Terzic: “Wir sind nicht in Sorge”

Die zweite Niederlage der spanischen Woche beunruhigt Dortmunds Trainer Edin Terzic nicht, aber auch er sieht noch deutlichen Verbesserungsbedarf.

Hat noch eine Menge Arbeit vor sich: Dortmunds Trainer Edin Terzic.

Hat noch eine Menge Arbeit vor sich: Dortmunds Trainer Edin Terzic.

IMAGO/Kirchner-Media

Aus dem Trainingslager des BVB in Bad Ragaz/Schweiz berichtet Patrick Kleinmann

Unterm Strich war die Bilanz zugegebenermaßen ernüchternd. Die beiden Härtetests gegen den FC Valencia und den FC Villarreal verlor der BVB beide, erzielte dabei einzig ein Elfmetertor und schloss mit fünf Gegentoren zumindest rechnerisch an die defensiven Problem der vergangenen Spielzeiten an.

Doch die Frage, ob er sich eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt beim selbstbewussten und ambitionierten Drittligisten 1860 München Sorge mache, verneinte Trainer Edin Terzic entschieden. “Nein, wir sind nicht in Sorge. Wir haben bewusst starke Gegner gewählt.”

Die Zeit rennt. Wir sind nicht zufrieden mit den Ergebnissen, aber mit einigen Aspekten aus dem Spiel.

Edin Terzic

Dortmunds spanische Woche

Dennoch weiß der Coach um den Verbesserungsbedarf, den sein Team in beiden Spielen offenbarte. “Wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns, das wird auch nicht bis nächste Woche Freitag abgeschlossen sein”, sagt Terzic und ist sich des Drucks bewusst: “Da muss zum ersten Mal das Ergebnis stimmen. Die Zeit rennt. Wir sind nicht zufrieden mit den Ergebnissen, aber mit einigen Aspekten aus dem Spiel.” In der Tat zeigte der BVB eine ansprechende erste Halbzeit, agierte aggressiv, eroberte hoch einige Bälle und fand gegen den tiefstehenden Gegner immer wieder die Wege in den Strafraum. In dieser Phase fehlte bei Großchancen von Marco Reus, Karim Adeyemi und Donyell Malen einzig die Effizienz.

Chancenauswertung stellt Terzic nicht zufrieden

“Ich finde, wir haben heute eine gute erste Halbzeit mit vielen guten Aktionen gezeigt”, sagt Terzic: “Wir wollten ein paar Dinge ausprobieren und hatten sehr viele gute Balleroberungen. Was uns nicht gefallen hat, ist, dass wir daraus zu wenige Torchancen erzielen konnten. Wir hatten zwar drei, vier klare Chancen, aber ansonsten haben wir es viel zu kompliziert zu Ende spielen wollen, haben die Standardsituationen nicht genutzt, um Gefahr zu erzeugen.”

Und auch das Gegentor kurz vor dem Halbzeitpfiff ärgerte den 39-Jährigen massiv: ” Das ist dann brutal ärgerlich. Da darf der Gegner gar nicht mehr an den Ball kommen. Sie sind gar nicht mehr interessiert gewesen, den zu erobern. Aber wir geben ihn weg und können den Konter nicht unterbinden, dann reiht sich ein Fehler an den anderen, es klingelt und wir geraten in Rückstand.”

Direkt nach dem Wechsel war es “nicht gut” 

Die Aktion war am Ende der Knackpunkt, denn nach der Pause ließ Dortmund deutlich nach. Mangelnde Kraft nach einer intensiven Trainingslager-Woche wollte Terzic aber nur bedingt als Grund annehmen. “Das würde ich ab der 60. oder 75. Minute akzeptieren, aber ich hatte das Gefühl, die ersten Minuten in der zweiten Halbzeit waren schon nicht gut. Wir wurden unsauber, haben viele Bälle abgegeben, dann musst du bereit sein zu sprinten – und dann fehlen dir irgendwann mal die Körner.”

Und so schmälern die Ergebnisse der beiden Spiele ein Trainingslager, das zudem von der schockierenden Hodenkrebs-Erkrankung Sebastien Hallers überschattet war. “In dieser Woche ist viel passiert. Wir hatten zwei Testspiele, zwei Niederlagen. Das fühlt sich nicht gut an”, sagte Terzic und meinte damit auch die defensive Anfälligkeit: “Vor allem haben wir auch wieder fünf Gegentore kassiert, das ärgert uns am meisten, auch wie wir sie bekommen haben.”

Lob für Malen und Bellingham

Doch der Trainer verteilte auch Lob: “Ein paar Jungs haben es ganz gut gemacht. Donny Malen hat sich heute sehr gut bewegt, obwohl er wieder ein bisschen was der Vorbereitung verpasst hat. Das war ein bisschen ärgerlich, weil er die 14 Tage vorher richtig gut und hart gearbeitet hat. Ich finde, Jude Bellingham hat es heute auf einer etwas tieferen Position wieder herausragend gemacht. Und trotzdem gibt es bei allen Spielern Themen, auch bei den beiden.”

Entwarnung bei Kobel und Dahoud

Die berechtigte Hoffnung liegt nun darauf, dass die beiden Niederlagen lehrreich waren. “Allerdings können wir aus dem zweiten Spiel auch ein paar gute Dinge mitnehmen. An denen müssen wie weiterarbeiten, die schlechten Dinge minimieren”, fordert Terzic. Dabei werden Gregor Kobel und Mahmoud Dahoud wohl auch wieder voll mitwirken können, beide fielen am Freitag kurzfristig aus. Doch Terzic gab nach Schlusspfiff Entwarnung: “Gregor Kobel hat am Montag im Spiel gegen Valencia einen Schlag aufs Schienbein bekommen. Das ist nicht weiter schlimm gewesen, aber der Bluterguss ist ein bisschen abgesackt und das Sprunggelenk hat zugemacht. Da wollten wir kein Risiko eingehen. Mo Dahoud hat ein bisschen was an der Wade gespürt. Bevor wir da Risiko eingehen und wochenlang auf die Jungs verzichten, waren sie heute nicht dabei.” Auch Giovanni Reyna, Emre Can und Salih Özcan sollen ihr Pensum kommende Woche steigern.