Play-off-Start: Alba fertigt Bamberg ab – Bayern schlägt Chemnitz

Am Freitag starteten in der BBL die Play-offs. Meister Alba Berlin fertigte Bamberg ab. Bonn und Hamburg gingen in die Overtime, mit dem besseren Ende für die Telekom Baskets. Der FC Bayern setzte sich klar gegen Chemnitz durch.

Johannes Thiemann (#32) setzt sich gegen Bambergs Christian Sengfelder (li.) durch.

Johannes Thiemann (#32) setzt sich gegen Bambergs Christian Sengfelder (li.) durch.

IMAGO/camera4+

Titelverteidiger Berlin hat seine Favoritenrolle untermauert und das erste Play-off-Duell mit dem alten Rivalen Brose Bamberg deutlich für sich entschieden. Der Hauptrundensieger aus der Hauptstadt gewann am Freitagabend mit 114:89 (61:45) und zeigte dabei eine exzellente Offensivleistung. In der Serie im Modus best-of-five führen die Berliner mit 1:0. Schon am Sonntag (18.00 Uhr) kann Alba vor eigenem Publikum nachlegen, erst danach geht die Serie nach Franken. Wer zuerst drei Spiele gewinnt, kommt ins Halbfinale.

Bamberg-Coach Amiel: “Es war respektlos”

Beste Werfer des Meisters waren Johannes Thiemann (19 Punkte) und Jaleen Smith (16). Bambergs Defensive agierte über weite Strecken viel zu lasch, die einem Offensivspektakel gleichende Partie war schon im dritten Viertel quasi entschieden. Für die Gäste erzielte Omar Prewitt 17 Punkte. Alba feierte bereits den zwölften Liga-Sieg in Serie. “Das war eine peinliche erste Halbzeit. Es war respektlos. Wir müssen zeigen, dass wir es verdient haben, in diesen Play-offs zu spielen”, sagte Bamberg-Coach Oren Amiel bei “MagentaSport”.

Bayern bezwingt den Angstgegner

Die Münchner setzten sich nach zuvor drei Saisonniederlagen mit 77:53 (36:31) gegen Angstgegner Niners Chemnitz durch.

Hawkins ist zweimal zur Stelle beim Overtime-Krimi in Bonn

Deutlich schwerer taten sich die Telekom Baskets Bonn, die ihr erstes Heimspiel gegen die Hamburg Towers erst nach Verlängerung mit 100:98 (91:91, 41:42) gewannen. Überragender Mann der Partie war Peter Jackson-Cartwright mit 36 Punkten. Matchwinner wurde aber Javontae Hawkins, der eine Sekunde vor Schluss das Spiel mit einem Dreier entschied – zuvor hatte er in der regulären Spielzeit ausgeglichen.

Bonns Jackson-Cartwright ist MVP

Wertvollster Spieler der BBL: Parker Jackson-Cartwright.

Wertvollster Spieler der BBL: Parker Jackson-Cartwright.

IMAGO/Wolter

Dies teilte die BBL am Donnerstagabend mit. Der 26 Jahre alte Amerikaner setzte sich vor TJ Shorts II (Crailsheim) und Kamar Baldwin (Göttingen) durch und sicherte sich damit seine dritte MVP-Trophäe in drei Jahren.

In den beiden vorherigen Spielzeiten hatte Jackson-Cartwright die Auszeichnung in Frankreichs zweiter Liga und Großbritanniens Eliteklasse erobert. Bonn ist eines der Überraschungsteams der diesjährigen Saison.

Bayern verlieren in Hamburg – Zehnter Sieg in Folge für Bonn

Die Hamburg Towers haben das Spitzenspiel der BBL gegen den FC Bayern München für sich entschieden. Am Sonntag bezwang der Tabellensiebte den Dritten zuhause mit 87:83 (41:38). Mit dem dritten Erfolg nacheinander macht Hamburg einen großen Schritt Richtung Playoff-Qualifikation.

Aus dem Weg: Bayerns Augustine Rubit checkt Maik Kotsar weg.

Aus dem Weg: Bayerns Augustine Rubit checkt Maik Kotsar weg.

IMAGO/Lobeca

Die Towers eröffneten die Partie mit einem 16:4-Lauf und wurden in der ersten Hälfte von Robin Christen getragen, der bis dahin fünf Dreier versenkt hatte. Im dritten Durchgang brachte Deshaun Thomas (28 Punkte) die Bayern zurück ins Spiel. Caleb Homesley avancierte mit einem Dreier zum 84:80 in der Schlussminute und 22 Punkten zu Hamburgs Matchwinner.

An der Tabellenspitze stehen weiterhin die Telekom Baskets Bonn. Durch einen 78:76 (42:28)-Heimsieg über die BG Göttingen fuhren die Rheinländer ihren zehnten Erfolg nacheinander ein, zudem sicherten sich die Bonner den Heimvorteil in der ersten Playoff-Runde. Karsten Tadda traf bei 15 Sekunden auf der Uhr den spielentscheidenden Wurf, Javontae Hawkins avancierte mit 25 Zählern zum Topscorer.

Die Jobstairs Gießen 46ers wahrten ihre Minimalchancen auf den Klassenerhalt. Der Tabellenvorletzte entschied das Hessen-Derby bei den Fraport Skyliners aus Frankfurt mit 76:75 (38:32) für sich. Damit stoppten die Gießener ihren Negativtrend von sechs Niederlagen in Serie. Kendale McCullum führte mit elf Punkten in den letzten sieben Minuten sein Team zum siebten Saisonerfolg. Der Syntainics MBC aus Weißenfels als 16. hat aber drei Siege mehr auf dem Konto.

BBL-Awards: Shorts bester Offensivspieler – Simon verteidigt am besten

Wie schon in der Vorsaison kommt der beste Offensivspieler der BBL aus Crailsheim.

Nur von einer Verletzung zu stoppen: TJ Shorts (li. Würzburgs Desi Rodriguez).

Nur von einer Verletzung zu stoppen: TJ Shorts (li. Würzburgs Desi Rodriguez).

IMAGO/HMB-Media

Mit knappem Vorsprung wurde TJ Shorts II zum besten Offensivspieler der BBL gekürt. Der US-Amerikaner, den aktuell eine Schulterverletzung ausbremst, folgt damit auf Trae Bell-Haynes, der in der Vorsaison diesen Titel ebenfalls nach Crailsheim geholt hatte.

29,27 Prozent aller Stimmen fielen auf den nur 1,75 Meter großen Shorts, der im Sommer 2021 von Hamburg  nach Hohenlohe gewechselt war und direkt Dreh- und Angelpunkt der Crailsheimer Offensive wurde. In 21 Spielen legte Shorts durchschnittlich 20,6 Punkte auf und verteilte 7,0 Assists.

Hinter Shorts landeten Kamar Baldwin (23,17 Prozent, BG Göttingen) und Parker Jackson-Cartwright (15,85 Prozent, Telekom Baskets Bonn) auf den weiteren Plätzen.

Defense: Simon vor Weiler-Babb

Den Award für den besten Defensivspieler erhielt Justin Simon von den MHP Riesen Ludwigsburg, nachdem zuvor dessen Teamkollege Yorman Polas Bartolo dreimal in Folge gewonnen hatte. US-Flügelspieler Simon bekam 34,57 Prozent aller Stimmen. Durchschnittlich holte er 1,9 Steals, 0,8 Blocks sowie 5,8 Rebounds, um die Defensive der Barockstädter zu stärken.

Mit Nick Weiler-Babb (16,05 Prozent, Bayern München) landet ein Guard auf dem zweiten Platz. Rang drei geht an Nationalspieler Max DiLeo (8,64 Prozent, Hamburg Towers).

BBL-Hauptrunde wird bis 10. Mai verlängert

Um alle coronabedingt ausstehenden Spiele nachholen zu können, wird die BBL ihre Hauptrunde bis zum 10. Mai verlängern. Sollte es weitere Absagen geben, kommt die Quotientenmethode zur Anwendung.

Der BBL bleibt kein Spielraum für weitere Spielabsagen.

Der BBL bleibt kein Spielraum für weitere Spielabsagen.

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Im Zeitraum 4. Mai bis 10. Mai stehen insgesamt neun Nachholspiele an, wobei zwei davon noch nicht abschließend terminiert werden konnten. Den 34. und somit “offiziell” letzten Spieltag der Hauptrunde bestreiten die Teams unverändert am 1. Mai.

Die BBL gab am Freitag zudem bekannt, dass eine weitere coronabedingte Neuterminierung der Nachholspiele oder auch anderer Spiele nicht möglich sei. In diesem Fall würde die Abschlusstabelle nach der Quotientenmethode berechnet.

Die Play-offs beginnen am 13. Mai und bleiben im bewährten “Best-of-five”-Modus und im Rhythmus 2-2-1 (Heim-Heim-Auswärts-Auswärts-Heim aus Sicht des Klubs mit Heimvorteil). Nach Möglichkeit sollen zwischen Heimspielen ein Ruhetag und beim Heimspielwechsel bis zu drei Ruhetage eingehalten werden.

Sollten die Bayern das Final Four der Euroleague (19. bis 21. Mai) erreichen, ruhen die BBL-Play-offs während dieser Zeit. Ein mögliches fünftes Finalspiel soll spätestens am 25. Juni 2022 stattfinden.

BBL-Tabelle