und das Finale. Diese Partien werden allesamt bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten zu sehen sein. 

ARD und ZDF übertragen via Sublizenzen 48 Partien – die Spiele kann man neben dem altbewährten TV-Gerät auch via Stream über die jeweiligen Mediatheken verfolgen. So auch das Eröffnungsspiel zwischen Katar und Ecuador am Sonntag, den 20. November. Anpfiff ist um 17 Uhr MEZ.

Wann spielt Deutschland und wer zeigt die Spiele?

Zum Start trifft die DFB-Auswahl am Mittwoch, den 23. November, im Khalifa International Stadium auf Japan (14 Uhr), am darauffolgenden Sonntag (27. November) steigt im Al-Bayt-Stadion der Kracher gegen Spanien (20 Uhr), ehe zum Abschluss der Vorrunde am Donnerstag, den 1. Dezember, an selber Stelle Costa Rica das Flick-Team fordert (20 Uhr).

Die Duelle mit Japan und Costa Rica werden von der ARD übertragen, während das ZDF das Highlight gegen Spanien zeigen wird. Das ZDF würde im Falle eines deutschen Weiterkommens dann auch das deutsche Achtel- sowie ein mögliches Halbfinale übertragen. In der ARD würde man folglich ein Viertelfinale mit deutscher Beteiligung sehen sowie das WM-Endspiel am vierten Advent (Sonntag, 18. Dezember, 16 Uhr). 

Um welche Uhrzeit wird gespielt?

In der Gruppenphase gibt es vier verschiedene Anstoßzeiten: 11 Uhr, 14 Uhr, 17 Uhr und 20 Uhr. Die Spiele am letzten Vorrundenspieltag sowie die der K.-o.-Phase werden dann jeweils um 16 Uhr und um 20 Uhr angepfiffen (alle Angaben mit MEZ).

“Eine gewisse Naivität”: Was Deschamps gegen Dänemark besonders missfiel

Am sechsten Spieltag der Nations League unterlag Frankreich in Dänemark 0:2. Das Team von Didier Deschamps ist sicher, dass die Euphorie zurückkehrt, ehe es zur WM-Titelverteidigung aufbricht.

Fordert mehr Aggressivität: Didier Deschamps.

Fordert mehr Aggressivität: Didier Deschamps.

AFP via Getty Images

Frankreich wird seinen Titel in der Nations League nicht verteidigen, Kylian Mbappé & Co. gewannen an sechs Spieltagen nur ein einziges Mal. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Mannschaft in den letzten Monaten vor der Weltmeisterschaft nicht mehr in der Lage ist, sich zu behaupten. Dabei war die Stimmung vor knapp zwei Tagen noch ganz anders. 

Am fünften Spieltag der Nations League trat die französische Nationalmannschaft in einem feurigen Stade de France gegen Österreich an. Die Mannschaft von Didier Deschamps dominierte und gewann verdient gegen das Team von Ralf Rangnick mit 2:0. Vor dem Spiel war die größte Sorge, wie der Nationaltrainer das Team ohne die vielen Verletzten, darunter fünf Stammspieler (Benzema, Pogba, Kanté, Lucas und Theo Hernandez), zusammenstellen würde.

Spielbericht

Österreich, Illusion für “Les Bleus”

Der Sieg erweckte den Eindruck, dass die schlechten Ergebnisse vom letzten Juni vergessen seien, wie der Real-Mittelfeldspieler Aurelien Tchouameni sagte: “Vor 24 Stunden war noch alles in Ordnung. Wir hatten gerade Österreich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung besiegt.” Die ordentliche Leistung des Teams gegen Österreich hatte die Probleme der Equipe Tricolore seit Juni verdeckt. Deschamps hat immer wieder betont, dass er nicht nach Ausreden suchen will, um Niederlagen zu rechtfertigen. Der 1998er Weltmeister sagte klar: “Wir haben verloren, weil die dänische Mannschaft viel Druck gemacht hat und wir weniger erfolgreich waren. Wir hatten Chancen, aber keine Effizienz.”

Angesprochen auf die beiden dänischen Tore war Deschamps der Meinung, dass es seinen Spielern an Aggressivität gefehlt hat. “Die Spieler sind sich bewusst, dass sie mehr Aggressivität brauchen, vor allem diejenigen, die mehr Erfahrung haben. Das ist eine Grundzutat”. Die Dänen nutzten die Situationen gut aus, vor allem die Eckbälle. Der Trainer erkannte dies an. “Es gab vier schwierige Situationen nach Ecken hintereinander. Das ist vielleicht auf eine gewisse Naivität unsererseits zurückzuführen. Sie haben gut gespielt, indem sie Blöcke gebildet haben”. Eine Situation, die dem ehemaligen Trainer von AS Monaco nicht zu gefallen schien. “Aber das darf nicht passieren. Es gab drei Mal Delaney und dann Christensen alleine. Auf hohem Niveau verzeiht man so etwas nicht.”

Der Blick Richtung Katar

Das Wichtigste ist, dass wir bis in zwei Monaten wieder alle unsere Stammkräfte zusammen haben.

Didier Deschamps, Frankreichs Nationaltrainer

Deschamps und seinem Team ist es immerhin gelungen, sich in der Liga A zu halten, jetzt richtet sich der Blick auf die Weltmeisterschaft in Katar. Die beiden Spiele gaben dem Trainer die Möglichkeit, neue Spieler auszuprobieren. Fofana, Badiashile, Truffert und Kolo Muani kamen alle zu ihrem ersten Einsatz in der Nationalmannschaft. “Es gibt Spieler mit Qualitäten, junge Spieler, die lernen werden. Das Wichtigste ist, dass wir bis in zwei Monaten wieder alle unsere Stammkräfte zusammen haben.”

Die Presse und die Fans sind besorgt über den Fluch des Titelverteidigers bei der WM, doch die Spieler bewahren die Ruhe. Antoine Griezmann sagte: “Wir haben den Kader und den Trainer, um sehr weit zu kommen. Es liegt an uns, alles in die Wege zu leiten, um bereit zu sein.” Tchouameni teilt diese Ansicht. “Die Weltmeisterschaft wird etwas ganz anderes sein. Es wird andere Parameter geben, die zu berücksichtigen sind, und wir werden am Ende abrechnen.”

Eine der Folgen dieser schlechten Ergebnisse ist, dass Frankreich bei der Auslosung der Qualifikationsspiele für die EM 2024 in Deutschland (9. Oktober) in Topf 2 sein wird. Am 22. November ist Frankreich bei seinem WM-Auftaktspiel gegen Australien gefordert, vier Tage später wartet wieder Dänemark. Wenn die Dänen wieder auf “Les Bleus” treffen, wäre es ideal für Deschamps’ Team, wenn sie nicht wiederzuerkennen wären im Vergleich zur Partie am Sonntag.

kicker Wochenendrückblick vom 25.9.2022

25. September 202205:25 Minuten

kicker Wochenendrückblick vom 25.9.2022

Wolfsburg siegt in Hoffenheim – Bayern bezwingt Bremen, Eliud Kipchoge verbessert eigenen Marathon-Weltrekord, Frances Tiafoe beschert “Team Welt” historischen Triumph

kicker Wochenendrückblick vom 18.9.2022

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11.09.2022

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05.09.2022

kicker Wochenendrückblick vom 4.9.2022

04.09.2022

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Niederlage im Härtetest: U 21 unterliegt Frankreich

Neun Monate vor der EM bestritt die deutsche U 21 einen echten Härtest gegen Frankreich. In Magdeburg unterlag die DFB-Auswahl knapp. 

Am Ende jubelte in Magdeburg der Gast aus Frankreich.

Am Ende jubelte in Magdeburg der Gast aus Frankreich.

IMAGO/Beautiful Sports

Im ersten Spiel nach dem erfolgreichen Abschluss der EM-Qualifikation beim 2:1 in Polen nahm U-21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo gleich acht Wechsel vor. Unter anderem fehlten dem Coach der verletzte Kapitän Burkardt sowie der von Hansi Flick für die Nations League berufene Bella Kotchap. So standen einzig Alidou, Thiaw und Moukoko erneut in der Anfangsformation. 

Frankreich startet stark, DFB kämpft sich zurück

Die Anfangsminuten gingen in Magdeburg allerdings an die Equipe Tricolore. An die Dynamik und Physis der Gäste musste sich das DFB-Team erst gewöhnen. So verzeichneten die Franzosen in der 8. Minute den ersten Abschluss des Spiels durch Merlin, den Atubolu sicher parierte.

Anschließend kämpften sich die Hausherren sukzessive besser in die Partie, blieben aber weitestgehend ungefährlich. Ein verunglückter Versuch und eine scharfe Hereingabe vom auffälligen Krauß (29., 40.) blieben die einzigen deutschen Offensivaktionen, die in einer torlosen ersten Hälfte ohne Highlights herausstachen.

Gouiris Einzelleistung entscheidet die Partie

Anders in Hälfte zwei: Wieder kam die Grande Nation besser ins Spiel, belohnte sich aber diesmal für den gelungenen Start und ging durch Gouiri in Führung (52.). Ein Wirkungstreffer, nach dem Les Bleus das Spiel deutlich dominierten und in Person von Le Fee den zweiten Treffer knapp verpassten (59.). 

Nach der französischen Drangphase stabilisierten sich die Gastgeber anschließend erneut. Auch dank einiger Wechsel wurde das deutsche Spiel wieder schwungvoller. Die beste Chance auf den Ausgleich verpasste jedoch erneut Krauß, dessen Abschluss im letzten Moment geblockt wurde (70.). 

Tore und Karten

0:1
Gouiri (52′)

Tore und Karten

0:1
Gouiri (52′, Rechtsschuss, Le Fee)

Deutschland

Krauß (75. )


Deutschland

Deutschland


Deutschland

Deutschland

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:


Frankreich

Frankreich


Frankreich

Frankreich

Aufstellung

Einwechslungen

Reservebank

Trainer:

Spielinfo
Stadion MDCC-Arena
Zuschauer 5.427

Spielinfo


Anstoß

23.09.2022, 18:15 Uhr


Stadion

MDCC-Arena Magdeburg


Zuschauer

5.427

Die erste große Standortbestimmung vor der EM ging für DFB-Auswahl damit verloren. Bereits am Dienstag wartet jedoch die Möglichkeit, auf Wiedergutmachung. Ab 20.45 Uhr (LIVE! bei kicker) wartet mit England der nächste große Gegner. 

Giroud bricht Frankreich-Rekord – Wann ist Henry dran?

Erst im fünften Saisonspiel hat Weltmeister Frankreich gegen Österreich den ersten Sieg in der Nations League gefeiert. Für Olivier Giroud war es ein besonderer Abend.

Nur Thierry Henry (re.) traf öfter für Frankreich als Olivier Giroud - noch.

Nur Thierry Henry (re.) traf öfter für Frankreich als Olivier Giroud – noch.

Getty Images (2)

Roger Marche hat nicht mehr miterleben müssen, wie er seinen Rekord verliert. Seinen einzigen Länderspieltreffer für Frankreich hatte der 1997 verstorbene Verteidiger 1959 im Alter von 35 Jahren und 287 Tagen gegen Spanien erzielt – jahrzehntelang war das der Spitzenwert.

Bis zu diesem Donnerstagabend, als der in der Nations League strauchelnde Weltmeister erst im fünften Spiel gegen Österreich seinen ersten Sieg feierte und dadurch den vorzeitigen Abstieg aus Liga A verhinderte. Kylian Mbappé hatte die Franzosen früh im zweiten Abschnitt in Führung gebracht, Olivier Giroud wenig später den 2:0-Endstand folgen lassen – mit 35 Jahren und 357 Tagen.

Sein Kopfball nach einer Flanke von Antoine Griezmann machte den Milan-Stürmer also zu Frankreichs ältestem Länderspieltorschützen, im 113. Spiel war es Girouds Treffer Nummer 49. Damit liegt er nur noch zwei Tore hinter Thierry Henry (123 Einsätze), der seinen Status als Rekordtorschütze der Équipe Tricolore bald los sein dürfte.

Rangnick hadert mit erstem Gegentor – und bangt um drei Stammkräfte

Dem österreichischen Nationalteam wurden bei der 0:2-Niederlage in Frankreich klar die Grenzen aufgezeigt. Teamchef Ralf Rangnick haderte nach dem Spiel mit dem Zeitpunkt des ersten Gegentreffers – und muss um David Alaba, Marko Arnautovic und Andreas Weimann bangen.

Ralf Rangnick sah eine klare Niederlage seiner Mannschaft.

Ralf Rangnick sah eine klare Niederlage seiner Mannschaft.

GEPA pictures

Nichts wurde es für das österreichische Nationalteam mit der Überraschung in Frankreich: Die Mannschaft von Ralf Rangnick verlor gegen den amtierenden Weltmeister am fünften Spieltag der Nations League in Saint-Denis verdient mit 0:2 und bekam dabei deutlich die Grenzen aufgezeigt.

Nations League

“Der Gegner war stark heute. Sie haben wirklich so gespielt, wie man sich das normalerweise von einem Weltmeister erwartet. Wir haben heute zwar alles versucht, aber waren auch nicht auf unserem allerbesten Niveau. Deswegen müssen wir das Ergebnis auch akzeptieren”, erklärte Teamchef Ralf Rangnick im “ORF”-Interview.

Pentz über seine Glanztat: “Im Endeffekt nichts wert”

Dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel, hatte Österreich in erster Linie Tormann Patrick Pentz zu verdanken. Seine beste Tat verzeichnete der 25-Jährige in der 35. Minute, als er gegen Antoine Griezmann mit einer Glanzparade zunächst den Rückstand verhinderte. “Im Endeffekt ist das nichts wert, weil wir das Spiel dann leider verlieren”, meinte Pentz, dessen Vorderleute beim Führungstreffer der Franzosen (56.) im Zweikampfverhalten gegen Kylian Mbappé keine gute Figur abgaben. Vorwurf machte der Reims-Legionär seinen Teamkollegen aber keinen: “90 Minuten ist ein Mbappé richtig schwierig zu verteidigen.”

Ähnlich sah es Christopher Trimmel, der vor allem mit der Entstehung des ersten Gegentreffers haderte: “Beim 1:0 war alles in der Vorwärtsbewegung und dann wird es schwierig. Davor hatten wir aber eine gute Phase.” Rangnick pflichtete dem Rechtsverteidiger bei: “Dieses Tor zu diesem Zeitpunkt darfst du so nicht kriegen. Egal, wie gut der Gegner ist.” 

Marko Arnautovic, der in Saint-Denis zum Rekordteamspieler avancierte, hielt sich unterdessen nicht allzu lange mit Einzelheiten der Partie auf: “Es war nicht einfach, gegen sie zu spielen und man muss klipp und klar sagen, sie haben verdient gewonnen. Sie sind Weltmeister. Ich glaube bei der nächsten WM werden sie wieder ganz oben mitspielen. Sie haben auch noch viele Ausfälle gehabt. Man sieht einfach, dass sie Weltklassespieler haben.”

Arnautovic musste das Spielfeld in der 64. Minute angeschlagen verlassen und droht somit das abschließende Heimspiel gegen Kroatien am Sonntag zu verpassen. Gleiches gilt für David Alaba und Andreas Weimann. “Wir müssen abwarten, wie sich das entwickelt”, meinte Rangnick, ohne genauer auf die Verletzungen seiner drei Stammkräfte einzugehen.

Frankreich steckt Ausfälle besser weg

Fraglich ist zudem, ob Andreas Ulmer nach seinem Magen-Darm-Infekt rechtzeitig fit wird. Neben dem Linksverteidiger wurden in Saint-Denis auch der gesperrte Kevin Danso und der verletzte Konrad Laimer aus österreichischer Sicht schmerzlich vermisst. Das seien zwei Spieler, die “wir auf dem gleichen Niveau nicht haben”, so Rangnick. Die Franzosen verkrafteten die Ausfälle zahlreicher Topstars hingegen gut. “Wenn man sich die Bank anschaut, die sie heute hatten und wen sie noch nachlegen konnten … Ich glaube, die haben (…) 50 Spieler, die auf absolutem Spitzenniveau spielen können”, konstatierte Rangnick.

Nach der 0:2-Niederlage liegt die ÖFB-Elf vor dem letzten Spieltag einen Punkt hinter der Equipe Tricolore auf dem letzten Platz. “Wir werden alles daran setzen, das Spiel am Sonntag zu gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass die Franzosen in Dänemark nicht gewinnen”, baut Rangnick auf Schützenhilfe aus Skandinavien. 

Frankreich droht Heurtel nach Russland-Wechsel mit Ausbootung

Vize-Europameister Frankreich droht Thomas Heurtel mit dem Ausschluss aus der Nationalmannschaft. Der Point Guard ist nach Russland gewechselt.

Bei der EM mit Frankreich im Finale: Thomas Heurtel (li.) gegen Jaime Fernandez.

Bei der EM mit Frankreich im Finale: Thomas Heurtel (li.) gegen Jaime Fernandez.

picture alliance/dpa

Vize-Europameister Thomas Heurtel (33) wird wegen seines Vereinswechsels nach Russland vorerst wohl nicht mehr für die französische Nationalmannschaft auflaufen. Wie der nationale Verband FFBB am Donnerstag mitteilte, werde der Point Guard “für die nächsten internationalen Termine einschließlich der Olympischen Spiele 2024” ausgeschlossen, sofern er tatsächlich für Zenit St. Petersburg auflaufe.

Einjahresvertrag an der Newa

Heurtel hatte am Mittwoch einen Einjahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison bei Zenit unterschrieben. Die FFBB hatte bereits vor der Europameisterschaft festgelegt, Spieler aus russischen oder belarussischen Vereinen bis Kriegsende nicht mehr zu nominieren.

Vor dem Turnier hatte jeder Nominierte gar eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben müssen, dass er “nicht bei einem russischen oder weißrussischen Verein engagiert ist und nicht vorhat, einen Vertrag zu unterzeichnen”.

Heurtel wechselt das erste Mal in seiner Laufbahn nach Russland. Zuvor war der Spielmacher in seinem Heimatland sowie in der Türkei und Spanien aktiv, zuletzt für Real Madrid.