Feine Aktionen, vier Tore: Lazio spielt Katz und Maus mit Milan

Serie A – Highlights by DAZN 24.01.2023

Feine Aktionen, vier Tore: Lazio spielt Katz und Maus mit Milan

5:03Der amtierende italienische Meister Milan ist zum Abschluss dieses 19. Serie-A-Spieltags mit 0:4 bei Lazio Rom unter die Räder gekommen. Bei den souveränen, starken und eiskalten Biancocelesti war für die in der Krise steckenden Rossoneri (Supercoppa-Pleite gegen Inter, Coppa-Aus, keine Ligasiege me

Rossoneri unter Rädern: Lazio koffert Meister Milan mit 4:0 ab

Zum Abschluss des 19. Serie-A-Spieltags hatte Milan die große Chance, an Spitzenreiter Napoli dranzubleiben und zugleich Rang zwei zu untermauern. Doch diese Möglichkeit blieb ungenutzt. Es gab ein Debakel bei Lazio Rom.

0:4 und keinen Auftrag in Rom: Olivier Giroud (li.) & Co. blicken nach der Demontage durch Lazio ins Leere.

0:4 und keinen Auftrag in Rom: Olivier Giroud (li.) & Co. blicken nach der Demontage durch Lazio ins Leere.

IMAGO/Gribaudi/ImagePhoto

Noch immer kein Ibrahimovic-Comeback, weiterhin das schmerzliche Fehlen von Stammtorwart Maignan (nach Wadenmuskelriss seit September raus) und die Gewissheit, überhaupt noch nicht im neuen Jahr 2023 angekommen zu sein: Für Meiser Milan läuft es nicht.

Das hat sich an diesem Dienstagabend zum Abschluss des 19. Serie-A-Spieltags auch beim Gastspiel in Rom gezeigt. Gastgeber Lazio hat die Rossoneri vom Anpfiff weg ausgeguckt, eiskalt ausgespielt und die akuten AC-Abwehrprobleme ein weiteres Mal offengelegt.

Schon in der 4. Spielminute war es soweit: Felipe Anderson baute überlegt über die linke Seite auf, wo Zaccagni kurz Tempo machte und dann flach ins Zentrum passte. Dort liefen sowohl der mitmachende Felipe Anderson als auch Luis Alberto über die Kugel, sodass Milinkovic-Savic zum Schuss kam und humorlos links unten einschoss. Keeper Tatarusanu tauchte zu spät ab, der vierte Rückstand in einem Pflichtspiel war für die zuletzt zweimal sieglosen, aus der Coppa Italia ausgeschiedenen und in der Supercoppa von Erzrivale Inter vermöbelten Rossoneri perfekt.

Auf Gegentor 1 folgt Nummer 2

Die Hausherren knüpften damit nahtlos an den jüngsten 1:0-Sieg gegen den FC Bologna an und legten noch im ersten Abschnitt nach. Der trotz seines Alters von 35 Jahren unermüdliche Pedro leitete ein, nahm Marusic lässig mit – und nach dessen Beinschuss samt Pfostentreffer gegen einen unglücklich aussehenden Tatarusanu staubte der mitgelaufene Zaccagni zum 2:0 ab (38.). Das war zugleich der Pausenstand, auch weil von der Mailänder Offensive um Rafael Leao oder Routinier Giroud schlicht viel zu wenig Gefahr kam.

Besser wurde es auch nach Wiederbeginn nicht, vielmehr zeichnete sich hier das gleiche Bild ab – auch wenn Milan in den ersten Minuten ein klein wenig Gas gab. Rafael Leao brachte das Kunstleder aber nicht zum 1:2 in den Maschen unter, weil Hysaj gerade noch als Retter zur Stelle war (62.).

Mailand hat kein Gegenmittel

Defensiv standen die Gäste aus der Lombardei zudem weiterhin nicht sattelfest. Dazu passte, dass Kalulu bei einem Querpass im eigenen Zentrum viel zu spät kam und trotzdem reinhackte gegen Pedro. Der Spanier wurde klar getroffen, der Pfiff ertönte und Luis Alberto verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum vorentscheidenden 3:0 unter die Latte (67.). Zu allem Überfluss hatte Felipe Anderson nach feiner Kombination in der Schlussphase auch noch das 4:0 in petto (75.), um die Milan-Blamage zu vollenden.

Der aktuelle Serie-A-Spieltag im Überblick

Durch diese Pleite des Titelverteidigers jubelte in erster Linie Scudetto-Anwärter Napoli nach dem 2:0 bei US Salernitana über einen Vorsprung von nunmehr zwölf (!) Punkten auf den Mailänder Meister, der selbst noch auf Platz 2 stehenblieb – allerdings nur noch mit einem Zähler Vorsprung vor Lazio, Inter und der Roma. Juventus würde theoretisch auch mitmischen, den Turinern wurden aber 15 Punkte abgezogen.

Dzeko und Lautaro richtig stark: Inter gewinnt die Supercoppa klar gegen Milan

Wer ein hochspannendes Mailänder Derby im Finale der Supercoppa Italiana erhofft hatte, der wurde eines Besseren belehrt. Der amtierende Pokalsieger Inter dominierte dieses im saudi-arabischen Riad ausgetragene Endspiel nahezu komplett, bestätigte damit die aktuelle Form und stürzte Milan mit einem 0:3 ins derzeit tiefe Tal.

Der Mann des Tages bei der Supercoppa Italiana: Edin Dzeko (Mi.) wird von den Mitspielern gefeiert.

Der Mann des Tages bei der Supercoppa Italiana: Edin Dzeko (Mi.) wird von den Mitspielern gefeiert.

AFP via Getty Images

Auch wenn der amtierende italienische Meister Milan erst zweimal in dieser Serie-A-Saison verloren hatte, so war zuletzt doch ein Negativtrend offensichtlich. Dieser setzte sich auch an diesem Mittwoch bei der im saudi-arabischen Riad ausgetragenen Supercoppa Italiana fort: Denn nachdem die Rossoneri zuletzt ein 2:0 gegen die Roma (2:2) hergeschenkt hatte, im Coppa-Achtelfinale an Torino (0:1 n.V. und in Überzahl) gescheitert und jüngst bei Aufsteiger Lecce nach 0:2-Nackenschlag nur ein 2:2 geglückt war, trat das Team gerade defensiv abermals stark verunsichert auf.

Die Folge war ein recht früher 0:2-Rückstand. Oder anders gesprochen: Stadtrivale Inter, zuletzt stark unterwegs, setzte den eigenen Trend gegen den angeschlagenen Rivalen einfach fort. Nach toller Kombination über Dzeko und Barella war es zunächst Dimarco, der aus nächster Nähe mit einer Direktabnahme auf 1:0 stellte (10. Minute), ehe Dzeko mit inzwischen fast 37 Jahren noch immer seine Qualitäten im Torabschluss unter Beweis stellte. Der Bosnier tanzte den zu passiven Tonali aus, um dann fein ins lange Eck zu schlenzen – 2:0 (21.).

Dzeko und Dimarco verpassen 3:0

Die Mailänder Derbys in dieser Saison

Von diesem doppelten Nackenschlag erholten sich die Milan-Profis nur schwerlich, lediglich über den antrittstarken Rafael Leao kam zwischendurch mal etwas Schwung auf (16., 17., 28.). Allerdings konnten sich die Rossoneri auch bei ihrem Keeper Tatarusanu bedanken, dass dieser bei gefährlichen Abschlüssen von Dzeko (28.) und Dimarco (30.) das vorentscheidende 0:3 nicht zuließ.

Die Folge war, dass es beim 0:2 zur Pause blieb – und dabei, dass sich Milan merklich steigern musste, um in diesem Supercup-Finale noch etwas erreichen zu können. Die Hosen nämlich, sie hatten zu diesem Zeitpunkt und im Grunde das ganze Spiel über klar die Nerazzurri an.

Weltklasse-Tor vom Weltmeister

Nach dem Seitenwechsel waren die Rossoneri um eine Antwort bemüht, unterstrichen das auch mit Nachdruck und recht ordentlichem Offensivfußball. Mehr als Annäherungen wie durch Bennacer (47.), einen zu kraftvollen Abschluss von Rafael Leao (49.) oder eine nur fast beim lauernden Giroud angekommene Flanke (57.) waren jedoch nicht drin. Auch weil die Nerazzurri-Abwehr größtenteils gut stand.

Und so war abermals Inter der nächste Treffer vorbehalten – der entscheidende an diesem Finalabend im saudi-arabischen Riad: Nach einem langen Ball kochte hier Lautaro Martinez seinen zu passiven Gegenspieler Tomori ab und schloss dann aus leicht spitzem Winkel traumhaft mit dem Außenrist ins lange Eck ab. Eine wirklich starke Aktion des argentinischen Weltmeisters. Keeper Tatarusanu konnte hier wie bei den anderen Gegentoren nichts ausrichten (77.).

Beim 3:0 blieb es dann auch, obwohl AC-Joker Rebic mit einer verunglückten Flanke noch die Oberkante der Latte touchierte. Groß kaufen konnten sich er und seine Mitspieler an diesem Abend mit ihrer Leistung nichts – auch nicht mit am Ende fast 70 Prozent Ballbesitz. Der FC Internazionale war schlicht eiskalter, abgebrühter, besser und bestätigte so die zuletzt ohnehin schon starke Form – der siebte Titelgewinn im italienischen Supercup (gleichauf mit Milan und zwei Erfolgserlebnisse hinter Rekordmeister Juventus). Aufbauarbeit muss derweil bei den Rossoneri erfolgen, die Elf von Trainer Stefano Pioli steckt in einem Tief.

Schlafmütziges Milan holt 0:2 auf – Lecce verpasst den Sieg

Milan ist an diesem Samstag der klaren Favoritenrolle beim Gastspiel in Lecce nicht gerecht geworden. Die Rossoneri starteten katastrophal beim Aufsteiger, lagen verdient 0:2 zurück und meldeten sich erst in Abschnitt zwei an. Mehr als ein Punkt war aber nicht drin. Vielmehr kassierte der amtierende Meister fast noch das 2:3.

Die Mannschaft von Aufsteiger US Lecce hat Milan komplett überrascht und früh verdient 2:0 geführt.

Die Mannschaft von Aufsteiger US Lecce hat Milan komplett überrascht und früh verdient 2:0 geführt.

IMAGO/LaPresse

Da Juventus am Freitagabend zum Auftakt dieses 18. Serie-A-Spieltags satt mit 1:5 bei Tabellenführer und Meisterschaftsanwärter Napoli verloren hatte, war die Aufgabe für Milan klar: Die Rossoneri brauchten einen Dreier bei Aufsteiger Lecce, um erstens Platz zwei wieder klarer zu untermauern und zweitens zumindest einigermaßen an den Neapolitanern (vorab zehn Punkte vor) dranzubleiben.

Mehr als ein Remis sollte an diesem Abend in Apulien allerdings nicht drin sein für den Meister, bei dem Trainer Stefano Pioli nach dem überraschenden Aus im Coppa-Achtelfinale (0:1 n.V. gegen Torino) wieder auf Stammkräfte wie Rafael Leao, Giroud oder Theo Hernandez setzte.

Lecce überrascht Milan vollkommen

Serie A, 18. Spieltag

Mit eben jenem letztgenannten Franzosen sollte das frühe Unglück in Lecce allerdings beginnen – oder vielmehr mit der gesamten Mailänder Abwehr, die einen äußerst schlafmützigen Eindruck machte. So war es zunächst Kalulu gewesen, der das zeitige 0:1 mit einem kapitalen Fehlpass einleitete. Nach einer Flanke drückten dann US-Profi Blin und Theo die Kugel über die Linie – der Spieler der Rossoneri wurde hinterher als Eigentorschütze geführt (3.).

Viele weitere Chancen erarbeitete sich der bis dato ohnehin eine gute Saison spielende Aufsteiger, kombinierte teils frech mit Hackentricks und überraschte die Defensivreihe der Lombarden reihenweise. So auch in der 23. Minute, als Baschirotto nach gewonnenem Duell mit Kalulu per Kopf auf 2:0 erhöhte. Äußerst verdient war dieser Vorsprung – zugleich der Pausenstand – für den Außenseiter. Lediglich Giroud hatte Milan mal gefährlich angemeldet, war allerdings dabei an Keeper Falcone gescheitert (44.).

Gutes Comeback, schlechter Schluss

Offenbar hatte Coach Pioli in den Katakomben aber die richtigen Worte gefunden, denn sein Team kam gefestigter und vor allem dominanter aus der Pause. Das trieb den Aufsteiger immer mehr nach hinten – und führte in Minute 58 zum Anschluss durch Rafael Leao. Der Portugiese hatte hier nach einem Giroud-Schuss von einer schwachen Falcone-Abwehr profitiert.

Und apropos Giroud: Der französische Knipser legte nach präzise Pobega-Flanke herausragend für den mitgelaufenen Calabria ab – und dieser nickte den Ball mit etwas Pfostenglück zum gefeierten 2:2-Ausgleich in die Maschen (70.). Wer nun aber dachte, dass die Rossoneri das Spiel auf der Halbinsel Salento noch komplett drehen würde, der täuschte sich. Denn fortan geriet der amtierende Meister wieder ins weniger zwingende Fahrwasser, fing sich vielmehr  nach Tatarusanu-Fehler und Tomori-Fast-Eigentor (84.) fast noch das 2:3 und musste sich letztlich mit diesem Remis zufriedengeben. Das dürfte vor allem Spitzenreiter Napoli gefreut haben.

Aufsteiger Lecce festigte derweil einerseits die aktuell gute Serie von sechs Ligaspielen ohne Niederlage (drei Dreier, drei Remis) und sammelte einen weiteren Zähler gegen den Abstieg, der mit einem klaren Vorsprung derzeit ohnehin nicht droht.