Ziegner nach erfolgreicher Rückkehr: “Ab heute wünsche ich Zwickau Glück”

Nach einem holprigen Saisonstart mit einem Punkt aus zwei Partien konnte der MSV Duisburg am 3. Spieltag den ersten Sieg einfahren. Für Trainer Torsten Ziegner eine erfolgreiche Rückkehr an die alte Wirkungsstätte.

Mit dem MSV zurück in Zwickau: Torsten Ziegner.

Mit dem MSV zurück in Zwickau: Torsten Ziegner.

IMAGO/Jan Huebner

Obwohl sein Team in der Schlussphase ins Wackeln kam, hatte die Führung von Ziegners MSV Duisburg gegen den FSV Zwickau (1:0) auch nach Schlusspfiff bestand. Anders als am Wochenende gegen Rot-Weiss Essen, als sein Team eine 2:0-Führung noch aus der Hand gab und beinahe noch verlor, konnten die Duisburger in der englischen Woche ihren ersten Dreier einfahren. Für Ziegner ein Grund, “stolz auf die Mannschaft” zu sein, wie er nach der Partie bei “MagentaSport” verriet. Denn dieser Wille, bis zur letzten Minute Führungen zu verteidigen, sei ein Problem der Mannschaft in der Vorsaison gewesen.

3. Liga, 3. Spieltag

“Wir haben es geschafft, eine Mannschaft daraus zu machen, die sich gemeinsam eben in die Bälle reinwirft, um solche Situationen über die Zeit zu bringen – deshalb freuen wir uns natürlich”, so Ziegner über die Leistung seines Teams, das auch Dank ihres überragenden Schlussmanns Vincent Müller am Ende mit einem Sieg im Gepäck zurück nach Duisburg fahren konnte. Denn beinahe hätte Zwickaus Gomez in der Nachspielzeit die Rückkehr Ziegners an seine alte Wirkungsstätte noch versaut.

Ziegner hatte eine “tolle Zeit hier”

Dort war der 44-Jährige über beinahe sechs Jahre Trainer, feierte mit den Schwänen 2016 den Aufstieg in die 3. Liga. Von Wehmut war beim MSV-Trainer, der seit Mai im Amt ist, jedoch keine Spur: “Das Geschäft ist nun mal so, dass man in der Vergangenheit nicht mehr schwelgen kann”, so Ziegner nach der Partie, der einordnet: “Das war ‘ne tolle Zeit hier – und trotzdem war ich heute hier, um mit dem MSV maximal erfolgreich zu sein.” Das ist ihm geglückt.

An den Spieltagen, in denen sein Team nicht gegen seinen Ex-Klub ran muss, hat er dann aber doch noch Sympathien für die Schwäne: “Ab heute wünsche ich Zwickau Glück, dass sie in den nächsten Spielen die notwendigen Punkte holen, weil der Verein, die Mannschaft insgesamt, die Leute, die hier drum herum hart arbeiten, es einfach verdient haben, dass es weiter erfolgreich geht.” Sein Blick richtet sich nach dem Erfolgserlebnis nun selbstverständlich wieder auf die eigenen Aufgaben mit Duisburg: “Und wir haben aber auch genügend zu tun und deshalb muss ich mich darauf auch fokussieren.” In der nächsten Partie, am Montag (19 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den SC Freiburg II, will der MSV “nachlegen”.

“Kredit zurückgewinnen bei den Fans”: Stoppelkamp sieht Derby als Chance an

Der MSV Duisburg erwartet Aufsteiger Rot-Weiss Essen am Freitag zum lange ersehnten Derby. Trainer Torsten Ziegner und Moritz Stoppelkamp war die Vorfreude auf das Duell vor ausverkauftem Haus sichtlich anzumerken.

Blickt voller Vorfreude auf das Derby gegen Rot-Weiss Essen: Moritz Stoppelkamp.

Blickt voller Vorfreude auf das Derby gegen Rot-Weiss Essen: Moritz Stoppelkamp.

IMAGO/Nico Herbertz

Der Start in die aktuelle Drittliga-Spielzeit lief bei der knappen 0:1-Niederlage an der Bremer Brücke nicht optimal. Mit leeren Händen traten die Zebras den Heimweg an und erwarten am Freitag zum ersten Heimspiel der Saison Rot-Weiss Essen (19 Uhr, LIVE! bei kicker) – das bedeutet Derbytime und endlich wieder ausverkauftes Haus.

Selbstkritischer Stoppelkamp pocht auf “Wiedergutmachung”

Darauf freut sich Coach Torsten Ziegner, der gerne “den Schwung der Fans, die uns sehen wollen”, mitnehmen will. “Wir wollen vor vollem Publikum beweisen, was in uns steckt.” Ähnliche Töne schlug auch Kapitän Moritz Stoppelkamp in der Medienrunde im Hinblick auf das “besondere Spiel” an. Der Spielgestalter mit Essener Vergangenheit will “ein bisschen Kredit bei den Fans zurückgewinnen”.

Der MSV habe Stoppelkamp zufolge in den letzten zwei Saisons “unter den eigenen Ansprüchen, und unter denen der Fans gespielt. Der Verein hat etwas Besseres verdient, als Abstiegskampf in der 3. Liga.” Die neue Spielzeit stehe unter dem Motto der Wiedergutmachung, meint der 35-Jährige.

Offensive Kreativität im Fokus

Spielerisch will Duisburg mehr “Chancen kreieren, das war auch der Fokus der vergangenen Trainingseinheiten”. Hoffnung auf Besserung macht dem 44-jährigen Trainer vor allem der bessere Mix in der Mannschaft selbst. Mein erster Eindruck war, dass “Einsatzbereitschaft, Athletik und fußballerische Qualität nicht ausgewogen sind, das haben wir mittlerweile bewältigt”, schätzt Ziegner, der seit 4. Mai als Cheftrainer der Zebras aktiv ist, seine Mannschaft ein.

Somit blickt der MSV recht zuversichtlich auf das erste Punktspiel mit RWE seit mehr als 15 Jahren: 2007 ging der MSV mit 3:0 als deutlicher Sieger hervor, sicherte sich den Aufstieg und bescherte dem Ruhrpott-Rivalen damit einhergehend den Abstieg. Eine derart wichtige Rolle spielt das Duell am 2. Spieltag zwar nicht, doch für die Moral würde eine Derbysieg sicherlich guttun – schließlich lief auch der Essener Saisonstart mit der 1:5-Klatsche gegen Elversberg nicht nach Maß.

Derby gegen Essen: Duisburg meldet “ausverkauft”

Mehr als 15 Jahre ist es her, dass sich der MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen in einem Punktspiel gegenüberstanden. Das erste Drittliga-Duell am Freitag wird vor stimmungsvoller Kulisse stattfinden.

Das Stadion des MSV Duisburg.

Das Stadion des MSV Duisburg.

imago images/Team 2

2007 ging es in einem Duell zwischen den beiden Revierklubs letztmalig um Punkte: Am 34. Spieltag der Saison 2006/07 gewann Duisburg 3:0 und stieg in die Bundesliga auf. Essen hingegen musste nach nur einem Jahr in der 2. Liga wieder absteigen. 15 Jahre später treffen sich beide Traditionsklubs in der 3. Liga wieder, das Duell der rund 15 Kilometer auseinanderliegenden Ruhrpott-Rivalen eröffnet den 2. Drittliga-Spieltag am Freitag (19 Uhr, LIVE! bei kicker).

Stimmungsvoll dürfte es dann vor allem zugehen, wenn der MSV RWE empfängt. Wie die Zebras am Montag vermeldeten, ist das Westderby restlos ausverkauft, 28.200 Zuschauer erwarten die Duisburger zum Duell der beiden ehemaligen Bundesligisten, die sich in ihrer Geschichte schon 31-mal in Pflichtspielen seit Bundesliga-Gründung gegenüberstanden.

Nicht nur Prestige, auch wichtige Punkte stehen am Freitagabend auf dem Spiel: Essen legte einen heftigen Fehlstart in die Saison hin, das erste Heimspiel gegen Mit-Aufsteiger Elversberg ging gleich 1:5 verloren. Auch Duisburg muss ein anderes Gesicht als beim Auftakt zeigen, denn der MSV musste sich dem VfL Osnabrück 0:1 geschlagen geben.

MSV-Kapitän Stoppelkamp: “Ich kann mir gut vorstellen hierzubleiben”

Der Vertrag von Duisburgs Kapitän Moritz Stoppelkamp läuft zum Saisonende aus. Nach dem Klassenerhalt am vergangenen Spieltag denkt er nun über seine persönliche Zukunft nach.

Moritz Stoppelkamp plant seine Zukunft wohl beim MSV Duisburg.

Moritz Stoppelkamp plant seine Zukunft wohl beim MSV Duisburg.

IMAGO/Eibner

Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp spielt seit 2017 wieder bei seinem Heimatverein. Einen Abschied kann sich der 35-Jährige derzeit nicht vorstellen. “Ich fühle mich noch in der Lage, der Mannschaft zu helfen”, blickt Stoppelkamp auf seine Zukunft.

3. Liga, 37. Spieltag

Sportliche Relevanz scheint er für die Zebras weiterhin zu haben: In der aktuellen Saison sammelte er in 30 Ligaspielen 15 Torbeteiligungen. Am vergangenen Spieltag sicherte er dem MSV gegen Freiburg II durch sein Siegtor den Klassenerhalt.

“Jeder weiß, was der MSV an mir hat und umgekehrt”, sagt Stoppelkamp. “Ich kann mir gut vorstellen hierzubleiben.” Stoppelkamp spielte bereits in der U 17 der Duisburger, eher er sich Fortuna Düsseldorf anschloss und über Essen, Erfurt und Oberhausen in den Profifußball fand.

MSV-Kapitän Stoppelkamp: “Ich kann mir gut vorstellen hierzubleiben”

Der Vertrag von Duisburgs Kapitän Moritz Stoppelkamp läuft zum Saisonende aus. Nach dem Klassenerhalt am vergangenen Spieltag denkt er nun über seine persönliche Zukunft nach.

Moritz Stoppelkamp plant seine Zukunft wohl beim MSV Duisburg.

Moritz Stoppelkamp plant seine Zukunft wohl beim MSV Duisburg.

IMAGO/Eibner

Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp spielt seit 2017 wieder bei seinem Heimatverein. Einen Abschied kann sich der 35-Jährige derzeit nicht vorstellen. “Ich fühle mich noch in der Lage, der Mannschaft zu helfen”, blickt Stoppelkamp auf seine Zukunft.

3. Liga, 37. Spieltag

Sportliche Relevanz scheint er für die Zebras weiterhin zu haben: In der aktuellen Saison sammelte er in 30 Ligaspielen 15 Torbeteiligungen. Am vergangenen Spieltag sicherte er dem MSV gegen Freiburg II durch sein Siegtor den Klassenerhalt.

“Jeder weiß, was der MSV an mir hat und umgekehrt”, sagt Stoppelkamp. “Ich kann mir gut vorstellen hierzubleiben.” Stoppelkamp spielte bereits in der U 17 der Duisburger, eher er sich Fortuna Düsseldorf anschloss und über Essen, Erfurt und Oberhausen in den Profifußball fand.

Familiäre Gründe: Bajic nicht mehr Co-Trainer beim MSV

Der MSV Duisburg muss im Abstiegskampf auf seinen Co-Trainer verzichten. Branimir Bajic hat sich auf persönlichen Gründen zurückgezogen.

Nicht mehr länger Co-Trainer der Zebras: Ex-Profi Branimir Bajic.

Nicht mehr länger Co-Trainer der Zebras: Ex-Profi Branimir Bajic.

Getty Images

Bajic hatte den Meiderichern bereits vor mehreren Wochen mitgeteilt, aus familiären Gründen zur neuen Saison nur noch temporär in Duisburg sein zu können.

Aktuelles Spiel

“Dafür haben wir vollstes Verständnis, die Familie geht immer vor”, wird Sport-Geschäftsführer Ralf Heskamp auf der MSV-Website zitiert. “Wir hätten ihn mit unserem neuen Trainerteam sehr gerne in dieser Phase jetzt noch dabei gehabt, respektieren aber seine Entscheidung in der jetzigen Entwicklung.” Duisburg hatte sich unter der Woche von Trainer Hagen Schmidt getrennt und kurzfristig Torsten Ziegner engagiert.

“Baja hat sich diesen Entschluss, den er uns am Donnerstag nach den intensiven und guten Gesprächen der vergangenen Tage mitgeteilt, alles andere als leicht gemacht”, so Heskamp weiter.

Ziegner und Hiemisch an der Seitenlinie

Schon im Heimspiel heute Nachmittag gegen den SC Freiburg II müssen die Zebras auf Bajic verzichten. “Ich bin als Co-Trainer gemeinsam mit Hagen verantwortlich für die Situation, die jetzt entstanden ist. Wer mich kennt weiß, dass ich mich dieser Verantwortung stelle und auch loyal gegenüber Hagen bin. Es geht nicht um mich, es geht um den Verein”, begründete Bajic seinen Schritt. “Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Mannschaft diese schwere Aufgabe meistern wird und drücke dem Team, Torsten Ziegner und Michael Hiemisch, und vor allem allen Fans ganz fest die Daumen, dass wir die Klasse halten!”

Duisburg will Bajic trotz der aktuellen Entwicklung weiter an den Verein binden. Der Ex-Profi war im Sommer 2010 nach Meiderich gekommen und nach insgesamt 212 Spielen anno 2018 zu seinem Abschied als aktiver Spieler auf der MSV-Legendenwand “verewigt” worden. Danach fungierte er zunächst als Bindeglied zwischen Ligateam und NLZ, ehe er 2020 als Co-Trainer fest zum Profikader stieß.