Nur bei Symptomen: NHL fährt Tests drastisch zurück

Die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA haben am Dienstag eine große Änderungen in der Teststrategie auf COVID-19 beschlossen. 

Die NHL wird Anfang Februar zu einer neuen COVID-Teststrategie übergehen.

Die NHL wird Anfang Februar zu einer neuen COVID-Teststrategie übergehen.

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Ab dem 3. Februar 2022 wird die NHL von der bisherigen Strategie abrücken und bei vollständig geimpften Spieler und Kluboffiziellen nur noch bei Krankheitssymptomen auf COVID-19 testen lassen oder weil es die jeweiligen Behörden bei Reisen zwischen den USA und Kanada vorschreiben. In der nordamerikanischen Profiliga gelten alle Spieler – mit Ausnahme nur von Detroits Stürmer Tyler Bertuzzi – als geimpft. 

Schon zum Start des Allstar-Wochenendes sollen die zum NHL Allstar Game in Las Vegas am 5. Februar geladenen Spieler mit ihren Familien nur noch einmal getestet werden. Anschließend sollen lediglich bei Symptomen oder bei der Rückreise nach Kanada, aufgrund der Vorschriften der kanadischen Behörden, Tests durchgeführt werden. 

In den vergangenen knapp vier Wochen waren in der NHL aufgrund von zahlreichen COVID-19-Fällen rund 100 Spiele verschoben worden, teilweise befanden sich weit über 100 Spieler und Offizielle nach positiven Tests gleichzeitig in Quarantäne oder häuslicher Isolation. 

Gorton trifft Entscheidung: Kent Hughes neuer GM der Canadiens

Kent Hughes ist neuer General Manager der Montreal Canadiens. Das gab der Traditionsklub aus der kanadischen Provinz Quebec am Dienstag bekannt. 

Wählte einen bisherigen Spieleragenten als GM aus: Montreals Sportchef Jeff Gorton.

Wählte einen bisherigen Spieleragenten als GM aus: Montreals Sportchef Jeff Gorton.

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Der 51-jährige Hughes arbeitete bislang als bekannter Spieleragent, unter anderem betreute er Patrice Bergeron (Boston Bruins) oder Kris Letang (Pittsburgh Penguins) persönlich. 

“Unter all den Kandidaten, mit denen wir uns beschäftigt haben, ragte Kent heraus. Wir glauben, dass er der richtige Mann als General Manager der Canadiens ist. Seine Erfahrung als Agent wird unserer Ansicht nach zudem unserem Klub sehr weiterhelfen”, erklärte Gorton, der selbst erst vor wenigen Wochen von Eigner Geoff Molson als Vice President of Hockey Operations zum neuen Sportchef gekürt worden war. 

Sportlicher Niedergang

Montreal war im Sommer 2020 noch im Finale um den Stanley Cup gegen den Tampa Bay Lightning gestanden. Mit gerade einmal 19 Punkten sind die Canadiens derzeit 32. und damit Letzter in der NHL. Die Play-offs sind de facto bereits außer Reichweite.

Von Hughes Vorgänger Marc Bergervin, der in der vergangenen Woche in die Organisation der Los Angeles Kings gewechselt war, hatte sich Montreal daher vor Weihnachten bereits getrennt.

Der in Quebec geborene Hughes ist erst der 18. General Manager in der über 100-jährigen Historie des Canadiens. 

Seider sammelt Argumente für Wahl zum besten NHL-Rookie

Nationalspieler Moritz Seider hat weiter Pluspunkte für die Auszeichnung zum besten NHL-Neuling gesammelt.

Moritz Seider

Moritz Seider

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Der 20-Jährige legte beim 3:2 nach Verlängerung seiner Detroit Red Wings gegen die Buffalo Sabres am Montag den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 auf und kommt damit auf bereits 22 Torvorlagen in dieser Saison. Kein Rookie in der National Hockey League hat eine solche Ausbeute.

Seiders Teamkollege Lucas Raymond steht als Angreifer bei 21 Assists. Raymond, Seider und Trevor Zegras von den Anaheim Ducks gelten derzeit als die Favoriten für die prestigeträchtige Auszeichnung. Die Calder Trophy wird üblicherweise während der Stanley-Cup-Finals vergeben. Abstimmen dürfen ausgewählte Journalisten.

Bei Pleite gegen Vancouver: Ovechkin schließt zu Draisaitl auf

Die Washington Capitals mussten sich in der NHL auf eigenem Eis überraschend den Vancouver Canucks beugen. Auch ein Tor von Alex Ovechkin half dem Hauptstadtklub nicht.

Führungstreffer für Washington: Alex Ovechkin.

Führungstreffer für Washington: Alex Ovechkin.

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Ovechkin eröffnete die Partie gegen die Kanadier in der 11. Minute mit dem 1:0, der russische Superstar traf in Überzahl für die Caps. Es war das 26. Saisontor des Stürmers, der damit gleichgezogen ist in der NHL-Torjägerliste und der ligaweiten Scorerwertung (54 Punkte) mit Spitzenreiter Leon Draisaitl von den Edmonton Oilers.

Ovechkin hätte sich im weiteren Spielverlauf alleine an die Spitze setzen können, doch wie das gesamte Team aus Washington ließ auch er etliche Möglichkeiten liegen. Dies sollte sich rächen. Im Mitteldrittel trat Elias Pettersson auf den Plan, der mit zwei Toren das Spiel drehte. BO Horvat erhöhte auf 3:1 (39.), ehe Tom Wilson im Schlussdrittel die Capitals noch einmal hoffen ließ, J.T. Miller beendete das Aufbäumen aber mit einem Empty-Net-Goal.

“Wir hatten eine Menge hochkarätiger Chancen, von denen wir jedoch zu wenige genutzt haben”, erklärte Caps-Trainer Peter Laviolette. Durch die Niederlage verpassten die Capitals den Sprung auf Platz zwei in der Metropolitan Division. Mit 51 Punkten aus 39 Spielen liegen sie weiter einen Zähler hinter den Carolina Hurricanes.

Derbysieger Düsseldorf – Eisbären nach Topspiel-Niederlage in der Krise

Die Eisbären Berlin stecken in der DEL in einer kleinen Krise. Der Titelverteidiger verlor das Topspiel bei Adler Mannheim am Sonntag 2:3 (0:3, 1:0, 1:0) und kassierte bereits die dritte Niederlage in Serie.

Die Eisbären Berlin verloren das Topspiel der DEL in Mannheim.

Die Eisbären Berlin verloren das Topspiel der DEL in Mannheim.

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Die Adler bleiben nach 36 Spielen auf Tabellenrang zwei erster Verfolger der Eisbären. Thomas Larkin (3.), Nicolas Krämmer (15.) und Tim Wohlgemuth (20.) brachten die Adler schon im ersten Drittel auf die Siegerstraße. Blaine Byron (37.) und Matt White (60.) erzielten die Treffer für die Hauptstädter.

Punktgleich hinter den Adlern lauern die Grizzlys Wolfsburg, die souverän mit 5:2 (0:0, 3:0, 2:2) bei den Fischtown Pinguins Bremerhaven gewannen. CHL-Teilnehmer Red Bull München siegte 5:1 (1:0, 1:1, 3:0) gegen die Krefeld Pinguine und liegt auf Tabellenplatz vier.

DEG gewinnt das Derby und verschärft Haie-Krise

Die Düsseldorfer EG feierte derweil im dritten Rheinischen Derby der Saison den zweiten Sieg und verschärfte die Krise der Kölner Haie. Der achtmalige deutsche Meister siegte in der 234. Auflage des Klassikers bei den Haien mit 3:0 (1:0, 1:0, 1:0) und fuhr den zweiten Dreier in Folge ein. Zudem sicherte Goalie Mirko Pantkowski den ersten Shutout der Saison für die DEG.

“Wir haben ein grundsolides Spiel gespielt, hinten gut dicht gehalten und vorne einfach die Dinger reingemacht”, sagte Pantkowski bei MagentaSport: “Es war ein gutes Spiel von mir. Der Pfosten hat mich zweimal gerettet, aber das Glück braucht man in solchen Spielen.”

Es war ein gutes Spiel von mir. Der Pfosten hat mich zweimal gerettet, aber das Glück braucht man in solchen Spielen.

Mirko Pantkowski

Die Haie, bei denen Trainer Uwe Krupp aufgrund eines positiven Coronatests kurzfristig nicht an der Bande stand und durch Ron Pasco vertreten wurde, gewannen nur eine ihrer letzten 13 Partien und verloren acht in Serie.

Top-Torjäger Brendan O’Donnell (13.) brachte die DEG vor 750 Zuschauern in der Lanxess Arena in Führung. Tobias Eder (40.) erhöhte kurz vor der zweiten Drittelpause, Stephen MacAulay (44.) sorgte für die Vorentscheidung.

Geburtstagskind Stützle beendet schwarze Serie gegen Draisaitl

Tim Stützle hat an seinem 20. Geburtstag erstmals das Duell mit Topstar Leon Draisaitl gewonnen. Die Ottawa Senators beendeten mit dem 6:4 eine schwarze Serie gegen die Edmonton Oilers, die wiederum ihre sechste Niederlage nacheinander einstecken mussten.

Beschenkte sich an seinem Geburtstag selbst: Tim Stützle (re.).

Beschenkte sich an seinem Geburtstag selbst: Tim Stützle (re.).

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Sowohl Stützle, der nach einem positiven Corona-Test zuletzt ausgefallen war, als auch Draisaitl steuerten im direkten Duell je eine Torvorlage bei. Draisaitl legte den 1:1-Ausgleich im ersten Drittel auf, nach dem zweiten Durchgang lagen die Oilers mit 3:1 in Führung. Doch im Schlussabschnitt kassierte Edmonton fünf Tore.

Stützle und Ottawa beendeten mit dem Sieg am Samstag (Ortszeit) eine schwarze Serie: Vergangene Saison hatten die Senators alle neun Spiele gegen Edmonton verloren. Stützle selbst erkläre vor der Partie, er habe seine Corona-Infektion gut weggesteckt. “Ich war etwas müde und erkältet, aber ansonsten ging es mir gut”, sagte er.

Moritz Seider feierte derweil mit den Detroit Red Wings den ersten Sieg nach zuvor vier sieglosen Spielen. Mit 4:0 ließen die Red Wings den Buffalo Sabres keine Chance. Damit blieb Detroit das erste Mal in dieser Saison in einem Spiel ohne Gegentor. Torwart Thomas Greiss kam nicht zum Einsatz.

Der erst 19 Jahre alte Lukas Reichel lief derweil zum erst zweiten Mal in der NHL auf, beim 3:0 seiner Chicago Blackhawks gegen die Anaheim Ducks stand er knapp 15 Minuten auf dem Eis.

Alle Ergebnisse im Überblick

dpa/sid/kon

“Für die Kaderplanung wegweisend”: Grizzlys verlängern mit Coach Stewart

Vizemeister Grizzlys Wolfsburg hat den Vertrag mit Trainer Mike Stewart vorzeitig um eine weitere Spielzeit bis 2024 verlängert. Dies teilten die Niedersachsen am Samstag mit.

Mike Stewart bleibt Wolfsburg an der Bande erhalten.

Mike Stewart bleibt Wolfsburg an der Bande erhalten.

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“Mit der vorzeitigen Vertragsverlängerung wollen wir die bisherige Arbeit von Mike honorieren, aber auch längerfristig Kontinuität auf der Position des Cheftrainers, dem wichtigsten Mitarbeiter im sportlichen Bereich, haben”, sagte Sportdirektor und Geschäftsführer Karl-Heinz Fliegauf: “Mit der Verlängerung senden wir natürlich auch ein Signal an unsere aktuelle Mannschaft, aber auch für die künftige gemeinsame Kaderplanung ist die Verlängerung wegweisend.”

Stewart ist seit dem vergangenen Sommer bei den Wolfsburgern an der Bande. Als Tabellendritter liegen die Grizzlys klar auf Play-off-Kurs. Die letzten drei Spiele der Niedersachsen gegen Krefeld, Augsburg und Iserlohn wurden coronabedingt abgesagt. Zuletzt waren die Grizzlys am 2. Januar gegen München auf dem Eis (4:3). Am Sonntag wird es für Wolfsburg aber wieder ernst, um 16.30 Uhr gastiert man bei den Fischtown Pinguins.

“Bestmöglich gerüstet”: Augsburg verpflichtet Torwart Östlund

DEL-Klub Augsburger Panther hat Torwart Oskar Östlund unter Vertrag genommen. AEV-Trainer Mark Pederson liefert die Begründung.

Künftig für die Augsburger Panther im Tor: Oskar Östlund.

Künftig für die Augsburger Panther im Tor: Oskar Östlund.

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Der 29-Jähre alte Schwede kommt vom ungarischen Club Fehérvár AV19 und erhält einen Kontrakt bis Saisonende, wie die Augsburger am Samstag mitteilten.

„In dieser Saison ist noch viel Eishockey zu spielen, der Spielplan ist eng getaktet. Wir wollen im Falle von Verletzungen, Infektionen und möglichen Quarantänen bestmöglich gerüstet sein. Deswegen war klar, dass wir eine der beiden offenen Importlizenzen für einen Torwart ziehen”, begründete Trainer Mark Pederson die Verpflichtung.

Östlund bringt DEL-Erfahrung mit. Für die Krefeld Pinguine stand der Goalie elfmal in der Saison 2019/20 im Gehäuse bei einem Gegentorschnitt von 2,82 und einer Fangquote von 92,8 Prozent. “Oskar steht voll im Training, ist sofort einsatzbereit und brennt auf die Chance in Augsburg”, so Pederson.

Oskar Östlund ist bereits in Augsburg angekommen und erhält das Panthertrikot mit der Nummer 55, wie der AEV bekanntgab.

In vier Sekunden weggezogen: Minnesota fertigt Anaheim ab

Nico Sturm ist mit den Minnesota Wild in der NHL weiter auf Play-off-Kurs. Siebenmal traf auch das Team der Stunde aus Florida.

Minnesotas Mats Zuccarello lässt sich feiern.

Minnesotas Mats Zuccarello lässt sich feiern.

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Die Wild gewannen am Freitagabend gegen die Anaheim Ducks mit 7:3. Sturm assistierte beim 1:0-Führungstreffer von Kevin Fiala im ersten Drittel, es war die sechste Torvorlage der Saison für den 26-jährigen gebürtigen Augsburger, der zudem sechs Treffer erzielt hat.

Minnesota entschied die Partie mit drei Treffern in den ersten beiden Minuten des Schlussdrittels, als es die Führung zwischenzeitlich auf 6:1 ausbaute. Matt Boldy und Mats Zuccarello trafen dabei sogar im Abstand von vier Sekunden.

“Heute lief das Spiel in unsere Richtung, wir haben ein paar schöne Tore geschossen. Es ist ein gutes Gefühl, wenn es so läuft”, meinte Doppeltorschütze Zuccarello.

Für die Wild war es der dritte Sieg in Serie. Sie liegen aktuell auf Platz vier der Central Division und haben dabei, wegen der vielen Spielverlegungen in der NHL aufgrund der Corona-Pandemie, weniger Spiele als die Konkurrenz absolviert.

Bennett treibt die Panthers an – 13. Heimsieg für Colorado in Serie

Das beste Team der Liga sind aktuell die Florida Panthers, die in einer weiteren Freitagspartie die Dallas Stars mit 7:1 abfertigten. Sam Bennett schraubte mit drei Toren am Ende das Ergebnis nochmal richtig hoch.

Den Colorado Avalanche gelang beim 4:3 nach Penaltyschießen gegen die Arizona Coyotes der 13. Heimsieg in Serie. Zunächst verspielte die Avalanche ein 2:0, André Burakovsky gelang aber kurz nach dem 2:3 der Ausgleich.

Overtime-Blitztor: München gewinnt Topspiel in Berlin

Mit neuem Torhüter ist der EHC Red Bull München erfolgreich aus der knapp zweiwöchigen Corona-Zwangspause zurückgekehrt. Derweil geht der Absturz der Kölner Haie unvermindert weiter.

Heißer Kampf am Freitagabend: Eisbären Berlin gegen EHC Red Bull München.

Heißer Kampf am Freitagabend: Eisbären Berlin gegen EHC Red Bull München.

imago images/Andreas Gora

Nach zuvor fünf Niederlagen in Serie siegte Champions-League-Halbfinalist München am Freitag im Spitzenspiel des 42. Spieltags mit 3:2 nach Verlängerung beim deutschen Meister und Tabellenführer Eisbären Berlin.

Für München war es nach einem Corona-Ausbruch das erste Spiel seit dem 2. Januar. Kurz vor der Team-Quarantäne hatte Red Bull den norwegischen Nationalkeeper Henrik Haukeland für die Problemposition verpflichtet. Der 27-Jährige gab in Berlin sein Debüt.

Derweil geht der Absturz der Kölner Haie unvermindert weiter. Das Team von Trainer Uwe Krupp verlor bei den Krefeld Pinguinen 1:3 und damit das siebte Spiel in Serie. Dabei waren die Krefelder notgedrungen zwei Wochen lang nicht im Spielbetrieb gewesen. Nach dem zuvor letzten Spiel am 30. Dezember gegen Nürnberg (3:2) waren alle anschließend geplanten Partien wegen Corona-Infektionen bei den Gegnern ausgefallen.

Köln fehlten indes wegen Verletzungen, Corona-Infektionen oder Quarantäne-Maßnahmen neun Spieler. Vor dem Derby am Sonntag gegen die Düsseldorfer EG, die ihre Sieglos-Serie am Donnerstag durch das 5:4 gegen Nürnberg beendet hatte, müssen die Haie allmählich ernsthaft um die Play-off-Teilnahme bangen und den Blick Richtung Abstiegsränge richten.

In der von der Pandemie gebeutelten Liga fanden am Freitag wieder nur vier Spiele statt. Aktuell sind die Iserlohn Roosters und neuerdings auch der ERC Ingolstadt nach mehreren Infektionen nicht spielfähig. Am Freitag besiegten die Augsburger Panther zudem Aufsteiger Bietigheim 3:1 und die Straubing Tigers Bremerhaven 5:1.