“Spanien geht immer Risiken ein”

Immer wieder diese “Minuten der Panik”. Als solche hatte Luis Enrique selbst die Anfangsphase der zweiten Halbzeit gegen Japan am letzten Gruppenspieltag bezeichnet, als Spanien zwei Tore gefangen hatte zum Endstand von 1:2. Doch dass der Nationaltrainer darauf auch vor dem Achtelfinale an diesem Dienstag (16 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen Marokko noch angesprochen wird, mag er so langsam nicht mehr verstehen.

Hat das 1:2 gegen Japan abgehakt und hält an seiner Fußballidee fest: Spaniens Trainer Luis Enrique.

Hat das 1:2 gegen Japan abgehakt und hält an seiner Fußballidee fest: Spaniens Trainer Luis Enrique.

IMAGO/ZUMA Wire

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

“Japan war zehn Minuten besser, und wenn wir jetzt weiterkommen sollten, wird es weitere Minuten geben, in denen die Gegner besser sind als wir”, sagte Luis Enrique am Montag und damit einen Tag vor dem Achtelfinale gegen Marokko. Aber das sei logisch angesichts der Leistungsdichte bei einer WM. “Der Gegner kann auch spielen”, stellte der spanische Trainer klar fest. Der 52-Jährige rief daher dazu auf, “das Positive” zu sehen und nicht immer das Haar in der Suppe zu suchen. Denn, und darauf ist er stolz als Coach der Roja, die an diesem Dienstag (16 Uhr, LIVE! bei kicker) im Uruguay-angehauchten Himmelblau spielen wird, “Spanien geht immer Risiken ein”.

Das wolle er auch so. Das Spiel machen, angreifen, Spektakel, alle sollten Spaß haben … die Teams, die Zuschauer, wenn es hoch hergehe, das gefalle auch ihm. Und natürlich gefällt ihm noch mehr, wenn Spanien weiterkommt.

Wobei: “Was mich generell am wenigsten besorgt, ist das Ergebnis. Fußball ist kein fairer Sport, aber meistens gewinnt der, der besser ist.” Daher wolle er, dass seine Roja es gut mache, dann sei die Wahrscheinlichkeit hoch, auch gegen Marokko zu gewinnen.

“Ich versuche, alle dazu zu bringen, Spaß zu haben”

“Aber”, Luis Enrique gab am Montag ja so etwas wie eine Art Unterrichtsstunde in Fußball-Philosophie, “es ist nicht möglich, alles zu kontrollieren. Denn Spieler machen Fehler.” Deshalb mache es auch nur bedingt Sinn, Spieler nach Fehlern auszutauschen. Indes tauscht der Coach generell liebend gern. In rund 50 Spielen als Nationaltrainer hat er nicht ein einziges Mal die Anfangsformation wiederholt, der Wechsel als Konstante und über allem das System, das ist seine Maxime. Und sein Ansatz von Ballbesitz und Pass- und Umschaltspiel sei gar nicht anders als vor knapp zehn Jahren bei Barça, wo ihm 2015 der Triple-Sieg gelungen ist. “Der Ansatz des Spiels ist der gleiche.” Die Spieler seien andere, nur noch die von ihm hoch geschätzten Sergio Busquets und Jordi Alba (“Der Linksverteidiger mit dem besten letzten Pass der Welt” (O-Ton der Trainer) sind dabei. “Aber die Idee ist die gleiche. Ich versuche, alle dazu zu bringen, Spaß zu haben.”

Spaß und Spektakel, für die neutralen Zuschauer wäre Letzteres auch bei einem Elfmeterschießen geboten. Luis Enrique betonte dahingehend vehement: “Elfmeterschießen ist keine Lotterie. Wenn man Elfmeter trainiert, hat man bessere Chancen. Das ist trainierbar. Der Torhüter hat viel Einfluss.” Spanien habe in Unai Simon einen guten Torhüter dafür, natürlich würden Elfmeter trainiert. “Das Ganze ist weniger Glück, als es dies früher war.”

Luis Enriques Wunsch: “1000 Elfmeter üben”

2021 bei der EM kam seine Roja im Elfmeterschießen gegen die Schweiz weiter, schied dann im Shoot-out des Halbfinales gegen Italien aus. Keeper Simon hatte gegen die Schweiz zwei Schüsse pariert, gegen Italien einen.

Am Montag offenbarte der Coach: Vor einem Jahr nach der EM habe er seine Spieler gebeten, jeder möge “1000 Elfmeter üben”. Im Klub, in Katar sei ja gar keine Zeit dafür. Übung macht den Meister, der passionierte Triathlet Luis Enrique ist davon überzeugt.

Spanien und “das Schwierige”

Und ansonsten? “Alle sind gesund”, sagte der Coach. Auch der zuletzt noch angeschlagene Rechtsverteidiger Cesar Azpilicueta, wobei erneut auch Daniel Carvajal zum Einsatz kommen könnte.

Dem Trainer war noch wichtig: “Wir werden unsere Idee nicht ändern. Das bedeutet nicht, dass wir jede Minute dominieren müssen.” Auch dürften seine Spieler Bälle rausschlagen, wenn es sein müsse. Aber der angestrebte Stil sei ein anderer: von hinten herauszuspielen. Und Spaniens Angriffslinie sei zugleich die erste Abwehrreihe und umgekehrt. Problem sei eben, dass der Gegner in der Regel auch nicht schlecht sei: “Das Schwierige ist, es umzusetzen.”

Stimmung gegen uns? – Pedri: “Mir gefällt es”

Spaniens Jungstar Pedri freut sich mächtig auf das Achtelfinale gegen Marokko, in dem Kapitän Busquets zu zwei Rekordhaltern aufschließen kann.

Spaniens Pedri genießt es, den Ball zu haben.

Spaniens Pedri genießt es, den Ball zu haben.

picture alliance / NurPhoto

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Er ist gerade mal 20 Jahre jung, und auch das erst seit zehn Tagen, also kam die Frage vielleicht ganz passend. Ob die “Ohrfeige gegen Japan” rechtzeitig gekommen sei, wurde Pedri vor dem Achtelfinale an diesem Dienstag gegen Marokko gefragt. Und der Mittelfeldspieler gab offen zu: “Natürlich.” Lieber gegen Japan zum Abschluss der Gruppenphase als jetzt gegen Marokko, wo eine Niederlage das WM-Aus bedeuten würde. “Wir wollen dieses Spiel unbedingt.” Natürlich gewinnen. “Wir wissen, dass wir jederzeit ausscheiden können. Aber ich denke, wir sind bereit.”

Er selbst fühle sich “sehr gut.” Persönlich, aber auch aufgehoben im Spielstil der Seleccion mit viel Ballbesitz und im Mittelfeld an der Seite seiner Barca-Kollegen Sergio Busquets und Gavi. „Ich habe Spaß, wenn ich den Ball habe, genieße ich es. Ich möchte wirklich, dass das Spiel gegen Marokko beginnt.”

Pedri war trotz seiner immer noch erst 17 Länderspiele ja schon so etwas wie der Star der Auswahl bei der EM vor einem Jahr, wo er alle sechs Matches bis zum Aus im Elfmeterschießen des Halbfinales gegen Italien durchgespielt hatte.

Pedri: “Wir sind es alle gewohnt, in Stadien zu spielen, die gegen uns sind”

Das Gegner Marokko in Katar eine Heimspielatmosphäre haben dürfte, stört den Youngster nicht, er hat ja schon allerhand erlebt in der kurzen Karriere. “Wir sind es alle gewohnt, in Stadien zu spielen, die gegen uns sind. Mir persönlich gefällt es und ich fühle mich wohl. Wir müssen es eben schaffen, den Rhythmus zu bestimmen.”

Achtelfinale

Auf einen Treffer in der Roja, die gegen Marokko in einem Uruguay-angehauchten Hellblau spielen wird, wartet er aber noch. Bei dieser WM und in dieser Saison hat ihm der gar erst 18-jährige Kumpel Gavi diesen Rang etwas abgelaufen, gemeinsam sind sie dennoch die Zukunft der Seleccion – und geht es nach Nationaltrainer Luis Enrique, dann auch über Katar hinaus der bereits 34-jährige Busquets.

Der macht gegen Marokko sein 17. WM-Spiel und schließt damit zu Spaniens Rekordhaltern Iker Casillas und Sergio Ramos auf. Kommt der Weltmeister von 2010 weiter, dann stellt Busquets, übrigens der letzte Verbliebene vom WM-Triumph in Johannesburg gegen die Niederlande, mit einem weiteren Einsatz im Viertelfinale einen Landesrekord auf. 142 Länderspiele hat der Kapitän, der 2009 unter Vicente del Bosque debütierte. Ramos mit 180 und Casillas mit 167 Länderspielen sind auch die einzigen Spieler, die im spanischen Länderspiel-Ranking noch vor ihm liegen.

Luis Enrique: “Es waren Minuten der Panik”

Nichts zu feiern – Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique ist gar nicht glücklich über die Art und Weise des Achtelfinaleinzugs beim 1:2 gegen Japan.

Sah eine Demontage seiner Mannschaft: Luis Enrique.

Sah eine Demontage seiner Mannschaft: Luis Enrique.

FIFA via Getty Images

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

“Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich einen Herzinfarkt bekommen”, sagte Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique nach dem 1:2 gegen Japan und angesprochen auf die zwischenzeitliche Führung Costa Ricas im Parallelspiel gegen Deutschland. Er meinte es nicht als Scherz. Er hatte zuvor das zeitweise virtuelle Aus seiner Seleccion während des Spiels “gar nicht mitbekommen”, wie der Coach nach dem Weiterkommen im Khalifa International Stadium erklärte. Dennoch war er alles andere als erfreut über den Verlauf des Abends.

Gruppenfinale

Der 52-Jährige betonte: “Ich bin nicht glücklich, obwohl wir uns qualifiziert haben. Japan hat uns in wenigen Minuten komplett demontiert.” Und mehr noch: “Wir sind zusammengebrochen, und wenn sie noch zwei Tore hätten erzielen müssen, dann hätten sie dies auch getan.”

Japan “wie ein Flugzeug”

Luis Enrique fällte kein gutes Urteil über seine Mannschaft, die vor der Pause zunächst leichtes Spiel gehabt hatte und durch Alvaro Morata, den Torschützen aus dem Deutschland-Spiel, in Führung gegangen war. Dann aber verpasste es sein Team, diese gegen vor dem Wechsel passive Japaner auszubauen.

Nach dem Seitenwechsel dann ein völlig anderes Bild: Einwechselspieler Ritsu Doan brachte die Wende, der Freiburger traf in der 48. Minute zum 1:1 und war nur Minuten später in der Entstehung des 2:1 durch den Düsseldorfer Ao Tanaka entscheidend. Ob der Ball zuvor im Aus war, hatte der Coach nicht gesehen. Er glaube jedoch der Technologie.

“Es waren Minuten der Panik”, gab Luis Enrique zu mit Blick auf die entscheidende Phase. “Wenn eine Mannschaft wie Japan nichts zu verlieren hat, fliegt sie wie ein Flugzeug.” Und: “Japan ist verdientermaßen Gruppensieger.”

Mit Pau und Balde wackliger

Dass die Niederlage den diversen Wechseln zu den vorherigen beiden Spielen geschuldet sei, wollte der Coach nicht als Grund anführen. Er habe in alle seine Spieler Vertrauen. Aber ja, mit dem Wissen um das Ergebnis würde er im Nachhinein vielleicht eine andere Formation wählen. Die Hereinnahme von Pau und Alex Balde für Aymeric Laporte und Jordi Alba trug jedenfalls nicht zu defensiver Stabilität bei.

Doch auch ein Stammspieler wie Rodrigo waren nicht auf der Höhe des Geschehens, das Barça-Mittelfeld aus Kapitän Sergio Busquets und den Toptalenten Gavi und Pedro war diesmal eine reine Enttäuschung, auch der Leipziger Dani Olmo konnte nicht überzeugen.

Zudem sei man mit dem “aggressiven Verteidigen” des Gegners nach dessen Führung nicht zurechtgekommen. “Wir haben alles vermissen lassen”, attestierte Luis Enrique seiner Roja, die letztlich nur im ersten Gruppenspiel beim 7:0 gegen Costa Rica eine Furie war, wie ihr Spitzname sagt. Wichtig war ihm aber nochmal: “Ich habe vollstes Vertrauen in meine Spieler, einige Minuten Panik werden dies nicht zerstören.”

Und mit Blick auf das Achtelfinale am Dienstag gegen Marokko: “Wir sind qualifiziert, wenn auch nicht so, wie wir wollten.” Auch gegen die Nordafrikaner müsse man sich auf ein Spiel wie gegen Japan einstellen. “Marokko hat eine starke Gruppe gewonnen. Also müssen wir uns gut vorbereiten.” Und vor allem: “Wir müssen uns verbessern.”

Luis Enrique: “Wir spekulieren nicht”

Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique macht vor dem Spiel gegen Japan klar, dass für ihn nur der Sieg zählt. Seine eigentliche Message aber ist eine andere.

Luis Enrique will mit Spanien Weltmeister werden.

Luis Enrique will mit Spanien Weltmeister werden.

IMAGO/Agencia EFE

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Die Aussage vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Japan war deutlich: “Wir spekulieren nicht”, betonte Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique am Mittwoch. Wie solle das denn gehen? “Man spekuliert auf ein Remis und fängt in den Schlusssekunden doch noch ein Tor. Japan hat gegen Deutschland gewonnen und wir gegen Deutschland in den Schlussminuten noch ein Tor gefangen, das sagt doch alles”, betonte der 52-Jährige.

Es sei nun mal so: “Wir wollen die Gruppe gewinnen, egal gegen wen es dann geht im Achtelfinale. Und sollte dann im Viertelfinale sogar Brasilien kommen: Okay, dann eben Brasilien.” Und überhaupt: “Das wäre doch toll, denn es würde bedeuten, wir hätten bis dahin alles richtig gemacht. Brasilien werde wegen seiner Geschichte und Klasse “immer Favorit” sein. Doch “um den WM-Titel zu gewinnen, muss man jeden schlagen”.

Da war sie dann wieder, die eigentliche Message, sie kam versteckt daher in einer von vielen Aussagen, aber sie zeigt: Für die Roja geht es um den Titel.

Selbstvertrauen pur zeigte der Coach der Iberer zum Abschluss der Gruppenphase, und der Asturier, schon als Spieler ein Mentalmonster, spielte da nicht etwa. Auch wenn er sagte: “Fußball ist wie ein Theater, wir greifen an, mir macht das Spaß, und wenn etwas schief geht”, dann werde er eben gefeuert nach drei Spielen. So habe er es immer in seiner Karriere gehalten.

“Es kann immer nur einen Gewinner geben”, was platt daherkommt, hat bei Spaniens Chefcoach einen tieferen Sinn, denn es geht ihm, zumindest sagt er das immer wieder, nicht um das Gewinnen an sich, sondern darum, “unsere Aufgabe richtig zu machen”. Die Siege kämen dann quasi als Zugabe. Und ohnehin: Bevor nicht anderes bewiesen wurde, “gehen wir davon aus, es schaffen zu können”.

“Druck ist ein Privileg”

Dass all dies nicht zu einer Verkrampfung bei den Spielern führt, dafür sorgt schon der Coach selbst. “Wir wollen Spaß haben. Druck ist ein Privileg, das war das Slogan der US-Open und zeigt genau, was wir hier wollen”, erklärte der 52-Jährige. Er lebt die Formel von Power und Relaxen vor, das Leben hat es ihn gelernt. Dieser Tage wäre seine verstorbene Tochter 13 Jahre alt geworden. Der Coach hatte selbst darauf verwiesen.

Zurück zum Japan-Spiel: Ob die zuletzt leicht angeschlagenen Gavi oder Rodrigo gegen Japan zum Einsatz kommen, ließ der Coach offen, vermutlich dürften sie geschont werden, vielleicht auch Sergio Busquets, mit 34 Jahren der Älteste im Kader, eventuell die Außenverteidiger oder auch Offensivspieler Dani Olmo, der bislang als einziger Stürmer zweimal über 90 Minuten ging.

“Wir müssen keine Risiken eingehen”, sagte der Coach. “Alle Spieler verdienen, zu spielen. Es tut mir leid den Spielern gegenüber, die noch keine Minute gespielt haben.” Sie zögen jedoch bestens mit. Und er motivierte sie öffentlich: “Wir sind wirklich überzeugt”, dass die Einwechselspieler auch Schlüsselrollen übernehmen können. Wir versuchen das Beste, aus ihrer Frische zu ziehen und der möglichen Müdigkeit des Gegners.”

Wer überträgt Japan-Spanien live in TV und Stream?

Bei der WM 2022 in Katar steht Spanien vor dem wichtigen dritten Gruppenspiel gegen Japan. Doch wer überträgt die Partie live in TV und Stream?

Sie könnten am Donnerstag aufeinandertreffen: Takuma Asano (li.) und Alvaro Morata.

Sie könnten am Donnerstag aufeinandertreffen: Takuma Asano (li.) und Alvaro Morata.

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In der “deutschen” Gruppe E hat Spanien mit aktuell vier Punkten die beste Ausgangslage vor dem finalen Spieltag. Direkt dahinter lauern aber auch Japan und Costa Rica mit je drei Punkten. Kurzum: Mit zwei Außenseitersiegen zum Abschluss der Gruppenphase würden sich mit Spanien der Weltmeister von 2010 und mit Deutschland der Weltmeister von 2014 bereits nach der ersten Turnierphase aus Katar verabschieden.

Die Spanier, die zum Auftakt einen historischen 7:0-Erfolg über Costa Rica gefeiert und dann dem deutschen Team einen Punkt abgerungen hatten, haben allerdings ganz andere, größere Pläne. Mit einem Sieg oder einem Remis im abschließenden Auftritt gegen Japan am Donnerstag (20 Uhr) im Khalifa International Stadium in Al-Rayyan wäre der Achtelfinaleinzug definitiv perfekt. Die Konstellation kann aber auch noch so komplex werden, dass am Ende ein Losentscheid nötig wäre.

Was in Gruppe E klar für die Spanier spricht, ist deren Torverhältnis von +7, Japan (0), Costa Rica (-6) und Deutschland (-1) werden das im Normalfall nicht mehr aufholen können.

Der Direktvergleich zwischen Japan und Spanien lässt keine Prognosen zu: Im 21. Jahrhundert trafen die beiden Nationalteams zweimal aufeinander. Ende April 2001 gewannen die Iberer mit 1:0 gegen die Asiaten, während der Gruppenphase der Olympischen Spiele 2012 in Großbritannien verlor “La Roja” mit 0:1 gegen die Japaner. Spanien schied mit nur einem Punkt aus drei Spielen vorzeitig aus, Japan gewann die Gruppe ungeschlagen mit sieben Zählern. Erst im Halbfinale gegen den späteren Olympiasieger Mexiko war Endstation (1:3).

“Magenta TV” überträgt exklusiv – Platte kommentiert

In Deutschland wird das Aufeinandertreffen zwischen Japan und Spanien ausschließlich von “Magenta TV” live übertragen. Als Kommentator ist Jan Platte im Einsatz. Die ARD zeigt parallel – wie auch “Magenta TV” – das Spiel zwischen Costa Rica und Deutschland. Diese Begegnung wird Wolff Fuss als Kommentator begleiten. Insgesamt sind 16 der 64 WM-Partien exklusiv bei “Magenta TV” zu sehen, darunter auch acht Spiele am finalen Gruppenspieltag.

Flick wäre wohl nur Ersatz: Diese WM-Trainer waren die besten Spieler

Didier Deschamps wurde sowohl als Spieler als auch als Trainer Weltmeister. Bei der WM in Katar ist der Franzose aber nicht der einzige Coach mit großer Spielervergangenheit.

Wären in ihren heutigen Mannschaften wahrscheinlich Stammspieler: Luis Enrique, Didier Deschamps und Dragan Stojkovic (v. li.).

Wären in ihren heutigen Mannschaften wahrscheinlich Stammspieler: Luis Enrique, Didier Deschamps und Dragan Stojkovic (v. li.).

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Längst haben sie ihre Schuhe an den Nagel gehängt, an ein Mitspielen wäre selbst für die Fittesten unter ihnen natürlich nicht mehr zu denken. Und doch stehen bei der WM 2022 ein paar Trainer an der Seitenlinie, die einst ordentliche oder gar herausragende Spieler gewesen sind. Aus den 32 Coaches in Katar ließe sich eine eindrucksvolle “Ex-Elf” zusammenbauen.

Der Torwart stellt sich dabei quasi von selbst auf – nur Polens Czeslaw Michniewicz hat auf dieser Position eine nennenswerte professionelle Vergangenheit vorzuweisen (UEFA-Cup-Spiele mit Amica Wronki). Seine Abwehr könnte er allerdings aus einem großen Fundus wählen.

Starke Innenverteidiger wie Englands Gareth Southgate (über 400 Premier-League-Einsätze, 57 Länderspiele), Kameruns Rigobert Song (UEFA-Cup-Sieger mit Liverpool, 137 Länderspiele) oder Murat Yakin aus der Schweiz (mehrmals Meister mit dem FC Basel, 49 Länderspiele) gab es mehrere, Argentiniens Lionel Scaloni (sieben Länderspiele, spanischer Meister mit Deportivo La Coruna) könnte rechts auch auf der Schiene spielen.

Im Mittelfeld wird es mitunter genial. Und in der Zentrale gibt es ein Überangebot. So wäre Bundestrainer Hansi Flick (viermal Meister mit dem FC Bayern, kein Länderspiel) wie Louis van Gaal (über 170 Spiele in der Eredivisie) wohl nur Ersatz hinter Südkoreas Paulo Bento (35 Länderspiele für Portugal), Senegals Aliou Cissé (35 Länderspiele, Vize-Afrikameister 2002) und Frankreichs Welt- und Europameister-Stratege Didier Deschamps (zudem Champions-League-Sieger mit Marseille).

Ein geeigneter Mittelstürmer wurde kurzfristig entlassen

Vor diesem Trio könnte entweder Mexikos Gerardo “Tata” Martino (Spielgestalter unter Marcelo Bielsa bei Newell’s, ein Länderspiel für Argentinien) oder Ex-Bundesliga-Profi Otto Addo (15 Länderspiele für Ghana) spielen – und vor allem das serbische Genie Dragan Stojkovic (84 Länderspiele für Jugoslawien, ehemals Roter Stern Belgrad), das etwa bei der WM 1990 (Viertelfinal-Aus gegen Argentinien) für Furore sorgte.

Ein Weltklassestürmer geht diesem Jahrgang von WM-Trainern ab. Weil Uruguays Diego Alonso oder Australiens Graham Arnold die ganz große Qualität fehlte, könnte womöglich Spaniens Offensiv-Allrounder Luis Enrique (62 Länderspiele, Meister mit Real und Barça) eine falsche Neun geben. Eine richtige Neun wäre eigentlich Vahid Halilhodzic gewesen (acht Tore in 15 Partien für Jugoslawien, französischer Meister mit Nantes). Doch den Bosnier hat Marokko – ein ihm nur allzu bekanntes Schicksal – kurz vor der Endrunde in Katar entlassen.

Luis Enrique: “Wir sind Erster in der Todesgruppe”

Führung und vorzeitige Qualifikation für das Achtelfinale verpasst, doch Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique betont das Positive des 1:1 gegen Deutschland

Luis Enrique will mit Spanien Rang eins der "deutschen" Gruppe E.

Luis Enrique will mit Spanien Rang eins der “deutschen” Gruppe E.

Getty Images

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Luis Enrique ließ keinen Zweifel aufkommen mit Blick auf den Abschluss der Gruppenphase am Donnerstag gegen Japan: “Wir werden auf Sieg spielen, werden nicht spekulieren”, sagte Spaniens Nationaltrainer nach dem 1:1 gegen Deutschland im Al-Bayt-Stadion von Al-Khor. Man habe ein “großartige Chance”, sich zu qualifizieren. Die hatte man auch schon am Sonntag gegen Deutschland gehabt, am Ende stand nach der Führung durch Alvaro Morata nach gut einer Stunde aber ein Remis.

Spielbericht

Seine Spieler seien daher in der Kabine zunächst auch etwas konsterniert gewesen ob des verspielten Sieges, aber “es ging gegen Deutschland, eine großartige Mannschaft”. Und: “Wir sind in der Todesgruppe Erster.” Das müsse sich seine Mannschaft klar machen, die zunächst losgelegt, wie sie gegen Costa Rica aufgehört hatte: Nur Minuten waren gespielt, das zog der Leipziger Dani Olmo nach einer Kombination von Gavi über Marco Asensio ab, Manuel Neuer lenkte den Ball an die Latte.

Doch schon Minuten später prüfte Serge Gnabrys Keeper Unai Simon, und das war auch ein Zeichen: Zwar agierte die Seleccion zumeist überlegen, doch unter Druck wackelte die Abwehr der Roja mehrmals bedenklich, einzig Linksverteidiger Jordi Alba hob sich aus der Viererkette ab.

Nicht nur Morata – “alle verdienen es, zu spielen”

Der Profi vom FC Barcelona gab nach gut einer Stunde den Assist zur Führung durch Einwechselspieler Alvaro Morata. Fast hätte sich die Geschichte aus dem September wiederholt, als der Stürmer von Atletico Madrid im letzten Spiel der Gruppenphase der Nations League mit seinem Siegtor gegen Portugal zum Matchwinner avancierte.

Inklusive seines Tores beim 7:0 gegen Costa Rica hat der 30-Jährige nun in drei Pflichtspielen in Folge getroffen, eine Startelf-Rolle wollte er daraus aber nicht ableiten: “Ich bin froh, hier zu sein, fühle mich wohl, wir verstehen uns alle gut”, es sei “egal”, ob er zunächst auf der Bank sitze oder von Beginn an spiele: “Ich bin ein Soldat Luis Enriques.” Der Coach attestierte dem Angreifer eine “spektakuläre Form, er ist frisch, es läuft bei ihm”. Es sei daher nicht ausgeschlossen, dass Morata demnächst auch in der Startelf stehe. “Nicht nur er, alle verdienen es, zu spielen.” Und ohnehin: Ziel sind ja sieben Spiele.

Doch Luis Enrique gab auch zu: “Uns fehlte etwas die Frische, die Ruhe, die Übersicht”, nach der Führung habe man sich “ins deutsche Spiel verwickeln” lassen, “auf und ab, wir waren nicht präzise genug.” Doch nochmal: “Diese Gruppe hat wegen ihrer Stärke Ohhhs produziert bei der Auslosung im April und wir führen sie an. Uns reicht jetzt ein Remis, aber unser Ziel ist es, gegen Japan zu gewinnen.”

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