Cristiano Ronaldo fordert offenbar fast 20 Millionen Euro von Ex-Klub Juventus

Bilanzfälschung, Aktienmanipulation, geheime Schwarzgeld-Absprachen mit Spielern: Juventus Turin befindet sich in prekärer Lage und steht unter akuter Beobachtung der Behörden. Dabei geht es auch um Cristiano Ronaldo.

Hat zwischen 2018 und 2021 für Juventus gespielt - und offiziell auf Gehalt verzichtet: Cristiano Ronaldo.

Hat zwischen 2018 und 2021 für Juventus gespielt – und offiziell auf Gehalt verzichtet: Cristiano Ronaldo.

imago images/NurPhoto

Die Turiner Staatsanwaltschaft und die italienische Börsenaufsichtsbehörde ermitteln dieser Tage gegen den italienischen Rekordmeister Juventus. Dem Klub aus dem Piemont wird Bilanzfälschung und Aktienmanipulation vorgeworfen, genauer gesagt 16 Leute werden beschuldigt – darunter die zurückgetretenen Andrea Agnelli (Präsident) und der frühere Weltklasse-Spieler Pavel Nedved (Vize).

In der Causa geht es auch um fingierte Spielerbewertungen. Dem Rekordmeister wird vorgeworfen, einigen seiner Profis bewusst falsche Marktwerte zugeschrieben zu haben – allein 2018, 2019 und 2020 soll die Bilanz so um 115 Millionen Euro geschönt worden sein.

Darüber hinaus sollen die Juve-Bosse während der Coronavirus-Pandemie Schwarzgeld ausbezahlt beziehungsweise zugesichert haben. Der genaue Vorwurf: Die Beschuldigten hätten 23 Profis, die einem coronabedingten Gehaltsverzicht in Höhe von 90 Millionen Euro zugestimmt hatten, einen Teil ihres Salärs doch gewährt – und zwar illegal hinten herum. Die Rede ist von vier Monatsgehältern, drei sollen aber eben schwarz und damit an der Bilanz und dem Aktienmarkt vorbei bezahlt worden sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.

“Was überrascht, ist die mutmaßliche Milchmädchenrechnung der Verantwortlichen: Dass strafbare Schwarzgeldzahlungen solchen Umfangs an der Bilanz vorbei nicht auffallen würden, dürfte von Anfang an illusorisch gewesen sein”, hat dazu Dr. Ingo Bott, Rechtsanwalt, Wirtschaftsstrafrechtsexperte und Inhaber der Düsseldorfer Kanzlei Plan A, erst kürzlich gegenüber dem kicker mitgeteilt. Und weiter: “Dass die Entscheidung dennoch so gefallen sein könnte, zeigt, wie sehr sich Juve von den Realitäten eines normalen Wirtschaftens entfernt haben und in Abhängigkeit von nur auf dem Papier bescheidenen Spielern begeben haben dürfte.”

Es geht offenbar um 19,9 Millionen Euro

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Einer dieser vorneherum bescheidenen Akteure soll auch Cristiano Ronaldo sein, der aktuell mit Portugal bei der WM in Katar weilt und nach seinem Aus bei Manchester United vereinslos ist. Der inzwischen 37-jährige Stürmer hat nach seinem Abschied von Real Madrid zwischen 2018 und 2021 für Juve gespielt, in dieser Zeit zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg gewonnen sowie in 98 Serie-A-Einsätzen stolze 81 Treffer markiert.

Nun fordert der Weltstar offenbar, wie die “Gazzetta dello Sport” an diesem Sonntag berichtet hat, 19,9 Millionen Euro von den Turinern. Dieser Betrag sei jener Lohn, der während der Pandemie zwischen beiden Parteien vereinbart worden sein soll. Der Klub hat erklärt, dass er das Geld bereits ausgezahlt habe. Der Spieler, der während seiner Zeit bei der Alten Dame über 30 Millionen Euro netto pro Saison verdient hat, behauptet laut der Zeitung jedoch, nie eine Überweisung bekommen zu haben.

CR7 ist damals jedenfalls einer der Juventus-Profis gewesen, die sich öffentlich zu einem Gehaltsverzicht bekannt haben. Intern und hinter verschlossenen Türen habe der Europameister von 2016 aber laut der “Gazzetta” eine Absprache über die 19,9 Millionen Euro getroffen – die die Bianconeri garantiert zu leisten hätten, selbst wenn er den Klub verließe – was am Ende auch so gekommen ist.

Zum Thema: Auch die UEFA ermittelt gegen Juventus

Juve und eine “mutmaßliche Milchmädchenrechnung”

Die Operation “Prisma”, die Italiens Rekordmeister Juventus Turin erschüttert, könnte auch Folgen für die Super League haben. Ein deutscher Wirtschaftsstrafrechtsexperte wundert sich über die Unbedarftheit, mit der die Macher beim Serie-A-Klub offenbar agierten.

Gab es Schwarzgeld-Zahlungen bei Juventus?

Gab es Schwarzgeld-Zahlungen bei Juventus?

IMAGO/LaPresse

Die Webseite von A22-Sports, der Firma, die derzeit mit neuem Schwung das Thema Super League vorantreibt, ziert ein Zitat von Andrea Agnelli aus einem Brief an die Aktionäre von Juventus Turin. “Juventus war und wird immer aktiv nach Lösungen für die Probleme im Fußball suchen, denn uns liegt die Zukunft unseres Sportes am Herzen”, hieß es in dem im Oktober geschriebenen Dokument. Zwei Monate später ist Agnelli nicht mehr Präsident des italienischen Rekordmeisters. Am Dienstag ist der 46-Jährige zurückgetreten, genau wie sein Stellvertreter Pavel Nedved. Dem Duo droht, genau wie 14 weiteren, ein Prozess wegen des Verdachts der Bilanzfälschung. Der Vorwurf: Die Beschuldigten sollen 23 Profis, die einem coronabedingten Gehaltsverzicht in Höhe von 90 Millionen Euro zugestimmt hatten, einen Teil ihres Salärs doch bezahlt haben – und zwar schwarz. Es gilt die Unschuldsvermutung.

“Nur auf dem Papier bescheidene Spieler”

Derartige Summen an der Steuer vorbei, das ist ein schwer vorstellbares Ausmaß, findet Dr. Ingo Bott: “Was überrascht, ist die mutmaßliche Milchmädchenrechnung der Verantwortlichen: Dass strafbare Schwarzgeldzahlungen solchen Umfangs an der Bilanz vorbei nicht auffallen würden, dürfte von Anfang an illusorisch gewesen sein.” Der Rechtsanwalt, Wirtschaftsstrafrechtsexperte und Inhaber der Düsseldorfer Kanzlei Plan A glaubt: “Dass die Entscheidung dennoch so gefallen sein könnte, zeigt, wie sehr sich Juve von den Realitäten eines normalen Wirtschaftens entfernt haben und in Abhängigkeit von nur auf dem Papier bescheidenen Spielern begeben haben dürfte.”

In der Tat demonstrieren die Statistiken des “Football Benchmark Club Finance & Operations Tool”, einer internationalen Sportwirtschafts-Datenbank, für Juve nach einer stabilen Phase mit ein- und zweistelligen Millionengewinnen zwischen 2013 und 2017 von da an einen rapiden ökonomischen Verfall. Demnach haben die Norditaliener in den vier Saisons seit 2017/18 ein kumuliertes Vor-Steuer-Minus von 326,4 Millionen Euro gemacht. Für 2021/22 meldete Juve im September ein weiteres Minus von 254 Mio. Euro. Angesichts solcher Zahlen würden Verzweiflungstaten kaum verwundern.

Das defizitäre Wirtschaften in den letzten Jahren unter Agnelli erklärt auch, warum Juve sich genau wie Real Madrid und der FC Barcelona für eine zunächst krachend gescheiterte Super League begeistern konnte. Und nach wie vor begeistert. Die Macher hinter dem potenziellen Ausbruch streben mit neuem Mut zu ihrem Ziel. Zuletzt stellten sie den deutschen Medienmanager Bernd Reichart als neuen Kopf der Firma vor, die der Idee zum Erfolg verhelfen soll: A22-Sports. Ein Treffen in Nyon zuletzt geriet allerdings zur Machtdemonstration von UEFA-Boss Aleksander Ceferin mit diversen Liga-Bossen an seiner Seite gegenüber Reichart, der sich dennoch zuversichtlich gibt.

Super League vor dem EuGH

Doch was bedeutet das Aus für Agnelli für die Super League, war er doch neben Real-Boss Florentino Perez deren wohl prominentester Verfechter? Offiziell ist von den A22-Leuten lediglich zu hören, dass man interne Vorgänge bei Juventus nicht kommentieren werde. Doch offenbar geht man davon aus, weiterhin Unterstützung aus Turin zu erfahren. Vor allem jetzt, wo doch ein wichtiger Termin ansteht: Am 15. Dezember wird der Generalanwalt des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg seinen Schlussantrag im Rechtsstreit zur Super League vorlegen und die mündliche Verhandlung im Juli lief nicht unbedingt optimal für die UEFA.

Die wiederum dürfte sich brennend für die Ermittlungen der italienischen Finanzpolizei und den anstehenden Prozess gegen ein Gesicht ihres derzeit größten Konkurrenten interessieren. Noch im September hatte die Finanzkontrollkammer Sanktionen gegen eine Vielzahl von Klubs ausgesprochen, weil diese die Break-Even-Anforderungen des Financial Fairplay nicht erfüllt hatten. Darunter auch Juve, das 3,5 Mio. Euro bezahlen musste, weitere 19,5 Mio. stehen im Raum für den Fall, dass der Klub bestimmte UEFA-Auflagen nicht erfüllen wird. Da liefen die Untersuchungen der sogenannten Operation “Prisma” gegen die Juve-Verantwortlichen längst.

Benni Hofmann

Das Juve-Beben und die Folgen: Fragen und Antworten

Mit dem Rücktritt des gesamten Vorstands um Präsident Andrea Agnelli ist über Juventus Turin das Chaos hereingebrochen. Wie geht es weiter? Ein Überblick.

Vor allem seit dem Super-League-Vorstoß ein Feindbild vieler Fußballfans: Andrea Agnelli, nun Ex-Präsident von Juventus Turin. 

Vor allem seit dem Super-League-Vorstoß ein Feindbild vieler Fußballfans: Andrea Agnelli, nun Ex-Präsident von Juventus Turin. 

AFP via Getty Images

Die Aktie stürzte am Dienstag ab und ist nur noch wenige Cent wert, “La Rivoluzione”, titelte die “Gazzetta dello Sport”: Bei Juventus Turin ist gerade eine Ära zu Ende gegangen – weil der Druck zu groß wurde. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Chaos bei der “Alten Dame”.

Was ist passiert?

Am Montagabend überraschte Juventus Turin mit der Mitteilung, dass der gesamte Vorstand um Präsident Andrea Agnelli und Vize-Präsident Pavel Nedved zurückgetreten ist. Agnelli, der seit zwölf Jahren im Amt war, hinterlässt einen Trümmerhaufen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr häufte der italienische Rekordmeister einen Verlust in Höhe von 254 Millionen Euro an, dazu kommen delikate Ermittlungen der Staatsanwaltschaft. 16 Angeklagten droht ein Prozess, darunter auch Agnelli und Nedved. “Wir erleben einen heiklen Moment, der Zusammenhalt hat versagt”, schreibt Agnelli in seiner langen Rücktrittserklärung.

Was wird Agnelli & Co. vorgeworfen?

Ende Oktober hatte die Turiner Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen mutmaßlicher Bilanzfälschung und Unregelmäßigkeiten bei Spielertransfers abgeschlossen. Konkret steht im Raum, dass die Juve-Führung den 23 Spielern, die während der Corona-Pandemie einem viermonatigen Gehaltsverzicht mit einem Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro zugestimmt hatten, drei dieser Monatsgehälter “schwarz” gezahlt haben soll.

Wie geht es bei Juventus jetzt weiter?

Passenderweise soll ein Wirtschaftsprüfer die Geschicke bei Juve übernehmen. Excor, die Holding-Gesellschaft der Agnelli-Familie, hat Gianluca Ferrero als Agnelli-Nachfolger vorgeschlagen, weil dieser “über eine solide Erfahrung und technische Kompetenz sowie eine echte Leidenschaft für die Bianconeri” verfüge. Neuer CEO ist Maurizio Scanavino, der Geschäftsführer der Verlagsgruppe GEDI, die ebenfalls zum Agnelli-Imperium gehört. Klar ist also: Juventus bleibt in Agnelli-Hand, wenn auch nicht in Andreas. Am 18. Januar treffen sich die Aktionäre. Das Treffen wurde bereits zweimal verschoben.

Was wird aus den Super-League-Plänen?

Das ist noch ungewiss. Agnelli war bis zuletzt einer der größten Verfechter der Idee, an deren Umsetzung nach dem krachenden Scheitern der ersten Version im Frühjahr 2021 derzeit aufs Neue gearbeitet wird. Schon damals schien offensichtlich, dass Juve vor allem wegen der eigenen finanziellen Schieflage eine milliardenschwere Super League herbeisehnt. Wegen Agnellis Position hatte auch sein einstiger Freund Aleksander Ceferin mit ihm gebrochen. “In meinen Augen existiert dieser Mann nicht mehr”, hatte der UEFA-Präsident erklärt, der Patenonkel einer Agnelli-Tochter ist. Die Ereignisse vom Montagabend dürfte er nicht ohne Genugtuung zur Kenntnis genommen haben.

Paukenschlag in Turin: Juventus-Bosse Agnelli und Nedved treten zurück

Der gesamte Vorstand des italienischen Rekordmeisters Juventus, inklusive Präsident Andrea Agnelli, ist am Montag vollkommen überraschend zurückgetreten. Der Grund: Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft.

Haben ihre Ämter bei Juventus mit sofortiger Wirkung niedergelegt: Pavel Nedved (li.) und Andrea Agnelli.

Haben ihre Ämter bei Juventus mit sofortiger Wirkung niedergelegt: Pavel Nedved (li.) und Andrea Agnelli.

Getty Images

Seit Mai 2010 ist Andrea Agnelli Präsident von Juventus Turin – und hat sich damit nahtlos in die seit Jahrzehten stattfindende Beteiligung der finanzkräftigen sowie einflussreichen Fiat-Familie Agnelli am italienischen Rekordmeister eingereiht.

Bis jetzt: Denn wie an diesem Montagabend überraschend bekanntgeworden ist, hat Agnelli zusammen mit dem früheren Weltklasse-Mittelfeldspieler und Turiner Vereinsliebling Pavel Nedved – seines Zeichens Vize-Präsident – sein Amt niedergelegt. Damit endet auch eine sportlich äußerst erfolgreiche Zeit unter der Regie des Präsidenten, etwa neun Meistertitel am Stück zwischen 2012 und 2020.

“Wir sind in einer heiklen Situation für den Verein”, hat Agnelli in einer Mail an die Mitarbeiter, die die Nachrichtenagentur Ansa zitiert hat, geschrieben. Der Klub selbst schreibt, dass der Rückzug des Vorstands gemeinsam beschlossen worden sei und man mit den Behörden in Zukunft weiterhin intensiv im Austausch sein und den gesamten Fall sauber aufklären wolle.

Maurizio Arrivabene, früher Teamchef beim Formel-1-Rennstall Ferrari und der derzeitige Geschäftsführer bei der Alten Dame, ist ebenfalls von der Rücktrittswelle betriffen. Den Übergang bis zur Einsetzung eines neuen Vorstands soll nun Maurizio Scanavino als neuer CEO begleiten. Das alles hat der italienische Traditionsklub eben am Montagabend in einer langen Mitteilung offiziell mitgeteilt.

16 Angeklagte

Warum es zu dem drastischen Rückzug vom ehemaligen Chef der European Club Association (ECA), der außerdem mit anderen Klubs wie dem FC Barcelona oder Manchester City die umstrittene Super League hatte gründen wollen, kam, könnte mit Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft zu tun haben.

Schließlich stehen der zuletzt auch weiterhin an der Idee zur Super League festhaltende Agnelli und etwa Nedved in Verdacht, mutmaßliche Bilanzfälschung vollzogen zu haben. Unregelmäßigkeiten bei Spielertransfers soll es auch gegeben haben, weswegen insgesamt 16 Angeklagten ein Prozess droht.

Finanziell ist der an der Mailänder Börse notierte Verein seit geraumer Zeit angeschlagen, im letzten Geschäftsjahr haben die Bianconeri einen Verlust von 254 Millionen Euro angehäuft. Die italienische Börsenaufsicht hat sich zudem schon mehrmals eingeschaltet – genauso wie die ermittelnde Staatsanwaltschaft in den Jahren 2018, 2019 und 2020. Bei den vorgeworfenen Bilanzfälschungen soll es um Beträge von 115 Millionen Euro gehen, die der Verein aus fingierten Bewertungen seiner Spieler in den Büchern vermerkt habe. Agnelli, der etwa auch 2018 Superstar Cristiano Ronaldo für viel Geld an Land gezogen hatte und dessen mit CR7 ausgehandelter Vertrag ebenfalls Teil der gesamten Causa Juve (genauer: die Verwicklung des Juve-Gremiums in die Prisma-Ermittlungen) sein soll, erklärte das Millionen-Minus in der Vergangenheit stets mit der Coronavirus-Pandemie.

Rein sportlich hat sich Juventus im Vorfeld der derzeit stattfindenden Winter-Weltmeisterschaft in Katar wieder gefangen. Unter dem extra von Agnelli vor der Serie-A-Saison zurückgeholten Erfolgstrainer Massimiliano Allegri hat sich die Alte Dame um Akteure wie Adrien Rabiot, dem Ex-Schalker Weston McKennie oder Ex-Frankfurter Filip Kostic etwa mit sechs Siegen am Stück – jeweils ohne ein einziges Gegentor – wieder an die Spitze herangearbeitet (Platz 3). Nun breiten sich aber neue Schatten über dem Verein aus, die auch bei der mehrmals verschobenen Mitglieder- und Aktionärsversammlung am 18. Januar 2023 auf den Tisch kommen werden.

Einer ist sogar Tabellenführer: So schlagen sich Pongracic & Co.

Der VfL Wolfsburg musste im Sommer seinen Kader verkleinern, dazu gehörten auch Leihgeschäfte mit Spielern, die wenig bis keine Aussicht auf Einsätze gehabt hätten. Hier eine Übersicht, wie sich die Akteure bislang schlagen.

Für Lecce am Ball: Wolfsburg-Leihgabe Marin Pongracic.

Für Lecce am Ball: Wolfsburg-Leihgabe Marin Pongracic.

IMAGO/Uk Sports Pics Ltd

Aster Vranckx (20, AC Mailand): So sehr es viele verwunderte, dass der VfL das belgische Großtalent ziehen ließ, so wenig wird der 20-Jährige mittlerweile vermisst. Allein Felix Nmecha, eine der Entdeckungen der vergangenen Wochen, hat Rufe nach Vranckx komplett verstummen lassen. Der spielt auch in Mailand lediglich eine untergeordnete Rolle. Seine Bilanz bislang: Vier Kurzeinsätze in der Serie A, immerhin gab es dabei immer einen Sieg. Und: Im letzten Spiel vor der WM-Pause am Sonntag gegen Florenz bereitete der Wolfsburger Leihspieler mit einer Flanke den 2:1-Siegtreffer für Milan vor – Fiorentina-Verteidiger Nikola Milenkovic bugsierte den Ball ins eigene Netz.

Marin Pongracic (25, US Lecce): Das Wolfsburger Problemkind schlägt sich sportlich durchaus gut, absolvierte neun von 13 möglichen Partien, acht davon über die volle Distanz und – fast noch wichtiger – sorgte bislang für keinerlei Negativschlagzeilen außerhalb des Platzes. Mit Aufsteiger Lecce rangiert der Innenverteidiger, der bisweilen an der Seite von Ex-Barcelona-Star Samuel Umtiti spielt, auf Rang 16. Auffällig: Lecce stellt mit erst 17 Gegentoren nach 15 Partien die mit Abstand beste Defensive der Kellerkinder in der Serie A.

Bartosz Bialek (21, Vitesse Arnhem): Auch hier erwies sich die Sorge, dass der VfL seine einzige Alternative zu Neuner Lukas Nmecha ziehen ließ, bislang als unbegründet. Schließlich haben sich mit Omar Marmoush oder Jonas Wind weitere Spieler als Neuner-tauglich erwiesen. Bialek sammelt wertvolle Spielpraxis unter Trainer Phillip Cocu, der im September auf den nach Bochum abgewanderten Thomas Letsch folgte, steckt mit Vitesse Arnhem (15.) jedoch im Abstiegskampf der Eredivisie. Seine Bilanz: Sieben Spiele in der Liga, allesamt in der Startelf, zwei Tore, zudem traf er einmal im Pokal. Die vergangenen drei Partien verpasste der Pole jedoch verletzungsbedingt.

Anselmo Garcia MacNulty (19) und Fabio Di Michele Sanchez (19, beide NAC Breda): Die Nachwuchskräfte, im Sommer aus der U19 gekommen und nach absolvierter Vorbereitung mit den Profis im Doppelpack in die 2. niederländische Liga verliehen, eroberten sich auf Anhieb einen Stammplatz beim Tabellen-15. Während Innenverteidiger MacNulty zwischenzeitlich drei Spiele aussetzen musste, fehlte Linksverteidiger Di Michele Sanchez in den vergangenen vier Partien.

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  • Der Winterfahrplan der Bundesligisten

Ulysses Llanez (21, SKN St. Pölten): Der Amerikaner ist der letzte verbliebene Leihspieler des VfL beim österreichischen Kooperationspartner SKN St. Pölten, der sich in der 2. Liga in dieser Saison erstaunlich gut schlägt. Nach 16 Spielen führt die Mannschaft, erfolgreich umgebaut von Ex-Profi Jan Schlaudraff, die Tabelle an. Llanez hat durchaus seinen Anteil daran, der Offensivmann absolvierte zwölf Partien und erzielte drei Tore. Im Pokalspiel in Horn (1:3) handelte sich der US-Boy jedoch eine Rote Karte ein.

Tim Siersleben (22, 1. FC Heidenheim): Schon in seiner zweiten Saison ist der Innenverteidiger in Heidenheim aktiv, wohin er bis zum Sommer verliehen ist. Nach 15 Partien (neun Einwechslungen) im ersten Jahr kommt der 22-Jährige nun bereits auf elf Einsätze (zehnmal Startelf) beim aktuellen Tabellendritten. Am 16. Spieltag erzielte Siersleben, der in der Saison 2020/2021 ein Bundesligaspiel für den VfL absolvierte, beim 4:3-Sieg in Sandhausen sein erstes Tor im Profibereich.

Bryang Kayo (20) und Yoon-Sang Hon (20, beide 1. FC Nürnberg): Das Duo, das im Wolfsburger Profikader bislang keine Rolle spielte, wechselte im Sommer auf Leihbasis ins Frankenland, wo zuletzt vor allem Kayo einen Schritt nach vorne gemacht hat. Nach guten Leistungen in der Club-Reserve in der Regionalliga (20 Spiele, vier Tore) feierte der Amerikaner unter Ex-Trainer Robert Klauß Anfang Oktober beim 0:3 in Karlsruhe sein Profidebüt und stand unter dem neuen Coach Markus Weinzierl zuletzt beim 1:1 in Rostock sogar erstmals in der Startelf. Jedoch: Schon nach 28 Minuten war Feierabend, Kayo musste gelb-rot-gefährdet vom Feld. Der Südkoreaner Hon, im Vorjahr noch beim Wolfsburger Kooperationspartner in St. Pölten aktiv, kommt bei Nürnberg II in zwölf Partien auf vier Treffer.

Thomas Hiete

kicker Wochenendrückblick vom 6.11.2022

06. November 202206:02 Minuten

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Bayern München übernimmt Bundesliga-Tabellenspitze, Römer Stadtderby geht an Lazio

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09.10.2022

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Juventus’ Allegri: Bonucci to replace Chiellini as captain

Juventus coach Massimiliano Allegri said on Sunday that Leonardo Bonucci will be the new club captain following the departure of Giorgio Chiellini.

The Italy skipper announced he would be leaving the Bianconeri at the end of the campaign following the 4-2 Coppa Italia final defeat to Inter.

And, speaking in a press conference ahead of Monday’s clash Lazio, Allegri confirmed Bonucci would wear the armband from next season.

The Juve coach also said he hopes his side will learn from the defeats to Inter in the league and cup final which negatively impacted their campaign.

“The team’s personality has grown throughout this season,” Allegri said. “The defeat to Inter in the league stopped us in our tracks.

“In Wednesday’s match, we were unable to bring him the Coppa Italia. When you don’t win, you don’t need to talk but focus on what needs to be done next season.”

Juve have finished the campaign trophyless for the first time since 2010-11 but will be in next season’s Champions League, having guaranteed themselves a top-four finish.

Serie A Liveblog: Milan-Atalanta, Cagliari-Inter, Napoli-Genoa, Bologna-Sassuolo

Join us for all the build-up and action as it happens from today’s four Serie A games with the Scudetto, European and relegation battles colliding in BolognaSassuolo, NapoliGenoa, MilanAtalanta and CagliariInter.

We begin at 11.30 UK time (10.30 GMT) with a local derby between mid-table Bologna and Sassuolo, the Rossoblu seeking a victory with Sinisa Mihajlovic back at the Stadio Dall’Ara.

At 14.00 UK time (13.00 GMT), Napoli can lock down third place and want to give Lorenzo Insigne a good send-off at the Stadio Diego Armando Maradona, but Genoa need a result to keep their hopes of escaping relegation alive.

At 17.00 UK time (16.00 GMT), Serie A leaders Milan can take another giant leap towards the Scudetto, but first they must get the better of an Atalanta side who are still in the running for a Europa League spot.

Everything is at stake in Sardinia at 19.45 UK time (18.45 GMT), as Inter need a win to keep the title race going down to the wire, while Cagliari have a huge opportunity to climb out of the relegation zone after Salernitana’s draw.

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Napoli

Scamacca drops hints on future: ‘Priority is continuing in Serie A’

Gianluca Scamacca is sought after in the Premier League and Bundesliga, but the Sassuolo striker insists his ‘priority is to continue in Serie A,’ giving Inter, Milan and Juventus hope.

The striker scored twice in today’s 3-1 victory away to Bologna, along with a Domenico Berardi bicycle-kick at the Stadio Dall’Ara.

This has been the breakout campaign for Scamacca, who is tipped to lead the Italy squad in future rather than Lazio’s Ciro Immobile, and he credits coach Alessio Dionisi for this growth.

“I didn’t have that much experience, so I thought only the statistics needed to speak for me, but a modern striker has to play for his teammates too. A goal is an added bonus, but the important thing is to play for the team,” Scamacca told Sky Sport Italia.

He has been linked with amongst others Arsenal, Bayern Munich, Newcastle United, Inter, Milan and Juventus.

“I think my priority now is to make my mark in Italy. Having said that, the transfer market is somewhat unpredictable. When the time comes to make a decision, I’ll try to make the best one.

“Serie A is of a very high level and my priority is to continue here. Others will then evaluate and we’ll see what happens.”

Serie A Highlights: Bologna 1-3 Sassuolo

Watch as Sassuolo turn on the style in the local derby with Bologna, including a Gianluca Scamacca double and acrobatic Domenico Berardi bicycle-kick.

Scamacca took centre-stage with a free header on Berardi’s corner, while Vlad Chiriches had a goal disallowed after using his arm to control the rebound off the bar.

Serie A | Bologna 1-3 Sassuolo: Scamacca and Berardi dominate derby

Berardi’s spectacular overhead kick from six yards doubled their lead before Davide Frattesi threaded through for Scamacca to make it 3-0.

Riccardo Orsolini converted a stoppage-time penalty after Ruan Tressoldi charged down a Mitchell Dijks cross with his arm.

Spalletti: ‘Insigne creates something out of nothing’

Luciano Spalletti hails departing Napoli captain Lorenzo Insigne as ‘someone who can create something out of absolutely nothing,’ the vision a coach can never prepare for.

You can follow all the build-up and action as it happens from today’s four Serie A games on the LIVEBLOG.

This is home-town hero Insigne’s final game at the Stadio Diego Armando Maradona and he saluted the fans with an emotional speech before kick-off against Genoa.

“Those like Insigne give coaches like us the solution that is written on no tactical whiteboard,” Spalletti told DAZN.

“They can bring creativity to create something out of absolutely nothing. I wish him a glorious future, he should be aware he’s had a marvellous career here.

“I asked him if he slept last night and he said, a little bit, yes.”

Insigne was not able to agree a new contract with Napoli and has signed for MLS club Toronto FC, who he’ll join from July 1.