DFB-Team überrascht Messi

Lionel Messi sieht noch einige starke Konkurrenten für Argentinien beim Kampf um den WM-Titel. Dass Deutschland nicht mehr dabei ist, verwundert ihn.

In Partylaune: Lionel Messi und seine Argentinier stehen im WM-Viertelfinale.

In Partylaune: Lionel Messi und seine Argentinier stehen im WM-Viertelfinale.

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Müde und ausgelaugt wirkt Lionel Messi bei der WM 2022 nicht gerade, trotzdem ist er mit 35 Jahren froh, dass er jetzt für einen Moment durchatmen kann: Fünf volle freie Tage hat der Spielplan für Argentinien nach dem Einzug ins Viertelfinale vorgesehen, den allen voran Messi gegen Australien sicherstellte (2:1). Erst am Freitagabend (20 Uhr, LIVE! bei kicker) ist er mit seinen Teamkollegen wieder gefordert – gegen die Niederlande.

“Das wird ein tolles Spiel”, prophezeit der Angreifer von Paris St. Germain in der heimischen Sportzeitung “Olé”, “und es wird sehr schwer.” Oranje habe eine “großartige Mannschaft mit großartigen Spielern und einem großartigen Trainer”, Louis van Gaal. Doch Messi sieht noch weitere hohe Hürden auf seine Argentinier zukommen, soll es etwas mit dem dritten WM-Titel nach 1978 und 1986 werden.

Deutschland? “Der Name einer Mannschaft zählt nicht mehr”

“Brasilien spielt sehr gut, unabhängig von der Niederlage gegen Kamerun. Das ist weiterhin einer der Topfavoriten”, sagt Messi, der so viele WM-Spiele verfolgt wie möglich. “Auch Frankreich und Spanien” hat er auf dem Zettel, obwohl die Spanier in ihrer Gruppe hinter Japan landeten. “Wenn sie den Ball abfangen, ist ihr Plan sehr klar. Sie kontrollieren das Spiel mit viel Ballbesitz.”

Dass Deutschland dagegen wie bereits 2018 in Russland schon in der Gruppenphase hängengeblieben ist, hat Messi nicht kommen sehen. “Ich war überrascht”, sagt er. “Weil sie viele wichtige Spieler und eine junge Mannschaft haben und weil Deutschland immer unter den Besten ist. Es ist überraschend, dass sie erneut bei einer WM in der ersten Runde ausgeschieden sind.” Doch das zeige nur, wie kompliziert eine WM und “wie ausgeglichen alles” sei: “Der Name einer Mannschaft zählt nicht mehr.”

Messi, der 2014 noch das WM-Finale gegen die DFB-Auswahl verlor, will seine mutmaßlich letzte WM endlich mit dem ersten Titel krönen. Doch Druck scheint er nicht zu verspüren. “Mit der Erfahrung und dem Alter habe ich einen anderen Blick. Ich genieße es wirklich, was wir erleben. Es ist eine unglaubliche Freude, das alles mit den Menschen zu genießen und zu sehen, wie verrückt die Leute hier und in Argentinien sind. Hoffentlich hält das weiter an.”

Argentinien lässt das Stadion vibrieren – Messi vermeidet das Wörtchen WM-Titel

Den Viertelfinaleinzug feierte Argentinien enthusiastisch, das Stadion vibrierte. Kapitän Lionel Messi ließ sich mitreißen – vermied aber das “W”-Wort.

Anführer auf dem Platz und bei den Feierlichkeiten: Argentiniens Kapitän Lionel Messi.

Anführer auf dem Platz und bei den Feierlichkeiten: Argentiniens Kapitän Lionel Messi.

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Und dann war es doch noch einmal vieeeel lauter, als sich das selbst der Nationaltrainer hatte vorstellen können. Lionel Scaloni hatte schon nach dem 2:0 gegen Polen zum Abschluss der Gruppenphase von der riesigen Unterstützung durch die argentinischen Fans in Katar geschwärmt und von einer “Heimspiel-Stimmung” gesprochen.

Nach dem völlig verdienten, angesichts vergebener Chancen am Ende aber doch noch knappen 2:1 Argentiniens im Achtelfinale gegen Australien vibrierte das Ahmad Bin Ali Stadium geradezu unter dem immer lauter werdenden Chor der rund 30.000 Fans, die minutenlang ihre Albiceleste mit Gesängen feierten – und die Spieler sangen und tanzten vor dem Fanblock mit, der sich letztlich fast durch das gesamte 45.000 Zuschauer fassende Stadion zog.

Ein strahlender Kapitän Lionel Messi, der vor der Pause bei seiner fünften Endrunde mit seinem ersten Tor in einer WM-K.-o.-Runde sein Team in Führung gebracht hatte, erklärte kurz danach noch immer ein wenig euphorisch: “Das waren unglaubliche Momente.”

WM-Achtelfinale am Samstag

Der 35-Jährige hatte nach dem Schlusspfiff minutenlang vor der Kurve mitgemacht und gab zu: “Ja, wir wollten wieder feiern, es ist der Wahnsinn, unglaublich, wie der Funke von den Anhängern auf uns überspringt, ein großes Dankeschön an sie”, lachte Argentiniens Anführer auch fast eine Stunde nach Spielende noch und betonte: “Das ist ein weiteres Schrittchen hin zu unserem Ziel.”

Gemeint ist natürlich der WM-Titel, auch wenn “10” das Wort nicht in den Mund nahm. Denn er wusste trotz der eigenen Klasseleistung an diesem Abend: Am Ende war es nach der lange komfortablen Führung (Julian Alvarez hatte Mitte der zweiten Halbzeit das 2:0 erzielt) noch einmal eng geworden.

Messi: “Am Ende verkomplizierten wir es uns durch das Gegentor selbst”

Enzo Fernandez hatte nach 77 Minuten mit einem Eigentor die Socceroos wieder zurück ins Spiel gebracht – und Keeper Emiliano Martinez musste in der Nachspielzeit gegen Garang Kuol sogar in extremis den Ausgleich und damit die Verlängerung verhindern. Letztlich sicherte damit ausgerechnet der zuvor wackelige Keeper den Sieg. Auch Messi gab zu: “Ja, es war ein sehr hartes Spiel für uns, sie agierten sehr physisch, und am Ende verkomplizierten wir es uns durch das Gegentor selbst.”

Dennoch zollte auch Australiens Trainer Graham Arnold dem Superstar ob dessen Leistung Respekt. “Unglaublich, was er gezeigt hat, er ist einer der Größten aller Zeiten.” Und: “Ich hatte das Privileg, als Profi einst gegen Maradona spielen zu dürfen”, nun habe er als Trainer ein “weiteres Mal mit meiner Mannschaft gegen Messi spielen dürfen.”

Der Coach sagte nicht “gegen Argentinien”. Denn tatsächlich hatte der Kapitän der Albiceleste ein großartiges Spiel gemacht, nach einer guten halben Stunde die Führung erzielt und vor allem nach der Pause das Spiel seiner Mannschaft angetrieben. Bei einem Sololauf Mitte der zweiten Halbzeit ging ein Raunen durch das Stadion. Einzig ein weiterer Treffer war ihm versagt geblieben – noch ist daher Gabriel Batistuta mit zehn Endrunden-Toren führender Argentinier in diesem Ranking. Messi bilanziert nun drei Treffer bei dieser WM, insgesamt neun.

Im Viertelfinale gegen die Niederlande könnte er “Batigol” einholen, es wäre dann zum, aus argentinischer Sicht, richtigen Zeitpunkt. Denn gegen die Mannschaft von Louis van Gaal darf sich die Albiceleste nicht solche Unsicherheiten in der Abwehr leisten, will sie “ein weiteres Schrittchen” hin zum Titel machen. Auch Nationaltrainer Scaloni betonte später: “Jetzt wartet ein noch stärkerer Gegner auf uns.”

Unklar daher, ob es auch nach dem Viertelfinale wieder zu solchen Feierlichkeiten wie am Samstag kommen wird. Doch selbst Scaloni gab zu, dass so eine Eruption der Freude wichtig und hilfreich sei für die Psyche: “Das sind einzigartige Momente. Es gibt nichts Besseres im Fußball, ich habe mitgefeiert, meine Familie auch, die hier ist, alle.” Wenn sie sich nur nicht zu früh gefreut haben.

Jörg Wolfrum

Lichtgestalt Messi auf den Fersen von Klose und Matthäus

Lionel Messi ist ohne Zweifel eine Lichtgestalt des Fußballs – zahlreiche Rekorde nennt der gerade mal 1,70 m große Argentinier sein Eigen, gegen Australien kamen weitere beeindruckende Marken hinzu.

Auf WM- und Rekordjagd: Lionel Messi.

Auf WM- und Rekordjagd: Lionel Messi.

IMAGO/Moritz Müller

Beim 2:1 über die Socceroos war Messi in seinem 1000. Pflichtspiel nicht nur derjenige, der die Albiceleste in Führung brachte und damit den Grundstein für den Einzug ins Viertelfinale gegen die Niederlande klarmachte, er übertraf in diesem Spiel auch das argentinische Fußball-Idol Diego Maradona.

Messis wunderbarer Linksschuss in der 35. Minute zum 1:0 war sein erstes Tor in der K.-o.-Phase einer WM und sein insgesamt neuntes bei einer Weltmeisterschaft. Maradona, der die Südamerikaner 1986 zum Titel geführt hatte, kam im Laufe seiner Karriere auf acht Tore.

Rekord-Nationalspieler seines Landes ist Messi (169 Spiele) schon längst, Rekord-Torschütze ebenso – schon vor sechs Jahren hatte er Gabriel Batistuta (55 Länderspieltreffer) abgelöst. Inzwischen liegt der 35-jährige Messi bei 94 Toren für die Albiceleste, hat aber (noch) nicht die meisten WM-Tore für sein Land erzielt. Diese Bestmarke hält noch immer Batistuta mit zehn Toren. Dessen Rekord kann “La Pulga” nun am Freitag (LIVE! ab 20 Uhr bei kicker) egalisieren oder gar übertreffen.

Weiterer Rekord wackelt

Eine andere Bestmarke hatte Messi übrigens schon beim 2:0 über Polen geknackt – damals bestritt er sein 22. WM-Spiel für Argentinien und überflügelte damit Maradona (21 WM-Spiele) als WM-Rekordspieler der Südamerikaner. Aktuell liegt “La Pulga” bei 23 WM-Spielen und belegt damit in der ewigen Bestenliste mit Italiens Paolo Maldini den dritten Platz.

Sollte Messi gesund bleiben, dann wird er am Freitag mit Miroslav Klose (24 WM-Spiele) gleichziehen und im Falle eines argentinischen Einzugs in das Halbfinale würde auch Lothar Matthäus‘ Rekordmarke von 25 WM-Spielen in Gefahr geraten. Immerhin hätte der Mann, der schon so viele Rekorde aufgestellt hat, in diesem Fall noch zwei weitere Möglichkeiten, um Einsätze zu sammeln und eine weitere Bestmarke aufzustellen.

Messi überragt, Martinez rettet: Argentinien im Viertelfinale

FIFA WM 2022 – Highlights 03.12.2022

Messi überragt, Martinez rettet: Argentinien im Viertelfinale

3:21Wieder war es Messi, der mit seinem 1:0 Argentinien in die Spur brachte. City-Stürmer Alvarez legte mit seinem zweiten Turniertreffer nach. Beinahe wäre Australien dann aber nochmal ins Spiel gekommen, auf den abgefälschten Anschlusstreffer folgten zwei Riesenchancen, die aber nicht genutzt wurden.

“Es ist der Wahnsinn”: Scaloni warnt vor Australien

Vor dem 1000. Spiel für Lionel Messi verweist Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni vor dem Achtelfinale gegen Australien auf die Stärke des Gegners.

Lionel Messi und Lionel Scaloni haben Australien im Blick.

Lionel Messi und Lionel Scaloni haben Australien im Blick.

IMAGO/Shutterstock

Aus Katar berichtet Jörg Wolfrum

Auf dass jetzt nicht gleich alle denken, man rase durch das Turnier, erinnerte Argentiniens Nationaltrainer Lionel Scaloni vor dem Achtelfinale an diesem Samstag gegen Australien noch mal an die Schwierigkeiten zum Start, die Niederlage gegen Saudi-Arabien, dass man heutzutage keinen Gegner unterschätzen dürfe und damit auch nicht die Socceroos.

“Ich bin nicht damit einverstanden, dass Australien ein schwächerer Gegner sein soll”, mahnte der Coach. “Wir sollten die Favoritenrolle beiseitelegen. Wir treffen auf eine Mannschaft mit guten Spielern, ob im Tor, im Mittelfeld oder auf den Flügeln. Sie agieren auf hohem Niveau, das ist eine Mannschaft im Wortsinn, eine Gruppe, die weiß, was sie will. Und gegen so einen Gegner ist es immer schwierig.”

Jetzt müsste er nur noch gehört werden in der Heimat, die schon wieder im Delirium ist nach dem 2:0 über Polen zum Abschluss der Gruppenphase in einem Spiel, dass auch gut und gerne 7:0 hätte ausgehen können, so dominant war die Albiceleste gewesen, hätte nicht Keeper Wojciech Szczesny praktisch fast alles gehalten, etwa auch einen Elfmeter von Lionel Messi vor dem Wechsel – alles außer den Schüssen von Alexis Mac Allister und Julian Alvarez nach der Pause.

Wir lassen den letzten Tropfen Schweiß, aber bitte: Es ist Fußball. Überraschungen kann es immer geben.

Lionel Scaloni

“Wir werden versuchen, erneut unser Spiel durchzusetzen”, kündigte Scaloni für das Match gegen Australien im Ahmad Bin Ali Stadium an. Sein Team habe sich “gefunden, auch wenn dies nicht bedeute, dass immer dieselben Spieler auflaufen. Aber die Mannschaft hinterließ zuletzt einen guten Eindruck, auch schon in der Endphase gegen Mexiko”. Auch da gewann Argentinien 2:0, Treffer: Kapitän Messi und Enzo Fernandez.

Messi: Nummer 1000 und auf WM-Rekord-Jagd

Messi wird gegen Australien das 1000. Pflichtspiel seiner Karriere machen, es wird sein 23. WM-Spiel sein, er schließt damit zu dem Italiener Paolo Maldini auf, nur noch Miro Klose (24) und Lothar Matthäus (25) stehen dann vor ihm.

Kein Risiko bei di Maria – Gomez oder Correa?

Wer gegen Australien neben ihm auf dem Platz stehen wird, ist noch ein wenig offen. Angel di Maria von Juventus Turin vermutlich eher nicht, da er gegen Polen angeschlagen runterging, man will nichts riskieren. Der Weg soll ja noch ein Stückchen weiter gehen. Alejandro Gomez vom FC Sevilla könnte kommen, der ist aber besser links aufgehoben, daher vielleicht doch eher Atletico Madrids Angel Correa? Oder Jungstar Alvarez rückt auf rechts und Inter Mailands Lautaro Martinez zurück in die Sturmspitze? Diese Rolle hatte ihm der Profi von Manchester City zuletzt abgelaufen.

Wie auch immer: Alvarez dürfte dabei sein, auch Enzo Fernandez im defensiven Mittelfeld und MacAllister, der Torschütze zur Führung gegen Polen, weiter vorne. Es ist nach dem Schock rund um die Niederlage gegen Saudi-Arabien so etwas wie ein Gerüst junger Spieler rund um Messi entstanden. Eine neue Generation, die im Verbund mit dem Wunderfußballer dessen Traum vom Titel angeht. Der nächste Schritt folgt nun zum Auftakt der K.-o.-Phase.

Trainer Scalonis Botschaft: “Wir lassen den letzten Tropfen Schweiß, aber bitte: Es ist Fußball. Überraschungen kann es immer geben.” Weil das in der fußballverrückten Heimat natürlich keiner hören will, setzte der Coach gleich noch einen drauf: “Diese Art Überraschungen sind keine Überraschungen, denn alle sind gut. Dass Australien Dänemark schlug, ist für mich keine Überraschung. Sie sind nervenstark und haben das schon im Play-off zur WM bewiesen.”

Scaloni von der Fan-Unterstützung überwältigt

Unterstützt werden dürfte Argentinien erneut wieder lautstark von den Rängen, auch “im Ausland ist es der Wahnsinn”, so Scaloni: “Wir sind den Fans sehr dankbar, das Ambiente gegen Polen war, als ob wir in Argentinien gespielt hätten.” Der himmelblau-weiße (oder auch der blaue Ausweich-)Dress sei eben für immer auch das Trikot von Diego Maradona. All das wecke Assoziationen, Hoffnungen, Träume, Titelträume. “Wir versuchen, das mit maximaler Leistung zurückzugeben.” Angeführt von Kapitän Messi in seinem 1000. Spiel seit seinem Profidebüt im Oktober 2004 für den FC Barcelona im Derby gegen Espanyol.

ESM-Elf November: Mbappé überragt – Gakpo und Szczesny überzeugen bei WM

Die European Sports Media haben ihre Top-Elf für den November bekanntgegeben. Neben zwei Parisern hat es ein Bayern-Spieler in die Elf geschafft. Bei der WM machten besonders ein Niederländer und ein Pole auf sich aufmerksam. 

Bekam mit elf Stimmen die meisten: Frankreich-Star Kylian Mbappé´.

Bekam mit elf Stimmen die meisten: Frankreich-Star Kylian Mbappé´.

IMAGO/Pressinphoto

In der heimischen Ligue 1 ist Paris St. Germain das Maß aller Dinge – und auch bei der WM in Katar wussten besonders zwei PSG-Spieler zu überzeugen. Nach starken Leistungen zum Jahresabschluss für die Pariser führten sowohl Kylian Mbappé (Frankreich) als auch Lionel Messi (Argentinien) ihr Nationalteam ins Achtelfinale der WM. Der junge Franzose (elf Nominierungen) kam in den drei Gruppenspielen auf drei Tore, der 7-malige Ballon d´Or-Gewinner (drei Nominierungen) steuerte für Argentinien zwei Treffer und einen Assist bei. 

Gakpo schießt sich in die Top-Elf

Auffällig bei der ESM-Elf des Novembers: Die Vereine sind bunt gemischt. Manchester City ist nach der dominanten Hinrunde mit vielen Nominierungen nicht mehr zu finden. Dafür haben es mit Kieran Trippier (Newcastle United), Theo Hernandez (AC Mailand) und Cody Gakpo (PSV Eindhoven) vergleichsweise weniger prominente Namen in die Top-Elf geschafft. Letzterer weiß bisher vor allem bei der WM zu überzeugen, erzielte in drei Spielen drei Tore für die Elftal. 

Die Bundesliga stellt, wie schon im Oktober (damals Jude Bellingham), nur einen Spieler. Youngster Jamal Musiala hat es in die Top-Elf geschafft. Den Platz im Tor hat sich Wojciech Szczesny mit starken Leistungen für Polen, inklusive zwei gehaltenen Elfmetern, reichlich verdient. Die Verteidigung komplettieren Éder Militão (Real Madrid) und Jordi Alba (FC Barcelona). Neben Musiala bilden Pedri (FC Barcelona) und Bruno Fernandes (Manchester United) das Mittelfeld. 

Die ESM-Topelf des Monats November

Diese Elf nominierte der kicker

1. Wojciech Szczesny (Juventus)
2. Sergiño Dest (AC Milan)
3. César Montes (CF Monterrey)
4. Strahinja Pavlovic (Red Bull Salzburg)
5. Jordi Alba (FC Barcelona)
6. Antoine Griezmann (Atlético Madrid)
7. Casemiro (Manchester United)
8. Bruno Fernandes (Manchester United)
9. Cody Gakpo (PSV)
10. Álvaro Morata (Atlético Madrid)
11. Kylian Mbappé (Paris Saint-Germain)

Szczesny verliert Wette gegen Messi: “Werde ihn nicht bezahlen”

Wojciech Szczesny ist bei der WM der Garant dafür, dass Polen den Sprung ins Achtelfinale geschafft hat. Nach dem 0:2 gegen Argentinien sprach der polnische Keeper auch über eine Wette mit Lionel Messi.

Gibt er den wirklich? Wojciech Szczesny (li.) und Lionel Messi.

Gibt er den wirklich? Wojciech Szczesny (li.) und Lionel Messi.

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Es war eine der seltenen WM-Niederlagen, nach denen beide Mannschaften in den Feiermodus schalteten. Die Polen hatten gerade 0:2 gegen Argentinien verloren, Lionel Messi und Robert Lewandowski tauschten intensive, offenbar nette und lobende Worte aus. Als Lewandowski anschließend zurück zu seinen Teamkollegen lief, die das Parallelspiel auf einem Handy verfolgten, rissen erst die Mitspieler und dann auch der Barça-Torjäger die Arme in den Nachthimmel von Doha. Das 2:1 der Mexikaner gegen Saudi-Arabien war für die Zentralamerikaner zu wenig – und für die Polen gerade genug.

Thema war im Nachgang auch der argentinische Elfmeter, den Messi in der 39. Minute verschossen hatte. Was war passiert? ManCity-Angreifer Julian Alvarez hatte eine Flanke an den zweiten Pfosten gezogen, wo Wojciech Szczesny am Ball vorbeisegelte und dann den köpfenden Messi mit der Hand im Gesicht touchierte. Referee Danny Makkelie gab nicht sofort Strafstoß, wurde dann aber an den Video-Bildschirm zitiert. Nach deren Ansicht zeigte der Niederländer zum Unverständnis der Polen auf den Punkt. Eine harte Entscheidung.

Szczesny: “Wir haben vor dem Elfmeter gesprochen”

Szczesny konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, blickte dabei auch in Richtung Messi. Ein stiller Austausch mit Vorgeschichte. “Wir haben vor dem Elfmeter gesprochen und ich habe gewettet, dass der Schiedsrichter den Strafstoß nicht geben wird”, erklärte Szczesny. Der 32-Jährige, der schon gegen Saudi-Arabien einen wichtigen, ebenfalls strittigen Elfmeter pariert hatte, hechtete sich in das aus seiner Sicht linke Eck und entschärfte den alles andere als schlecht geschossenen Strafstoß von Messi.

Ich weiß nicht, ob so eine Wette bei einer Weltmeisterschaft überhaupt erlaubt ist.

Wojciech Szczesny

Wettschulden sind Ehrenschulden? “Ich werde ihn nicht bezahlen, er hat genug”, scherzte der polnische Nationalkeeper. Nach seinen Angaben hatten Messi und er um 100 Euro gewettet. “Ich weiß nicht, ob so eine Wette bei einer Weltmeisterschaft überhaupt erlaubt ist. Ich werde dafür gesperrt”, schob Szczesny im polnischen TV mit einem Augenzwinkern hinterher.

Jetzt wartet Frankreich: “Ein großer Moment für uns alle”

Der Keeper von Juventus Turin brachte allerdings nicht nur Messi, sondern Argentiniens komplette Offensive regelrecht zum Verzweifeln im Stadium 974. “Es steckt viel Arbeit dahinter, aber du brauchst auch etwas Glück, um einen Messi-Elfmeter zu halten”, gestand Szczesny, der den erstmaligen Achtelfinal-Einzug Polens nach 36 Jahren vor allem auf seine Fahne schreiben darf.

Am Sonntag (16 Uhr, LIVE! bei kicker) wartet Titelverteidiger Frankreich – und mit Kylian Mbappé der nächste PSG-Star, dem Szczesny gerne den Zahn ziehen würde: “Das ist ein großer Moment für uns alle.”