Play-off-Modus in der Schweiz abgeschmettert – Zweiteilung kommt

Der FC Zürich hat den Stein mit einem Antrag ins Rollen gebracht, nun haben die Schweizer Klubs entschieden: Es wird keine Play-offs geben.

Die Schweizer Liga stellt sich neu auf: FCZ-Torschütze Aiyegin Tosin.

Die Schweizer Liga stellt sich neu auf: FCZ-Torschütze Aiyegin Tosin.

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Die 20 Klubs der beiden höchsten Schweizer Ligen wurden zur Wahlurne gebeten. Es ging um die angedachte Modus-Änderung und Einführung von Play-offs. Pikant: Noch im Mai hatten diese Vereine überdeutlich mit 16:4 pro Play-offs votiert. Erst deutlich später wurden Stimmen gegen dieses Spielsystem lauter, ehe Ancillo Canepa einen Antrag stellte.

Nun wird wirklich jene Mannschaft Meister, die über die ganze Saison am besten gespielt hat.

Ancillo Canepa, Präsident des FC Zürich

Und der Präsident des Schweizer Meisters und Tabellenletzten FC Zürich durfte sich freuen. Mit 12:8 stimmten die Klubs diesmal gegen die Play-offs. “Das ist ein guter Tag für den Schweizer Fußball”, sagte Canepa. “Nun wird wirklich jene Mannschaft Meister, die über die ganze Saison am besten gespielt hat.”

Die sportliche Ungerechtigkeit hatten Canepa & Co. betont und ein Play-off-Finale daher abgelehnt, aber auch andere Aspekte ins Feld geführt. Denn in den Play-offs könne es zu brisanten Duellen von Erzrivalen kommen, bei denen die Sicherheit nicht gewährleistet sein könnte und die Behörden daher diese Spiele verbieten – oder unter Ausschluss von Fans austragen lassen.

Hinzu kam die vehemente Gegenwehr einflussreicher Fanklubs, die für entsprechende Stimmung in den Stadien sorgten. Insgesamt wurden fast 60.000 Unterschriften gesammelt, selbst Spieler beteiligten sich an der Aktion.

Vor allem die Deutsch-Schweizer Vereine waren dagegen

Vor der Abstimmung hatte es noch stark nach einem Ergebnis von 10:10 ausgesehen, wobei die meisten Deutsch-Schweizer Vereine gegen die Play-offs waren, die Vertreter aus der Westschweiz sowie dem Tessin dafür.

Nicht mehr infrage gestellt wurde die Aufstockung der Super League von zehn auf zwölf Klubs. Dabei ist auch diese Änderung umstritten, weil es den möglichen Aufsteigern wie Stade Lausanne, Wil oder Yverdon an Attraktivität fehlt – und weil beispielsweise die TV-Einnahmen nun auf mehr Vereine verteilt werden müssen. Zudem ist es sehr schwierig, einen passenden Modus mit zwölf Mannschaften zu finden.

Modus wie in Schottland

Gespielt werden soll nun wie in Schottland: Zuerst tritt jede Mannschaft dreimal gegen jeden Ligakonkurrenten an. Danach wird die Liga geteilt. Die Top 6 spielen in der “Championship Group” um den Meistertitel und die anderen sechs Klubs in der “Relegation Group” gegen den Abstieg. Innerhalb dieser Gruppen spielt noch einmal jeder gegen jeden. Schottische Studien belegen, dass sich die Zahl der Heimspiele über mehrere Jahre ausgleicht – und es meist sogar in einer Saison gelingt, dass jeder Klub 19-mal zu Hause antreten darf.

Bislang spielen die beiden Schweizer Profiligen noch jeweils in Doppelrunden mit je zweimal Hin- und Rückrunde (36 Spieltage). Nach Ablauf gab es dann noch die in der Schweiz als “Barrage” bekannte Relegation mit dem Kampf eins Erst- mit einem Zweitligisten um einen Startplatz im Oberhaus des eidgenössischen Fußballs.