Nach Pokal-Erfolg: Lübeck feiert klaren Heimerfolg über Emden

Der 2. Spieltag bietet einigen DFB-Pokal-Startern eine erste Standortbestimmung in der Liga, zum Beispiel dem Rostock-Bezwinger VfB Lübeck, der am Freitag gegen Kickers Emden seine gute Form bestätigte. Holstein Kiel II ließ hingegen in Delmenhorst die nächste Niederlage folgen.

In der Spur: Nach dem Sieg im DFB-Pokal legte der VfB Lübeck in der Liga gegen Kickers Emden nach.

In der Spur: Nach dem Sieg im DFB-Pokal legte der VfB Lübeck in der Liga gegen Kickers Emden nach.

IMAGO/Hübner

Regionalliga Nord – 2. Spieltag

Nach der Pokalsensation gegen Hansa Rostock schaltete der VfB Lübeck in der Liga erfolgreich in den Alltags-Modus. Gegen Aufsteiger Kickers Emden dominierte der VfB von Anpfiff weg und kam vor allem über den auffälligen Drinkuth immer wieder zu vielversprechenden Torannäherungen, wenngleich Emden in Halbzeit eins gut verteidigte.

Als sich die 2781 Zuschauer schon mit einer torlosen ersten Halbzeit abgefunden hatten, schlug die Stunde von Pokal-Held Gözüsirin, der aus gut 20 Metern platziert zum 1:0 traf. In der 53. Minute wären die Kickers fast zum Ausgleich gekommen, doch Kölle schlug einen Kopfball von Jabbie von der Linie. Im Gegenzug belohnte sich Drinkuth für seine Leistung mit dem 2:0. Eine Flanke von Egerer drückte der Offensivmann ins Netz. Nachdem Hauptmann zwei Hochkaräter liegenließ, machte Flankengeber Egerer nach gut einer Stunde mit dem 3:0 den Deckel drauf. Hauptmann steuerte bei diesem präzisen Konter den Assist bei. 

Mit reichlich Frust nach dem jüngsten 0:4 beim Hamburger SV II fuhr Holstein Kiel II zu Atlas Delmenhorst. Trainer Sebastian Gunkel war zu Wochenbeginn mächtig sauer. In Delmenhorst hielt 44 Minuten die Null, dann brachte Touray die Gastgeber in Führung. Auch im zweiten Durchgang taten sich die Jungstörche schwer und fingen sich durch Ferfelis das 0:2 (58.). Sterner, der immerhin schon 15-mal 2. Bundesliga gespielt hatte, brachte die Kieler Zweitvertretung in der 77. Minute zwar wieder heran, an der zweiten Niederlage im zweiten Ligaspiel änderte das aber nichts mehr. Der von Gunkel eingeforderte Lernprozess geht also nahtlos weiter.

Lernen, das will auch der Bremer SV, und Trainer Thorsten Gütschow hatte dabei aber vergangenen Sonntag nicht etwa die Zweitvertretung eines Zweitligisten als Lehrmeister im Blick, sondern die erste Mannschaft von Bundesligist FC Schalke 04 höchstpersönlich, der die Männer vom Panzenberg in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 0:5 unterlagen. Die zweite Halbzeit ging allerdings nur 0:1 verloren, sodass Gütschow vor dem Auswärtsspiel bei Weiche Flensburg sagt: “Das Positive in Hälfte zwei nehmen wir mit in die Saison.”

Zudem finden am Samstag die Duelle BSV SW Rehden gegen Hannover 96 II sowie SSV Jeddeloh II gegen Eintracht Norderstedt statt.

Havelse und die Festung

Am Sonntag gibt es gleich viermal Regionalliga-Fußball. Tabellenführer HSV II fährt zum TSV Havelse. Natürlich zaubert die Erinnerung an das 4:0 gegen Kiel II noch das eine oder andere Lächeln in die Gesichter des Hamburger Nachwuchses, doch Trainer Pit Reimers weiß, dass der Ausbildungsgedanke klar Vorrang vor konkreten Ergebnissen hat. Für Gegner Havelse wird die Sonntagspartie besonders werden, denn nach einem Jahr in der 3. Liga inklusive Umzug in die große “Heinz von Heiden-Arena” in Hannover, darf Havelse ab sofort wieder im kleinen, feinen, heimischen Wilhelm-Langrehr-Stadion spielen. Rechtsverteidiger Florian Riedel, der seit neuestem parallel als Sportdirektor fungiert, hegt große Pläne: “Wir müssen unser Stadion zu einer Festung machen.”

Mit großem Enthusiasmus geht Blau-Weiß Lohne in die neue Saison. Der Aufsteiger unterlag im Pokal zwar dem Bundesligisten FC Augsburg (0:4), doch das kann Trainer Henning Rießelmann einordnen: “Wir wissen, was wir können. Wir sind überzeugt, dass wir ein gutes Team haben, alles ist sehr familiär und homogen bei uns. Ich glaube, dass wir gut gerüstet sind. Der Pokal war gestern, ab sofort bereiten wir uns voll auf den Regionalligastart vor.” Der Gegner heißt am Sonntag 1. FC Phönix Lübeck, der zum Auftakt gegen die diesmal spielfreie Reserve des FC St. Pauli mit 1:3 verlor.

Die restlichen beiden Spiele des Sonntags lauten FC Teutonia Ottensen gegen VfV 06 Hildesheim und Werder Bremen II gegen SV Drochtersen/Assel.

Auslosung der 2. DFB-Pokal-Runde erst im September

Am Freitag beginnt die DFB-Pokal-Saison 2022/23 – doch erst mehr als fünf Wochen später werden die Paarungen der 2. Runde ausgelost.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Die nächste Auslosung im DFB-Pokal findet erst im September statt.

Bongarts/Getty Images

Wie der DFB dem kicker bestätigte, findet die Auslosung der 2. Runde am Sonntag, 4. September, statt. Das ZDF, das in dieser Saison sein Pokal-Comeback feiert, überträgt live.

Grund für den späten Termin ist die neue Strukturierung der 1. Runde: Ab dieser Saison steigt der DFL-Supercup am Wochenende der 1. DFB-Pokal-Runde. Die Teilnehmer – in diesem Jahr Meister FC Bayern und DFB-Pokal-Sieger RB Leipzig – tragen ihre Erstrundenspiele deswegen erst zu einem späteren Zeitpunkt aus und sorgen für eine entsprechende Verschiebung der Zweitrunden-Auslosung.

Leipzig gastiert erst am Dienstag, 30. August (20.45 Uhr), beim Regionalligisten FC Teutonia Ottensen, der FC Bayern 24 Stunden später beim Drittligisten Viktoria Köln. Alle anderen Erstrundenpartien finden zwischen dem 29. Juli und 1. August statt.

Die 2. DFB-Pokal-Runde geht dann am 18. und 19. Oktober 2022 über die Bühne.

Saison 1971/72: Finale und Skandale

25. Juli 202254:53 Minuten

Saison 1971/72: Finale und Skandale

Bundesliga-Finale am letzten Spieltag! Der Erste gegen den Zweiten. Die Bayern gegen Schalke. Und das alles beim ersten Bundesliga-Spiel im Münchner Olympiastadion. Die dritte Folge “kicker History” nimmt Euch mit in die Saison 1971/72. Den spektakulären Zweikampf um die Meisterschaft beleuchten die beiden Schalke-Legenden Klaus Fischer und Erwin Kremers sowie der damalige Bayern-Profi Rainer Zobel. Außerdem geht es um den großen Bundesliga-Skandal, den Büchsenwurf vom Bökelberg – und bitterböse Beschwerdebriefe wegen langer Haare.

Saison 1963/64: Anpfiff für die Bundesliga

18.07.2022

Saison 1991/92: Ost-Teams, Spannung, Bayern-Krise

11.07.2022

Trailer: kicker History

24.06.2022

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DFB-Pokal-Teilnehmer erhalten 2022/23 so viel Geld wie nie

Der DFB-Pokal ist 2022/23 finanziell so attraktiv wie noch nie. Zwei Tage vor dem Auftakt der 1. Runde vermeldete der DFB einen neuen Ausschüttungsrekord.

Am Freitag beginnt die Jagd auf den DFB-Pokal aufs Neue.

Am Freitag beginnt die Jagd auf den DFB-Pokal aufs Neue.

IMAGO/motivio

Jeder der 64 Teilnehmer wird in der 1. Runde demnach 209.247 Euro aus den Vermarktungserlösen erhalten, die sich aus den TV-Einnahmen und jenen durch die sechs Exklusivpartnerschaften zusammensetzen.

Das sei eine Steigerung von über 30.000 Euro pro Klub verglichen mit der letzten Saison vor der Corona-Pandemie, während der der DFB zunächst nur 80 Prozent der vertraglich vorgesehenen Einnahmen aus der Zentralvermarktung verteilt hatte.

“Tradition, alle Teilnehmer gleich zu entlohnen”

Der DFB-Pokal-Sieger 2022/23 erhält 4.320.000 Euro, der unterlegene Finalist 2.880.000 Euro. Bis zum Halbfinale ist die jeweils ausgeschüttete Gesamtsumme gleich hoch, wird also in gleichen Anteilen auf alle Runden-Teilnehmer verteilt.

“Wir freuen uns sehr, dass wir in dieser Saison den Anteil für die Vereine deutlich steigern konnten”, sagt DFB-Vizepräsident Peter Frymuth. “Die Tradition, alle Teilnehmer gleich zu entlohnen, zeigt vor allem in diesem Wettbewerb die Einheit des deutschen Fußballs und ist Ausdruck der Solidarität zwischen Amateuren und Profis.”

Folgende Beiträge wird der DFB “vorbehaltlich unerwarteter Kürzungen der Sponsoring- und Vermarktungserlöse” ausschütten:

1. Hauptrunde: 209.247 Euro
2. Hauptrunde: 418.494 Euro
Achtelfinale: 836.988 Euro
Viertelfinale: 1.673.975 Euro
Halbfinale: 3.347.950 Euro
Verlierer Finale: 2.880.000 Euro
Sieger Finale: 4.320.000 Euro