Nations-League-Endrunde ausgelost: Koeman gleich gegen Kroatien

Die UEFA hat die Halbfinals für die Nations-League-Endrunde im Juni ausgelost. Gastgeber Niederlande trifft dabei auf Kroatien, Spanien auf Italien. Das Quartett hat bislang unterschiedlicher Erfahrung mit dem Wettbewerb gemacht.

Zweiter Anlauf in der Nations-League-Endrunde: Ronald Koeman.

Zweiter Anlauf in der Nations-League-Endrunde: Ronald Koeman.

IMAGO/ANP

Erst diese Woche wurde Ronald Koeman als neuer, alter Trainer der niederländischen Nationalmannschaft vorgestellt. Schon in wenigen Monaten könnte der Nachfolger von Louis van Gaal seinen ersten Titel feiern: In den Niederlanden wird vom 14. bis 18. Juni der dritte Sieger der Nations League gesucht – es wird auf jeden Fall eine Premiere geben.

Oranje, das unter van Gaal bei der WM 2022 auf dramatische Weise im Viertelfinale am späteren Weltmeister Argentinien scheiterte (3:4 im Elfmeterschießen), bekommt es im ersten Halbfinale am 14. Juni in Rotterdam (20.45 Uhr) mit Kroatien zu tun. Das ergab die Auslosung der UEFA an diesem Mittwoch in Nyon.

Im zweiten Halbfinale stehen sich einen Tag später in Enschede (20.45 Uhr) Spanien und Italien gegenüber. Nach dem Spiel um Platz drei (18. Juni, 15 Uhr, in Enschede) wird der Titel am 18. Juni (20.45 Uhr) schließlich im Finale in Rotterdam vergeben. Titelverteidiger Frankreich fehlt ebenso wie Portugal, das 2019 triumphiert hatte.

2019 verlor Oranje das Finale – auch unter Koeman

Schon bei jener ersten Auflage hatten sich die Niederlande für die Endrunde qualifiziert, waren unter Koeman, der rund ein Jahr später seinen Job als Bondscoach aufgab, um zum FC Barcelona zu wechseln, aber im Finale mit 0:1 Gastgeber Portugal unterlegen. Damals hatte die Elftal in ihrer Nations-League-Gruppe unter anderem die deutsche Nationalmannschaft hinter sich gelassen. Für die Endrunde 2023 qualifizierte sie sich, weil sie vor Belgien, Polen und Wales landete.

Europameister Italien verhinderte, dass die DFB-Auswahl erstmals den Sprung in die Endrunde schaffte, bei der stets die vier Sieger der vier Gruppen aus der Nations-League-Liga A dabei sein dürfen. Die Italiener gewannen ihre Gruppe vor Ungarn, Deutschland und England und sorgten damit auch dafür, dass dem Team von Bundestrainer Hansi Flick vor der Heim-EM 2024 ausschließlich Freundschaftsspiele bleiben. Für Italien ist es die zweite Endrunden-Teilnahme in Folge. 2021 waren sie als Gastgeber Dritter geworden.

Während der WM-Dritte Kroatien erstmals bei der Nations-League-Endrunde dabei ist, verlor Spanien 2021 das Finale gegen Frankreich mit 1:2. Wie Koeman hat auch Luis de la Fuente dann die Chance, seine frisch begonnene Amtszeit gleich mit einer Trophäe zu garnieren. Der 61-Jährige hatte nach der WM, die für Spanien bereits im Achtelfinale beendet war (0:3 i.E. gegen Marokko), Luis Enrique beerbt.

Dramatisches Remis: Dänemark und Kroatien liefern Vollgas-Handball

Ein packendes und intensives Duell lieferten sich Dänemark und Kroatien zum Auftakt der Hauptrunde, das in einem dramatischen Finish mündete. Am Ende gab’s ein 32:32, das den Dänen eher hilft.

Hart angepackt: Leon Susnja wird am Wurf gehindert.

Hart angepackt: Leon Susnja wird am Wurf gehindert.

IMAGO/Bildbyran

Kroatien und Dänemark schlossen in Malmö den ersten von drei Spieltagen der Hauptrunde der Handball-WM ab, dennoch fühlte sich die Partie von der ersten Minute an wie ein K.O.-Spiel an: Kroatien hatte aus der Vorrunde neben dem Sieg gegen die USA eine deutliche 22:31-Niederlage gegen Ägypten mitgebracht und stand so unter Druck.

Im Kampf um lediglich zwei Tickets ins Viertelfinale konnte sich das Team von Hrvoje Horvat keine weitere Niederlage leisten und das war von der ersten Minute an zu sehen: Kroatien ging von der ersten Sekunde an aggressiv in die Zweikämpfe, versuchte Dänemark zu beeindrucken und ein Zeichen zu setzen.

Den ersten Treffer der Partie hatte Simon Pytlick erzielt – es sollte für lange Zeit aber die letzte Führung für Dänemark sein, das aufgrund der Nähe zur Heimat in Malmö ein Heimspiel hatte. Kroatien legte durch einen Doppelschlag von Luka Cindric vor und behauptete die Führung in der Folge.

Zum einen, weil Cindric weiter traf, zum anderen, weil Filip Glavas die Siebenmeter konsequent verwandelte – wie beim 4:2. Dänemark kam zwar wieder zum Ausgleich kämpfte aber um den Anschluss, teils war es dabei schmerzhaft wie für Mathias Gidsel, der von Domagoj Duvnjak am Kehlkopf getroffen worden war.

Dänemark hält Schritt

Bis zum 8:8, das erneut Simon Pytlick erzielt hatte, hielt Dänemark noch Schritt, dann aber konnte sich Kroatien nach dem Führungstreffer von Filip Glavas durch einen Doppelschlag von Marin Sipic auf 11:8 absetzen – und Glavas legte von der Siebenmeterlinie das 12:8 nach. Dänemark reagierte kurz darauf, versuchte es im Angriff mit einem zweiten Kreisläufer als siebten Feldspieler und in der Deckung mit einem offensiverem Heraustreten auf den kroatischen Rückraum.

Durch die Umstellung kam Dänemark wieder auf, Simon Pytlick nutzte eine Sperre der zwei Kreisläufer und setzte den Anschlusstreffer. Kroatien reagierte, nahm beim Stand von 13:12 die Auszeit. Die zuvor offensive kroatische Deckung wurde durch den siebten Feldspieler der Dänen nun nach hinten gedrängt, fand in der Folge aber dennoch wieder in die Zweikämpfe und auch in der Offensive wurden nun wieder Lösungen gefunden.

Zudem war der Wille bei Kroatien weiterhin spürbar, beispielsweise als Cindric nach einer Parade von Niklas Landin den Abpraller sicherte und so das 14:12 vorbereitete. Kroatien legte weiter vor und nahm ein 16:15 mit in die Kabinen.

Hitzige Atmosphäre, packender Schlagabtausch


Treffsicher wie eh und je: Mikkel Hansen traf achtmal.

Treffsicher wie eh und je: Mikkel Hansen traf achtmal.
IMAGO/Bildbyran

In der zweiten Halbzeit setzte sich der packende und intensive Schlagabtausch fort, in jedem Zweikampf wurde kein Millimeter hergegeben. Kroatien legte dabei zunächst weiter vor, kassierte dann aber erst den Ausgleich und zudem noch eine Zeitstrafe gegen die Bank, die vor dem dänischen Gegenstoß ein Foul gesehen hatte und zu heftig protestierte. Die Atmosphäre war und blieb hitzig, auch in den Zweikämpfen – weitere Hinausstellungen folgten.

Simon Pytlick und Mikkel Hansen konnte Dänemark dabei beim 22:21 zwölf Minuten nach Wiederbeginn dann zum ersten Mal seit dem 1:0 wieder in Führung bringen. Nun legte für einige Minuten Dänemark vor, ohne sich aber absetzen zu können.

Kroatien glich immer wieder aus, allerdings nutzte Dänemark mit seinem Tempo immer wieder den Wechsel des Gegners zwischen Abwehr und Angriff. Bei beiden Teams stieg nun auch die Anzahl der Fehler – Tribut nach einer aufreibenden ersten fünfzig Minuten.

Dänen bleiben dran

Die sogenannte Crunchtime schien in dieser Partie bereits seit der ersten Minute zu laufen, mit dem erneuten kroatischen Führungstreffer von Ivan Martinovic ging es dann aber in die finalen zehn Minuten. Jede Aktion schien vorentscheidenden Charakter zu haben, doch die Dänen glichen die Führungstreffer des starken Marin Sipic jeweils wieder aus und konnten drei Minuten vor dem Ende durch Simon Pytlick beim 31:30 wieder vorlegen.

Kroatien nahm die Auszeit, bejubelte danach nach einem Bodenpass an den Kreis einen weiteren Treffer von Sipic – und geriet durch einen Siebenmeter von Mikkel Hansen wieder in Rückstand.

Angesichts der aus der Vorrunde mitgebrachten Niederlage gegen Ägypten, das nach dem heutigen Erfolg gegen Belgien übermorgen mit einem Sieg gegen Bahrain auf 8:2 Punkte stellen könnte – war ein Unentschieden eigentlich zu wenig für Kroatien. Denn nur an Ägypten oder Dänemark vorbei, geht der Weg zu einem der beiden Tickets in das Viertelfinale.

Der Ausgleich von Igor Karacic sorgte für etwas Hoffnung, doch die Zeit lief für Dänemark. Der Titelverteidiger verlor zwar kurz vor dem Ende noch den Ball, doch der letzte Wurf von der Mittellinie verfehlte knapp das Ziel: Es blieb beim 32:32. Dänemark hat das Viertelfinale so weiter in eigener Hand, Kroatien muss auf Schützenhilfe hoffen.

Dänemark – Kroatien 32:32 (15:16)

Dänemark: N. Landin, K. Möller – Pytlick 9, M. Hansen 8/6, A Plogv Hansen 4, Gidsel 4, E. M. Jakobsen 3, Jörgensen 2, M. Landin 1, Saugstrup Jensen 1, M. Damgaard, Hald Jensen, Holm, Larsen, Lindberg, Möllgaard Jensen
Kroatien: Slavic, Sunjic – Sipic 9, Glavas 8/6, Cindric 5, Martinovic 4, Karacic 3, Sarac 2, Jelinic 1, Duvnjak, Gojun, Kraljevic, Mihic, Musa, Sebetic, Susnja
Schiedsrichter: Ignacio Garcia (Spanien)/Andreu Marin (Spanien)
Zuschauer: 10.420
Strafminuten: 12 / 14
Disqualifikation: – / –